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 Betreff des Beitrags: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 26.11.2016 23:56 
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Produktionsland/Jahr: USA, Frankreich 2001
Darsteller: Naomi Watts, Laura Harring, Ann Miller, Dan Hedaya, Justin Theroux, Robert Forster, Lori Heuring, Rena Riffel, Melissa George, Rebekah Del Rio
Drehbuch: David Lynch
Produziert von: Mary Sweeney, Alain Sarde, Tony Krantz, Michael Polaire, Neal Edelstein
Musik: Angelo Badalamenti

Rita (Laura Harring) überlebt einen Mordanschlag am Mulholland Drive und sucht Unterschlupf in einer ihr fremden Wohnung einer älteren Frau, die diese gerade anscheinend für längere Zeit verlässt. Als ihre Nichte Betty (Naomi Watts) zu Besuch kommt und Rita entdeckt, nimmt sie zunächst an, dass es sich bei Rita um eine Freundin ihrer Tante handelt, doch die desorientierte Frau gesteht ihr bald, dass sie nicht weiß, wer sie ist. Um ihrer Identität auf die Spur zu kommen, schauen die beiden in Ritas Tasche, finden dort jedoch nur einen größeren Geldbetrag und einen blauen Dreikantschlüssel.

Betty ist interessiert an der mysteriösen Frau und will ihr Geheimnis lösen. Sie stoßen auf mehrere Puzzlestücke und versuchen, diese zusammenzusetzen, während sie sich näher kommen. Doch die Geschichte wird immer mysteriöser, bis sie eine unvorhersehbare Wendung nimmt.
(Moviepilot)


Ziemlich komplexe Mischung aus Mystery- und Psychothriller.
Ich möchte lieber gar nicht versuchen, irgendwas großartig zu interpretieren, ich sehe den Film einfach als (alp)traumhafte Abrechnung mit der Traumfabrik Hollywood.
Das ist doch m.E. das naheliegendste, wenn man bedenkt, dass eine der beiden Hauptfiguren von einer großen Karriere in Hollywood träumt (und das im wahrsten Sinne des Wortes).
Zwar ist der "Traum" nicht immer offensichtlich, aber es gibt zwischendurch immer wieder Hinweise darauf und gerade in der letzten halben Stunde ungefähr häufen sich jene Szenen, die offensichtlich Träume sind.
Und so liegen die Stärken des Films auch auf verschiedenen Ebenen.
Zum Einen auf optischer, visueller Ebene und zum Anderen sicher auf erzählerischer Ebene.
Dabei ist der Film oft gar nicht wirklich spannend in dem Sinn, braucht das aber, meiner Meinung nach, auch nicht.
Spannung entwickelt sich eher unterschwellig, weil man ja nie weiß, wie und wo das alles enden wird.
Somit entwickelt der Film schnell eine starke Sogwirkung und so wird das Ganze trotz einer Laufzeit von über 2 Stunden nie langweilig oder auch nur zäh.
Stellenweise trägt sicher auch Angelo Badalamenti mit seiner Musik seinen Teil bei, aber gar so wichtig finde ich sie gar nicht, dass damit (mit Ausnahme vereinzelter Szenen) viel verbessert werden würde.
Egal ob hinsichtlich der Unterstützung in Atmosphäreaufbau oder Intensivierung der Wirkung auf den Zuschauer.
Es gibt, wie gesagt, vereinzelte Szenen, wo die Musik unterstützend wirkt, aber das ist m.E. nicht sehr oft der Fall.
Am meisten zählt eben (wie auch schon erwähnt) die Mischung aus unkonventioneller Erzählweise und der visuellen Gestaltung.
Das reicht in dem Fall zwar noch nicht zum Meisterwerk, aber es war für mich auf jeden Fall eine positive Überraschung.
Potenzial für mehr ist zweifellos vorhanden, vorerst gebe ich 8,5/10.

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 27.11.2016 17:30 
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Ich weiss noch wie ich den damals in einer Sneak-Preview (als Überraschungsfilm) gesehen habe... das unvorbereitete Publikum ist schier ausgerastet, weil es überhaupt nicht klar kam mit dem was da ablief. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 27.11.2016 21:43 
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TRAXX hat geschrieben:
das unvorbereitete Publikum ist schier ausgerastet, weil es überhaupt nicht klar kam mit dem was da ablief. :mrgreen:

Oh ja, das kann ich verstehen... ;)
Vor allem, wenn man den Film zum ersten Mal sieht.
Lynch lässt dem Zuschauer ja gar keine Verschnaufpause, sondern lässt ihn pausenlos genauso herumirren, in dem labyrinthartigen Alptraum-Puzzle, wie die Protagonisten.


