Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 07:37 
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Es gibt tatsächlich kein Topic für diese Publikation? Ist das angemessen? Nein! Und um das zu ändern, erzähl ich einfach mal eine Geschichte. Wie jede Geschichte hat sie eine Vorgeschichte, nämlich den Tag der deutschen Einheit, am 03.10.1994, der uns bei RTL durch eine Ausstrahlung der „Insel der Riesen-Dinosaurier“ von Fred Olen Ray und Jim Wynorski versüßt wurde, ein ziemliches trashiges Werk, so glaube ich mich zu erinnern.

Ein knappes halbes Jahr stieß ich im 18er-Bereich einer Videothek in tiefer schleswig-holsteinischer Provinz erstmals auf die SI, Ausgabe 20, Dezember 1994. Das Cover versprach u.a. einen Artikel über Fred Olen Ray. Ich bezahlte und nahm das Magazin mit. Besagten Artikel über Herrn Ray gab es natürlich, aber es war auch ein Artikel eines gewissen Christian Keßler über italienische Sleaze-Filme drin, konkret über „Werewolf Woman“, „Dschungelinferno“, „Die Bestie aus dem Weltraum“, „Frau Doktor kann’s nicht lassen“, „Der Tollwütige“, „Revolte im Frauengefängnis“, „Fighting Killer“, „Der Ritt zur Hölle“, „Die Rache des Paten“, „Toy“, „Häutet sie lebend“, „Die Liebeshexen vom Rio Cannibale“, „Komm und mach’s mit mir“, „Der Schlitzer“ und „Foltergarten der Sinnlichkeit“.

Die Folgen kann man sich vermutlich vorstellen: Ich besorgte mir Nr. 21 (italienische Horrorfilme), die Nr. 22 (italienische Horrorfilme 2), die Nr. 23 etc. und fragte mich dann irgendwann, wie ich denn an die Filme rankommen könnte.

Rückblickend betrachtet hatte ich wohl einfach Glück, die SI zum richtigen Zeitpunkt entdeckt zu haben. Christian Keßler schreibt ja immer noch dort, aber die Vorfreude auf seine Artikel ist mir im Laufe der Zeit ziemlich abhanden gekommen, leider. Sein Freund Peter Blumenstock (Ex-„Caligari“) schrieb seinerzeit tolle Artikel über Pupi Avati und Türkploitation sowie Drehberichte von Jean Rollin und Jess Franco. Und all die ganzen Interviews aus dem Eurokultbereich, die PB und CK damals machten! Gone with the wind…

Ende 1989 erschien die erste Ausgabe der SI (die einzige, die auf dem Cover als „Horrormagazin“ bezeichnet war), seitdem wurde mit einer Ausnahme der Erscheinungsrhythmus alle 3 Monate durchgehalten. Die älteste Ausgabe, die ich jemals in den Händen hielt, war die Nr. 7 Juni 1991, damals noch von einem 7köpfigen Redaktionsteam gemacht, wobei bereits damals Christian Keßler und Jörg Buttgereit als „Fremdschreiber“ dabei waren. Außerdem gab es damals noch jede Menge Anzeige dubioser Mailorderfirmen (z.B. Nightmare Movies aus Hamburg: Redneck Zombies 149,00 DM, Suspiria 129,00 DM, Re-Animator 98,00 DM) und natürlich die Leserbriefe! Leserbriefe in der SI war ja echt ein Thema für sich, wurden sie doch stets von der Redaktion kommentiert, häufig in einer seltsamen Mischung zwischen Arroganz und Beleidigung („auf dem Dorfplatz von St. Leon-Rot hätte man uns längst gehängt“).

Nach der Nr. 8, der einzigen Ausgabe, die von der Bundesprüfstelle mit einer Indizierung geadelt wurde (übrigens in Anwesenheit einer Reporterin der „Brigitte“…), kam es zum Redaktionssplit, 3 Leute schieden aus, darunter MAERZ, dessen Texte immer, äh, schwer nachvollziehbar waren, übrig blieb die „klassische Besetzung“ Sven Berndt (jetzt Regenstein), Marc Klocker, Karsten Rodemann (alias Graf Haufen alias Mr. Slut; Chef von Videodrom) und Thomas Schweer. Die nächste Ausgabe erschien 6 Monate nach der Nr. 8 und enthielt dann NICHT den angekündigten 2. Teil des großen MAERZschen Kannibalenfilmartikels.

