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 Betreff des Beitrags: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 12.11.2010 00:07 
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Ich, Dr. Fu Man Chu (Großbritannien, Deutschland 1965, englischer Titel: The Face of Fu Manchu)

Die gelbe Gefahr, das Grauen so nah

Jahrelang hat der Brite Nayland Smith (Nigel Green), den chinesischen Superverbrecher Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) gejagt. Endlich konnte der Schurke gefasst werden, in China wird Nayland Smith Zeuge der Hinrichtung des Fu Man Chu. Als der Wissenschaftler Professor Merten (Walter Rilla) in London entführt wird, findet man wenig später die Leiche seines Chauffeurs auf. Die Spuren sprechen eine deutliche Sprache, Smith ist schnell davon überzeugt, dass Fu Man Chu noch immer unter den Lebenden weilt. Tatsächlich irrt sich der erfahrere Ermittler nicht, Fu Man Chu heckt in seinem Versteck einen teuflischen Plan aus. Zunächst will der gnadenlose Chinese die Macht über die britische Insel erringen, doch letztlich gibt es nur ein Ziel für Fu Man Chu, die Weltherrschaft! Professor Merten konnte ein Extrakt aus dem Schwarzen Bergmohn -einer seltenen Pflanze, die in Tibet gedeiht- gewinnen. Diese Substanz kann bereits in geringen Mengen unzählige Menschen töten, ganze Städte und Landstriche in wenigen Sekunden entvölkern. Zunächst verweigert der Entführte die Mitarbeit, doch flugs lässt Fu Man Chu die Tochter des Gelehrten ebenfalls kidnappen. Maria (Karin Dor) kann sich dem Zugriff der finsteren Schergen nicht entziehen, nun hat der verschlagene Asiate den Professor endgültig in der Hand. Nayland Smith erhält derweil nicht nur durch seinen Vertrauten Dr. Petrie (Howard Marion Crawford) Unterstützung, auch Karl Janssen (Joachim Fuchsberger) -der Assistent des Professors, sowie Lebensgefährte von Maria- hilft bei der Suche nach Fu Man Chu und den Vermißten. Smith und Janssen stossen bei ihren Nachforschungen auf den Geschäftsmann Hanuman (Peter Mosbacher), der als Gehilfe des Schwerverbrechers enttarnt werden kann. Die Männer geraten dabei in eine bedrohliche Lage, denn Lin Tang (Tsai Chin) -die Tochter Fu Man Chus- tarnt sich als Vorzimmerdame von Hanuman, freilich erkennt sie den alten Feind Smith sofort. Doch so leicht lassen sich die beiden Haudegen nicht aus dem Spielfeld schlagen, sehr zum Ärger des machtgierigen Drahtziehers. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Fu Man Chu droht per Radioansprache damit, seine Macht in einer kleinen Ortschaft unter Beweis zu stellen. Unfassbare Schrecken stehen der englischen Bevölkerung bevor. Können Smith und Janssen den machtgierigen Chinesen rechtzeitig stoppen? Wird Janssen seine geliebte Maria retten können...?

Bereits in den Jahren 1929-1932, entstanden insgesamt vier "Fu Man Chu" (engl: Fu Manchu) Verfilmungen. Der Schurke wurde von Sax Rohmer erdacht, war der "Held" diverser Romane des 1959 verstorbenen Rohmer. "Ich, Dr Fu Man Chu", ist der erste von fünf Filmen, die in den sechziger Jahren gedreht wurden. In diesen fünf Streifen, spielt stets Christopher Lee die Rolle des Fu Man Chu. Bei den beiden ersten Filmen der Reihe, nahm der in Australien geborene Don Sharp auf dem Regiestuhl Platz. Sharp hat im Laufe seiner Karriere, einige sehr ansprechende Filme mit seiner Regie beglückt. Für Hammer inszenierte er z.B. den herrlichen Vampirflick "Der Kuss des Vampirs" (The Kiss of the Vampire, 1964), oder auch den erfrischenden "Rasputin - Der wahnsinnige Mönch" (Rasputin: The Mad Monk, 1966). Die "Fu Man Chu" Reihe wurde von Harry Alan Towers produziert, der bis ins hohe Alter aktiv war. Towers verstarb erst kürzlich, im Sommer 2009.

