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 Betreff des Beitrags: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 20.02.2016 03:05 
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Die ersten Assoziationen mit der Edgar-Wallace-Reihe werden bei den meisten Anhängern sicherlich weitgehend die gleichen sein. Unterhaltsame Geschichten, kurzweilige Kriminalfälle, Nervenkitzel und Spannung, Atmosphäre, Rätselraten und Begeisterungsfähigkeit sowie Humor, Schein und Sein, ein Hauch von Tragik und ein hoher Wiedererkennungswert schließen sich geballt zu einem Gütesiegel zusammen. Bei der Beschäftigung und der Zeichnung der Charaktere innerhalb der Filme, kam auch die Betrachtung der Beziehungen zueinander nie zu kurz, und ein ebenfalls charakteristischer Baustein dieser Geschichten war oftmals die sich anbahnende Zuneigung der Haupt-Protagonisten. Dieses romantische Element lässt sich in der Regel zwar eher im Rahmen der Nebenhandlungen ausfindig machen, trägt allerdings zu einem Gleichgewicht zwischen Träumen und Märchenkosmos innerhalb all der prosaischen Mord- und Totschlag-Geschichten bei.

Liebe (über mhd. liep, „Gutes, Angenehmes, Wertes“ von idg. *leubh- gern, lieb haben, begehren), sie hält viele Definitionen bereit. Beschränkt man sich auf die klassische Einschätzung, wird einem zunächst sicherlich weniger einfallen als bei der ganz persönlichen Behandlung des Begriffes. Wie aber sieht eigentlich die Analyse im cineastischen Sinne aus, und insbesondere innerhalb der Wallace-Reihe? Ein Thema, das mit diesem Thread eine genauere Betrachtung erfahren wird. Im Film kann man das immer sehr gerne integrierte Thema Liebe eigentlich ziemlich gut in Produktionsdekaden einteilen und einen immer zeitgemäßen Wandel feststellen, oftmals waren Verantwortliche besonders daran interessiert, die Thematik der Zeit voraus abzuhandeln. Bei den Edgar-Wallace-Filmen war die Gefühlswelt der Protagonisten so gut wie immer fester Bestandteil der Krimi-Traumfabrik, nicht nur als Ausgleich zwischen all den Todesschreien und kriminellen Machenschaften, sondern sicherlich auch als willkommener Schauwert, den viele Zuschauer einfach gerne sehen wollten. Betrachtet man die Serie chronologisch, so fallen einem nicht nur bestimmte Darsteller ein, die vor allem mit amourösen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden, oder solche, die gerne als Pendant eingesetzt wurden, sondern es lässt sich auch definitiv ein Wandel feststellen.

Natürlich sah die Dramaturgie um ein mögliches Paar 1959 ganz anders aus als im Jahr 1971, aber fallengelassen wurde dieser Aspekt, der für viele Zuschauer wohl eine Art Balsam für die Seele darstellt, eigentlich nie komplett. Auch bei Wallace kam man im publikumswirksamen Sinne nicht daran vorbei, dass aus suggerierter Liebe und echten gespielten Gefühlen schließlich eher Libido wurde, was auch heute noch einen Streitpunkt bei zahlreichen Fans darstellen dürfte. »Ich liebe Dich!«, wie oft konnte man das eigentlich in den Wallace-Filmen hören? Es kann jedenfalls nicht häufig vorgekommen sein, wenn einem spontan nur eine Radiowerbung aus "Der Hexer" mit einem anschließenden Maschinenpistolen-Gewitter in den Sinn kommt. Also wurde folglich meistens Wert auf die Dosierung gelegt und es sollte sich der Großteil der erst gar nicht gezeigten Szenen in der Fantasie der Zuschauer abspielen. Oftmals geglückt, aber auch häufig vollkommen misslungen, stehen also romantische Verbindungen zu Buche, die mehr oder weniger in Erinnerung geblieben sind. In diesem Thread soll die Chronologie der Verbindungen sowie der Alternativen dargestellt werden. Es soll kein falscher Eindruck entstehen, dass der Versuch gestartet wird, die Reihe in irgend einer Form romantisieren zu wollen. Liebe, Zuneigung und Gefühl ist und bleibt lediglich eine Zutat, der ich persönlich nie viel Gewicht zugebilligt habe und daher eher die Beiträge schätze, die sich in vornehmer Zurückhaltung und Diskretion gefallen, oder sich verspielt in Andeutungen verlieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 04:05 
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Ich mag die kaputte Liebesbeziehung zwischen Karin Baal und Fabio Testi in "Das Geheimnis der grünen Stecknadel". Karin Baal war in meinen Augen nie so überzeugend wie in diesem Klasse-Giallo!

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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 04:43 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Ich mag die kaputte Liebesbeziehung zwischen Karin Baal und Fabio Testi in "Das Geheimnis der grünen Stecknadel". Karin Baal war in meinen Augen nie so überzeugend wie in diesem Klasse-Giallo!

Sehe ich genauso. Diese Beziehung ist nach meinem Geschmack eine der interessantesten Variationen in diesem Bereich, die ich den frühen Konstellationen ohnehin vorziehe. Überhaupt wird der Farbfilmbereich hierbei sicherlich mehr hergeben als die frühe Ära, in der eben noch mehrere Schablonen zu finden sind. Aber bis ich dazu komme (und bis zu "Das Geheimnis der grünen Stecknadel") wird es naturgemäß noch etwas länger dauern, wegen der chronologischen Betrachtung der kompletten Serie. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass das unter die Lupe nehmen solcher Randerscheinungen einen ziemlichen Spaß machen kann, weil es immer noch viel zu entdecken gibt. Das betone ich auch nur, weil ich die meisten Wallace-Filme jeweils weit über 50 Mal gesehen habe und sich daher schon länger der Eindruck breit gemacht hat, dass es längst nichts Neues mehr zu entdecken gäbe.


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 04:56 
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Also ich habe die meisten Wallace-Werke bestimmt auch an die 50 Mal gesehen, aber ich habe mir so gut wie nie Gedanken um die Liebesbeziehungen der Charaktere gemacht.
Ich achtete viel mehr auf Spinnweben, düstere Schlösser, vermummte Mörder und allen möglichen Gruselmumpitz! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 05:52 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Also ich habe die meisten Wallace-Werke bestimmt auch an die 50 Mal gesehen, aber ich habe mir so gut wie nie Gedanken um die Liebesbeziehungen der Charaktere gemacht.

