Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
Aktuelle Zeit: 23.11.2017 15:35

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 27.07.2015 17:57 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 5646
Geschlecht: nicht angegeben
Bild

Produktionsland/Jahr: USA 1975
Darsteller: Charles Pitts, Shari Eubank, Charles Napier, Uschi Digard, Henry Rowland, Christy Hartburg, Colleen Brennan, John Lazar, Stuart Lancaster, Deborah McGuire, Glenn Dixon, Haji
Drehbuch: Russ Meyer
Produziert von: Russ Meyer
Musik: William Loose

Als sich der junge Clint einmal seiner nymphomanischen und vollbusigen Freundin Angel verweigert, beginnt diese aus Trotz mit dem sadistischen Polizisten Harry einen Flirt. Da Harry auf ihre Reize wegen seiner Impotenz nicht reagieren kann, und sie ihn deswegen verspottet, bringt er sie kurzerhand um und schiebt ihrem Freund Clint den Mord in die Schuhe, der daraufhin trotz Unschuld flüchtet.

Auf seiner Flucht begegnet Clint überwiegend sexhungrigen und extrem vollbusigen Frauen, von denen er ständig bedrängt wird, aber auch vielen sadistischen bösartigen Männern, ähnlich wie der Polizist Harry. An einer abgelegenen Tankstelle trifft er die schöne Super-Angel, die seiner toten Frau sehr ähnelt.

Doch da taucht plötzlich Harry wieder auf, bis an die Zähne bewaffnet, mit Gewehren und Dynamit ...
(Ofdb)

Diesmal wieder ein durchaus typischer Russ Meyer.
Allerdings geht er hier nicht nach seinem üblichen Schema "zuerst reichlich Titten und erst zum Schluss Gewalt" vor, sondern mischt das ganze und so ist von Anfang an schon die Hölle los.
Deshalb wäre es sicher nicht falsch, den Film als einen seiner besten zu bezeichnen, denn (zumindest für mich) war das ein reines Vergnügen.
Man darf den Film aber natürlich keine Sekunde ernst nehmen, aber das ist ja bei Meyer sowieso nichts neues.
Das ist Trash in Reinkultur und in dieser Form wie wir das hier serviert bekommen, in höchstem Maße angenehm.
Letzteres gilt ebenso für die vorzügliche Auswahl der Damen.
Da hätten wir Shari Eubank in einer Doppelrolle, einen Gastauftritt von Christy Hartburg und die Alte von Stuart Lancaster ist auch nicht zu verachten (deren Namen ist nicht weiß).
Und da wären wir auch schon beim einzigen Negativen:
Shari Eubank war leider außer bei dem Film nur noch einmal in einem Film zu sehen und für Christy Hartburg war diese kleine Rolle überhaupt die einzige.
Das finde ich sehr schade, ja äußerst unangenehm.
Ansonsten kann man sich über nichts beklagen.
Charles Napier gibt wieder einen herrlich gestörten Bullen, der in der letzten Viertelstunde nochmal so richtig ausflippen darf.

Der Aufbau vom Film selber ist etwas ungewöhnlich, weil diesmal eindeutig episodisch.
Erwähnenswert finde ich da besonders die Episode mit Stuart Lancaster.
Ist sehr amüsant geworden, speziell die Sex-Szene im Stall; herrlich überdreht.
Und nachdem Bauer Lute herausgefunden hat, dass seine Alte ihn mit dem jungen Burschen betrügt, verjagt er ihn und wirft ihm auch noch die Heugabel nach. :lol:
Das ist nur eines von vielen Highlights und da darf natürlich auch der Maestro höchstpersönlich nicht fehlen, der diesmal einen Motelmanager spielt.

Es sei also meine höchste Empfehlung ausgesprochen, sich dieses Werk einmal anzusehen!
10/10

Trailer
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Und wem mein Review und der Trailer noch nicht zur Überzeugung reicht, dem möchte ich empfehlen, sich dieses Review genau durchzulesen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 01.12.2015 17:25 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2013
Beiträge: 936
Wohnort: NRW
Geschlecht: männlich
Bild

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1975
Spielzeit: 105 Minuten
Regie: Russ Meyer
Darsteller: Charles Pitts, Shari Eubank, Charles Napier, Uschi Digard, Henry Rowland,,Haji,Deborah McGuire,Colleen Brennan uvm.
Drehbuch: Russ Meyer
Kamera: Russ Meyer
Musik: William Loose
Schnitt: Russ Meyer, Richard Serly

Inhalt:
Clint Arbeitet als Tankwart.Als seine sexsüchtige aber dafür sehr eifersüchtige Freundin SuperAngel mal wieder auf dessen Arbeit anruft,da ihr mal wieder die Lust überkommt,fährt er nach Hause um es seiner Frau zu besorgen.Doch nach dem Akt kommt es zum Streit,denn SuperAngel denkt Clint würde sie mit Kundinnen der Tankstelle betrügen.Der Nachbar ruft daraufhin die Polizei die in Stelle des schmierigen und gewalttätigen Harry Sledge kommt.Dieser soll Angel vor Clint beschützen als Gegenleistung will sie ihm mit Sex bezahlen.Doch Sledge kommt nicht in Wallung.Schwer gekränkt durch Angels Sticheleien auf sein Stehvermögen bringt er sie um.Den Mord schiebt er Clint in die Schuhe.Dieser flüchtet und begegnet auf seiner Flucht vielen Frauen.Doch als er sein neues Glück gefunden undsich gerade eingelebt hat trifft er auch einen alten Bekannten...

