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 Betreff des Beitrags: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 11:49 
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Frenzy


Großbritannien 1972
Regie Alfred Hitchcock


Bereits die ersten Aufnahmen aus einem Hubschrauber, der über die Themse Richtung Tower-Bridge fliegt, haben letztlich auch durch die musikalische Untermalung etwas von Rückkehr. Die Rückkehr nach England. Alfred Hitchcock verließ seine Heimat bereits vor vielen Jahren und stieg in Hollywood zu einem der größten Regisseure aller Zeiten auf. Für seinen letzten klassischen Thriller, wählte er London und die Pinewood Studios aus, besetzte den Film mit britischen Darstellern und spazierte leichtfüßig in die 70er. Erstmalig in einem seiner Filme gab es nackte Tatsachen und auch der Look des Films näherte sich dieser Filmepoche an. Der Hauptcharakter war nicht auf den ersten Blick symphatisch und traumhaft schöne Blondinen gab es ebenfalls nicht. Trotzdem erkennt man seine Handschrift recht schnell.
Sei es durch die Handlung, die wieder mal einen Unschuldigen durch das Drehbuch hetzt, oder aber durch viele Kameraeinstellungen und Fahrten. Spätestens aber bei seinem zynischen Humor, ist es unverkennbar der Altmeister.

Allerdings gibt es hier den graphisch heftigsten Mord seines Gesamtwerkes. Ein Mord der ohne Blut auskommt, dafür an seiner Intension und Nachhaltigkeit für immer im Gedächtnis bleibt. Zumindest haben mich die Bilder nach meiner Erstsichtung im Kindesalter nicht mehr losgelassen.
Ebenso fantastisch ist der zweite Mord, der nur in der Phantasie des Zuschauers stattfindet, da sich die Kamera dezent zurückzieht.
Der Spannungspegel ist ungemein hoch, die Locations sind dreckig und auch das gesamte charakterliche Umfeld hat nichts mehr mit Hochglanz zu tun. Hitchcock wie man ihn selten gesehen hat, weshalb der Film auch nicht nur Freunde fand. Ich persönlich schätze ihn ungemein, da ich zum Einen den Regisseur verehre, aber zum Anderen auch die Thriller der 70er mag. Die Mischung sitzt hier jedenfalls perfekt.

Wie bei Hitchcock fast üblich, entlarvt er den wirklichen Mörder schon sehr früh für den Zuschauer. Allerdings äußerst eindringlich und wirklich krass in seiner Art und Weise. Gerade als man einen vermeintlichen Symphatieträger ausgemacht hatte. Suspense in Reinform.

Allerdings wurde dem Film Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. In der Tat kommt das weibliche Geschlecht in "Frenzy" nicht sonderlich gut weg. Entweder sind es Opfer des Serienkillers oder keifende alte Hexen. In der Tat gibt es nicht eine Frau im Film, die man uneingeschränkt ins Herz schließen könnte. Selbst die Frau des Polizisten ist nur dafür da, um ihren Mann mit kulinarischen Ergüssen zu quälen.
Die Männerwelt kommt aber auch nicht sonderlich gut weg, da hier ebenfalls nicht gerade strahlende Helden am Werk sind, aber dennoch erwischt man sich, das man sogar dem Serienkiller ab und an die Daumen drückt. Geschickter Schachzug!

"Frenzy" gehört in jedem Fall zu den Filmen, die man als Thrillerfreund gesehen haben sollte. Als Fan von Hitchcock sowieso!


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 Betreff des Beitrags: Re: Frenzy - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 11:52 
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Frenzy ist definitiv ein sehr guter Film, der in jede gut sortierte Sammlung gehört.

