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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 16:15 
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Originaltitel: New York chiama Superdrago

Erscheinungsjahr: 1966

Regie: Giorgio Ferroni

Darsteller: Ray Danton, Margaret Lee, Jess Hahn, Marisa Mell, Carlo D'Angelo, Adriana Ambesi, Pinkas Braun, Marco Guglielmi, Solvi Stubing, Gérard Herter, Jacques Herlin, Carlo Hinterman

Bei Kessler klingt der mal wieder nach grossem Spass:
Zitat:
Wer sich einen Giorgio-Ferroni-Film ausleiht, der tut für gewöhnlich ganz gut daran, denn der dokumentargeschulte Mann lieferte meist Beachtliches. Seine Sandalenfilme gehören etwa zu den besten ihrer Art; die Western machen Spaß; und die beiden Horrorfilme (DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN und NIGHT OF THE DEVILS) bescheren dem Betrachter eine Latte, auf der sieben Raben Platz haben. Was war von diesem Regisseur im Agenten-Genre zu erwarten?
Die Antwort gibt NEW YORK CHIAMA SUPERDRAGO (HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE, 1966), in dem der amerikanische Toughie-Darsteller Ray Danton auf die Pudelquaste drückt. In der ersten Szene dieses vielleicht besten KONVENTIONELLEN Agentenfilmes aus Italien betritt eine Lady in Pink den Garten eines Mannes, der yogarös verrenkt neben dem Swimmingpool ruht. Sie greift zu einem gelegen daliegenden Dolch und piekst den Mann in die Seite. Geheimagent Brian Cooper kriegt aber nichts mit, denn er logiert auf einem fremden Planeten. Erst als sie sein Metronom abstellt, erwacht Ray aus dem Tiefschlaf. Seine Freundin Gabi - Agentin wie er - teilt ihm mit, daß bereits zwei Kollegen dabei ums Leben gekommen sind, als sie versuchten, hinter das Geheimnis einer Schule in Michigan zu kommen. Dort nämlich tragen sich scheußliche Dinge zu: Herzschläge, Depressionen, Schlägereien... Alles das, was in einer Großstadtschule zum Alltag gehört, aber in Michigan eher verärgert. Cooper findet es gar nicht toften, daß man ihn im Urlaub mit derlei Firlefanz behelligt, aber da einer der beiden toten Agenten ein Freund war, willigt er ein.
Die erste Spur führt in eine Bowlingbahn, wo junge Menschen zu wilden Rhythmen ausgelassen tanzen. Jacques Herlin verkauft Kaugummis an Jugendliche, die sich hernach die Rübe einschlagen. Ray will den Mann zur Rede stellen, hat aber nur noch dessen sterbliche Hülle in den Armen. Immerhin bekommt er heraus, daß die Drogen - denn ja, die Kaugummis sind verdrogt - in chinesischen Vasen aus Amsterdam eingeschmuggelt werden. Zusammen mit dem Knastologen Jess Hahn begibt sich Ray ins Land der tanzenden Tulpen und glücklichen Joints.
Als Kontaktperson stellt sich Marisa Mell heraus, die den Codenamen "Rembrandt 13" hat. (Ach ja, Rays "nome dell'arte" ist natürlich "Superdrago"; für einen nicht genannten Fußballtrainer slawischer Abstammung wäre das ein guter Spitzname gewesen!) Da ihm die taube Margaret Lee auf dem Dach nicht so lieb ist wie Marisas Spatz in der feuchten Patschehand, wird erstmal satt gebürstelt. Ein Millionär namens Lamasz (Lahmarsch?) steckt den Kopf zur Tür rein und möchte auch in den Fall verwickelt werden. Kann er haben: Er steht einer Verbrecherorganisation vor, die mit Hilfe einer neuen, nicht detektierbaren Droge "eine neue Ordnung, die alle glücklich macht" errichten will. Zu diesem Behufe hat man die Teenies im College als Versuchskaninchen mißbraucht. (Wozu sind Teenies sonst auch gut?) Bis Ray aber den Geheimbund gesprengt hat, vergehen viele muntere Minuten, in denen Ray u. a. in einen Sarg gesteckt und versenkt wird; ein Salon durch Zuführung harter Drogen zu einem Saloon wird; und Bösemännchen Marco Guglielmi auf seiner eigenen Stromfolter gebraten. Guglielmi (der ein ziemlich unglaubliches Gesicht hat) begleitete Regisseur Ferroni bereits bei den VERSTEINERTEN FRAUEN nach Holland. Danton erlebt hier (nach Francos LUCKY EL INTREPIDO) den zweiten Maskenball des Jahres 66. "Rembrandt 13" ist natürlich eine Fälscherin und muß dafür bezahlen. Margaret Lee zeigt leider kein nacktes Fleisch; täte sie dies, so hätte der Zuschauer auch hier ihre riesigen Brustwarzen bewundern können, die der Traum eines jeden Mamillenschneiders sind. Die Droge trägt übrigens den tollen Namen "Synchron"; es gibt auch ein Gegenmittel, das folgerichtig "Antisynchron" heißt und leider nie an Rainer Brandt ausgeteilt worden ist. Bevor die Welt synchronisiert werden kann, ist der Film zu Ende und läßt den Zuschauer mit der Frage zurück, ob der tolle Score von Benedetto Ghiglia mal auf LP erschienen ist. Die Antwort muß lauten: Ja.
Urteilt man allein aufgrund der allgemeinen handwerklichen Sicherheit, so ist SUPERDRAGO bestimmt der beste Film seiner Gattung. Ferroni hatte während seiner Schaffensperiode nie einen Durchhänger. Lediglich sein Schwanengesang - der 1975 hergestellte ATTENTI, RAGAZZI...CHI ROMPE, PAGA (deutscher Videotitel: DIE FUNNY-DRIVERS!) - ist eine türkische Bombe von einigen Gnaden. Alle anderen Ferronis sind absolute Kracher. Zu Ray gleich noch mehr.


