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 Betreff des Beitrags: DER SCHWARZE PANTHER - Ken Hughes
BeitragVerfasst: 18.05.2014 00:29 
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James Coburn   in

DER SCHWARZE PANTHER / THE INTERNECINE PROJECT (1974)

mit Lee Grant, Harry Andrews, Ian Hendry, Michael Jayston, Keenan Wynn und Christiane Krüger
eine Produktion der Lion International | Hempshire Productions | im Verleih der Gloria
ein Film von Ken Hughes


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»Ich werde ihr Honorar an die übliche Adresse in der Schweiz überweisen!«


Der ehrgeizige Wirtschaftsprofessor Robert Elliot (James Coburn) hat es mit rücksichtslosen Mitteln geschafft, Karriere zu machen. Um nach ganz oben zu gelangen, baut er auf die Unterstützung eines mächtigen Konzerns, mit dessen Hilfe er zum Berater des US-Präsidenten aufsteigen soll, doch es gibt noch einige Schönheitsfehler in seinem Privatleben und einige Leichen in seinem Keller. In seinem engen Umfeld befinden sich noch zu viele Personen, die ihn im Zweifelsfall schwer belasten könnten: Der Masseur und Frauenhasser Parsons (Harry Andrews), das Callgirl Christina Larsson (Christiane Krüger), der Wissenschaftler Baker (Michael Jayston) und sein engster Vertrauter, der Diplomat Alex Hellman (Ian Hendry). Sie stehen seiner Karriere im Weg und Elliot sieht nur eine Möglichkeit - die unbequemen Personen müssen so schnell wie möglich von der Bildfläche verschwinden. So denkt er sich einen teuflischen Plan aus, nämlich die vier dazu zu bringen, sich gegenseitig zu liquidieren...

Bei "Der schwarze Panther" handelt es sich um eine britisch-deutsche Co-Produktion, die von Regisseur Ken Hughes sehr ansprechend umgesetzt wurde. Als Polit-Thriller funktioniert das Ganze zwar eher nur am Rande, weil die Konzentration ausschließlich auf der Hauptfigur Robert Elliot, und dessen perfidem Plan liegt, aber immerhin hat dieser ja politische Motive. Die Story wurde nicht nur sehr elegant ausgearbeitet, sondern überzeugt vor allem wegen des gut durchdachten, beziehungsweise intelligenten Aufbaus, so dass die Abhandlung vom Anfang bis zum überraschenden Ende fesseln kann und einen breiten Spannungsbogen transportiert. Die Basis für das Geschehen stellt der raffinierte Plan dar, unbequeme Personen dazu zu bewegen, sich gegenseitig umzubringen, ohne dass der Drahtzieher sich selbst die Hände schmutzig zu machen braucht. Hierbei werden die Todeskandidaten gegeneinander ausgespielt, mit falschen Informationen versorgt und in die Enge getrieben, so dass eine ausweglose Situation konstruiert wird, die für alle Beteiligten zur Einbahnstraße wird. Die Regie nimmt dabei keinerlei Rücksicht bezüglich der Darstellung der Politik, und prangert sie unverblümt als eines der wohl schmutzigsten Geschäfte überhaupt an. Das Herausarbeiten der Idee, dass insbesondere Intelligenz und kalter Verstand mitunter die gefährlichsten Waffen überhaupt darstellen, wirkt daher insgesamt sehr gelungen. Im Grunde genommen handelt es sich bei "Der schwarze Panther" um eine recht einfache Geschichte, bei der unterm Strich Erfolg, Macht und Tod stehen sollen. Es ist und bleibt allerdings die brillante Schilderung des Vorhabens, das gleich zu Beginn, also schon im Vorspann, minutiös geplant, und pedantisch festgehalten wird. Behandschuhte Hände betätigen eine Stoppuhr, Wege werden mit dem Wagen abgefahren, es wurden Akten über die potentiellen Leichen angelegt, jede Kleinigkeit wird dokumentiert und es entsteht der Eindruck eines lückenlosen Vorgehens, das Erfolg suggeriert.


