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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 28.02.2012 23:26 
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Dr. Mabuse Box von Universum Film


Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse (Deutschland, Frankreich, Italien 1964, Originaltitel: Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse)

Die letzte Runde

Professor Pohland (Walter Rilla) fristet ein trauriges Dasein als Insasse einer Nervenklink. Noch immer beteutert der Mediziner seine Unschuld an den Ereignissen vor der Einweisung, der Geist des Dr. Mabuse habe von ihm Besitz ergriffen. Bei einem Verhör durch den britischen Agenten Major Anders (Peter van Eyck) kommt es zu einem Zwischenfall, der Professor verschwindet spurlos. Zuvor kam ihm das erschreckende Wort "Todesstrahlen" über die Lippen, kein "Hinweis" der beruhigenden Sorte. Anders wird nach Malta geschickt, zwecks Tarnung begleitet ihn die naive Schönheit Judy (Rika Dialina). Auf Malta arbeitet Professor Larsen (O. E. Hasse) an einer Superwaffe, mit deren Todesstrahlen sich ganze Städte in Sekunden auslöschen lassen. Offenbar wird Larsen nicht von bösartigen Absichten angetrieben, doch in den falschen Händen könnte man mit Hilfe seiner Erfindung die gesamte Menschheit unterjochen. Rege Aktivität von Sardinen-Booten und Froschmännern geben Anlass zur Besorgnis, die Lage spitzt sich mehr und mehr zu. Kein leichter Job für Major Anders, denn seine Tarnung ist gewissermaßen schon vor seiner Ankunft aufgeflogen...

Der letzte Film aus der Mabuse-Reihe der sechziger Jahre geht andere Wege. Waren die vorherigen Werke typische Beiträge zur damaligen Welle von Kriminalstreifen, die durch den Erfolg der Edgar-Wallace-Filme aus dem Hause Rialto Film ausgelöst wurde, schielte Produzent Artur Brauner (CCC-Film) nun in Richtung James Bond. Bereits der Vorspann macht keinen Hehl aus der neuen Marschrichtung, techische Gerätschaften und kämpfende Taucher flimmern über den Bildschirm/die Leinwand. Tatsächlich sind im Film diverse Szenen mit Tauchern zu bewundern, die wie eine kleine (und flottere) Ausgabe des später produzierten Bond-Flicks "Thunderball" (1965) anmuten. Eindeutig wurde "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" vom ersten Bond "Dr. No" (1962) beeinflusst, wahrlich keine schlechte Referenz. Erwartet also bitte keinen weiteren Krimi mit Gruselatmosphäre, die Reihe klingt im Gewand des Eurospy-Films aus.

Trotz neuer Marschrichtung wurde auf bewährte Darsteller gebaut, die Hauptrolle vertraute man erneut Peter van Eyck an (der Name seines Charakters wurde ein weiteres Mal geändert, obschon die Figur aus dem Vorgängerwerk sehr ähnlich angelegt ist). Herr van Eyck macht uns den Schmalspur-Bond, er zieht sich weitgehend souverän aus der Affaire, lediglich eine extrem schlecht gedoubelte Prügelszene sorgt für Schmunzler. Auf wessen Kappe dieser Murks geht ist mir nicht bekannt, eventuell waren "versicherungstechnische Gründe" im Spiel? Dem Unterhaltungswert sind solche Schnitzer nicht abträglich, sie tragen gar zum kantigen Charme des Streifens bei. Peter van Eyck darf mit hübschen Damen in den Nahkampf gehen, wer wäre da nicht gern Agent im Geheimdienst ihrer Majestät? O. E. Hasse gefällt mir als knurriger Wissenschaftler sehr gut, Walter Rilla blickt als Häufchen Elend ins Leere. Dieter Eppler taucht als fieser Handlanger auf, Leo Genn mimt den Chef Peter van Eycks. Rika Dialina fällt in die Schublade mit der Aufschrift "Klischeeblondchen". Zu ihrer eigenen Sicherheit bringt man sie auf Malta in einem Bordell unter, was bei ihrem Begleiter nur kurzzeitig für einen Hauch von Widerstand sorgt (diese Szenen werden sauertöpfigen Emanzen die Zornesröte ins Gesicht treiben, Schenkelkloper pur!). Ferner hätten wir Yvonne Fourneaux als lüsterne Nichte des Professor Larsen im Angebot, dazu die hübsche Yoko Tani als Helferlein des Bösen. Damit sind die wichtigsten Akteure genannt, nur Gustavo Rojo hätte ich fast unterschlagen.

