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 Betreff des Beitrags: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 21.09.2012 19:58 
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Alternativer Titel: Miss Death and Dr. Z in the Grip of the Maniac
Produktionsland: Spanien, Frankreich
Produktion: Michel Safra, Serge Silberman
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Jess Franco
Kamera: Alejandro Ulloa
Schnitt: Marie-Louise Barberot, Jean Feyte
Spezialeffekte: Raymond Ferrer
Musik: Daniel White
Länge: ca. 84 Minuten
Freigabe: Ungeprüft
Darsteller: Antonio Jimenez Escribano, Guy Mairesse, Howard Vernon, Mabel Karr, Fernando Montes und Estella Blain



Der Neurologe Doktor Zimmer forscht in seinem Laboratorium mit dem Ziel der Gedankenkontrolle. Als er dieses bei einem Kongress mitteilt, erntet es Hohn und Spott von renommierten anwesenden Wissenschaftlern. Dieses führt dazu, dass Zimmer einen tödlichen Herzanfall erleidet. Irma Zimmer schwört ihren Vater zu rächen.

Ein Gefängnis das einem Schloss gleicht, ein Gefängnisinnerraum der dem eines Kerkers gleicht, dazu noch das obligatorische Gewitter. Für Atmosphäre ist gleich zum Start gesorgt und ein Gefängnisausbruch mündet in den herrlichen schwarz weiß Bildern eines Walds. Parallel dazu, wird dem Zuschauer das Heim von Doktor Zimmer und dessen Tochter vorgestellt, auch hier lädt die Gemütlichkeit zum trauten Beisammensein mit Jess Franco und seinen Darstellern/ innen ein.

Man ist demnach hervorragend angekommen und neugierig auf das Geheimnis von Doktor Z. Lobenswert, dass Franco sich der klassischen Mittel bedient. Schattenspiele gibt es reichlich und deren Ansicht bereitet immer wieder Freude. Alejandro Ulloas Kameraarbeit ist ein wichtiger Bestandteil von „Doktor Z“, ein Bestandteil der stets an der Basis ist um für eine entsprechende Atmosphäre zu sorgen. Weiterhin werden einige überzeugende Nahaufnahmen von Gesichtern geboten. Die Musik von Daniel White ist ebenfalls sehr passend und gelungen. Zum Teil werden Geräusche eingesetzt, dann wiederum das Spiel einer Orgel. Eine gute Begleitung für die Art der Kameraführung.

„Das Geheimnis des Doktor Z“ ist in seiner Thematik irgendwo beim Frankenstein-Thema angesiedelt, weiß allerdings auch Elemente aus dem sechs Jahre zuvor entstandenen „Augen ohne Gesicht“ einzubringen. Was den oberflächlichen Ablauf der Story anbelangt, so können hier Parallelen zu „Sie tötete in Ekstase“ gezogen werden.

Was die Hauptdarsteller/innen anbelangt, so stechen Mabel Karr als Irma Zimmer und Estella Blain als Nadia besonders hervor. Gerade Mabel Karr die u.a. in Marchents „Todesmarsch der Bestien“ mitwirkte hat einen enorm guten Start. Charismatisch und diabolisch rauscht Mabel durch das Bild um mit einer Gemeinheit nach der anderen ihren Vater zu rächen. Estella Blain weiß mit ihrer Optik sehr gut zu gefallen und haucht durch unvorhersehbare Gewissensbisse der Figur Nadia weiteres Leben ein.

Howard Vernon hat als Doktor Vicas leider zu wenig Spielzeit, so dass man nicht viel über seine Leistung sagen kann. Die Rolle des Inspektors (Tanner) wird übrigens von Jess Franco persönlich präsentiert.

Fazit: Ein guter Film, der ein sympathisches Flair zu vermitteln weiß.

7/10

Für die DVD von Subkultur gibt es volle 10 Punkte. Diese bietet innerhalb der Franco-Filmographie u.a. 30 deutsche Trailer aus verschieden Franco-Filmen. Qualitativ (Bild und Ton) wird Doktor Z ebenfalls in einer sehr guten Umsetzung geboten.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 25.09.2012 18:13 
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Ich fand ja ganz schön, dass der junge Neurologe von dem Synchronsprecher von Sean Connery gesprochen wurde! :D


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 26.09.2012 09:12 
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Zwei Szenen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben:
1. Die Szene wo sich die "Killerin" auszieht und man ihren nackten Rücken bzw. sie von der Seite bewundern darf. Sehr erotisch!!
2. Die Szene im Zug, wo das Gesicht der "Killerin" zeitweise zur Hälfte von Schatten überlagert wird und man nur ihre ober Gesichtspartie und die Augen sieht. Sehr atmosphärisch und geheimnisvoll!!


