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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 07.04.2011 18:21 
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Dieses von mir genauso herzlich gehasste wie geliebte Buch wollte ich hier im Forum mal in Erinnerung rufen. Ich liebe es eigentlich nur wegen der schönen Erinnerung an die alten Zeiten ohne Internet wo dieses Buch mir schon in jungen Jahren Zugang zu seltenen und vergessenen Filmen ermöglicht hat. Nach Jahren habe ich es dann wieder zur Hand genommen und mich eigentzlich nur noch geärgert, da mir eigentlich erst da bewusst wurde welchen Mist die Autoren da verzapft haben. Ich denke über das Buch selbst brauche ich hier nicht viel zu erzählen und über die Verfasser, die berühmten "Moralinsauren Horrorhasser" auch nicht. Aber dennoch ein wichtiges Werk, da es 1984 das erste Buch dieser Art im deutschsprachigen Raum war und wirklich viele auch abseitige Filme behandelt (nur eben leider nicht so wie es sich der Horrorfilmfreund wünscht!!!). Die Neuauflage, in der dann auch über aktuellere Filme "hergezogen" wird ist kaum erwähnenswert, da es sich bei den meisten älteren Titeln um die Kopie des Urwerkes von 1984 handelt und ich finde dass man die Autoren nicht noch unnötig finanziell unterstützen sollte!

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 07.04.2011 19:00 
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Aber die Formulierungen sind teilweise brillant. :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 07.04.2011 19:14 
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Jaja, der "Negerkoch" (The Shining) und "Das Wichtelhirn" (zu Dario Argento). Naja, wers mag :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 07.04.2011 22:08 
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Das Buch ist wirklich sehr, sehr schlecht. Nur gab es halt zu der Zeit nicht viele Alternativen in Deutschland.
Die Autoren zitieren und bestätigen doch sowieso nur zeitgenössische, meist negative Filmkritiken (z.B. Katholischer Filmdienst) in den Besprechungen. Ganz zu schweigen von den massiven Spoilern die einem die Lust an den Filmen teilweise ziemlich verderben können (Gilt auch für das Sci-Fi Lexikon).


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 07.04.2011 22:38 
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Ja, das stimmt, ich denke man hat damals einfach haufenweise Verleihkataloge und Kritiken durchgesucht und abgetippt bzw. die Meinung durch diese gebildet. Man hatte halt 1984 kaum die Chance einen der älteren Filme zu sehen, wenn sie nicht gerade auf Video greifbar waren. Da hat man es heute schon einfacher. Aber trotzdem, das Buch macht in manchen Passagen einfach nur wütend. Ich meine wer z.B. bei Suspiria als Kritik nur ein höhnisches "Toll, wat?" übrig hat, der DARF sich nicht erfrechen ein Lexikon über dieses Genre zu schreiben. Es wird auch des öfteren nach Zensur und Verbrennung von Filmen verlangt, was in einem Lexikon gleich schon mal gar nichts zu suchen hat (da nicht und anderso auch nicht!!). Kurzum, ich bin froh dass die Zeiten vorbei sind in denen so ein Buch als Referenzwerk galt!

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 07.04.2011 23:06 
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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 00:49 
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Das Erste Lexikon das ich mir gekauft habe danach die Heyne Filmbücher ...... später kam dann der Splatter Movie Guide 1+2 und Die Angst sitzt neben dir ins Regal. Ich liebe Filmbücher den wen sie gut sind versetzten sie einen ins Jagdfieber .... ins Filmjagdfieber.

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und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 06:56 
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SinfulDwarf hat geschrieben:
Jaja, der "Negerkoch" (The Shining)

