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 Betreff des Beitrags: WAY OF THE SAMURAI - Nopporn Watin
BeitragVerfasst: 09.01.2012 18:46 
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WAY OF THE SAMURAI
[YAMADA - THE SAMURAI OF AYOTHAYA][Thailand][2010]

Bild

Regie: Nopporn Watin
Darsteller: Seigi Ozeki, Kanokkorn Jaicheun, Kanokkorn Jaicheun, Sorapong Chatree, Winai Kraibutr


16. Jahrhundert: Samurai Yamada Nagamasa [Seigi Ozeki] fällt einer Intrige seiner Landsleute zum Opfer und kann nur mit Müh und Not seine Haut retten. Im thailändischen Königreich Ayothaya findet er Ruhe und Frieden, verliebt sich in Land und Leute und die schöne Jumpaa [Kanokkorn Jaicheun]. Zudem erlernt er die thailändische Kampfkunst des Muay Thai, welche er mit der japanischen Kampfkunst kombiniert und so einen neuen, unüberwindbaren Stil entwickelt.
Diesen benötigt er auch bald, denn das Königreich wird von den Burmesen bedroht. Da er sich dem Land mittlerweile verbunden fühlt, zögert er nicht lang, in den Krieg zu ziehen – siegreich, versteht sich. Schließlich erinnert er sich, dass er mit ein paar seiner Landsleute noch eine Rechnung offen hat...


Kampfsportfilme, auch historische, benötigen keine originelle Handlung, oftmals ist das sogar hinderlich. So ist die inhaltliche Einfallslosigkeit WAY OF THE SAMURAIs nicht das Hauptproblem. Viel schwerer wiegen da schon andere Defizite.
Sich selbst viel zu wichtig nehmend, heuchelt das episch angelegte Knochenbrecher-Spektakel nicht vorhandenen und in diesem Zusammenhang auch als unnötig zu charakterisierenden Anspruch und versucht sein Nichts an Inhalt als etwas Besonderes zu verkaufen. In unerschütterlicher Penetranz ergießen sich salbungsvolle Binsenweisheiten, bedeutungsschwanger und mit schwerer Mine vorzugsweise aus dem Off vorgetragen.
Um Emotionen geht es angeblich, doch sie werden nicht fühlbar gemacht, sie werden erklärt – zur Not auch mehrmals, bis auch der
letzte Hansel auf der hintersten Bank die innere Zerrissenheit der Protagonisten geblickt hat.

Dazu gesellt sich unangenehmer, das gesamte Werk begleitender Pathos. Oberflächlich freilich wird der Völkerverständigung gehuldigt – nur in Kombination aus Bewährtem mit Neuem, so heißt es, nur im gegenseitigen Geben und Nehmen könne Großartiges entstehen.
Grundsätzlich jedoch wird die Überlegenheit Thailands suggeriert und – was viel schwerer wiegt – bedingungslose Vaterlandsliebe gepredigt. Die Aufgabe des Soldaten sei es, so die durch und durch unkritische Propaganda, für den König in den Tod zu gehen, welcher in diesem Fall in kaum zu fassender Arroganz lediglich zehn Krieger gegen eine ganze Armee in den Kampf schickt, in sicherem Vertrauen auf die grenzenlose Überlegenheit thailändischer Kampfeskunst . Dass er damit natürlich Recht behält und Muay Thai somit völlig kritiklos als quasi übermenschliches Machtinstrument verkauft wird, sorgt beim Rezipienten nicht für Sympathie.

Doch WAY OF THE SAMURAI ist kein Totalausfall, punktet vor allem durch fantastische Fotographie. Exotische Kulissen, prunkvolle Ausstattung und leuchtende Farben vereinen sich zu augenschmeichelnder Ästhetik.

Die Kampfszenen gefallen durch Grobheit und Kompromisslosigkeit - pfeilschnell klettern die Kämpfer die Körper ihrer Gegner hinauf und brechen ihnen mit dem Ellbogen alle Knochen.
Schön durchchoreographiert gerieten die Schwertkämpfe, ganze Scharen feindlicher Leiber werden in Windeseile zersäbelt. Einer Unart der Moderne folgend wurde das ordentliche Geschnetzel allerdings mit - auch eindeutig als solches zu identifizierendem - CGI-Blut garniert, was den Szenen den räudigen Realismus raubt.

Die Leistungen der Darsteller bewegen sich im Rahmen des Notwendigen. Während Hauptdarsteller Seigi Ozeki die meiste Zeit arg betreten aus der Wäsche guckt, beeindruckt an Kanokkorn Jaicheun vor allem ihre Schönheit, die – im Gegensatz zum Film – tatsächlich episch ist.

Weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibend, ist WAY OF THE SAMURAI eine überwiegend enttäuschende Reise, welche sich fatalerweise selbst ein Beinchen stellt: Als Actionfilm zu dialoglastig, als Analyse innerer Verzweiflung zu trivial, setzt sich der Thai-Klopper zwischen alle Stühle und verschenkt sein Potential. Die Kampfszenen sind gut goutierbar, doch viel zu selten. Was bleibt, sind schöne Bilder. Und nichts dahinter.

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 Betreff des Beitrags: Re: WAY OF THE SAMURAI - Nopporn Watin
BeitragVerfasst: 09.01.2012 20:30 
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Den hatte ich am WE auch hier rumliegen gehabt, aber auf den 'Genuss' verzichtet, nachdem ein (wesentlich unkritischerer) Kumpel von mir den schon arg scheisse fand (er monierte übrigens dass immer die gleichen Moves und Kampfchoreographien gezeigt wurden).

Nee, ich für meinen Teil bin durch mit historischen Kampf-Epen aus Asien - da kann ich nicht mehr drauf! :(

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