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 26.09.2012 10:15 
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KualaLumpur hat geschrieben:
2. Die Szene im Zug, wo das Gesicht der "Killerin" zeitweise zur Hälfte von Schatten überlagert wird und man nur ihre ober Gesichtspartie und die Augen sieht. Sehr atmosphärisch und geheimnisvoll!!


Ich mag solche Einstellungen, da diese immer etwas Besonderes vermitteln. Hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 22.12.2012 11:05 
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Ich liebe diesen Film!

Er braucht sich nicht hinter AUGEN OHNE GESICHT oder DIE TEUFLISCHEN verstecken. Die Kamera fährt durch schier unendlich lange Gänge von überdimensional wirkenden Herrenhäusern, spiralförmige Treppen scheinen direkt in die Hölle zu führen, das extrem harte Filmmaterial, das damals verwendet wurde, lässt Schatten wie Messer das Bild zerschneiden, führt in hellen Bildteilen zu einer Überbelichtung, dafür ist das Schwarz richtig schwarz und verschwimmt nicht in irgendwelchen Grautönen. Der ganze Film wirkt wie ein Alptraum. Die hervorragende Musik unterstreicht noch den alptraumhaften Charakter des Films.

Und dann diese Mädels - unnahbar, teuflisch und doch so verlockend spielt Mabel Karr die Tochter des Z, Estella Blain in einem hautengen Nylonanzug (mich beschleicht das Gefühl, dass Nacktaufnahmen von ihr nicht möglich waren - seufz!), der jedes Muskelzucken erkennen lässt, ihre starr blickenden, großen Rehaugen, die extrem langen Fingernägel, Mann, wer da nicht sabbernd vor der Glotze sitzt! :D

Für mich 9/10 Punkten (Film), da das Drehbuch den filmisch hervorragenden Teilen nicht gewachsen ist, zu oft bleiben Ansätze im Dunkeln, ich habe bis heute nicht verstanden, wo und wie die Narben in Irmas Gesicht entstanden und wieder verschwinden konnten! Dies hat meines Erachtens mit der Story (auch hier: eine simple Rachestory) nichts zu tun. Woher wissen die Polizisten von dem zweiten Wohnsitz? Schwamm drüber, die Bilder, die Mädels und die Musik decken die Drehbuchschwächen locker zu und es bleibt ein sehr unterhaltsamer Film, den man gerne wiedersieht!

Die Veröffentlichung von Subkultur ist natürlich wieder mal allererste Sahne, an der es auch wirklich nichts zu bemängeln gibt: Es liegen nicht nur die deutsche und die französische Schnittfassung vor, es gibt einen Audiokommentar von Tim Lucas, Man kann sich an Franco-Trailern erfreuen, das Bildmaterial ist behutsam bearbeitet worden, der Ton rauscht nicht, die Sprecher sind klar zu verstehen, ein 8-seitiges Booklet erläutert den entstehungsprozess des Films, ...


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 22.12.2012 11:14 
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Aus meiner Sicht ist dieser Film einer der Kandidaten für die Auszeichnung: Beste Veröffentlichung 2012.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 22.12.2012 12:22 
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Sergio Paydes hat geschrieben:
ich habe bis heute nicht verstanden, wo und wie die Narben in Irmas Gesicht entstanden und wieder verschwinden konnten!


Nachdem sie das Auto angezündet hat, versucht sie noch etwas rauszuholen (ich weiß aber nicht mehr was) und verbrennt sich dabei das Gesicht. Später operiert sie sich selbst; es bleibt nur eine sichtbare leichte Veränderung der Haut.


Alles andere als realistisch, aber immerhin eine Erklärung.

Für mich einer der besten Filme Francos, was zu einem großen Teil sicher auch der bestechenden Kameraführung von Alejandro Ulloa zu verdanken ist. Sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 22.12.2012 18:08 
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Sie löst die Handbremse!

Aber hätte ihre Kleidung nicht auch Schaden nehmen müssen? Woher kam die Haut für die Transplantation????


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 22.12.2012 18:15 
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Das weiß ich auch nicht.

Eine spontane These:
Natürlich ist die richtige Haut unter dem Narben-Make-up. Sie braucht letzteres nur zu entfernen. Kannste auch selber machen. Sprich, der Film entlarvt die selbstkreierten Illusionen. Ein mutiger künstlerischer Schritt.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 22.12.2012 20:31 
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sid.vicious hat geschrieben:
Aus meiner Sicht ist dieser Film einer der Kandidaten für die Auszeichnung: Beste Veröffentlichung 2012.


DAFÜR!

Und generell auch dafür, die kleinen Anbieter mit einem Award auszuzeichnen. Das widerfährt auch den "Großen" und die geben sich oftmals nicht soviel Mühe wie die kleinen.