Immer mehr wurden Fremdautoren eingezogen. Berndt & Schweer zogen sich als Autoren immer mehr zurück, mit Ausnahme der bis heute bestehenden Baddie-Ecke. Haufen verlor offenbar irgendwann das Interesse und stieg später ganz aus. Marc Klocker trat als Autor ohnehin nur selten in Erscheinung (und stieg auch aus). Die Schnittparade (wäre im heutigen Internetzeitalter eh anachronistisch) fiel irgendwann weg, die Leserbriefe auch. Interessante Autoren kamen und gingen, uninteressante auch. Wissenschaftliche Autoren kamen an Bord und schrieben entsprechende Artikel, die manchmal interessant waren, aber wahrlich nicht immer.

Regenstein & Schweer machen die SI immer noch, wahrscheinlich werden sie es auch in weiteren 21 Jahren noch tun. Ich kaufe die SI immer noch, seit längerem eher aus überkommener Tradition denn aus echtem Interesse. Vor Jahren habe ich meinen gesamten Bestand von den frühen 90ern bis Mitte 2004 weggegeben, nachdem ich mir alle mir interessant erscheinenden Artikel kopiert hatte. Zum Teil vermisse ich, dass ich deshalb nicht mehr auf Trabers „Images des Paranoia-Kinos“ zugreifen kann, auf der anderen Seite hatte die SI immer auch Themen/Artikel, die nervig (Serienkilleranalyse), nicht mein Ding (Wiener Aktionisten) oder im wahrsten Sinne scheiße waren. Und heute hat man Ivo Ritzer…


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 08:42 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Und heute hat man Ivo Ritzer…


Leider Gottes. :roll:

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Je älter ich werde, desto weniger Zeit habe ich, sachlich zu bleiben


"Als es geschah, beschäftigte sich Igor damit, den Ursprung des Lebens zu erforschen."
"-Ach ja? Aber das ist ja absurd! Heutzutage weiß doch jeder, daß das ein Ammenmärchen ist."
(Das Geheimnis von Schloß Monte Christo)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 09:24 
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Tolle Idee, ugo-piazza!

Für mich ist die Splatting Image ja immer noch das mit Abstand beste deutschsprachige Genre-Filmmagazin!
Auch wenn sich die inhaltliche Ausrichtung seit den Anfängen (horrorlastig) sehr verändert hat. Was aber auch am Genre selber lag, daß ja ab Anfang der 90er einen rasanten Niedergang erlebte und keine neuen Ideen mehr hatte. Und irgendwann waren natürlich alle Klassiker besprochen.

Die Leserbriefe waren für mich immer ein Highlight! Absolut köstlich!!! Ich habe mich immer gewundert, das sich tatsächlich Leute getraut haben, der SI zu schreiben.

Du hast deine alten Ausgaben weggegeben!!! :shock: Das könnte ich nicht! Ich ziehe mir auch heute noch regelmäßig alte Ausgaben aus dem Regal und manche Artikel habe ich bestimmt schon 10-15 mal gelesen. Viele Sachen weiß ich heute erst richtig zu schätzen. Damals kannte ich die meisten Sachen, über die da geschrieben wurde ja gar nicht (vor allem die ganzen Italo-Filme aus den Kessler-Artikeln).

Die Kritiken vom Ivo Ritzer sind schon ... faszinierend, auch wenn sich die Reviews in Form und Aufbau sehr ähnlich sind.

Überhaupt sind/waren die aktuellen Filmkritiken für mich meistens ein Schlag in die Magengrube. Hier wurde ich regelmäßig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Immer wenn ich dachte, so schlecht war dieser oder jene Film ja jetzt nicht, wurde ich hier eines besseren belehrt!

Fazit: Ich möchte die SI nicht mehr missen, ich brauche einfach alle drei Monate ein paar kräftige Ohrfeigen für meine Filmseele!!! :mrgreen:
Das würde mir wirklich fehlen!


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 10:25 
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Schöne Einleitung Udo. Wirklich!

Ich habe die SI erst sehr spät kennengelernt, da ich einfach nirgendwo darauf zugelaufen bin oder davon gehört hatte.
Erst 2005 (?) nahm der Comicdealer meines Vertrauens die Zeitung in sein Sortiment und seitdem bin ich Abonent der Zeitung.
(Lauf Aussagen des Comicverkäufers auch der Einzige...).

Die Splatting Image empfinde ich immer noch als die einzige (!) deutschsprachige Zeitung, die sich mit Film noch ordentlich
auseinandersetzt. Verglichen mit der Flut an Zeitungen am Bahnhofskiosk ("Virus", "deadline", "X-Rated", "Cinema", "Widescreen")
schlägt die Splatting Image die anderen Publikationen um Längen.

Hier wird nicht schleimerisch gehypte sonder ehrlich und auch schlüssig argomentiert.
Und das schätze ich eben so an der Splatting Image. Auch wenn ich nicht immer die selbe Meinung zu einzelnen Filmen habe,
wie die Splatting Image, so ergeben die Rezensionen doch immer Sinn und sind eben schlüssig argumentiert.

