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 Betreff des Beitrags: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 05.07.2010 15:03 
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DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE („The Legend of the 7 golden Vampires“, Großbritannien/Hongkong 1974) R: Roy Ward Baker

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Transsylvanien 1804: Der chinesische Hohepriester Kah (Chan Shen) hat eine lange und beschwerliche Reise in die Kaparten angetreten, um den berühmten Grafen Dracula (John Forbes-Robertson) in dessen Burgfeste aufzusuchen. Er erbittet die Unterstützung des Fürsten der Finsternis, denn um die fernöstliche Zweigstelle in Sachen Blutsaugerei steht es schlecht: Der Einfluss der Vampire auf die Landbevölkerung schwindet zusehends und man fordert Hilfe von erfahrener Hand an. Doch der Graf hat andere Pläne: Sein unsterblicher Geist fährt in Kahs Körper, um die Sache höchstpersönlich in Angriff zu nehmen…
Knapp 100 Jahre später in China: Der altgediente Anthropologe und Vampirjäger Van Helsing (Peter Cushing) hält Vorträge über die Legende der 7 Vampire an der Universität von Chungking, wo ihn jedoch keiner der Studenten für voll nimmt – außer dem jungen Kung Fu-Kämpfer Hsi Ching (David Chiang), der aus dem Dorf stammt, in dessen Umfeld die 7 Unholde wüteten. Zeitgleich lernt Van Helsings Sohn Leyland (Robin Stewart) die schöne und reiche Schwedin Vanessa Buren (Julie Ege) kennen, die sich bereit erklärt, die gefahrvolle Expedition zu Hsi Chings Heimatdorf zu finanzieren – unter der Bedingung, mitreisen zu dürfen. Van Helsing willigt ein, und unter Geleitschutz der acht kampferprobten Geschwister von Hsi Ching begibt das Team sich auf die Reise zum Hort des Unheils…


Hossa, was für ein Höllenspaß! Die DVD steht bereits seit einiger Zeit angestaubt in meiner Sammlung und wurde bislang schmählich missachtet, was sich als grobe Fahrlässigkeit herausstellte – denn der Film ist absolut wunderbar!
Mitte der 70er Jahren waren die Hammer-Studios an dem Punkt angelangt, wo neue Schauwerte ran mussten, um ihr angestaubtes Grusel-Kintopp für jüngere, an härtere Gangarten gewöhnte Zuschauer schmackhaft zu machen und die Kassen wieder klingeln zu lassen. Vornehmlich bedeutete dieser Entschluss vor allem: mehr Blut, mehr Titten! Gleichzeitig versuchte man jedoch auch neue und unverbrauchte Konzepte in die gängigen Hammer-Sujets einfließen zu lassen. Neben den beliebten Spaghettiwestern lockten vor allem ruppige Martial Arts-Streifen das zahlende Publikum in die Lichtspielhäuser. Auch die erfolgreiche Vermischung dieser beiden Genres hatte bereits mehrmals funktioniert, so bei FÄUSTE, BOHNEN… UND KARATE von Tonino Ricci, IN MEINER WUT WIEG ICH VIER ZENTNER von Antonio Margheriti und DER MANN MIT DER KUGELPEITSCHE von Mario Caiano. Insofern war es nur ein konsequenter Schritt, auf der Welle mitzusegeln und das britische Gothic-Gruselkino mit asiatischen Handkanten-Krachern zu verweben. Die Hammer-Studios gingen eine Allianz mit den Shaw Brothers ein und produzierten im Jahr 1974 den äußerst unterhaltsamen DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE.