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Um die Angelegenheit vollends überzeugend zu gestalten, bekommt man es in Ken Hughes' Film mit einem beachtlichen Star-Aufgebot zu tun. So wird die Hauptperson des Professor Elliot von James Coburn mit allen Finessen ausgestattet, um die niederen Charakterzüge, die Gier nach Macht und die dazu passende Skrupellosigkeit exemplarisch erscheinen zu lassen. Coburn legt dabei eine Ruhe und Sachlichkeit vor, die beinahe beängstigend wirkt. Das Prinzip seines Schachspiels ist schrecklich einfach: Außer ihm soll es nur Verlierer, beziehungsweise Tote geben. Die Strategie, andere für sich arbeiten zu lassen ist sehr originell, genau wie die Tatsache, dass Mörder auch gleichzeitig Opfer sein werden. Unfehlbar macht er die Schwächen dieser Personen aus, er erteilt unmissverständliche Anweisungen, stellt ultimative Forderungen und wenn es nötig ist, frisst er sogar Kreide um das anvisierte Ziel zu erreichen, und unterm Strich steht sowieso nichts anderes. Um die Charakterzeichnung nicht komplett eintönig dastehen zu lassen, ist Lee Grant in einer Rolle mit an Bord, die zunächst völlig irrelevant auszusehen scheint. Sie spielt die Reporterin, die sich an Elliot festbeißen, und nach schmutziger Wäsche suchen wird. Im Normalfall wäre sie daher auch eine geeignete Kandidatin für seine Todesliste gewesen, aber es scheinen sich doch einige ungewollte Gefühle bei diesem sonst vollkommen emotionslosen Mann abzuspielen. Auch als der Plan seinen Lauf nimmt, ist sie es, die mit ihrem plötzlichen Auftauchen in Elliots Wohnung die Perfektion unbewusst zu bedrohen beginnt. Kleinere Spannungsmomente durch andere Personen tun der Geschichte insgesamt sehr gut! Hier ist insbesondere Harry Andrews zu nennen, der Tag für Tag alte Männer durchkneten muss und abgrundtief Frauen hasst, da sie ohnehin alle nur Huren seien. Das Ensemble passt einfach perfekt zusammen und arbeitet überzeugend daran, dass man beinahe einen Sekundenzeiger ticken hören kann. Von deutscher Seite bekommt man noch Christiane Krüger in voller Schönheit zu Gesicht, und einige ihrer Szenen werden ganz besonders im Gedächtnis bleiben. Ein klasse Ensemble!

Die große Stärke des Films offenbart sich darin, dass jede Einzelheit en détail, und vor allem verständlich geschildert wird. Der Verlauf spart sich insgesamt komplexe Handlungsstränge, Verschachtelungen und sprachliche Klippen auf, so dass der Zuschauer durchgehend Zeuge eines überaus flüssigen und spannenden Themas wird. Die Charaktere werden gleich zu Beginn überraschend einfach, aber gleichzeitig doch spektakulär in das Szenario integriert. Man sieht sie bei für sie normalen, oder charakteristischen Tätigkeiten, es folgt ein schneller Zoom auf das Gesicht jedes Todeskandidaten, welches dann in einem kurzen Standbild festgehalten wird. Unmittelbar darauf wurden die Daten zu ihnen aus der jeweiligen Todesakte montiert, was ein recht eigenartiges Kennenlernen zur Folge hat. Dabei setzt die insgesamt hervorragend eingesetzte Musik von Roy Budd noch zusätzliche Akzente. Es entsteht absolute Vorhersehbarkeit, vollkommene Berechenbarkeit und alles wirkt perfekt konstruiert, dieses Mal allerdings im positiven Sinne. Man sagt ja, dass es schön ist, wenn Pläne funktionieren und aufgehen, und hier bekommt man es quasi lückenlos dokumentiert, oder eher demonstriert. Gewürzt wurde dieses Konzept, das in dieser Form schon bemerkenswert genug gewesen wäre, allerdings noch mit einigen Twists, die für Kopfnicken sorgen werden. Von handwerklicher Seite wurde soweit alles richtig gemacht, die Ausstattung ist gut, die Bildgestaltung wirkt teils sehr elegant, wirft aber genau so ein kaltes Auge auf die prosaischen Seiten dieses Verlaufs. Gerade die Ermordungsszenen sind packend inszeniert worden und sorgen für Spannung und Nachhaltigkeit. Mich hat "Der schwarze Panther" erneut sehr gut unterhalten können, wenige Längen werden durch Geschicklichkeit von Drehbuch und Regie nahezu weg dividiert und insgesamt darf man diesen ruhigen, aber diskret an den Nerven kitzelnden Thriller als durchaus sehenswert bezeichnen!