Davon distanziere ich mich natürlich. Ich dachte da eher so an das auf einem "Bierfilz" zusammengekritzelte Drehbuch etc.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 10:25 
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Also ich lese in dem Buch noch heute ganz gern. Überwiegend aus nostalgischen Gründen (hatte mir das Teil gekauf, da war ich vielleicht 12 oder 13). Klar die Autoren sind offensichtlich nicht wirklich Fans des Horrorgenres, aber die tlw. echt negativen Beschreibungen haben mich nie abgeschreckt - eher im Gegenteil.
Manche Texte haben mich auch sehr erheitert (z. B. "Der Irre vom Zombiehof" oder wie der Film hieß). Gestern hatte ich mir den Film "Wiege des Satans" angeschaut und danach den Text dazu im Lexikon gelesen. Dort stand dazu (angeblich aus einem Werbeheft zitierter Kommentar eines Zuschauers): "diesen Film müssen Wahnsinnige gemacht haben, ich habe Stunden gebraucht um mein seelisches Gleichgewicht wiederzufinden" - GÖTTLICH!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 11:52 
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Ich find es einfach unglaublich zu welchen Verbalexkrementen diese Typen fähig waren. Unglaublich, daß das so am Editor vorbeigegangen ist und noch viel unglaublicher, daß niemand die verklagt hat.

Mit am übelsten fand ich: "Regisseur Hooper, ein Ferkelskopf par excellence...."
Sowas geht einfach nicht und hat in einem Lexikon nicht zu suchen.
Klares Beispiel eines Werkes, wie man es auf keinen Fall machen sollte!
Wirklich gute Filmlexikas, mal Die Angst sitzt neben Dir ausgenommen, gibt es halt nur im Ausland.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 12:51 
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Dieses Buch war wirklich ein unfassbares Machwerk...
David Cronenberg wurde darin übrigens gern als "Faschist" betitelt. :lol:
Als 18jähriger habe ich Hahn & Jansen sogar einen erzürnten, seitenlangen Brief geschrieben, auf den ich natürlich nie eine Antwort erhielt. Tja, damals hatte man noch Elan...

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 15:18 
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Uhhh, ein Klassiker... Eines der übelsten Pamphlete aller Zeiten, voll von Schmähungen, Beleidigungen und Unterstellungen krassester Art. Sozusagen der Hexenhammer im Bereich Filmlexika. Zudem oft übelst schlampig recherchiert, mit falschen Originaltitelangaben, Jahreszahlen etc...
Sollte man aber unbedingt gelesen haben - ein leuchtendes Beispiel für die Unfähigkeit von Autoren, die ein Lexikon schreiben wollten, dabei jedoch eher eine Hetzschrift par excellence produzierten.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 16:49 
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Ich weiß gar nicht, warum ich euch aufregt, das Buch ist doch richtig, ähm, na ja, was auch immer gewesen.

Noch obskurer war freilich, dass eine bestimmte Behörde die vollständige "Kritik" kopiert und als Inhaltsbeschreibung in die eigene Entscheidung eingefügt hat...


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 17:32 
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Der Ugo und Rex Cramer liegen zweifelsohne goldrichtig, wenn sie es von der heiteren Seite aus betrachten; dennoch: Mir glühen jedoch ab und an auch nach über 20 Jahren diverse Hirndrähtchen durch, wenn ich das Teil mal wieder aus'm Regal pflücke... :-)
Was die Herren R. M. Hahn/V. Jansen wohl mit Diaboliks Brief angestellt haben damals...?

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 19:26 
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Eines der schlimmsten Bücher, das jemals über den Horror-Film verfasst wurde. Dennoch hat es einen unfreiwilligen Charme, dem man sich nicht so recht entziehen kann. Die schönsten Formulierungen finden sich meines Erachtens in der "Man-Eater" und in der "Zombie hing am Glockenseil" Kritik.

Ich habe es nicht mehr genau im Kopf:

"Ein Werk für Neandertaler, wobei man den echten Neandertalern schweres unrecht tun." :lol: (Man Eater)

"Ein abstruses Leichenwürmer-Spektakel" (Glockenseil)

"10 Punkte auf unserem privaten Kotzometer" :mrgreen: (Woodoo)

