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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL - Alfred Weidenmann
BeitragVerfasst: 18.11.2013 21:23 
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Österreich/Frankreich/Italien (1966)
Deutsche Erstaufführung: 24.11.1966
Gesamtleitung: Karl Spiehs
Drehbuch: Herbert Reinecker (nach Motiven des Simenon-Romans "Maigret und der Spion")
Musik: Erwin Halletz
Darsteller: Heinz Rühmann, Günther Stoll, Francoise Prevost, Gerd Vespermann, Ulli Lommel, Edwin Noel, Claudio Camaso, Günther Ungeheuer, Alexander Kerst, Eddi Arent, Silvana Sansoni

Aus einem Pariser Museum wird ein wertvoller Van Gogh gestohlen. Ein Wächter, der den Dieb überraschte, kommt dabei ums Leben. Kommissar Maigret nimmt die Ermittlungen auf. Da ihm der Kunstsammler Holloway verdächtig erscheint, lässt er ihn überwachen und folgt ihm nach Lausanne. Dort wird Holloway ermordet. Die Spur führt in das Tanzlokal "Moulin bleu", das der Familie Genaro gehört.

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Heinz Rühman , Francoise Prevost / Claudio Camaso

Der Titel ist eigentlich völlig unpassend. Er weckt Erwartungen, die der Film nicht einhalten kann. Der angeblich "größte Fall" erweist sich nämlich als relativ unspektakulär, um nicht zu sagen harmlos. Außerdem ist die Geschichte ein bißchen zu konstruiert, so dass die Auflösung am Ende etwas unbefriedigend erscheint. Davon abgesehen handelt es sich jedoch um einen handwerklich sehr gut gemachten Film mit großem Gespür für Atmosphäre und Stimmungen. Die Darsteller sind exzellent, die Schauplätze abwechslungsreich und die Musik erweist sich als Sahnehäubchen. Hier passt wirklich alles perfekt.

Für die Titelrolle war ursprünglich Rupert Davies vorgesehen, der den Maigret bereits in der erfolgreichen britischen TV-Serie spielte. Weil er aber mit dem Drehbuch und dem Regisseur nicht einverstanden war, wurde kurzfristig Heinz Rühmann verpflichtet. Manche finden ihn in dieser Rolle unpassend besetzt. Da ich selbst nur blasse Erinnerungen an andere Maigret-Verfilmungen habe, konnte ich mich mit Rühmanns Darstellung problemlos anfreunden. Er spielt seinen Maigret weise und abgeklärt. Ein Kommissar, der sehr genau beobachtet und der abwarten kann. Mit unorthodoxen Methoden versucht er, den Täter zu verunsichern, ihn aus der Reserve zu locken. Ruhig und unaufgeregt wie der Kommissar ist auch der Film. Ja, er ist nicht mal besonders spannend, aber äußerst interessant und unterhaltsam. Das liegt natürlich auch an der hochkarätigen Besetzung.

Günther Stoll glänzt als heroinsüchtiger Musiker, der in den Fall verwickelt zu sein scheint. Francoise Prevost ist als Animierdame Simone eine desillusionierte Frau, die mit dem Sohn ihres einstigen Liebhabers ins Bett steigt.Claudio Camaso spielt den Kellner Giorgio, der im "Moulin bleu" arbeitet und zum verdächtigen Genaro-Clan gehört.Günther Ungeheuer beeindruckt als undurchsichtiger Kunstliebhaber Holloway. Ordentliche Leistungen zeigen auch Gerd Vespermann, als Maigrets Assistent, Alexander Kerst als arroganter Geschäftsmann und Günther Strack der den zuständigen Schweizer Kommissar spielt. Dann sind da noch die beiden Jungstars Ulli Lommel und Edwin Noel. Lommel spielt seinen Part kraftvoll und erinnert ein wenig an den jungen Horst Buchholz. Einen ebenso guten Eindruck hinterlässt Noel als Hotelangestellter Jean, dem die Ereignisse schnell über den Kopf wachsen. Eine eher undankbare und eigentlich überflüssige Rolle bekam Eddi Arent, der als übereifriger Versicherungsagent nicht nur Maigret, sondern auch die Zuschauer nervt, wobei es sich positiv auswirkt, dass er hier synchronisiert wird.

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Ulli Lommel, Edwin Noel

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Günther Stoll


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 Betreff des Beitrags: Re: MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL - Alfred Weidenmann
BeitragVerfasst: 18.11.2013 22:55 
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Irgendwie will ich den Film gar nicht sehen, obwohl er mich reizt. Denke enttäuscht zu werden, denn für mich ist der einzig wahre Maigret "Jean Gabin". Und ich glaube nicht das Rühmann da mithalten kann ....
Nach deiner Beschreibung scheint der Film schonmal nicht zu Peinlich zu sein, bei Rümann muss man da schon aufpassen. Der hat ja so einige dinger gedreht, am Sonntag war so einer im Tv, unterirdisch peinlich :lol: Mit Schlagergesang einer Ungarin :o

Sehr interessant ist die Mitwirkung von Claudio Camaso :!:

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 Betreff des Beitrags: Re: MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL - Alfred Weidenmann
BeitragVerfasst: 18.11.2013 23:18 
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MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL (1966)

mit Heinz Rühmann als Kommissar Maigret
Françoise Prévost, Gerd Vespermann, Günther Stoll, Edwin Noël, Ulli Lommel, Claudio Camaso, Günter Strack, Günther Ungeheuer, Alexander Kerst und Eddi Arent
eine Co-Produktion der Carmina Films | Intercontinental Filmproduktion | Terra Film im Verleih der Constantin
ein Film von Alfred Weidenmann


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»Das war der Anfang vom Ende!«


In einem Pariser Museum findet ein Kunstraub statt. Nicht nur, dass dabei ein wertvoller Van Gogh gestohlen wurde, es kommt außerdem ein Wächter ums Leben. Die Spur nach dem Täter führt Kommissar Maigret (Heinz Rühmann) in die Schweiz, wo er auch den wohlhabenden, englischen Kunstsammler Holloway (Günther Ungeheuer) wieder sieht, der offenbar einiges in diesem Fall zu verschweigen hat. Die Ermittlungen bekommen durch die Ermordung dieses Mannes einen Dämpfer, und Maigret muss zu ganz speziellen Methoden greifen. Er will den Mörder mit seinem Katz-und-Maus-Spiel verwirren und aus der Reserve locken. Schließlich gelangt man in Zusammenarbeit mit der Schweizer Polizei zu Erkenntnissen, die das Blatt wenden...

Diese Produktion, die unter der Regie von Alfred Weidenmann entstand, kann in vielerlei Hinsicht glänzen. Zunächst wäre da das bemerkenswerte Staraufgebot, das wie eine Garantie für einen gelungenen Film aussieht, außerdem bekommt der Zuschauer durch ein hervorragendes Gespür für Atmosphäre, oder besser gesagt Flair, Aufsehen erregendes geboten, beinahe alle Mosaik-Steinchen, die einen guten Film ausmachen, fanden hier eine sorgsame Bearbeitung und ein günstiges Ergebnis, "Maigret und sein größter Fall" erscheint in fast allen Belangen einfach zu perfekt zu sein, und komischerweise konnte er mich daher auch nicht sonderlich überzeugen. Auf der anderen Seite standen nämlich Eindrücke wie beispielsweise ein Titel, welcher der Geschichte im Endeffekt nicht gerecht wird, viel gravierender eine Titelrolle, die ich aufgrund der Darstellung von Heinz Rühmann nicht abnehmen mochte, eine zu konstruiert wirkende Geschichte, die dadurch an Wahrscheinlichkeit verliert, ein weiterer über-klassischer Kriminalfilm, der bei mir einen durchschnittlichen Eindruck hinterlassen hat, weil er zu wenig dynamisch und viel zu steril wirkt. Objektiv betrachtet, hat man es vermutlich mit einem Beitrag in Reinkultur zu tun, aber subjektiv gesehen habe ich jedoch eine eigenartige, wenn auch fast wieder interessante Form der Langeweile erlebt. Womöglich war die Erwartungshaltung wohl einfach zu hoch.

Wie gesagt, Heinz Rühmann als Maigret konnte mich nicht in einer einzigen Einstellung überzeugen, ganz im Gegenteil. Ich bekam den Eindruck einer unflexibel und unmotiviert heruntergespulten Rolle vermittelt, Maigret ist weder sympathisch, noch im Stande dazu, diese Figur in auffälliger Art und Weise zu prägen, seine Methoden stehen und fallen mit dem Glück, und eine alternative Besetzung hätte diesem Film vermutlich besser gestanden. Eddi Arent interpretiert einen belanglosen Part, der wieder einmal Geduld abverlangt, und Günther Stoll halte ich für aussichtslos fehlbesetzt, aber wenigstens konnte der Rest der Crew überzeugen. Eigentlich muss ich mir eingestehen, dass sich lediglich der negative Eindruck bei einer 50:50-Situation durchgesetzt hat. Ich denke an Heinz Rühmann und fühle mich unbedingt bestätigt. Dann sehe ich die hervorragenden Aufnahmen und Schauplätze vor mir und denke, dass ich den Film ungerecht beurteil habe, weil die Regie einen handwerklich-soliden Film abgeliefert hat. Ein derart zwiespältiger Eindruck kommt bei mir jedenfalls nicht sehr häufig vor im Film, besonders wenn es sich um einen so exzellent besetzten Schauspieler-Film handelt, so dass ich bei allem, dem Empfinden nach, verschenkten Potential angesichts des Endergebnisses, bei einer eventuellen Zweit-Ansicht von "Maigret" dennoch Potential nach oben sehe. Aber dazu wird es vorerst nicht so schnell kommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL - Alfred Weidenmann
BeitragVerfasst: 19.11.2013 07:32 
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Nach dem gnadenlos guten JULIA DU BIST ZAUBERHAFT werde ich in Zukunft ein größeres Augenmerk auf den Regisseur Alfred Weidenmann legen.

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Suche "Maigret und sein gößter Fall" Regie: Alfred Wiedenmann. DVD von 3L


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 Betreff des Beitrags: Re: MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL - Alfred Weidenmann
BeitragVerfasst: 19.11.2013 13:47 
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reggie hat geschrieben:
Nach deiner Beschreibung scheint der Film schonmal nicht zu Peinlich zu sein, bei Rümann muss man da schon aufpassen. Der hat ja so einige dinger gedreht, am Sonntag war so einer im Tv, unterirdisch peinlich :lol: Mit Schlagergesang einer Ungarin :o


Eine Sängerin gibt´s hier auch. Sie tritt im "Moulin bleu" auf, bleibt aber mehr im Hintergrund und dient nur dazu, ein bißchen Nachtclubflair zu verbreiten:
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Den Film finde ich absolut sehenswert. Falls Du zu sehr auf Jean Gabin als "Maigret" fixiert bist, besteht natürlich die Gefahr, Vergleiche zu ziehen. Um das zu vermeiden gehst Du hier am besten von einem Kriminalfall aus, bei dem der Kommissar zufälligerweise auch Maigret heißt. Im Übrigen hat Rühmann ja auch in ernsten Filmen mitgespielt, wie z.B. in dem Krimi-Klassiker "Es geschah am hellichten Tag", wo er auch einen Polizeibeamten darstellte.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL - Alfred Weidenmann
BeitragVerfasst: 19.11.2013 20:11 
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Daran solls nicht scheitern, bei dem Rühmann den ich sah wurde fast nur gesungen...

Es gibt sehr viele gute mit ihm, aber auch viele wo man sagt, typisch deutsch - Peinlich ;) :lol:

Aber dem ist ja nicht, also kann ich gefahrlos mal antesten.

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 Betreff des Beitrags: Re: MAIGRET UND SEIN GRÖSSTER FALL - Alfred Weidenmann
BeitragVerfasst: 21.11.2013 12:23 
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Ist schon wieder eine Weile her, dass ich den gesehen habe, habe ihn aber als durchaus unterhaltsam in Erinnerung, die s/w-Filme mit Gabin transportieren vielleicht diese melancholische Stimmung der schmuddeligen Pariser Hinterhöfe und Vororte aus den Romanen besser.

Wenn ich es mir recht überlege, wäre Günter Strack eine gute Wahl für die Rolle des Maigret gewesen.


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