Aha, ein echter Wallace Fan also! :)

Ich habe mir da vorher eigentlich auch nie gesondert Gedanken gemacht. Mir hats höchstens mal gut gefallen, wenn Joachim Fuchsberger die Karin Dor abgekriegt hat und so. :lol:
Das mit den Liebeleien war so eine spontane Idee damals und gibt sogar recht viel her, aber wie gesagt, ich betrachte die Filme sonst nicht unter diesem Gesichtspunkt.
Außerdem braucht man sie als klassische Kriminalfilme auch gar nicht in diese Richtung zu drängen, bleibt daher nur ein kleiner Exkurs sozusagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 06:27 
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Prisma hat geschrieben:
Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Also ich habe die meisten Wallace-Werke bestimmt auch an die 50 Mal gesehen, aber ich habe mir so gut wie nie Gedanken um die Liebesbeziehungen der Charaktere gemacht.

Aha, ein echter Wallace Fan also! :)


Klar, seit meiner Kindheit! :) "Die Bande des Schreckens" ist und bleibt mein Favorit.

Karin Dor fand ich natürlich immer heiß - und Blacky immer sehr sympathisch. Traumpaar! :yes4:

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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 10:49 
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Prisma hat geschrieben:
Natürlich sah die Dramaturgie um ein mögliches Paar 1959 ganz anders aus als im Jahr 1971, aber fallengelassen wurde dieser Aspekt, der für viele Zuschauer wohl eine Art Balsam für die Seele darstellt, eigentlich nie komplett.


Da hast Du schon mal einen sehr interessanten Gedankengang als Eröffnungsthema gewählt :dh:


Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Also ich habe die meisten Wallace-Werke bestimmt auch an die 50 Mal gesehen, aber ich habe mir so gut wie nie Gedanken um die Liebesbeziehungen der Charaktere gemacht.


Habe in meiner Kindheit ein paar wahllose Folgen im TV gesehen und in den letzten 6 Jahren die komplette Reihe bisher (erst) 2 mal durchgeschaut, wobei ich mir bis dato solche Gedanken auch noch nicht gemacht habe. Und genau aus diesem Grund freue ich mich über diesen Thread :yes4: Bin schon schwer gespannt, was Prisma noch so alles herausstellen wird.... :)


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 10:53 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Ich mag die kaputte Liebesbeziehung zwischen Karin Baal und Fabio Testi in "Das Geheimnis der grünen Stecknadel". Karin Baal war in meinen Augen nie so überzeugend wie in diesem Klasse-Giallo!

Sehe ich ganz genauso! Du müsstest mal hören was die Baal über den Film zu sagen hat. In einem Interview auf die UK Blu-ray lässt sie nicht ein gutes Haar an dem Film!

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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 16:55 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Klar, seit meiner Kindheit! "Die Bande des Schreckens" ist und bleibt mein Favorit.

Ich bin auch Wallace-Fan seit meiner Kindheit und Jugend, allerdings hatte ich seinerzeit einen Farbeinstieg und danach folgten erst die meisten Schwarz/Weiß-Filme.
Heute ist "Das Geheimnis der gelben Narzissen" mein Favorit, früher war es aber auch "Die Bande des Schreckens".
Den habe ich wohl neben "Der unheimliche Mönch" auch am häufigsten gesehen.


Richie Pistilli hat geschrieben:
Bin schon schwer gespannt, was Prisma noch so alles herausstellen wird....

Da bin ich ehrlich gesagt selbst gespannt. :lol:
Habe zwar schon ein paar Besprechungen dazu angefertigt, aber besonders spannend wird für mich die Farbfilm-Ära, in der es ja hauptsächlich andere Grundvoraussetzungen gab.


archenemydomi hat geschrieben:
Du müsstest mal hören was die Baal über den Film zu sagen hat. In einem Interview auf die UK Blu-ray lässt sie nicht ein gutes Haar an dem Film!

Das scheint offenbar zum guten Ton der damaligen Wallace-Stars zu gehören. Da gibt es ja mehrere, die sich stets und immer wieder kritisch zu den Filmen äußern.
Musste in diesem Zusammenhang gerade an Barbara Rütting denken. Schlimm ist es aber nicht, ich freue mich stets, etwas aus erster Hand zu hören.


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 22:00 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Prisma hat geschrieben:
Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Also ich habe die meisten Wallace-Werke bestimmt auch an die 50 Mal gesehen, aber ich habe mir so gut wie nie Gedanken um die Liebesbeziehungen der Charaktere gemacht.

Aha, ein echter Wallace Fan also! :)


Klar, seit meiner Kindheit! :) "Die Bande des Schreckens" ist und bleibt mein Favorit.

Karin Dor fand ich natürlich immer heiß - und Blacky immer sehr sympathisch. Traumpaar! :yes4:


"Die Bande des Schreckens" fand ich als Kiddie sehr gruselig. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen - glaube aber, dass er auch heute noch eine gute Wirkung auf mich hätte/hat. Ich muß aber zugeben, dass ich ab einem gewissen Alter - hier meine ich immer noch die 'Jungteeniejahre' - eher die Farbfilme präferiert habe, weil die einfach 'knackiger' rüberkamen. Als ich z. B. "Im Banne des Unheimlichen" das erste mal im Kino sah, hat das, glaube ich, (erstmal unbewußt) meine spätere Liebe zum Italothriller - Genre vorgeprägt. Nicht nur dafür bin ich Alfi Vohrer auf immer dankbar! Und wie meinte Tarantino einmal: "Vohrer is a fucking Genius!" Dem stimme ich vollkommen zu. Neben "Blutiger Freitag" gehört nämlich auch u. A. "Perrack" zu meinen absoluten Deutschtümellieblingen.


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 22:02 
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Ein sehr interessantes und wenig beleuchtetes Thema, Prisma. Die meisten Liebesbeziehungen in den Wallace - Thrillern dienten ja, oberflächlich betrachtet, oft hauptsächlich der Verwirrungstaktik, und weniger einer wirklichen Auseinandersetzung mit dem Thema LIEBE an sich. Deswegen bin ich auch schon auf deine Analyse der 'Romeo und Julia' Konstellation in "Der Mann mit dem Glasauge"gespannt. ;) :)


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 23:09 
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Filme von Bryan Edgar Wallace zählen nicht, oder? "Das Geheimnis des gelben Grabes" ist in meinen Augen nicht nur einer der unterschätzesten Gialli aller Zeiten,
sondern bietet auch eine extrem wüste Liebesbeziehung zwischen Alex Cord (als Trinker) und Samantha Eggar. Und wüste Liebesbeziehungen sind doch viel
interessanter als zum Beispiel die zwischen Blacky und Grit Böttcher in "Der schwarze Abt"! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 20.02.2016 23:29 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Filme von Bryan Edgar Wallace zählen nicht, oder? "Das Geheimnis des gelben Grabes" ist in meinen Augen nicht nur einer der unterschätzesten Gialli aller Zeiten,
sondern bietet auch eine extrem wüste Liebesbeziehung zwischen Alex Cord (als Trinker) und Samantha Eggar. Und wüste Liebesbeziehungen sind doch viel
interessanter als zum Beispiel die zwischen Blacky und Grit Böttcher in "Der schwarze Abt"! :)


Diesen Film mag ich sehr. Der ist allerdings wirklich ziemlich wenig beleumundet. Komischerweise - denn er beinhaltet viele gute Zutaten des Genres. Die gruselige Stimmung und Ernsthaftigkeit des Vortrages, bietet doch eigentlich für 'Italo - Trash' - Aficionados genügend Material zur Freude. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 21.02.2016 00:23 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Filme von Bryan Edgar Wallace zählen nicht, oder?

