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 Betreff des Beitrags: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 29.01.2012 11:36 
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WANG YU – DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS
[JIANG HU QI XIA][HK][1965]

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Regie: Hsu Tseng-Hung
Darsteller: Wang Yu, Chin Ping, Lo Lieh, Tien Feng, Lam Jing, Chiu Ming, Liu Liang-Hua

„Wir sind der Red Lotus Clan, und du wirst jetzt sterben!“
„Das ist nicht möglich!“

Kwai Wu [Wang Yu] ist auf dem Weg zur Familie Jin. Dort soll er Lianzhu [Chin Ping] zur Frau nehmen, die ihm seit seiner Kindheit versprochen ist.
Unterwegs wird er zufällig Zeuge eines Raubüberfalls. Er eilt den Opfern zur Hilfe, kann jedoch deren Tötung nicht verhindern. Da sich unter den Ermordeten auch seine Eltern befinden, schwört er den Tätern Rache.
Als er das Schloss der Familie Jin erreicht, verhalten sich viele Mitglieder merkwürdig. Offenbar ist man dort gegen seine Hochzeit mit Lianzhu. Auch die Regelung, dass niemand das Schloss verlassen darf, gibt Wu Rätsel auf. Zu allem Überfluss wird das Anwesen auch noch häufig von der verfeindeten Sekte des Roten Lotus überfallen.
Langsam, aber sicher keimt in Wu der Verdacht, dass sein Schwiegervater etwas mit dem Überfall und damit auch dem Mord an seinen Eltern zu tun haben könnte.

DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS ist einer der ersten Filme der Shaw-Brothers-Studios, und das merkt man auch. Vieles, was später perfektioniert wurde, steckt hier noch in den Kinderschuhen.
So wirken die Kampfszenen noch etwas ungelenk und zu offensichtlich durchchoreographiert, was man zudem aufgrund viel zu langer Kameraeinstellungen zu vertuschen vergaß.

Mit Brutalitäten hingegen wird für ein Produkt der 60er Jahre nicht gegeizt:
Gleich in der ersten Einstellung liegt ein Mann in einer Blutlache. Zwar stellt sich dieses schnell als geschicktes Täuschungsmanöver heraus, doch schon nach wenigen Minuten haben etliche bedauernswerte Statisten ihr Leben ausgehaucht, sei es durch Schwert in der Brust, Geschoss im Auge oder nen Pfeil quer durch den Bregen.
Im weiteren Verlauf verlassen auch schon mal ganze Extremitäten ihren vorgesehenen Platz am Körper, wenngleich freilich so mies getrickst, dass dieses niemandem eine schlaflose Nacht bereiten dürfte.

Und falls doch, so sorgt die Handlung für die nötige Müdigkeit – diese geriet nämlich nicht nur sehr übersichtlich, es mangelt ihr auch erheblich an packenden Momenten.
Zwar kochen die Emotionen der Protagonisten ständig über (was meistens in einer kollektiven Heularie endet), den Zuschauer jedoch lässt die lauwarme Familienkiste eher kalt, ist dieser doch auch beschäftigt genug damit, das schwache Schauspiel der Darsteller zu verarbeiten.
Die gestelzten Dialoge, die dabei fallen, sind von teilweise bemerkenswerter Affigkeit und dabei vermutlich nicht ausschließlich Produkt der bescheidenen Synchronisation.

Mehr noch als spätere Shaw-Brothers-Produktionen ist Inszenierung und Dramaturgie eher dem klassischen Theater verpflichtet als dem epischen Kinofilm - konventionelle Sehgewohnheiten bedient die Regie weniger, was sie teilweise arg tollpatschig und steif erscheinen lässt. Auf unnötige Schnitte wird da schon mal verzichtet.

Während viele vermeintliche Außenpanoramen mal wieder von bemalten Leinwänden gedoubelt werden, gelingen an anderer Stelle dennoch ein paar schöne, offenbar tatsächlich in freier Natur entstandene Aufnahmen.

Wang Yu spielt die Hauptrolle und präsentiert sich hier als noch schmaleres Hemd als ohnehin schon. Weder seine Präsenz noch Darstellung sind überzeugend und verhindern die Identifikation. Damit befindet er sich allerdings in bester Gesellschaft, denn auch die anderen Akteure wirken reichlich tranig.

Trotz seiner Defizite geriet DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS so erfolgreich, dass zwei Fortsetzungen nachgeschoben wurden. Aus heutiger Sicht ist das kaum mehr verständlich, doch damals war das Gebotene wohl noch neu genug, um spektakulär zu wirken.
Die Sichtung lohnt sich also für all jene, die wissen möchten, mit was für Schwarten sich die Shaws einst die Zuschauergunst erkämpften. Ist die Erfahrung auch nicht die nervenaufreibenste, so doch immerhin interessant und von allerhand naivem Charme.