Es ist schlimm, dass die beiden Autoren immer noch als Experten des Genres gelten und ihre Meinung nach all den Jahren noch nicht relativiert haben. Man braucht sich nur mal das ARTE-Magazin des vergangenen Monats (März) vor Augen zu halten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 08.04.2011 23:23 
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Was war denn das für eine Beitrag im Arte-Magazin?
Der Rolf Giesen hat ja auch Beiträge zu dem Buch geliefert und an der Neuauflage nochmal stark mitgearbeitet. Auch so ein Kandidat (Er hat ja Cronenberg für seinen Film "Die Fliege" damals stark angegriffen). Ich habe mal sein Buch "Kino wie es keiner mag" gelesen. Er kann zwar ganz unterhaltend schreiben, hat auch gewisse Ahnung von Filmen, aber leider null Gefühl für sie!!!
Ich frage mich warum sich jemand "Dr. Horror" nennt, der mit dem Genre nichts anfangen kann.
Alles was über Hitchcock geht ist pervers, abgründig und wird nur von degenerierten, sabbernden Hirnamputierten gesehen. So etwa kann man die Meinung der Herren über einen Großteil der hier im Forum besprochenen Filme zusammenfassen. Lustigerweise war Giesen vor einigen Jahren mal Gast bei einer Halloweensendung des ZDF wo es um Horrorklassiker ging. Damals war er sogar etwas milder! Naja, ich glaube er hat als Drehbuchautor für "Lauras Stern" und "Kleiner Dodo" jetzt endlich die Tätigkeit gefunden die seinen durch Horrorfilme arg strapazierten Puls nicht mehr so in Wallung bringt. "Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall" um mal das "Lexikon des Horrorfilms" zu zitieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 10.04.2011 11:13 
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ARTE hatte ja vor kurzem dieses Horror-Film Special. Da durfte Rolf Giesen im Magazin einen einleitenden Text schreiben, wo er wieder einmal über "Texas Chainsaw Massacre" herzog. Nach dem Motto: Früher war alles besser, dann kamen diese unsäglichen 70er Jahre.

Hey, diese Halloween-Sendung habe ich damals auch verfolgt. Fand ihn aber da schon unsympatisch. Ich kann mich noch erinnern, dass er bei dieser Gelegenheit ebenfalls einen abfälligen Kommentar zu TCM geäußert hat. Mit dem Film hat er wohl ein Trauma! :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 11.04.2011 08:47 
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Possession hat geschrieben:
Da durfte Rolf Giesen im Magazin einen einleitenden Text schreiben, wo er wieder einmal über "Texas Chainsaw Massacre" herzog. Nach dem Motto: Früher war alles besser, dann kamen diese unsäglichen 70er Jahre.


Erschreckend...

IMHO waren/sind die siebziger Jahre der Höhepunkt. In den fünfziger Jahren konnte man sich langsam von den Fesseln der "Frühphase" des Kinos befreien, die wilden Sechziger sorgten für den finalen Befreiungsschlag. Die siebziger Jahre trieben alle Errungenschaften der Vergangenheit vorwärts, der Gipfel der Wonne wurde erreicht.

Für mich sind die siebziger Jahre DAS schönste, intensivste und faszinierendste Jahrzehnt der Filmgeschichte. Ok, interessiert nicht, aber ich wollte es trotzdem loswerden. :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 11.04.2011 09:55 
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Ja, Blap, ich denke das kann man (ich) so absolut unterschreiben :D !!! Nur ich denke einfach das Problem ist dass Herr Giesens Verständnis für Filme spätestens in den 50er Jahren aufhört. Er hat eben die Special-Effects-Sammlung der Deutschen Kinemathek aufgebaut und wird jetzt in Deutschland als der "Fachmann" für den fantastischen Film gesehen. Naja, wirklich präsent ist er ja auf keinem Festival o.ä. wo es um Horror/fantastische Filme geht. Man weiss einfach dass ihn die Fans solcher Filme nicht gerade in ihr Herz geschlossen haben dürften.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 13.04.2011 11:14 
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Was soll's, eigentlich kann man über Fossilien wie Hahn, Jansen oder Giessen nur müde mit den Achseln zucken. Sie gehören einer aussterbenden Generation und Spezies an, die von Filmgelehrten "unseren" Schlages, wie Stiglegger, Kessler, Buttgereit usw., abgelöst werden.

Letzten Endes haben sie uns mit ihren wutschnaubenden Verrissen doch alle einen Gefallen getan, denn damit haben sie uns auf genau die Filme erst aufmerksam gemacht, die wir heute so lieben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 15.04.2011 21:17 
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Wunderbar finde ich auch, dass ZOMBIES UNTER KANNIBALEN bei Jahn/Hansen im Lexikon des Science Fiction Films aufgezählt wird. Na ja, sie kennen sich halt aus :D .