An die Splatting-Image-Rezensionen gehe ich auch anders ran. Da nehme ich mir Zeit führ und tauche ab.
In vergleichbaren Zeitungen (s.o.) blättere ich häufig nur herum oder lese sie aufm Klo ( :? ). So äbfällig würde ich die Splatting
Image nicht behandeln.

Einziger wirklicher Knackpunkt ist dieser Kotzkrampf Ivo Ritzer. Ich habe über die Jahre wirklich eine
starke Antipathie für den Mann entwickelt, da er häufig gute Filme rezensiert, allerdings in einem Schema und
ich einem Stil, dass ich auch bei mehrmaligem Probieren einfach nicht über die Hälfte hinaus komme.
Was zur Hölle soll das? Mir kommt das immer so vor, als wenn Herr Ritzer versucht auf besonders nerdige
Weise wissen in ein Chema zu bringen, ohne zu wissen, dass man Rezensionstexte so verfassen sollte, dass
sie auch einen Sinn ergeben. Matra-ähnliches Herunterbeten und Wiederholen ist einfach zu verrückt für mich.

Aber Gott sei Dank bekommt er ja immer die letzte Seite, so dass man einfach beim Durchlesen die
letzte Seite ausspart und das Heft eine Seite früher zuklappt ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 11:17 
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Logan5514 hat geschrieben:
Schöne Einleitung Udo. Wirklich!

;)


Udo ? :lol: :lol:

:?

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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 11:59 
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reggie hat geschrieben:
Logan5514 hat geschrieben:
Schöne Einleitung Udo. Wirklich!

;)


Udo ? :lol: :lol:

:?


Udo Pizza. War das etwas nicht korrekt? ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 13:40 
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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 13:42 
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grek666 hat geschrieben:
Tolle Idee, ugo-piazza!

Für mich ist die Splatting Image ja immer noch das mit Abstand beste deutschsprachige Genre-Filmmagazin!
Auch wenn sich die inhaltliche Ausrichtung seit den Anfängen (horrorlastig) sehr verändert hat. Was aber auch am Genre selber lag, daß ja ab Anfang der 90er einen rasanten Niedergang erlebte und keine neuen Ideen mehr hatte. Und irgendwann waren natürlich alle Klassiker besprochen.


War die SI je wirklich horrorlastig? Schon ab der 2. Ausgabe wurde ja das "Horrormagazin" vom Cover getilgt und wie oft wurde in den Leserbrief-Reaktionen betont, dass man eben kein Horrorfanzine sei, sondern sich dem "unterschlagenen Film" widme.

grek666 hat geschrieben:
Die Leserbriefe waren für mich immer ein Highlight! Absolut köstlich!!! Ich habe mich immer gewundert, das sich tatsächlich Leute getraut haben, der SI zu schreiben.


Ich auch! :oops:


grek666 hat geschrieben:
Du hast deine alten Ausgaben weggegeben!!! :shock: Das könnte ich nicht! Ich ziehe mir auch heute noch regelmäßig alte Ausgaben aus dem Regal und manche Artikel habe ich bestimmt schon 10-15 mal gelesen. Viele Sachen weiß ich heute erst richtig zu schätzen. Damals kannte ich die meisten Sachen, über die da geschrieben wurde ja gar nicht (vor allem die ganzen Italo-Filme aus den Kessler-Artikeln).



Ja, habe ich (und deswegen hier im Forum auch schon einen Anranzer von Diabolik bekommen...), nachdem ich vorher wochenlang im Betrieb den Kopierer missbraucht habe. :oops: Die wirklich interessanten Sachen wollte ich schließlich wenigstens reproduziert erhalten (sind immerhin noch zwei dicke Leitz-Ordner voll), Keßler ist also nicht weg. DAS ginge in der Tat überhaupt nicht... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 14:30 
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grek666 hat geschrieben:
Die Leserbriefe waren für mich immer ein Highlight! Absolut köstlich!!! Ich habe mich immer gewundert, das sich tatsächlich Leute getraut haben, der SI zu schreiben.