Zuerst mal die echten Edgar-Wallace-Filme, aber die Bryan-Edgar-Wallace-Beiträge und Epigonen kommen irgenwann auch mal dran, falls wir hier jemals fertig werden. :D
Die von dir erwähnten Samantha Eggar und Alex Cord liefern übrigens auch eine meiner liebsten Konstellationen in diesem Bereich ab, "Das Geheimnis des gelben Grabes" mag ich auch sehr.


Überhaupt sind hier ja schon ein paar sehr interessante Fälle genannt worden, oftmals ist es auch so, dass sich die Thread-Thematik nicht ausschließlich auf die Hauptpersonen beschränkt.
"Der Frosch mit der Maske" wird hier direkt so ein Beispiel sein, da sich amouröse Machenschaften bis in die Nebenhandlung erstrecken.


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 Betreff des Beitrags: Re: L'AMOUR TOUJOURS BEI EDGAR WALLACE
BeitragVerfasst: 21.02.2016 18:07 
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»Wenn ich mal etwas angefangen habe, dann bringe ich es auch zu Ende, besonders wenn es sich dabei um jemanden handelt, den ich... Den ich sehr gerne mag!« Richard Gordon stockt zwar, bringt aber seine Zuneigung für Ella Bennett ziemlich genau auf den Punkt. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen der beiden, wird der Zuschauer ein nicht unerhebliches Knistern in der Luft feststellen können, und durch kleine ironische Anspielungen und mehr oder weniger deutliche Signale in der Körpersprache ahnt man sofort, dass sich eine Romanze anbahnen wird. Zu dieser Zeit konnte sich der Mann also die Liebe auf den ersten Blick durchaus leisten, im Gegensatz zur bürgerlichen, anständigen Frau, die erst einmal erobert werden musste. Joachim Fuchsberger bietet als Mann der ersten Stunde in jeder Beziehung eine Art Modell-Charakter, der häufig aufgegriffen und variiert, aber eigentlich nie wieder erreicht wurde, außer von ihm selbst. Die Wallace-Premiere zeigt einen wichtigen, und daher nennenswerten Einstieg, die beiden Protagonisten Eva Anthes und Joachim Fuchsberger bedienen das Prinzip der wahren Film-Liebe, da eine mittellose Schönheit von einem Millionär hofiert wird. Als wirkungsvolle Verstärker fungieren hierbei eine Reihe anderer Personen und schaffen einen deutlichen Kontrast. Hier ist insbesondere die Affäre zwischen Eva Pflug und Walter Wilz zu nennen, die unter ganz anderen Voraussetzungen stattfindet und das Glück von Richard und Ella bedrohen wird. Auch die Titelfigur selbst wird für derartige Komplikationen sorgen, da "Der Forosch mit der Maske" seine gierigen Krallen nach Ella Bennett ausstrecken wird.

Das Prinzip der Nebenbuhler verstärkte seit jeher das Empfinden für Recht und Ordnung beim Zuschauer, auch fernab eines Verbrechens, und sorgt für eine Balance innerhalb des Kriminalfalles, aber ist auch letztlich der Spannung zuträglich. Eva Pflug als Lolita kann gleichermaßen als Pendant zu Joachim Fuchsberger, aber auch zu Eva Anthes angesehen werden, da sie indirekt die Tugenden der Protagonisten hervorhebt und im Direktvergleich Frau gegen Frau, gerade gemessen am Produktionsjahr, ungewöhnlich verführerische Akzente setzt. Dies alles lässt das Drehbuch bei der weiblichen Hauptrolle vermissen, um für die Glaubwürdigkeit der Hintergründe zu sorgen. Walter Wilz hebt durch seine Unbesonnenheit, Impulsivität und mangelnde Erfahrung die Kernstücke eines Richard Gordon deutlich hervor. Über allem schwebt allerdings "Der Frosch mit der Maske" wie ein schwarzer Schatten und bedient die Beteiligten wie Schachfiguren in seinem perfiden Spiel. Er hat eigene Pläne mit Ella und will sie mit drastischen Mitteln an seine Seite zwingen. So hat Richard Gordon alle Hände voll zu tun und muss an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen. Und trotzdem ist noch Zeit für die Liebe? Bei Edgar Wallace musste es möglich sein, um die empfindlichen Zuschauer nicht zu sehr zu strapazieren. Aber genau hier zeigen sich die Qualitäten insbesondere von Joachim Fuchsberger, der in allen Belangen Identifikationspotential aufbauen konnte. Zu Eva Anthes lässt sich sagen, dass sie vor allem bei Mehrfachsichtungen gewinnen kann, und sie aufgrund der Tatsache, dass sie eben für das Erstlingswerk verpflichtet wurde, eine Art Sonderstatus behält.