Kann jemand etwas zur deutschen DVD sagen. Die Covergestaltung find' ich sogar mal einigermassen ansprechend. Aber die Überschrift "mit dem (späteren) Pornostar Marisa Mell" (wtf??) und das HC Bild auf der Coverrückseite lassen dann eher Schlimmes erahnen :(


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 16:50 
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Ich hab da, glaube ich, noch ne alte Kassette irgendwo rumliegen. Die DVD kenne ich nicht.

Marisa Mell soll wohl in späteren Jahren ein paar Lire gemacht haben, dass sie auf Pornofotos zu sehen war, die aber die Marisa nicht in Aktion zeigen sollen, sondern als "innocent bystander"


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 17:15 
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Blaubart hat geschrieben:
Kann jemand etwas zur deutschen DVD sagen. Die Covergestaltung find' ich sogar mal einigermassen ansprechend. Aber die Überschrift "mit dem (späteren) Pornostar Marisa Mell" (wtf??) und das HC Bild auf der Coverrückseite lassen dann eher Schlimmes erahnen :(


Tja, da der Bethmann nur Filme bringt, die ihm gefallen, müssen natürlich auch Bilder auf die Cover, die ihm gefallen :D

- Die DVD kenne ich aber auch nicht... Sorry!


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 17:36 
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ist ja amüsant, was für ein klientel man hier offensichtlich für einen italo-agentenfilm gewinnen möchte. im zweifelsfall einfach mal ein hc bild draufpappen, welches absolut nix mit dem film zu tun hat: das zieht immer 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 18:34 
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Blaubart hat geschrieben:
:mrgreen:

ist ja amüsant, was für ein klientel man hier offensichtlich für einen italo-agentenfilm gewinnen möchte. im zweifelsfall einfach mal ein hc bild draufpappen, welches absolut nix mit dem film zu tun hat: das zieht immer 8-)


IMMER :D


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 18:53 
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Hää ?
SIMPLE MOVIE = Bethmann ? Sicher ?

