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 Betreff des Beitrags: MOBY DICK - John Huston
BeitragVerfasst: 01.04.2018 17:16 
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Produktionsland/Jahr: USA 1956
Darsteller: Gregory Peck, Richard Basehart, Leo Genn, James Robertson Justice, Harry Andrews, Bernard Miles, Noel Purcell, Edric Connor, Orson Welles
Drehbuch: John Huston & Ray Bradbury
Produziert von: John Huston & Vaughn N. Dean
Musik: Philip Sainton

Trotz gutgemeinter Warnungen heuern die Seemänner Ishmael (Richard Basehart) und Queequeg (Friedrich von Ledebur) auf dem Walfangschiff ‘Pequod’ an. Dass sie besser darauf gehört hätten, merken die Männer erst auf hoher See: Ahab (Gregory Peck), der Kapitän des Schiffs, ist besessen von der Jagd auf einen weißen Wal namens Moby Dick, den er für den Verlust seines Beines verantwortlich macht. Getrieben von Wut, Hass und Rachegelüsten geht Ahab über Leichen und bringt seine Mannschaft auf der Suche nach seinem Erzfeind Moby Dick mehr als einmal in tödliche Gefahr.
(Moviepilot)

Wohl die wenigsten haben noch nie von Moby Dick gehört, von dem Wal, der einen Kapitän eines Walfänger-Schiffs fast in den Wahnsinn treibt.
Die Geschichte von Herman Melville wird hiermit zum 4. Mal verfilmt.
Huston legt gar nicht viel wert auf Tiefgang, wo oder wann auch immer, sondern setzt mehr auf Spektakel, auf imposante, aufwändige Bilder.
Kurze Ruhemomente zwischendurch werden aber natürlich auch eingestreut, was für den Zuschauer auch zu einer Notwendigkeit wird, um durchschnaufen zu können.
Den Großteil dieser 110 Minuten dominiert allerdings die "Action", wenn man so sagen kann und wenn es nicht Action im klassischen Sinne ist, ist es Gregory Peck.
Gregory Peck, der alte, verbitterte, von Hass zerfressene Kapitän Ahab, der seine Männer immer wieder aufs Neue mit Wutreden auf einen harten Kampf einschwört, sobald er neue Informationen hat, wo sich Moby Dick zurzeit aufhält.
Irgendetwas gibt's also immer, was das Tempo hoch hält und somit auch den Unterhaltungswert.
Auch in den ruhigeren Situationen bleibt eigentlich immer eine gewisse unterschwellige Restspannung erhalten, weil man dieser Ruhe, nach allem, was passiert ist, nicht recht trauen mag.
Meistens ist die Ruhe dann sowieso schnell wieder dahin, aber egal ob in solchen raren Momenten oder den überwiegenden spektakulären Szenen.
Huston beweist, dass er für beide "Gangarten" eine sichere Hand und ein gutes Auge hat.
Apropos sichere Hand und gutes Auge: Das gilt ganz besonders auch für die Szene (er hat ja leider nur eine einzige) mit Orson Welles als Pfarrer Mapple.
Bis zur Unkenntlichkeit geschminkt und zurechtgemacht, aber gerade so optisch kaum besser vorstellbar.
Die Rede, die er da in der Kirche hält, hat er sich angeblich (zumindest teilweise) selbst geschrieben, weil Huston eigenen Aussagen zufolge bei dem Charakter und bei der Szene Probleme hatte.
Und so hat es eben Welles selbst übernommen und "auf den Punkt" gemacht, absolut perfekt, da ist ihm wohl seine Erfahrung als "verse speaker" (Shakespare-Filme) zugute gekommen.
Ohne Zweifel eine hervorstechende Szene.
Die Drehbuch-Mitarbeit von Huston bei Welles' SPUR DES FREMDEN 10 Jahre zuvor nicht eingerechnet, ist es deren erste Zusammenarbeit; auf jeden Fall aber die, aus der die lebenslange Freundschaft zwischen den beiden entstanden ist.
Ohnedies als Gesamtwerk schon ein Klassiker, doch gewiss sind diese paar Minuten ein Höhepunkt des Films.
Insgesamt gebe ich dem Film 8,5/10.

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Orson-Welles-Szene:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Welles und Huston über die Arbeit an MOBY DICK:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: MOBY DICK - John Huston
BeitragVerfasst: 01.04.2018 19:33 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Insgesamt gebe ich dem Film 8,5/10.


Bei weniger hätte ich dich harpuniert . . . oder aufgeblasen und nach Japan verkauft! ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: MOBY DICK - John Huston
BeitragVerfasst: 01.04.2018 20:48 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Insgesamt gebe ich dem Film 8,5/10.


Bei weniger hätte ich dich harpuniert . . . oder aufgeblasen und nach Japan verkauft! ;)

Hm...
Habe sogar kurz über 9/10 nachgedacht, aber dann...
Besser als MOULIN ROUGE fand ich ihn doch nicht.
Nicht besser, nicht schlechter, auf seine Art genauso gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: MOBY DICK - John Huston
BeitragVerfasst: 28.05.2018 13:20 
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Gestern nach "Track of the Cat" gesehen und sehr beeindruckt gewesen. Spitzenmäßiger Film mit tollen Effekten.
Bisher die beste Neuentdeckung des Jahres.
Danke Sbirro für dein Review, dadurch bin ich erst auf den Film gekommen :)


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