Evtl. stärkt ein Award auch die betriebsinterne Motivation für weiteres Engagement.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 18.01.2014 02:02 
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DAS GEHEIMNIS DES DR. Z / LE DIABOLIQUE DOCTEUR Z / MISS MUERTE (1966)

mit Estella Blain, Mabel Karr, Howard Vernon, Fernando Montes, Cris Huerta, Marcelo Arroita und Guy Mairesse
eine französisch-spanische Co-Produktion der Speva Films-Ciné Alliance | Hesperia Films | im Inter Verleih
ein Film von Jess Franco


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»Was ich auch verlange, du wirst dich meinen Befehlen fügen!«


Der geniale Wissenschaftler Doktor Zarowski (Antonio Jiménez Escribano) hat in jahrelanger Arbeit eine gefährliche Technik entwickelt. In Umkehrreaktionen kann er operativ Einfluss auf den menschlichen Charakter vornehmen, und diese nach seinem Willen funktionieren und handeln lassen. Als er versucht, diese Entdeckung auf dem Kongress der Neurologen vorzustellen, stempelt man ihn mit Empörung als Scharlatan ab. Daraufhin erleidet der bereits in die Jahre gekommene Wissenschaftler vor Aufregung einen tödlichen Herzinfarkt. Seine Tochter Irma (Mabel Karr) schwört beim Tode ihres Vaters Rache an den Verantwortlichen zu nehmen, und seine Arbeit mit allen erdenklichen Mitteln fortzuführen. In der schönen Nachtclub-Tänzerin Nadia (Estella Blain) findet sie das geeignete Instrument zur Durchführung des teuflischen Vermächtnisses des Doktor Z. So lässt der erste Mord nicht lange auf sich warten...

Dieser von Jess Franco inszenierte Schwarz/Weiß-Film aus dem Jahre 1966 stellt sich - vergleichsweise - bereits nach wenigen Minuten als erstaunliche Überraschung heraus. Eine alte Festung, Unwetter, Blitze und Donner, dunkle Katakomben, Gittertüren und der Ausbruch eines zum Tode verurteilten Psychopathen und Sadisten aus diesem Gefängnis, diese Sequenz macht schon sehr aufmerksam und man kann gespannt auf den weiteren Verlauf sein. Hier wird sehr deutlich, dass der spanische Regisseur durchaus ein gutes Gespür für Atmosphäre und solide Inszenierungen hatte, was im Laufe der Jahre allerdings zugunsten seiner Dutzendware weniger zum Vorschein kommen sollte. Die Geschichte des mad scientist dient in "Das Geheimnis des Dr. Z" eher als Einführung für eine Geschichte, die dann streckenweise wieder sehr typisch für ihn wirkt und mich deutlich an das Konzept von "Sie tötete in Ekstase" erinnerte, allerdings nur weitläufig. Hier bekommt man es dann doch schon eher mit einer Art Gruselkrimi zu tun, der einen guten Unterhaltungswert garantiert. Seine Hauptdarstellerinnen demonstrieren hier schon einmal leise Jess Francos Vorlieben, wenn auch nicht im exponiertesten Sinne. Gezügelt und Schwarz/Weiß, das war auch mir neu!


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Ein weiteres Novum fällt bei den Darstellern auf, da man es hier, außer mit Howard Vernon, noch nicht mit der üblichen Jess Franco Stammbesetzung zu tun bekommt, was sonst ja stets für eine gewisse Verlässlichkeit sorgte, hier aber auch eine gelungene Abwechslung darstellt. Die attraktive Mabel Karr erscheint zunächst unscheinbar in ihrer Rolle der Tochter des Doktors. Irma steht in vollkommener Verpflichtung und Abhängigkeit zu ihrem Vater, und selbst der Tod kann diese Situation kaum ändern. Die argentinische Schauspielerin (und damals Ehefrau von Fernando Rey) transportiert dem Zuschauer sehr glaubhaft eine teuflische Metamorphose, so dass sie in der Wahl ihrer Mittel nicht kleinlich sein wird. Mit Hilfe der Erfindung ihres Vaters, zwingt sie ihre Opfer dazu, sich ihrem Willen zu beugen. Eiskalt und unerbittlich agiert diese Frau, die ebenso nur ein Werkzeug des "Doktor Z" darstellt, wenn man auch ihre Motivation insgesamt kaum nachvollziehen kann. Estella Blain (die sich vor über dreißig Jahren das Leben nahm) ist in der Titelrolle der "Miss Muerte" zu sehen. Die französische Schauspielerin glänzt in der Rolle des willenlosen Werkzeuges. Um zu Gehorchen und um die tödlichen Befehle der Erbin des "Dr. Z" auszuführen, wurde sie mit einer Art Akkupunkturgerät bearbeitet, welches eine Gehirnwäsche vornehmen kann. Sie soll nun die Schuldigen, die angeblich für den Tod des Wissenschaftlers verantwortlich sind, verführen und anschließend mit Hilfe ihrer langen, vergifteten Fingernägel töten. Wie gut, dass die vor kurzem noch erotische Tänzerin die passenden Voraussetzungen in Form guten Aussehens für diese Taten mitbringt. Die schöne Estella Blain versprüht hier unheimlich viel Verve und es ist ein Genuss ihr dabei zuzusehen, wie sie versucht ihre Männer in die tödlichen Krallen zu bekommen. Estella Blain und Mabel Karr in stellen sich als wirklich hochinteressantes und vielversprechendes Duo heraus, das die anderen Darsteller zwar gnadenlos in die zweite oder Dritte Reihe abdrängt, aber eben ohne Durchhänger funktioniert und richtig Spaß macht.

