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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 00:07 
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DER TEUFELSGARTEN
[COPLAN SAUVE SA PEAU][FR/ITA][1967]

Bild

Regie: Yves Boisset
Darsteller: Claudio Brook, Margaret Lee, Jean Servais, Bernard Blier, Jean Topart, Hans Meyer, Klaus Kinski, Agatha Alma, Andrea Aureli, Aldo Canti, Sergio Jossa, Roger Lumont


Mara [Margaret Lee] stirbt in den Armen ihres Geliebten, des Geheimagenten Francis Coplan [Claudio Brook] – ermordet. Auf der Suche nach den Drahtziehern dieses Verbrechens und dessen Grund, lernt Coplan die Schattenseiten Instanbuls kennen. Dubiose Figuren kreuzen seinen Weg, jeder scheint etwas zu wissen, doch alle schweigen. Als Coplan in einem Nachtclub schließlich eine Doppelgängerin Maras kennenlernt, ist ihm klar, dass hier eine große Verschwörung laufen muss...

007? Kennt jeder. 117? Dank ironisierter Wiederbelebung auch ein paar Leuten bekannt. Und FX 18? Der hatte etwas weniger Glück als seine Kollegen und blieb - zumindest in Deutschland - eher unbekannt. Zwar brachte es auch Coplan auf insgesamt sechs Kinoabenteuer, doch die verwirrende Vermarktungspolitik der deutschen Verleiher und die Tatsache, dass die Figur bei jedem seiner Ausflüge von einem anderen Darsteller verkörpert wurde, blieben nicht folgenlos.

Natürlich ist der französische Agent Francis Coplan auch nur ein weiteres der zahlreichen unverhohlenen James-Bond-Duplikate, wie sie in den 60ern die Lichtspielhäuser zu Dutzenden belagerten, und folgt als solches blindlings den bereits vorgetrampelten Pfaden, ohne dabei etwas sonderlich Neues hinzufügen zu können.

DER TEUFELSGARTEN, der letzte Beitrag zur Coplan-Reihe, erlaubt sich allerdings doch so einige unerwartete Verrücktheiten und eine leicht surreale Grundstimmung, was im Nachhinein deutlich mehr Laune macht, als die zwar ähnlich gearteten, doch wesentlich konventionelleren Abenteuer seines Kollegen OSS 117.

Bereits nach wenigen Minuten wähnt man sich buchstäblich im falschen Film, wenn Coplans seine ersten Worte spricht und seiner ehemaligen Geliebten, die eben noch verzweifelt um ihr Leben rannte, mit zartem Schmelz in der Stimme entgegensäuselt:

„Erinnerst du dich an die Blumen von Acapulco? Dieser farbige Teppich, der uns auf dem Fluss entgegenschwamm? Erst, als wir ganz nahe dran waren, konnten wir die Schiffe erraten.“

Jedoch just, bevor man sich ernsthaft zu fragen beginnt, ob das Drehbuch von Rosamunde Pilcher verfasst wurde, befindet man sich auch schon mittendrin im schönsten Spionagesalat:
„Hast du mal etwas vom Konsortium gehört?“ fragt ihn die so blumig Angesäuselte. „Vom Konsortium der Gehirne?“ antwortet Coplan erstaunt. Spätestens jetzt ist klar: Die kommenden 105 Minuten bieten allerfeinsten Agentenquatsch mit Soße.

Der sich anschließenden Handlung zu folgen, ohne dabei den Faden zu verlieren, ist keine sehr einfache Übung. Selbst Coplan scheint nicht so recht zu verstehen, worum es hier eigentlich geht und stolpert eher unbedarft und mit fragendem Blick von einem Schauplatz zum nächsten.

Mag sein Darsteller Claudio Brook auch rein optisch voll und ganz dem gängigen Agentenklischee der 60er Jahre entsprechen (hochgewachsen, brustbehaart, ein süffisantes Lächeln im kantigen Gesicht), erweckt seine Mimik doch überwiegend den Anschein, als sei er soeben mit voller Kraft gegen einen Laternenmast gelaufen und versuche nun verzweifelt sich daran zu erinnern, wer er eigentlich ist, wo er sich befindet und was der ganze Trubel um ihn herum überhaupt soll. So dümmlich aus der Wäsche geguckt, wie Brook es hier quasi im Dauerzustand macht, hätte Sean Connery wohl nicht mal, wäre er des Morgens im rosa Tutu und mit auf dem Teppich festgetackertem Haupthaartoupet aufgewacht.

