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 Betreff des Beitrags: UNDECLARED WAR - Ringo Lam
BeitragVerfasst: 22.06.2015 16:10 
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Originaltitel: 聖戰風雲 (Shengzhan Fengyu; Sturm des heiligen Krieges)
Englischer Originaltitel: Undeclared War
Hongkong 1990
Kinolaufzeit (HK): 01.09.1990 - 12.09.1990
Einspielergebnis (HK): HKD 5.523.958
Originalsprache/-Synchronisation: Kantonesisch/Englisch
Altersfreigabe: Keine Jugendfreigabe (DVD)

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Regie: Ringo Lam Ling-tung
Darsteller: Danny Lee Sau-yin, Peter Lapis, Vernon G. Wells, Tommy Wong Kwong-leung, Olivia Hussey, Rosamund Kwan Chi-lam, Mars, Mark King, Mark King, Louis Roth, Jonathan Isgar, Stuar Smith, James M. Crocket, Ernest Mauser
Produktion: Ringo Lam Ling-tung, Paang Yiu-bong, Veronica Chan Ching-yee (Cinema City)
Drehbuch: Nam Yin, Timothy Lung Tim-miu, Deborah Grant, Louis Roth
Actionchoreographie: Chris Lee Kin-sang

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Warschau: Der amerikanische Botschafter fällt samt Familie einem dreisten Terroranschlag in einer Kirche zum Opfer, den der fiese Terrorist Hannibal (Vernon G. Wells) ausgeheckt hat. CIA-Agent Gary Redner, seines Zeichens Bodyguard und Freund der Familie, schwört bittere Rache und verfolgt den flüchtigen Hannibal nach Hongkong. Dort wird er erstmal an die Leine gelegt, indem der etwas biedere Inspektor Bong (Danny Lee), nebst Partner Tang (Tommy Wong), ein Auge auf ihn werfen soll. Hannibal und Gang spielen indes ein wenig Anarchie auf den Straßen Hongkongs und planen ein Attentat auf eine amerikanische Wirtschaftsdelegation, die in Hongkong ein neues Silicon Valley aufbauen will. Das ruft wiederum die rasende Reporterin Ann Chang (Rosamund Kwan) auf den Plan - Bongs Freundin. Als die Polizei dann auch noch Hannibals Liebchen (Olivia Hussey) festsetzt, brennt die Luft in der Kronkolonie.