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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 18.05.2012 01:52 
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danke DJANGOdzilla für die gelungene review! :D aber trotz allem hat mich der film noch gut unterhalten, ich mag halt auch die ganz alten shaws
und finde es super dass koch media den film in so einer super quali veröffentlicht hat. also viel kritik möchte ich nicht noch dazu geben.
es ist zwar ab & zu mal etwas langeweile dabei, was aber auch großteils an der synchro liegen kann :mrgreen: wann wurde die denn aufgenommen?

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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 19.05.2012 15:43 
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wo sind eigentlich die eastern fans? hat sonst keiner den film gesehen :?

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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 19.05.2012 18:58 
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Ich bin Eastern Fan, kenne den Film aber nicht


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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 19.05.2012 21:06 
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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 20.05.2012 12:39 
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Bongo hat geschrieben:
es ist zwar ab & zu mal etwas langeweile dabei, was aber auch großteils an der synchro liegen kann :mrgreen: wann wurde die denn aufgenommen?
Die Synchro für diesen Film wurde ja erst von Koch zur Veröffentlichung in Auftrag gegeben. Von daher ist sie noch ganz neu.

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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 20.05.2012 16:33 
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super einstellung TRAXX :D

woran kann das liegen toolbox-murda? :?

danke DJANGOdzilla! war mir ja fast klar, wollte nur nochmal sichergehen. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 12.07.2012 21:22 
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Habe heute meine Shaw Brothers Box von Koch Media bekommen. Ich freue mich schon sehr auf den Wang Yu Streifen


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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 14.07.2012 16:39 
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Den Film habe ich mir gerade angeschaut und war begeistert. Die DVD hat eine 1A Qualität und der Film an sich ist astrein! Kann ich nur weiter empfehlen


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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 14.07.2012 16:46 
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wunderbar! ja die bildquali ist umwerfend :jc_doubleup: wahnsinn was man hier rausholen kann :hutheben:

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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 16.08.2012 12:09 
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Verhältnismässig alter Eastern (1965), aber zu meiner Verwunderung gibt es hier schon harte Szenen, wie ich sie sonst eher ab den frühen 70ern kenne (z.B. das Ausstechen von Augen). Mag sein, dass es Defizite gibt, aber ich hätte aufgrund des Alters gedacht, dass der Film wesentlich angestaubter wirkt.

7.5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: WANG YU - DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS - Hsu Tseng-Hung
BeitragVerfasst: 25.04.2013 09:14 
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Alternativer Titel: Huo Shao Hong Lian Si Zhi Jiang Hu Qi Xia
Produktionsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1965
Regie: Hsu Tseng-Hung
Drehbuch: Shen Chiang
Länge: ca. 91 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Wang Yu, Chin Ping, Lo Lieh, Tien Feng, Lam Jing, Chiu Ming


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Kwai Wus Eltern waren mit der Familie Jin befreundet und nun will Kwai Wu deren Tochter Lianzhu heiraten. Auf dem Weg zur Familie Jin kommt es zu Auseinandersetzungen die Kwai Wu vor ein Rätsel stellen, auch die männlichen Mitglieder der Familie Jin sind Kwai Wu nicht wohl gesonnen.

Es beginnt alles recht angenehm. Die chinesischen Klänge lassen sich auf sympathische Weise im Ohr nieder und die präsentierten Landschaften sehen sehr gut aus. Die Kamera nutzt diese örtlichen Gegebenheiten und kann einen schönen Eindruck an das Auge vermitteln.

Allerdings wird aus der scheinbaren Idylle schnell ein Schlachtfeld, welches plötzlich von Schwertkämpfen und einigen Bogengeschossen, die sich schon mal im Kopf ihres Ziels verirren beherrscht wird.

Das die Kämpfe eher unspektakulär wirken ist im Bezug auf das Gesamturteil nicht sonderlich dramatisch, allerdings verlässt der Film schnell seine anfängliche Schiene und befindet sich auf dem Weg in eine endlose Liebesgeschichte. Kwai Wu, der gern Little Wu genannt wird und Lianzhu befinden sich nun im Mittelpunkt. Die Verbundenheit zu Little Wus neuer Familie und seine Absichten seine Eltern zu rächen, passen nicht in das moralische Bild des Jin Clans. Folglich kommt es zu einer großen Jammerei in der die Tränen fließen und das gern gesehene Shaw-Blut im Zimmer des Special Effects Gurus liegen bleibt.

Fazit: Eine frühe Shaw-Produktion die mit herrlichen Farben und Bildern, aber auch mit einigem Leerlauf an den Start so wie ins Ziel geht. Für lockere 6 Punkte reicht es aber immer noch.

6/10

Damit ist die Sichtung der ersten Shaw Brothers Box von Koch Media abgeschlossen. Die Wertung gestaltet sich wie folgt:

1. Der Todesgriff des Shaolin 8,5/10 (Tendenz zu 9)
2. Das Todesduell der Tigerkralle 8/10
3. Das Grabmal des Shaolin 7/10
4. Der Shaolin-Gigant 6/10
5. Wang Yu - Der Tempel des roten Lotus 6/10

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