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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DEATH SHOCK - Steve Perry & Frank Thring
BeitragVerfasst: 11.06.2016 12:42 
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Death Shock
Großbritannien 1981 - Directed by Steve Perry & Frank Thring
Starring: Linzi Drew, Frank Thring...


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Ein Film, der mit Schafen beginnt, die auf einer Wiese dinieren und fröhlich "Mäh!" rufen, kann nicht schlecht sein, oder? Wenn dann auch noch eine hübsche Frau heranradelt, die knappe gelbe Sachen trägt, welche eher als Reizwäsche denn als Freizeitbekleidung durchgehen, dann ist man(n) sowieso kurz davor, freudig erregt aufzuspringen und spontan Beifall zu klatschen. Die junge Dame in Gelb steigt vom Fahrrad und geht in den Wald. Vermutlich hat sie die unheimlichen Gesänge vernommen, die leise an unsere Ohren getragen werden. Wenn man als unbedarfter Zuschauer diesen ominösen Männerchor singen hört, denkt man sogleich an eine Schwarze Messe, die es um jeden Preis zu vermeiden gilt. Was sich die holde Maid denkt? Man weiß es nicht. Jedenfalls stapft sie entschlossen durch den Wald, bis sie die nackten, um einen Altar versammelten Männer endlich gefunden hat. Dann guckt sie geschockt und sucht entsetzt das Weite. Auf der Tonspur erklingt plötzlich Modest Mussorgskys Night on Bare Mountain, ein klassisches Musikstück, das wenige Jahre später auch Toxies Auftritte in Tromas The Toxic Avenger ankündigen wird. Die Frau flieht panisch, aber das Pech klebt an ihren Fersen. Erst gibt der treue Drahtesel w.o., dann ignoriert der Fahrer eines vorbeifahrenden Autos ihr hektisches Winken, und schließlich fällt die Arme auch noch in einen Swimming Pool! Als sie diesen klatschnaß verläßt, wird sie von den Satanisten bereits erwartet.

Die Satanisten tun dann, was Satanisten halt so tun. Sie verschleppen die Frau, legen sie auf einen Altar, reißen ihr die Kleider vom Leib und halten den nackten, zappelnden Körper fest. Ein Messer wird langsam aus einer Scheide gezogen, eine Hand hebt die scharfe Klinge hoch, um den tödlichen Stoß auszuführen, mein Gott ist das spannend! Naja, nicht wirklich, aber egal. Die Klinge saust jedenfalls herab, das Gesicht der Frau verzerrt sich vor Schmerz, ein schriller Todesschrei entkommt ihrem weit geöffneten Mund, das Bild kehrt sich ins Negativ und wird eingefroren, und dann erscheint er, endlich. Nein, nicht Satan, sondern der Titel dieses Filmes, Death Shock. Wow, was für ein vielversprechender Beginn für einen Horrorschocker! Sollte ich etwa auf einen obskuren Kracher gestoßen sein, der das Zeug zum Kultklassiker hat? Tatsächlich hätte Death Shock durchaus das Zeug zum Kultklassiker gehabt, wenn, ja, wenn er nach diesem fulminanten Auftakt nicht die falsche Abzweigung genommen hätte. Anstatt weiter die Horrorschockerstraße entlang zu brettern, reißen die Herren Lindsay Honey (= Steve Perry) und Bill Wright (= Frank Thring) das Steuer nach rechts und biegen in den Softsexweg ein. Es wird Liebe gemacht, in allerlei Konstellationen und Variationen und Positionen. Zu zweit, zu dritt, zu viert, Männlein & Weiblein, Weiblein & Weiblein, Missionarsstellung, Doggie, Hottehü, es rappelt gehörig in der Kiste.

Das viele Gefummel und Gelecke und Gebumse wird damit begründet, daß der hinterlistige Gastgeber Mr. Blackley den jungen Leuten eine fiese Droge (die sogenannte Spanish Fly) untergejubelt hat. Als ob das naturgeile Volk das nötig gehabt hätte. Moment! Gastgeber? Junge Leute? Oh weh, jetzt habe ich leider den Handlungsaufbau übersprungen, sorry. Also, eine Handvoll Teenager oder Twens macht eine Spritztour ins ländliche Norwich. Sie machen eine Pause, um sich im und um das Auto herum zu vergnügen. Als sie weiterfahren, verreckt ihnen die Karre. Ein netter Vikar kutschiert sie zu einem Landhaus, wo sie zum Abendessen eingeladen werden und die Nacht verbringen dürfen. So, damit wäre dem komplexen Plot genüge getan. So unwahrscheinlich sich das auch anhören mag, aber ein Fräulein der fidelen Gruppe - sie hört auf den Namen Susan - ist noch unberührt. Und sie ziert sich auch diese Nacht; Kuscheln, Fummeln und Lecken ist okay, aber das Türchen in ihr Inneres bleibt verschlossen. Hätte sie gewußt, was ihr deshalb blüht, hätte sie die Beine bestimmt in Rekordzeit breit gemacht. So aber wehrt sie den Dildo, mit dem ihre Gespielin Eingang in Susans heißen Schoß fordert, vehement ab, und als diese ihr "Nein" nicht akzeptieren will, zieht sie verärgert von dannen. Und fällt prompt zwei Hobbysatanisten in die Hände, die ihr Glück kaum fassen können und die Gunst der Stunde zu nützen gedenken. Schließlich ist diese Nacht eine gute Nacht, um mit Hilfe einer Jungfrau Satan höchstselbst in unsere Welt zu lotsen.