Gruss, horrorelvis


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 15.04.2011 21:48 
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Diabolik! hat geschrieben:
Was soll's, eigentlich kann man über Fossilien wie Hahn, Jansen oder Giessen nur müde mit den Achseln zucken. Sie gehören einer aussterbenden Generation und Spezies an, die von Filmgelehrten "unseren" Schlages, wie Stiglegger, Kessler, Buttgereit usw., abgelöst werden.

Letzten Endes haben sie uns mit ihren wutschnaubenden Verrissen doch alle einen Gefallen getan, denn damit haben sie uns auf genau die Filme erst aufmerksam gemacht, die wir heute so lieben.


Irgendwie kann (und will) ich dir nicht widersprechen. Doch mich beschleicht immer wieder das ungute Gefühl, "solche Leute" richten mit ihren Auswürfen vor allem jede Menge Schaden an. Derartige Sülze betrifft ja nicht nur "Nischenfilme", es erwischt bekanntlich auch gern Musik, Comics und Bücher. Noch Jahrzehnte später hallt das hysterische Gekeife meiner sexuell frustrierten Deutschlehrerin in meinen Ohren, die sich über "Trivialliteratur" wie Simmel empörte und beim Namen Konsalik fast hyperventilierte. Mir ging ihr Sermon schon damals am Arsch vorbei, bestärkte mich sogar in meinen Vorlieben (was deine These untermauert). Doch bei vielen Mitschülern verfehlten diese zweifelhaften Predigten nicht die gewünschte Wirkung, wurden unverständlicherweise wiedergekäut.

Mich wundert es stets, wenn sich Menschlein ihn ihrer negativen, teils regelrecht bösartigen Ablehnung suhlen. Was treibt diese Leute an? Will man damit das eigene Unvermögen (welcher Art auch immer) übertünchen? Lebt man seinen Frust auf diese Weise aus? Wenn mich ein bestimmtes Gebiet dermaßen ankotzt, beschäftige ich mich lieber mit anderen Dingen, anstatt mich in meiner Abneigung zu aalen. Naja, jedem Tierchen sein Klistierchen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 15.04.2011 23:31 
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Blap, du sprichst mir aus der Seele. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und bin schon seit langer Zeit der Meinung, dass die Diskrepanz zwischen Hoch- und Populärkultur in hohem Maße "ansozialisiert" wird; es übertägt sich wie ein Virus von Generation zu Generation. Bei mir war es immer so: Wenn etwas verboten war beziehungsweise von der Mehrheit, dem Mainstream, den Verfechtern des "guten Geschmacks" verpönt wurde, hat es mich interessiert - völlig egal ob es sich um Bücher, Filme usw. handelte.

Dieses "Nachplappern" einer vorgekauten Meinung - und letztendlich ist es nicht mehr als eine einfache, subjektive Meinung - halte ich für äußerst bedenklich. Es wird weder hinterfragt, noch irgendwie reflektiert, aber das Klischee setzt sich in den Köpfen derer fest, die für "Schubladendenken" anfällig sind. Und das sind nicht wenige; leider! Jörg Fauser ist Trash sagt Marcel Reich Ranicki; nun gut, dann wird es wohl so sein. Jess Franco realisiert ausschließlich Trash-Filme sagt meine TV-Spielfilm; warum sollte sie lügen?