"Ich, Dr. Fu Man Chu", sorgt für einen prachtvollen Auftakt der Reihe. Die Sets sind liebevoll gestaltet, wirken zu jeder Zeit angemessen und stilsicher. Besonders das unterirdische Versteck von Fu Man Chu gefällt mir sehr gut, dort hat der Chinese seine Schergen und Geiseln ständig unter Kontrolle. Es fehlt nicht an kleinen Boshaftigkeiten, wie z.B. ein "Notausgang", mit dem sich unbequeme Personen problemlos in der Themse entsorgen lassen. Wie es sich für einen zünftiges Versteck und Hauptquartier gehört, erfolgt der Zugang selbstverständlich über einen Friedhof. Der Film wirft viele Zutaten in die Waagschale, die nachhaltig für einen gesteigerten Appetit des geneigten Fans sorgen. Da hätten wir den Superschurken, der -wie sollte es anders sein- sich nicht mit weniger als der Weltherrschaft zufriedenstellen lässt. Er geht zu diesem Zweck über Leichen, egal ob kleine Morde unter Feinden, oder gleich mehrere Tausend unschludige Opfer, Hauptsache es ist seiner Sache dienlich. Mit Nayland Smith hat man Fu Man Chu einen dauerhaften Gegenspieler in den Pelz gesetzt, quasi eine Art James Bond der etwas dezenteren Art. Die Eröffnungssequenz bringt gar eine Prise Easternfeeling ins Wohnzimmer, hingegen verbreiten Friedhof und Versteck dezente Gruselstimmung. Ein Kriminalfilm mit zahlreichen "Erweiterungen". Ein bunter Mix, der letztlich doch angenehm eigenständig und markant anmutet, mein Herz im Sturm erobert. Bekanntlich mag ich die Edgar Wallace Filme sehr gern. Wem diese jedoch eine Spur zu brav und bieder sind, der sollte Fu Man Chu eine Chance gewähren (Wobei ich es für einen Fehler halte, die Wallace Streifen als brav und bieder abzutun).

Die Besetzung sorgt für Luftsprünge meinerseit. Ehrlich, wer würde als Fu Man Chu ähnlich beeindrucken, wie der verehrungswürdige Christopher Lee? Seine elegante Erscheinung, seine natürliche Autorirät, seine Mimik und Gestik, seine Darbietung lässt keine Wünsche offen. In den Dracula Filmen von Hammer, wirkte Chris Lee sogar noch dominanter. Obwohl er dort (meist) nur in einer recht überschaubaren Anzahl von Szenen zu sehen war. Fakt ist jedoch, auch die Rolle des Fu Man Chu ist wie für Lee geschaffen. Es macht einfach jede Menge Spass, den Umtrieben des Superschurken zusehen zu dürfen. Im Vergleich mit Fu Man Chu, wirkt so mancher Bond-Bösewicht wie armseliges Gewürm. Wen wundert es, dass man Christopher Lee später als Fiesling namens Scaramanga, gegen 007 antreten ließ (Der Mann mit dem goldenen Colt, 1974), kein leichter Job für Roger Moore. Nigel Green spielt als Nayland Smith recht sachlich auf -zumindest im Vergleich zu seinem Antagonisten- er verkörpert diese Rolle sehr ansprechend. Nicht zu aufdringlich, nicht zu überzogen, aber zu keiner Zeit langweilig oder gar uninteressant. Joachim Fuchsberger hat den ungestümeren Part erwischt, schliesslich will er seine Dame aus den Fängen des Schurken befreien. Green und Fuchsberger ergänzen sich vortrefflich. Howard Marion Crawford rundet die Riege der Ermittler ab, kann als freundliches Helferlein aber nicht aus dem Schatten der Hauptfiguren treten. An seiner untadeligen Leistung ändert dies nichts, die Rolle ist so angelegt und entsprechend gespielt. Walter Rilla nimmt man den Wissenschaftler ohne Kritikpunkte ab. Vor lauter Begeisterung über neue Erkenntnisse, vergisst er zum Teil die bedrohlichen Umstände, die lauernde Gefahr. Passt hervorragend, so stellt man sich den in seiner Arbeit aufgehenden Professor vor. In einer kleineren Rolle sehen wir Harry Brogan, der einen weiteren Professor zum Besten gibt. Brogan -ein wenig bekannter Schauspieler- darf einen liebenswerten und verschrobenen Part spielen, dem leider äusserst übel von Seiten des Schurken mitgespielt wird. Die geschätzten Damen Karin Dor und Tsai Chin, erfreuen die entzündeten Augen des Filmfanatikers. Karin Dor kommt nicht über die übliche "Bitte beschütze mich" Rolle hinaus, sie wird zum wehrlosen Spielball ihrer Widersacher. Halt... Zumindest trifft dies nicht zu 100% zu, denn sie greift tatsächlich kurz -aber beherzt- in eine dramatische Situation ein. Wer Karin Dor gern sieht, wird mit ihrer Leistung durchaus zufrieden sein. Ich (Achtung: Chauvi-Alarm) muss leider ihr zu kurzes Haupthaar bemängeln, mit längeren Haaren (auf dem Kopf) gefällt sie mir deutlich besser (Wenn man sonst keine Sorgen hat, alter Ochse). Tsai Chin dient ihrem Vater mit Hingabe, ist aber wenig erfreut, wenn Papi sie nicht die Peitsche schwingen lässt. Ein böses Mädchen, das offensichtlich den Charakter seines Filmvaters geerbt hat, schöne Leistung.