Zitat:
Ich auch! :oops:


Respekt!!! Wurde der auch abgedruckt? (Wenn ja, welche Ausgabe? Wenn nein, hast du eine Antwort bekommen?)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 14:37 
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He he, die gute alte SI - eine, wenn nicht gar DIE Koryphäe unter den abseitigen Filmzeitschriften.
Kann mich noch sehr gut erinnern, dass das Teil bei uns in den Neunzigern in einem Comic-Shop, wo ich sie damals in einer Art Abo bezog, gleich einer geheimnisvoll bedrohlichen Seuche aus einem neutral-grauen Pappkarton heraus verkauft wurde: In den musste man reingreifen, ohne den Deckel abzuheben um anschl. damit möglichst unauffällig zur Kasse zu schleichen; Durchblättern im Laden war ebenfalls verboten, wegen des Jugendschutzes bla bla bla. Tja, war dato der einzige shop in town, wo man das Ding bekam...
Kinners, was Absurderes hab ich, was Zeitschriftenkauf angeht wirklich nie erlebt. :mrgreen:

Die Leserbriefe: Heute noch köstlich... wenn ich da an die Ergüsse und heftigen Wortduelle von Lesern wie R. Segovia aus Wien mit den Redakteuren denke....
Genug fundierte Artikel und schöne Filmbesprechungen sind mir auch heute noch wert, meine alten SI's wie einen Schatz zu hüten, jedoch kaufe ich die neueren Ausgaben je nach den Inhalten nur noch sporadisch.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 03.06.2011 17:26 
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Ach, die Splatting Image, die altehrwürdige Instanz wenn es um den anderen, besonderen Film geht.

Ich hab das Heft damals kennengelernt, als ich mich kopfüber in diese neue und so aufregende Welt des abseitigen Films gestürzt habe. Natürlich wollte man dann auch Infos bekommen und sich über Neuigkeiten auf dem laufenden halten. Neben diversem Buchstoff, den ich mir schleunigst besorgt habe, schaute ich da auch mal nach Zeitschriften und was es da so gab. Die X-Rated (damals noch Art of Horror) war mir ja damals schon zu doof, die Gory News las ich nur ab und an mal.

Angesprochen haben mich da schon eher zwei andere Zeitschriften/Fanzines. Zum einen das Doom, dem ich es heute noch irgendwie übel nehme, dass ich wegen ihrer so hochtrabenden, begeisterten Besprechung von ANTHROPOPHAGUS 2000 auf diesen unsäglich schlechten Film reingefallen bin. Zum anderen eben die Splatting Image, die ich nicht durch Videotheken oder Comicläden kennenlernte, sondern durch meinen damaligen Stamm-Mailorder. Man war halt neugierig und nahm einfach mal alles mit und checkte dies ab. Und wie feierte ich bei Splatting Image-Ausgaben doch immer die Artikel von Christian Keßler, der sich zu so etwas wie einem Vorbild für meine heutigen reviewtechnischen Ergüsse entwickeln sollte, ab. Selbst heute lese ich diese immer noch als erstes durch, wenn ich mir mal eine neue SI gönne.

So richtig regelmäßig habe ich das Heft leider nicht gelesen (unter anderem auch durch meine kleine Pause vom abseitigen Film), würde es aber auch nicht so wirklich übers Herz bringen, die wenigen alten Ausgaben die ich davon habe (dürften so aus den Jahren 1995/96 sein wenn ich mich recht entsinne) wegzugeben.

Wie es schon der Ugo schrieb, so ist die Textauswahl von jeher in der SI ja wechselhaft gewesen, was mein persönliches Interesse angeht. Manches ist halt wirklich interessant, ganz nett oder einfach nicht meine Tasse Tee. Man kauft sie sich aber dann doch, weil sie das Medium Film - da stimme ich dem Logan voll und ganz zu - als einzige deutsche Publikation richtig und gebührend auseinandersetzt (wenn man mal die Schnitt und Cargo außen vor lässt). Bevor ich das Heft kennenlernte, hätte ich zum Beispiel nie gedacht, dass man sich mit Porno wirklich sowas wie ernsthaft auseinandersetzen kann. Verändert hat sich das Heft wirklich, aber eine wirkliche Alternative gibt es meines erachtens nicht. Hier kann ich nur wieder in den kleinen Jammergesang verfallen, dass das Absurd 3000 (wenn auch ganz anders in Aufbau und Art) so sang- und klanglos unterging.

Ich finde übrigens den Herren Ritzer auch immer ziemlich anstrengend und frage mich heute noch, was für einen Stoff der sich eigentlich reinfährt, um solche Besprechungen hinzubekommen :mrgreen: Immer recht lesenswert sind übrigens meiner Meinung nach - wenn sie denn mal einen Text beisteuern - die Beiträge meiner Bloggerkollegen Thomas Groh (filmtagebuch) und Rochus Wolff (Buttkicking Babes).

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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 11:54 
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grek666 hat geschrieben:
grek666 hat geschrieben:
Die Leserbriefe waren für mich immer ein Highlight! Absolut köstlich!!! Ich habe mich immer gewundert, das sich tatsächlich Leute getraut haben, der SI zu schreiben.