Was treibt die Leute dazu, so bösartig zu sein? Keine Ahnung, ich vermute aber, dass es sich um Gehässigkeit und Schadenfreude handelt. Klassische Kritikerkrankheiten eben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 21.06.2011 20:27 
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Das passt hier ganz gut her: Ich ärgere mich auch gerade wieder beim Blick ins "Zweistausendeins Filmlexikon". Die sogenannte "Creme der deutschen Filmkritik" soll hier laut Zweitausendeins ihre Rezensionen "hinschmieren" (Achtung Wortspiel :roll: ). Was man hier zu Forenrelevanten Filmen liest hat ein ganz striktes Muster: Pure Ablehnung und Verhöhnung! So ist beispielsweise "Suspiria" bei diesen "Fachleuten" eine "Dümmliche Mischung aus Horror und Okkultismus, die auf grobe Effekte setzt und die Atmosphäre völlig vernachlässigt". Alleine dieser Satz (und das ist der einzige der diesen optisch atemberaubenden Film hier beschreiben soll) zeugt von der totalen unkenntnis dieser Schreiberlinge was das Medium Film und seine Dramaturgie betrifft. Wo bitte wird bei Suspiria die Atmosphäre vernachlässigt??? Der Film lebt doch gerade durch seine Atmosphäre, ja IST doch Atmosphäre selbst! Sieht man sich dann die Rezension zu (meinem persönlichen Hassfilm) "Im Lauf der Zeit" an, sieht das ganz anders aus. Vielleicht spreche ich hier nicht jedem aus dem Herzen aber dieser Film ist einer der wenigen die ich nach etwa einer Stunde vorgespult und dann abgebrochen habe. Ein Herr Wenders braucht ja kein Drehbuch, denn alles was er abliefert ist ja "künstlerisch wertvoll" selbst wenn der Zuschauer dazu genötigt wird Rüdiger Vogler beim Sch... im Detail zuzusehen (wer will das, wer braucht das??) jaaaa das ist "Kunscht". Über dieses dreistündige nichts kann man dann ja auch zeilenweise schreiben: "Wim Wenders' Film vereint die bestechende Klarheit und epische Gelassenheit eines klassischen Bildungsromans mit den mythischen Qualitäten amerikanischer Genrefilme. Weit hinausgehend über die behutsam entwickelte Geschichte einer Männerfreundschaft, zieht der Film eine Bilanz der Welterfahrungsmöglichkeiten Mitte der 70er Jahre und entwirft neue und eigenständige Visionen von Traditionsverlust und Entfremdung. Unaufdringlich formuliert er die Notwendigkeit von Veränderung und erprobt Möglichkeiten des Neubeginns - in einem handwerklich perfekten Inszenierungsstil, der Raum läßt für die Entfaltung der Figuren, Gedanken und Landschaften". Hä? OK, bei mir ist nur hängen geblieben dass ich Volker Spengler bei seinem Geschäft und einem Kinovorführer beim masturbieren zuschauen durfte. Ich weiss nicht wer hier auf den Kopf gefallen ist. Entweder bin ich es oder es ist die "Creme der deutschen Filmkritik"!

Loriot hat diese Kritikertypen schon in den 70ern durchschaut und enttarnt:

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Nix dran aber wir interpretiern schon was rein ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 21.06.2011 21:54 
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SinfulDwarf hat geschrieben:
So ist beispielsweise "Suspiria" bei diesen "Fachleuten" eine "Dümmliche Mischung aus Horror und Okkultismus, die auf grobe Effekte setzt und die Atmosphäre völlig vernachlässigt".
An diese Passage kann ich mich erinnern, die ist allerdings auch schon steinalt. Gut, das ändert nichts an der dämlichen Aussage, aber diese alten Filmdienst-Verrisse sind nun auch nicht unbedingt als kennzeichnend für den heutigen Umgang mit Genrefilmen anzusehen.


SinfulDwarf hat geschrieben:
"Wim Wenders' Film vereint die bestechende Klarheit und epische Gelassenheit eines klassischen Bildungsromans mit den mythischen Qualitäten amerikanischer Genrefilme. Weit hinausgehend über die behutsam entwickelte Geschichte einer Männerfreundschaft, zieht der Film eine Bilanz der Welterfahrungsmöglichkeiten Mitte der 70er Jahre und entwirft neue und eigenständige Visionen von Traditionsverlust und Entfremdung." [...] Ich weiss nicht wer hier auf den Kopf gefallen ist. Entweder bin ich es oder es ist die "Creme der deutschen Filmkritik"!
Gut, ich bin kein Wenders-Freund, aber so unverständlich ist doch dieses Zitat aus der Kritik nun auch nicht. Aber es gibt natürlich schon so manchen verquasten Text aus der Feder von Kulturjüngern, das ist richtig. Grundsätzlich finde ich es aber eher fordernd, mich damit auseinanderzusetzen, statt nur Nacherzählungen des Inhalts und am laufenden Band Floskeln wie "Kein Meisterwerk seines Genres, aber durchaus sehenswert" zu lesen.