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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 18:57 
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TRAXX hat geschrieben:
Hää ?
SIMPLE MOVIE = Bethmann ? Sicher ?


:? - Hab die DVD nicht und auf die Schnelle über OFDB habe ich das einfach mit X-Rated verwechselt. Wobei ich da auch der festen Überzeugung bin, dass da sicher auch der ein oder andere "Selbe" mit unter der Decke steckt ;) - Zumindest gibt es viele Ähnlichkeiten... Aber wo gibt es nicht gekungel...

Aber egal: nackte Haut bleibt nackte Haut :)


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 18:57 
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TRAXX hat geschrieben:
Hää ?
SIMPLE MOVIE = Bethmann ? Sicher ?


Nope.

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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 19:04 
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Nun die DVD liefert den recht gelungenen Film in mäßiger Bild und Tonquallität....Leider.... Aber besser als nichts, der Film ist sehenswert!

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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 19:33 
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Jo der Film ist echt gut! Die Qualli ist wahrlich nicht die beste, geht aber ok!

"Nur in der Erstauflage mit diesem Provokantem Cover! " :lol:

Simple ist doch der Telemovieshop hat es immer geheisen!

Die könnten auch mal wieder was raushauen...

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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 17.01.2010 20:03 
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reggie hat geschrieben:
Jo der Film ist echt gut! Die Qualli ist wahrlich nicht die beste, geht aber ok!

ok, danke, werde ich dann mal 'nen blick riskieren ;) gibt ja sonst leider kaum was gescheites an italoagentenfilme auf dvd. finde, gerade die filme von sollima oder guerrini hätten z.b eine würdige behandlung absolut verdient...


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 06.02.2010 14:57 
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Ich habe die DVD neulich als Dreingabe zur Neuauflage vom Terror Regie Buch erhalten. Die DVD war einfach in einer Papierhülle ohne Cover mit unter der Folie eingeschweißt.

Bzgl. der Qualität hier noch ein paar Screenshots. Das Bild ist eher mäßig... (und interlaced!)

BildBildBildBildBildBild
BildBildBildBildBildBild

Bild

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Zuletzt geändert von chakunah_2072 am 14.04.2010 14:16, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 05.04.2010 15:05 
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Angesichts des Osterfeiertage hab ich die alte VPH-Kassette mal wieder rausgekramt und mir nach langer Zeit mal wieder einen Eurospy-Film angeschaut. Da das gesamte Genre aus heutiger Sicht ja nur mit einem nostalgischen Augenzwinkern genossen werden kann, führe ich mir solche Sachen nur zum Sonntagnachmittagskaffee zu Gemüte.

Dann macht es aber auch mal wieder Spaß, Jacques Herlin beim Verteilen von Drogenkaugummis zu entdecken...


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 23.03.2014 19:27 
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HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE / SECRET AGENT SUPER DRAGON (1966)

mit Ray Danton, Margaret Lee, Carlo D'Angelo, Jess Hahn, Adriana Ambesi, Jaques Herlin und Marisa Mell
eine Produktion der Films Borderie | Ramo Films | Fono | im Verleih der Constantin
ein Film von Giorgio Ferroni


