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 Betreff des Beitrags: GESICHTER - John Cassavetes
BeitragVerfasst: 30.08.2017 22:50 
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Produktionsland/Jahr: USA 1968
Darsteller: John Marley, Gena Rowlands, Lynn Carlin, Seymour Cassel, Fred Draper, Val Avery, Dorothy Gulliver, Joanne Moore Jordan, Darlene Conley, Elizabeth Deering
Drehbuch: John Cassavetes
Produziert von: John Cassavetes & Maurice McEndree
Musik: Jack Ackerman

Bei dem Ehepaar Frost ist nach vierzehn Jahren Ehe die Luft raus. Nach einem Streit mit Gattin Maria verbringt der Versicherungskaufmann Richard die Nacht mit dem Callgirl Jeannie, während sich Maria mit dem Alt-Hippie und Playboy Chet revanchiert. Am folgenden Morgen steht sich das Ehepaar wieder gegenüber. Ein verzweifelter Katzenjammer folgt...
(Ofdb)

GESICHTER ist nach SCHATTEN der zweite richtige, "echte" Cassavetes-Film.
Genauso wie SCHATTEN entpuppte sich auch GESICHTER als sehr langwieriges Projekt.
Drei Jahre (seit 1965) arbeitete Cassavetes an dem Film, bevor er 1968 veröffentlicht werden konnte.
Und zum ersten Mal seit SCHATTEN, also seit 1959 (oder genau genommen 1957), darf er wieder so arbeiten, wie er es für richtig hält.
Herauskommt dabei ein Ehedrama, das aber erst nach und nach als ein solches erkennbar wird.
Der Film hat keinen richtigen Vorspann (nur Titeleinblendung) und keine Einleitungsphase, wir sind von Anfang an mittendrin (zunächst im Berufsleben von Richard [John Marley]).
Bei dem den Film eröffnenden Gespräch, wird bereits deutlich gemacht: Seinen Titel trägt der Film nicht umsonst.
Die episodisch scheinenden Gespräche aus denen der Film größtenteils besteht, sind durchzogen von Nahaufnahmen von Gesichtern.
Auf den ersten Blick ist das Ganze nichts anderes als eine beliebig anmutende Aneinanderreihung von Gesprächen über ganz banale alltägliche Themen.
Kameraarbeit, Ausleuchtung und die Inszenierung machen aber aus jeder einzelnen Sequenz etwas Besonderes und Cassavetes schafft es auch noch, alles so natürlich wie möglich wirken zu lassen.
Das mag vielleicht für viele nicht besonders aufregend klingen, aber eines lasst euch gesagt sein: Die Gesprächsatmosphäre und Dialoge sind in gewisser Weise fast eine Light-Version von Tarantino.
Auch Cassavetes streut in den Gesprächen, die er zeigt, immer wieder kurz irgendeinen Nonsens ein, der das Geschehen auflockert.
Über weite Strecken kommt er dabei sogar ohne Musik aus und ich vermisse sie nicht einmal.
Wie schon gesagt, ist der Film eigentlich ein Drama, aber gelacht wird genug und jedes einzelne Gespräch, jede einzelne Episode, durchzieht eine Coolness, Natürlichkeit und (trotz allem) Leichtigkeit, die mir unbeschreiblich scheint.
Die Phrase klingt zwar schon abgedroschen, aber in dem Fall muss ich es einfach wieder sagen: Das muss man selbst gesehen haben!
10/10

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Diverses zum Film:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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