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 Betreff des Beitrags: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 24.01.2014 13:26 
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Lady Chatterley Story (OT: La storia di Lady Chatterley; Italien; 1989; Lorenzo Onorati)

Nachdem ihr Mann (Maurice Poli) gestorben ist und das Testament verlesen wurde, verweilt Lady Chatterley (Malù) noch etwas in dem gemeinsamen Haus, das sie nun verlassen wird, und erzählt einer ihr nahestehenden Person (Venantino Venantini) einige Erlebnisse, die sich dort in der Vergangenheit zugetragen haben. Schon längere Zeit war ihr Mann damals an den Rollstuhl gebunden, weshalb sie ihre sexuelle Erfüllung immer öfter auf andere Weise und mit anderen Männern gesucht hat...

Lorenzo Onorati beweist sich hier auf vorzügliche Weise als echter Erotik-Romantiker, und das sogar noch - ja, hier haben wir so einen Fall mal wieder - in den 80ern! Da die grelle Gegenwart der 80er für diese Geschichte jedoch völlig fehl am Platz wäre, muss er sich natürlich in eines dieser pseudo-historischen Settings flüchten (die ich so liebe). Pesudo deswegen, weil dabei meist keine ernsthafte historische Verortung stattfindet und dies auch überhaupt keine Rolle spielt, sondern es lediglich darum geht, eine bestimmte gediegene, stilvolle Atmosphäre zu kreieren. Dies ist jedenfalls vortrefflich gelungen, denn egal, ob Gegenwart oder Vergangenheit, man bekommt sofort das Gefühl, dass in diesem hier präsentierten Mikrokosmos die Zeit stehengeblieben ist. Handlungsort ist so ein prächtiges altes Landhaus (ich bin mir sicher, das habe ich schonmal in einem dieser spät80er/früh90er-Erotikern gesehen), umgeben von weitläufigen Parks und Wäldern. Nur in dieser Umgebung bewegen sich die Figuren, dort spielt sich alles ab, irgendeine andere Außenwelt gibt es in dem Film nicht.
Was die Machart angeht, gibt sich der Film sehr detailverliebt, auffällig viele Einstellungen scheinen mit Bedacht gewählt. Stellenweise kommt er dabei zwar auch nur etwas schleppend voran, auf der anderen Seite geht in den Sexszenen aber richtig die Post ab - hier werden die Grenzen des Softcore-Genres bis zum Äußersten ausgereizt, wie nur selten! Natürlich mit geschickten Kameraeinstellungen, dass keine allzu expliziten Einblicke gewährt werden, aber dennoch. Wo man bei anderen vermeintlichen Erotikfilmen nämlich manchmal das Gefühl hat, es wird nur pflichtmäßig etwas nackte Haut geboten, um ein gewisses Klientel anzulocken, sieht es hier völlig anders aus. Hier wird Erotik regelrecht zelebriert und zum Hauptbestandteil gemacht, dabei aber dennoch in ein stimmiges Drumherum eingebettet, also nicht nur sinnloses Geficke. Besonders in sich haben es die Zusammentreffen von Malù und ihrem jungen Lover, dargestellt von Carlo Mucari, der auch schon in SCHAMLOSE ANGELA dabei war und dort die heißesten Sexszenen mit Michela Miti bestritten hat. Überhaupt besteht zwischen den beiden Filmen eine gewisse Ähnlichkeit in der Herangehensweise. Die musikalische Untermalung von Stefano Curti und Paolo Rustichelli ist reichlich präsent und ebenfalls recht klassisch und gediegen geraten, hat aber auch so einen leicht künstlichen Synthesizer-Touch, der jedoch gar nicht schlecht passt zu einem Film, der auch keiner Zeit so eindeutig zuzuordnen ist.

Im Grande Finale kulminiert die romantische Erotik dann in einer schönen Liebesszene unter freiem Himmel im herbstlichen Wald, und führt einem damit noch einmal beispielhaft die Qualitäten eines Films vor Augen, der ganz klar zu den Meisterwerken des späten italienischen Erotikkinos gezählt werden muss, vielleicht das ganze Talent des wenig bekannten Regisseurs Lorenzo Onorati deutlich macht, aber vielleicht auch als ein Glückstreffer von ihm gewertet werden muss (wenn ich bedenke, dass andere Filme von ihm, die ungefähr zur gleichen Zeit entstanden sind, längst nicht dieses Niveau erreichen).