So trifft er,in jeweils in einander übergehende Episoden ,auf verschiedenste Pärchen.Doch eins ist immer gleich die Sexhungrige Frau die Clint vernaschen will.Angefangen mit einem Päärchen wo die Frau genannt SuperCherry ,Clintverführen will dieser jedoch ablehnt und dafür von Deren Mann verprügelt und ausgeraubt wird.Gefunden wird er dann von einem Farmer und es wollte die meiner Meinung nach beste Episode.Einfach nur Köstlich.Nachdem er auch dort reiß aus nehmen muss kommt er zu einem Hotel dessen Manager von niemand geringerem,als vom Tittenmeister himself , Russ Meyer dargestellt wird.Auch dort hält es Clint nicht lange und er kommt zu einer Tankstelle wo er auf SuperVixen einer Reinkarnation seiner verstorbenen Freundin SuperAngel.Beide gespielt von Shari Eubank.
Neben dieser sind natürlich auch noch einige andere der aus Meyers Filmen bekannten,großbusigen Damen dabei.Hauptdarsteller Charles Pitts war hier jedoch in seinem einzigen Russ Meyer FIlm mit einer Rolle dabei.
Besonders herausheben muss man aber Charles Napier der hier vermutlich in seiner besten und bösartigsten Rolle als Polizist abliefert und dann wohl einen der fiesesten der Filmgeschichte.Ein Sadistischer,Psychopathischer Dreckssack.Nachdem er die Tür mit etlichen Messerhieben durhstochen hat,selbige dann auf tritt und SuperAngel nieder sticht,zerrt er sie n die Wanne und Trampelt auf ihr rum .Als sie dann noch immer,blutüberströmt,lebt schmeißt er noch das Radio in die Wanne damit er sie endgültig auslöscht.Zu guter Letzt zündet er dann noch ihre Bude an.
Klasse Darstellung.

Auch hier wie in einigen anderen Filmen baute Meyer einige Bezüge zur NS.Zeit ein.So Startet der Film mit dem NS-Kampflied Heil Hitler Dir.Ein noch größerer,wenn auch nicht direkt erkennbarer Bezug ist der von Clints Arbeitsplatz dem Martin Bormann's Super Service.Dessen Besitzer Martin Bormann heißt,zu dem es damals Gerüchte gab er wäre geflohen.

Was einem erwartet ist hier klar.Wie sagte Russ Meyer einmal . "Was die Leute wollen, sind gute Witze und dicke Titten, und von beidem bitte viel " und genau das ist hier der Fall.Wohl einer der besten seiner Filme.Pure Unterhaltung.Witzig,Schamlos und brutal.
ANSCHAUEN !!


Abschließen noch einige Zitate.
Komm nach Hause und bring ein schönen Ständer mit.Ich lieg im Bett und bin feucht wie ein Schwimmbad.
-Beeilen sie sich,der Typ bringt seine alte um die plärrt wie am Spieß.
-Ist sie schwer verletzte ? -Wir rufen sie an wenn wir ne Auskunft brauchen und nun verschwinden sie.- Ich wollte nur.. - Ich sagte verschwinden sie.
-Du bist die elendigste und dreckigste Maulhure die mir je im Leben begegnet ist
-Ich bin Spitz wie ein Mistgabel
-Volltanken.-Super oder normal.- Pussysaft hahahaha


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 05.12.2015 12:34 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 05.2011
Beiträge: 1075
Wohnort: Arkham
Geschlecht: männlich
Yo, ein gewaltiges Filmereignis! So gewaltig, wie die Hupen der Ladies groß sind.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 09.11.2017 14:04 
Offline

Registriert: 03.2014
Beiträge: 258
Wohnort: Mittelfranken
Geschlecht: männlich
Supervixens – Russ Meyer

(USA 1975)

Februar 2003, VHS (Warner Vision, DF, 1,33:1, falsches Bildformat, leicht geschnitten)
25.8.2014, Kino (Sommernachtsfilmfestival Nürnberg, 35mm, DF, 1,85:1)
21.10.2017, Kino (Kommkino Nürnberg, 35mm, DF, Open Matte)
30.10.2017, DVD (Arrow, OV, 1,33:1, falsches Bildformat)



Inhalt:

Erster Akt – 35 Minuten

Clint arbeitet als Automechaniker bei Martin Bormanns Superservice und leidet unter den ständigen Anrufen seiner Frau SuperAngel, die ihn ständig anruft und ihn von der Arbeit abhält. Als sich Clint gerade um das Auto von SuperLorna kümmert, findet Angel am anderen Ende der Leitung Lorna vor und reagiert maßlos eifersüchtig. Beim dritten Anruf geht Martin Bormann ran, der Clint gleich darauf informiert, dass er einen „wichtigen Befehl vom Führer“ bekommen hat und Clint „mach schnell“ nach Hause muss, sonst habe er kein Haus mehr, wohin er heimkommen könne.

Zu Hause macht Clint SuperAngel Vorwürfe, da sie ihn von der Arbeit abhält und sie keinen Grund zur Eifersucht hat, doch Angel geht nicht auf die Vorwürfe ein und verführt Clint. Kaum ist sie gekommen, macht sie Clint erneut Vorwürfe, weil er nicht gleichzeitig mit ihr gekommen ist und bestimmt SuperLorna daran schuld sei, die sie kurz zuvor am Telefon hatte. Clint verneint und will sie beruhigen, doch Angel rastet immer mehr aus, schlägt mit einer Axt auf Clints Auto ein und wirft einen Pflasterstein durch die Windschutzscheibe. Ein Nachbar ruft die Polizei und behauptet, Clint wolle seine Frau umbringen – kurz darauf erscheint Officer Harry Sledge und schlägt Clint nieder. Trotzdem lässt Harry ihn laufen und erklärt auch Angel, dass sich Clints Version der Geschichte von der ihren unterscheidet – Angel flirtet mit ihm, während sich Clint bei Martin Bormann aufhält, der über Clints Ehe meint: „Ich wunder mich mal, ob das Vögeln, das er hat, es das Vögeln wert ist, das er kriegt“. Zu Hause wird Clint gar nicht erst ins Haus gelassen, da Angel Besuch hat: Von Harry. Angel tanzt sexy für Harry und schließlich gehen sie zusammen ins Bett, doch dann muss Angel feststellen, dass Harry zwar überaus gut ausgestattet, jedoch impotent ist. Sie macht sich über ihn lustig und wirft ihn raus, er kündigt einen erneuten Besuch an – als sie ihn erneut auslacht, trifft sie sein Faustschlag in die Magengrube. Er schaltet Diexielandmusik ein, zerstört das Telefon, mit dem Angel gerade Hilfe rufen will und lässt sie ins Badezimmer flüchten. Auf dem Weg ihr hinterher zieht er schwarze Handschuhe an, und holt sich Fleischermesser aus der Küche, um ins Badezimmer einzudringen, in dem Angel mittlerweile zu Radiomusik tanzt und Harry erneut auslacht. Wütend drischt Harry auf die Tür ein, bittet um Einlass „Mir steht er wie ´ne 1“ - ohne Erfolg. Daraufhin drückt er die Tür ein, in der ein Messer steckt, und die auf SuperAngel fällt, Harry zerrt sie in die Badewanne, wo er Angel zertrampelt und sie schließlich mit dem Radio, das er in die Wanne wirft und in dem ein Sprecher gerade von einem „Feuersturm einer neuen moralischen Konzeption“ spricht, tötet.