Die zunächst etwas absurd anmutende Verquickung von Motiven des typischen Vampirfilms aus der Hammer-Schmiede mit dem Kung Fu-Kino aus Hongkong funktioniert prächtig. Der Film bietet ansprechend gefilmte Actionszenen deren Hauptaugenmerk natürlich auf rasantem Kung Fu liegt. Die Ausführung muss man als sehr gelungen bezeichnen, was nicht weiter verwundert, wurden die Kampf-Sequenzen doch vom Shaw Brothers Haus und Hof-Regisseur Chang Cheh choreographiert. Aufgrund der bunten Palette verschiedener Kämpfer und Martial Arts-Stile (es gibt einen „Axtmann“ mit zwei Beilen, einen Speermeister, einen Keulenklopper und eine süße Mieze mit zwei Kurzschwertern) wird reichlich Abwechselung geboten, und obendrein weht ein Hauch von DIE REBELLEN VPM LIANG SHAN-PO durch die Kulissen. Aber auch der Horror kommt nicht zu kurz – die 7 titelgebenden Blutsauger kommen schön morbide daher, und wenn die zombifizierten Skelett-Lakaien der Vampire sich aus ihren Grüften wühlen, wird man auf wohlige Weise an DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN erinnert. Überhaupt sind die hüpfenden Knochenköppe mit ihren Sensen eine Wucht. Sehr gelungen ist auch eine Konstruktion im Kerker des Obervampirs Kah alias Dracula, die dazu dient, halbnackten Jungfern das Blut abzuzapfen und in einen brodelnden Suppenkessel fließen zu lassen. Darüber hinaus wird recht beherzt gemetzelt, besonders beim finalen Massaker bleibt kein Armstumpf trocken, und die Untoten zerfließen und zerfallen auf drastische Art zu stinkenden Eitertümpeln.

Die Kameraführung von Roy Ford und John Wilcox ist ein Augenschmaus, die stimmungsvolle Ausleuchtung gemahnt gelegentlich sogar an Bava und Argento – satte Rot- und Grüntöne dominieren die Bildgestaltung, besonders in den häufigen Grotten- und Gewölbeszenen. Für die sehr straffe, schnörkellose Inszenierung zeichnet Roy Ward Baker verantwortlich, der bereits mit DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN und GRUFT DER VAMPIRE solide Kost ablieferte. Als Pluspunkt bei der Erzeugung von Atmosphäre kann man auch die zuweilen sehr hektische Musik von James Bernard (u.a. DRACULA) anführen.

Der Clou ist natürlich die Besetzung: Mit Peter Cushing und David Chiang wurden die Superstars des jeweiligen Genres unter Vertrag genommen. Gefehlt hätte eigentlich nur noch Christopher Lee als Graf Dracula, der lehnte jedoch dankend ab, ergo wurde auf den wenig charismatischen John Forbes-Robertson zurückgegriffen – da er aber nur einen Kurzauftritt absolviert, ist diese „Fehlbesetzung“ zu verschmerzen. Draculas asiatischen Wirtskörper gibt uns Kung Fu-Ikone Chan Shen, bekannt aus DIE 36 KAMMERN DER SHAOLIN und dem schon erwähnten Italowestern-Crossover IN MEINER WUT WIEG ICH VIER ZENTNER. Cushing spielt seinen Van Helsing auf die ihm eigene kühle und präzise Manier, dabei stört es auch nicht weiter, daß er zuweilen etwas deplaziert in der Gegend herumsteht, wenn die Schwerter und Fäuste fliegen. David Chiang (DIE GNADENLOSEN FÜNF, BLUTSBRÜDER DES KUNG-FU) gehörte neben Wang Yu, Alexander Fu Sheng oder Ti Lung zu den populärsten Darstellern im Martial-Arts-Genre der 1970er Jahre. Die niedliche Szu Shih (DER TEMPEL DER SHAOLIN) spielt die einzige Schwester von Hsi Ching, fechtet mit zwei Kurzschwertern und darf sich einer Romanze mit Robin Stewart hingeben. Als sehr angenehm empfand ich auch die Anwesenheit von Bond-Girl Julie Ege (CRAZE – DÄMON DES GRAUENS), die ursprünglich aus Norwegen und nicht (wie im Film) aus Schweden stammt. Die aparte Schönheit trat nach den 7 GOLDENEN VAMPIREN nur noch in einer schwachen englischen Erotikkomödie namens PERCY – DER POTENZPROTZ auf, dann verschwand sie von der Leinwand. Vor zwei Jahren verschwand sie leider auch aus dem Leben. Im Film bahnt sich zwischen ihr und David Chaings Charakter eine Liaison an, jedoch stehen diese zarten Bande unter einem düsteren Stern…

Perfekt wäre der Film geworden, wenn das Skript sich etwas mehr Zeit bei der Beleuchtung der Charaktere gelassen und die etwas farblosen Figurengerippe mit mehr Fleisch bestückt hätte. Aber dieses „Manko“ ist ja fast schon als Markenzeichen der Hammer-Produktionen zu bewerten, die mit ihrem naiv-kindlichen Charme oftmals das wohltuende Flair eines Europa-Gruselhörspiels verströmen.