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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 28.11.2016 23:19 
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TRAXX hat geschrieben:
Ich weiss noch wie ich den damals in einer Sneak-Preview (als Überraschungsfilm) gesehen habe... das unvorbereitete Publikum ist schier ausgerastet, weil es überhaupt nicht klar kam mit dem was da ablief. :mrgreen:

Haha, das hätt ich gern miterlebt. Ging mir aber genauso. "Mullholand Drive" war der erste Film seiner Art den ich gesehen hab und hat mich auch völlig umgehauen. Gegen Ende dachte ich immer nur jetzt muss doch gleich eine vernünftige Auflösung kommen. Als dann der Abspann lief war ich völlig geflasht und dachte nur WTF?! War ne einmalige Filmerfahrung an die ich gerne zurück denke.
Muss ich mir mal wieder anschauen. Einer der wenigen Filme die ich bei Ofdb mit 10 Punkten bewertet habe. Zieht einen mit seinen grandiosen Inszenierung völlig in seinen Bann.

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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 29.11.2016 10:56 
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Wieauchimmer, einer der schönsten, schönsten Filme aller Zeiten. 12/10


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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 29.11.2016 13:23 
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LOST HIGHWAY gefällt mir noch mal ne Ecke besser.

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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 29.11.2016 18:54 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
LOST HIGHWAY gefällt mir noch mal ne Ecke besser.


Das hier von einigen beschriebene "Kinnlade-runterklapp und alle Fragen offen" Gesicht/Gefühl hatte ich auch bei LOST HIGHWAY, als der damals, ohne jegliches Vorwissen, vor mir auf der Leinwand flimmerte. MD müsste ich mir nochmal anschauen.

Irgendwie habe ich den spinnerten Lynch, nachdem mir das mit der TM - Sekte bekannt wurde, mit etwas anderen Augen gesehen. Sicher, das ist kein Scientol. Scheiss, aber merkwürdig ist's schon. :roll:

Den letzten Film den ich von ihm sah war INLAND EMPIRE. Dabei war mir etwas "mulmig" - im 'positiven' Sinne - zu Mute.


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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 28.04.2017 14:40 
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Gestern noch einmal vorgenommen.
Es ist und bleibt ein guter bis sehr guter Film, aber er hat auch seine Schwächen, vor allem im ersten Drittel.
Dann entfaltet sich dieser alptraumhafte Irrsinn langsam und es wird stetig besser.
Das letzte Drittel, also die letzte Dreiviertelstunde, hat mich diesmal aber wirklich "in seinen Bann gezogen", wie man so sagt und so, glaube ich, kann ich insgesamt zumindest einen halben Punkt mehr geben.
Ganz perfekt wird der nicht mehr, dafür ist einfach das erste Drittel zu schwach, aber 9/10 gehen sich aus.
Und jetzt: "Silencio"!


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 Betreff des Beitrags: Re: MULHOLLAND DRIVE - David Lynch
BeitragVerfasst: 06.05.2018 22:30 
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So, endlich mal die Criterion-Scheibe eingelegt.
Sauberes Bild, klarer Ton (auf jeden Fall auch besser verständlich als auf der deutschen DVD).
Wer den Film auf englisch bevorzugt, sollte auf jeden Fall, soweit entsprechende Abspielmöglichkeiten vorhanden sind, zur Criterion-DVD oder BD greifen.

Was bleibt zum Film an sich zu sagen?
Nach der mittlerweile ungefähr 7. oder 8. Sichtung muss ich das:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Schwächen, vor allem im ersten Drittel.
Ganz perfekt wird der nicht mehr, dafür ist einfach das erste Drittel zu schwach, aber 9/10 gehen sich aus.

...revidieren; seit ich den Film auf englisch gesehen habe, hat er von Mal zu Mal noch dazugewonnen.
Ich kann nicht genau erklären, warum, aber das ist einer der Filme, die für mich nur in der OF funktionieren und die volle Wirkung entfalten können.
Und ich glaube, ich kann mich nach den letzten Sichtungen auch zu jenen zählen, die befinden, dass das einer der schönsten Filme überhaupt ist.
MD ist wie eine Sehenswürdigkeit, die bei jedem Besuch um ein paar Räume erweitert ist, die man noch nicht kennt und sich jedesmal darauf freut, wiederzukommen.
10/10 Punkt, aus.


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