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 Betreff des Beitrags: Re: THE NEON DEMON - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 02.02.2018 03:01 
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Unbedingt nochmal anschauen!!!
Beim 2. mal bretterte der bei mir richtig fett rein.


Tip: Eventuell auch mal auf englisch - ist auch mega-easy zu verstehen!

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 Betreff des Beitrags: Re: THE NEON DEMON - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 02.02.2018 08:00 
TRAXX hat geschrieben:
Unbedingt nochmal anschauen!!!
Beim 2. mal bretterte der bei mir richtig fett rein.


Tip: Eventuell auch mal auf englisch - ist auch mega-easy zu verstehen!


Nachdem ich Drive und Only God forgives mega fand ging ich damals in Neon Demon ins Kino und hatte eine riesen Erwartungshaltung. Nach der Vostellung wusste ich nicht was ich von dem Film halten sollten und meine Kumpels auch nicht. "Schöne Bilder" war das einzige was wir zu dem Film als Bewertung sagen konnten.
Zusätzlich hatte der Film bei mir persönlich auch noch eine Grenze des guten Geschmacks überschritten.
Das musste ich erst mal verarbeiten.
Ca. 4 Monate später zum Blu-ray Release gab ich mir den Film ein zweites mal, wusste was mich erwartet, war vorbereitet und dann hat mich Neon Demon mehr geflasht als Only god forgives und Drive zusammen.

Ein Meisterwerk!

11/10


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 Betreff des Beitrags: Re: THE NEON DEMON - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 23.08.2018 22:40 
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TRAXX hat geschrieben:
Unbedingt nochmal anschauen!!!
Beim 2. mal bretterte der bei mir richtig fett rein.


Tip: Eventuell auch mal auf englisch - ist auch mega-easy zu verstehen!

Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ja, der wird schon noch einmal seinen Weg in den Player finden, aber nicht in nächster Zeit.

...und jetzt ist es passiert (auf englisch).
Wissend, was mich erwartet, war dieser visually monstrous Film diesmal auch leichter "konsumierbar".
Die Faszination, die von den oft traumartig-rauschhaften Bildern ausgeht, ist auf alle Fälle immer noch genauso da, wie beim ersten Mal und er war vielleicht insgesamt auch kurzweiliger als bei der Erstsichtung.
Aber auf der anderen Seite ist auch nach wie vor das Gefühl einer gewissen Leere vorhanden.
Zwar könnte man bei genauerem Hinsehen Spurenelemente von Themen wie Gruppenzwang, Schönheitswahn, Geltungswahn usw. herausfiltern, aber das alles ist der audiovisuellen Komponente soweit untergeordnet, dass es höchstens noch eine Alibi-Funktion erfüllt.
Als ich mir den Film jetzt angeschaut habe, habe ich mir oft gedacht, dass Refn und seine Co-Autoren schon beim Schreiben nach dem Credo gearbeitet haben:
"Film is not really about storytelling, film is image; it's just about the image, it's just about the moment."
Der klassische style-over-substance-Gedanke, den ich gar nicht prinzipiell falsch finde, der mich bei dem Film aber (hinsichtlich des praktischen Fehlens einer normal erzählten Geschichte) doch irgendwie unbefriedigt zurückgelassen hat.
Wie gesagt, auf audiovisueller Ebene ist der Film absolut überragend, ein eye- (and ear)candy deluxe, aber das war's mehr oder weniger auch schon.
Dennoch möchte ich den Film aus heutiger Sicht um einen Punkt aufstufen, weil eben die Faszination, trotz des Fehlens einer normalen Story, ungebrochen ist und der Unterhaltungsfaktor auch noch gestiegen ist.
8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: THE NEON DEMON - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 24.08.2018 00:51 
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Schon ONLY GOD FORGIVES gesehen?

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 Betreff des Beitrags: Re: THE NEON DEMON - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 24.08.2018 15:46 
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TRAXX hat geschrieben:
Schon ONLY GOD FORGIVES gesehen?

Ja, vorgestern zum zweiten Mal.
Ich habe aber diesbezüglich meinem Review nach der Erstsichtung nichts hinzuzufügen.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE NEON DEMON - Nicolas Winding Refn
BeitragVerfasst: 30.12.2018 13:47 
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The Neon Demon (Dänemark/F/USA 2016, Regie: Nicolas Winding Refn)


Die Faszination der Schönheit, das ist es, was den Erfolg in der Modelwelt, bei den Reichen, Schönen und Mächtigen ausmacht und was Tausende von Frauen und Männern anzieht. Die 16-Jährige Jesse (Elle Fanning) ist eine von ihnen, als sie nach Los Angeles reist, um Karriere auf dem Laufsteg und vor der Kamera zu machen - und sie hat das gewisse Etwas, die Ausstrahlung, das Besondere. Das erkennt auch Agenturchefin Jan (Christian Hendricks), die die Minderjährige unter Vertrag nimmt und bei ihrem Starfotografen Jack (Desmond Harrington) unterbringt. Schicksalsschwerer ist aber eher ihre Freundschaft mit der Visagistin Ruby (Jena Malone), die Jesse mit ihren Model-Freundinnen Gigi (Bella Heathcote) und Sarah (Abbey Lee) bekannt macht, die der Newcomerin allerdings den Erfolg neiden. Jesse findet zwar in Dean (Karl Glusman) auch einen echten Vertrauten, aber L.A. und die Branche sind hungrig und man wird alles tun, um Jesses Erfolg buchstäblich zu zerreißen...
(OFDb)