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Bryan Cooper (Ray Danton) ist der beste Mann des Amerikanischen Geheimdienstes und noch berüchtigter ist er unter dem Namen Superdrago. Er wird mit einer schwierigen Aufgabe betraut, indem er die rücksichtslosen Machenschaften eines international arbeitenden Drogen-Kartells zerschlagen soll. Dieses Kartell will die Weltmärkte mit einer synthetischen Droge namens Synchro überschwemmen um ihn unter alleinige Kontrolle zu bekommen. Superdrago entlarvt die Mittelsmänner und die Spur führt nach Amsterdam, wo er zusammen mit seinen Kollegen, der Agentin Gaby (Margaret Lee), und Baby Face (Jess Hahn) ermittelt, und sich schließlich in große Gefahren begibt. Schon bald kreuzt sich sein Weg mit der Agentin Charity (Marisa Mell), die ihm vor Ort bei den Ermittlungen zur Verfügung steht. Die Organisation fühlt sich von ihren Kontrahenten immer mehr bedroht und schickt schließlich zahlreiche Killer los, um Superdrago möglichst qualvoll zu liquidieren. Doch dieser hat noch ganz andere Methoden auf Lager...

Wer derartige Formate, oder besser gesagt Plagiate, gerne mag, wird sich bei "Höllenjagd auf heiße Ware" vermutlich wohl eher nur bedingt unterhalten fühlen, da man es keineswegs mit einer Sternstunde des Genres zu tun hat. Diese Produktion wurde von Regisseur Giorgio Ferroni ("Die Mühle der versteinerten Frauen") realisiert, und seinen Beitrag als James Bond der C-Kategorie anzusehen, wäre sicherlich schon eine Auszeichnung. Daher fällt es umso schwerer, diesen Film als halbwegs gelungen zu bezeichnen. Das handwerkliche Geschick der Regie steht eigentlich außer Frage, doch das Produkt ist überaus langatmig ausgefallen, muss ohne nennenswerte Höhepunkte auskommen und ist quasi ohne jeglichen eigenen Charme, so dass ich diese Produktion aus persönlicher Sicht als vollkommen belanglos einstufe. Die Geschichte besteht beinahe ausschließlich aus fadenscheinigen Ansätzen und unspektakulären Liebschaften des blass wirkenden Titelhelden, viele Passagen wirken daher so unglaublich stark gestreckt, dass unterm Strich kaum etwas Positives zurück bleibt. Der Plot mit seinen lächerlichen Spielereien ist leider nur dürftig, die Charaktere wirken ausnahmslos uninteressant und wurden vollkommen eindimensional gezeichnet, gähnende Langeweile wird in diesem Beitrag leider zum unausweichlichen Leitfaden.

Die Titelfigur wird von dem amerikanischen Schauspieler Ray Danton dargestellt, der alleine von seiner Optik schon einmal gut in eine derartige Rolle zu passen scheint. Es stellt sich jedoch in Windeseile heraus, dass dieser ausgekochte Herr ein großes Problem mit sich herumzutragen hat. Er ist vollkommen langweilig und wirkt über weite Strecken sogar wenig motiviert. Es reicht einfach nicht aus, die apartesten Damen hintereinander für sich zu gewinnen, wenn dabei der eigentliche Fall komplett auf der Strecke bleibt. Es sieht nämlich so aus, als erledige sich diese komplette Angelegenheit von selbst, und in allergrößter Lebensgefahr kann er sich bestenfalls selbst retten, ist aber in den entscheidenden Momenten auf fremde Hilfe angewiesen. Zwar wird versucht, ihn recht originell dastehen zu lassen, beispielsweise absolviert er immer wieder einige Übungen, um sich vestibulär zu stimulieren, oder im Umgang mit diversen Damen, stellt er sich gar nicht so ungeschickt an, auch zeigt er sich häufig, besonders in brenzligen Situationen, sehr cool, aber es fehlt trotzdem ein dichteres Profil! Danton ist allerdings kein Einzelfall, er kann sich im Dunstkreis der schwachen Nebendarsteller schon in den Vordergrund rücken. Margaret Lee, hier optisch gesehen tatsächlich eine Art Marilyn Monroe-Kopie, bleibt nichtssagend und blass. Sie wirkt weder sympathisch, noch aufregend genug, um die Aufmerksamkeit in gewohntem Maße auf sich zu lenken. Genau wie übrigens ein paar Jahre später in "Das Gesicht im Dunkeln", wurde sie hier wieder sehr angenehm von Ilse Pagé synchronisiert.

