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 Betreff des Beitrags: DER SCHATZ IM SILBERSEE - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 17.01.2012 10:12 
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Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland, Jugoslawien, Frankreich
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr: 1962
Regie: Harald Reinl
Drehbuch: Harald G. Petersson
Kamera: Ernst W. Kalinke
Schnitt: Hermann Haller
Musik: Martin Böttcher
Länge: ca. 111 Minuten
Freigabe: FSK 6
Darsteller:
Lex Barker: Old Shatterhand
Pierre Brice: Winnetou
Götz George: Fred Engel
Herbert Lom: Colonel Brinkley
Karin Dor: Ellen Patterson
Eddi Arent: Lord Castlepool
Marianne Hoppe: Mrs. Butler
Ralf Wolter: Sam Hawkens
Mirko Boman: Gunstick Uncle
Sima Janićijević, Jan Sid: Patterson
Jozo Kovacevic: Großer Wolf
Slobodan Dimitrijević: Rollender Donner
Branco Špoljar: Doc Jefferson Hartley
Ilija Ivezić: Hilton
Vladimir Medar: Saloonwirt
Sime Jagarinec: Osagen-Häuptling





Der erste Karl-May-Western kam 1962 in die Kinos und bescherte den Produzenten einen Riesenerfolg. Die Einnahmen waren fast doppelt so hoch wie die Kosten und das damalige Publikum fand etwas Neues an dem man sich orientieren konnte. Winnetou 1 folgte ein Jahr später und sorgte für gleiche Begeisterung beim Publikum.

Was man anmerken muss und was dem geschulten Karl May Fan sofort auffallen wird bzw. aufgefallen ist, dass Harald G. Petersson sein Drehbuch im Vergleich zum Roman doch um Einiges geändert hat.

Charaktere:
„…und dieser Held der vor mir steht ist Gunstik Uncle der Prärie Poet.“ so frönt Marianne Hoppe in der Rolle der Mrs. Buttler ihre Begrüßung als die ruhmreiche Reiterschaft: Sam Hawkins, Old Shatterhand und Mirko Boman als Gunstik Uncle vor ihr steht. Dem wirft Gunstik Uncle ein „Wenn eine schöne Frau mich lobt, Freude in meinem Busen tobt.“ zurück, welches wiederum durch Marianne Hoppe mit den Worten „…und will auf Ruhm verzichten und höre auf zu dichten“, vollendet wird. Irgendwann hört er dann auch auf zu dichten verabschiedet sich von der Slapstick-Bildfläche, die dann von Eddie Arent in Beschlag genommen wird.

Typisch für einen Teutonen-Western oder für typisch Harald Reinl? immer wieder einen dieser Scherzkekse durch das Bild holpern zu lassen. Ralf Wolter als Sam Hawkins und eine große Schar an ziemlich unterbelichteten Tramps sind auch jederzeit im Begriff, den freiwilligen und den unfreiwilligen Humor an das Publikum zu vermittelt.

Irgendwie muss Harald Reinl schon einen gewissen Faible für Eddie Arent gehabt haben, da Reinl auch in den Wallace-Verfilmungen „Die Bande des Schreckens“ „Der grüne Bogenschütze“ und „Der Fälscher von London“ mit Arent zusammen arbeitete. Zwar ist Eddie Arents Penetranz innerhalb „Der Schatz im Silbersee“ nicht so derbe wie in „Der grüne Bogenschütze“ aber manchmal fragt man sich schon, was er eigentlich in diesem Karl May Western zu suchen hat.

Götz George versucht in der Rolle des Fred Engel alle Schnellsprechrekorde zu brechen, auch auf sein Pferd kann er nicht vernünftig aufsteigen, sondern muss immer auf dieses springen. Ein Hektiker der wirklich Alles gibt um sich in den Vordergrund zu spielen. Karin Dor hält sich dezent zurück und frönt wie man es von ihr kennt einer sympathischen schauspielerischen Darstellung, welche von Natürlichkeit und Charisma begleitet wird.

Die böse Seite des Silbersees wird von vielen Vollidioten dominiert, die einfach nur unfreiwillig komisch wirken. Einzige Ausnahme natürlich Herbert Lom als Colonel Brinkley. Zu gern nimmt der Gehörgang seine einzigartige Stimme auf und auch die Gesamtleistung verdient es geschätzt zu werden. Herbert Lom ist einfach großartig.

Musik:
Martin Böttchers Musik steht außer Frage. Melodien die sich auch durch folgende Karl May Western zogen und für Begeisterung und einen hohen Wiedererkennungswert sorgten. Apropos Wiedererkennungswert, es gibt wohl kaum einen Film (außerhalb der Karl May Filme) in dem die Musik so angelegt wurde, das der Auftritt der Guten und der Bösen jederzeit unverkennbar angekündigt wurde.

Fazit:
Ein unterhaltsamer und aufwendig gefilmter Karl May Western, in dem Kameraführung und die Landschaften für ein wirklich schönes und gemütliches Ambiente mit garantiert hohem Wohlfühlfaktor sorgen und der zu recht einen festen Platz in der deutschen Filmgeschichte hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHATZ IM SILBERSEE - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 03.11.2017 19:50 
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sid.vicious hat geschrieben:
Typisch für einen Teutonen-Western oder für typisch Harald Reinl? immer wieder einen dieser Scherzkekse durch das Bild holpern zu lassen. (...) manchmal fragt man sich schon, was er (Eddi Arent) eigentlich in diesem Karl May Western zu suchen hat.

Götz George versucht in der Rolle des Fred Engel alle Schnellsprechrekorde zu brechen, auch auf sein Pferd kann er nicht vernünftig aufsteigen, sondern muss immer auf dieses springen. Ein Hektiker der wirklich Alles gibt um sich in den Vordergrund zu spielen. (...)