So geschieht, was geschehen muss, und Ella wird langsam aber sicher als Objekt der Begierde aufgebaut. Es soll kein falscher Eindruck entstehen, denn die gewollt züchtige Interpretation lässt vor allem nur Spielraum für Vermutungen zu und apelliert an die Fantasie des Zuschauers, außerdem staffiert Lolita das Szenario mit Sex-Appeal und weiblichem Kalkül aus. Dennoch interagieren die beiden Hauptdarsteller sehr gut miteinander, eine kleine Geste hier, eine vorsichtige Berührung da, und vereinzelt wieder deutliche Worte die Zuneigung signalisieren. Im Grunde genommen ist es "Der Frosch mit der Maske" selbst, der das Zusammenfinden ebnet und entgegen seiner eindeutigen Interessen sogar beschleunigt. Der komplette Filmverlauf lässt in Sachen Liebes-Prognose keinen Zweifel offen. Nicht nur, dass sich Richard und Ella finden werden erscheint vollkommen offensichtlich, sondern sie werden auch ein gemeinsames Leben nach dem Ende des bedrohlichen Frosches führen, was einem das Ende des Films auch deutlich suggeriert. Das unschuldige Aufzeigen dieser Romanze erweist sich in allen Belangen als gut dosiertes Stilmittel. Da nicht übertrieben wird und die prosaisch angehauchte Geschichte deswegen auch ihren Lauf ohne Umwege nehmen kann, ist die romantische Nebenhandlung sehr gut verträglich und dem Film als Ausgleich auch nützlich. Die Grundvoraussetzung für weitere romantische Verflechtungen ist hiermit also sehr wegweisend geebnet worden, und dem persönlichen Empfinden nach müssen sich bei Wallace alle Herren der Schöpfung insgesamt mit Joachim Fuchsberger messen, auch bei amourösen Inhalten. Durch Eva Anthes hingegen, werden es die Damen der Serie um Einiges leichter haben, sich hier zu profilieren.


DER FROSCH MIT DER MASKE


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 Betreff des Beitrags: Re: L'amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 23.02.2016 13:50 
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Bereits im zweiten Beitrag der Wallace-Reihe bekommt man es vergleichsweise mit vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen in Sachen romantischer Konstellationen zu tun. In diesem Fall hat man es aufgrund der modernen Verkörperung durch Renate Ewert mit einer der wohl interessanten Frauenfiguren, in einem in sich abgeschlossenen Kriminal-Kosmos zu tun, und die Dramaturgie sieht hier keine vorgefertigte Liaison ab der ersten Minute vor. Natürlich bleibt die Frage bestehen, wie die ganze Geschichte wirkt, wenn man sie häufiger gesehen hat, allerdings darf sicherlich behauptet werden, dass der Effekt beim erstmaligen Anschauen sicherlich erfrischend wirkt. Renate Ewert leistet in Jürgen Rolands Beitrag eine nicht unwichtige Arbeit, denn sie charakterisiert eine Art Prototyp für weibliche Rollen, die es erst in späteren Jahren in Hülle und Fülle geben sollte, vor allem fernab von Wallace. Um sie herum bildet sich eine Dreieckskonstellation, die durch Thomas Alder und Klausjürgen Wussow gestellt wird. Zieht man lediglich den Vergleich zum Vorgängerfilm heran, so werden hier die Schablonen der weiblich-männlichen Rollenverteilungen nicht nur angenehm aufgeweicht, sondern ganz unkonventionell transportiert, wenn es auch hier sicherlich nicht in letzter Konsequenz geschieht. Betrachtet man Thalia Drummonds erste Szene mit Jack Beardmore, so lässt sich auch hier eine aufgeladene Spannung im amourösen Sinne herausfiltern, wenngleich sie auch nur einseitig, und von Jack auszugehen scheint. Beim Bogenschießen beobachtet man so einen ersten Annäherungsversuch, der jedoch mit Schlagfertigkeit abgewiesen wird.

»So romantisch bin ich nun wieder nicht, dass ich mir einen armen Verehrer leisten kann«, hört man Thalia mit einem ironischen, wenn auch bestimmenden Unterton verkünden und Jack wirkt ein bisschen gekränkt, da er durch die Blume recht deutliche Worte vermittelt bekommt. Die Basis wird also hier bereits gelegt und darüber hinaus deutlich heraus gearbeitet, dass man mit Thalia Drummond, und vor allem der Schauspielerin Renate Ewert keine Person zu sehen bekommen wird, die sich verängstigt in schützende Arme zurückziehen, und sich mit einfachen Mitteln erobern lassen wird. Ferner wird Klausjürgen Wussow als Derrick Yale in die Geschichte integriert, der zumindest dem Empfinden nach Interesse an der schönen Sekretärin bekundet. Es gestaltet sich dabei ganz klassisch, dass sich die beiden Herren um Thalias Gunst in einem kleineren Revierkampf wiederfinden werden. Jack reagiert hitzköpfig und aggressiv, wenn deutliche Worte über den Leumund der Partie seiner Wahl fallen, und der interessante Kniff besteht darin, dass man als Erst-Zuschauer möglicherweise nicht gleich ahnt, wer das Rennen machen wird. Thalia setzt zwar Signale, doch diese wirken ebenso verwirrend wie ihr doppeltes Spiel. Jack wirkt zu unerfahren und eigentlich auch zu uninteressant, als dass man in Erwägung ziehen könnte, sie könne sich ernsthaft für ihn interessieren, außer vielleicht seines Geldes wegen, und Derrick Yale spielt seine Stärken aus, indem er unverblümt zeigt, wie man Frauen anzupacken hat. Doch unterm Strich bleibt Renate Ewert, die sich keiner herkömmlichen Liebesgeschichte beugen wird, was den Verlauf in der Nebenhandlung mit zusätzlicher Spannung anreichert.

Über all dem steht allerdings "Der rote Kreis", der sekundär natürlich eine Bedrohung für die Zwischenmenschlichkeit darstellt, vor allem aber für einige Existenzen. Die Titelfigur ist an Thalia dieses Mal nicht als Frau interessiert, sondern hauptsächlich an einem funktionierenden Zahnrad in seiner Maschinerie, die aus Raub, Mord und Erpressung besteht. Betrachtet man seine Machenschaften, so entsteht ein überaus eindeutiges Profil. Er schreckt auch vor außerordentlichen Maßnahmen nicht zurück, nicht nur dass er selbst Frauen bedroht, im Zweifelsfall tötet er sie auch, und das ohne falsche Sentimentalitäten. Schlechte Voraussetzungen für eine mögliche Liaison, vor allem wenn das Zielobjekt sich zusätzlich noch in einer frech-abweisenden Haltung gefällt. Die Chemie zwischen Renate Ewert und Thomas Alder funktioniert nur, weil die Dramaturgie es letztlich verlangt, sieht der Zuschauer doch vollkommen ungleiche Verhältnisse zwischen beiden. Selbst die Liebes-Prognose, die nahezu über den kompletten Verlauf gewollt nebulös gehalten wird, will am Ende nicht zündend funktionieren, da doch ein klassischer Rollentausch im Sinne eines Rückschritts stattfindet. Thalia lässt sich nahezu ungefragt in die Tasche stecken und man wird mit einem schnellen Ende konfrontiert. Kein Wunder also, dass man sich in Gedanken ein alternatives Ende ausmalt und dieses auch weiter führt. Leider ist es so, dass der Haupt-Kritikpunkt in diesem Falle an Thomas Alder haften bleibt, sodass man ihm hinter vorgehaltener Hand eine schwache Leistung, zumindest als Liebhaber unterstellt. Was Renate Ewert angeht, so traut man ihr durchaus zu, dass sie lediglich eine Etappe genommen hat und sich irgendwann einen Partner suchen wird, der ihr die Stirn bieten muss, und nicht umgekehrt.