So erweckt Coplan, während seine Gegenüber ihn mit Informationen versorgen, überwiegend den Eindruck völliger geistiger Abwesenheit, dass man fast gewillt ist, ein Goldstück für seine Gedanken zu reichen.

Seinen Höhepunkt findet seine vermeintliche Apathie, als er von einer Szene auf die andere plötzlich ohne ersichtlichen Grund auf einer Bahre liegt und von den Bediensteten seines Kontrahenten, des türkischen Lieutenants Sakki, in Richtung Krankenwagen geschleppt wird. Bar jeder Gegenwehr liegt Coplan auf der Trage, bis ihm – just in dem Moment, in welchem er an der Kamera vorbeigetragen wird – plötzlich doch noch die Merkwürdigkeit der Situation bewusst zu werden scheint, was zur Folge hat, dass er sich beherzt aufrichtet und sich eher zaghaft als erbost die Frage erlaubt: „Sagen Sie mal, was soll das? Ich bin doch nicht krank!“

Nicht verschwiegen werden sollte an dieser Stelle, auf welche raffinierte Art Agent FX 18 im Anschluss aus dieser scheinbar ausweglosen Situation entkommt: Als plötzlich ein Eselskarren auf der Straße steht und der Krankenwagen scharf bremsen muss, nutzt der Topspion geistesgegenwärtig den entstehenden Tumult und schleicht sich ebenso leise wie unbemerkt aus dem Fahrzeug.
Auf die berechtigte Frage des Lieutenants, wie es Coplan denn trotz Bewachung gelingen konnte, zu entfliehen, antwortet sein Untergebener dann auch ganz offen und ehrlich: „Er hat die Tür aufgemacht, Herr Lieutenant!“

So und so ähnlich amüsiert DER TEUFELSGARTEN dann auch beinahe über die gesamte Laufzeit hinweg auf äußerst angenehme, realitätsinkompatible Weise: Coplan tigert von Station zu Station, trifft merkwürdige Figuren, die merkwürdige Dinge tun und sagen, tut und sagt selbst merkwürdige Dinge, liefert sich zwischendurch arg ungelenk choreographierte Keilereien und hängt bei öffentlichen Ringkämpfen oder in verruchten Nachtclubs herum.
Die recht kryptischen Dialoge (die im Original ähnlich abstrakt und nicht nur das Produkt der deutschen Synchronfassung sein dürften) sorgen dabei immer wieder für Heiterkeit, die obkure Story für angenehmes Erstaunen.

Erstaunlich spät wird mit Hugo Gernsbach [Hans Meyer] der eigentliche Oberschurke eingeführt, der auf einer schwerbewachten Festung irgendwo in der Nähe der syrischen Grenze haust.
Nachdem Coplan die ortsansässigen Bauern nach dessen Standort befragt hat („Ich suche ein Schloss oder sowas wie eine Burg.“ - „Hööö?“ - „Eine Festung, eine Zitadelle!“) stattet er dem Fiesling schließlich einen Besuch ab - trotz eindringlicher Warnung:

„Kein vernünftiger Mensch geht freiwillig in die Gärten des Teufels!“ - „Die Gärten des Teufels?“ - „Seit Jahrhunderten werden sie so genannt.“ - „Und warum?“ - „Man erzählt, dass in diesen Tälern der Teufel umgeht.“

Dort hütet Gernsbach, ein herrlich bizarrer Bösewicht, der eine Gesichtshälfte wie weiland das Phantom der Oper hinter einer Maske aus Kaugummipapier versteckt, in einer verbotenen, durch eine Stahltür gesichterten Kammer ein todbringendes Geheimnis, ein undefinierbares weißes Licht, dessen Bedeutung und Herkunft bis zum Ende nie geklärt wird.

Der kleine Mystery-Schlenker tut dem TEUFELSGARTEN tatsächlich überaus gut, zumal die bizarre Sause gegen Ende ohnehin noch mal einiges an Fahrt aufnimmt. Als Gernsbach eine gnadenlose Menschenjagd veranstaltet und Coplan durch Dschungel und Felsgestein hetzen lässt, sorgt das nicht nur für ein gesundes Maß an Nervenkitzel, sondern auch für eine der amüsantesten Szenen des gesamten Spektakels: So versteckt sich Coplan vor seinen Häschern auf einem Baum und erblickt erschrocken eine riesige Spinne. Dass diese eindeutig aus einem anderen Film hineingeschnitten wurde, ist noch nicht wirklich ein Brüller. Als das Tier Coplan jedoch angreift, sieht es plötzlich nicht nur völlig anders aus, sondern hat sich auch in eine völlig unbewegliche Gummispinne aus dem Halloween-Shop verwandelt, die nun wirklich nicht so aussieht, als könne sie irgendjemandem auch nur im Ansatz gefährlich werden.