Wa(h)re Schönheit kommt von innen. Nicolas Winding Refn schickt den Zuschauer auf einen pulsierenden Trip ins grausam-schöne Märchenland der Modebranche. Elle Fanning brilliert als naives Aschenputtel mit dem "gewissen Etwas". Oder schlummert hinter der so unschuldig scheinenden Fassade womöglich mehr? Vielleicht ein Dämon? Bilder sagen mehr als Worte - diese Redensart ist hier buchstäblich Programm! Die visuell berauschende und vielschichtige Inszenierung wirkt, als hätten Dario Argento, Alejandro Jodorowsky und David Lynch zusammen mit John Galliano einen Film über die Modebranche gedreht. Nicolas Winding Refn wusste was er tat, als er Elle Fanning die Rolle der Jesse gegeben hat. Die Rolle ist ihr buchstäblich auf dem Leib geschrieben.

Ihre Unschuld ist es, die alle begehren. Ihre "Freunde" und Kollegen umgarnen sie wie Vampire, um ihr diese Unschuld zu rauben - und jeder möchte der erste sein. Im Verlauf des Films macht Jesse eine Wandlung durch - eine Transformation. Wie es zu einem echten Märchen gehört, ist auch "The Neon Demon" eine Coming of Age-Story. Refn lässt seine "Aschenputtel" durch eine klinisch-kühle Welt gleiten, die zugleich stilvoll überzeichnet ist, geradezu unwirklich - und doch brutal nah an der "Realität" (oder was man dafür halten mag). Bei dieser Gelegenheit empfehle ich gleich mal die ARTE-Doku-Reihe "Catwalk-Scandals", die zeigt, dass der Film gar nicht einmal so übertreibt, wie man vielleicht denkt.

Stil ist nicht alles - er ist das Einzige. Doch hinter der scheinbar leeren Ästhetik verbirgt sich ein tief emotionales und (wenn man es zulässt) berührendes Drama, über eine verstörend oberflächliche, sterile und kaltherzige Welt, die den Narzissmus feiert und letztlich alles und jeden frisst. Am Ende sind es doch die inneren Werte, die zählen - doch was wird von ihnen übrig bleiben? Oder sind es vielleicht gar nicht die inneren Werte, die einen Menschen ausmachen? Ist es zu allererst doch das Aussehen, das den ersten Eindruck prägt. Und ist der erste Eindruck nicht entscheidend? Refn stellt diese Fragen in den Raum und überlässt es dem Zuschauer, diese Fragen für sich zu beantworten.

Nach zweiter Sichtung würde ich "The Neon Demon" durchaus als Meisterwerk bezeichnen. Die durchdachte Ästhetik der Bilder, die Refn dem Zuschauer hier präsentiert, erinnert bisweilen an Kubrick. Am Ende ist dann kurz mal Giallo-Terror pur angesagt, wenn Jesse von ihren drei Rivalinnen attackiert wird. Wie war das noch mit den drei Grazien, in Argentos "Mütter"-Trilogie? Vor allem die bizarre Schluss-Szene hat mich (auch dieses Mal) lange beschäftigt. Refn erzeugt hier eine beklemmend fremdartige und alptraumhafte Atmosphäre, in der sich Schönheit auf verstörende Weise ins Gegenteil umkehrt. Wer wird überleben, in diesem Haifischbecken? Und was wird von ihr übrig bleiben?

Keanu Reeves darf als abgefuckter Motel-Besitzer seine Arschloch-Rolle richtig auskosten und sieht aus, als wäre John Wick gerade von einer Rachetour zurückgekommen. Allerdings glaube ich, John Wick hätte dem Typen, den Reeves hier spielt, kräftig in den Hintern getreten. Der kraftvolle Soundtrack von Cliff Martinez ist mal wieder ein Grund sich die Soundtrack-CD zu kaufen. Einzig die Songauswahl ganz am Ende (wenn der Abspann beginnt und die Wüstenlandschaft zu sehen ist) hat mir nicht so gefallen, denn die Musik reißt einen schlagartig aus der mysteriösen Stimmung des Films heraus. Bis dahin ist das Ganze jedoch von bestechender Stilsicherheit und Eleganz.

Fazit: Ein ausdrucksstarker audiovisueller Trip in die (Alb-)Traumwelt des Star-Business. Sehr zu empfehlen als Double Feature mit David Cronenbergs "Maps To The Stars".

9/10


Die DVD enthält ein kurzes Interview mit Nicolas Winding Refn, den man wohl als echten Exzentriker bezeichnen kann. Manche Aussagen wirken abgehoben ("Ich bin ein Filmemacher aus der Zukunft..."), doch viele Aussagen fand ich sehr interessant. Vor allem, was er über die Zukunft der Unterhaltung und der Kunst sagt. So wird es immer wichtiger werden, bewusst zu wählen und zu zeigen, für was man steht. Kunst darf sich nie dem Massengeschmack oder dem jeweiligen Zeitgeist unterordnen (von Zensur und Kommerz ganz zu schweigen). Sie muss frei und unabhängig bleiben - und aus dem Bauch fließen können. Aus dem Herzen...

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


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