DER ROTE KREIS


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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 23.02.2016 21:29 
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Also was du hier schreibst, das ist so ziemlich das Anspruchvollste, was ich in Foren je gelesen habe! :yes4: Da könnte man glatt ein Buch draus machen ...

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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 23.02.2016 21:50 
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Ich muß mir das alles auch erstmal in Ruhe zu Gemüte führen, um was Vernünftiges zu schreiben. Ganz toll, Prisma!

PS: Wer ist die hübsche Sonnenbebrillte, die du gegen die Kerberin getauscht hast, noch mal? Ich komm' nicht drauf.


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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 23.02.2016 22:22 
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Ich tippe auf die junge Senta Berger. Bin aber absolut nicht sicher! :?

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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 23.02.2016 22:33 
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Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Ich tippe auf die junge Senta Berger. Bin aber absolut nicht sicher! :?


Sieht ihr sehr ähnlich, aber . . . Ach ich liebe diese 'Hübschnasigen, - Lippigen, - Augigen . . . ' Frauen, die das 60er Jahrekino so erotisch machen. :give_rose:


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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 23.02.2016 22:37 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Alaric_de_Marnac hat geschrieben:
Ich tippe auf die junge Senta Berger. Bin aber absolut nicht sicher! :?


Sieht ihr sehr ähnlich, aber . . . Ach ich liebe diese 'Hübschnasigen, - Lippigen, - Augigen . . . ' Frauen, die das 60er Jahrekino so erotisch machen. :give_rose:


So ist es! :wiegeil1:

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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 24.02.2016 00:45 
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Ich danke euch für die schönen Komplimente, das freut mich, wenns ein bisschen gefällt!
Gerade bei Wallace habe ich immer das Gefühl, dass dazu schon so gut wie alles gesagt und gedacht worden ist.
Da ist es ganz interessant noch etwas Neues zu finden, das noch ziemliches Neuland für einen selbst darstellt.


Jimmy Stewart hat geschrieben:
PS: Wer ist die hübsche Sonnenbebrillte, die du gegen die Kerberin getauscht hast, noch mal? Ich komm' nicht drauf.

Na jetzt aber...
Das ist EVA RENZI, dieses Mal in Taste Of Excitement.
Gibt es da etwa Nachholbedarf? :lol:


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BeitragVerfasst: 24.02.2016 00:48 
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Prisma hat geschrieben:
Ich danke euch für die schönen Komplimente, das freut mich, wenns ein bisschen gefällt!
Gerade bei Wallace habe ich immer das Gefühl, dass dazu schon so gut wie alles gesagt und gedacht worden ist.
Da ist es ganz interessant noch etwas Neues zu finden, das noch ziemliches Neuland für einen selbst darstellt.


Jimmy Stewart hat geschrieben:
PS: Wer ist die hübsche Sonnenbebrillte, die du gegen die Kerberin getauscht hast, noch mal? Ich komm' nicht drauf.

Na jetzt aber...
Das ist EVA RENZI, dieses Mal in Taste Of Excitement.
Gibt es da etwa Nachholbedarf? :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 24.02.2016 00:58 
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Prisma hat geschrieben:
Ich danke euch für die schönen Komplimente, das freut mich, wenns ein bisschen gefällt!
Gerade bei Wallace habe ich immer das Gefühl, dass dazu schon so gut wie alles gesagt und gedacht worden ist.
Da ist es ganz interessant noch etwas Neues zu finden, das noch ziemliches Neuland für einen selbst darstellt.


Ja, man dachte, dass schon so ziemlich alles zu diesen Filmen gesagt/geschrieben wurde . . . aber sowas Neues ist schon echt aussergewöhnlich!

Prisma hat geschrieben:
Jimmy Stewart hat geschrieben:
PS: Wer ist die hübsche Sonnenbebrillte, die du gegen die Kerberin getauscht hast, noch mal? Ich komm' nicht drauf.

Na jetzt aber...
Das ist EVA RENZI, dieses Mal in Taste Of Excitement.
Gibt es da etwa Nachholbedarf? :lol:


Könnte sein! :roll: ;) Ich habe gerade kürzlich noch mal ihr Inti zu "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" gesehen. Da zieht sie ja ganz schön 'vom Leder'! :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 24.02.2016 01:25 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Ja, man dachte, dass schon so ziemlich alles zu diesen Filmen gesagt/geschrieben wurde

Bei mir liegt es daran, dass ich mich seit meiner Kindheit gerne und viel über diese Filme unterhalten habe, dann ist der Eindruck wahrscheinlich ganz normal.
Irgendwann überholt sich aber jedes Thema einmal, und dann sucht man nach irgendwelchen neuen Ansatzpunkten oder Blickwinkeln.
Wie gesagt, die Betrachtung unter amourösen Gesichtspunkten erschien mir nie besonders wichtig, das geschah dann eher sporadisch und oberflächlich.
Interessant finde ich, dass dieses Thema dann doch so viel hergibt, wie ich bei einem halben Dutzend Filme jetzt schon gemerkt habe.


Jimmy Stewart hat geschrieben:
Ich habe gerade kürzlich noch mal ihr Inti zu "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" gesehen. Da zieht sie ja ganz schön 'vom Leder'!

Ja, das kann man sich gar nicht oft genug anschauen! Mich beeindruckt es jedenfalls immer wieder! :D


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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 24.02.2016 01:26 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Prisma hat geschrieben:
Ich danke euch für die schönen Komplimente, das freut mich, wenns ein bisschen gefällt!
Gerade bei Wallace habe ich immer das Gefühl, dass dazu schon so gut wie alles gesagt und gedacht worden ist.
Da ist es ganz interessant noch etwas Neues zu finden, das noch ziemliches Neuland für einen selbst darstellt.


Ja, man dachte, dass schon so ziemlich alles zu diesen Filmen gesagt/geschrieben wurde . . . aber sowas Neues ist schon echt aussergewöhnlich!

Prisma hat geschrieben:
Jimmy Stewart hat geschrieben:
PS: Wer ist die hübsche Sonnenbebrillte, die du gegen die Kerberin getauscht hast, noch mal? Ich komm' nicht drauf.