Zitat:
Ich auch! :oops:


Respekt!!! Wurde der auch abgedruckt? (Wenn ja, welche Ausgabe? Wenn nein, hast du eine Antwort bekommen?)


Ich meine damit, dass auch ich mich gewundert habe, dass da Leute hinschrieben. Ich selbst habe das nicht getan.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 11:57 
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G. Rossi Stuart hat geschrieben:
He he, die gute alte SI - eine, wenn nicht gar DIE Koryphäe unter den abseitigen Filmzeitschriften.
Kann mich noch sehr gut erinnern, dass das Teil bei uns in den Neunzigern in einem Comic-Shop, wo ich sie damals in einer Art Abo bezog, gleich einer geheimnisvoll bedrohlichen Seuche aus einem neutral-grauen Pappkarton heraus verkauft wurde: In den musste man reingreifen, ohne den Deckel abzuheben um anschl. damit möglichst unauffällig zur Kasse zu schleichen; Durchblättern im Laden war ebenfalls verboten, wegen des Jugendschutzes bla bla bla. Tja, war dato der einzige shop in town, wo man das Ding bekam...
Kinners, was Absurderes hab ich, was Zeitschriftenkauf angeht wirklich nie erlebt. :mrgreen:

Die Leserbriefe: Heute noch köstlich... wenn ich da an die Ergüsse und heftigen Wortduelle von Lesern wie R. Segovia aus Wien mit den Redakteuren denke....
Genug fundierte Artikel und schöne Filmbesprechungen sind mir auch heute noch wert, meine alten SI's wie einen Schatz zu hüten, jedoch kaufe ich die neueren Ausgaben je nach den Inhalten nur noch sporadisch.

Gruß, G.


Es gab auch die Möglichkeit eines Abos direkt bei der Redaktion, nur mal so angemerkt... ;)

Da du das Thema Jugendschutz ansprichst, die SI liegt ja auch in den Hamburger Bücherhallen (direkt am Hauptbahnhof) aus, wo dann auf heiklere Fotos schon mal die Bücherhallen-Siegel draufgeknallt werden, um so die "problematischen Stellen" (richtig explizit sind sie ja eher selten) unkenntlich zu machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 12:18 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Da du das Thema Jugendschutz ansprichst, die SI liegt ja auch in den Hamburger Bücherhallen (direkt am Hauptbahnhof) aus, wo dann auf heiklere Fotos schon mal die Bücherhallen-Siegel draufgeknallt werden, um so die "problematischen Stellen" (richtig explizit sind sie ja eher selten) unkenntlich zu machen.


Werden die da drauf geklebt oder nur draufgelegt bzw. überdeckt?
Mit einem Sticker das Cover zu zensieren finde ich schon fast wieder lustig... ;)

Wie steht's eigentlich mit der Splatting Image? Theoretisch darf die doch überall verkauft werden, oder gab es mal irgendwie eine Freigabe für die Zeitung, die das öffentliche Anbieten verbietet? Das gibt's doch bei Zeitungen gar nicht, oder?

Auf der "deadline" steht immer "keine Jugendgefährdung" -> Die gehen auf Nummer Sicher.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 12:28 
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ugo-piazza hat geschrieben:

Es gab auch die Möglichkeit eines Abos direkt bei der Redaktion, nur mal so angemerkt... ;)

... ich weiß, ich steh jedoch nicht so auf feste Abos. ;)

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 12:32 
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G. Rossi Stuart hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:

Es gab auch die Möglichkeit eines Abos direkt bei der Redaktion, nur mal so angemerkt... ;)

... ich weiß, ich steh jedoch nicht so auf feste Abos. ;)

Gruß, G.


Ist es nicht der Sinn eines Abos, das es fest ist? ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 12:35 
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Ja, da ich aber gern selbst entscheide, ob und wann ich mir eine Ausgabe eines Mags zulage, ist ein Abo nix für mich.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 12:39 
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Logan5514 hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:
Da du das Thema Jugendschutz ansprichst, die SI liegt ja auch in den Hamburger Bücherhallen (direkt am Hauptbahnhof) aus, wo dann auf heiklere Fotos schon mal die Bücherhallen-Siegel draufgeknallt werden, um so die "problematischen Stellen" (richtig explizit sind sie ja eher selten) unkenntlich zu machen.


Werden die da drauf geklebt oder nur draufgelegt bzw. überdeckt?
Mit einem Sticker das Cover zu zensieren finde ich schon fast wieder lustig... ;)


Wird gestempelt. Wobei, glaube ich, die Cover stets unbehelligt blieben, sondern nur Fotos im Heftinneren davon betroffen sind, z.B. bei den Pornotions.

