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 Betreff des Beitrags: DAS TESTAMENT DES DR. CORDELIER - Jean Renoir
BeitragVerfasst: 08.10.2013 00:08 
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Das Testament des Dr. Cordelier
(OT: Le Testament du Docteur Cordelier)
(AT: Il Testamento del Mostro)


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Frankreich 1959

Regie: Jean Renoir
Darsteller: Jean-Louis Barrault, Teddy Bilis, Michel Vitold
Musik: Joseph Kosma


Inhalt:

Der angesehene Psychologe Dr. Cordelier hat sich aus seiner Praxis zurückgezogen um sich vollends seinen privaten Forschungen zu widmen. Er ist überzeugt, ein Serum entwickeln zu können, mit welchem es möglich ist, die Seele eines Menschen „freizulegen“ um sie auf diesem Wege von negativen Eigenschaften, wie etwa Bösem befreien bzw. allgemein eine verkommene Seele heilen zu können. Zu diesen Forschungen hat er sich in sein Anwesen zurückgezogen und von seinen Mitmenschen abgeschottet. Lediglich mit seinem langjährigen Freund und Nachbarn, dem Notar Joly hält er Kontakt.
Zur Verwunderung Jolys übergibt Dr. Cordelier ihm ein neu gefasstes Testament zur Verwahrung, welches einen Joly völlig Unbekannten als neuen Universalerben vorsieht. Herrn Opale.
Einige Tage später wird direkt vor Jolys Haus ein kleines Mädchen von einem zwielichtigen Kerl zunächst bedrängt, dann angegriffen und schließlich beinahe getötet. Joly wird darauf aufmerksam und eilt der Kleinen zu Hilfe. Der Täter lässt von seinem Opfer ab und flüchtet. Joly verfolgt ihn, bis der Fremde im Nebentrakt von Dr. Cordeliers Anwesen, zu welchem er einen Schlüssel bei sich trägt, verschwinden kann.
Überrascht von diesem Erlebnis versucht Joly seinen alten Freund zur Rede zu stellen. Dr. Cordelier ist allerdings nicht zuhause. Sein Butler erklärt ihm, dass der einzige Schlüssel zur besagten Tür einer Versuchsperson von Dr. Cordelier anvertraut wurde. Herrn Opale.
Geschockt von der Erkenntnis, dass es sich bei dem Kinderschänder um den Begünstigten aus dem Testament handelt, versucht der Notar auf Dr. Cordelier einzuwirken sein Testament zu ändern. Dieser lehnt jedoch ab und erklärt, dass Opale unwahrscheinlich wichtig für seine Forschung ist, da er als einziger bereit sei, sich für die Experimente zur Verfügung zu stellen. Die Forschung sei nahezu abgeschlossen.
Wie sich zeigen wird, hat Dr. Cordelier dabei jedoch eine dunkle Entdeckung gemacht.


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Bewertung:

Das Testament der Dr. Cordelier ist ein sehr gelungener und atmosphärischer Film um eine klassische Geschichte (mehr soll hier nicht verraten werden), welche sehr eigenständig daher kommt und darauf verzichtet bereits im Titel die Handlung zu verraten. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam und führt den Zuschauer nach und nach auf die richtige Fährte. Neben der eigentlichen Auflösung bestehen die letzten 30 Minuten aus mehreren Detailauflösungen.
Diese ausführliche Aufschlüsselung in Verbindung mit der insgesamt ruhigen Erzählweise lässt den Film gefühlsmäßig recht lang – nicht aber langweilig – erscheinen, weshalb „Das Testament des Dr. Cordelier“ sicher nicht als letzter Film des Tages zu empfehlen ist.

Schauspielerisch ist insbesondere die Rolle des Opale hervorzuheben. Die Rolle (wie auch die deutsche Stimme) passen perfekt zur Figur. Schlaksige Bewegungen (die an eine gummiknochige Version des Gehilfen aus „Frankenstein“ erinnern) im Wechsel mit leichten, springenden, trippelnden Passagen (die an Rotkäppchen erinnern) im Zusammenspiel mit einer schrägen, nuschelnden Stimme (wie Heath Ledger in „The Dark Knight“) ergeben eine herrlich skurrile Figur.

Positiv hervorzuheben ist auch die musikalische Untermalung, die den Film durchgängig deutlich unterstützt und insbesondere Szenen mit Opale (obwohl dabei sogar sehr simpel aufgebaut) deutlich trägt.

Alles in allem ist das Testament des Dr. Cordelier ein überaus gelungener Film, der Freunden ähnlich gelagerter Filme absolut zu empfehlen ist – allerdings mit der Warnung, dass er teilweise (selbst für damalige Sehgewohnheiten) sehr langsam erzählt wird.


In Deutschland wurde der Film in Kooperation von Anolis und e-m-s auf DVD veröffentlicht. Bild und Ton sind meines Erachtens sehr gut. Die Scheibe ist nicht mehr ganz einfach zu bekommen. Alle paar Wochen tauchte zuletzt jedoch ein Exemplar bei Ebay auf (Preis ca. zwischen 15,- und 25,-).
Bei YouTube scheint zudem die französische Version vollständig zu finden zu sein (wobei ich die deutsche Synchro auf jeden Fall empfehlen würde).


In Punkten eine 7,5/10


P.S.: An dieser Stelle auch nochmal besten Dank an chakunah_2072 für die Anleitung zum Erstellen der Screenshots.


Hier noch ein Zusammenschnitt, der die Musik und die Figur des Opale gut einfängt

youtu.be Video From : youtu.be


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS TESTAMENT DES DR. CORDELIER - Jean Renoir
BeitragVerfasst: 12.10.2013 13:27 
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Habe den vor Jahrzehnten mal gesehen und fand ihn genial.
Nach all der langen Zeit kann ich mich immer noch sehr gut an die Szene erinnern, wo Opale dem Typen einfach die Krücke wegtritt.
Und den Namen Opale habe ich auch nie vergessen.
Muß ich unbedingt nochmal sehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS TESTAMENT DES DR. CORDELIER - Jean Renoir
BeitragVerfasst: 14.10.2013 12:49 
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Falls jemand Interesse an der ems DVD hat kann er sich gerne bei mir per PN melden...

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Dieser User kann die nächsten Hammer Mediabooks von Anolis kaum erwarten! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS TESTAMENT DES DR. CORDELIER - Jean Renoir
BeitragVerfasst: 12.11.2013 13:05 
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Ich liebe diesen Film. Habe den als 11- oder 12jähriger gesehen und mich noch Wochen später zu Tode gegruselt. Ich glaube sogar, wegen dieses Films habe ich angefangen, mich überhaupt für Thriller und Horror zu interessieren. Ist bei mir auf ewig in der Top 20 meiner Lieblingsfilme. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS TESTAMENT DES DR. CORDELIER - Jean Renoir
BeitragVerfasst: 12.11.2013 14:38 
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Ich war ungefähr genauso alt, als der in der ARD lief (ca. 1970). - Gerade als Opale das kleine Mädchen traktiert hat, kam meine Mutter rein und hat entsetzt den Fernseher ausgemacht. :kez_13_menno:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS TESTAMENT DES DR. CORDELIER - Jean Renoir
BeitragVerfasst: 12.11.2013 16:05 
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;)
Das hätte meine Mutter auch mal besser getan, ich habe mich dann so gegruselt, dass ich nicht mehr mit dem Rad zur Schule wollte, weil ich überall Monsieur Opale vermutet habe.

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