Na jetzt aber...
Das ist EVA RENZI, dieses Mal in Taste Of Excitement.
Gibt es da etwa Nachholbedarf? :lol:


Könnte sein! :roll: ;) Ich habe gerade kürzlich noch mal ihr Inti zu "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" gesehen. Da zieht sie ja ganz schön 'vom Leder'! :roll:


Das liest/hört man immer wieder, daß die Darsteller schlecht von einem Film reden. Finde ich echt schade! "Der Vogel mit den Kristallfedern" ist doch einer der besten Gialli ever! :tanzen4:

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 Betreff des Beitrags: Re: L'Amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 24.02.2016 01:37 
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Prisma hat geschrieben:
Interessant finde ich, dass dieses Thema dann doch so viel hergibt, wie ich bei einem halben Dutzend Filme jetzt schon gemerkt habe.


Ja, erstaunlich!

Prisma hat geschrieben:
Ja, das kann man sich gar nicht oft genug anschauen! Mich beeindruckt es jedenfalls immer wieder! :D


Ich wollte das auch nicht negativ konnotieren. Die Frau ist 'hart am Leben' und lässt sich dem Mund nicht verbieten. Ich nehme mal an, dass die Interviewer mit etwas anderen Erwartungen ins Meeting gegangen sind?! :roll: ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: L'amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 25.02.2016 19:35 
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Der immense Erfolg der noch sehr jungen Edgar-Wallace-Reihe der Rialto Film provozierte andere Produktionsfirmen förmlich, ebenfalls derartige Beiträge ins Rennen zu schicken und "Der Rächer" kann als solides Produkt, im Sinne einer ernstzunehmenden Konkurrenz, wahrgenommen werden. Kann dieser Film von Karl Anton dies aber auch im Sinne des Thread-Titels von sich behaupten? Eine Antwort dazu kann breitfächrig ausfallen, wird aber unterm Strich nur ein logisches Resümee hervorbringen können, da unweigerlich Vergleiche gezogen werden. Die Konkurrenz schläft also nicht, wie man so schön sagt, wirkt in einigen Belangen allerdings ziemlich verschlafen. Um beim relevanten Thema zu bleiben, trägt dieser Eindruck auf den ersten vagen Blick nur zwei Namen, nämlich Heinz Drache als Michael Brixan und Ina Duscha als Ruth Sanders. Nimmt man sich gedanklich zunächst nur den Hauptdarsteller vor, so scheint eine Offensiv-Romanze so gut wie ausgeschlossen zu sein, da der Wallace-Experte doch gleich weiß, mit wem er es zu tun bekommt. Heinz Drache steht im Gegensatz zu vielen anderen seiner Kollegen definitiv beispiellos da, war er es doch, der immer gerne den Eindruck vermittelte, dass er sich stets mehr schätzt als andere, respektive seine potentiellen romantischen Verbindungen. Bei seinem ersten Auftritt hatte es die Dramaturgie somit noch nicht heraus, dass er - egal wen er zu interpretieren hatte - keine amourösen Ambitionen glaubhaft vermitteln konnte, und jede Suche nach einer Partnerin zum ungelenken Kraftakt werden musste. Drache vermittelte nie den Eindruck, dass er die Fähigkeit besitzt, die weibliche Hauptrolle auf Händen zu tragen, sie im Sinne der vorgefertigten Interaktion für die Augen des Zuschauers anzubeten.

Vielmehr war es umgekehrt, denn der Darsteller ist es, der angebetet werden will. Diese Strategie entstammt einer Zeit, deren Ansichten sich längst verändert hatten (die aber gerade in diesem recht antiquiert wirkenden Beitrag noch genüsslich transportiert werden), und leider muss man sagen dass dies hier alles auf dem Rücken von Ina Duscha ausgetragen wird, die ohne den gezielten Blick schwächer wegkommt, als sie es womöglich verdient hat. Der Aufbau der Romanze wird nun ganz klassisch und offensichtlich aufgebaut, was auch erforderlich ist, weiß man doch um Heinz Draches mangelndem Fingerspitzengefühl in diesen Belangen. So verlaufen die ersten Aufeinandertreffen recht angenehm, im erweiterten Sinne sogar glaubhaft, bis sich jedoch der Eindruck manifestiert, dass Brixan primär an der Aufklärung seines Auftrages interessiert ist. Was sonst abfallen könnte wird in die Kategorie Boni verwiesen. Bei diesem Spagat zwischen Ermittlungen und Romanzen wurde zuvor und danach hinlänglich bewiesen, wie man es besser lösen kann. Die anfängliche Leichtigkeit muss schließlich zugunsten anderer Aufgaben weichen, was in einem Kriminalfilm naturgemäß auch wünschenswert ist, aber leider mangelt es hier an diversen Finessen und einer zuschauerfreundlichen Sensibilität. Anders als in den beiden Vorgängerfilmen ist es dieses Mal nicht die gefährliche Titelfigur, die den Verlauf der gebahnten Romanze stören wird, sondern ein hartnäckiger Nebenbuhler steht für die latente Bedrohung. Benno Sterzenbach als Sir Gregory hat sich die attraktive Schauspielerin Ruth für vergnügliche Stunden, und vermutlich als eine Trophäe in seinem Fotoalbum auserkoren. Dieser Umstand muss den potentiellen Gewinner um Ruths Gunst aufmerksam werden lassen.

Nach kürzester Zeit bleibt jedoch auch hier der Eindruck bestehen, dass die Arbeit definitiv vor dem Vergnügen kommen muss, und die abneigende Haltung, die Drache gegenüber Sterzenbach dokumentiert, eher den Ursprung hat, dass Sir Gregory sich unkooperativ und renitent zeigt, was die Eitelkeit des Mannes mit Nadelstichen verletzt. Was Ruth Sanders anbelangt, so scheint es, als habe sie sich mit Michael nur das kleinere Übel auserkoren. Wer Ina Duscha aus anderen Produktionen kennt wird ihr attestieren, dass sie in einer Rolle eingesetzt wurde, die sie nicht zuletzt in einer männlich-weiblichen Beziehung unterfordert. Die Schauspielerin zog sich im realen Leben bereits 1963 aus dem Geschäft zurück und hier kann man im Sinne einer Prognose bezüglich dieses Beitrags eine gedankliche Brücke bauen. Falls es denn tatsächlich dazu kommen sollte, wird sie sich auch aus einem gemeinsamen Leben mit Michael Brixan zurückziehen, denn sie hat höhere Ansprüche, andere Visionen und feinfühligere Antennen. Auch wenn sie aufgrund der Dramaturgie in die Position des Schwächeren gezwungen wird, ist sie vom Naturell her keine Frau, die sich mit derart widrigen Voraussetzungen begnügen wird. Der Ermittler der Geschichte, ein Globetrotter und gewissenhafter Arbeiter, wird auch diese Station vom Winde verwehen lassen, neue Abenteuer finden. "Der Rächer" dokumentiert somit die bislang fahrigste Romanze der noch jungen Reihe, was für Heinz Drache Konsequenzen haben sollte. Ihm wurden bis auf Weiteres Jagden nach sinnlosen Intermezzi untersagt, vor allem aber dem Zuschauer nicht weiter zugemutet. Ein Kuss im romantischen Umfeld ist einfach zu wenig, um den aufmerksamen Zuschauer zu täuschen, und um ihn vergessen zu lassen, was bereits war: Wer davor kam oder hinterher kommt, trägt andere Namen und heißt im Zweifelsfall vielleicht nicht immer gleich, allerdings keinesfalls Michael Brixan.