Logan5514 hat geschrieben:
Wie steht's eigentlich mit der Splatting Image? Theoretisch darf die doch überall verkauft werden, oder gab es mal irgendwie eine Freigabe für die Zeitung, die das öffentliche Anbieten verbietet? Das gibt's doch bei Zeitungen gar nicht, oder?




Richtig, die dürfte überall verkauft werden, wenn nicht eine Ausgabe (wie bei der Nr. 8 geschehen) auf dem Index landet.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 04.06.2011 13:32 
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Ja, die Splatting Image ist die einzige Zeitschrift, die ich je in meinem Leben abonniert hab! :) Ich bin ja ein Riesenfan von Christian Keßler und seit dem ich mit ihm einen gesoffen habe, habe ich meinen Enkeln später immer was zu erzählen! :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 05.06.2011 12:48 
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Die Splatting Image ist das einzige Magazin, das ich regelmäßig kaufe und lese. Zumindest lese ich min. 90% davon, hin und wieder gibt es schon Artikel, die mich überhaupt nicht interessieren, aber das ist doch eher selten der Fall. Was ich sehr schätze, neben Christian Keßlers Beiträgen (nach wie vor absolute Highlights), ist die Vielfalt: von Horror bis Porno, von Arthouse bis Trash, vom Mainstream bis zu Vergessenem weit abseits des Massengeschmacks, quer durch (fast) alle Kontinente, das begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Eingestiegen bin ich so um die Nummer 10 oder 11, wenn ich nicht irre, und aussteigen ist auch nach so langer Zeit kein Thema. Habe erst vor kurzem mal wieder durch einige alte Hefte geblättert und mich von einem Hauch Nostalgie umwehen lassen. Die Schnittberichte, die Leserbriefe, Storchs Spalte, usw. usf. Vieles hat sich verändert, aber eine spannende und äußerst lesenswerte Lektüre ist das Magazin nach wie vor.

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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 05.06.2011 16:45 
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Ich müsste fast alle Ausgaben haben bis 2009,dann wurde das Heft immer uninteressanter für mich.
Liegt vielleicht daran,dass so ziemlich alle guten Filme schon besprochen wurden und heutzutage fast
ausschließlich Müll nachkommt.Mich interessieren solche TCM oder Friday Remakes und deren Regisseure
halt einen Scheiss.Schade dass es keine weiteren SUBVERSIV Ausgaben gegeben hat bzw. gibt.Die beiden
waren tausend mal besser als die neueren SI Magazine.

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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 05.06.2011 16:48 
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AL NORTHON hat geschrieben:
Schade dass es keine weiteren SUBVERSIV Ausgaben gegeben hat bzw. gibt.


Das stimmt. Das Magazin war, auch wenn das Layout und der Textsatz ein Totalausfall war, unglaublich informativ. Schade, dass da nicht mehr kam... Hatten wir darüber hier nicht auch mal irgendwo geredet?


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 05.06.2011 17:11 
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Ja,hatten wir.Die Jungs von SUBERSIV hatten eine super Arbeit gemacht,das mit dem Layout und dem Textsatz mag sein,ist aber nicht so schlimm.Auch wenn es nur 2 Ausgaben gewesen sind,meiner Meinung nach das Beste was man damals bekommen konnte.

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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 05.06.2011 18:25 
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Logan5514 hat geschrieben:
Das Magazin war, auch wenn das Layout und der Textsatz ein Totalausfall war, unglaublich informativ.

Es gab jedoch auch Texte, die vor SUBVERSIV schon länger auf der Seite des Terrorverlags standen, wenn ich mich recht erinnere. Gut, weniger informativ wird ein Interview dadurch natürlich nicht, aber das Ganze wäre z.B. in einer erweiterten Fassung deutlich interessanter gewesen, denn daß die Zielgruppe des Heftes ein solches Interview ein Jahr zuvor oder noch früher schon im Netz gelesen hat, war ja so unwahrscheinlich nicht.

AL NORTHON hat geschrieben:
Die Jungs von SUBERSIV hatten eine super Arbeit gemacht,das mit dem Layout und dem Textsatz mag sein,ist aber nicht so schlimm.Auch wenn es nur 2 Ausgaben gewesen sind,meiner Meinung nach das Beste was man damals bekommen konnte.

Das Problem war meiner Meinung nach, daß ein Kioskmagazin schon etwas bieten sollte. Aber wenn ich ein Heft sehe, bei dem schon der Zeilenlauf der Texte mitunter chaotisch ist, dann vergeht mir als Leser auf Dauer die Lust. Es gab auch früher schon Fanzines, die deutlich professioneller gearbeitet haben.

Genau da lag aber offensichtlich ein Problem, wie ich von einem hörte, der sich aus diesen Gründen verabschiedet hatte - da war wohl auch einiges an Beratungsresistenz im Spiel. Natürlich ist es schade, daß nur zwei Ausgaben erschienen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die teilweise schlampige Machart das Heft wirklich länger getragen hätte.