Mit seiner zehnten Regiearbeit versuchte sich Regisseur Ringo Lam an einem nicht uninteressanten Mix aus Agententhriller und Buddymovie. Dafür hat er allerlei Stars vor die Kamera gelockt, allen voran Danny Lee, bekannt aus zahlreichen Spätwerken der Shaw Brothers und John Woos Actionmeisterwerkt The Killer, als bebrillter Hongkong-Cop. Leider spielt er einen etwas undankbaren Part, da er neben dem aufbrausenden Peter Lapis, der trotz überschaubarer Filmographie, als einer der besseren Gwailo-Darsteller gesehen werden kann, oftmals zum passiven Reagieren degradiert wird. Ihm zur Seite steht die unglaublich süße Rosamund Kwan - hier wohl vor allem durch ihr Mitwirken in Tsui Harks Once upon a Time China-Reihe und Jackie Chans Armour of God bekannt -, die in ihrer Rolle nicht nur gewaltig unterfordert, sondern teils auch reichlich nervig wirkt. Größter Besetzungsdeal waren sicherlich der halbwegs bekannte Australier Vernon G. Wells und die Euro-Cinema erfahrene Olivia Hussey. Umso bedauerlicher die Tatsache, dass beide Darsteller leider keine wirklich erinnerungswürdige Darstellung abliefern. Das liegt vor allem an den standartisierten Bösewichtrollen, die ziemlich farblos daherkommen. Lediglich zwei gemeinsame Szenen sind ein wenig gehaltvoller und lassen erahnen, welches Potential in dieser Besetzung vielleicht gesteckt hätte. Richtig interessant sieht es bei den weiteren westlichen Darstellern aus, hier hat Ringo Lam beinahe alles "Namhafte" aufgefahren, was die ehemalige Kronkolonie damals hergegeben hat. Die Gesichter Luois Roths, Jonathan Isgars, Ernest Mausers, James M. Crocketts und Stuart Smiths dürften den meisten Freunden des Hongkongkinos aus anderen Produktionen bekannt sein, hier agieren sie alle - wenn auch in teils sehr kleinen Rollen - zusammen!
Mit Chris Lee (u.a. Police Story, China White, Projekt B) hat Ringo Lam einen durchaus talentierten Action-Regisseur an der Hand, mit dem er in seinem Kampfkunst-Schocker Burning Paradise vier Jahre später erneut zusammenarbeitete. Der Mix aus halbwegs realistischer Großstadt-Action, ähnlich Lams Krimidrama City on Fire, und überstilisiertem Bullet Ballet weiß zu gefallen. So ist die aufwendige Eröffnungssequenz beispielsweise viel verspielter, als ein recht nüchtern eigefangenes, späteres Attentat auf einen Linienbus. Bei den aufwendigen Actionszenen erstaunt es dann doch ein wenig, dass den ganzen Film über die immer gleichen Polizeiwagen (einmal ein Kombi mit rot-blauem Lichtbalken, einmal ein Kombi mit blauem Lichtbalken) zu sehen sind. Typisch für Lam fließt das Blut reichlich, wenngleich einige Bluteffekte, riesige rote Rauchwolken, ein wenig übertrieben wirken. Erstaunlicherweise wird dieses Stilmittel nicht in allen Szenen genutzt.
Undeclared War hat also eigentlich die wesentlichen Zutaten für einen richtig guten Hongkong-Actionfilm, wäre da nicht das völlig verfranste Drehbuch, dessen Komplexität anscheinend alle am Skript Beteiligten und auch Regisseur Ringo Lam und Cutter Tony Chow Kwok-chung gehörig überfordert zu haben scheint. Jedenfalls gelingt es nicht so etwas wie Ordnung oder gar Spannung in den Film zu bringen. Die Geschichte plätschert so vor sich hin und hangelt sich von einem belanglosen und klischeehaften Dialog (allmächtige CIA!) zum nächsten. Die Bedrohung durch die Terroristen scheint seltsam abstrakt, da nie (zumindest in der deutschen Fassung - Synchro wie Untertitel) wirklich klar ersichtlich ist, was das Ziel der Terrororganisation ist. Da die Pausen zwischen den Actionszenen recht groß sind, schleichen sich bald Längen ein.
Obwohl Undeclared War seinen Ambitionen ein großes, international angehauchtes Actionspektakel zu sein in keinster Weise gerecht wird, hat der Streifen durchaus seine Momente. Diese beschränken sich allerdings auf die (wenigen) Actionszenen, denn auch die eigentlich soliden Darsteller werden von dem zerfahrenen Drehbuch nur selten ins rechte Licht gerückt.
5/10

Die DVD: Adrena Film, Deutschland
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Was die Bildqualität anbelangt, so ist die DVD aus dem Hause Adrena Film die wohl beste Produktion des Labels. Das anamorphe Bild im Originalformat von 2,35:1 macht einen halbwegs guten Eindruck. Das Ghosting, Hauptproblem vieler anderer DVDs des Labels, hält sich in Grenzen und auch die Schärfe ist in Ordnung. Was auffällt ist, dass über den ganzen Film ein leichter Schleier liegt, wodurch das Bild ein wenig weich wirkt.
Der Ton ist ebenfalls in Ordnung, wobei man lieber die Stereo-Spur statt den Raumklang-Mix wählen sollte. Wie auch bei der Originalversion wurde der Film nicht durchgängig deutsch synchronisiert, sondern die meisten kantonesischen Passagen (einige kantonesische Dialoge wurden auch synchronisiert) belassen und nur die englischen Dialoge Deutsch gesprochen. So "muss" man auch auf den deutschen Tonspuren einige Passagen mit Untertitel verfolgen - sofern man nicht Kantonesisch spricht. So wirkt der Film auch in seiner deutschen Sprachfassung sehr authentisch und kulturelle und sprachliche Missverständnisse müssen so nicht mühsam und meist schlecht umschifft werden. Daneben steht auch die kantonesische Sprachfassung inklusive optionaler deutscher Untertitel zur Verfügung.
Die Extras bestehen aus Trailermaterial.

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Zuletzt geändert von TheMaster am 22.06.2015 18:26, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: UNDECLARED WAR - Ringo Lam
BeitragVerfasst: 22.06.2015 16:26 
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das erste Poster oben ist von School on Fire und nicht Undeclared War.


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 Betreff des Beitrags: Re: UNDECLARED WAR - Ringo Lam
BeitragVerfasst: 22.06.2015 18:27 
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Falsch geschaut, falsch verlinkt, prompt geändert. Danke für die Info.

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