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 Betreff des Beitrags: UNSER HAUS IN KAMERUN - Alfred Vohrer
BeitragVerfasst: 05.07.2016 22:44 
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● UNSER HAUS IN KAMERUN (D|1961)
mit Götz George, Johanna von Koczian, Hans Söhnker, Horst Frank, Berta Drews, Helga Sommerfeld,
Katrin Schaake, Walter Rilla, Uwe Friedrichsen, Kenneth Spencer, Henry Vahl, Käthe Jaenicke, u.a.
ein Rialto Film Preben Philipsen | im Gloria Filmverleih
ein Film von Alfred Vohrer


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»Ich habe zeitig lernen müssen, wie man sich wehrt«

Die aus Norddeutschland stammende Familie Ambrock lebt seit vielen Jahren in Afrika, wo sie eine große Farm betreibt. Das Familienoberhaupt Wilhelm Ambrock (Hans Söhnker) hat es zu großem Wohlstand gebracht und ist daran interessiert, dass seine beiden Söhne Georg (Götz George) und Rolf (Uwe Friedrichsen) die Farm in seinem Sinne weiterführen. Um Georg die Flausen auszutreiben, schickt er ihn nach Hamburg, wo er bei seinem guten Freund Konsul Steensand (Walter Rilla) eine Ausbildung anzufangen hat. Durch dessen versnobten Sohn Klaas (Horst Frank), mit dem Georg sich angefreundet hat, kommt es allerdings immer wieder zu Schwierigkeiten, die Ambrocks Pläne zu durchkreuzen drohen. So weit von zu Hause weg, fühlt Georg sich eine ganze Zeit nicht sehr wohl in Deutschland, bis er Doris Kröger (Johanna von Koczian) kennenlernt, sich in sie verliebt und sie schließlich nach Afrika mitnimmt. Allerdings werden beide von ihrer Vergangenheit eingeholt...

In einer Phase, in der die Rialto-Film hauptsächlich mit ihrer sehr erfolgreich angelaufenen Edgar-Wallace-Reihe beschäftigt war, wurden im Fahrwasser des hauseigenen Erfolges auch andere Projekte realisiert, hier sogar sehr aufwändig und in Farbe. Bei der Rialto hatte Regisseur Alfred Vohrer kurz zuvor einen fulminanten Einstieg mit dem Erfolgsfilm "Die toten Augen von London" gehabt und wurde fortan Stammregisseur bei der Berliner Produktionsfirma. Mit "Unser Haus in Kamerun" entstand unter seiner Leitung ein sehr sehenswerter Beitrag, der vor allem durch seine herrlichen Schauplätze für eine besondere Atmosphäre sorgen kann. Offensichtlich legte man bei der Produktion Wert darauf, dass es nicht zu viele Überschneidungen gab, was anhand der gebuchten Schauspieler deutlich wird. Nicht ein einziger Wallace-Star ist in dieser Geschichte zu sehen, höchstens einige, die in späteren Filmen mit dabei sein sollten, aber hauptsächlich die wenig später synchron gestartete Reihe der Epigonen bedienen sollten. Was bekommt man hier unter Alfred Vohrers aufmerksamer Regie zu sehen? Zunächst einmal ist sehr schnell seine Fähigkeit wahrzunehmen, die besondere Atmosphäre, oder ein spürbares Flair zu kreieren, Details und echte Typen dominieren den abwechslungsreichen Verlauf nach Belieben und schließlich bekommt man seinen Sinn für das Erzeugen von Spannung und Tempo zu spüren, der diesem Beitrag von 1961 seine Würze mitgibt. Zwischen Hamburg bis Kamerun entsteht der gewisse Hauch von Exotik und thematisch gesehen bekommt man ein solides Melodram mit guten Portionen von Tragik und Emotion angeboten, das dem Empfinden nach wie von selbst zu funktionieren scheint.

Stars der jungen und alten Generation füllen das interessante Szenario mit überaus stichhaltigen Interpretationen aus, sodass die Spielzeit wie im Flug vergeht. Mit Götz George in der männlichen Hauptrolle sieht man definitiv den richtigen Mann für dieses teilweise turbulente Hin und Her, seine Spiellaune wirkt einmal mehr nahezu ansteckend. An seiner Seite, beziehungsweise an mehreren Fronten ist es Johanna von Koczian, die zwar einen modernen und zunächst verschlagenen Frauentyp verkörpern soll, aber insgesamt etwas zu bieder wirkt, um restlos zu überzeugen. Möglicherweise liegt es an der weiblichen Konkurrenz, hier in Gestalt der bezaubernden Helga Sommerfeld, die einfach natürlicher und nicht so aufgesetzt in ihrem Handeln wirkt. Allerdings ist zu betonen, dass von Koczian ihre Rolle in geregelte Bahnen bringen kann und als Sympathiefigur zu funktionieren beginnt. Große Routiniers wie Hans Söhnker, Walter Rilla oder Georges Mutter Berta Drews zeigen der jungen Generation noch wo es langzugehen hat, wenn auch nicht in darstellerischen Belangen. Insgesamt kann sich der Zuschauer auf ein gelungenes Wiedersehen mit beliebten Interpreten freuen, insbesondere Horst Frank kann seine besonderen Fähigkeiten wieder einmal unterstreichen. Die halbe Miete wird also von der Besetzung zusammengespielt, die andere Hälfte bringen Regie und Stab in die Reihe. Der Verlauf mit seinen dramatischen Elementen weiß zu gefallen und Alfred Vohrer ist schließlich ein richtig angenehmer Film gelungen, der vielleicht beim Thema Humor den Bogen hin und wieder etwas überspannt, da dieses Einstreuen überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Insgesamt ein schöner Beitrag in kräftigen Farben, der von Anfang bis Ende kurzweilig und unterhaltsam ausgefallen ist.


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