Bedauerlich bleibt das Verschwinden, denn bei so viel Material in der Hinterhand (die ganzen Interviews z.B.) hätte man locker ein Buch machen können. Die Gespräche als Basis, dazu dann z.B. Porträts über die Personen (Fux, Frank, Jess Franco etc. etc.) und als Ergänzung noch ausgewählte Highlights, Filmographien oder etwas in dieser Art.

Stattdessen lese ich in der Neuauflage des Polizeifilm-Buchs einleitende Texte, in denen ellenlang über das böse Beamtensystem beim Film lamentiert wird. Alexander Kluge soll an "30 Jahren Rosamunde Pilcher und Hera Lind" schuld sein (wie bitte?). Sorry, aber für mich klingt da eine gehörige Portion selbstgefälliger Verbitterung raus. So nach dem Motto: Die Kunstfilm-Deppen sind schuld, daß etwas wie SUBVERSIV nach zwei Ausgaben wieder eingeht.


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 06.06.2011 13:05 
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tomasmilian hat geschrieben:
Logan5514 hat geschrieben:
Das Magazin war, auch wenn das Layout und der Textsatz ein Totalausfall war, unglaublich informativ.

Es gab jedoch auch Texte, die vor SUBVERSIV schon länger auf der Seite des Terrorverlags standen, wenn ich mich recht erinnere. Gut, weniger informativ wird ein Interview dadurch natürlich nicht, aber das Ganze wäre z.B. in einer erweiterten Fassung deutlich interessanter gewesen, denn daß die Zielgruppe des Heftes ein solches Interview ein Jahr zuvor oder noch früher schon im Netz gelesen hat, war ja so unwahrscheinlich nicht.


Stimmt schon, wobei Print natürlich den Vorteil hat, das es immer noch verfügbar ist, die alten Inhalte der Terrorverlags-Page leider nicht mehr. :(

tomasmilian hat geschrieben:
AL NORTHON hat geschrieben:
Die Jungs von SUBERSIV hatten eine super Arbeit gemacht,das mit dem Layout und dem Textsatz mag sein,ist aber nicht so schlimm.Auch wenn es nur 2 Ausgaben gewesen sind,meiner Meinung nach das Beste was man damals bekommen konnte.

Das Problem war meiner Meinung nach, daß ein Kioskmagazin schon etwas bieten sollte. Aber wenn ich ein Heft sehe, bei dem schon der Zeilenlauf der Texte mitunter chaotisch ist, dann vergeht mir als Leser auf Dauer die Lust. Es gab auch früher schon Fanzines, die deutlich professioneller gearbeitet haben.

Genau da lag aber offensichtlich ein Problem, wie ich von einem hörte, der sich aus diesen Gründen verabschiedet hatte - da war wohl auch einiges an Beratungsresistenz im Spiel. Natürlich ist es schade, daß nur zwei Ausgaben erschienen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die teilweise schlampige Machart das Heft wirklich länger getragen hätte.

Bedauerlich bleibt das Verschwinden, denn bei so viel Material in der Hinterhand (die ganzen Interviews z.B.) hätte man locker ein Buch machen können. Die Gespräche als Basis, dazu dann z.B. Porträts über die Personen (Fux, Frank, Jess Franco etc. etc.) und als Ergänzung noch ausgewählte Highlights, Filmographien oder etwas in dieser Art.

Stattdessen lese ich in der Neuauflage des Polizeifilm-Buchs einleitende Texte, in denen ellenlang über das böse Beamtensystem beim Film lamentiert wird. Alexander Kluge soll an "30 Jahren Rosamunde Pilcher und Hera Lind" schuld sein (wie bitte?). Sorry, aber für mich klingt da eine gehörige Portion selbstgefälliger Verbitterung raus. So nach dem Motto: Die Kunstfilm-Deppen sind schuld, daß etwas wie SUBVERSIV nach zwei Ausgaben wieder eingeht.


Also, mein Kenntnisstand bezüglich des Layouts der SUB war, dass der ursprüngliche Layouter abgedampft ist und massig Probleme hinterlassen hat. (Wobei: Wenn MC beratungsresistent gewesen sein sollte, würde er das mir gegenüber wahrscheinlich nicht zugeben).

Die Einleitung der Neuauflage kenne ich nicht, aber bereits in der Erstausgabe 1999 wurde über die deutsche Komödienwelle der 90er hergezogen.


