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 Betreff des Beitrags: DER ZINKER - Alfred Vohrer
BeitragVerfasst: 12.06.2012 21:29 
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Alternativer Titel: L'enigme du serpent noir
Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland, Frankreich
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr: 1963
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Harald G. Petersson
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Hermann Haller
Musik: Peter Thomas
Länge: ca. 85 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Heinz Drache: Inspektor Elford
Barbara Rütting: Beryl Stedman
Günter Pfitzmann: Frank Sutton
Eddi Arent: Josua Harras
Klaus Kinski: Krischna Alexander Jefferson
Jan Hendriks: Mr. Leslie
Inge Langen: Millie Trent
Agnes Windeck: Nancy Mulford
Wolfgang Wahl: Sergeant Lomm
Siegfried Wischnewski: Der Lord
Siegfried Schürenberg: Sir Geoffrey Fielding
Albert Bessler: Butler James
Heinz Spitzner: Polizeiarzt Dr. Green
Erik von Loewis: Juwelier Blazer
Stanislav Ledinek: Der Champ
Winfried Groth: Jimmy Graeme
Michael Chevalier: Larry Graeme
Heinrich Gies: Brownie
Fritz Fiedler: Wärter
Kurt von Ruffin: Chauffeur
Fritz Eberth: Porter
Heinz Petruo: Smith
Thomas Eckelmann: Beamter
Bernd Wilcewski: Harry
Erik Pukass: Bobby
Peter von Alten: King
Horst Knuth: Double des Zinkers
Eva Ebner: Sir Geoffreys Sekretärin



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Schlangengiftmorde stellen Scotland Yard vor ein Rätsel. Inspektor Elford ist dem so genannten Zinker auf der Spur, doch dieser ist ein raffinierter Gegenspieler, dem man nicht so einfach das Handwerk legen kann.

Die 14. deutschsprachige Edgar-Wallace-Verfilmung startet recht ansehnlich mit einem ominösen Klaus Kinski umgeben von zahlreichen Reptilien. Nach dem Einsetzen und dem Durchlaufen der Anfangs-Credits hat eine schwarze Mamba auch schon ihren ersten Einsatz.
Moment mal… Kinski und eine schwarze Mamba? …da war doch 1981 noch was… aber belassen wir es einfach bei diesem Hinweis und gehen auf den hier angesprochenen Film ein.

Hierbei sei gleich erwähnt, dass Eddi Arent als Josua Harras wieder einmal seine Scherze sprechen lässt, ob so etwas gefällt liegt in der Subjektivität des Zuschauers und diese ist und bleibt heilig. Beim Thema Subjektivität verlasse ich auch ausnahmsweise die Objektivität um zu sagen, dass mir Günter Pfitzmann als Frank Sutton absolut unsympathisch ist. Deshalb möchte ich auch kein weiteres Wort über Cox verlieren.

„Nein danke, aber wenn ich rauchen dürfte?“

so Inspektor Elford, gespielt von Heinz Drache und schon brennt auch der erste Glimmstängel und lässt die Nikotinschwaden in den Räumlichkeiten aufgehen. Nach einer Zeit legt sich allerdings der Zigarettenkonsum und ist beispielsweise nicht so reichhaltig vertreten wie im „Hotel der toten Gäste“ wo das Kettenrauchen an der Tagesordnung war. Was Heinz Drache in seiner Rolle auszeichnet: ist eine gezielte und schlagfertige Gesprächsführung. Eine gewohnt routinierte und wirklich gute Leistung.

Weiterhin begegnen uns im „Zinker“ auch Agnes Windeck in der Rolle der Nancy Mulford und diese ist für den ein oder anderen Wortwitz ständig zu haben. Eine auflockernde und wirklich angenehme Darbietung. Albert Bessler ist Nancy Mulfords Butler und der heißt natürlich auch James wie es sich wohl für einen guten Butler gehört. Albert Bessler ist ein Abbild des Skurrilen, den man stets gern im Bild sieht. Ein schön schräger Charakter. Diese angesprochene Schrägheit wird allerdings erwartungsgemäß von Klaus Kinski als Krischna Alexander Jefferson übertroffen. Klaus gibt auch in dieser Wallace-Verfilmung Alles und katapultiert neben Drache, Windeck und Schürenberg zum Sympathieträger des „Zinkers“.