Wallace-Epigonen mutieren zum Bond-Clon, geht die Rechnung auf? Mir gefällt die neue Ausrichtung, da ich mich in beiden Genres wohlfühle. Das Publikum war dem Film damals weniger wohlgesinnt, der Erfolg an den Kinokassen hielt sich in Grenzen. Ergo ging die Rechung für den geschäftstüchtigen Artur Brauner nicht auf, weitere angestrebte Beiträge zur Reihe blieben in der Schublade. Schade, denn Mabuse funktioniert auch als Eurospy-Sause. Ein Bösewicht strebt die Weltherrschaft an, die Handlung spielt in hübschen Kulissen und vor einer prächtigen Landschaft (Italien musste als Malta herhalten), die Darsteller sind bei guter Spiellaune. Oskar Sala steuerte einen Teil der Musik bei, sein Mixtur-Trautonium ertönte mehrfach in CCC-Produktionen (und nicht nur dort). Repeat bis zur Ekstase: Wer die Wallace-Filme mag, der sollte sich auf jeden Fall auch mit den Dr. Mabuse-Sausen beschäftigen, wem die Wallace-Filme eine Spur zu humorig erscheinen, der sollte es ebenfalls mit Dr. Mabuse probieren. Mir liegt das "Dr. Mabuses Meisterwerk" getaufte Box-Set von Universum vor, welches alle sechs Mabuse-Streifen aus den sechziger Jahren enthält:

• Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960)
• Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961)
• Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (1962)
• Das Testament des Dr. Mabuse (1962)
• Scotland Yard jagt Dr. Mabuse (1963)
• Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse (1964)


Die DVDs kommen in einem schicken Digipak ins Haus, das von einem nicht minder hübschen Schuber umhüllt wird. Ferner liegt ein Booklet bei, in dem Auszüge aus einem Buch des leider kürzlich verstorbenen Wallace-Experten #1 Joachim Kramp zu lesen sind. Der von Kriminalfilmfreunden (und nicht nur denen) sehr geschätzte Joachim Kramp, hinterlässt eine nicht zu schliessende Lücke im "Wissensgebiet Wallace und Co.". An der Qualität der DVD gibt es nichts zu meckern, Universum präsentiert auch den sechsten Beitrag zur Mabuse-Reihe in schöner Verfassung. Für Fans (und solche die es werden wollen) stellt diese Box einen unverzichtbaren Pflichtkauf dar! Während die vier zurückliegenden Werke im damals gängigen "europäischen Breitbild" 1,66:1 aufgetischt wurden, kommen die beiden letzten Beiträge in 1,33:1 daher. Kein Grund zur Besorgnis, alle Filme liegen damit im Originalformat vor! Auf der DVD zu "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" findet der Fan eine kurze Doku und einen Beitrag über die bezaubernde Daliah Lavi.