Ein weiteres Highlight ist unbestreitbar der legendäre Klaus Kinski in einer großartigen Nebenrolle als undurchschaubarer Bildhauer, der erst in liebevoller Kleinarbeit ein Nacktmodell drapiert, um sich im Anschluss seinem undefinierbaren Haufen Klumpatsch zu widmen, der allerdings keinsfalls den Eindruck erweckt, als könne jemals eine brauchbare Skulptur daraus entstehen.
Kinski nutzt hier einmal mehr die Gelegenheit, sein verschrobenes Wesen voll und ganz auszuspielen, und es ist eine wahre Freude, ihm dabei zuzusehen. Mit nacktem Oberkörper stolziert er gedankenverloren durch den Raum, den Blick unstet, die Gesichtsmukulatur nervös zuckend, und sinniert von der Schönheit des weiblichen Körpers und Bindungen, die über den Tod hinausgehen.
Wenn er später plötzlich mit einem Kollegen auch noch Barbie-Puppen entkleidet, um zärtlich mit ihnen zu schmusen, hat man als Zuschauer schon längst alle Scham verloren und suhlt sich voller Wonne in diesen sinnfreien Wust erstaunender Skurrilitäten.

Es ist bezeichnend, dass Agent FX 18 nach einer anfänglichen Schlägerei den halben Rest der Laufzeit seinen linken Arm in einer Schlinge tragen muss – besser kann man den verhinderten Versuch, eine ernsthafte 007-Konkurrenz auf die Beine zu stellen, kaum versinnbildlichen. Dass DER TEUFELSGARTEN dennoch verzügliche Unterhaltung bietet, liegt an dem sympathisch hohen Kuriositätsfaktor, der eine Absehbarkeit der Ereignisse unmöglich macht und an jeder Ecke eine neue, obskure Überraschung bietet. Die Dialoge sind hemmungslos blöd, der Hauptdarsteller ist auf sympathische Weise überfordert und die Handlung wirkt im Nachhinein wie ein wirrer Traum.

Tadellos gerieten hingegen die Bilder von Kameramann Alain Derobe, dem nicht nur, aber vor allem im Finale ein paar sehr schöne Aufnahmen gelangen.

DER TEUFELSGARTEN! Kein Film mit Hirn! Aber mit Gehirnen!

s. auch: DER TEUFELSGARTEN

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Zuletzt geändert von DJANGOdzilla am 24.12.2012 23:17, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 03:04 
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Okay, das hört sich ja mal richtig schräg an - ist notiert! 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 11:15 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Coplan hingegen blieb allein sein Abenteuer im TEUFELSGARTEN vergönnt, danach hatte es sich bereits ausspioniert.



Falsch!
Es gibt 6 Coplan Filme, die in den sechziger Jahren in die Kinos kamen.
Zusätzlich noch eine 6 teilige TV Serie, die Ende der 80er Jahre produziert wurde.
Das Coplan nicht so bekannt ist wie OSS117 dürfte daran liegen, das mit jedem Film ein anderer Darsteller in dei Rolle des Agenten schlüpfte.

TEUFELSGARTEN habe ich lang nicht mehr gesehen, habe ihn aber in sehr guter Erinnerung mit einer einzigartigen Atmosphäre.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 12:01 
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italo hat geschrieben:
DJANGOdzilla hat geschrieben:
Coplan hingegen blieb allein sein Abenteuer im TEUFELSGARTEN vergönnt, danach hatte es sich bereits ausspioniert.



Falsch!
Es gibt 6 Coplan Filme, die in den sechziger Jahren in die Kinos kamen.
Zusätzlich noch eine 6 teilige TV Serie, die Ende der 80er Jahre produziert wurde.
Das Coplan nicht so bekannt ist wie OSS117 dürfte daran liegen, das mit jedem Film ein anderer Darsteller in dei Rolle des Agenten schlüpfte.

TEUFELSGARTEN habe ich lang nicht mehr gesehen, habe ihn aber in sehr guter Erinnerung mit einer einzigartigen Atmosphäre.