Ähnliches gilt leider auch Für Marisa Mell, die wie in "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" ziemlich gewöhnungsbedürftig von Beate Hasenau gesprochen wurde. Im Kampf der weiblichen Haupt- oder Nebenrollen stellt sich die Frage, wer die Nase eigentlich vorne hat. Marisa Mell taucht etwa nach zwanzig Minuten im Geschehen auf, und sie erscheint hier in jeder Beziehung sehr sparsam zu sein. Fast will ich sagen, dass ich sie nicht sehr oft derartig gelangweilt und unterfordert gesehen habe. Charity hat außer ihrer attraktiven Erscheinung nicht viel Zusätzliches zu bieten. Ein oberflächlicher Charakter ohne viel Charme oder Raffinesse; das ist leider komplett verschenkt worden. Ihre guten Szenen sind äußerst überschaubar und ich persönlich sehe einen der untertourigsten Leistungen ihrer gesamten Karriere! Gerade ihre Agentin, die ja einen doppelten Boden transportieren sollte, hätte wesentlich undurchsichtiger und unberechenbarer wirken müssen, doch leider kolportiert Marisa Mell, übrigens genau wie Regie und Drehbuch auch, die grenzenlose Vorhersehbarkeit. Wer nach der Hälfte dieses Films immer noch nicht geschnallt haben sollte, wohin die Reise geht, ist vermutlich längst eingeschlafen. Was bei der Veröffentlichung dieser DVD von Simple Movie (neben der miserablen Bild- und Tonqualität) negativ auffällt ist, dass man die Schauspielerin erneut als Sex-Zugpferd einspannte; quasi der running gag ihres Lebens! Die Rückseite zeigt ein Nacktfoto, offensichtlich aus den 80er Jahren, und die einfältige Kurzbeschreibung von ihr ist schon sehr eintönig. Dass sie beispielsweise im Playboy posierte und gewisse Fotostrecken machte, ist wohl hinlänglich bekannt, und hat letztlich nicht das Geringste mit dieser überaus zugeknöpften Rolle zu tun, geschweige denn mit dem Film an sich.

Der Plot schwächelt, die Besetzung reiht sich ebenfalls in dieses Konzept ein, was gibt es eigentlich Positives über "Höllenjagd auf heiße Ware" zu sagen? Gedreht wurde in Amsterdam, und man bekommt einige schöne Außenaufnahmen und Schauplätze zu sehen. Auffällig wirkt außerdem die fast bizarre Farbgestaltung, häufig in grellen Pink-Rosa- und Lila-Tönen, die wenigstens im visuellen Bereich für Aufsehen sorgen können. Die Ausstattung wirkt hin und wieder recht aufwendig, auch die vielen Spielereien à la James Bond, die Superdrago zur plötzlichen Verteidigung nötig hat, überzeugen gerade noch so in dieser sonst so schwachen Geschichte. Die neue Droge, die in Kaugummis an Jugendliche verteilt wird, und Exzesse, Aggressivität und Hysterie (wie im Zweifelsfall jeder Vollrausch auch) auslösen kann, wirkt weder bedrohlich noch außergewöhnlich, sondern einfach nur lächerlich. Die Tricks unterbieten beispielsweise einen Fahrzeug-Crash im oben genannten Wallace um Längen, die Musik ist uninteressant und schnell wieder vergessen, und der Humor, bei dem glücklicherweise etwas Diskretion geboten wurde, wirkt daher wenigstens noch durchschnittlich. Ohne Action, Dynamik und Spannung, ohne Würze und Originalität, und ohne Wenn und Aber ein äußerst hartnäckiger und schwerwiegender Fall von Langeweile! Tja, da hätte ich Marisa Mell im gleichen Jahr doch lieber einmal in einem echten James Bond gesehen, oder überhaupt. Zurück bleibt mit "Höllenjagd auf heiße Ware" jedenfalls nur vollkommen belangloses Material. Fazit: Wir raten schalten ab!