Clint hält sich indessen in der Bar SuperHajis auf, die ihm den Schlüssel reicht, den er aber verschmäht – was Haji sehr verärgert, sodass sie später, als Martin Bormann auftaucht, der von dem Mord an Angel weiß und wie die Polizei glaubt, Clint hätte sie umgebracht, diesem kein Alibi gibt und behauptet, Clint wäre gerade erst in ihrer Bar aufgetaucht. Clint erklärt Bormann, wie es sich wirklich verhält und dieser glaubt ihm. Um ihm zu helfen, gibt er ihm 103 Dollar und setzt ihn an einer Landstraße ab.

Zweiter Akt – 33 Minuten

Per Anhalter nach Westen trifft Clint auf Cal und SuperCherry, die Clint gleich erklärt: „I came in my shower this morning“ und ihre Titten auspackt – doch Clint weist sie zurück, was ihrem Freund Cal gar nicht gefällt. Clint steigt aus dem Wagen aus, doch die beiden steigen aus und verprügeln ihn, weil er Cherry nicht mit Respekt behandelt hat. Cal beraubt Clint um die 103 Dollar und stößt Cherry nun auch von sich, da er das Geld für sich alleine will. Doch da wird er von einer Klapperschlange gebissen, er drängt Cherry, ihm das Gift aus dem Bein zu saugen und lässt sich von ihr ins Krankenhaus fahren.

Clint wird nun vom Farmer Lute aufgelesen, der ihn viele Meilen nach Westen auf seine Farm bringt. Dort lebt er mit seiner österreichischen Frau SuperSoul zusammen, die Clint auf deutsch mit „Wie geht’s, mein Herr?“ begrüßt und die sich erhofft, dass Clint sie „very glücklich“ macht. Schon die erste Nacht nutzt sie, um heimlich in Clints Schlafzimmer einzudringen, doch obwohl sie ihm auf deutsch erklärt „Mensch, ich muss dich haben!“ wirft er sie raus. Die nächsten Tage arbeitet Clint auf Lutes Farm, während er ständig Zeuge wird, wie Lute SuperSoul in allen erdenklichen Stellungen in freier Wildbahn fickt. Eines Tags nutzt Soul die Gelegenheit, Clint auf dem Heuboden zu verführen, während ihr Mann gerade „ein paar Löcher bohren muss“, um einen Zaun zu errichten: „Ich muss dich haben, ich sehne mich nach deinem Körper (…) Dein Schwanz ist ganz tief in meinem Bauch. Meine hungrige Klitoris verschlingt dich“, stöhnt sie, als die ihn reitet. Als Lute nach getaner Arbeit in den Stall geht entdeckt er die beiden und macht Jagd auf den flüchtenden Clint mit einer Heugabel, die er nach ihm wirft; Clint kann entkommen. Zurück bei SuperSoul schlägt Lute sie nieder und erklärt ihr, wer der Boss ist, was sie mit deutschem Gruß und „Ja Meister“ einsieht – Lute fällt daraufhin mit dem Hintern in seine eigene Heugabel.

Clint erreicht nun das Hotel des alten Luther, den seine rebellische taubstumme Tochter SuperEula sehr auf Trab hält und die zu seinem Missfallen in einem äußerst knappen Bikini für alle Gäste sichtbar herumtanzt. Als Luther sich für ein paar Stunden verabschiedet, weil er zum Rotaryclub muss, bittet Eula Clint, ihren Wagen zu reparieren, was für Clint ein Klacks ist. Gemeinsam fahren sie hinaus in die Wüste und Eula genießt die freie Natur, indem sie ihre Brüste befreit. Luther hat seine Ziehtochter und Clint allerdings angelogen und kommt mit dem Sheriff frühzeitig zurück, da er das „dirty little Hippie-swine“ in Verdacht hatte, sich an SuperEula ranmachen zu wollen. Clint liefert sich eine Autoverfolgungsjagd und küsst Eula zum Abschied, die wenig später mit einem schwarzen Muskelpaket auf der Landstraße Sex hat, während dieses Gewichte stemmt und jene plötzlich sprechen kann.

