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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DAS GASTHAUS AN DER THEMSE - Alfred Vohrer
PostPosted: 03.09.2011 22:17 
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Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr: 1962
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Trygve Larsen, Harald G. Petersson, Piet ter Ulen
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Carl Otto Bartning
Musik: Martin Böttcher
Länge: ca. 89 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Joachim Fuchsberger: Inspektor Wade
Brigitte Grothum: Leila Smith
Elisabeth Flickenschildt: Nelly Oaks
Richard Münch: Dr. Collins
Jan Hendriks: Roger Lane
Heinz Engelmann: Kapitän Josh Brown
Klaus Kinski: Gregor Gubanow
Eddi Arent: Barnaby
Siegfried Schürenberg: Sir John
Hela Gruel: Anne Fuller
Hans Paetsch: Rechtsanwalt
Rudolf Fenner: Willy
Manfred Greve: Sergeant Frank
Gertrud Prey: Krankenschwester
Friedrich Georg Beckhaus: betrunkener Matrose
R. Möller: Clerk
Frank Strass: Donovan


An der Themse kommt es zu einigen Morden, die auf das Konto eines Harpunenkillers gehen, den Scotland Yard, den Hai nennt. Die Spuren führen Flussinspektor Wade, der für Scotland Yard ermittelt, zu einer Spelunke namens Mekka. Die Nichte der Besitzerin Nelly Oaks, scheint mehr zu wissen, als sie zugibt und Wade weiß, dass er auf der richtigen Fährte ist.

„Das Gasthaus an der Themse“ ist eine wirklich gelungene Wallace-Verfilmung, der es im Prinzip an Nichts fehlt. Es gibt nächtliche, Nebeldurchzogene Außenaufnahmen, die eine schaurig, schöne Atmosphäre hervorrufen. Die klassischen Gruselelemente, welche eigentlich immer in einer Wallace-Verfilmung willkommen sind, eine gute Story und gute Darsteller.

Joachim Fuchsberger spielt die Rolle des Inspektors, Wade wirklich gut. Er ist selbstbewusst, draufgängerisch und verzichtet auf ein tölpelhaftes Verhalten, wie er es 2 Jahre später in „Der Hexer“, an den Tag legte. Für solche Parts bleibt schließlich Eddi Arent als Barnaby, der auf bekannte Weise, seinen etwas anderen Humor einbringt. Im Vergleich zu manch anderen Wallace-Verfilmungen, wie z.B. „Zimmer 13“, driftet Arent allerdings nicht ins Negative. Man akzeptiert seinen Part und wird nicht genervt.

Der weibliche Part wird von Brigitte Grothum als naive, verängstigte und verunsicherte Leila Smith, ebenfalls gut vermittelt. Das Gleiche gilt für Elisabeth Flickenschildt, die den Part der zwielichtigen und berechnenden Nelly Oaks verkörpert. Ein Highlight ist wie erwartet, Klaus Kinski in der Rolle des Gregor Gubanow, dessen wundervolle und seinerseits, häufig getätigte Aussage: Gestatten, Gubanow Gewürze Im- und Export, immer wieder ein Lächeln in den Mundwinkeln des Zuschauers erzeugen kann.

Fazit: Ein atmosphärischer und spannender Film, der den Zuschauer bis zum letzten Moment bestens unterhält und in dem Wand und Standuhren, das nahende Unheil einläuten.


8,5/10

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 Post subject: Re: DAS GASTHAUS AN DER THEMSE - Alfred Vohrer
PostPosted: 04.09.2011 00:33 
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Aus dem Filmtagebuch des Sauerbratens:



Das Gasthaus an der Themse (Deutschland 1962, Originaltitel: Das Gasthaus an der Themse)

Inspector Wade (Joachim Fuchsberger) ist auf der Jagd nach einem berüchtigten Schwerverbrecher, den man überall nur unter dem Namen "Der Hai" kennt. Niemand kennt das Gesicht oder die wahre Identität des Kriminellen, selbst die lokale Gaunerszene erzittert angstvoll wenn das Wort "Hai" fällt. Der Killer richtet seine Opfer mit einer Harpune regelrecht hin, er trägt bei seinen Untaten stets einen Taucheranzug und entkommt in den Tiefen der Themse. Die Ermittlungen führen Wade in die Hafenspelunke "Mekka", denn dort treibt sich allerlei lichtscheues Gesindel herum. Chefin Nelly Oaks (Elisabeth Flickenschildt) ist eine undurchsichtige Dame in den besten Jahren, selbstverständlich hat sie ihre Finger in diversen schmutzigen Geschäften, doch sie leugnet jegliche Nähe zum gefürchteten Hai. Die junge Leila Smith (Brigitte Grothum) hat es dem Kriminalisten angetan, das Mädchen scheint einen aufrechten Charakter zu besitzen, fürchtet sich aber vor ihrer "Tante" Nelly. Der schleimig-schmierige Gregor Gubanow (Klaus Kinski) wohnt in einem Gästezimmer der Spelunke, auch er ist offensichtlich in dunkle Geschäfte verwickelt, daher fühlt Wade ihm auf den Zahn. Während der Hai munter weiter vor sich hin mordet, sogar der Inspector gerät in grösste Gefahr, wird Sir John (Siegfried Schürenberg) -ein hoher Beamter von Scotland Yard- immer ungeduldiger. Der Druck auf den emsigen Ermittler Wade wird beständig grösser, dessen Sorge um die liebenswerte Leila ebenfalls...