Fazit: Grandiose Unterhaltung mit leichten Exploitation-Anteilen, die mir einen extrem vergnüglichen und entspannten Filmabend bereitet hat. Hier kann nur die volle Punktzahl gezogen werden!


Die DVD kommt von Warner Home-Video und weist eine vorzügliche Bildqualität im schönen 2,40:1-Format auf. Bonusmaterial ist leider Fehlanzeige.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 05.07.2010 16:24 
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Wirklich ein sensationeller Film! Action, Spannung und Comedy - Fast wie ein Überraschungsei für den Fan der "unglaublichen Kost".
Grandios beschrieben übrigens Kollege Diabolik - Echt gut zu lesen! (Wie viel Reviews hast du eigentlich bislang geschrieben...?)

Das Poster (s.o.) ist ja mal echt der Hammer - Sehr schade, dass Warner nicht so für Re-Packs zu erwärmen ist ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 05.07.2010 19:37 
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Den fand ich auch richtig klasse! Einer unterhaltsamsten, einfallsreichsten und damit besten Hammer-Filme. Müsste ich mal testen, ob er mir immer noch so gut gefällt.

Das Problem, das ich mit den Werken der Hammer-Studios immer wieder habe, ist, dass sie sich untereinander so stark ähneln und nur selten Mut zu außergewöhnlichen Einfällen haben und genau an diesem Punkt geht DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE einen ganzen Schritt weiter.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 05.07.2010 23:17 
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Logan5514 hat geschrieben:
Grandios beschrieben übrigens Kollege Diabolik - Echt gut zu lesen! (Wie viel Reviews hast du eigentlich bislang geschrieben...?)


Bedankt. Wie viele Reviews? Keine Ahnung, ich würde sagen: ein paar sind es schon. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 30.06.2014 00:18 
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Gestern hatte ich mal wieder "Scars of Dracula" im Player, zu dem anscheinend kein Thread existiert. Unfassbar! Immerhin hat der werte Diabolik! eine andere Perle des geschätzten Roy Ward Baker vorgestellt, einen Film, den ich von Jahr zu Jahr noch mehr liebe und verehre.

Gern unterstreiche ich diesen Satz: Grandiose Unterhaltung mit leichten Exploitation-Anteilen, die mir einen extrem vergnüglichen und entspannten Filmabend bereitet hat. Hier kann nur die volle Punktzahl gezogen werden!

So ist es, Frau Diabolik!. Nur bin ich nicht entspannt während dieser Gabe Satans, vor lauter Begeisterung zucken meine Mundwinkel und Geifer drängt hinaus.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 30.06.2014 09:56 
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Blap hat geschrieben:
Gestern hatte ich mal wieder "Scars of Dracula" im Player, zu dem anscheinend kein Thread existiert. Unfassbar!


Ich kram die Box und somit den Film in den nächsten Tagen mal wieder raus, dann wird bald ein Thema existieren. Die sieben Edelmetallvampire werde ich mir auch mal wieder antun- letzte Sichtung ist ja schon ewig her.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 13.07.2014 16:53 
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Alternativer Titel: The Legend of the 7 Golden Vampires
Produktionsland: Vereinigtes Königreich, Hongkong
Produktion: Don Houghton, Vee King Shaw
Erscheinungsjahr: 1974
Regie: Roy Ward Baker, Chang Cheh
Drehbuch: Don Houghton
Kamera: Roy Ford, John Wilcox
Schnitt: Chris Barnes
Musik: James Bernard
Länge: ca. 86 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Peter Cushing, David Chiang, Julie Ege, Robin Stewart, Szu Shih, John Forbes-Robertson, Robert Hanna, Shen Chan


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Der Chinese Hsi Ching bittet Van Helsing, sein Dorf von sieben Vampiren zu befreien. Mit der finanziellen Unterstützung der reichen Abenteurerin Vanessa Buren kann Van Helsing einen Trupp zusammenstellen der sich gegen die „chinesischen“ Vampire stellen soll.