Dritter Akt – 38 Minuten

Zuletzt trifft er auf den Fischer Tom, der ihn zu sich und seiner Frau auf sein einsames Haus einlädt, doch Clint lehnt abermals ab. Tom lässt ihn vor SuperVixens Oasis, einer einsamen Tankstelle, die sie alleine betreibt, aussteigen, beobachtet vom Geist Superangels, die das Geschehen von einem Felsen aus beobachtet. Clint freundet sich mit der Besitzerin an, arbeitet für sie beide verlieben sich und haben Sex in einem See. Eines Tages taucht Harry Sledge auf, dem Clint bekannt vorkommt, der sich jedoch darauf angesprochen nicht zu erkennen gibt. Harry will weiter um zu fischen, doch abrupt wendet er seinen Wagen und holt aus einer kleinen Felsenhütte einen Sack voll Dynamit und Waffen. Er verlängert seinen Aufenthalt und verbringt den Abend in einer Bar, wo er beobachtet, wie Clint und SuperVixen zusammen tanzen. Schließlich entführt er SuperVixen und kettet sie an einen wie eine riesige Brust geformten Felsen, während er Clint mitteilt, dass dessen Geliebte in seiner Gewalt ist. Sobald Clint in seiner Sichtweite ist, bewirft er ihn mit Dynamitstangen, die er an seiner Zigarre entzündet; Vixen, die in einem unbeobachteten Moment mit einem Felsen nach ihm wirft, bekommt einen Fußtritt in den Bauch. Harry stellt Clint nun vor seine Aufgabe: „Du versuchst auf den Hügel zu kommen, wo Vixen liegt. Dann bekommst du von mir den Passierschein. OK? Jetzt will ich mal sehen, aus welchem Holz du geschnitzt bist, Mann!“ Und zu SuperVixen: „Er muss den Hügel des Todes erklimmen“. Während Harry sich um Clint und SuperVixen kümmert, wird er immerfort angetrieben vom Geist SuperAngels, mit dem er sich unterhält. Sie stachelt ihn auf: „Clint´s a nice boy. But you´re a man“. Harry positioniert eine Dynamitstange zwischen SuperVixens Beine und entzündet eine lange Zündschnur, dabei schießt er auf Clint, der versucht, Vixen zu retten. Clint erreicht SuperVixen, schlägt auf die Zundschnur ein, um sie zu löschen und wird von Harry niedergeschlagen, der anschließend den betäubten Clint auf SuperVixen legt, der er zuvor die Bluse heruntergerissen hat und steckt nun ihm eine Dynamitstange zwischen die Beine. Als sich die Stange als Blindgänger entpuppt, beschließt Harry, sie nie wieder Polackendynamit zu kaufen – doch plötzlich brennt der Rest der Zündschnur wieder und das Dynamit explodiert in Harrys Hand. „Das war´s, Leute“ ruft SuperAngel von einem phallischen Felsen herab.



Filmanalyse:

„Supervixens“ ist eine surrealistische Groteske, die voller Seitenhiebe auf den Krieg der Geschlechter und auf männliche und weibliche Sexualität wie auch auf Russ Meyers bisheriges filmisches Werk steckt, vieles aus Meyers Eheleben und damit Persönliches filmpsychologisch aufarbeitet und ganz nebenbei in der Erzählstruktur ein Prototyp der Heldenreise nach Campbellschem Vorbild und im Erzählinhalt Homers „Odyssee“ (ca. 700 v.Chr.) variiert.


Produktionsnotizen

Der Cast des Films setzt sich mehr denn je aus altbekannten Gesichtern zusammen: Uschi Digard ist nach „Megavixens“ (1970) erneut als Telefonleitungsverbinderin Soul und als SuperSoul zu sehen, Haji aus „Die Satansweiber von Tittfield“ (1965), „Motorpsycho“ (1965), „Good Morning... and Goodbye“ (1967) und „Blumen ohne Duft“ (1970) spielt SuperHaji und wiederholt ihre Rolle aus „Good Morning... and Goodbye“ und Ann Marie, die hier nur kurz auftritt, bekam eine größere Rolle in „Im tiefen Tal der Superhexen“ (1979). Männlicherseits sehen wir ein drittes Mal nach „Megavixens“ und „Blumen ohne Duft“ Charles Napier als einen der furchterregendsten Schurken der Filmgeschichte, Henry Rowland nach „Blumen ohne Duft“, „The seven minutes“ (1971) und vor „Im tiefen Tal der Superhexen“ ein drittes Mal als Martin Bormann, John La Zar aus „Blumen ohne Duft“, Stuart Lancaster spielte Lute Wade in „Mudhoney“ (1964), eine Rolle, die er in „Supervixens“ wiederholt, und war außerdem in „Die Satansweiber von Tittfield“, „Good Morning... and Goodbye“, „The seven minutes“ zu sehen; „Im tiefen Tal der Superhexen“ sollte auch für ihn noch folgen. Eine kleine Rolle erhielt auch Garth Pilsbury, der seine Rolle als Tom, der Fischer aus „Vixen“ (1969) wiederholt. Gedreht wurde der Film im Frühjahr 1974 für 213000 Dollar, also die Hälfte des Budgets von „Black Snake“ (1973), nachdem das Drehbuch Russ Meyer selbst innerhalb einer Woche ein Jahr zuvor schrieb.


Literarische Vorbilder: Horatio Alger und Homers Odyssee

Russ Meyer gibt an, dass eine wichtige Inspirationsquelle für „Supervixens“ die Werke Horatio Algers waren, der im 19. Jahrhundert Groschenromane schrieb, in denen ein armer Held sich vom Tellerwäscher zum Millionär emporzuarbeiten versucht, in widrige Umstände verstrickt wird und schließlich zufällig einen reichen Gönner trifft, der ihm seinen Traum ermöglicht. In „Supervixens“ spiegelt sich das, indem Clint, der sich als Automechaniker durchs Leben schlägt, durch seine jähzornige und grundlos eifersüchtige Frau, sowie durch den gewalttätigen Polizisten Harry in jene widrigen Umstände versetzt wird und dessen drei Begegnungen mit nur auf den ersten Blick wohlmeinenden Helfern jedesmal in einem Unglück für Clint enden. In SuperVixen findet er schließlich eine „Gönnerin“ in Form seiner Traumfrau und durch Harry, sowie durch den „Geist“ SuperAngels kann er sich selbst und seinen Traum verwirklichen, indem er zeigen kann, „aus welchem Holz er geschnitzt ist“.