DER RÄCHER


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 Betreff des Beitrags: Re: L'amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 29.02.2016 12:00 
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Wo sich das Beziehungskarussell in den ersten Beiträgen noch suchend, wenn auch nicht ziellos am drehen war, sieht man in "Die Bande des Schreckens" vermutlich den Prototypen der amourösen Konstellationen, den Karin Dor und Joachim Fuchsberger als Messlatte für viele zuvor, und auch danach erschienene Beziehungen nicht nur bilden, sondern auch etablieren konnten. Erneut gibt es bei den Hauptpersonen alternative Anlegungen, so gibt Joachim Fuchsberger wieder den beherzten Ermittler mit der Fähigkeit, seinen Fokus auch auf die angenehmen Dinge im Wallace-Kosmos zu richten, allerdings sieht er trotz seines noch jungen Alters dem Ende seiner Inspektoren-Laufbahn ins Auge, zugunsten einer gesicherten Rückkehr in den Schoße seines reichen Vaters, der die beruflichen Kapriolen seines Sohnes nur widerwillig duldet. Karin Dor als berufstätige, und vor Gefahren zu schützende Frau, stellt das schöne Objekt der Begierde dar, und das wieder in mehreren Beziehungen zugleich. Bereits das erste Aufeinandertreffen führt eine offensichtliche Zuneigung auf, die bei diesen beiden Interpreten ganz selbstverständlich, ja, fast schon naturgemäß erscheint. Die Luft brennt, Inspektor Long macht kein Geheimnis daraus, dass Liebe auf den ersten Blick die Zeit tatsächlich sehr effektiv verkürzt. Nora, eine progressiver wirkende Mischung aus der klassischen Frau von damals, die allerdings definitiv schon an morgen denkt, lässt sich genüsslich auf den vorprogrammierten Flirt, der sie buchstäblich ausfindig gemacht hat, ein, aber zeigt sich ganz dem Stile einer Dame entsprechend zurückweisend, was aber eine spätere Einladung in Aussicht stellt. In Harald Reinls Film wurde also schließlich das Wallace-Traumpaar geboren und dabei wirkt nichts gestellt oder gar schwerfällig konstruiert.

Hierbei kommt einem das natürlich und flexibel wirkende Schauspiel der beiden wie eine Offenbarung vor, die den Film im Rahmen der amourösen Nebenhandlung immer wieder auflockert und bereichert, letztlich aber auch der Spannung enorm zuträglich ist, da verbrecherische Hände (in diesem Falle natürlich die "Galgenhand"), nach dem sich anbahnenden, jungen Glück greifen werden. Joachim Fuchsberger meistert auch diese Mehrfachanforderung sehr glaubhaft und kann die Sympathien der Zuschauer spielend auf seine Seite ziehen. Karin Dor tut das Übrige dazu, denn innerhalb der Anlegung des Charakters wird effizient mit Gegensätzen gespielt. Die eigentliche Stärke der jungen Frau wird bedroht, so dass sie in vielen Situationen angreifbar und verletztlich wirken wird, und somit einen fähigen Beschützer nötig hat. Misstrauen und Vertrauen, Unkenntnis und Erkenntnis sowie Niederträchtigkeit und Tugenden stellen hilfreiche Kontraste dar, um gerade mit Karin Dor mitzufiebern. Die Regie kreiert sehr bedrohliche Momente, sowohl für Inspektor Long, als auch insbesondere für Nora Sanders, die mit einem Zusammenfinden belohnt werden sollten, nein, müssen. Eine hilfreiche Zutat stellt das Thema Missgunst und Eifersucht dar. Das gerne verwendete Prinzip des Nebenbuhlers verstärkt die Wachsamkeit des Ermittlers und potentiellen Partners um ein Vielfaches, und das passende Gesicht für eine vollkommen abstoßende Figur, die Nora in die Enge treiben will, liefert der präzise aufspielende Ulrich Beiger, der hier wie der Wolf wirkt, der Kreide gefressen hat. Aber auch andere Verwirrung stiftende Charaktere erweisen sich als aussagekräftige Figuren in einer sich permanent selbst regulierenden Schachpartie. Bleibt man bei Karin Dor, so sieht sie sich mit einigen Gegenspielern konfrontiert, deren Absichten nicht immer klar wirken.

Bei Joachim Fuchsberger sieht es daher schon eher nach einem offenen Kampf aus. Elisabeth Flickenschildt gestaltet ihren Umgang beispielsweise als eine Art Spiel, das ihr sichtlich Freude bereitet. Sie zeigt Verachtung, Hohn und Spott, degradiert ihn als unfähig, doch das geschieht alles in der Gewissheit, dass man es mit einem ernstzunehmenden Gegner zu tun hat, den man nicht unterschätzen sollte. Karin Kernke macht ihm trotz inniger Liebe zu einem anderen Herrn ganz unverblümte Avancen, was weniger als ernsthafte Absicht gedeutet werden sollte, sondern einfach nur eine Rückmeldung im Sinne von Longs Wirkung auf Frauen darstellt, genau wie es die aufreizende Patientin im Krankenhaus tut. Bislang ist das Element im Sinne des Thread-Titels in "Die Bande des Schreckens" am deutlichsten und am stichhaltigsten herausgearbeitet worden, auch bekommt man dem Empfinden nach den Eindruck, dass die schönste Nebensache der Wallace-Welt hier wesentlich prominenter, sprich ausgiebiger in Szene gesetzt wurde, möglicherweise als Gegenpol für die teils brutalen Vorgehensweisen der unerbittlichen Verbrecher. Dies hat zur Folge, dass man ein Zusammenfinden der beiden Protagonisten nicht nur erwartet, sondern dieses eher schon verlangt. Das leichtfüßige Agieren der Hauptdarsteller bewirkt eine Ausgangsposition, die man im Film nur schwer konstruieren kann. Man nimmt die beiden als eine Art Traumpaar wahr, außerdem ist es gut möglich, dass die Fantasie des Zuschauers Blüten treibt, die sogar über die Grenzen dieses Beitrags hinausgehen können. Chefinspektor Long und Nora Sanders bilden letztlich eine beflügelnde Einheit, die bei Edgar Wallace nicht mehr alle Tage reproduziert werden konnte.