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 24.03.2014 12:19 
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Ach komm, sei ehrlich: Du hast Dir den Film nur wegen Marisa und Margaret angeschaut und kannst im Grunde nicht viel mit Eurospy anfangen.
Deine Kritik ist viel zu harsch. Bei dieser Art von Filmen ist der Plot nebensächlich und man kann und sollte alles nicht ganz ernst nehmen. ugo-piazza hat es treffend formuliert: Aus heutiger Sicht kann das Genre nur mit einem nostalgischen Augenzwinkern genossen werden.
"Höllenjagd auf heiße Ware" entspricht natürlich dem damaligen Zeitgeist. Immerhin konnte der Film in mehrere Länder exportiert werden und lief teilweise mit beachtlichem Erfolg. Damit hatte er das Klassenziel erreicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 24.03.2014 13:01 
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Pistolero hat geschrieben:
Ach komm, sei ehrlich: Du hast Dir den Film nur wegen Marisa und Margaret angeschaut und kannst im Grunde nicht viel mit Eurospy anfangen.

Natürlich habe ich mir den Film wegen Marisa Mell und Margaret Lee zugelegt, und das bereits vor fast 10 Jahren. Darüber hinaus habe ich insbesondere mit Marisa Mell schon ganz andere Knaller gesehen, und auch wenn ich sie sehr mag, deswegen muss ich noch lange nicht alles gut finden, wo sie herumstolpert. Außerdem liegt es hier ja auf der Hand; den Film kann man nur mit der oft und hier zitierten Zeitgeist- und Genre-Brille genießen, und es ist schwierig, sich zwischen zu harscher, und zu seichter (oder gar keiner) Kritik zu treffen. Generell gesehen, ist es für mich ziemlich unwichtig, ob ein Film damals gut gelaufen ist oder nicht. Das sagt oftmals rein gar nichts über das Ergebnis aus.
"Höllenjagd" habe ich schon sehr oft gesehen, obwohl ich ihn immer schon äußerst schwach gefunden habe, was er vor allem vergleichsweise auch ist, falls man ehrlich ist. Dass ich mit dem Genre nichts anfangen kann, ist nicht richtig. Die Filme die ich mir ansehe, wähle ich fast ausschließlich nach Schauspielern aus, so kommt man eben in jedem Genre herum. Es stimmt daher höchstens, dass ich mir nicht gezielt Eurospy-Filme aussuche, aber da spielt halt immer jemand mit, den ich gerne sehe. Falls man Ferronis Beitrag also mit einem (nostalgischen) Augenzwinkern sehen möchte, ist es umso besser wenn man das hinbekommt, weil der Film sich unterm Strich selbst nämlich eher ernst nimmt. Mir hat er wirklich keineswegs zugezwinkert.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 28.09.2016 13:40 
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Höllenjagd auf heiße Ware (D)
New York chiama Superdrago (IT)
New York appelle Superdragon (F)
Nueva York llama a Superdrago (ES)
New York Calling Superdragon
Secret Agent Super Dragon


D / IT / F 1966

R: Giorgio Ferroni
D: Ray Danton, Marisa Mell, Margaret Lee, Jess Hahn, Carlo D'Angelo, Adriana Ambesi, Pinkas Braun, Marco Guglielmi, Jacques Herlin u.a.


dt. Synchrosprecher

Score: Benedetto Ghiglia

OFDb



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Superagenten haben es nicht einfach, insbesondere wenn sie ihren wohlverdienten Jahresurlaub in Ruhe verbringen möchten, denn die Welt des organisierten Verbrechens gibt niemals Ruhe. So auch in diesem Fall, wobei die Situation dieses mal an einer Hochschule in Fremont eskaliert: Tag für Tag häufen sich dort die Fälle von akutem Herz-Kreislaufversagen unter der jungen Studentenschaft, 15 Buben erkrankten binnen kürzester Zeit an heftigsten Depressionen und handfeste Schlägereien stehen zudem auch noch auf der Tagesordnung.