Homers „Odyssee“ ist wie angesprochen eine weitere Inspirationsquelle, ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt. Prämisse der Odyssee ist die Unberechenbarkeit und Wandelbarkeit der Göttlichkeit, die Odysseus dafür bestraft, vermessen den Sieg über Troja seiner List und Genialität allein zuzuschreiben. Da in der polytheistischen griechischen Götterwelt die unzähligen Gottheiten sich auf die 3 Prinzipien Liebe, Schöpfung und Vernichtung reduzieren lassen und diese wiederum Eigenschaften des höchsten Gottes Zeus sind, kann man hier auch von einem Gott in tausend Gestalten sprechen. Odysseus bringt nun zumindest einige Gestalten dieser Gottheit gegen sich auf und wird zu einer 10jährigen Fahrt über das Mittelmeer verdammt, wo er Ungeheuern, Menschenfressern und listigen Frauen begegnet, insbesondere Circe, die Erotik mit Zauberkraft vereint und so Odysseus für sich gewinnt. Nachdem sein Frevel vor Troja nach 10 Jahren gesühnt ist, darf er mit Unterstützung der Göttin der Weisheit (Schöpferisches Prinzip) nach Hause zu seiner Frau und seinem Sohn zurückkehren, muss sich dort aber seiner letzten Prüfung stellen und sich gegen die Scharen von Freiern, die um Odysseus´ Ehefrau Hand anhalten, zur Wehr setzen. - - Auch diese Inhalte übernimmt „Supervixens“ deutlich. Im Krieg der Geschlechter (Troja) kann sich Clint listenreich zur Wehr setzen, indem er von Officer Harry Sledge nicht wegen der Falschbeschuldigungen seiner Frau inhaftiert wird. Doch bringt er anschließend SuperHaji, die eine Bar betreibt, doch von der Kostümierung und musikalischen Untermalung ein exaktes Spiegelbild der „Hexe“ aus „Good Morning... and Goodbye“ ist, gegen sich auf, als er den Schlüssel abweist, den sie ihm reicht. Da sie ihm deswegen kein Alibi für den Mord an seiner Frau, den er nicht begangen hat, liefert, ist Clint zu einer Odyssee verdammt, die ihn mit 3 Versuchungen (jeweils eine Circe) und 3 Gefahren konfrontiert. Bei SuperVixen am Ende seiner Reise angekommen, muss er sich schließlich ein letztes und schlimmstes Mal selbst beweisen, indem er sich Harry, dem Mörder seiner Frau, stellen und SuperVixen aus dessen Krallen befreien muss. Harry entspricht den Freiern um Odysseus´ Frau. Der Geist SuperAngels, angenehm undeutlich und mal wohlwollend gegenüber Clint wirkend, mal die Aggression Harrys gegen Clint noch anfachend, entspricht dem Gott Poseidon, dem ärgsten Widersacher Odysseus´.



Biographische Interpretation

Auf persönlicher Ebene ist „Supervixens“ als Abrechnung mit Russ Meyers Frau Edy Williams zu verstehen. Edy Williams, die in „Blumen ohne Duft“ und „The seven minutes“ mitspielte, entpuppte sich im Laufe der Ehe als übertrieben eifersüchtig und rief während Dreharbeiten und anderen Veranstaltungen ihrem Ehemann unentwegt hinterher, um zu kontrollieren, dass er sie nicht betrüge – verbunden mit Drohungen und Szenen. Die Anrufe SuperAngels und die Vorwürfe, die sie Clint macht, sollen exakte Reproduktionen von Edys Anrufen und Vorwürfen sein – Wort für Wort! Wenn Harry Sledge SuperAngel schließlich in einem Exzess der Gewalt umbringt, ist Harry in den schwarzen Handschuhen das Alter Ego Russ Meyers, der seine schwärzesten Wünsche in künstlerischer Form auslebt. Clint als Opfer SuperAngels entspricht ebenfalls einem Persönlichkeitsaspekt Russ Meyers als Opfer Edys. Meyer „plante die Scheidung, als wäre er Adolf Hitler“, meinte Edy Williams, womit sich der Kreis zu „Supervixens“ schließt und sich erklärt, warum Martin Bormann Clint von einem Anruf SuperAngels als von einem „direkten Befehl vom Führer“ berichtet. Edy war für den Weltkriegsveteran Meyer zum Feind schlechthin geworden, und er zu ihrem ultimativen Feind. Als Nazi stellt er sie nicht dar, wohl aber als James-Bond-Superschurke, indem er sie wie Blofeld eine Katze streicheln lässt, während sie Clint anruft. Im letzten Akt, wenn sich Clint gegen Harry zur Wehr setzen muss um SuperVixen zu befreien, wähnt sich Harry im Krieg und stellt ihn vor gefährlichste und explosionsgeladene Aufgaben, die er schließlich siegreich bewältig – eine idealisierte Form Meyers und seine Hoffnung, den Krieg gegen Edy zu überstehen – siegreich, wenn möglich...