Das Dumme ist allerdings, daß für meinen Geschmack die Gegenseite leider genauso borniert daherkommen kann. Wehe, man wirft z.B. in einschlägigen Foren eine andere Betrachtungsweise zum Thema Fulci in den Ring. Ich habe mal eine Debatte verfolgt, in der dann gleich polemisiert wurde, daß bei Fulci eh nur die Effekte gelungen und somit wichtig wären, der Rest sei "pseudointellektuelles Gequatsche". Na prima, da fühlt man sich doch gut aufgehoben: Fünf Zentimeter vom Weg abgewichen? Schon gibt's eine auf die Nuß.

Wenn man den "Kunstfilm"-Schreiberlingen Ignoranz und Borniertheit vorwirft, wird man - selbst wenn das nicht so sehr angenehm sein mag - auch im eigenen Lager in dieser Hinsicht nicht gerade selten fündig. Darüberhinaus scheint die Lagerbildung und das aggressive Beharren darauf ziemlich ausgeprägt. Daß jemand z.B. Fulci und Fassbinder gleichermaßen schätzt, qualifiziert ihn offenbar zum Exoten, der nirgendwo richtig hingehört.

Zu Hahn/Jansen (um das eigentliche Thema hier noch zu streifen) bleibt nur zu sagen, daß ich hier nicht die Kluft zwischen den "Intellektuellen" und dem "Schund" sehe. Handwerklich und inhaltlich ist das nämlich alles andere als intellektuell, sondern einfach nur schlecht. Für mich waren das keine Kunstfilmjünger, die einfach nichts "Triviales" mochten, sondern schrecklich unbegabte Schreiber ohne einen Anflug von Format, die ihre Inkompetenz hinter einem Schwall von Zitaten aus Fremdtexten und arroganten Belustigungen zu verbergen suchten. Im Grunde sogar zum Ernstnehmen zu schlecht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 21.06.2011 22:10 
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Es ist ja nicht so, dass dieses Phänomen erst beim Medium Film auftritt.
Ich selbst habe vor allem im Bereich der Literatur schwer mit Ressentiments zu kämpfen. Im wissenschaftlichen Bereich wird phantastische Literatur nicht nur stiefmütterlich, sondern mit einer ätzenden Verachtung behandelt.
Schon deshalb drehen sich alle meine Arbeiten auf diesem Gebiet ausschließlich um phantastische Texte! Zum Glück gibt es aber auch hier vereinzelte Mitstreiter (Hans Richard Brittnacher) die den Diskurs befüttern und viele kluge Texte zu und über phantastische Literatur verfassen.
Ich kann nur jedem sein kurzes Werk "Delirien des Körpers. Phantastik und Pornographie" ans Herz legen!
Außerdem kommt nächstes Jahr ein interdisziplinäres Handbuch zur Phantastik heraus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lexikon des Horrorfilms
BeitragVerfasst: 21.06.2011 22:47 
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Das Problem das ich ausserdem mit "Im Lauf der Zeit" habe ist die abschließende Aussage des Films. Ich zitiere mal aus dem Gedächtnis "Lieber gar kein Kino als so ein Kino". Damit bezieht sich Wenders auf das Kino der 70er Jahre und die ganzen Blüten die diese Ära hervorgebracht hat (kurz zuvor ist nicht unabsichtlich nebenbei das Filmplakat von "Magdalena vom Teufel besessen" zu sehen). Genau da fängt die Meinungsmache wieder an. Wenders beweint hier dass es eben nicht die dreistündigen Langweiler ohne Handlung sind die beim Publikum ankommen, sondern Filme die mitreißen und zu begeistern wissen (was mich Wenders übrigens mit keinem seiner Filme die ich gesehan habe konnte). Ich empfand das alles als so weltfremd und schmierig dass ich mich richtig ärgerte. Ich kam mir ehrlich gesagt ziemlich verarscht vor, denn genau diese Aussage traf für mich auf den Film zu, lieber gar kein Kino als SO ein Kino. Schade finde ich nur dass solche Leute im Ausland für den deutschen Film stehen. Haben wir da nicht viel besseres? Warum werden Filmemacher dafür belohnt dass sie Filme machen die das Publikum nicht unterhalten, ja, denen das Publikum ja scheissegal ist (Das war ja eben die große Philosophie von "Bubis Kino" dem neuen deutschen Film). Die "etablierten Filmemacher" und die Filmkritik bestimmen doch genau so was salonfähig ist und was in den jeweiligen Fach und/oder Unterhaltungszeitschriften besprochen wird und was "bäh" ist.

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