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 12:01 
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8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 12:04 
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Frenzy (Großbritanninen 1972, Originaltitel: Frenzy)

In London treibt ein sexuell perverser Serienkiller sein Unwesen, welcher seine Opfer vergewaltigt und mit einer Krawatte erdrosselt. Als es auch die geschiedene Frau von Richard Blaney (John Finch) erwischt, gerät dieser unter Verdacht, wird von der Sekretärin des Opfers schwer belastet. Zu allem Überfluss hatte sich Blaney am Vortag mit seiner Ex getroffen, dabei geriet das ehemalige Paar unter Zeugen gleich mehrfach aneinander. Blaney entzieht sich dem Zugriff der Polizei, findet vorübergehend Unterschlupf bei einem alten Kameraden, den er noch aus seiner Zeit beim Militär kennt. Babs (Anna Massey) -die aktuelle Freundin Blaneys- glaubt dem Gejagten zwar, gerät jedoch bald selbst in grosse Gefahr. Chief Inspector Oxford (Alec McCowen) ermittelt, ein cleverer Bursche, doch zunächst ist der erfahrere Kriminalist der falschen Person auf der Spur, die Indizien belasten Blaney mit allem Nachdruck...

Alfred Hitchcock inszenierte sein vorletztes Werk "Frenzy" in England -seiner Heimat, in der seine Karrie begann- nachdem er viele Jahre in den USA tätig war. Mit "Frenzy" präsentiert der Altmeister einen erstklassigen Thriller, der den Zuschauer bis zur letzten Sekunde fesseln kann, mit Wonne suhlt sich das Treiben in schwarzem Humor der besten Sorte. Dabei geht es hier nicht das Erkennen des Killers -der wird sehr früh enttarnt- sondern die Verzweiflung eines unschuldig Gejagten, der dem wahren Mörder näher ist als er zunächst glaubt. Sämtliche Darsteller machen ihren Job sehr gut, besonders Barry Forster kann durch seine widerwärtige, abstossende Art überzeugen. John Finch nimmt man die zunehmende Verzweiflung jederzeit ab, ganz herrlich kommt Alec McCowen als leitender Ermittler rüber. Der gute Mann wird von seiner Gattin drangsaliert. Diese widmet ihre "Kochkünste" der französischen Küche, sehr zum Leidwesen ihres Angetrauten, dem zunehmend der Magen knurrt. ... und immer wieder düsterer Humor, man betrachte die Szene "Killer und Opfer im Kartoffeltransporter", glücklicherweise verfällt Hitchcock aber zu keiner Zeit in dümmlichen Klamauk.

Während der Dreharbeiten war Alfred Hitchcock bereits über 70 Jahre jung, doch "Frenzy" wirkt nie wie ein mildes -oder gar müdes- Alterswerk. Ganz im Gegenteil, der Flick kommt für seine Zeit sehr modern daher. Teils rauhe Sprache und harsche Gewalt (der "Hauptmord" würde sich auch in jedem Giallo eine gute Figur machen). Hitchcock hat den Giallo nachhaltig beeinflusst, vielleicht hat er sich nun seinerseits von diesem wundervollen Genre inspirieren lassen. Starke Schauspieler, toll ausgewähle Locations, stimmige Atmosphäre. Selbstverständlich hat der Meister wieder einen Kurzauftritt, diesmal ist er kaum zu übersehen. In Deutschland wurde der Film in diversen Ausführungen veröffentlicht. Mir liegt eine gewisse "Hitchcock Collection" vor, die ferner "Der zerrissene Vorhang" und "Saboteure" enthält.

Überragender Stoff des Altmeisters = 9/10

Lieblingszitat:

"...ganz abgesehen davon, dass er mehr an deinen Titten zupft, als dass er Bier zapft!"


Leider im falschen Unterforum eingestellt.

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 13:17 
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Neben "Das Fenster zum Hof " und "Psycho"
auch mein Fave vom Meister, nicht zuletzt
wegen der doch sehr ungewöhnlichen "Härte"
des Streifens, die man bis dahin überhaupt nicht
in einem Hitchcock Film erwartete


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 19:07 
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Was geht hier vor? Nun wurde der Streifen zwar aus dem unpassenden Horrorforum entfernt, aber im Quarkhaus hat er noch weniger zu suchen.

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 19:10 
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Muss man hier denn alles selber machen... mann, mann, mann..... :twisted: :roll: :ugeek:

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 19:11 
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Geht doch. Vielen Dank!

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 31.12.2012 19:29 
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Frenzy im Action, Crime & Eurospy Forum??? :| Was geht denn hier ab? :P Da war Horror ja noch besser...