Die böse Seite des Silbersees wird von vielen Vollidioten dominiert, die einfach nur unfreiwillig komisch wirken. Einzige Ausnahme natürlich Herbert Lom als Colonel Brinkley. Zu gern nimmt der Gehörgang seine einzigartige Stimme auf und auch die Gesamtleistung verdient es geschätzt zu werden. Herbert Lom ist einfach großartig.


Die Karl-May-Filme der 60er waren als Familienunterhaltung gedacht, und daher musste es eigentlich immer (mindestens) eine komische Figur geben, die für die nötigen humorigen Einlagen sorgen sollte. Neben Arent tummelten sich ja auch noch Chris Howland, Heinz Erhardt und andere dort herum. Solche Figuren waren sicher auch eines der Erfolgsgeheimnisse dieser Filmreihe.

Götz George nervt in der Tat manchmal ein wenig mit seiner übertrieben physischen Präsenz. Dabei muss man aber bedenken, dass seine Rolle als eine Art Hauptrolle gedacht war. Daher war es wohl durchaus die Absicht von Reinl und Produzent Horst Wendlandt, dass er sich so in den Vordergrund spielte.

Herbert Lom ist für mich der eigentliche Star dieses Films. Niemals mehr danach hat man einen so überzeugenden, furchteinflößenden Banditenchef in einem Karl May-Film gesehen. Die Szene, als Brinkley am Schluss langsam ertrinkt und schließlich nur noch seine Hand aus dem Wasser ragt, fand ich als Kind ziemlich verstörend.

Lom sprach übrigens fließend deutsch, so dass er schon bei den Dreharbeiten deutsch sprechen und sich später auch selbst synchronisieren konnte. Leider hat er das später in den PINK PANTHER-Filmen nicht mehr gemacht, als er Peter Sellers' leidgeprüften Chef spielte und zeigte, dass er auch unwerfend komisch sein konnte. Man denke z.B. nur an die Szene, in der er für den (vermeintlich) oten Clouseau die Trauerrede halten muss und sich dabei vor Lachen krümmt. ;-)
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Ein großartiger Schauspieler, der leider 2012 im stattlichen Alter von 95 verstorben ist.

Der Film war übrigens anfangs erst ab 12 Jahren freigegeben. Er ist zweifellos ein Klassiker, der als Blaupause für alle späteren Filme der Reihe (außer natürlich der Orient-Filme) dienen sollte. Denn eigentlich nahm er bereits alle Versatzstücke vorweg, die danach nur noch variiert wurden.


Zuletzt geändert von Riccardo am 06.11.2017 20:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHATZ IM SILBERSEE - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 03.11.2017 21:32 
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Dr. Rolf Gießen hat im Audiokommentar von "Gruft der Vampire" den Film erwähnt.
Er meinte, es sei ein Unding, dass in allen möglichen Büchern zur Geschichte des deutschen Films, Filme gefeiert werden, die kaum einer gesehen hat und ein "Schatz im Silberse" nur als Fußnote abgehandelt wird, dabei weiß er wie unglaublich viele Zuschauer der Film in den 60er Jahren hatte.
Ich für meinen Teil, finde es schön, dass der "Schatz im Silbersee" alle Zeiten überdauert hat und im Gegensatz zu vielen von Kritikern gelobten "wichtigen" deutschen Filmen, auch heute noch gesehen wird.
Der Wohlfühlfaktor ist immens und es ist einfach schön, dass ich je nach Lust und Laune, immer wieder an den Silbersee zurückgehen kann.

Ein ganz großer Klassiker des deutschen Films!


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHATZ IM SILBERSEE - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 04.11.2017 10:51 
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Riccardo hat geschrieben:


Herbert Lom ist für mich der eigentliche Star dieses Films. Niemals mehr danach hat man einen so überzeugenden, furchteinflößenden Banditenchef in einem Karl May-Film gesehen. Die Szene, als Brinkley am Schluss langsam ertrinkt und schließlich nur noch seine Hand aus dem Wasser ragt, fand ich als Kind ziemlich verstörend.

Lom sprach übrigens fließend deutsch, so dass er schon bei den Dreharbeiten deutsch sprechen und sich später auch selbst synchronisieren konnte. Leider hat er das später in den PINK PANTHER-Filmen nicht mehr gemacht, als er Peter Sellers' leidgeprüften Chef spielte und zeigte, dass er auch unwerfend komisch sein konnte. Man denke z.B. nur an die Szene, in der er für den (vermeintlich) toten Clouseau die Trauerrede halten muss und sich dabei vor Lachen krümmt. ;-)
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Ein großartiger Schauspieler, der leider 2012 im stattlichen Alter von 95 verstorben ist.


Herbert Lom (grandiose Stimme) war wirklich klasse, und er ist tatsächlich die Nummer 1 im Film. Ein Bösewicht wie man ihn sich wünscht.

Den SCHATZ IM SILBERSEE mochte ich, mag ich und werde ich auf ewig mögen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHATZ IM SILBERSEE - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 06.11.2017 20:30 
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Habe mal den youtube-Link korrigiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHATZ IM SILBERSEE - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 06.11.2017 21:33 
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Desto öfter der Thread nach oben geholt wird, desto mehr bekomme ich Lust mir den mal wieder anzusehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER SCHATZ IM SILBERSEE - Harald Reinl
BeitragVerfasst: 08.11.2017 21:39 
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Es gibt leider einen traurigen Anlass, diesen Thread abermals nach oben zu holen.

Karin Dor, die Darstellerin der Ellen Patterson, ist heute im Alter von 79 Jahren gestorben.

Sie war übrigens auch das bis heute einzige deutsche Bond-Girl. :-(


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