"Das Gasthaus an der Themse" ist die elfte von Rialto Film produzierte Edgar Wallace Verfilmung. "Eigentlich" hätte ich zunächst #10 "Die Tür mit den 7 Schlössern" geschaut, doch ich habe mich schlicht und ergreifend in der Reihenfolge vertan. Für die Regie zeichnet der bewährte Alfred Vohrer verantwortlich, der mit diesem Film seinen dritten Wallace Beitrag ablieferte und es auf insgesamt 14 Beiträge zur Reihe brachte (Rialto produzierte insgesamt 32 Wallace Filme, Vohrer ist der mit Abstand am häuftigsten eingesetze Regisseur). Bei den Darstellern schöpfte man erneut aus dem Vollen. Joachim Fuchsberger gibt einmal mehr den Ermittler mit Herz, der bei Bedarf auch sehr ungemütlich werden kann. Brigitte Grothum war schon in "Die seltsame Gräfin" hübsch anzusehen, nun kommt sie noch liebreizender daher, ihre Rolle ist sehr naiv und verschüchtert angelegt (was allerdings gut in den Rahmen passt). Elisabeth Flickenschildt spielt erwartungsgemäß großartig auf, verdorben und gar ein wenig verrucht, führt die Dame in ihrer Kneipe ein strenges Regiment. Klaus Kinski kommt nicht so paranoid und überdreht daher wie man es sonst von ihm kennt, dafür aber mit einer perfekt gespielten schleimigen Schmierigkeit. Man ist geneigt zu glauben, ranzige Flüssigkeiten würden sich aus dem Fernseher auf den heiligen Wohnzimmerteppich ergiessen! Pfui Deibel, klasse gespielt Herr Kinski! Eddi Arent sorgt für die knallschotigen Momente, kommt aber glücklicherweise recht sympathisch rüber, der "Nervfaktor" bleibt dieses Mal in der Kiste. Siegfried Schürenberg taucht zum zweiten Mal in der Rolle des Sir John auf. Sämtliche Nebendarsteller wissen zu überzeugen, nur würde es leider den Rahmen dieses Kurzkommentares sprengen, wenn ich mich zu jedem Mitwirkenden äussern wollte (verdient hätten es ohne Zweifel alle hier auftauchenden Schauspieler).

Neben den Darstellern sind die Atmosphäre und die Kulissen die Stars von "Das Gasthaus an der Themse", manche Lücke in der Story wird dadurch locker kaschiert. Die Hafenspelunke "Mekka" wurde extrem stimmungsvoll in Szene gesetzt, dazu gesellen sich Szenen im feuchten Untergrund, sowie nächtliche Abschnitte die mit nahezu tastbaren Nebelschwaden erfreuen. Zwar sind nicht sehr viele unterschiedliche Kulissen zu sehen, diese sind jedoch stets ansprechend und passend gewählt. "Der Hai" wurde optisch sehr gut umgesetzt, Taucherausrüstung und feiste Harpune lassen den Schurken sehr bedrohlich wirken. Der Film weiss überzeugend zu unterhalten. Es gibt von meiner Warte aus lediglich einen wirklich nennenswerten Kritikpunkt! Die Auflösung ist ein wenig enttäuschend und wirkt an den Haaren herbeigezogen. So erhält das Werk einen kleinen Dämpfer, der den Spass aber keinesfalls verdirbt! Die DVD präsentiert den Film in schöner Qualität, sie ist einzeln erhältlich, wie immer ist das Box-Set die bessere Wahl. Die "Edgar Wallace Edition 3" enthält neben "Das Gasthaus an der Themse" folgende Filme:

- Das Rätsel der roten Orchidee
- Die Tür mit den 7 Schlössern
- Der Zinker

Wie üblich liegt der Box ein Booklet bei.

Wäre die Auflösung ein wenig stärker und nachvollziehbarer geworden, wäre für den Streifen eine klare 8/10 angesagt. So reicht es trotzdem für 7,5/10 (gut bis sehr gut).

Lieblingszitat:

"Es gibt ein altes russisches Sprichwort: "Wer leben will, muss schweigen können."

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Blap V 3.0 regaining paradise

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Vom Ursprung her verdorben


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 Post subject: Re: DAS GASTHAUS AN DER THEMSE - Alfred Vohrer
PostPosted: 02.11.2019 15:11 
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Bei "Das Gasthaus an der Themse" handelt es sich nicht nur um einen der großen Klassiker der Reihe, sondern auch um den erfolgreichsten Wallace-Film, was den Zuspruch in den bundesdeutschen Kinos angeht. Alfred Vohrer setzt auf Atmosphäre, die mithilfe der simulierten Themse auch gut zur Geltung kommen kann. Manchmal kommt es einem so vor, als könne man die neblige Luft förmlich riechen und den glänzenden Taucheranzug des "Hai" anfassen. Das düstere Treiben schreitet überwiegend stringent voran und wartet mit einigen überraschenden Momenten und spannungsgeladenen Phasen auf. Besonders gut kommt die Kaschemme "Mekka" zur Geltung, in der die Wirtin durch Elisabeth Flickenschildt Leben und Boshaftigkeit eingehaucht bekommt. Ihre schauspielerische Leistung ist bezüglich Intensität und Ausdrucksfähigkeit einfach nur als hervorragend zu bezeichnen. In diesem Zusammenhang schließen sich beispielsweise ein wie üblich agiler Joachim Fuchsberger, Brigitte Grothum, Jan Hendriks, Heinz Engelmann oder ein kaum greifbarer Klaus Kinski an. Ohnehin ist die Wahl der Interpreten hier durch die Bank sehr gut. Die Thematik wird durch undurchsichtige Personen angeheizt und wenn der räuberische Verbrecher am Ende zur Strecke gebracht wird, fühlt man sich aufgrund des Mangels an üblichen oder übrig gebliebenen Verdächtigen in einer gewissen Vorhersehbarkeit bestätigt. Dennoch ein wirklich sehr guter Wallace, dem ich viele andere Vertreter allerdings vorziehe.


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