Auch einer meiner Lieblings-Hitchcocks. Landet so regelmäßig wie kein anderer im Player. Nach den Versuchen Ende der 60er mit zeitpolitischen Themen seinem neuen Auteur-Ruf gerecht zu werden, hatte Hitch mit Frenzy wieder zu seinem ureigenen Stil zurückgefunden. Parallelen zu seinen englischen Frühwerken gibt es reichlich dazu viel schwarzen Humor.

dicke 9,8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 01.01.2013 12:25 
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Erstklassiger Thriller vom Meister und somit Pflichtprogramm für Genrefreunde und Cineasten gleichermaßen. Auch wenn er bisweilen etwas garstig ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 02.01.2013 10:32 
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Mein persönlicher Lieblingsfilm von Hitchcock, nicht zuletzt wegen der rauhen und kernigen Schauplätze und Charaktere, im Gegensatz zu den manchmal unangenehm pomadigen und geschniegelten US-Produktionen.

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 02.01.2013 11:04 
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Definitiv fällt dieser " Hitch " komplett aus der Reihe seiner sonstigen Filme.
Etwas weit hergeholt hat er etwas von einem Giallo mit einer kleinen Portion schwarzen Humor.

8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 02.01.2013 14:02 
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Vincent cushing hat geschrieben:
... mit einer kleinen Portion schwarzen Humor.


Wie meinen? Das Ding haut eine Megadosis tiefschwarzen Humor raus, sehr geehrter Herr Cushing! ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 02.01.2013 19:38 
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Vincent cushing hat geschrieben:
Definitiv fällt dieser " Hitch " komplett aus der Reihe seiner sonstigen Filme.


Auf den ersten Blick gebe ich dir Recht, was eben am Look der 70er liegt. Bei näherer Betrachtung ist es dann wieder fast ein typischer Hitchcock. Ein unschuldiger auf der Flucht, tiefschwarzer Humor, sein Cameo, Suspense statt Surprise. Also die Zutaten die in sehr vielen seiner Filme zu finden sind. Nur der Straßenlook und die Darstellerwahl fällt hier für mich aus der Reihe.


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 02.01.2013 20:28 
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Sicher ein guter Film von Hitch, jedoch an seine Meisterwerke: Shadow of a Doubt und Psycho kommt er nicht heran !!

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 02.01.2013 20:48 
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Tian1806 hat geschrieben:
Sicher ein guter Film von Hitch, jedoch an seine Meisterwerke: Shadow of a Doubt und Psycho kommt er nicht heran !!



Die beiden Genannten und auch noch ein paar mehr finde ich ebenfalls einen Tick stärker.


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 02.01.2013 20:53 
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Ich bin jetzt kein großer Hichcock-Fan, aber Frenzy fand ich richtig klasse. Den Film muss ich mir unbedingt mal wieder ansehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 03.01.2013 15:48 
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deadlyfriend hat geschrieben:
Tian1806 hat geschrieben:
Sicher ein guter Film von Hitch, jedoch an seine Meisterwerke: Shadow of a Doubt und Psycho kommt er nicht heran !!



Die beiden Genannten und auch noch ein paar mehr finde ich ebenfalls einen Tick stärker.


Natürlich................diese sollte man aber auch nicht vergleichen.
Für mich zwei Welten von Filmen ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 03.01.2013 17:45 
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Vincent cushing hat geschrieben:
Für mich zwei Welten von Filmen

Inwiefern?

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 04.01.2013 07:44 
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Adalmar hat geschrieben:
Vincent cushing hat geschrieben:
Für mich zwei Welten von Filmen

Inwiefern?


PSYCHO = kultiger S/W HORROR/Thriller/Grusler mit wunderbarer Atmo. Alleine schon Perkins ist hier unvergleichlich.
9,5/10
Frenzy = wenig bekannter 70er Jahre Spätfilm von " Hitch " in Farbe. Ist für mich halt ein einfacher Thriller.
Natürlich kein schlechter, der vor allem mit seinem schwarzen Humor besticht. Im großen und ganzen aber einfach gestrickt.
7/10


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 04.01.2013 11:56 
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Ich weiß nicht, inwiefern Frenzy "einfacher gestrickt" sein sollte als Psycho. Allein was die Kamerafahrt auf und über die Straße während
des nicht gezeigten Mordes an Babs

angeht, das ist doch ein filmhandwerkliches Kabinettstück. Auch wenn so was wie der Duschmord aus Psycho mit seinen unzähligen Schnitten spektakulärer und wilder geraten sein mag, spielen die beiden Filme technisch meiner Ansicht nach mindestens in einer Liga.