Sexualpsychologische Interpretation

In der damaligen Filmkritik ist vieles zu lesen von einem problematischen Frauenbild, männlicher Aggression, die sich an bildschönen Frauen entlädt und einer vermeintlichen Homosexualität des Protagonisten. Tatsächlich dürfte es sich hier ein klein wenig anders verhalten: Allein, weil nicht jeder Mann, der Frauen gegenüber nicht selbstbewusst agiert, homosexuell ist, und nicht jeder Film, der die Aktionen eines frauenfeindlichen Verbrechers zeigt, selbst frauenfeindlich ist. Clint wird in „Supervixens“ mit dem in Meyers Filmen oft anzutreffenden Handymancharakter versehen. Russ Meyer hatte diesen Archetypus seiner Geschichten in „Eve and the Handyman“ (1961) geschaffen und zeigt einen Charakter, der ganz in seiner Arbeit aufgeht, sexuell aber unterentwickelt und wenig selbstbewusst agiert – oder besser: nicht agiert. Erst Eve, die von Meyer damaliger Frau Eve Meyer gespielt wird, kann ihn erlösen, nachdem sie ihn einen Tag lang wie ein Detektiv beschattet hat, ihm schließlich Reinigungswaren verkauft und mit ihm schläft. In „Good Morning… and Goodbye“ wird ein Mann gezeigt, der unter der Aggression seiner Frau Angel leidet, die stets auf der Suche nach sexuellen Abenteuern ist. Erst, nachdem ihn eine Hexe an einem magischen Ritual teilhaben lässt, kann er sich einem Nebenbuhler stellen und seine Frau zurückerobern. Ähnlich ist es bei „Supervixens“: Clint leidet unter seiner mit enormem sexuellen Appetit ausgestatten Frau SuperAngel, die nicht nur zufällig den gleichen Namen trägt wie Angel aus „Good Morning… and Goodbye“. Nachdem sie ermordet wird und er als Tatverdächtiger flüchten muss, begegnen ihm mehrere Frauen, die ihn verführen wollen, doch er zeigt sich ihnen entweder wenig selbstbewusst, abweisend oder desinteressiert. Erst SuperVixen, die genauso aussieht, wie seine ermordete Frau, gefällt ihm, sodass er sich in sie verliebt. Nun sorgt der „Geist“ SuperAngels“, der das Geschehen von einem Berggipfel aus beobachtet, dafür, dass Harry, der zufällig unterwegs zum Angeln in SuperVixens Oasis einen Zwischenstop macht, Clints Charakter läutert, indem er ihn mit dem Tod konfrontiert und Clint zudem das Leben SuperVixens retten muss. Dabei nutzt der Film die Programmatik des surrealistischen Manifests (1924), um Inneres und Unbewusstes nach außen zu kehren: SuperVixen sieht deswegen genauso aus wie SuperAngel – Clint scheint das im Übrigen nicht zu bemerken – weil der Film damit zeigt, dass SuperAngel trotz des Ärgers, den sie Clint so oft bereitete, Clints Traumfrau, seine einzig mögliche Frau, ist. Das erklärt auch, warum er sich auf die Avancen der Frauen, die ihm auf seiner Odyssee begegnen, kaum reagiert – sie sind einfach nicht sein Typ. Der Film strengt es zwar nicht an, dass Clint in der Hinsicht am Filmende seine Erlösung findet, indem er nun ein polygames Leben führen und jede attraktive Frau, die ihm unterkommt bespringen solle, vielmehr akzeptiert er diese Eigenheit Clints, lässt ihn jedoch an Harry und der Konfrontation mit dem Tod so reifen, dass Clint sich in Zukunft nicht mehr von seiner Frau unterjochen lassen wird und Selbstbewusstsein gewinnt. Und dieses Selbstbewusstsein wird nicht mehr geschenkt, wie in „Eve and the Handyman“ oder durch Magie erteilt, sondern muss sich hart und unter Einsatz des eigenen Lebens erkämpft werden!



Zensurdiskussion

Nicht nur seine Ehekrise verarbeitete Russ Meyer in „Supervixens“, sondern wie in etlichen Filmen zuvor – und dort stärker im Vordergrund stehend – seine zahlreichen negativen Erfahrungen mit der amerikanischen Filmzensur. Gerne nutzte Meyer die Gelegenheit, Polizisten und Nazis in seinen Filmen als Metapher für die rigide und sexualfeindliche staatliche Gewalt zu verwenden, in „Black Snake“ werden sogar Standpunkte der Zensurbefürworter einer brutalen Sklavenhalterin in den Mund gelegt. In „Supervixens“ ist es der selbstbewusste und überaus maskuline Harry, den SuperAngel ihrem Mann Clint vorzieht, dann aber feststellen muss, dass Harry zwar mit allen Muskeln bestens ausgestattet ist, sein „Liebesmuskel“ allerdings gänzlich versagt. Harry ist impotent, und erst, als er gegen SuperAngel gewalttätig wird, gelingt ihm eine Erektion. Wird in „The seven minutes“ das zensurbefürwortende Establishment noch verlogen und bigott dargestellt, da sie ihre Diskussionen in einem Salon mit anwesender leicht bekleideter, überaus naiver Sexbombe führen und meinen, die schwache Welt vor Sexbomben in Literatur, Film und Fernsehen beschützen zu müssen, geht „Supervixens“ weiter und zweifelt die sexuelle Potenz der Zensoren an. Ein naheliegender Gedanke, denn warum sonst sollte man sich gegen Sex, sei es im realen Leben oder in der Kunst, einsetzen?


Filmische Bezüge

4 Jahre lang haderte Russ Meyer damit, erneut einen Sexfilm zu drehen, da mittlerweile selbst die großen Filmstudios viel Erotik zeigten und er gleichzeitig nicht Teil der Hardcorefilmindustrie werden wollte. Zudem schlossen Anfang der 70erjahre viele Kinos oder wanderten in die Einkaufszentren ab, wo die Betreiber den Kinos Nacktheit oder X-Rated-Filme verboten. Nach zwei Filmen, die sich im Verhältnis zu Meyers übrigen Filmen als Flop entpuppten („The seven minutes“ und „Black Snake“), kehrte er jedoch zu seinen Wurzeln zurück und zeigte neben einer Weiterentwicklung seines Hauptthemas um einen sexuell wenig selbstbewussten Mann, der zu sich selbst findet – und übrigens auch scheitern kann, wenn er den umgekehrten Weg beschreitet und sich trotz eines sexuell erfüllten Lebens nur noch dem Materialismus widmet, wie Harry in „Megavixens“ – die Figuren seiner früheren Filme in grotesker Übertreibung, oft tragen sie deswegen den Namensvorsatz „Super…“: SuperAngel ist Angel aus „Good Morning… and Goodbye“ – der Charaktertyp kommt allerdings öfter in Meyers Filmen vor – SuperCherry entspricht der überaus sexhungrigen Prostituierten Cherry aus „Megavixens“, die taubstumme SuperEula Eula aus „Mudhoney“ – beide erleben eine Spontanheilung, Eula noch im Angesicht des Todes eines Mannes, mit dem sie geschlafen hatte, SuperEula, als sie gerade mit einem Mann schläft. SuperHaji entspricht der namenlosen Hexe, die Impotenz mit Magie heilt und deren spärliche Kleidungen und Musikuntermalungen einander frappierend ähneln. SuperSoul hingegen entspricht nicht Soul aus „Megavixens“, wird aber von der gleichen Darstellerin gespielt, und SuperVixen entspricht ebenfalls nicht „Vixen“, da sie nicht übermäßig aggressiv auf Männerfang geht. Soul aus „Megavixens“ allerdings ist in „Supervixens“ erneut in einigen kurzen Einstellungen zu sehen und darf wie dort als personifizierte Natur die Kommunikation zwischen Menschen herstellen – diesmal jedoch im Dienste Harrys, der seinerseits nur Werkzeug ist in Clints Reifungsprozess.