„Pathologen haben immer das letzte Wort.“

Barbara Rütting verkörpert die Rolle der Kriminalschriftstellerin Beryl Stedman recht ordentlich. Ihre Spielweise ist in keiner Weise aufdringlich oder spektakulär, sondern schlicht gesagt als dezent zu bezeichnen. Barbara Rütting spielte übrigens ca. ein Jahr nach dem „Zinker“ in Franz Josef Gottliebs Bryan Edgar Wallace Verfilmung „Das Phantom von Soho“ ebenfalls eine Kriminalschriftstellerin (Clarinda Smith).

Was die Atmosphäre des Films anbelangt, so ist diese innerhalb einiger Innenaufnahmen vorhanden, kann allerdings nicht mit der aus anderen Vohrer-Verfilmungen wie z.B. „Die toten Augen von London“, „Das Gasthaus an der Themse“ oder „Das indische Tuch“ mithalten. Dazu setzt der Film weniger auf die altbewährten Mittel.

Fazit: Das Z steht für den Zinker und nicht für Zorro- Aha. Eine weitere Erkenntnis: Vohrers Film steht im gehobenen Durchschnitt, denn um sich von diesem abzuheben muss bedeutend mehr kommen als das was dem Zuschauer geboten wurde.

6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DER ZINKER - Alfred Vohrer
BeitragVerfasst: 14.04.2017 19:51 
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● DER ZINKER / L'ÉNIGME DU SERPENT NOIR (D|F|1963)
mit Heinz Drache, Barbara Rütting, Günter Pfitzmann, Jan Hendriks, Inge Langen, Agnes Windeck,
Siegfried Schürenberg, Wolfgang Wahl, Siegfried Wischnewski und Eddi Arent sowie Klaus Kinski
eine Produktion der Rialto Film Preben Philipsen | Les Film Jacques Willemetz | im Constantin Filmverleih
ein Film von Alfred Voher


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»Kein leichter Tod, das Gift der schwarzen Mamba!«

Die Londoner Unterwelt befindet sich im Würgegriff eines Phantoms. Um nicht an Scotland Yard verpfiffen zu werden, müssen die Kriminellen einen hohen Anteil an der Beute abgeben. Niemand kennt den Erpresser, niemand hat ihn je gesehen und der gefährliche Hehler wird der "Zinker" genannt. Als Larry Graeme (Michael Chevalier) die Identität des "Zinkers" herausfindet, kann er nur noch tot aufgefunden werden. Er starb durch ein Neurotoxin und wie sich anschließend herausstellt handelt es sich dabei um das Gift der schwarzen Mamba. Inspektor Elford (Heinz Drache) steht vor einem großen Rätsel, denn eine Mamba könnte im Londoner Klima überhaupt nicht überleben. Die Ermittlungen führen ihn schließlich zum Tiergroßhandel Mulford, wo jüngst eines der gefährlichen Reptilien verschwunden ist. In der Zwischenzeit schlägt das Phantom aber erneut zu...

Mit "Der Zinker" kam der bereits vierzehnte Edgar-Wallace-Beitrag der 1959 erfolgreich gestarteten Reihe in die Lichtspielhäuser und Regisseur Alfred Vohrer nahm zum vierten Mal auf dem Regiestuhl platz. Mit etwa 2,9 Millionen Zuschauern gehört der nach dem gleichnamigen Roman von Edgar Wallace adaptierte Film zu den erfolgreicheren Vertretern der bis 1972 andauernden Reihe, wurde in West-Berlin und London und erstmalig in Ultrascope gedreht. Heute gehört "Der Zinker" sicherlich zu den nominellen Klassikern der Serie, was aus zahlreichen Gründen nachzuvollziehen ist, schlägt er doch einen günstigen Weg zwischen typischen Elementen und etlichen Neuerungen ein. Allerdings muss auf der anderen Seite auch betont werden, dass der Geschichte schnell die Spannung ausgeht, da sich ein vollkommen vorhersehbarer Whodunit entwickelt, was zur Folge hat, dass sich Vohrers Werk eigentlich bei den Durchschnittsbeiträgen wiederfindet. Über Unterhaltungswert, gut oder schlecht, oder Daseinsberechtigungen muss in der Wallace-Reihe erst gar nicht debattiert werden, da wirklich jeder einzelne Beitrag auf seine bestimmte Art und Weise Vorzüge besitzt und auch jedem Zuschauer die Möglichkeit bietet, selbst zu entscheiden, wo die persönlichen Highlights zu finden sind. "Der Zinker" leidet im Endeffekt daran, keine genaue Entscheidungsfindung im Rahmen einer eindeutig angelegten Strategie zu präsentieren, außerdem geht es leider nicht immer logisch zu, was in Kriminalverfilmungen einfach als Voraussetzung erwartet werden darf. Alfred Vohrer hat bei Wallace bereits härtere, beziehungsweise unmissverständlichere Wege eingeschlagen, sodass es sich bei diesem '63er um seine bislang schwächste Arbeit handelt. Auf der Habenseite steht die solide Ausstattung mit einem Hauch von Extravaganz, die den Zuschauer erfreuen wird, eine tolle Besetzung und zahlreiche andere Elemente.