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHWARZE PANTHER - Ken Hughes
BeitragVerfasst: 19.05.2014 12:44 
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CHRISTINA LARSSON in DER SCHWARZE PANTHER (1974)

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Eine weitere interessante Rolle auf internationalem Parkett übernahm Christiane Krüger in dem Polit-Thriller "Der schwarze Panther" aus dem Jahre 1974. Es wirkt schon beachtlich, wie sich die Hamburgerin hier neben der hochkarätigen Konkurrenz präsentiert, und es kommt zu einigen besonders intensiven Szenen, die nach diesem Verlauf im Gedächtnis bleiben dürften. Wie bereits erwähnt, konnte man Christiane Krüger im Verlauf ihres Schaffens häufiger unter der Dusche betrachten, und in dieser Produktion kommt es in diesem Zusammenhang zu einem der kleinen Karriere-Höhepunkte der Deutschen. Doch zunächst zur Person der Christina Larsson. Das Edel-Callgirl scheint sehr gut beschäftigt zu sein und betreut bevorzugt Kundschaft aus den besten Kreisen. Ganz in der Strategie des Films liegend, bekommt man kaum Informationen darüber, wie die Personen-Konstellationen überhaupt zu Stande gekommen sind, also kann man es sich als Zuschauer nur denken, wie das Verhältnis zwischen Professor Elliot und Christina Larsson ist. Er bezahlt sie, ihre Wohnung, ihre Ausstattung, ihren Luxus. Auch bekommt man das Gefühl, als sei Robert Elliot mehr für sie als nur Auftraggeber und Mäzen. Geklärt wird das Ganze jedoch nicht und was Christina angeht, so bleibt es bei einem recht interessanten Rosemarie-Nitribitt-Effekt, falls man das so nennen kann, da sie ebenfalls prekäre Informationen, hier in Form von Mitschnitten und Fotos für Elliot sammelt, und ein ebenso gewaltsames Ende findet.

Als Callgirl hat Christina Larsson alle Tricks und Finessen parat, um die Kundschaft zufriedenzustellen und zu entzücken. Danach macht sie Komplimente, die eigentlich nichts anderes als Phrasen sind, beispielsweise wie sehr sie jemanden doch möge, oder dass ihr die Nummer Spaß gemacht habe. Das kommt gut an und bringt vielleicht noch ein großes Scheinchen zusätzlich. In bestimmten Situationen wirkt sie also sehr oberflächlich, also eigentlich vor, im und nach dem Lotterbett, und äußerst naiv im Zusammensein mit ihrem Gentleman-Zuhälter Elliot, der sie gerne wie ein kleines Schulmädchen behandelt und sie maßregelt. Christina Larsson wird durch ihn Zahnrad und Opfer eines Mordkomplotts zugleich. Als sie ihren Dienst ausgeführt hat, steht ihr angeheuerter Mörder auch schon bereit. Hier bekommt man wie gesagt eine der intensivsten und spannendsten Szenen des gesamten Films präsentiert, die sich in jedem anständigen Giallo recht wohlgefühlt hätte, wie übrigens Christiane Krüger selbst auch. Wieder einmal angenehm erscheint die Tatsache, dass sich die Schauspielerin für die deutsche Version selbst gesprochen hat, auch in der englischen Sprachfassung macht es Spaß, ihren zwar harten deutschen Akzent herauszuhören, aber ihn charmant zu finden. Ich habe zwar noch lange nicht alle internationalen Filme mit ihr gesehen, aber bislang war noch nie einer dabei, in welchem sie sich nicht selbst synchronisiert hätte, was ich als aussagekräftiges Kompliment für eines ihrer Markenzeichen, eben die unverkennbare und kraftvolle Stimme ansehe. Im Endeffekt handelt es sich also erneut um eine sehr gute Rolle von Christiane Krüger, die mich persönlich überhaupt zu diesem sehr starken Film gebracht hat.


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