„Supervixens“ überrascht den Zuschauer mit der Besetzung der Titelfigur, die in dem Film von der gleichen Schauspielerin gespielt wird, die SuperAngel spielt – und sogar als „Geist“ das Geschehen um SuperVixen beobachtet. Angeblich aus der Not heraus entstanden – Russ Meyer behauptet, dass er Edy Williams nicht mehr besetzen wollte und kurzfristig kein Ersatz mehr zu finden war, was unglaubwürdig ist, da Edy allenfalls in einer sehr frühen Drehbuchversion zu Vorproduktionszeiten eingeplant war, keinesfalls aber in einem Film, der teils wörtliche Zitate aus Meyers Eheleben als Abrechnung mit Edy enthält – ist diese Vorgehensweise vielmehr typisch für surrealistische Herangehensweisen an Filme (vgl. den später entstandenen „Dieses obskure Objekt der Begierde“, 1977). Außerdem, hätte man aus der Not heraus Shari Eubank zwei Rollen gegeben, dann wäre das in dem Film erklärt worden – eine Zwillingsschwester beispielsweise. So wie der Film erzählt ist – Clint bemerkt nicht, dass SuperVixen aussieht wie seine Frau, deutet alles auf Absichtlichkeit hin. „Supervixens“ ist damit ein wichtiges Bindeglied zwischen „Vertigo“ (1958) und „Lost Highway“ (1997); in ersterem trifft der Protagonist Scottie auf eine Frau, die genauso aussieht, wie die Frau, die zuvor gestorben war und die er liebte – und die von sich als von einem Geist besessen gesprochen hat, in letzterem lernt der Automechaniker Pete eine Frau kennen, die er später in einer anderen Identität und von einem anderen Schaupieler gespielt, jedoch im Film vorher erzählt, tötet. Bevor er mutmaßlich von seiner späteren Identität am Ende des Film eingeholt wird, stellt er seiner Affäre verunsichert die Frage „Bist du alle Beide?“, nicht nur, weil sie einen anderen Namen trägt, sondern von der gleichen Schauspielerin dargestellt wird. - - David Lynchs Werk steckt grundsätzlich voller Anspielungen und Zitate auf Russ Meyers Filme! Meyer hingegen wird immer wieder zugewiesen, er habe sich bei der Mordszene an SuperAngel an Hitchcocks „Psycho“(1960) orientiert – was weit hergeholt scheint; vielmehr fühlt man sich an „Der zerrissene Vorhang“ (1966) erinnert, in dem ähnlich schonungslos gezeigt wird, wie schwer es ist, einen Menschen umzubringen. Wie dem auch sei, Hitchcock wurde auf den Film aufmerksam bejubelte den Badewannenmord, stellte Charles Napier unter Vertrag und starb leider zu früh. Russ Meyer bedankte sich für das Lob, indem er ein Jahr später in „Up!“ (1976) tatsächlich eine Hommage an den Duschmord drehte.

Weiterhin nutzt der Film zwar die typischst denkbare Erzählkonstruktion, die Reise des Helden, jedoch bewusst in Anlehnung an die Forderungen des surrealistischen Manifests im Mittelteil als homerische Odyssee. Damit ist „Supervixens“ nicht der erste Film, auch Ingmar Bergman nutzte dieses Vorgehen bereits in „Wilde Erdbeeren“ (1957). Dort begibt sich ein Professor auf eine Reise nach Lund, um einen Preis für seine Lebensleistungen zu erhalten. Auf dem Weg dorthin begegnet er vielen Menschen – und Erinnerungen – die ihn damit konfrontieren, dass er sein Gefühl, und damit sein Leben, der Wissenschaft geopfert hat. In Gang gesetzt wird der Film von einer surrealistischen Episode, die den Professor mit dem eigenen Tod konfrontiert. Was all diese Filme nun gemeinsam haben, ist die Innenschau des Protagonisten im Rahmen einer Odyssee, gewissermaßen einer Pilgerreise, die ihm Erkenntnis oder vielleicht sogar Erleuchtung bringt.


