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 Betreff des Beitrags: Filmausweider - Das Splattermovies Magazin #1
BeitragVerfasst: 28.02.2013 23:06 
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Filmausweider - Das Splattermovies Magazin #1

Erscheinungsdatum: Juli 2012
Umfang: 72 Seiten broschiert
ISBN: 978-3848216895
Vertrieb: Books on Demand GmbH
Ausgabepreis: 4,44 €

Deutschland hat ein neues Magazin für Freunde des abseitigen Films. Genau genommen ist es gar nicht mehr ganz so neu, nachdem die erste Ausgabe bereits seit rund einem dreiviertel Jahr erhältlich ist.

Nachdem mir der „Filmausweider“ aber bis vor wenigen Tagen, als mir das Heftchen von einem Kollegen empfohlen wurde, noch kein Begriff war und ich mir vorstellen kann, dass es auch anderen so geht, gibt’s folgend einige Infos zu dem neuen Format.

Thematisch behandelt die erste Ausgabe unter anderem

  • Piranha 3DD
  • REC 3: Genesis
  • Hellraiser: Revelations
  • Nazi Sky
  • The Bunny Game
  • The Human Centipede 2
  • Hobo with a Shotgun

in eigenen längeren Artikeln. Daneben gibt’s ein paar News, sowie rund 16 Kurzberichte und als Krönung ein Interview mit Timo Rose.

Inhaltlich also ein buntes Potpourri neuer Filme – wenngleich sich bei manch einem Film die Frage stellt, warum der Subtitel „Das Splattermovies Magazin“ gewählt wurde.

In Sachen Aufmachung fällt auf, dass der „Filmausweider“ etwas untypisch als Buch vertrieben wird, was jedoch den positiven Nebeneffekt hat, dass man nicht nur problemlos an ältere Ausgaben kommt, sondern dass einem auch gleich eine ordentliche Broschur statt einer einfachen Klammerheftung geboten wird. In Verbindung mit der Laminierung des Umschlags stellt sich unmittelbar ein hochwertiger Eindruck ein.

Leider war’s das dann aber auch schon mit der hochwertigen Optik. Schlägt man das Magazin auf, zeigt sich eine Aufmachung, die die Vermutung nahe legt, dass Layout und Satz in einem Standard-Textverarbeitungsprogramm vorgenommen wurden ohne wenigstens dessen Möglichkeiten auszunutzen. So hätte bereits die Formatierung im Blocksatz das Bild deutlich professioneller erscheinen lassen.
Die Bilder sind durchwegs in s/w und die Seitennummerierung beginnt erst bei Seite 43 – ist aber ja auch egal – ist halt ein Fanzine (und das darf ihm man ja durchaus ansehen).

Viel wichtiger ist schließlich der Inhalt. Dieser ist bei Reviews, wie auch Kurzbeiträgen stets einheitlich aufgebaut. Erst gibt’s ein paar Worte zum Inhalt, dann evtl. weitere Infos rund um den Film und abschließend ein Fazit inkl. Punktewertung auf einer Skala bis 10.
Sprachlich fällt dabei auf, dass sich um einen lockeren Ton bemüht wurde, was jedoch teilweise eher peinlich denn locker klingt und einen etwas derben Humor erfordert. So schreibt der Autor beispielsweise bei einem Fazit, dass er sich lieber den Pimmel anzündet, statt den Film nochmal anzusehn (vgl. Filmausweider 01/2012 S. 51).

Zudem scheint dem Autor zur zweiten Hälfte des Magazins die Lust abhandengekommen zu sein, das Geschriebene nochmal zu lesen, wodurch sich recht häufig Fehler einschleichen, durch die zuweilen der Sinn eines Satzes verloren geht.

Qualitativ zeigen die Beiträge dann aber das eigentliche Problem. So fällt es selbst bei bereits gesehenen Filmen teilweise schwer, aus der Inhaltszusammenfassung den Film (wieder) zu erkennen. Zudem kommt es zu teils kuriosen Absätzen. So wird zu „The Bunny Game“ beispielsweise bemerkt,


[Quelle: Filmausweider 01/2012, S. 27] hat geschrieben:
„[…]- fast langweilig könnte man schon sagen.
Dass die Gewalt im Film echt sein soll, glaubt man gerne, bekommt man in durchschnittlichen SM-Dokus im Spätprogramm […] auch nicht unbedingt Harmloseres geboten. In Sachen Gewalt ist ein Branding […} schon das höchste der Gefühle – Gore (oder überhaupt einen Mord) für die Splatterkiddis gibt’s hier jedenfalls keinen.“


Ist daraus also abzuleiten, dass, obwohl anzunehmen ist, dass alles Gezeigte real ist, der Film langweilig ist, weil keiner stirbt? Naja, wie dem auch sei…


In Sachen Themenauswahl könnte der „Filmausweider“ durchaus mit dem ein oder anderen renommierten Magazin vom Bahnhofskiosk konkurrieren. Gemessen an der Qualität der Beiträge ist man aber noch meilenweit von einem TOP-Fanzine wie beispielsweise SigiGötz-Entertainment oder Pranke entfernt und reicht auch nicht an die Klasse der Reviews einiger „Filmtagebüchler“ des DirtyPictures-Forums heran.

Zur Verteidigung sei aber auch gesagt, dass sich dies nur auf die erste Ausgabe bezieht – nicht auszuschließen, dass die bereits erschienenen Ausgaben 2 und 3 bereits deutlich besser sind.
Nachdem das Ganze als Buch gehandelt wird, kann sich jeder für schlappe 4,44 € (bei kostenfreiem Versand beispielsweise angeboten von Amazon) ein Bild machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Filmausweider - Das Splattermovies Magazin #1
BeitragVerfasst: 28.02.2013 23:45 
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Danke für den Tipp. Ich schreibe grade in meinem eigenen Fänzine FILM MÄG über die Kollegen, da kann ich ja den AUSWEIDER noch dazutun, wunderbar.

Bei mir beschweren sich die Leute ebenfalls manchmal über Rechtschreibfehler, aber so ist das halt, wenn man keine Korrekturleser hat und fast alles selbst machen muss, bei mir jedenfalls. Da mus man sich haltzwingen, alles selbst noch 1 der 2mal durchzulesen.

_________________
FILM MÄG, Print-Fanzine im 10. Jahrgang

"Danach kam ja nur noch der subventionierte Staatsfilm."
(Herbert Fux. Er meinte die Zeit ab Mitte der 70er.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Filmausweider - Das Splattermovies Magazin #1
BeitragVerfasst: 01.03.2013 00:44 
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Islay hat geschrieben:
So schreibt der Autor beispielsweise bei einem Fazit, dass er sich lieber den Pimmel anzündet, statt den Film nochmal anzusehn (vgl. Filmausweider 01/2012 S. 51).


:a75-1: :mua:

Ich bin dafür, dass solche Formulierungen ab jetzt viel häufiger in Reviews verwendet werden! :mrgreen:

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