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 Betreff des Beitrags: KILLING AMERICAN STYLE - Amir Shervan
BeitragVerfasst: 15.02.2018 19:44 
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Killing American Style – Amir Shervan

(USA 1988)

20.8.2017, VHS (Scala, DF, 1,33:1)
5.1.2018, Kino (Kommkino Nürnberg, digital konvertierte VHS-Cassette, DF, 1,37:1)



Inhalt:

Tony Stone hat einen „Riesenjob“ für Lynch, der im Hinterzimmer einer Castingagentur gerade eine Bewerberin vernascht: Einen Überfall, der stattfinden muss, bevor der Geldtransporter kommt. Unterstützt von einem mexikanischen Wachmann gelingt der Überfall, danach wird erstmal gefickt und das Geld bekommt Tonys gleichaltrige Mutter zur Aufbewahrung. Doch die Polizei kann die beiden Rädelsführer wenig später schnappen, aber die Helfershelfer Tonys und Lynchs täuschen einen Unfall vor, während deren Gefangenentransportbus an ihnen vorbeifährt und befreien die Beiden. Da einer der Vier angeschossen ist und die Polizei hinter ihnen her ist, lassen sie von ihrem ursprünglichen Plan ab, in ein Hotel zu gehen, bis Tonys Mutter mit dem Geld dazukommt und dann zu verduften, sondern brauchen ein Haus als Versteck – John Morgans Ranch.

John Morgan, Farmer, Karatekämpfer und Familienvater, lebt hier in Frieden, es sein denn, ein Knirps aus dem Karateclub seines Sohnes wird frech und behauptet, sein Vater könne besser kämpfen als er. Dann wird er schon mal ungemütlich und steigt mit dem Papi in den Ring, wo er ihn blutig schlägt, was die beiden Kinder stoisch betrachten. Dort halten sich die beiden auf, als die vier Geflüchteten Morgans Frau und Tochter überfallen; der Angestellte José wird sofort getötet. Der zurückgekehrte Morgan versucht sein Glück zwar Anfangs mit handfester Gegenwehr, muss sich jedoch nach kurzer Zeit der Waffengewalt beugen. Da die Schusswunde des Verletzten unter den 4 Gangstern nicht heilt und auch die Krankenschwesternkenntnisse von Morgans Tochter nicht ausreichen, beschließen sie, einen Arzt zu entführen, und Morgan, der seine Familie als Geisel sieht, beschafft ihnen Dr. Fuji, einen Arzt mit japanischen Wurzeln. Als die Frau des Arztes schließlich ihren Mann vermisst und es der Polizei meldet, erkennt Lt. Sunset sofort: „Noch mehr Leute sind getötet worden“ – setzt sich an den Abendbrottisch – „Verdammt“.

Dr. Fuji versucht derweil Brandon zu trösten und sagt ihm, dass seine Mutter gerade ein Bad nehme. Das lässt Lynch sofort hellhörig werden; er schleicht sich hinauf, entkleidet sich labgsam, nähert sich der Badenden von hinten und packt sie. Brandon entwendet inzwischen Loony, dem Geistigzurückgebliebenen unter den 4 Gangstern, die Waffe und bringt sie seinen Eltern, doch Morgan steht noch unter dem Einfluss eines Schlafmittels und seine Mutter ist wegen der nur kurz zurückliegenden Vergewaltigung unter Schock. Als sie die Waffe ergreift, brechen aber schon die Gangster durch die Tür und holen sie sich unter Androhung massiver Gewalt zurück.

Am nächsten Tag darf Morgan wieder einen Ausflug machen: Zur Mutter Tonys, um das Geld zu holen. Dort ist mittlerweile auch die Polizei, da sie in einem Bordell den Aufenthalt der Dame ermitteln konnten. Die zeigt sich erst widerborstig, besonders als sie erfährt, dass sie der Polizei als Köder dienen soll, damit Morgan mit dem Geld unentdeckt fliehen kann „Sag meinem Sohn, dass er mich wenigstens besuchen soll“. Zurück auf seiner Farm versteckt er das Geld und behauptet, er habe es nicht bekommen. Brandon sagt er, dass auf dem Dach eine Pistole versteckt hat und ob er hinaufklettern könne, um sie zu holen. Brandon traut sich: „Du bist mein Mann“. Dank der Waffe kann nun Morgan die Oberhand gewinnen und auch Dr. Fuji will sich an den Gangstern ob der vielen Demütigungen rächen: „Ich werde sie töten. Auf japanische Weise!“ – „Ich mach´s lieber auf amerikanische Weise“. Morgan hält Wort und kann 2 der Gangster töten, Lynch anschießen – ihn erschießt seine Frau, dahin, wo es Männern besonders weh tut, und liefert sich mit Tony Stone ein Kickboxduell vor den Augen der Polizei, die gespannt abwartet, wer gewinnt. Mittlerweile sind auch Fernando und seine Mutter, die Familie des ermordeten José, eingetroffen; den beiden Trauernden gibt er die Diebesbeute: „Dieses Geld habe ich für deinen Vater aufgehoben. Jetzt gehört es dir“.



