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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DIE GESCHÄNDETE ROSE / HORROR-MASKE - Claude Mulot
BeitragVerfasst: 14.02.2010 20:41 
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Angesichts des Lilliputaners bei den Reeperbahn-Schwedinnen war auch dieser Franzosen-Film mal wieder fällig.

Frederic Lansac ist einerseits ein bekannter Maler, daneben ist er einer der Inhaber eines botanischen Instituts. Seine Freundin Moira (Elisabeth Teissier) ist eine Society-Schickse, während er mit der High Society nicht wirklich etwas anfangen kann. Eines Tages trifft er Ann und ist es ist um ihn geschehen: Liebe auf den ersten Blick!

Zusammen plant man die Hochzeit und verkrümelt sich auf das alte, ziemlich heruntergekommene Familienschloss der Lansacs, das lange Zeit sich selbst überlassen war und nur von Igor und Olaf, zwei stummen Liliputanern, die die Dienerschaft darstellen, bewohnt wurde.

Während der Hochzeitsvorbereitungen taucht Moira im Schloss auf, es kommt zu einer Auseinandersetzung mit Ann, in der letztere in brennendes Feuer gerät. Sie überlebt zwar, ist aber gräßlich entstellt, zieht sich aus der Öffentlichkeit komplett zurück und wird gar offiziell für tot erklärt.

Da Frederic aufgrund Abwesenheit seines Partners um das botanische Institut kümmern muss, engagiert er Agnes als Krankenschwester und Pflegerin für Ann, doch die kann Agnes' Schönheit nicht ertragen. Und als Ann mitbekommt, dass Frederic Agnes ins Bettchen nachgestiegen ist, ist für Agnes das Leben schnell beendet.

Im Institut hat Frederic unterdessen einen Prof. Rohmer (Howard Vernon) eingestellt, der sich bald als ehemaliger Gesichtschirurg entpuppt, dem nach einem Todesfall (der ihn in den Knast brachte) die Approbation entzogen wurde und der nun illegal flüchtigen Verbrechern neue Gesichter verpasst. Mit der Drohung, ihn für dieses Tun bei der Polizei anzuzeigen, nötigt Frederic ihn, seine Fähigkeiten dazu zu verwenden, Ann wieder zu einer Schönheit zu machen. Dazu freilich wird ein schönes Gesicht einer noch (!) lebenden Frau benötigt, da passt es gut, dass just Agnes' Schwester auf der Suche nach ihrer Blutsverwandten im Schloß aufgeschlagen ist...

Doch Prof. Rohmer bekommt Gewissensbisse und enzieht sich der Situation durch Suizid, worauf Ann erst richtig durchdreht. Aber Igor und Olaf haben absolut keinen Bock mehr, noch länger die Fußabtreter von Ann darzustellen...


Tja, Georges Franju meets gothic horror in einem verfallenden Schloß, dessen Pittoreskität von Jean Rollin stammen könnte. Claude Mulot zeigt uns die entstellte Ann lange Zeit nicht, sondern setzt nach dem Brand vielmehr häufig die subjektive Kamera ein, um die Szenen aus Anns Sicht darzustellen. Nur einmal gibt es wirklich einen vollständigen Blick auf die Entstellte zu sehen, garniert mit einem geschockten Schrei...

Die deutsche VHS von Sunrise Video ist sehr holprig und wahrlich kein Rausch der Farben, den Film kann man sich aber gerne mal anschauen.

Elisabeth Teissier mögen ältere Forianer vielleicht aus dem Samstagabendprogramm der ARD Anfang der 80er kennen, wo sie mit Hotte Buchholz die "Astro-Show" präsentierte. Mutmaßlich war sie dabei wohl aber nicht nackt...
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 Betreff des Beitrags: Geschändete Rose, Die - Claude Mulot
BeitragVerfasst: 24.09.2012 08:37 
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Originaltitel:Rose écorchée. La
Alternativtitel:Blood Rose, The; Blutige Schloß der lebenden Leichen, Das
Herstellungsland:Frankreich
Erscheinungsjahr:1969
Regie:Claude Mulot
Darsteller:Philippe Lemaire, Anny Duperey, Howard Vernon, Elizabeth Teissier, Valérie Boisgel, Gérard-Antoine Huart, Johnny Cacao, Jean-Pierre Honoré, Jacques Seiler, Michel Charrel,Véronique Verlhac

Label:X-Rated
Erscheinungsart:DVD (div. gr./kl. Hartboxen, Mediabook)
Freigabe: ungeprüft
Fassung indiziert? Nein
Laufzeit: 90:17 Min. (88:42 Min. o. A.)*

Inhalt:
ofdb hat geschrieben:
Frederic Lousac ein bekannter Maler verliebt sich in sein bildschönes Modell Ann und heiratet sie. Seine ehemalige Geliebte sinnt auf Rache. Bei einem Handgemenge zwischen den Rivalinnen stürzt Ann in ein Feuer und ihr Gesicht verbrennt zu einer gräßlichen Horror-Maske.
Steht eine rätselhafte Mordserie in Verbindung mit den Ereignissen auf dem Landsitz der Lousac’s?

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 Betreff des Beitrags: Re: HORROR-MASKE - Claude Mulot
BeitragVerfasst: 24.09.2012 15:50 
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Zusammengeführt...

BTW

Toller Film!
Habe ich letztens auf Großer Leinwand bewundern können und dürfen. Der wusste durchaus zu gefallen und hatte irgendwie einen netten Charm.

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"Ein Tittchen hier, ein Fötzchen da, und die Welt sähe wieder rosiger aus." anti
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 Betreff des Beitrags: Re: HORROR-MASKE - Claude Mulot
BeitragVerfasst: 24.09.2012 18:29 
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TRAXX hat geschrieben:
Zusammengeführt...

