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 Betreff des Beitrags: BADLANDS - Sam Irvin
BeitragVerfasst: 30.09.2017 12:28 
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Oblivion 2: Backlash
(Badlands / Galaxy Hunter / Kopfgeldjäger und Aliens / Backlash: Oblivion 2)
USA 1996 - Directed by Sam Irvin
Starring: Richard Joseph Paul, Jackie Swanson, Maxwell Caulfield, Meg Foster, Musetta Vander, Carel Struycken...


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Kommen zwei unfreundliche, dreckstarrende Zeitgenossen in eine üble Spelunke. Abschätzig sehen sie sich um. Ärger liegt in der dicken Luft. Das "No Smoking"-Schild an der Wand nicht beachtend angelt einer der beiden eine Zigarre aus der Manteltasche. Buster (Isaac Hayes), der Barkeeper, stammelt zaghaft eine Warnung, die der Bursche geflissentlich ignoriert. Sein Kumpel reicht ihm Feuer für den Glimmstängel. Entschlossen zieht der Raucher einmal an der Zigarre und inhaliert genußvoll, dann fängt er sich auch schon von hinten eine Kugel ein, stolpert überrascht nach vorne, bricht ohne ein Wort zu sagen zusammen und haucht sein unnützes Leben aus. Lash (Musetta Vander), den rauchenden Colt in der Hand, meint grinsend: "Those things are killing you."

Willkommen zurück in Oblivion! Zwei Jahre nach Oblivion (Alien Desperados) warf Full Moon Entertainment endlich auch das Back-to-Back-gedrehte Sequel auf den Markt, welches im Prinzip (nach einer fünfminütigen Zusammenfassung von Teil Eins) dort ansetzt, wo der Vorgänger endete. Lash und Bork (Irwin Keyes), die Überlebenden von Redeyes Gang, treiben sich in den Badlands herum, Zack Stone (Richard Joseph Paul) macht Mattie Chase (Jackie Swanson) den Hof, Leichenbestatter Gaunt (Carel Struycken) geht voller Elan seinen Geschäften nach, Doc Valentine (George Takei) versucht, eine neue, verbesserte Hand für Cyborg-Deputy Stell Barr (Meg Foster) zu basteln, und Miss Kitty (Julie Newmar) beweist schlagkräftig, daß betrunkene Unruhestifter in ihrem Freudenhaus nicht toleriert werden. Alles ist in bester Ordnung. Bis die Nachricht die Runde macht, daß der berüchtigte Sweeney (Maxwell Caulfield), der gefährlichste Kopfgeldjäger der Galaxis, unterwegs nach Oblivion ist, um sich einen Verbrecher zu schnappen. Alles deutet darauf hin, daß die peitschenschwingende Lack & Leder-Schnecke Lash die Gesuchte ist, doch die bestreitet die ihr zur Last gelegten Untaten vehement. Als sich Sweeney mit seiner Gefangenen vom Acker machen will, stellt sich ihm der in die Fußstapfen seines Vaters getretene Zack entschlossen in den Weg. Und dann taucht auch noch Jaggar (Andrew Divoff), Redeyes Bruder, auf...

Oblivion 2: Backlash bietet grundsätzlich mehr vom Gleichen, was nicht verwunderlich sein sollte, wurden die beiden Teile doch in einem Abwasch von Sam Irvin in Rumänien heruntergekurbelt. Auch wenn sich beide Filme qualitätsmäßig auf einem Level bewegen, fand ich das Sequel doch einen kleinen Tick besser und unterhaltsamer. Zwar gibt es hier weniger Action und weniger Monster zu bestaunen (der Fokus liegt also stärker auf der Westernthematik), aber die Mischung funktioniert dennoch überraschend gut, und die ganze Geschichte erscheint runder als beim doch etwas holprigen Vorgänger. Hinzu kommen einige nette Ideen, die richtig Laune machen. Als Beispiel sei nur der Bounty Hunter Sweeney genannt, der kein bißchen so ist, wie man sich einen harten, gefährlichen Kopfgeldjäger vorstellt. Der Typ scheint (auf den ersten Blick) harmlos zu sein, hat gute Manieren, versprüht einen dandyhaften Charme und ist darüber hinaus noch gebildet und modisch gekleidet. Er wirkt wie ein junger, britischer Gentleman von adeliger Abstammung und scheint auf Oblivion so fehl am Platze zu sein wie eine Klapperschlange im Streichelzoo. Schön ist ebenfalls, daß Julie Newmars Figur Miss Kitty ("Call me Kitty and catch me if you can"), deren Auftritte in Oblivion bloß Cameo-Charakter hatten, hier mehr ins Zentrum des Geschehens rückt. Die ehemalige Catwoman scheint ihre Rolle sehr zu genießen.

Wie bereits im ersten Teil stehlen Musetta Vander als Lash und Carel Struycken als Gaunt ihren Kollegen einmal mehr die Show. Vander glänzt mit Spielfreude und Sex-Appeal, während Struycken staubtrocken agiert und einige schöne Bonmots zum Besten geben darf. Es macht einfach ungeheuer viel Spaß, den beiden zuzusehen, wobei anzumerken ist, daß sich ihre Begabung für den Beruf, den sie ausüben, in Grenzen hält. Nein, eine richtig gute, glaubwürdige schauspielerische Darbietung wird man in Oblivion 2: Backlash nicht finden. Aber das ist egal, da sich der Film ja selbst mit seiner augenzwinkernden Camp-Attitüde kein bißchen ernst nimmt. Da lacht man dann auch nicht gehässig über George Takei, der ein dermaßen exzessives Overacting an den Tag legt, als gelte es, einen Preis zu gewinnen, sondern mit ihm. Dieses gut produzierte B-Movie soll einfach nur Spaß machen, und das tut es überwiegend auch. Etwas schade ist, daß es zwar viele unterschiedliche Figuren, aber keinen richtigen Antagonisten gibt, und daß der große Auftritt eines riesigen Monsters gegen Ende ziemlich kurz geraten ist. Die Westernkulissen sind ansprechend, das Höhlen-Set ist angenehm cheesy, die Spezialeffekte haben Charme (sogar ein Morphing-Effekt ist dabei), Pino Donaggios Score ist gefällig, und das Tempo ist okay, insbesondere ab dem letzten Drittel, wenn der Streifen richtig Fahrt aufnimmt.

Unterm Strich ist Oblivion 2: Backlash somit recht vergnügliches und sympathisches Entertainment, das für knappe anderthalb Stunden anspruchslose Kurzweil sorgt, ohne daß es - sieht man mal vom tollen Cast ab - besonders bemerkenswert wäre. Die Oblivion-Filme sind bestimmt nicht das Gelbe vom Ei, aber irgendwie doch ziemlich cool. Insofern ist es sehr bedauerlich, daß es mit der Oblivion-Saga nicht weiterging, zumal am Ende des Filmes manches offenbleibt. Offenbar hatte Charles Band durchaus Pläne, die Geschichte weiterzuspinnen. Daß es nicht dazu gekommen ist hängt in erster Linie wohl damit zusammen, daß die Kooperation zwischen Full Moon and Paramount Pictures ein Ende fand und ein weiterer Film auf diesem Niveau (wir reden von etwa zweieinhalb Millionen Dollar pro Streifen) nicht mehr finanzierbar war. Schade.

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