Hoch anzurechnen ist auch hier, dass zwar ein deutlicher Wiedererkennungswert zu sehen ist, sich aber keine Eintönigkeit eingeschlichen hat. Bereits der Einstieg ist in diesem Zusammenhang mit seinen winterlichen Eindrücken hoch atmosphärisch und bleibt aufgrund des titelgebenden Verbrechers und dessen Vorgehensweise sehr präsent. Das Gift der schwarzen Mamba wird mit Gewalt durch die Epidermis gebracht und beschert seinen Opfern einen qualvollen Tod. Großer Vorteil der Story ist, dass Haupt- und Nebenhandlung eine recht günstige Verknüpfung erfahren und für Abwechslungsreichtum sorgen, obwohl der Weg zum Finale ab einem gewissen Zeitpunkt vorhersehbar ist. Dies liegt zum Einen daran, dass schlicht und einfach zu wenige wirkliche Verdächtige übrig bleiben und zum Anderen ist es die Dramaturgie, die den Zuschauer quasi auf richtige Fährten zwingt, weil Vohrer in den wichtigen Phasen zu schnell die Katze aus dem Sack lässt und der Verlauf an Intensität verliert. Insgesamt bleibt der Film jedoch recht klar aufgebaut und erlaubt sich nach strapaziösen Momenten immer wieder den zweifelhaften Luxus, sich durch diverse komische Einlagen selbst zu entschärfen, was sich das Trio Agnes Windeck, Siegfried Schürenberg und Eddi Arent zur vornehmsten Aufgabe macht. Die beunruhigenden Momente entstehen daher oft nur auf den zweiten Blick und bahnen sich vor allem durch die Tierhandlung Mulford an und deren Fauna wird Ebenbild der nackten Angst, die in Form von schwarzer Mamba, Python oder Löwen und Konsorten die passende Gestalt bekommen. Vielleicht kann man sogar davon sprechen, dass es sich beim Integrieren von allerlei Getier um ein persönliches Faible von Regisseur Alfred Vohrer handelte, denn in seinen Filmen waren derartige Cast-Erweiterungen immer wieder zu finden. Mit dem Gift der schwarzen Mamba können sich Opfer und Zuschauer jedenfalls auf keinen leichten Tod gefasst machen und auch in diesem Zusammenhang kommt es zu starken Momenten.