Nicht unwichtig ist der Hinweis auf die zwei unterschiedlichen Schnittfassungen, die sich angenehmerweise beide auf der DVD von Kinowelt befinden. Während es die englische/internationale Version auf rund 92 Minuten Spielzeit bringt, ist bei der deutschen Fassung bereits nach etwas über 83 Minuten Sense. Bekanntlich muss eine längere Fassung nicht automatisch die bessere Wahl sein. Hier ist der Sieger jedoch leicht zu ermitteln. Die englische Fassung bietet mehr Atmosphäre, der Schnitt wirkt stimmiger, runder. Die Dialoge sind in der englischen Version ebenfalls ansprechender. Der Zungenschlag ist eine Spur harscher, dynamischer. Die deutsche Synchronisation ist keinesfalls schwach, muss sich aber der englischen Ausgabe beugen. Die längere Version liegt nur in englischer Sprache vor, deutsche Untertitel lassen sich auf Wunsch zuschalten. Der deutschen Fassung fehlen nicht nur einige Szenen, es gibt auch Momente zu sehen, die wiederum in der längeren, englischen Fassung nicht enthalten sind. Doch während die deutsche Fassung spürbar unter den entfallenen Szenen leidet, sind die nur in der kurzen Version enthaltenen Szenen verzichtbar. Alles klar? ;)

Obschon die englische Version eindeutig überlegen ist, rate ich zur Sichtung beider Fassungen. Die DVD bietet den Film in schöner Qualität an, die deutsche Fassung beinhaltet (wenige) verzeihbare Qualitätsschwankungen. Kinowelt hat die fünf "Fu Man Chu" Filme als schickes Boxset veröffentlicht. Das Set enthält folgende Titel:

• Ich, Dr. Fu Man Chu (1965)
• Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966)
• Die Rache des Dr. Fu Man Chu (1967)
• Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu (1968)
• Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969)

Die fünf DVDs kommen in einem hübschen Digipak ins Haus, welches in einem Schuber steckt. Das Set ist inzwischen zu Kursen unterhalb von 20€ erhältlich. Ein echter Freundschaftpreis, denn bereits der erste Filme aus der Box, wäre diese Summe locker wert (Nicht nur das, die Perle ist unbezahlbar. Aber das wisst ihr ja selbst...)

8/10 (sehr gut, inklusive Knuffigkeitsbonus, exklusive unzähliger Wohlfühlpunkte)

Lieblingszitat(e):

Aus der englischen Fassung:

"Now the wheel of fate has turned full circle!"

Aus der deutschen Fassung:

"Einen Moment! Sie können doch die toten Chinesen nicht einfach so hier liegen lassen, oder?"

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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 12.11.2010 00:34 
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Ah, nun ist auch die "Fu Man Chu"-Reihe bei dir dran! 8-) Bin gespannt, wie dir die weiteren Filme gefallen - da gibt's ja recht unterschiedliche Ansichten. Bei der Chronologie hat man in der Kinowelt-Box übrigens einen Wurm reingebracht - die korrekte Reihenfolge wäre so (würde ich auch bei der Sichtung empfehlen):

• Ich, Dr. Fu Man Chu (1965)
• Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966)
• Die Rache des Dr. Fu Man Chu (1967)
• Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu (1968)
• Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969)


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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 12.11.2010 01:30 
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Die Anschaffung dieser Box ist ja offensichtlich Pflicht! Sehr schöner Tip, davon wusste ich bisher noch gar nichts.