BTW

Toller Film!
Habe ich letztens auf Großer Leinwand bewundern können und dürfen. Der wusste durchaus zu gefallen und hatte irgendwie einen netten Charm.


Danke dir Traxx. Leider habe ich den bestehenden Post nicht gefunden. Dann hätte ich mir meinen erspart.

Hab den Film gerade zuende gesehenen. Hab mich gut unterhalten gefühlt. Die VÖ ist aber eher indifferent. Bild gut/Sound murks.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE GESCHÄNDETE ROSE / HORROR-MASKE - Claude Mulot
BeitragVerfasst: 27.09.2012 19:54 
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Alternativer Titel: Das blutige Schloß der lebenden Leichen
Produktionsland: Frankreich
Produktion: Edgar Oppenheimer
Erscheinungsjahr: 1970
Regie: Claude Mulot
Drehbuch: Claude Mulot, Jean Larriaga, Edgar Oppenheimer
Kamera: Roger Fellous
Schnitt: Monique Kirsanoff
Musik: Jean-Pierre Dorsay
Länge: ca. 91 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Philippe Lemaire, Anny Duperey, Howard Vernon, Elizabeth Teissier, Valérie Boisgel, Gérard-Antoine Huart, Johnny Cacao, Jean-Pierre Honoré, Jacques Seiler, Michel Charrel, Véronique Verlhac, Roberto


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Der Maler Frederic Lousac verliebt sich in sein Modell Ann, so dass es zur Heirat kommt. Lousacs ehemalige Geliebte Moira ist außer sich vor Eifersucht und bei einem Handgemenge mit Ann, stürzt Ann ins Feuer und ihr Gesicht ist entstellt.

Der Start des Films lässt erst einmal Fragen aufkommen in welchem Jahrzehnt dieser spielt. Die Außenaufnahmen innerhalb einer Stadt und die dort gespielte Musik lassen auf die Mitte der 60er Jahre schließen. Die Innenaufnahmen im Schloss jedoch auf das damals vorherige Jahrhundert. Allerdings lässt sich dieses schnell anhand der Kostümierungen aufklären. Frederic und Ann führen ein romantisches Leben in dem sie sich dem Stil der Vergangenheit hingeben.

Der Film bietet zu Beginn viele Rückblenden, so dass man einen Eindruck von Anns Schicksal bekommt. Das zentrale Thema: der Unfall und die Veränderung der Lebensgewohnheiten und vor allem die Veränderung des Egos. Ann ist von Hass gezeichnet und Frederic immer bestrebt sein Selbstmitleid zu zeigen.

Viele Bilder werden aus Anns Sichtweise gezeigt. Ein verschwommenes Gesamtbild in dem sie nicht mehr Herr ihrer Sinne ist und den Hass auf die Schönheit triumphieren lässt. Dabei kann bei dem ein oder anderen Zuschauer so etwas wie Langatmigkeit aufkommen. Es ist allerdings auch nicht allzu einfach in Claude Mulots Welt anzukommen. Dazu wird schon eine Menge Einfühlvermögen benötigt. Wer diesem mächtig ist, der wird in eine sehr depressive Welt gelangen. Eine Welt in der es kein Leben gibt, sondern den Hass gepaart mit der Hoffnung aus einem Mord, Nutzen für das eigene Wohlbefinden zu ziehen.

Mulot orientiert sich in seinem Film sehr an Georges Franjus „Augen ohne Gesicht“, natürlich ohne dessen Klasse und Atmosphäre zu erreichen. Allerdings sei auch gesagt, dass sich Mulot erfolgreich der klassischen Elemente bedient. Sympathische Schlosskulissen, Nebel und Gewitter bei den Außenaufnahmen, Dunkelheit innerhalb der Räumlichkeiten und die Frau mit dem Kerzenleuchter auf dem Weg durch die scheinbar nicht enden wollenden Schlossflure. An der Kameraarbeit gibt es innerhalb der „geschändeten Rose“ absolut Nichts zu bemängeln.

In schauspielerischer Hinsicht kann sich keiner der Darsteller/innen hervorheben. Jeder macht einen ordentlichen Job. Die Astrologin Elisabeth Teissier hat allerdings einer eher kurzen Auftritt. Howard Vernon liefert das ab, was man von ihm erwartet.

Fazit: Ein recht depressiver Film, der durchaus einen gewissen Reiz ausüben kann.

7/10

Bildtechnisch ist die X-rated DVD sehr gut, der deutsche Ton lässt allerdings Einiges zu wünschen übrig.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE GESCHÄNDETE ROSE / HORROR-MASKE - Claude Mulot
BeitragVerfasst: 09.07.2015 22:40 
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Nun endlich mal die deutsche DVD gesehen, womit sich bestätigt, dass die deutsche VHS doch um einige Szenen erleichtert wurde. Der deutsche Ton ist nicht so pralle, bei den früher fehlenden Szenen wurde auf englischen Ton zurückgegriffen, obwohl es sich doch um einen französischen Film handelt. :? Einmal fehlen zum englischen Ton dann auch ganz kurz die Untertitel. Anyway, gegenüber dem Tape ging es einen gewaltigen Schritt für die Menschheit voran.

Allerdings sollte man auch diesen Film, auch wenn heute ein ziemlicher herbstiger Juli-Tag war, erst im richtigen Herbst wieder schauen, wenn die Vorhänge im Wohnzimmer zugezogen sind, der Wind mit Stärke 10 ums Haus pfeift und der Regen prasselt. Alles andere taugt nicht.


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