Die Figur des sogenannten "Zinkers", der seinem Namen trägt, weil er Komplizen nach der gemeinsamen Arbeit ans Messer liefert, stellt eine allgegenwärtige Bedrohung dar, weil er kompromisslos agiert und dem Empfinden nach wie aus dem Nichts erscheint. Gekleidet in Hut und Mantel, operiert er mit schwarzen Handschuhen und perfidem Mordinstrument und bereits zu einem frühen Zeitpunkt wird unmissverständlich klar, dass der Tod durch ihn unausweichlich sein wird. Die Polizei hat auf Druck der beunruhigten Bevölkerung selbstverständlich alle Hände voll zu tun und bei diesem Stichwort lässt sich ein guter Gedankensprung zu der für Wallace-Verhältnisse prominenten Besetzung machen. Heinz Drache kann hier seine bereits dritte Wallace-Verpflichtung verbuchen und ist in ganz typischer Manier als Inspektor Elford zu sehen, der dem Szenario seinen Stempel aufzudrücken versucht, aber aufgrund anderer Alpha-Leistungen keine Alleinherrschaft durchsetzen kann. Jedem Fan der Reihe wird es so gehen, dass er in bestimmten Rollen-Bereichen auch seine ganz persönlichen Favoriten hat, deswegen soll Heinz Drache unter diesem Gesichtspunkt auch keine Beschreibung erfahren, da er aufgrund vieler nicht vorhandenen Nuancen und eindeutiger Mängel innerhalb der klassischen Interaktion nur verlieren kann. Es kann nicht oft genug betont werden, dass es stets hilfreich für die jeweiligen Geschichten war, wenn der gebürtige Essener sich nicht mit bestimmten Ablenkungen beschäftigen musste, was im Klartext heißt, keiner unglaubwürdigen Romanze nachjagen zu müssen. So wird hier der nachhaltige Eindruck transportiert, dass der Inspektor seine komplette Energie auf seinen Beruf verwenden kann und den Verbrecher schließlich kompetent zur Strecke bringen wird. Auffällig ist erneut der Fokus auf ungeduldige, kurz angebundene und forsche Verhaltensweisen, die dem Einzelgänger daher auch gut stehen möchten.

An seiner Seite sieht man die gerne gesehene und hoch qualifizierte Barbara Rütting, allerdings nicht im amourösen Sinne, was im Kontext der Reihe weniger einen harten Bruch darstellt, als eine willkommene Abwechslung. Als Kriminalautorin Beryl Stedman sieht man Rütting auf sicherem Terrain im Rahmen von Schlagfertigkeit, eindeutiger Gebärden und nicht unwichtiger Funktion, da sie konträr zu vielen Kolleginnen nicht das unschuldige, beschützenswerte Opfer zu mimen hat, was der resoluten Interpretin auch nicht abzunehmen gewesen wäre. Ähnlich wie in "Neues vom Hexer" sieht man eine Frau, die auf eigenen Beinen steht und charakterlich gefestigt wirkt, auch wenn das Schicksal unbarmherzige Entscheidungen trifft. Barbara Rütting weiß generell das Profil einer eigentlichen Einzelgängerin herzugeben, obwohl sie nicht alleine ist. Liiert mit Frank Sutton, dem Geschäftsführer der Mulford'schen Tierhandlung, stellt sie ein wichtiges Bindeglied für die verschiedenen Storylines dar, genau wie Günter Pfitzmann, den man in seinem einzigen Auftritt bei Wallace sehen kann. Sein solides Schauspiel und die Fähigkeit, Vertrauen und Zweifel zugleich fabrizieren zu können, tun der Geschichte sehr gut und seine stärksten Szenen präsentiert er beim Auftreten als sachlicher Geschäftsmann. Im Szenario wimmelt es zwar von zwielichtigen Personen, doch nur wenige kommen dem Empfinden nach als Haupttäter in Frage. So obliegt es dem Zuschauer, die Personen zu ordnen, wie beispielsweise den immer gerne gesehenen Jan Hendriks, der in seinem übersichtlichen Auftritt durch sehr starke Momente und eindringliche Szenen in Erinnerung bleiben wird, oder Siegfried Wischnewski, Stanislav Ledinek und vor allem Klaus Kinski, der durch einen vollkommen wortlosen Auftritt zu irritieren weiß. Seine Aura kann etliche Szenen nicht nur prägen, sondern richtiggehend dominieren und in seinem hier achten Auftritt war er längst zu einer Größe im Wallace-Orbit avanciert.