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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 12.11.2010 02:59 
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percyparker hat geschrieben:
Ah, nun ist auch die "Fu Man Chu"-Reihe bei dir dran! 8-) Bin gespannt, wie dir die weiteren Filme gefallen - da gibt's ja recht unterschiedliche Ansichten. Bei der Chronologie hat man in der Kinowelt-Box übrigens einen Wurm reingebracht - die korrekte Reihenfolge wäre so (würde ich auch bei der Sichtung empfehlen):

• Ich, Dr. Fu Man Chu (1965)
• Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966)
• Die Rache des Dr. Fu Man Chu (1967)
• Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu (1968)
• Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969)


Man kann sich auf nichts mehr verlassen. :lol:

Danke, ich werde es berücksichtigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 14.01.2014 22:26 
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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 16.01.2014 23:01 
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Kommentar vom 10.11.2011 gefunden:

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Alternativer Titel: Mask of Fu Manchu
Produktionsland: Deutschland, Großbritannien
Produktion: Hallam Films, Constantin Film
Erscheinungsjahr: 1965
Regie: Don Sharp
Drehbuch: Harry Alan Towers
Kamera: Ernest Steward
Schnitt: John Trumper
Musik: Christopher Whelen
Länge: ca. Originalfassung - 92:06 Min./ Deutsche Fassung - 83:33 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Joachim Fuchsberger: Karl Janssen
Karin Dor: Maria Merten
Christopher Lee: Dr. Fu Man Chu
Nigel Green: Oberst Nayland Smith
Walter Rilla: Prof. Merten
Peter Mosbacher: Hanuman
Howard Marion Crawford: Dr. Petrie
Tsai Chin: Lin Tang
Harry Brogan: Prof. Gaskell





Dr. Fu Man Chu, den man eigentlich für tot hält, lässt Professor Merten und dessen Tochter Maria entführen. Fu Man Chu will so an das Geheimnis eines Giftes kommen, um die Weltherrschaft zu übernehmen. Allerdings sind Nayland Smith, (ein ewiger Gegner von Fu Man Chu) und Professor Mertens Assistent Carl Jansen, im Begriff dem wahnwitzigen Tyrannen das Handwerk zu legen.

Warum erinnert mich Nigel Green in der Rolle des Nayland Smith, optisch dermaßen an Basil Rathbone? Irgendwie musste ich ihn ständig mit Bazil Rathbone vergleichen. Mag sein das das Zusammenspiel zwischen ihm und Dr. Petrie, sogar ein wenig an das von Holmes/ Watson angelegt ist. Nayland Smith ist ein Schlaumeier, der sich darin berufen sieht einzig den Kampf mit Dr. Fu Man Chu aufzunehmen, da Fu Man Chu wiederum der einige ist, der Nayland Smiths Intellekt fördert. Alles andere ist, so seine Aussage zu Beginn des Films, zu einfach und zu langweilig. Nun gut, somit wäre der erste Charakter geschaffen. Nayland Smith zur Seite, steht ein mutiger und entschlossener Hans Joachim Fuchsberger, als Carl Jansen. Fuchsberger hält sich eher zurück und spielt seinen Part recht routiniert runter. Wie soll es ihm auch gelingen, Nayland Smiths unglaubliche überzogenes Selbstbewusstsein, zu erschlagen?

Christopher Lee hat in der Rolle des Fu Man Chun nicht die Dominanz, die man von ihm aus den Hammer-Filmen kennt. Keine Frage, er macht seine Sache überzeugend, es fehlt allerdings an dem Besonderen, dem Unheimlichen, dem Mystischen. Drei Eigenschaften, die der Film auch nicht gerade für sich gepachtet hat. Die Locations sind zwar gut gewählt, die Beleuchtung und die Farben, fördern einen Wohlfühlfaktor, aber an Spannung mangelt es trotzdem. Man sieht sich Don Sharps Film zwar gern an, aber man wird nicht sonderlich eingebunden oder gefesselt. Der Film läuft sehr absehbar am Zuschauer vorbei ohne dabei große Highlights bieten zu können.

Fazit. Ein nett gefilmtes 60er Event, das zwar mit schönen Farben das Auge verwöhnt, aber keinen großen Nervenkitzel erzeugen kann.

6/10

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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 17.01.2014 16:25 
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Die Fu Man Chu Box von Kinowelt wird ja neu aufgelegt, weiß jemand ob es technische Bild und Ton Verbesserungen gibt, oder ist das einzig neue an der Box das diese unter STUDIOCANAL firmiert und sonst nix ?

Auf der STUDIOCANAL Seite sieht es wegen ersteres mager an Infos aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 28.11.2015 11:21 
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Christopher Lee   Tsai Chin   Nigel Green   in

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● ICH, DR. FU MAN CHU / THE FACE OF FUMANCHU (GB|D|1965)
mit Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Howard Marion Crawford, James Robertson Justice, Peter Mosbacher und Walter Rilla
eine Gemeinschaftsproduktion der Hallam Productions Ltd. | Constantin Film Produktion | im Verleih der Constantin
ein Film von Don Sharp


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»Eifersucht und Neid. Das wird uns einen großen Schritt weiter bringen!«


Den asiatischen Superverbrecher Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) treibt nur ein Gedanke an. Er will die Weltherrschaft übernehmen und ist zu jedem Mittel bereit, sei es noch so drastisch. Ob mit Mord, Folter, Erpressung, Hypnose oder demonstrativer Härte, sein willenloses Gefolge steht hinter ihm, genau wie seine Tochter Lin Tang (Tsai Chin). Um ein Massenvernichtungsmittel entwickeln zu können, benötigt er die Hilfe von Professor Merten (Walter Rilla), der sich zunächst weigert mit ihm zusammen zu arbeiten. Als aber seine Tochter Maria (Karin Dor) entführt und als Druckmittel benutzt wird, beugt er sich dem Willen des Schurken. Dr. Fu Man Chus Erzfeind Nayland Smith (Nigel Green) und der Assistent des Professors, Karl Janssen (Joachim Fuchsberger), nehmen die Verfolgung auf und stellen sich der tödlichen Gefahr. Doch in der Zwischenzeit wird ein Exempel statuiert, indem alle Einwohner einer Stadt mit dem neu entwickelten Gift getötet werden. Ist die Weltherrschaft bereits in greifbarer Nähe und wie weit wird der besessene und rücksichtslose Fu Man Chu noch gehen...?

Mit "Ich, Dr. Fu Man Chu" setzte Regisseur Don Sharp einen stilvollen Grundstein für die fünfteilige Reihe und inszenierte gekonnt einen Beitrag, bei dem man von internationalem Flair sprechen kann. Für die Titelfigur stand mit Christopher Lee eine Traumbesetzung zur Verfügung, die dem boshaften Oberschurken ein unverwechselbares Gesicht und die nötige Präsenz geben konnte. Bereits der Einstieg vermittelt eine bemerkenswerte Atmosphäre, als man die vermeintliche Hinrichtung des Doktors miterleben kann und frühe Rätsel über den weiteren Verlauf aufgegeben werden. Punkten kann der Start in die Reihe außerdem wegen der überzeugenden Kulissen, das unterirdische Versteck verbreitet beispielsweise einen angenehmen Grusel, die Festung und die Außenaufnahmen wirken sehr authentisch und sorgen für einen gelungenen Start, der nicht nur neugierig auf weitere perfide Machenschaften des Dr. Fu Man Chu macht, sondern einen auch diesen Fall aufmerksam verfolgen lässt. Zur Entstehungszeit waren derartige Formate en vogue, dem Superverbrecher Dr. Mabuse war mit dem Ende der sechsteiligen Reihe gerade das Handwerk gelegt worden, sodass man beinahe meinen könnte, die Produzenten wollten die Zuschauer nicht ohne einen derartigen Verbrecher zurücklassen. Action und Tempo wurden dem Empfinden nach zwar an das Zeitfenster angepasst, allerdings zeigt Don Sharp nette Kostproben aus dem Kabinett der kleinen Brutalitäten, die hier selbstverständlich über den größenwahnsinnigen Doktor und seine devote Tochter gesetzt werden. Die Besetzung ist mit einer erlesenen Auswahl aus deutschen und internationalen Stars recht spektakulär ausgefallen.

