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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: EL CID - Anthony Mann
PostPosted: 27.04.2015 13:45 
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Location: Was Sie vorhin Hölle nannten, nennt er sein zu Hause.“
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Produktionsland: USA, Italien
Produktion: Anthony Mann, Samuel Bronston
Erscheinungsjahr: 1961
Regie: Anthony Mann
Drehbuch: Philip Yordan, Fredric M. Frank
Kamera: Robert Krasker
Schnitt: Robert Lawrence
Budget: ca. 6,25 Millionen US-Dollar
Musik: Miklos Rozsa
Länge: ca. 189 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:

Charlton Heston: El Cid
Sophia Loren: Jimena
Raf Vallone: Graf Ordóñez
Geneviève Page: Prinzessin Urraca
John Fraser: König Alfonso
Gary Raymond: König Sancho
Douglas Wilmer: Al-Mutamin
Herbert Lom: Yusuf
Massimo Serato: Fanez
Frank Thring: Al Kadir
Michael Hordern: Don Diego
Gérard Tichy: König Ramírez



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Als der Ritter Rodrigo Díaz de Bivar einigen Maurenfürsten die Freiheit schenkt, kreidet man ihm dieses als Verrat an. Spanien befindet sich im Krieg mit den Mauren und nach dem Tod des Königs wird das Reich durch Intrigen gespalten. Wird Rodrigo Díaz de Bivar, den alle den Cid nennen, das Reich retten können?

Nach vielen Jahren der Filmsichtung, komme ich erst heute dazu einen meiner liebsten Filme vorzustellen.

EL CID ist eine Verfilmung über das Leben des kastilischen Ritters Rodrigo Díaz de Bivar. Ein Leben voller Ideale, Loyalität und Vaterlandsliebe. Der 1961 von Anthony Mann inszenierte Historienfilm bietet als Rodrigo Díaz de Bivar die bestmögliche Besetzung. Charlton Heston spielt nicht nur den Cid, Charlton Heston ist El Cid, denn was der am 4.10.1923 in Evanston, Illinois geborene Schauspieler hier abzieht ist einfach nur: genial.

„Unter meinem Volk gibt es ein Wort für einen Krieger der weise genug ist um gerecht zu sein und mutig genug um barmherzig zu sein. Wir nennen einen solchen Mann: El Cid!“

Der Film startet mit der Vorstellung zur Lage Spaniens und konzentriert sich anschließend darauf die Hauptcharaktere zu propagieren. Hier können sich Gary Raymond als hinterhältiger Königssohn Sancho sowie Geneviève Page als ebenfalls hinterlistige Prinzessin Urraca besonders auszeichnen.

Sophia Loren bleibt es nur in wenigen Momenten vergönnt in der Rolle von Jimenadie die geliebte Bösartigkeit aufleben zu lassen. Überwiegend kommt Frau Loren dem erwarteten Spiel der liebenden Heldengattin nach. Dieses ist nicht negativ gemeint, da Sophia Loren ihren Part absolut überzeugend runterspielt.

Trotz der Spielzeit von über drei Stunden läuft EL CID niemals auf die Gefahr hinaus eine gewisse Langatmigkeit zu versprühen. Der Film zeigt sich als durchgehend spannend inszeniert. Die Abfolgen von melancholischer Dramatik gehören ebenfalls dazu und sind für EL CID unverzichtbar.

In technischer Hinsicht gibt es ebenfalls nichts was man bemängeln könnte. So werden z.B. einige herrliche Einstellungen, mit diversen Himmelsverfärbungen geboten. Auch die Schnitttechnik bietet das was dem Film gebührt.

„Was für ein edelmütiger Untertan. Wenn er doch nur einen edelmütigen König hätte.“

Fazit: Es lebe Spanien, es lebe der König, es lebe der Cid. Doch gedankt sei Charlton Heston, der hier eine schauspielerische Glanzleistung hinlegt.



www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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 Post subject: Re: EL CID - Anthony Mann
PostPosted: 27.04.2015 16:31 
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Schöne Review für einen großartigen Film. Ich ziehe El Cid allen Historienfilmen, die in den letzten 20 Jahren entstanden sind vor, ebenso Manns Der Untergang des Römischen Reiches. Ein klarer 10/10 Punkte Film.


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 Post subject: Re: EL CID - Anthony Mann
PostPosted: 30.04.2018 21:37 
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Die jüngste BD-Veröffentlichung hat mich den Film neu entdecken lassen, und auch nach zahlreichen Seherfahrungen im Fernsehen konnte mich EL CID wieder einmal - über die vollen 3 h - bestens unterhalten...

was mich etwas verwundert, oder vielleicht auch nicht, ist jedoch, warum die Wahl des Produzenten ausgerechnet auf Anthony Mann gefallen war...

es wundert mich deshalb, weil Manns Filme meistens immer sehr psychologisch tiefgründig sind, und dabei oft auch ziemlich zynisch brutal rüberkommen - so ist es denn kein Wunder, dass Manns frühes Werk vor allem dem "Film Noir" zugeschrieben werden kann, wobei seine "Noir"-Themen dann später auch in den kommenden Western vorzufinden sind
- hier sei natürlich nur an NACKTE GEWALT oder an DER MANN AUS DEM WESTERN erinnert, der wenige Jahre vor EL CID entstanden ist...

EL CID zeichnet eine mythische Heldenfigur, die völlig eindimensional ist, somit keine Tiefen im Charakter besitzt, und quasi Christus-gleich ihre Opferbereitschaft gegenüber König und Vaterland auslebt, was der Film in mehreren Symbolen immer wieder betont...
sicherlich war es die Absicht des Films, den spanischen Nationalhelden als den edelmütig königstreuen Ritter darzustellen - allerdings sehe ich hier etwas, was sich so eigentlich sonst nicht in Manns Filmographie findet, selbst der spätere UNTERGANG DES RÖMISCHEN REICHES wirkt hier - liegt natürlich auch am Thema - wesentlich "düsterer", da zahlreiche Figuren wiederum "moralische" Defekte zeigen (selbst der Held versucht ja den römischen Kaiser mit seinen Mitteln zu hintergehen)...

insofern kann man die El-Cid-Figur natürlich als einen Typus betrachten, der für die "guten" Werte steht und damit eine Art Vorbildcharakter einnehmen soll... wiederum ein Aspekt, der sich vom Duktus der früheren Mann-Filme unterscheidet, bis auf "Cimarron", den ich ähnlich "naiv" in seiner Charakterzeichnung empfinde (und der mir eigentlich auch nicht so richtig gefällt)...

während es mich also einerseits auf der inhaltlichen Ebene verwundert hat, dass ausgerechnet Mann für dieses Heldenepos ausgewählt worden ist, so muss ich weiterhin dann doch sagen, dass man als Regisseur keinen besseren - natürlich überspitzt gemeint - hätte finden können, wenn es um die opulenten Kompositionen geht, die sich in EL CID zeigen...

seien es nun die zahlreichen Kampfszenen, die ich vor allem aus der Totalen hervorragend inszeniert finde, oder die ritualisierten Szenen in der Burg und in der Kirche: Anthony Mann beweist hier eine ungeheure visuelle "Kraft", ja, die Bilder wirken in ihrer Monumentalität, gleichwie es dann auch sehr schöne kompositorische Interaktionen zwischen den handelnden Figuren und ihrer räumlichen Umgebung gibt, wenn zum Beispiel die vorn platzierte Figur mit einem Fresko u. ä. "optisch" zusammenspielt - hier ergibt sich eine "ästhetische Eleganz", die wohl nicht von ungefähr an die Strenge mittelalterlicher Kunst gemahnen möchte...

bereits in Anthony Manns DRAUSSEN WARTET DER TOD (ein unglaublich gelungener Film, wie ich finde) sind mir solche ornamentalen Figuren-Verteilungen im Fort aufgefallen, wo Mann wunderschöne harmonische "Breitwandbilder" gezaubert hat - auch soll Mann (ungenannt) bei QUO VADIS Regie geführt haben...
- möglicherweise ist ihr, durch die Filme DRAUSSEN WARTET DER TOD und QUO VADIS, der Weg für den "kolossalen" Mann - abseits vom "Noir"-Mann - gelegt worden...

sei es nun, wie es ist: EL CID ist ein mehr als gelungener Historien-Film, der eine idealistische Grundierung besitzt, die man mögen kann, oder auch nicht...
das Schlussbild mit der "reitenden" Idee kann dazu der Prüfstein sein...


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