Ach ja: KT und MC waren so um 2000 herum auch mit Interviews in der SI vertreten, um beim Thema zu bleiben. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 06.06.2011 13:36 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Stimmt schon, wobei Print natürlich den Vorteil hat, das es immer noch verfügbar ist, die alten Inhalte der Terrorverlags-Page leider nicht mehr. :(

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Immerhin ist noch einiges nachzulesen, aber wenn man es dauerhaft sichern möchte, wäre es sicher angebracht, die Interviews auf die Festplatte zu ziehen. Interessantes Material ist da nämlich sehr wohl dabei ...

ugo-piazza hat geschrieben:
Also, mein Kenntnisstand bezüglich des Layouts der SUB war, dass der ursprüngliche Layouter abgedampft ist und massig Probleme hinterlassen hat. (Wobei: Wenn MC beratungsresistent gewesen sein sollte, würde er das mir gegenüber wahrscheinlich nicht zugeben). Die Einleitung der Neuauflage kenne ich nicht, aber bereits in der Erstausgabe 1999 wurde über die deutsche Komödienwelle der 90er hergezogen.

Nun, ich war nicht persönlich dabei - vermutlich hat da auch jede Seite so ihre eigene Sicht auf die Entwicklung. Zumindest sollte man aber als Herausgeber eines Kioskmagazins dem Produkt einen durchgehend sauberen Textlauf etc. spendieren, sonst wirkt das Ganze doch eher schlampig. Da zwischen Ausgabe 1 und 2 zudem einiges an Zeit verging, erschien die Sache nicht gerade sehr organisiert.

Von anderen Projekten wie einem Kriminalfilmbuch etc. war ja auch nie wieder etwas zu hören. Gerade vor dem Hintergrund, daß die Terrorverleger nun wirklich einiges an Interviews in der Hinterhand hatten, ist es schade, wie sang- und klanglos das versickert ist - zumindest wirkt es so. Kennt noch jemand das DARK STARS-Buch aus den frühen Neunzigern? So etwas in der Art hätte man mit den Terrorverlag-Interviews auch machen können, mit entsprechender Aufbereitung und nicht bloß 1:1 wie auf der Website.

P.S.: So langsam sollte ein Moderator den SUBVERSIV-Teil hier vielleicht abtrennen, sonst schweifen wir noch vollends vom eigentlichen Thema ab ... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 06.06.2011 15:22 
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tomasmilian hat geschrieben:
Kennt noch jemand das DARK STARS-Buch aus den frühen Neunzigern? So etwas in der Art hätte man mit den Terrorverlag-Interviews auch machen können, mit entsprechender Aufbereitung und nicht bloß 1:1 wie auf der Website.

:D - Ha! Danke für den indirekten "Tipp" - Das habe ich mir gerade für 12 EUR bestellt ...


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 06.06.2011 17:32 
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tomasmilian hat geschrieben:
Nun, ich war nicht persönlich dabei - vermutlich hat da auch jede Seite so ihre eigene Sicht auf die Entwicklung. Zumindest sollte man aber als Herausgeber eines Kioskmagazins dem Produkt einen durchgehend sauberen Textlauf etc. spendieren, sonst wirkt das Ganze doch eher schlampig. Da zwischen Ausgabe 1 und 2 zudem einiges an Zeit verging, erschien die Sache nicht gerade sehr organisiert.


Dem würde ich nicht widersprechen...

tomasmilian hat geschrieben:
Von anderen Projekten wie einem Kriminalfilmbuch etc. war ja auch nie wieder etwas zu hören.


Leider. :(

Das letzte, was ich von MC gehört habe (vor einigen Monaten), war, dass er nun seinen gesamten VHS-Bestand verkloppt. :o


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 07.06.2011 16:26 
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Die neue S.I. dürfte ja bald ins Haus geflattert kommen. Schätze ca. eine Woche noch. Am 11.06. sind wieder drei Monate um. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: SPLATTING IMAGE
BeitragVerfasst: 14.06.2011 14:49 
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Hab heute die neueste Ausgabe im Kasten gehabt und schonmal überflogen. Scheint endlich mal wieder richtig genial geworden zu sein. Christian Keßler trifft mit seinem Artikel "Acht Beine des Glücks - Mutierte Tiere im Science-Fiction-Kino der 50er" wiedermal genau meinen Nerv. Dazu kommen noch einer über Ninjafilme und einer über die Geschichte des Zombiefilms. Die im DVD-Scan besprochenen Scheiben sind mal wieder sehr erlesen ausgewählt. In der Baddie-Ecke finden wir ALIEN - DIE SAAT DES GRAUENS KEHRT ZURÜCK und auch die Film Reviews befassen sich mit interessanten Titeln. Sieht nach einem echten Festtatsschmaus aus das Heft. Freue mich schon darauf, das nachher im Bett zu lesen. 8-)


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