Was die Darsteller angeht, finde ich die Besetzung von Frenzy insgesamt gesehen auch überzeugender.

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 05.01.2013 22:10 
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Auch ein sehr unterschätzter Hitchcok:
"Familiengrab"


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 07.01.2013 18:08 
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Adalmar hat geschrieben:
Ich weiß nicht, inwiefern Frenzy "einfacher gestrickt" sein sollte als Psycho. Allein was die Kamerafahrt auf und über die Straße während
des nicht gezeigten Mordes an Babs

angeht, das ist doch ein filmhandwerkliches Kabinettstück. Auch ;) wenn so was wie der Duschmord aus Psycho mit seinen unzähligen Schnitten spektakulärer und wilder geraten sein mag, spielen die beiden Filme technisch meiner Ansicht nach mindestens in einer Liga.

Was die Darsteller angeht, finde ich die Besetzung von Frenzy insgesamt gesehen auch überzeugender.


Lieber Adalmar, " FRENZY " ist technisch natürlich erste Sahne.
Finde nur die Story ist für einen " Hitch " zu einfach gestrickt.
Der Mörder ist z.B. gleich am Anfang bekannt. Würde der Film nicht mit tiefschwarzem Humor aufwarten
wäre er ein ziemlich gewöhnlicher Krimi mit einer Portion Giallo und Wallace. Für mich aber trotzdem ein
unentbehrlicher Streifen.
Das ist nur meine Meinung ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 07.01.2013 18:37 
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Vincent cushing hat geschrieben:
Lieber Adalmar, " FRENZY " ist technisch natürlich erste Sahne.
Finde nur die Story ist für einen " Hitch " zu einfach gestrickt.
Der Mörder ist z.B. gleich am Anfang bekannt. Würde der Film nicht mit tiefschwarzem Humor aufwarten
wäre er ein ziemlich gewöhnlicher Krimi mit einer Portion Giallo und Wallace. Für mich aber trotzdem ein
unentbehrlicher Streifen.
Das ist nur meine Meinung ;)

*räusper* Dass der Mörder bekannt ist, hebt den Film ja gerade von einem gewöhnlichen Krimi ab. ;) Bei einem Krimi (im Englischen "Whodunit") geht es gerade darum, die Frage zu klären, wer der Mörder ist. Ein Thriller hingegen, bezieht seine Spannung aus Situationen, die der Zuschauer mit dem Protagonist als Identifikationsfigur durchlebt. Hitchcock hat es immer gemieden, Whodunits zu drehen, sondern hat fast ausschließlich Thriller gedreht. Mörder waren bei Hitchcock immer bekannt (einzige Ausnahmen: Stagefright und Murder). Daher sind seine Filme mit Wallace oder Christie-Verfilmungen überhaupt nicht vergleichbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 26.01.2013 14:11 
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Vision-Thing hat geschrieben:
Vincent cushing hat geschrieben:
Lieber Adalmar, " FRENZY " ist technisch natürlich erste Sahne.
Finde nur die Story ist für einen " Hitch " zu einfach gestrickt.
Der Mörder ist z.B. gleich am Anfang bekannt. Würde der Film nicht mit tiefschwarzem Humor aufwarten
wäre er ein ziemlich gewöhnlicher Krimi mit einer Portion Giallo und Wallace. Für mich aber trotzdem ein
unentbehrlicher Streifen.
Das ist nur meine Meinung ;)

*räusper* Dass der Mörder bekannt ist, hebt den Film ja gerade von einem gewöhnlichen Krimi ab. ;) Bei einem Krimi (im Englischen "Whodunit") geht es gerade darum, die Frage zu klären, wer der Mörder ist. Ein Thriller hingegen, bezieht seine Spannung aus Situationen, die der Zuschauer mit dem Protagonist als Identifikationsfigur durchlebt. Hitchcock hat es immer gemieden, Whodunits zu drehen, sondern hat fast ausschließlich Thriller gedreht. Mörder waren bei Hitchcock immer bekannt (einzige Ausnahmen: Stagefright und Murder). Daher sind seine Filme mit Wallace oder Christie-Verfilmungen überhaupt nicht vergleichbar.


Es stimmt zwar daß Hitchcock nicht so viel von Whodunits hielt, und tatsächlich wird in sehr vielen Hitchcocks die Identität des Täters schon sehr früh enthüllt, das hat ihn aber trotzdem nicht davon abgehalten, wenn er es für richtig hielt, einen zu drehen.
Weitere Whodunits wären z.b. Psycho oder to Catch a Thief.

Aber generell wird auch in Thrillern wird die vermeintlich große Überraschung meist bis zum Ende aufgespart. Jedenfalls lassen sich so nicht Krimis von Thrilern unterscheiden.


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 27.01.2013 11:17 
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Stanton hat geschrieben:
Aber generell wird auch in Thrillern wird die vermeintlich große Überraschung meist bis zum Ende aufgespart. Jedenfalls lassen sich so nicht Krimis von Thrilern unterscheiden.


Die Überraschung am Ende eines Thriller aber nicht die Klärung "Wer ist der Täter". Eher die Frage, "Wie wird die Geschichte ausgehen?". Die Unterscheidung zwischen Krimi und Thriller geht nach allgemeiner Auffassung schon in diese Richtung. Beim Krimi muss es nicht zwingend um Mord gehen, aber die Klärung eines bereits geschehenen Vorfalls steht im Mittelpunkt, während es beim Thriller meistens eher darum geht, etwas nicht geschehen zu lassen bzw. den Widersacher nicht gewinnen zu lassen und der Zuschauer soll mit dem Protagonisten mitfiebern.

Bei Psycho geht es auch weniger darum, den Täter zu finden, denn man ahnt ja eigentlich früh genug, dass es Norman Bates ist. Gerade Psycho ist der Inbegriff des Psychothrillers und kein Krimi/Whodunit.


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 27.01.2013 12:53 
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Psycho ist sicherlich weit mehr als nur ein Whodunit, trotzdem wird der Täter erst am Schluß enttarnt. Trotzdem funktioniert er auch als Whodunit. Ob man das geahnt hat oder nicht ist dafür nicht relevant. Das langweiiige an den Whodunits ist je gerade das man als halbwegs erfahrener Zuschauer/Leser ja fast immer schon lange im Voraus weiß wer der Täter ist. Und das immer versucht wird es als Überraschung zu präsentieren, die aber selten eine ist. Bei Psycho wußte ich es nicht beim 1. Mal (da war ich aber noch sehr jung), und ich behaupte daß das der größere Teil des Publikums auch nicht schon vorher weiß, daß also hier die Überraschung ausnahmsweise wirklich eine ist.

Es gibt halt fast keinen Whodunit wo einer der Verdächtigen der Täter ist, es muß immer der scheinbar Unverdächtige sein. In Le Carres Tinkler, Tailor, Soldier, Spy gibt es als Ausnahme 4 Verdächtige die der gesuchte Verräter sein könnten, und tatsächlich einer der 4 ist es auch. Aber das ist wirklich selten.

Und ich denke doch daß sehr viele Thriller auch erst am Ende mit der Auflösung kommen, daß es den meisten Thrillern auch immer so wahnsinnig wichtig ist am Ende noch die große vermeintliche Überraschung zu präsentieren. Das beispielsweise der bis dato als Freund angesehene Bekannte in Wahrheit hinter allem steckt.
Oder wie in The Usual Suspects. Es war vollkommen klar was da am Ende kommt, und ich dachte nur als "Bitte nicht Er, jeder andere, aber nicht ER", aber, glasklar es war ER. Hat mir den Film versaut. Solche dummen Enden hat Hitchcock immer vermieden.


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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 06.03.2014 23:04 
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Alternativer Titel: Frenzy
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
Produktion: Alfred Hitchcock
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Anthony Shaffer
Kamera: Gilbert Taylor, Leonard J. South
Schnitt: John Jympson
Musik: Ron Goodwin
Länge: ca. 116 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller:

Jon Finch: Richard Blaney
Barry Foster: Bob Rusk
Barbara Leigh-Hunt: Brenda Blaney
Anna Massey: Babs Milligan
Alec McCowen: Chief Inspector Oxford
Vivien Merchant: Mrs. Oxford
Billie Whitelaw: Hetty Porter
Clive Swift: Johnny Porter
Bernard Cribbins: Felix Forsythe
Elsie Randolph: Gladys
John Boxer: Sir George
Jean Marsh: Monica Barling
Michael Bates: Sergeant Spearman




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In London geht Serienkiller um der seine Opfer mit einer Krawatte erdrosselt. Als Brenda Blaney dem Mörder zum Opfer fällt verdächtigt man deren Ex-Ehemann Richard. Scotland Yard ist somit auf der Suche nach einem Wahnsinnigen, doch ist Blaney wirklich der Mörder?

Alfred Hitchcocks Trip nach London ließ einen sehr guten Film über die Suche nach einem Serienmörder resultieren, welcher sich in Anbetracht seines Produktionslandes auch mit dessen Humor nicht zurück hält. Es wird demnach eine Reise die vom schwarzen Humor sprich dem Makabren begleitet wird.

„Frency“ beginnt mit Bildern von London. Die Tower-Bridge und die wissbegierige Touristenschaft machen die Themse, auf der nur fünf Jahre später die Sex Pistols ihre spezielle Huldigung an die Queen aussprachen zu einem durch die Saat des Bösen fließenden Gewässer. London wird vom Krawattenmörder heimgesucht und der redeselige Passant spart sich natürlich nicht den Hinweis auf Jack the Ripper als eine Leiche aus der Themse gefischt wird. Hitchcocks Schauplatz: London erfährt des Öfteren die Spitzen des bissigen Humors und lässt die Kritik an landeseigenen Küchen, sowie die Psychostudien am Tresen zu kleinen filmischen Bestandteilen werden.

Frencys Dreigestirn: Jon Finch als Richard Blaney, Barry Foster als Bob Rusk und Alec McCowen als Chief Inspector Oxford wird ausführlich vorgestellt und man ist auf das anstehende Thema bestens vorbereitet. Die Suche nach dem Mörder mag dem Chief Inspector Einiges abverlangen, der Zuschauer hingegen ist nach ca. 25 Minuten im Bilde und über Alles informiert. Dieses ist kein Nachteil, da die Inszenierung genug Weiteres anzubieten hat um einem spannenden Hitchcock-Abend gerecht zu werden. Innerhalb des angesprochenen Hauptdarsteller-Trios machen die Beteiligten einen sehr guten Eindruck. Jon Finch kann den direkten Vergleich zwar knapp für sich entscheiden, jedoch sind seine Kontrahenten stets auf der Höhe. Gerade der schwierigste Part innerhalb der genannten Charaktere, nämlich der von Chief Inspector Oxford bietet eine herrliche Ansammlung von schwarzen Humorspitzen.

Was an „Frency“ besonders auffällt ist die detaillierte Darstellung des ersten (für den Zuschauer) Mords. Die Kamera hält drauf und es gibt sehr viele Nahaufnahmen. Der Akt des Tötens wird hier bewusst verdeutlicht um dem Zuschauer ein benötigtes Einfindungsvermögen zu geben. Er weiß danach, dass dieser Mörder von einem extremen Trieb besessen ist und dieses lässt den Zuschauer Böses erahnen. Weiterhin bietet der Film einiges an nackter Haut, was sehr ungewöhnlich für einen Hitchcock ist.

Nachdem sich „Frency“ in Folge von Mord und Mördersuche immer wieder ein wenig beruhigt und dem Makabren frönt, so geht es im letzten Drittel richtig zur Sache, denn dann ist fesselnde Suspence garantiert.

8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 07.03.2014 14:22 
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Ich würde ihm sogar eine 9 geben - eine meiner liebsten Hitchcocks. Bitter, spannend, perfide. Und irgendwie sehr englisch.

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 Betreff des Beitrags: Re: FRENZY - Alfred Hitchcock
BeitragVerfasst: 07.03.2014 20:32 
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