Danke für die Information. Sogar ne TV-Serie? Hab darüber gar keine Daten gefunden. :oops:

Werd den falschen Abschnitt mal korrigieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 12:39 
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Coplan-Filme in den deutschen Kinos und die jeweiligen Coplan-Darsteller:

Coplan prend des risques (1963) - FBI-Agent Cooper:Der Fall Tex - Dominique Paturel
Coplan Agent Secret FX 18 (1964) - Jack Clifton jagt Wostok III - Ken Clark
Coplan FX 18 casse tout (1965) - Geheimauftrag CIA Istanbul - Richard Wyler
Coplan ouvre le feu a Mexico (1967) - Frank Collins: mit Chloroform geht´s besser - Lang Jeffries
Coplan sauve sa peau (1968) - Der Teufelsgarten - Claudio Brook

Vielleicht kann jemand Film Nr.6 ergänzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 13:37 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Sogar ne TV-Serie? Hab darüber gar keine Daten gefunden


4 von den 6 Folgen gibt es sogar in einer DVD-Box in deutsch von Sunfilm - fast geschenkt.
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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 14:59 
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Lohnr sich die Serie denn? Ist die vergleichbar mit dem TEUFELSGARTEN?

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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 24.12.2012 16:22 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Lohnr sich die Serie denn? Ist die vergleichbar mit dem TEUFELSGARTEN?

Das weiß ich leider nicht. Ich hab das Cover bei Amazon entdeckt. Aber ich denke mal, eine 80er Serie kommt an die Original 60er Spielfilme nicht ran. Vielleicht hole ich sie mir ja mal, bei unter 3 € kann man nix falsch machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 25.12.2012 14:32 
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Dank djanGODZILLA habe ich die DVD endlich aus dem Regal gezogen. Es hat sich gelohnt, danke für die Erinnerung.


---


In Ultrakurzform:



• Der Teufelsgarten (Frankreich, Italien 1967) - Agent Coplan (Claudio Brook) wird von seiner Geliebten Mara (Margaret Lee) nach Istanbul gerufen, wenig später erliegt Mara einem Überfall, Coplan überlebt die Attacke verletzt. Sein alter Freund Marscar (Bernard Blier) rät Coplan dazu die Türkei flugs zu verlassen, der kantige Gesetzeshüter Lieutenant Sakki (Jean Topart) teilt die Meinung und setzt Marscar unter Druck. Freilich denkt der Agent gar nicht daran aufzugeben, eine Hatz durch die Türkei nimmt ihren Lauf, Coplan trifft auf groteske Gestalten und gerät immer wieder in Lebensgefahr ...

Dem Genre Eurospy attestiert mancher "Filmfreund" gern gepflegte Langeweile und biedere Schmalspurunterhaltung. "Der Teufelsgarten" mutet wie der "perfekt unperfekte" Gegenentwurf zu derartigen Unterstellungen an! Klar, der Held taumelt oft reichlich hilflos durch das Szenario, dreht erst pünktlich zum Finale auf, die Erzählung springt nach Lust und Laune umher, windet sich wie ein glitschiger Aal. Holpriges trägt jedoch zum Unterhaltungswert bei, hinzu kommen tolle Auftritte von Klaus Kinski, Jean Servais, Bernard Blier, Jean Topart und Hans Meyer als entstellter Bösewicht. Wundervolle Schausplätze und malerische Landschaften, dank hervorragender Kameraarbeit stets stilvoll eingefangen, überdies recht ruppig für einen Vertreter seiner Gattung.

"Der Teufelsgarten" ist wohl eine der bizarrsten Eurospy-Sausen, suhlt sich in Klischees und bricht sie gleichzeitig immer wieder auf. Aufgeschlossene Zuschauer sollten sich auf den Trip in den Teufelsgarten begeben, mir hat das sperrige Schätzchen viel Freude bereitet. Mit der Scheibe von Colosseo Film/VZM kann man Pixelzähler nicht einfangen, die Zielgruppe sollte mit dem Silberling gut klarkommen.

7,5/10 (gut bis sehr gut)

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 25.12.2012 14:48 
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(Mal wieder) sehr schön beschrieben, Blap! Knackig und mit treffsichren Worten auf den Punkt gebracht! :231:

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 Betreff des Beitrags: Re: DER TEUFELSGARTEN - Yves Boisset
BeitragVerfasst: 29.12.2014 22:25 
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Heute mal wieder angesehen. Immer wieder ein kleines Fest!

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