Christopher Lee verleiht der Titelfigur sein weltbekanntes Gesicht und er wirkt alleine durch seine Erscheinung schon überaus glaubhaft. Dr. Fu Man Chu ist von Grund auf bösartig und unberechenbar, wer sich seinem Willen nicht freiwillig beugt, wird mit außerordentlichen Mitteln dazu gezwungen. Er strahlt Dominanz und Stärke aus, seine unerbittliche Härte pflastert seinen Weg mit unzähligen Leichen. Wenn jemand prädestiniert für diese Rolle war, dann bestimmt Christopher Lee. Sein Gegenspieler und Erzfeind Nayland Smith wird von dem in Südafrika geborenen Briten Nigel Green sehr einprägsam interpretiert. Ihm ist buchstäblich anzusehen, dass er nicht eher ruhen wird, bis der rücksichtslose Superverbrecher zur Strecke gebracht ist. Dabei agiert er meistens sehr sachlich und überlegt, es kommt kein Zweifel bezüglich seiner Kompetenz auf. Mit dieser Art verweist er sogar Joachim Fuchsberger in die zweite Reihe, der zwar in gewohnt überzeugender Manier zu gefallen weiß, aber dem augenscheinlich die Mittel gegen ein Kaliber wie Fu Man Chu fehlen, aber schließlich ist er ja auch Naturwissenschaftler. Man hat oftmals den Eindruck, dass Smith ihm permanent suggeriert, dass er derjenige ist, der bereits einschlägige Erfahrung mit dem teuflischen Verbrecher hat und man sich besser auf seine Arbeit verlassen sollte. Insgesamt werden sie sich aber durchaus noch ergänzen können, denn alleine scheint niemand den Hauch einer Chance gegen Fu Man Chu und sein Netzwerk zu haben. Howard Marion Crawford gefällt als sympathischer Ermittlungshelfer und James Robertson Justice spielt ebenfalls eine Paraderolle als knurriger Zeitgenosse. Walter Rilla als Professor Merten vermittelt Kompetenz und eine weltmännische Erscheinung, außerdem überzeugt er nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als besorgter Vater.



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Seine Tochter Maria bekommt von der schönen Karin Dor, die hier leider etwas zu bieder wirkt, überzeugende Facetten mit auf den Weg, bestaunenswert sind wieder einmal ihre dargebotenen Gefühlszustände bei Erpressung, Bedrohung und Abschreckung durch Mord. Dass man mit ihr und Joachim Fuchsberger ebenfalls eine Traumbesetzung des deutschen Marktes zur Verfügung hatte, gibt der Geschichte einen angenehmen, verlässlichen und letztlich überzeugenden Schliff. Des Weiteren muss natürlich Tsai Chin Erwähnung finden. Die 1936 in Shanghai geborene Schauspielerin, die auch heute noch als Darstellerin und Schriftstellerin aktiv ist, leiht ihr zerbrechlich wirkendes, wenn auch boshaftes Gesicht der Tochter des Fu Man Chu. Lin Tang wirkt beinahe noch beängstigender und rücksichtsloser als ihr großes Vorbild. Da auch sie im Grunde genommen nur eine Untergebene ist, wenn auch mit gewissen Privilegien, kann sie sich nicht nach Herzenslust austoben. Ihre sadistische Ader kommt stellenweise zum Vorschein, beispielsweise als sie ihren Vater bittet, eine Verräterin zu Tode foltern zu dürfen. Sie schwingt die Peitsche und man sieht eine eigenartige perverse Lust in ihren Augen. Ansonsten wirkt sie als rechte Hand des Doktors durchweg überzeugend. Die kleine Person hat etwas Bedingungsloses in ihrem Wesen, ihr Porzellangesicht birgt eine steinerne Miene, sie wirkt wie eine angriffslustige, hochgiftige Kobra die nur darauf wartet, ihre Opfer genüsslich und qualvoll zu töten. Diese Tsai Chin hätte durchaus eine eigene Fu-Man-Chu-Reihe verdient gehabt, durch ihre eiskalte Präsenz lässt sie einem das Blut in den Adern gefrieren.