6,5/10 (mit steigender Tendenz)

Lieblingszitat:

"Bringen Sie den Herrn Professor zur Elektrotherapie"

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 17.10.2012 15:17 
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Deutsche Erstaufführung: 18.9.1964

"Die Existenz von Waffen, die mit einem einzigen Knopfdruck die gesamte Menschheit vernichten können,
ist Mittelpunkt des Films "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse". Ein Wettlauf zwischen Gut und Böse um die
gefährlichste Waffe der Welt. Wird sie in der Hand eines verantwortungsbewußten Charakters bleiben?"
(Zitat aus dem Filmprogramm)
Das Thema ist für einen Mabuse-Film nicht neu, die Umsetzung schon. Denn vom Inszenierungs-Stil
seiner Vorgänger hebt sich dieser Streifen deutlich ab.
Mabuse goes Bond: Produzent Artur Brauner versucht hier (nicht zum ersten Mal) auf einer kommerziell
erfolgreichen Welle mitzuschwimmen
Nach Fritz Lang, Harald Reinl (2x), Werner Klingler und Paul May führt diesmal der Argentinier
Hugo Fregonese Regie. Kurz vorher hatte er schon Arthur Brauners Karl-May-Verfilmung "Old Shatterhand"
inszeniert. Wie bereits bei der ersten Mabuse-Neuverfilmung "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" (1960)
sind auch diesmal wieder Frankreich und Italien als Co-Produzenten dabei. Schauspieler aus 10 Nationen
wirken mit.
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Leider hat das Drehbuch seine Schwächen und die Handlung wirkt an manchen Stellen arg konstruiert.
Die üblichen Ungereimtheiten, die es auch bei den Vorgängerfilmen gibt, fallen hier noch mehr ins Gewicht.
Hauptdarsteller Peter van Eyck macht als Geheimdienstler keine schlechte Figur, in der Rolle des Frauenhelden
überzeugt er eher weniger.
Bei der Vielzahl von Personen verliert der Zuschauer nach einer gewissen Zeit den Überblick und womöglich
auch das Interesse an der verworrenen Story. Mit den Hypnose- und Telepathie-Spielchen dürfte ebenfalls
so mancher seine Schwierigkeiten haben.
Langweilig ist der Film trotzdem nicht. Mit den Froschmännern, den unterirdischen Katakomben und den Unterwasser-
Aufnahmen hat er einige Schauwerte zu bieten und auch actionmäßig ist durchaus was los. Nur sind leider
Defizite im Spannungsaufbau vorhanden. Überhaupt fehlt insgesamt der Spannungsbogen, der den Zuschauer
bei der Stange hält.
Außerdem sei die Frage gestattet: Wenn man sich schon an die Bond-Filme anlehnt und außerdem
Schauplätze in Italien bzw. am Meer zu bieten hat, warum dreht man dann nicht in Farbe sondern in Schwarzweiß?
Aber das war Artur Brauner, der ja als Pfennigfuchser bekannt war, wohl zu teuer.
Trotzdem bietet der Film ordentliche Unterhaltung und die Musik von Carlos Diernhammer verdient
auch eine positive Erwähnung.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 23.01.2013 17:02 
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Ich fand den Film sehr erfrischend. Mag die Reihe sehr, da sie sich trotz nur 6 Filmen praktisch mehrmals neu erfunden hat.
Man bekommt hier vom Altmeister des dt. Krimis Fritz Lang, über einen Routineregisseur des Genres wie Harald Reinl bis hin zu dieser abgefahrenen Variation des ehemaligen Hollywood-Regisseurs Hugo Fregonese echt viel geboten.
Dazu die erlesene Darstellerauswahl (Fröbe, van Eyck, Hasse etc.pp.) und trotz Mabuse relativ abwechslungsreiche Stories und Stile (nicht nur im Sinne der Regie sondern auch im Sinne der Auslegung des Genres durch die Story).

Übrigens:

SELBSTVERSTÄNDLICH ist "Dr. M schlägt zu" kein Teil der Reihe, obwohl er sogar von Constantin verliehen wurde.
Logischerweise fehlt er deswegen auch in der Box. :geek:
Dieser dann 7. Mabuse war genau wie auch der 7. Kommissar X-Film eine Neuausrichtung der Thematik. Aber wir wollen das besser nicht nochmal vertiefen...^^ :mrgreen:

_________________
"Wenn du mit mir sprechen willst, ruf die Nummer 6-6-6 an."
Luc Merenda in "A Man Called Magnum" zu einer minderjährigen weiblichen Zeugin von vielleicht 13 Jahren, nachdem diese ihm vorher einen Kuss auf die Wange gedrückt hat, nur weil er ihre Bilder lobte... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 23.01.2013 17:20 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
Ich fand den Film sehr erfrischend. Mag die Reihe sehr, da sie sich trotz nur 6 Filmen praktisch mehrmals neu erfunden hat.
Man bekommt hier vom Altmeister des dt. Krimis Fritz Lang, über einen Routineregisseur des Genres wie Harald Reinl bis hin zu dieser abgefahrenen Variation des ehemaligen Hollywood-Regisseurs Hugo Fregonese echt viel geboten.
Dazu die erlesene Darstellerauswahl (Fröbe, van Eyck, Hasse etc.pp.) und trotz Mabuse relativ abwechslungsreiche Stories und Stile (nicht nur im Sinne der Regie sondern auch im Sinne der Auslegung des Genres durch die Story).

Übrigens:

SELBSTVERSTÄNDLICH ist "Dr. M schlägt zu" kein Teil der Reihe, obwohl er sogar von Constantin verliehen wurde.
Logischerweise fehlt er deswegen auch in der Box. :geek:
Dieser dann 7. Mabuse war genau wie auch der 7. Kommissar X-Film eine Neuausrichtung der Thematik. Aber wir wollen das besser nicht nochmal vertiefen...^^ :mrgreen:



Bei Dr.M gebe ich dir recht, bei Kommissar Teil 7 nicht.

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Suche "Maigret und sein gößter Fall" Regie: Alfred Wiedenmann. DVD von 3L


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 23.01.2013 19:04 
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Hier ist es natürlich offensichtlicher, da der Abstand zum vorherigen Film recht groß war und es sich außerdem um einen Farbfilm, noch dazu von einem Trash-Regisseur, handelt. Ich bleibe aber trotzdem dabei, dass man sich bei "KX" von dem kurzen Abstand und dem identischen Produzenten nicht darüber hinweg blenden lassen sollte, dass ALLES andere so gut wie nichts mit den vorherigen sechs Filmen zu tun hat.

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Luc Merenda in "A Man Called Magnum" zu einer minderjährigen weiblichen Zeugin von vielleicht 13 Jahren, nachdem diese ihm vorher einen Kuss auf die Wange gedrückt hat, nur weil er ihre Bilder lobte... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 23.01.2013 19:37 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
SELBSTVERSTÄNDLICH ist "Dr. M schlägt zu" kein Teil der Reihe, obwohl er sogar von Constantin verliehen wurde.


Das wäre mit neu - der ist doch in den deutschen Kinos gar nicht gelaufen. Gibt doch auch keinerlei dt. Kinomaterial zu dem Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 23.01.2013 22:43 
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Auf jeden Fall war Brauner irgendwie an der Produktion beteiligt und bei Brauner lief das ja (im Gegensatz zu Theo Maria Werner) auch immer alles über denselben Verein. Brauner dürfte auch dafür gesorgt haben, dass der Film hier nach Deutschland kam (der Film hat ja auch eine alte Synchro - ob er nun im Kino lief oder nicht).

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BeitragVerfasst: 23.01.2013 23:40 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
Auf jeden Fall war Brauner irgendwie an der Produktion beteiligt und bei Brauner lief das ja (im Gegensatz zu Theo Maria Werner) auch immer alles über denselben Verein. Brauner dürfte auch dafür gesorgt haben, dass der Film hier nach Deutschland kam (der Film hat ja auch eine alte Synchro - ob er nun im Kino lief oder nicht).


Ja klar, aber wie kommst du drauf, dass Constantin den Film ins Kino brachte?


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 24.01.2013 00:17 
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Von Kino war keine Rede. Ich habe nur gesagt, dass Constantin den Film hierzulande verliehen hat, womit ich, um noch genauer zu werden, "vertrieben hat" meinte.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 24.01.2013 14:07 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
Von Kino war keine Rede. Ich habe nur gesagt, dass Constantin den Film hierzulande verliehen hat, womit ich, um noch genauer zu werden, "vertrieben hat" meinte.