Beim Anschauen kam mir der Gedanke, dass dieser Film (mit kleinen Abstrichen) etwa ganz gut in die "Doktor Mabuse"-Reihe gepasst hätte. Das Werkzeug zum Erlangen der Weltherrschaft ist mit dieser Maschine ja vorhanden, die Thematik muss im Gesamtverlauf allerdings den Großthema Rache weichen. Jess Francos Beitrag stellt sich insgesamt als sehr gelungen heraus, vor allem fällt die extravagante Bildgestaltung auf, die mit teils unheimlicher, beunruhigender Musik angereichert wurde. Natürlich werden einige Ideen veranschaulicht, die vor Unwahrscheinlichkeit nur so strotzen, aber die dichte Atmosphäre zieht sich tatsächlich wie ein roter Faden durch diese Angelegenheit. Viele typische Inhalte, die man aus späteren Filmen des Regisseurs zu Genüge kennt, fanden schon hier Verwendung, so beispielsweise die Tänzerin mit erotischer Darbietung, starke Frauen im Vordergrund, typische Kamerafahrten/Kameraperspektiven und ausgiebige Aufnahmen der Landschaft, sowie ein paar Logikfehler. Beachtenswert ist bei diesem Streifen die exzellente Synchronarbeit für die deutsche Version, auch die Dialoge sind insgesamt ganz gut ausgefallen. "Miss Muerte" offeriert viele gelungene Passagen und spannende Szenen, so dass ein paar sich hinziehende Teile gar nicht so unangenehm auffallen. Ich muss schon sagen, dass das Ganze ein wirklich ordentlicher Film geworden ist, der unterhaltsam und geradlinig seinen Lauf bis zu einem vorhersehbaren aber nicht uninteressanten Ende nimmt. Selbst für Franco-Skeptiker besteht hier nicht die große Gefahr des innerlichen und tatsächlichen Abschaltens. Die Eigenwerbung: »Ein Gruselschocker für starke Nerven«, darf man allerdings schon eher relativ sehen, denn Nerven aus Drahtseilen braucht es bei "Das Geheimnis des Dr. Z" sicherlich nicht. Mich hat dieser ausgereift wirkende Franco richtig begeistert!


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GEHEIMNIS DES DOKTOR Z - Jess Franco
BeitragVerfasst: 09.02.2014 22:20 
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Noch einmal ein schwarz-weißer Franco, und auch hier gelingt es Onkel Jess gut, mit der schwarz-weiß-Fotografie umzugehen. Inhaltlich wird die Figur des Dr. Orloff (zumindest am Rande) und auch der Handlungsort Hartog wieder aufgenommen und in die Gegenwart transferiert und mit etwas Frankenstein und Edgar Wallace vermischt, hinzugefügt die Rache der Hinterbliebenen an den Mitgliedern der angeblich zurückgebliebenen Ärztekammer, die ein paar Jahre später in "Sie tötete in Ekstase" wieder auftauchte. So viel Nacktheit gibt es hier nicht, aber ein paar Erotikpunkte für die "Spinnenfrau" Estella Blain sind schon drin. Und außerdem haben beide Werke gemein, dass Howard Vernon das erste Racheopfer wird. Jess selbst gibt uns diesmal den Inspektor Tanner. Und unter uns PASTOREntöchtern gesagt, den 1972er Giallo "Sette Scialli di seta gialla" hätte es ohne Dr. Z wohl auch nicht gegeben. Von der optischen Umsetzung gut gelungen, hat Dr. Z allerdings das Problem, zwischen den Stühlen zu sitzen, und das bekommt ihm leider nicht so richtig. Aus heutiger Sicht eine unschöne Assoziation erzeugt die anfängliche Szene, in der Dr. Z mitsamt Rollstuhl eine Treppe hochgetragen wird, um den Konferenzsaal zu erreichen, denn da musste ich an meine Begegnung mit dem im Rollstuhl sitzenden Franco vor anderthalb Jahren denken.


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