Der Auftakt der Reihe überzeugt also, und es macht Spaß, diesen ersten Fall mit aufzulösen. Die Tatsache, dass Dr. Fu Man Chu nicht nur laut bellt, sondern auch gnadenlos zur Tat schreitet, unterscheidet ihn von vielen seiner kriminellen Kollegen. Anders als bei Dr. Mabuse zum Beispiel, liefert er schreckliche Kostproben seiner Macht und eindeutige Demonstrationen; er geht einen Schritt weiter. Die Story, einen Wissenschaftler zur Kooperation zu zwingen, erscheint zwar alles andere als neu zu sein, doch die Figuren wirken äußerst glaubhaft und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Ein wenig Action und eine solide Grundspannung helfen dem Film, in einem dosierten Ausmaß zu funktionieren, Ausfälle oder gar Leerlauf bleiben dem Zuschauer weitgehend erspart. "Ich, Dr. Fu Man Chu" stellt sich im Endeffekt bestimmt nicht die glücklichste Titelwahl heraus, aber die Einführung in die Serie ist mit dem ersten Versuch, die Weltherrschaft zu erlangen geglückt. Das Titelthema von Gert Wilden ist erstklassig, die Bildgestaltung und die Schauplätze geben ein rundes, als auch angemessenes Bild ab. Die Synchronisation und die Dialoge mit ironischen Untertönen, insbesondere zwischen Christopher Lee und Tsai Chin, erweisen sich als nahezu perfekt. Die deutsche Fassung hat im Gegensatz zur internationalen Fassung das Nachsehen, da sie ein schwächeres, mit diversen Kürzungen versehenes Gesamtbild vermittelt. Insgesamt ist dieses erste Aufbäumen, die Menschheit zu unterjochen, nicht nur wegen der Besetzung sehenswert, sondern außerdem wegen der gut simulierten Atmosphäre. Es bleibt also abzuwarten, was Dr. Fu Man Chu und Lin Tang noch für unmenschliche Pläne schmieden werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 28.11.2015 16:23 
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Karin Dor hat leider eine etwas undankbare Rolle, die ihr keinen wirklichen Platz zum Entfalten lässt. Wie Du schreibst, sie darf ihr Krimi Repertoire runterspielen und hat sonst nicht viel zu tun.
Hier hat Tsai Chin einfach die Nase vorn, was aber am Rollen Charakter bzw. am Drehbuch liegt.

Trotzdem ich mag den Film sehr!

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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 28.11.2015 21:27 
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Ich mag den Film auch sehr gerne, insgesamt ist der für mich schon der beste Teil der Reihe. Wenn man diese mit Karin Dors anderen Rollen aus etwa dem gleichen Zeitfenster vergleicht, nimmt man ein nahezu schwaches Profil wahr und die Kapazitäten wurden nicht annähernd genutzt. Im direkten Vergleich der weiblichen Haupt- und Nebenrollen innerhalb der Fu-Man-Chu-Reihe ist sie allerdings wieder eine der besten Interpretinnen gewesen. Marie Versini fand ich ganz schlimm, Suzanne Roquette hatte nur eine uninteressante Kleinstrolle, Maria Rohm und Loni von Friedl wirkten wie Staffage und Maria Perschy habe ich auch schon besser in Erinnerung gehabt. Nur Tsai Chin war mehr oder weniger immer eine Klasse für sich. Leider hat Jess Franco das in seinen Beiträgen nicht so ganz gerafft.


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 Betreff des Beitrags: Re: ICH, DR. FU MAN CHU - Don Sharp
BeitragVerfasst: 28.11.2015 23:48 
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Prisma hat geschrieben:
Ich mag den Film auch sehr gerne, insgesamt ist der für mich schon der beste Teil der Reihe. Wenn man diese mit Karin Dors anderen Rollen aus etwa dem gleichen Zeitfenster vergleicht, nimmt man ein nahezu schwaches Profil wahr und die Kapazitäten wurden nicht annähernd genutzt. Im direkten Vergleich der weiblichen Haupt- und Nebenrollen innerhalb der Fu-Man-Chu-Reihe ist sie allerdings wieder eine der besten Interpretinnen gewesen. Marie Versini fand ich ganz schlimm, Suzanne Roquette hatte nur eine uninteressante Kleinstrolle, Maria Rohm und Loni von Friedl wirkten wie Staffage und Maria Perschy habe ich auch schon besser in Erinnerung gehabt. Nur Tsai Chin war mehr oder weniger immer eine Klasse für sich. Leider hat Jess Franco das in seinen Beiträgen nicht so ganz gerafft.


Stimmt Marie Versini war ganz furchtbar, da ist Karin Dor in einer ähnlich angelegten Rolle, eine ganz andere Nummer. Ich bin sowieso der Meinung, das Marie Versini nicht besonders Schauspielern kann. Lediglich ihre Winnetou Rolle hat wie die Faust aufs Auge gepasst, weil sie nur lieb gucken und fast nichts sagen musste.

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