Review:

Amir Shervan („Samurai Cop“, 1991) drehte mit dem Trashfilm „Killing American Style“ seinen zweiten Film und konnte Robert Z´Dar („Maniac Cop“, 1988 und Fortsetzungen) für die Rolle des Tony Stone verpflichten. Bereits zu Beginn des Films stellt Shervan seine Absichten klar: Beim Casting sind Frauen zu sehen, die nuttiger nicht aussehen können („Honey, man nennt mich Rückstoß, weil ich´s am liebsten von hinten mag“), die Männer muskelbepackt und mit kantigen Kiefern, gekleidet in tief ausgeschnittenen grellfarbigen Muscleshirts und mit Vokuhilafrisuren. Dieser 80ergeschmackskatastrophe kann der Film aber noch eins draufsetzten, wenn der Held John Morgan eingeführt wird: Er ist ebenso muskelbepackt und gekleidet, so dass er sich vom Typus in keinster Weise von den Gangstern unterscheidet, trägt aber häufig eine Schlangenlederjacke und eine Hair-Metal-Mähne. Oft nimmt der Körperkult der Macho-Men, egal auf welcher Seite sie kämpfen, und bei der selbst die Kamera fleißig mitagiert, indem sie Robert Z´Dar besonders zu Beginn des Films aus Unterperspektiven zeigt, schon homoerotische Ausmaße an.

Trash ist der fürs Kino produzierte, aber in Deutschland nur auf VHS (und später auf DVD) erschienene Film, weil die Produzenten zwar um ihre budgetbedingten Grenzen wussten, also von vorn herein kein großes Kino, das dann vielleicht aus Unfähigkeit gescheitert wäre, drehten, sondern auch, weil man es dem Film anmerkt, dass er, als Variante von „An einem Tag wie jeder andere“ (1955), Remake „24 Stunden in seiner Gewalt“ (1990), versucht, eine clevere Geschichte zu erzählen und immer wieder an der Spannungsschraube zu drehen – besonders beim Überfall auf die Farm, dem Waffenklau und der späteren Waffenbeschaffung auf dem Dach – jedesmal durch ein Kind – und der sich anbahnenden Vergewaltigung, deren Vollzug im Film nicht gezeigt wird. Erst durch den ungelenken Schnitt und die Filmmusik, die von Jan Hammers Miami-Vice-Scores inspiriert ist, aber aufgrund ihres „dahinplätscherns“ das Tempo grundsätzlich mäßigt statt unterstreicht, und des schlechten Schauspiels insbesondere der Ermittler, wird der Erfolg dieser Bemühungen zunichte gemacht. Deswegen ist „Killing American Style“ kein B-Film-Meisterwerk geworden, aber als Trashfilm ist er kaum zu schlagen!

In der deutschen Fassung kann man den Film in einer standesgemäßen Pornosynchronisation genießen!

Der Film wurde auf dem 17. außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos als nächtlicher Überraschungsfilm und Videoknüppel auf meine Empfehlung hin gezeigt und von dem zu so später Stunde bereits etwas ausgedünnten Publikum größtenteils als ausgesprochen launig beurteilt.


Fazit:

Romantic-Comedy für echte Machos!


Wertung:

8,5 / 10


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 Betreff des Beitrags: Re: KILLING AMERICAN STYLE - Amir Shervan
BeitragVerfasst: 16.02.2018 11:57 
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Wer würde im Videoknüppel-Duell siegen: Tony Stone aus diesem Film oder Tony Tiger aus dem türkischen Kracher? :?:

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