Wenn Constantin den Film "vertrieben hat", dann im Kino. Was anderes kommt bei Constantin doch überhaput nicht in Frage. :mrgreen: ;)

Mich interessierte halt wie du auf Constantin Film kommst. Ich dachte du hast da evtl. irgendeine Quelle. Wäre immerhin denkbar, dass er von Constantin mal für einen Kinostart vorgesehen war.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 24.01.2013 14:09 
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Selbst auf ganz biederen Standardseiten wie imdb und Wikipedia, werden Constantin und Brauner mit dem Film zusammengebracht.
Schau dir z.B. mal die Liste der beteiligten Firmen auf imdb an.

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BeitragVerfasst: 24.01.2013 19:21 
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Brauner ist ja klar. Der hat den Film über sein CCC-Unterlabel Telecine co-produziert, aber Constantin Film finde ich dort nicht.

Ist aber egal, selbst wenn Constantin dort erwähnt würde, sagt das nichts weiter aus. Da kann ja in Prinzip jeder eintragen was er will.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 24.01.2013 19:37 
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Hab auch mal nachgeschaut und weder bei imdb noch bei Wikipedia irgendeinen Hinweis
auf "Constantin" gefunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 24.01.2013 22:47 
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Das würde mich auch interessieren. Den einzigen Hinweis, dass der Streifen in Deutschland überhaupt im deutschen Kino gelaufen sein könnte, habe ich seinerzeit im Mabuse Filmbuch von Peter Osteried aus dem MPW Verlag gefunden. Dort schreibt er: "Der Film hatte ursprünglich eine Laufzeit von 88 Minuten und sollte in Deutschland den Titel "Der Mann, der sich Mabuse nannte" tragen. Der Streifen lief am 26. Dezember 1972 in Berliner Kinos, verschwand aber schnell wieder und tauchte dann in der 13 Minuten kürzeren Fassung im Fernsehen wieder auf."

Eine "Kinosynchro" ist ja eigentlich auch nur ein Hinweis auf eine, aber kein Beweis für eine Kinoauswertung. Der CCC Film "Orgie des Todes" (lief übrigens mal auf RTL unter dem scheinbar ursprünglich anvisierten Titel "Phantom im Mädchenpensionat") lief meines Wissens auch nie im Kino und wurde erst zig Jahre später bei UFA auf Video "uraufgeführt".


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 25.01.2013 02:30 
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Sorry, hier gab es eine leichte Verwechslung.

Die imdb nennt Brauners C-C-C und die meinte ich auch.
Habe da vor lauter C's was vermischt, was nicht vermischt gehört.

Da die ursprüngliche Reihe ja auch von der C-C-C und nicht von "Constantin" war, macht mein Posting ja aber auch überhaupt nur so Sinn, denn OBWOHL auch "Dr. M schlägt zu" unter derselben deutschen Firma, nämlich C-C-C, lief, gehört er eben nicht zur Reihe.

Wenn "Dr. M schlägt zu" unter Constantin gelaufen wäre, wäre es ja nur umso logischer und offensichtlicher, dass der 7. Film nicht zur Reihe gehört und insofern irrelevant.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE - Hugo Fregonese
BeitragVerfasst: 25.08.2015 10:55 
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Peter van Eyck   O.E. Hasse   in

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● DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE / LES RAYONS DE LA MORT DU DOCTEUR MABUSE / I RAGGI MORTALI DEL DR. MABUSE (D|F|I|1964)
mit Walter Rilla, Valéry Inkijinoff, Ernst Schröder, Claudio Gora, Dieter Eppler, Gustavo Rojo, Robert Beatty sowie Rika Dialina und Yvonne Furneaux
als Gäste Leo Genn und Yôko Tani
eine Gemeinschaftsproduktion der CCC Filmkunst | Franco London Films | Critérion Film | Serena Film | Anglo Italia Film | im Verleih der Gloria
ein Film von Hugo Fregonese