Erwähnenswert sind des Weiteren noch zwei Damen der Entourage, die den Film sehr individuell prägen. Inge Langen, als Sekretärin bei Mulford, ist keineswegs über jeden Zweifel erhaben, schleicht sie doch wie eine neugierige Katze im Büro umher um sich brave Catfights mit Beryl Stedman zu liefern. Langen galt als Meisterin der flexiblen, dabei aber stichhaltigen Interpretation, sodass sie im Szenario zu einer undurchschaubaren Komponente wird, von der man jedoch erwartet, dass sie jederzeit einen geheimen Trumpf ausspielen könnte. Ein paar Jahre später noch in "Der Gorilla von Soho" zu sehen, handelt es sich um die erste von zwei Rollen in der Reihe. Agnes Windeck als Nancy Mulford hatte noch einen Auftritt mehr zu bieten und gilt trotz nur drei Einsätzen al eines der Wallace-Markenzeichen, was wohl an ihrer vereinnahmenden Wirkung liegt. In "Der Zinker" ist die Hamburgerin quasi als sympathisches Mädchen für alles zu sehen, denn sie steht für Humor, Werte, aber auch leichte Theatralik. Ihre Szenen dominiert sie dementsprechend nach Belieben, sodass beim Thema Agnes Windeck tatsächlich die Frage zwischen passender Leistung und übertriebenen Tendenzen gestellt werden darf; ob sich alles Dargebotene im förderlichen Rahmen abspielt, oder hin und wieder zu viel des Guten wird. Eddi Arent, der bis zu diesem Zeitpunkt in 12 von 14 Filmen zu sehen war, bedient den Humor etwas hemmungsloser und egal wie es rückblickend wirken mag, es handelt sich sicherlich um einen der verdienstvollsten Akteure der gesamten Reihe. Überzeugende Leistungen zeigen abschließend noch Siegfried Schürenberg, der später das Abo des Sir John übernehmen und beispiellos prägen sollte, und Wolfgang Wahl als Inspektor Elfords Assistenten Lomm, der eine sehr individuelle und daher angenehme Zeichnung zum Besten gibt oder ein immer markanter Heinz Spitzner, als sachlicher Polizeiarzt. Die hochklassige Besetzung verhilft dem Film jedenfalls, trotz Ungereimtheiten zufriedenstellend über die Ziellinie zu kommen.

Die Wallace-Reihe profitierte über die Jahre von ihren unterschiedlichen Verbrechern mit teilweise extravaganten Gewändern und sagenumwobenen Images und bei der Betrachtung des "Zinkers" bleiben unterm Strich geteilte Eindrücke zurück. Auf der einen Seite handelt es sich bei dem großen Unbekannten um eine überaus rücksichtslose Person, schließlich verzinkt er seine eigentlichen Komplizen und liefert sie somit ans Messer, außerdem schreckt er vor Mord nicht zurück, der jeweils Liquidierung und Warnung in einem darstellt. Auf der anderen Seite sind es aber Dramaturgie und fortlaufende Spielzeit, die den mit mir allen Wassern gewaschenen Verbrecher schwer zusetzen, da er die Polizei letztlich zielstrebig auf seine Spur bringt. Sicherlich könnte dahinter ein perfider Plan stecken, um erneut andere als Hauptverantwortliche zu präsentieren, doch leider ist es so, dass Alfred Vohrer angesichts derartiger Hintergründe die Erklärungen schuldig bleibt. Des Weiteren nimmt die phasenweise existierende Kammerspiel-Atmosphäre dem Verlauf die Spritzigkeit und Vitalität, die ja schließlich im Rahmen von Action, Spannung und sogar Humor gebahnt werden. Für "Der Zinker" steuerte Komponist Peter Thomas bereits zum vierten Mal seine Musikthemen für einen Wallace-Film bei, und hier wirkt insbesondere das hektische, in seinen akustischen Spitzen tatsächlich giftig wirkende Hauptthema sehr passend und stellt für das Szenario in jeder Hinsicht einen Gewinn dar. Auch die winterlichen Schauplätze, merklich bessere und sorgsamer gewählte Sets, die extravaganten Kameraeinstellungen, wie beispielsweise aus einem Mund heraus simuliert oder aus der Frosch-Perspektive zu sehen, unterstützen den Film, der einen guten Unterhaltungswert anbietet. Betrachtet man "Der Zinker" allerdings im Serien-Kontext, handelt es sich lediglich nur um einen tendenziell durchschnittlichen Vertreter, der insgesamt und nach wie vor in überbewerteten Sphären schwebt.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER ZINKER - Alfred Vohrer
BeitragVerfasst: 15.04.2017 15:50 
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Und im Anschluss noch der aussagekräftige Kino-Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Es ist übrigens interessant, dass es immer wieder vorkommt, dass manche Szenen in den Trailern anders sind als im fertigen Film.
In "Der Zinker" gibts beim genauen Draufschauen und Hinhören auch welche.
Auch wurde beispielsweise gerne mal mit Schreien aus Vorgänger-Filmen nachgeholfen. :lol:


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