DIE BANDE DES SCHRECKENS


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 Betreff des Beitrags: Re: L'amour toujours bei Edgar Wallace
BeitragVerfasst: 05.03.2016 15:30 
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In Jürgen Rolands "Der grüne Bogenschütze" schaut man auf eine potentiell verlässliche Bank, hat man es in der noch so jungen Reihe doch mit zwei Interpreten zu tun, die bereits Wallace-Erfahrung als Referenz vorzeigen konnten. Klausjürgen Wussow und Karin Dor hatten es zuvor mit anderen Partnern zu tun, auch waren die Anlegungen der Rollen verschieden, außerdem transportierten die Konstellationen untereinander gegensätzliche Strategien. Falls man das Spektrum der Zuneigung denn unter die Lupe nimmt, wird es sehr deutlich, dass es sich um einen Bereich handelt, der den Zuschauern nicht einfach lieblos zum Fraß vorgeworfen, sondern in vielen Facetten durchdacht wurde. In bislang fünf Filmen gab es eigentlich genauso viele unterschiedliche Herangehensweisen, was diese gerne unterschätzte Zutat als, zumindest in Gedanken der Verantwortlichen, wichtigen Bereich unterstreicht. Betrachtet man Karin Dor und Klausjürgen Wussow im gemeinsamen, aber auch im separaten Schauspiel, so geht die Strategie eines klassischen Wallace-Paares weitgehend auf. Es wurde offensichtlich Wert darauf gelegt, beide in ein noch nicht dagewesenes Licht zu rücken, genau wie es augenscheinlich die Absicht beim kompletten Film gewesen ist. Inspektor Featherstones kriminalistische Fähigkeiten scheinen ebenso gut ausgeprägt zu sein, wie seine amourösen Kapriolen, in seinem Wesen findet sich kaum Sachliches oder Ernsthaftes, so dass das Interesse Valerie Howetts insgeheim geweckt ist. Sie allerdings lässt sich mit vollstem Vergnügen auf dieses Spiel ein, treibt es auch immer wieder selbst an, und man möchte sagen, dass es sich eher um einen, für beide Seiten, erfrischenden Flirt handelt.

Bislang entstand noch in keinem Film der Eindruck, dass bei den Hauptpersonen mit derartiger Koketterie jongliert wurde. Es ist so offensichtlich, dass jedem der beiden dieses Spielchen gefällt, wenn nicht sogar insgeheim imponiert, aber dennoch wirkt es schließlich so, als sei es das Hauptinteresse beider Protagonisten, diesen Zustand so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, da die Gefahr besteht, dass bei diesem unkonventionellen Weg die Luft spätestens beim konventionellen Ziel heraus wäre. So beschäftigt sich der komplette Verlauf lieber mit teilweise erotisch aufgeladenen Andeutungen und Plänkeleien, für die meistens Klausjürgen Wussow verantwortlich ist, und der dieses Umwerben auch nicht uninteressant gestaltet. So vergibt man ihm seine teilweise überhebliche Ader gerne, da im Zusammenspiel mit Karin Dor manchmal eine aufgeheizte Atmosphäre entsteht und er definitiv ernste Absichten mit seiner verführerischen Gegenspielerin hat. Karin Dor beweist im Rahmen des Themas ihre Wandlungsfähigkeit und kreiert einen erstaunlichen Kontrast zu ihrer ersten Rolle bei Wallace, ohne dabei die Grundsätze zu vergessen. Plötzlich verkörpert sie dezente Erotik und gestaltet eine permanente Aufforderung in ihrem Wesen, die sie allerdings durch gespielte Abweisung übermittelt. Dieses amouröse Hin und Her verschafft angenehmerweise viel Charme und sorgt für eine beliebig wirkende Grundspannung, denn es ist eigentlich klar, dass der Pfeil des Amor noch treffsicherer gewesen ist, als der des grünen Bogenschützen. Da dieser Bereich nicht nur aus Neckereien bestehen kann, wurden einige bedrohlich wirkende Personen mit einbezogen, die das mögliche Glück des Paares unterwandern.

Karin Dor spielt hier mit einer Waffe namens Sex-Appeal, die sie aber zu dieser Zeit noch nicht richtig unter Kontrolle hatte, und so geht der Schuss in bestimmten Situationen nach hinten los, insbesondere wenn Stanislav Ledinek ihr nachsteigt. Ledinek hat keine Antennen für gewisse Nuancen und zarte, sowie deutliche Hinweise bei der Fahrt auf dem Liebeskarussell, er scheint es gewöhnt zu sein, dass eine Frau entweder ja oder nein sagt, wobei es ihn nicht sonderlich interessieren dürfte, denn er interpretiert immer nur eine Zusage. Angestachelt von der prinzipiell auffordernden Howett'schen Art, wittert er seine Chance bei dem attraktiven Objekt der Begierde und wirkt sogar gekränkt, wenn Valerie ihm demonstriert, wie abstoßend sie ihn findet. Schließlich lässt er sich volllaufen, denn erfahrungsgemäß wird der Whisky schon gefügig machen. Die Szenen zwischen Karin Dor und Stanislav Ledinek wirken weniger gefährlich als amüsant, und obwohl der Beschützer-Instinkt von Featherstone um ein Vielfaches gesteigert wird, geht letztlich keine latente Bedrohung von ihnen aus. Wenn der Täter am Ende schließlich zur Strecke gebracht ist und man gemeinsam jede noch so gefährliche Situation gemeistert hat, bleibt man als Zuschauer etwas unschlüssig zurück, verlor die Interaktion doch deutlich an Intensität. Also bleibt unterm Strich ein Ergebnis, das nicht das gehalten hat, was einem über weite Strecken versprochen, oder zumindest suggeriert wurde, denn ein konventionelles Zusammenfinden mag letztlich nicht so recht schmecken. In diesem Zusammenhang hätte ein zündender Regie-Einfall Wunder gewirkt, doch wenn man den Film als Einheit betrachtet, musste auch dieses kleine Fragment der Geschichte zwangsläufig Unentschlossenheit transportieren. Es bleibt ein Rückschritt im Fortschritt.


DER GRÜNE BOGENSCHÜTZE


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