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»Ich war es nicht. Es war Mabuse. Er benutzte mein Gehirn!«


Major Anders (Peter van Eyck) erhält den Auftrag, Professor Pohland (Walter Rilla) zu verhören, von dem Dr. Mabuse einst Besitz ergriffen hatte. Nach dessen Schreckensherrschaft leidet der Professor an Wahnvorstellungen, doch Major Anders ist sich sicher, dass er noch entscheidende Hinweise liefern könnte. Gerade als Pohland anfängt zu sprechen, und das Wort »Todesstrahlen« stammelt, verschwindet dieser spurlos. Anhand dieses Ansatzpunktes reist Major Anders nach Malta, da dort der bekannte Wissenschaftler Professor Larsen (O. E. Hasse) eben genau an dieser Erfindung arbeitet, einem Spiegel, der jeden beliebigen Ort auf der Erde zerstören könnte. Man vermutet Spionageaktivitäten und befürchtet, dass die Erfindung in die falschen Hände geraten könnte. Oder lebt Dr. Mabuse tatsächlich noch und greift in seinem Wahnsinn erneut nach der Weltherrschaft..?

Mit "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" erlebte die erfolgreiche Reihe vor Artur Brauners CCC Filmkunst ihr Ende, obwohl noch weitere Fortsetzungen geplant waren, und in diesem, von Hugo Fregonese inszenierten sechsten Teil, muss man sich als Zuschauer schon auf diverse Abweichungen und Neuerungen einstellen, die seinerzeit, und überhaupt sehr verhalten aufgenommen wurden. Bei genauer Betrachtung handelt es sich allerdings um einen sehr gelungenen Spionage-Krimi, der in den Bereichen Ausstattung und Besetzung weitaus mehr zu bieten hat, als mancher der zuvor ins Rennen geschickten "Mabuse"-Konkurrenz, jedoch gibt es in diesem Abschlussbeitrag zahlreiche Anpassungsschwierigkeiten, denen man innerhalb der laufenden Reihe offensichtlich nicht vergeben wollte. Zum Kinostart wurde der Spielfilm noch recht positiv aufgenommen, das Anfangsgeschäft wurde als passabel beschrieben, doch wenig später kam bereits der Einbruch. Das Kino-Publikum konnte der Produktion offensichtlich eines nicht verzeihen, nämlich dass es sich um einen "Mabuse" ohne die diabolische Titelfigur handelte. Obwohl Wolfgang Preiss im Vorspann bei den größeren Nebenrollen eine namentliche Nennung zugedacht wurde, wartet man auf seinen Auftritt über den gesamten Verlauf leider vergeblich. Es gab schon zahlreiche Filme, die sich den Vorwurf von »Etikettenschwindel« anhören mussten, und dabei rückte die jeweilige Betrachtung des Ergebnisses oftmals pauschal in den Hintergrund. Hier sind mehrere wohlwollende Blicke jedoch durchaus angebracht, denn die Produktion transportiert neben seinem alternativen Charakter zahlreiche Berührungspunkte, und bleibt deshalb der persönliche Geheimtipp der Reihe. Fregonese setzt auf eine neue, anders aufgebaute Atmosphäre und verbindet nur noch recht wenige bekannte Plot-Fragmente mit seinem Spielfilm, um letztlich ein eigenständiges Konzept anzubieten.