Grandios wäre es, wenn irgendein deutsches Label den Film mal auf DVD bringen könnte (Hallo Donau Film, wo seid Ihr!?), denn er hätte es verdient, von mehr Leuten gesehen zu werden. Die bisherige deutsche VÖ-Situation ist nämlich, gelinde gesagt, katastrophal. Es gibt eine 18er-VHS, die wohl um rund eine satte Viertelstunde gekürzt ist. Außerdem eine 16er-VHS, die - wenn die Angaben stimmen - sage und schreibe nur noch unglaubliche 44 Minuten läuft. Und im TV - hach, waren das Zeiten! - lief der Film auch mal (vielleicht sogar weniger gekürzt?), aber das nützt jetzt auch nicht mehr viel. Ich habe deshalb zur italienischen DVD gegriffen, die mit ihren rund 80 Minuten ungeschnitten sein müsste, allerdings nur italienischen Ton bietet - aber schließlich gibt es bei solchen Filmen ja Wichtigeres als Dialoge und ein 100%iges Verständnis der "hochkomplexen" Story.


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 Betreff des Beitrags: Re: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 24.01.2014 16:42 
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Wenn der Richtung Schamlose Angela geht, könnte der mir auch gut gefallen! Das späte entstehungsjahr lässt mich halt etwas schaudern 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 12.02.2017 18:16 
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Gerade gelesen, dass von dem nun tatsächlich eine dt. DVD erscheint. Aber - sofern man der Angabe bei Amazon trauen kann - nur eine 66-minütige Fassung. Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein! :evil: Der Film zählt für mich zu den letzten echten Highlights des ital. Erotik-Kinos und dann sowas! Wieso hat es gerade diesen Film immer so hart getroffen, was Kürzungen angeht. Ok, hier gibt es schon einige schön deftige Sex-Szenen, aber bei einer 18er-Freigabe sollte das doch kein Problem sein.

Wie auch immer, ich kann da nur nochmal die italienische DVD empfehlen - außer es geschieht ein Wunder und die deutsche DVD wird doch uncut.

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 Betreff des Beitrags: Re: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 15.05.2017 18:55 
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Hab neulich bei Müller die dt. DVD für 7,99€ gesehen.

80 Minuten stand als Laufzeit auf der Cover-Rückseite, was - wenn es denn stimmt - der Laufzeit der ital. DVD entsprechen würde.

Wer wagt einen Kauf?

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 Betreff des Beitrags: Re: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 16.05.2017 18:41 
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Tja, gibt es nirgendwo eine verlässliche Angabe?
Im Netz steht fast überall 66 min. Ganz verrückt wird es bei schnittberichte.com:
102:29 min und damit gekürzt. :?:


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 Betreff des Beitrags: Re: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 26.06.2017 21:17 
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80 min stimmt. Bildformat wird als 1,78 angegeben, ich hab aber 1,66 gemessen. Dementsprechend an allen Seiten Balken bei mir.
Bildquali ganz ordentlich, Schärfe und Farben gut, allerdings gibt es ein leichtes Bildrauschen, stört aber nur wenig.


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 Betreff des Beitrags: Re: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 28.06.2017 17:26 
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Danke für die Rückmeldung, wuthe!

Wie fandest du den Film (falls schon gesehen)?

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 Betreff des Beitrags: Re: LADY CHATTERLEY STORY - Lorenzo Onorati
BeitragVerfasst: 28.06.2017 19:36 
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Tja, so knapp über dem Durchschnitt im Vergleich zu ähnlichen Softsexfilmen. Ganz so begeistert wie du bin ich allerdings nicht. Einige Sexszenen sind doch arg lang geraten und mir gefallen auch die oftmaligen Wechsel der Zeitebene nicht so gut. Mal Vergangenheit, dann gleich wieder Gegenwart usw. Da muss man arg aufpassen, dass man nicht durcheinanderkommt.
6/10 Punkte, aber keinesfalls mehr. Aufgrund des niedrigen Preises (die Ausstattung der DVD ist auch wirklich spartanisch) geht das aber noch in Ordnung.


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