Schuld an der ganzen Misere hat in diesem Fall die neumodische Droge Synchro 2, welche durch ein verbrecherisches Syndikat in Form von leckeren Kaugummistreifen unter die Studentenschaft gebracht wird. Der Konsum dieser synchronisierten Kaugummistreifen löst bei den studentischen Usern nicht nur ekstatische Zustände bis hin zum völligen Kontrollverlust aus, sondern lässt auch deren schlummerndes Aggressionspotential unverblümt aufblühen. Einmal süchtig, hilft nur noch das Gegenmittel "Anti-Synchro" zum weiteren Erhalt der notwendigen Lebensfunktionen. Ein klarer Fall für Superagent Superdrago!




Ein recht durchschnittlicher Vertreter des Eurospy-Genres, der aufgrund seiner gemütlichen Erzählkunst stellenweise etwas vor sich hin plätschert und außer der bezaubernden Ms. "Gaby" Lee recht wenige Schauwerte zu bieten hat. Frau Mell wirkt in ihrem Schauspiel leider sehr distanziert, was aber augenscheinlich wiederum ihrem darzustellenden Rollencharakter "Rembrandt 13" geschuldet zu sein scheint. Die Darbietung von Superdrago Darsteller Ray Danton konnte mich auch nicht richtig überzeugen, da auch er dem glattgeleckten Typus des stereotypischen Superagenten entspricht. Die Suche nach Pinkas Braun, der ebenfalls als Darsteller aufgeführt wird, blieb leider erfolglos. Keine Ahnung, welche Rolle er dabei spielen sollte (?). Als Drehort dient übrigens dieses mal in erster Linie die holländische Krachtenhauptstadt Amsterdam, welche mal wieder als Quell allen Drogenübels herhalten muss.

Die DVD von "Simple Movie" ist leider alles andere als optimal geraten, da diese neben einer mittlelprächtigen Bildqualität auch noch ein nerviges Störgerausch auf der dt. Tonspur aufweist, wenn auch nur über die erste Filmhälfte. Ab der Mitte des Films scheint der dt. Ton dann wiederum o.k. zu sein...

Besitzt zufällig jemand die Neuauflage von "Crest" und kann etwas zur Qualität dieser Scheibe berichten, wobei ich aber schwer vermute, dass es sich hierbei um ein einfaches Repack der "Simple Movie" DVD handelt... :unknown:



Fazit: Ein recht undramatischer Genrevertreter, der aber trotz seiner zahlreichen Mängel immer noch einen ausreichend hohen Unterhaltungswert mit sich bringt.


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Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com




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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 28.09.2016 16:46 
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Hier gibt's eine etwas ergiebigere Synchronliste:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Ist lange her, dass ich den gesehen hab, aber Pinkas Braun ist mir damals auch nicht aufgefallen. Dürfte ein Fehler sein. Wo wird er denn genannt? Bei den Italienern taucht er nicht auf: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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 Betreff des Beitrags: Re: HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE - Giorgio Ferroni
BeitragVerfasst: 28.09.2016 19:08 
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percyparker hat geschrieben:
Hier gibt's eine etwas ergiebigere Synchronliste:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Vielen Dank dafür :hutheben:

percyparker hat geschrieben:
Ist lange her, dass ich den gesehen hab, aber Pinkas Braun ist mir damals auch nicht aufgefallen. Dürfte ein Fehler sein. Wo wird er denn genannt?


Sowohl bei OFDb, als auch bei IMDB, wobei es sich dann wohl tatsächlich um Fehleinträge zu handeln scheint.... :unknown:


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