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Die Besetzung baut nur noch wenige Brücken in die Vergangenheit, lediglich Peter van Eyck sieht man in seinem bereits dritten Auftritt, wie in jedem Teil allerdings in einer unterschiedlichen Rolle, Wolfgang Preiss schaffte es wie erwähnt nicht über eine Ankündigung hinaus, so dass nur noch Walter Rilla als Professor Pohland seinen Charakter weiterführen darf, allerdings auch nur in einem Kurzauftritt. Dies sollen nur Anmerkungen sein und keine Kritik, denn "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" vereint eine internationale Star-Besetzung, die im Serien-Kontext bis dahin beispiellos war. Die vielen, verschiedenen Nationen der Schauspieler zeigen eine internationale Orientierung am Markt, jedoch ging dieses Konzept leider nicht auf. Peter van Eyck als sympathischer und ebenso resoluter Held der Geschichte zeigt neben aller Routine mehr, als man es für "Mabuse"-Verhältnisse gewöhnt war, sein Widersacher Professor Larsen wird mit voller Spiellaune vom großartigen O. E. Hasse geformt. Überhaupt ist zu sagen, dass es in dieser Geschichte von Gegenspielern nur so wimmelt, jeder ist verdächtig, beinahe jedem wird kriminelles Potential unterstellt, was einen guten Whodunit-Effekt bahnt. Die Frage, wer der berüchtigte Verbrecher ist, beziehungsweise, von wem er dieses Mal Besitz ergriffen hat, wird leider unzureichend gelöst, da die Zusammenhänge nicht erklärt werden. Eher hat man rückwirkend den Eindruck, dass sich eine Verbrecherorganisation lediglich den furchteinflößenden Namen dienstbar gemacht hat. Daher wäre es tatsächlich ein Clou gewesen, Wolfgang Preiss erneut zu sehen, meinetwegen reinkarniert, oder wenigstens Professor Pohland bei relevanten Machenschaften. Dies alles geschieht hier jedoch nicht, so dass man sich darauf konzentrierte, so viele Verdächtige und unterschiedliche Interessengemeinschaften wie möglich aufzubauen, die Verwirrung stiften, und Brutalität verbreiten sollten.

Nichtsdestotrotz, der Zuschauer wird in diesem Zusammenhang mit sehr ansprechenden Leistungen von beispielsweise Leo Genn, Valéry Inkijinoff, Claudio Gora, Yôko Tani und Yvonne Furneaux belohnt, in der Riege der Besetzung findet man so gut wie keine signifikanten Schwächen. Der Vorwurf, dass man solche in der Dramaturgie und der Inszenierung an sich aufspüren kann, muss sich der Film sicherlich stellenweise gefallen lassen. Über allem steht, dass das Haupt-Thema zu sehr aufgeweicht wurde, Major Anders nennt seinen Gegenspieler, den schwarzen Schatten, einfach "Dr. Mabuse", ohne dass handfeste Beweise auf dem Tisch liegen. Des Weiteren ist man als Zuschauer zu intensiv damit beschäftigt, die Motivation einzelner Personen herauszufiltern, außerdem wirken derbe Schnitte im Verlauf nicht besonders förderlich beim Erzählfluss. Wie dem auch sei, die Vorzüge dieser Produktion sprechen eine unterhaltsame Sprache, und lassen sich in nahezu allen Bereichen ausfindig machen. Im Besonderen ist die bemerkenswerte musikalische Allianz von Carlos Diernhammer und Oskar Sala zu nennen, die dem Film ein besonderes Profil gibt, für Flair sorgen sowohl die Unterwasseraufnahmen, als auch die Einstellungen vor sommerlicher Kulisse, sowie viele düstere Szenen mit sprechendem Schatten in einem Beichtstuhl. Das Thema, dass der Superverbrecher erneut die Weltherrschaft mithilfe einer unvorstellbaren Erfindung erlangen will, wirkt eigentlich weniger überholt, als abwegig, aber das Verderben per Knopfdruck war schließlich immer schon ein beliebtes Mittel, um den geneigten Zuschauer zu beunruhigen. Am Ende ist alles aus, und das leider viel zu abrupt, jedoch ist das hastig inszenierte Finale auf der anderen Seite ein sehr atmosphärischer, und vor allem fantasievoller Coup geworden. Für viele Fans bleibt schließlich nur ein durchschnittlicher Krimi zurück, jedoch stellt "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" den persönlichen Geheimtipp der Reihe dar. Warum? Ich weiß es nicht. Es war Mabuse. Er benutzte mein Gehirn!


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