Musikalische Bezüge

Nicht weniger anspielungsreich als die Namen und Figuren ist die musikalische Untermalung des Films. Nutzte Russ Meyer bereits in vorherigen Filmen klassische musikalische Motive wie „Rule, Britannia!“ in „Megavixens“, um eine Britin zu charakterisieren, oder die Marseillaise in „Black Snake“, wenn sich der Sklavenaufstand abzeichnet, so fährt Meyer diesmal ein ganzes Arsenal der Musikgeschichte auf. Schon in der Titelsequenz wird das Herannahen Martin Bormanns mit „Deutschland erwache! (Heil Hitler Dir)“ untermalt, genauso sein letzter Auftritt am Ende des ersten Aktes. Die Österreicherin SuperSoul, die überwiegend deutsch spricht, wird mit „An der schönen blauen Donau“ beim Kühemelken gezeigt, Harry Sledge legt Dixielandmusik auf, bevor er SuperAngel umbringt – Russ Meyers Lieblingsmusik. Wenn sich Clint erstmals SuperVixens Oasis nähert und der Geist SuperAngels dabei in den Film eingeführt wird, ist eine Variation von Richard Strauß bekannter sinfonischer Dichtung „Also sprach Zarathustra“ zu hören, der ausgedehnte Schlusskampf und die Jagd Harrys auf Clint ist mit Soldatenlieder überwiegend aus der Bürgerkriegszeit untermalt, darunter „When Johnny comes marching home“. Während die Soldatenlieder dabei unterstreichen, dass Harry sich im Krieg wähnt, um Clint für den Krieg der Geschlechter zu stählen, dient „Deutschland erwache!“ lediglich dazu, Martin Bormanns Herkunft zu illustrieren, ebenso wird bei der Österreicherin SuperSoul verfahren. „Also sprach Zarathustra“, das Friedrich Nietzsches gleichnamiges philosphisch-poetisches Hauptwerk vertont, zeigt in der Originalbedeutung die Geburt eines tiefen, Ewigkeit wollenden Gedankens, im Film „Supervixens“ die Wiedergeburt der Liebe Clints zu einer Frau, die seiner früheren Liebe vollkommen gleicht.



Synchronisation

Der Film wurde 1979 fürs deutsche Kino mit professionellen Sprechern synchronisiert und wurde ungeschnitten gezeigt; er besitzt jedoch eine Tonzensur am Ende des 1. Aktes, wenn Martin Bormann seinen letzten Auftritt hat: Das Nazi-Propaganda-Lied „Deutschland erwache!“ ist hier durch Grillenzirpen ersetzt. Die Zensur erscheint seltsam, da mit dem selben Lied der Film beginnt – auch in der deutschen Fassung! Auch der Vergleich, den Bormann anstellt, wenn er SuperAngel als „Führer“ betitelt und Clint „mach schnell“ nach Hause soll, ist in der deutschen Fassung getilgt. Ärgerlich ist die Episode mit SuperSoul auf der Farm, da jene in der deutschen Fassung Susi heißt und es natürlich verloren geht, dass sie auch in der Originalfassung meist deutsch spricht. Schwerer wiegt noch, dass Susi Schweizerin ist und SuperSoul Österreicherin, wodurch in der deutschen Fassung der Wiener Walzer „An der schönen blauen Donau“ deplaziert wirkt. Außerdem entging dem Autor des Synchronbuches, dass es sich bei den Worten der taubstummen SuperEulas, die sie spricht, während sie zu ersten Mal Sex hat, nicht um einen inhaltlichen Fehler handelt, sondern beabsichtigt ist und eine Spontanheilung durch Sex zeigt – was der mit Meyers Filmen vertraute Zuschauer schon aus dessen früheren Filmen kennt. In der deutschen Fassung stellt sie sich selbst überrascht die Frage: „Warum kann ich auf einmal reden?“


Fazit:

Anspielungsreiches surrealistisches Meisterwerk, das zudem überaus gut unterhält. Ein Superheldenfilm für Erwachsene!


Wertung:

10 / 10 – und in meiner persönlichen Top Ten!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 09.11.2017 16:11 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 5646
Geschlecht: nicht angegeben
Pacific Nil hat geschrieben:
Supervixens – Russ Meyer
Wertung:

10 / 10 – und in meiner persönlichen Top Ten!

Jup, genau so ist es!
Ist für mich der beste Meyer ohne wenn und aber!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 09.11.2017 17:58 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 1372
Wohnort: Das finstere Tal
Geschlecht: männlich
Vielen Dank für die tolle Vorstellung :hutheben:
Welche Veröffentlichung ist denn empfehlenswert? Die deutschen Sachen sind laut OFDB alle cut, und Arrow hat wohl ein falsches Bildformat. Bleibt nur die US-DVD. Oder hat jemand bessere Vorschläge?

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 09.11.2017 18:04 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 5646
Geschlecht: nicht angegeben
Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Vielen Dank für die tolle Vorstellung :hutheben:
Welche Veröffentlichung ist denn empfehlenswert? Die deutschen Sachen sind laut OFDB alle cut, und Arrow hat wohl ein falsches Bildformat. Bleibt nur die US-DVD. Oder hat jemand bessere Vorschläge?

Stimmt, die deutschen VÖs sind cut, allerdings sind das nur rund 22 Sekunden.
Das ist die Badewannen-Szene und eine Einstellung von einem Felsen.
Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber m.E. ist das zu verschmerzen.
Wenn du unbedingt eine ordentliche ungekürzte Fassung haben willst und auf die (sehr gute!) deutsche Synchro verzichten kannst oder möchtest, bleibt wohl wirklich nur die US-DVD.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 09.11.2017 18:08 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2017
Beiträge: 243
Geschlecht: nicht angegeben
Pacific Nil, danke für diese großartige Filmanalyse...

von den 70-er-Jahre-Meyer-Filmen ist mir der ebenso der liebste...

@ Schmutziger_Maulwurf

ich habe die Arrow-Box, die ich auf technischer Ebene wirklich nicht empfehlen kann; soweit ich weiß, sind die deutschen DVDs allesamt
nur mit der deutschen Sprachfassung versehen und somit - da man Meyer-Filme wirklich mit originaler Sprachfassung anschauen sollte (die Aggressivität der Frauen kommt da noch gehässiger rüber, finde ich) - problematisch für den kompletten Filmgenuss...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: SUPERVIXENS - ERUPTION - Russ Meyer
BeitragVerfasst: 09.11.2017 18:14 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 1372
Wohnort: Das finstere Tal
Geschlecht: männlich
Na ja, die Auszüge der deutschen Synchro weiter oben machen schon neugierig, aber der (bevorzugte) Originalton dürfte natürlich auch nicht fehlen. Seis drum, die US-DVD also. Und eine billig ergatterte deutsche VÖ für die Synchro ...

Danke schön!!! :D

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker