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 Betreff des Beitrags: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 13.09.2013 17:28 
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FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO

----------------------------VANISHING POINT----------------------------

USA/GB 1971

Darsteller:
Barry Newman, Dean Jagger, Cleavon Little,...

Inhalt:
Ex-Rennfahrer Kowalski verdient sich sein Geld mit der Überführung von Autos. Um dies immer möglichst schnell zu schaffen besorgt er sich regelmäßig Speed beim Dealer seines Vertrauens ! Mit diesem geht er eine Wette ein; wenn er es schafft einen 70' Dodge Challenger innerhalb von 15 Stunden von Denver nach San Francisco zu bringen gibts die Pillen umsonst,... Kowalski rast lost, verfolgt von der Polizei, doch nichts scheint ihn stoppen zu können...

Eine schande, das der hier noch nicht genauer besprochen wurde, das muss sich jetzt schleunigst ändern, den der Film ist ne Granate, einer der besten "Car-Chase-Filme" die es gibt wenn nicht gar der beste ! Hab ich gestern nach längerem mal wieder gesehen und jedesmal aufs neue kann mich der Film unterhalten ! Früher war der wohl moralisch fragwürdig, wegen Drogenverherlichung (?) weshalb er im Kino eine 18ener Freigabe bekamm ! Heute ist das nicht mehr nachvollziehbar, aber das nur nebenbei !
Der Streifen ist ein Stück Kinogeschichte, ein Klassiker !
Und der Challenger ist ein Traum, hach wie sehr ich dieses Auto möchte !
10/10

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Zuletzt geändert von Italo-West-Fan am 15.09.2013 16:20, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafin
BeitragVerfasst: 13.09.2013 19:21 
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Jo der Film sollte in jeder guten Sammlung Stehen!
Und ich hab ne gute ;) :mrgreen:

Ist schon ein toller Film, verfolgungsjagt von Anfang bis ende.
Beeindruckt haben mich die riesigen Freeway Raupen am ende, das sind mortsdrum dinger :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafin
BeitragVerfasst: 14.09.2013 12:19 
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Unverzichtbar, gehört in jede Sammlung. Die BD ist empfehlenswert, zugreifen! Auf jeden Fall im Originalton schauen!!!

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Älterer Kurzkommentar:


Fluchtpunkt San Francisco

Kowalski (Barry Newman) verdient seinen Lebensunterhalt mit der Überführung von Autos, vorzugsweise flotte Amischleudern. Dabei drückt der ehemalige Rennfahrer gern ordentlich auf die Tube, jedoch hilft nur Dope gegen aufkommende Müdigkeit. Als er bei seinem "Lieferanten" eine Fuhre Speed einkauft, schliesst er mit dem Pillenonkel eine waghalsige Wette ab. Kowalski will es innerhalb von fünfzehn Stunden von Denver nach San Franciso schaffen. Der Wetteinsatz ist nicht hoch, entweder zahlt Kowalski den doppelten Preis für seine Pillen oder er bekommt sie umsonst. Es geht nicht um materielle Werte, Ehrgeiz hat den waghalsigen Racer gepackt. Bald hat Kowalski die Polizei im Schlepptau, jedoch können ihn weder Motorräder noch PKW der Bullerei aufhalten. Kowalski ist zu schnell für die Gesetzeshüter, außerdem ein verdammt guter und verdammt risikofreudiger Fahrer. Grenzen der Bundesstaaten sind eine willkommene Hilfe für den Raser, dort endet die Zuständigkeit der Verfolger. Der blinde Radiomoderator Super Soul hört den Polizeifunk mit, ist daher über die atemlose Hatz auf Kowalski bestens informiert. Durch Super Souls begeisterte Berichterstattung mutiert Kowalski zum Helden, gewissermaßen zum personifizierten amerikanischen Traum ...

Vielen Filmen heften Rechteinhaber gern das Wort "Klassiker" an, sicher oft zu Unrecht. "Vanishing Point" (1971) von Regisseur Richard C. Sarafian darf -nein muss- aber ohne Zweifel zu den grossen Klassikern der siebziger Jahre gezählt werden, herrliche Autostunts inklusive. Freilich bleibt der Flick nicht auf stumpfsinniges Gerase beschränkt, immer wieder gibt es nahezu beschauliche Momente und ruhige Zwischentöne zu genießen. Über den "Helden" Kowalski, von Barry Newman extrem gut gespielt, erfahren wird in diversen Rückblenden wichtige Details über seinen bisherigen Lebensweg. So zeichnet das Drehbuch einen greifbaren Protagonisten, der Zuschauer fiebert zu jeder Sekunde mit dem modernen Outlaw, freut sich über jedes geschrottete Fahrzeug der Gegenspieler. Überhaupt kommen die Gesetzeshüter in diesem Film alles andere als gut weg, sind sie doch überwiegend als tumbe Trottel mit faschistoider Schlagseite unterwegs. Neben Barry Newman zieht Cleavon Little als Radiomoderator Super Soul ordentlich vom Leder, es ist eine wahre Freude. Auch Axl Rose begeisterte sich offensichtlich für den guten Mann. Im Song "Breakdown" -zu finden auf dem Album "Use your Illusion II- zitiert er etliche Zeilen des durchgeknallten Radiofreaks!

Der Name Barry Newman mag bei vielen Filmfans zunächst ein Fragezeichen auf das liebliche Antlitz zeichnen. In Deutschland dürfte er den etwas betagteren Herrschaften durch die TV-Serie "Petrocelli" bekannt sein, die bereits in den siebziger Jahren über die Mattscheibe flimmerte. "Fluchtpunkt..." ist seine wichtigste Filmrolle, die er -ich wiederhole mich in diesem Fall sehr gern- mit absoluter Bravour meistert. Schwachpunkte kaum benennbar, vielleicht ist der Spannungsbogen in der ersten Hälfte des Filmes minimal stärker gestrafft, aber dies zu kritisieren wäre Erbsenzählerei.


Unverzichtbar, herrlich, wunderbar! Extrem fette 9/10 !!!

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafin
BeitragVerfasst: 14.09.2013 12:31 
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Blap hat geschrieben:
Unverzichtbar, gehört in jede Sammlung.


:schilder_008:

(In meiner Sammlung ist er natürlich schon) :mrgreen:

PS: der gute Richard heißt übrigens Sarafian. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 14.09.2013 16:55 
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Randolph Carter hat geschrieben:
PS: der gute Richard heißt übrigens Sarafian. ;)

Danke, habs ausgebessert ! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 15.09.2013 14:04 
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nobody sees,
till the light of life stops shining,
till another soul goes free."


Vanishing Point ist echt ein Wahnsinnsfilm, sicherlich einer meiner liebsten US-Filme. Dem Film gelingt es eine Atmosphäre zu erzeugen, die einen regelrecht in seinen Bann zieht: diese bedrückende "es gibt keine Freiheit mehr" Stimmung, die Autos, die Darsteller (Newman!, Super Soul!!), die Fascho-Polizei und diese großartige Musik. Zugleich ist der Film scharfe Kritik am amerikanischen Traum, am Vietnamkrieg und an der vorgegaukelten Freihein in Amerika, die es in der Realität gar nicht existiert. Das Vanishing Point derart US-kritisch daherkommt liegt möglicherweise auch daran, dass das Drehbuch ein Kubaner verfasst hat. Einfach ein herausragender Streifen, der jedes Mal wieder unglaublich faszinierend ist und zu den besten Filme der New Hollywood-Era gehört, die wirklich ein paar fantastische Filme zuwege gebracht hat (zb. Easy Rider, The hired hand, Two-Lane blacktop, The last movie...).

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 15.09.2013 16:21 
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Übrigens, ist das Remake so überflüssig wie ich vermute, oder kann man da mal einen Blick riskieren ?

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 20.09.2013 12:22 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
Übrigens, ist das Remake so überflüssig wie ich vermute, oder kann man da mal einen Blick riskieren ?


Wenn du das Original richtig, richtig gerne magst (so wie ich), dann las das mit dem Remake lieber sein. Was habe ich mich geärgert...

Das Original gehört zu meine alltime Favorites. Kowalski ist einfach natürlich cool, der Challenger ist ein Traum, die Musik ist klasse und die vorbeirauschende Landschaft lässt mich darüber nachdenken, die Strecke von Denver nach Frisco selbst mal abzufahren - toll!


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 20.09.2013 20:37 
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Sarafian ist übrigens vor ein paar Tagen verstorben.

Vanishing Point was mit Sicherheit sein bester Film.

Direkt danach hat er noch 2 gute Western gemacht. Und das wars dann auch schon. Oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 20.09.2013 20:47 
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nerofranco hat geschrieben:
Zugleich ist der Film scharfe Kritik am amerikanischen Traum, am Vietnamkrieg und an der vorgegaukelten Freihein in Amerika, die es in der Realität gar nicht existiert.


Sehe ich allerdings ganz anders. Der Film spricht sicher einige gesellschaftkritische Punkte an, die unterschiedlichen Lebensumstände verschiedener Amerikaner, die Vielseitigkeit dieses Landes und ein unglaubliches Freiheitsgefühl. Ich muss jetzt zugeben, dass mich der Film nicht so stark begeistert, aber das Lebensgefühl ist sicher typisch amerikanisch.
Von einer "vorgegaukelten Freiheit" kann jetzt doch nicht wirklich die Rede sein, sondern eigentlich erzählt der Film eine Story, die nur mit dem Amerikan Way of Life kombinierbar ist. ;)
Das Auflehnen gegen vorgegebene staatliche Grenzen, das Ausreizen eines individuellen Lebensgefühls....


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 21.09.2013 17:10 
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El Puro hat geschrieben:
nerofranco hat geschrieben:
Zugleich ist der Film scharfe Kritik am amerikanischen Traum, am Vietnamkrieg und an der vorgegaukelten Freihein in Amerika, die es in der Realität gar nicht existiert.


Sehe ich allerdings ganz anders. Der Film spricht sicher einige gesellschaftkritische Punkte an, die unterschiedlichen Lebensumstände verschiedener Amerikaner, die Vielseitigkeit dieses Landes und ein unglaubliches Freiheitsgefühl. Ich muss jetzt zugeben, dass mich der Film nicht so stark begeistert, aber das Lebensgefühl ist sicher typisch amerikanisch.
Von einer "vorgegaukelten Freiheit" kann jetzt doch nicht wirklich die Rede sein, sondern eigentlich erzählt der Film eine Story, die nur mit dem Amerikan Way of Life kombinierbar ist. ;)
Das Auflehnen gegen vorgegebene staatliche Grenzen, das Ausreizen eines individuellen Lebensgefühls....


Von diesem "Lebensgefühl" kommt zwar im Film einiges rüber und man bewundert die Hauptfigur als Zuschauer vielleicht oder identifieziert sich eventuell sogar mit ihr. Das Ende des Films bringt einen glaube ich aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und stellt diese grenzenlose Freiheit doch stark in Frage.
Ich bin eigentlich überhaupt kein Autonarr und finde Verfolgungsjagden oft eher uninteressant aber der Film ist super!


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 22.01.2014 23:36 
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1.) Die Wette mit dem Drogenhändler macht keinen Sinn, indem Kowalski sich selbst unter Druck setzt, sein Ziel in 15 Stunden zu erreichen, obwohl er Zeit genug hätte.

2.) Der zeitliche Verlauf passt dann nicht zu der selbstgesetzten Aufgabe, die Strecke in 15 Stunden zu bewältigen.

3.) Unter Drogeneinfluss mit weit überhöhter Geschwindigkeit zu rasen hat mit persönlicher Freiheit nichts zu tun.


Und sonst? Der Film ist wahrlich grandios und ein herrliches Beispiel dafür, was zu Zeiten des "New Hollywood" auch die großen Studios herauszubringen trauten. Ansehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 23.01.2014 01:09 
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ugo-piazza hat geschrieben:
3.) Unter Drogeneinfluss mit weit überhöhter Geschwindigkeit zu rasen hat mit persönlicher Freiheit nichts zu tun.

Ja, das sind allerdings Amphetamine, die er konsumiert und diese fördern Wachsamkeit und Reaktionsvermögen.
Deinem Argument nach dürfte man ja auch kein Kaffee trinken und Autofahren.

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 23.01.2014 01:14 
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TRAXX hat geschrieben:
Ja, das sind allerdings Amphetamine, die er konsumiert und diese fördern Wachsamkeit und Reaktionsvermögen.
Deinem Argument nach dürfte man ja auch kein Kaffee trinken und Autofahren.


Und deinem nach würde die Unfallstatistik gen 0,0 % tendieren, wenn sich jeder vor der Fahrt ein Pillchen gönnt? :mrgreen: :?:


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 23.01.2014 20:21 
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Armitage hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Ja, das sind allerdings Amphetamine, die er konsumiert und diese fördern Wachsamkeit und Reaktionsvermögen.
Deinem Argument nach dürfte man ja auch kein Kaffee trinken und Autofahren.


Und deinem nach würde die Unfallstatistik gen 0,0 % tendieren, wenn sich jeder vor der Fahrt ein Pillchen gönnt? :mrgreen: :?:

Mmmh, zumindest würde sie wesentlich weniger hoch als bei Alkohol ausfallen. Nicht jede Droge wirkt betäubend. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 17.12.2014 11:25 
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Insgesamt ein netter Streifen, der wohl irgendwie zurecht das Etikett "Kult" mit sich führt. Allerdings kann ich gar nicht genau sagen warum eigentlich. Die ganze Zeit hatte ich gedacht: "Was soll das alles?", oder wie Hannibal Lecter mit den Worten Mark Aurels sagen würde: "Was ist es in sich selbst?". ;) Für ein Roadmovie ganz gelungen, aber irgendwie war das alles zu wenig. Zu wenig Handlung, zu wenig "Struktur", teilweise bescheuerte Charaktere (Supersoul)...Positiv war die nackte Dame auf dem Mokick. Ansonsten ein netter Film für zwischendurch, zweifelsohne. Aber irgendwie gefällt mir Easy Rider als Roadmovie besser. Denn dieser konnte den "Geist" der Zeit besser atmen als Vanishing Point (falls es dieser überhaupt wollte). Für eine Charakterstudie der Endsechziger-US-of-A war mir das zu platt. Unterdrückung des Individuums oder Verfall der Sitten, Untergang des American-Way-of-Life, soziologische Umwälzungen etc.pp. hab ich hier nirgendwo gespürt. Die Bullen sagen doch auch einmal, dass sie gar nix machen können solange er sich nicht ungebührlich verhält (sinngemäß). Als einer DER Vertreter des New Hollywood sicherlich zu Recht eine Sonderstellung. Aber subjektiv betrachtet eher ein "Midnight Movie" (aber das muss ja auch nicht das Schlechteste sein ;) ).
Vielleicht ändert sich die Meinung/Wertung nach einer Zweitsichtung aber im Moment vergebe ich lediglich

7/10


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 17.12.2014 12:12 
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10/10 von Italo-West-Fan. You are my man :).

Was die großen US roadmovies jener Ära betrifft, gibt es das Dreigestirn EASY RIDER (neben WILD BUNCH mein Lieblingsfilm, da Life-changing-experience), TWO-LANE BLACKTOP (eine weitere Filmbibel für mich. Hierzulande nie im Kino gelaufen dank Lew Wasserman's ''Kill New Hollywood'' Strategie. Und dann wegen Musikrechten-Theater nie auf VHS rausgekommen. Endlich hat er sein verdientes Kultpublikum).
Und natürlich VP. Die Filme sind grundverschieden voneinander, sowohl inhaltlich als als stilistisch. Und alle drei in meinen TOP 10 :).

Der Film hat kaum was mit dem Thema ''End 60er Charakter Studie'' zu tun. Es ist ein Film über SPEED. THE FREEDOM OF SPEED ist das Thema des Filmes. Zumindest die Intention von Sarafian, das schöne an der Kunst ist ja die individuelle Betrachtungsweise 'hinterher'...

Mr. FAN: ja so ein Challenger, ja das ist schon was :). Meine erste Fahrt in einem 440er war spektakulär. Die Sitzlehnen waren verstärkt! Damit ein etwas kräftiger Mann beim Anfahrschub mit seinem Gewicht nicht die Sitzlehne abbricht. 2000 war bei mir ein 'neues' Auto fällig, zufälligerweise war der einzige 70er Challenger des Landkreises hier zum Verkauf in der Zeitung (15,000 DM!). Nach 10 Minuten hartem Kampf mit mir rief ich an um ihn zu kaufen, YOU ONLY LIVE ONCE. Es war besetzt. Der Anrufer hatte ihn gerade gekauft. Obwohl das Ding heut 4x so viel wert ist, bereue ich es aber nicht. Er ist flach, mit hohem Suchtfaktor, aber auch ein bisserl zu groß für den Stadtverkehr und die Parkplätze hier. Von den 23 Litern nicht zu sprechen. Meinen Alternativkauf 1969er OPEL GT habe ich dafür heute immer noch..

Ich hab vor ein paar Jahren für das US Magazin Cinema Retro nen 10-Seiter über VP und dessen Entstehungsgeschichte geschrieben. Leider ist die Ausgabe lange ausverkauft und kostet 100.- bei eBay. Sarafian war von der Ausgabe so begeistert, dass er sie ne Weile immer bei sich trug und allen gezeigt hat. So macht man sich gegenseitig stolz.

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 17.12.2014 14:10 
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Block hat geschrieben:
... teilweise bescheuerte Charaktere (Supersoul) ...


Das schmerzt ein wenig. Hast du den Film im Originalton geschaut? Super Soul fällt in der deutschen Fassung leider deutlich ab.

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 17.12.2014 14:54 
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Blap hat geschrieben:
Block hat geschrieben:
... teilweise bescheuerte Charaktere (Supersoul) ...


Das schmerzt ein wenig. Hast du den Film im Originalton geschaut?

Mea maxima culpa. :oops:

mike siegel hat geschrieben:
Der Film hat kaum was mit dem Thema ''End 60er Charakter Studie'' zu tun. Es ist ein Film über SPEED. THE FREEDOM OF SPEED ist das Thema des Filmes.

Das finde ich nun wiederum doch. Wenn es um einen Film geht, der wie du sagst "Freedom" oder eben auch "Freedom of Speed" propagiert oder wenigstens nur als Sujet hat, muss sich trotzdem der Frage stellen inwiefern er Kind seiner Zeit war. "Freedom" als Aufhänger eines US-Amerikanischen Films in den Endsechzigern/Anfangsiebzigern kann ja nur "Freedom" des Individuums bedeuten. Freiheit zu rasen bedeutet ja auch Freiheit des Rasenden. Und in diesem Fall bin ich mir hunderprozentig sicher, dass Sarafian all die Ereignisse vor Augen hatte, die sich im Vorfeld des Films zugetragen hatten: Altamont, Manson, Kent State, der Tod der heiligen J-Faltigkeit (Morrison, Hendrix, Joplin, Brian Jones). Das war alles nicht mehr der Summer of Love, das war die Ernüchterung nach dem Aufbruch in eine neue Zeit. Und in meinen Augen wird mir das hier einfach zu plump umgesetzt. Vielleicht habe ich auch ein wenig zu viel da reininterpretiert, aber wie gesagt, vielleicht reißt's die Zweitsichtung wieder raus. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 17.12.2014 15:07 
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Block hat geschrieben:
Altamont, Manson, Kent State, der Tod der heiligen J-Faltigkeit (Morrison, Hendrix, Joplin, Brian Jones). Das war alles nicht mehr der Summer of Love, das war die Ernüchterung nach dem Aufbruch in eine neue Zeit. Und in meinen Augen wird mir das hier einfach zu plump umgesetzt. Vielleicht habe ich auch ein wenig zu viel da reininterpretiert, aber wie gesagt, vielleicht reißt's die Zweitsichtung wieder raus. :)


Durchaus, diese Personen und Ereignisse ziehen beim Genuss von "Vanishing Point" auch an meinem geistigen Auge vorüber. Ich habe den Film jedoch nie als plump empfunden. Ja, die "Message" mag eindeutig sein, wirkt aber -dennoch/deswegen- dank ihrer Einfachheit mit der Kraft des imaginären Vorschlaghammers. Radikal bis zur letzten Sekunde, vor allem in den letzten Sekunden.

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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 17.12.2014 18:47 
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Block hat geschrieben:
Und in diesem Fall bin ich mir hunderprozentig sicher, dass Sarafian all die Ereignisse vor Augen hatte, die sich im Vorfeld des Films zugetragen hatten: Altamont, Manson, Kent State, der Tod der heiligen J-Faltigkeit (Morrison, Hendrix, Joplin, Brian Jones). Das war alles nicht mehr der Summer of Love, das war die Ernüchterung nach dem Aufbruch in eine neue Zeit.
Genauso isses. Und wo EASY RIDER von 1969 noch Love & Peace im Bauch hatte, weil das '69 einfach noch das Lebensgefühl war, ist 1971 ebendiese Ernüchterung eingetreten. Rückzug ins Private (das Päarchen in der Wüste), härter werdende Drogen (Kowalski selber), und am Ende kann nur der Tod stehen. So war es 1971, die selige Hippie-Zeit war vorüber, und VP findet dafür genau die richtigen Bilder und genau die richtige Stimmung. Das Ende dieser Zeit habe ich glaube ich noch nirgends besser behandelt vorgefunden. Oder besser dokumentiert ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 17.12.2014 22:03 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Block hat geschrieben:
Und in diesem Fall bin ich mir hunderprozentig sicher, dass Sarafian all die Ereignisse vor Augen hatte, die sich im Vorfeld des Films zugetragen hatten: Altamont, Manson, Kent State, der Tod der heiligen J-Faltigkeit (Morrison, Hendrix, Joplin, Brian Jones). Das war alles nicht mehr der Summer of Love, das war die Ernüchterung nach dem Aufbruch in eine neue Zeit.
Genauso isses. Und wo EASY RIDER von 1969 noch Love & Peace im Bauch hatte, weil das '69 einfach noch das Lebensgefühl war, ist 1971 ebendiese Ernüchterung eingetreten. Rückzug ins Private (das Päarchen in der Wüste), härter werdende Drogen (Kowalski selber), und am Ende kann nur der Tod stehen. So war es 1971, die selige Hippie-Zeit war vorüber, und VP findet dafür genau die richtigen Bilder und genau die richtige Stimmung. Das Ende dieser Zeit habe ich glaube ich noch nirgends besser behandelt vorgefunden. Oder besser dokumentiert ...


Arthur Penn hat das schon 1969 in Alice's Restaurant konstatiert. Und die letzte brillante Einstellung des Films fängt diese Ernüchterung virtuoser ein als Sarafian das vermag.


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 31.08.2016 23:31 
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4 Mal habe ich DEATH PROOF jetzt schon gesehen, aber noch nie FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO.
Wenn aber ein Film in einem anderen Film sooft zitiert wird, wie es bei DP mit VP ist, dann ist das ja schon nicht mehr nur eine Hommage, sondern schon eine indirekte Empfehlung des Regisseurs/Drehbuchautors.
Und so musste natürlich auch FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO einmal her und angeschaut werden und das ist jetzt endlich geschehen.
Ich habe mir gedacht, wenn gerade Tarantino in seinem Film einen anderen Film sooft erwähnt, dann kann der ja nicht so schlecht sein.
Der Klassiker-Status war mir bekannt, aber ganz ehrlich, meine Begeisterung hält sich in Grenzen.
Ungeachtet dessen, was der Film sein sollte, was er kritisiert und was darüber hier schon alles geschrieben wurde, sage ich jetzt einfach meine Meinung gerade heraus.
FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO hat seine guten Seiten (Super Soul, die Musik, der Challenger), hat sicher einen gewissen Unterhaltungswert und ist somit kein langweiliger Film.
Aber das ist leider auch schon alles Gute an dem Film für mich.
Die Geschichte ist mir ein bisschen zu monoton, nicht wirklich spannend.
Was am Ende mit Kowalski passiert war nicht überraschend, geschweige denn, dass ich mir irgendwas in der Art gedacht hätte von: "Nein, warum denn jetzt das, warum denn so?"
Das heißt, im Endeffekt, ist mir der Typ sonstwo vorbeigegangen.
Ich habe den Film jetzt einmal gesehen und damit hat es sich für mich erledigt.

Auch wenn es für folgendes Dresche geben sollte, es muss einfach raus:

Da schaue ich mir doch lieber zum 5. Mal DEATH PROOF an als FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO.
Der bietet mehr Abwechslung, mehrere interessante Charaktere, ist spannender - macht einfach mehr Spaß.
Für VP gibt's daher nur 7/10.


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 Betreff des Beitrags: Re: FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO - Richard C. Sarafian
BeitragVerfasst: 05.12.2017 23:52 
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Habe ihn mir noch einmal vorgenommen, aber ganz gleich ob auf deutsch oder englisch: Der Spaßfaktor hält sich für mich sehr in Grenzen.
Ich verstehe schon, warum der Film für viele Kult ist, aber für mich ist das alles nach wie vor nicht wirklich gut oder cool.
Die Monotonie des Geschehens fällt schnell störend auf und somit zieht sich das Ganze mit fortschreitender Laufzeit mehr und mehr.
Super Soul oder generell die Musik sehe ich immer noch als Pluspunkte des Films, aber das ist nicht viel und leider auch schon fast alles.
Daher glaube ich, die 7 Punkte, die ich damals nach der Erstsichtung gegeben habe, sind sogar noch zu hoch gegriffen.
Aus heutiger Sicht tendiere ich eher zu 6/10.


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