"Astonishingly awful" befand David Flint seinerzeit in der sechsten Ausgabe des legendären britischen Kultmagazins Flesh & Blood (FAB Press, 1996, Seite 17), und damit hat er gewiß nicht ganz Unrecht. Allerdings bin ich der Meinung, daß man diesen mit viel T & A gespickten, etwa fünftausend Pfund teuren Streifen nicht nach qualitativen Maßstäben beurteilen sollte. Erstens ist Death Shock mit seiner guten Dreiviertelstunde Laufzeit gar kein richtiger Film, und zweitens ist das Machwerk bestimmt nicht ernst gemeint, davon bin ich felsenfest überzeugt. Vielmehr ist das Filmchen eine ausgelassene Übung, eine saftige Portion Exploitation auf Zelluloid zu bannen. Oder, besser formuliert, Sexploitation, ist Death Shock in erster Linie doch ein billiger Softsexstreifen mit ein paar wenigen Horrorelementen. Wobei die Bezeichnung "soft" lediglich bedeutet, daß es zu keiner Penetration sondern nur zu simuliertem Sex kommt. Die Grenze Richtung Hardcore wird jedoch genüßlich ausgelotet; so bekommt man nicht nur einen schlaffen Lümmel und (stark behaarte) Muschis zu sehen, sondern werden die durch den Busch lugenden Schamlippen manchmal auch ausgiebig gerubbelt. Insofern verwundert es nicht, daß die Macher dieses Filmes später im Hardcoregenre ihr Zuhause fanden. Steve Perry gab z. B. Ben Dover in zahlreichen Pornos der Ben Dover Productions (Ben Dover's Lewd in Liverpool), und Frank Thring machte sich als Regisseur von Filmen der Private Media Group (Virgin Treasures 1 & 2, The Private Life of Silvia Saint u. v. w.) einen Namen.

Mit Ausnahme von Frank Thring und Penthouse Pet Linzi Drew (An American Werewolf in London) agieren hier gänzlich Unbekannte vor der Kamera, die weder im Vor- noch im Abspann Erwähnung finden. Frau Drew gibt das lüsterne Hausmädchen, das in einer schönen Szene ohne Vorwarnung die Titten auspackt und einen der Gäste fragt: "Do you like my boobies?" Ich bin sicher, das tut er, denn sie hat schöne Boobies. Schöne, große, geile Boobies, die man am liebsten mit Öl einreiben und endlos lange kneten möchte, so wie es der Glückspilz von Hausherr auch tut. Die Schauspielerinnen sind allesamt keine ausgesprochenen Schönheiten, sind aber irgendwie sexy und recht appetitlich. Erwähnenswert ist noch der Butler, ein debiler Perversling (bestimmt ein Cousin zweiten Grades von Olaf, dem "Sinful Dwarf"), der eine der Gäste zum Oralsex nötigen will. Dabei stellt er sich eher ungeschickt an, bekommt eine Flasche über die Rübe gezogen und sein bestes Stück mit einem Lockenstab verbrannt. Die Schwarzen Messen sind annehmbar inszeniert, wobei die ruppige Horrorstimmung stark an die 1970er-Jahre erinnert und der Blutfluß minimal und kaum der Rede wert ist, sieht man mal von dem Moment ab, in dem Blut über die Brüste einer Frau gespritzt wird (lange Zeit ein absolutes No-Go für das BBFC). Am Ende wird vollmundig ein Sequel angekündigt, das allerdings nie gemacht wurde. Das ist schade, denn ich mag Death Shock. Er hat einen kauzigen Charme, einen sonderbaren Sinn für Humor und ein angenehmes, sehr sympathisches Brit-Flair. Kurzum: Ein kleines Guilty Pleasure für nimmermüde Eurocult-Obskuritätenjäger.

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