In Anbetracht der Handlung ist ein trashiges Unterhaltungsschema zu erwarten und dieses wird bereits innerhalb der ersten Situationen erfüllt. Dracula-Institution Christopher Lee war von der Idee die Don Houghtons Drehbuch lieferte nun wirklich nicht begeistert und der König aller cineastischen Blutsauger lehnte ein Mitwirken leider ab. Somit verpflichtete man den eher aus der Serienlandschaft und vom Theater bekannten John Forbes-Robertson für die Rolle des Grafen Dracula. Dieser darf allerdings nur zu Beginn und zum Ende hin agieren, da Dracula in den Körpers des Mönchs Kah (Chan Cheng) einzieht um so seine Gruft verlassen zu können.

Mag „Die 7 goldenen Vampire“ auch ungewöhnlich für die Hammer-Schmiede sein, so bleibt man gerade zu Beginn dem musikalischen Motto treu. James Bernards Klänge sind nämlich die aus „Horror of Dracula“ und „Prince of Darkness“. Diese Klänge werden auch für die Präsentation der Credits verwendet.

Die damalige finanziell eher schwache Lage von „Hammer-Films“ führte dazu dass man mit den Shaw Brothers zusammen arbeitete um dem Genre neues Leben einzuhauchen. Zu diesem Zweck brachte man mit David Chiang auch gleich eine der führenden Größen der asiatischen Schauspielerzunft ein. Somit ist für Messer-, Axt-, und Schwertkampf gesorgt und diese halten sich in blutiger Hinsicht nicht zurück und ein klein wenig Brutalität kann ebenfalls vermittelt werden.

Neben den sieben goldenen Vampiren läuft zu deren Unterstützung eine Armee von Untoten auf und diese bewegt sich leicht hüpfend vorwärts was extrem dämlich wirkt und somit zum Kopfschütteln oder zum Schenkelklopfer des Zuschauers führt.

Fazit: Ein Gipfeltreffen von Genregrößen welches Hammer-Horror, Martial Arts und Exploitation zusammenführt. Den Freuden von Unfug und schräger teils unfreiwillig komischer Filmkost sehr zu empfehlen.

8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 30.01.2015 19:48 
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Nach zu vielen langweiligen, weil formelhaften, Gruslern hat man bei Hammer Anfang der 70er endlich die Zeichen der Zeit erkannt und ist neue Wege gegangen, um die althergebrachte Formel etwas mit neuen Elementen anzureichern. So bekommt man hier Gothic-Horror meets Eastern oder HAMMER meets SHAW BROTHERS. Und das ist in der Praxis doch tatsächlich so gut, wie sich das auf dem Papier anhört. Die Story kommt ohne große Umschweife auf den Punkt, die Kämpfe sind abwechslungsreich, das Kunstblut ist wunderbar grell und sogar entblößte Brüste bekommt man zu sehen - das hätte es bei HAMMER in den 60ern noch nicht gegeben!

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 30.01.2015 21:16 
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Chet hat geschrieben:
Nach zu vielen langweiligen, weil formelhaften, Gruslern hat man bei Hammer Anfang der 70er endlich die Zeichen der Zeit erkannt und ist neue Wege gegangen, um die althergebrachte Formel etwas mit neuen Elementen anzureichern. So bekommt man hier Gothic-Horror meets Eastern oder HAMMER meets SHAW BROTHERS. Und das ist in der Praxis doch tatsächlich so gut, wie sich das auf dem Papier anhört. Die Story kommt ohne große Umschweife auf den Punkt, die Kämpfe sind abwechslungsreich, das Kunstblut ist wunderbar grell und sogar entblößte Brüste bekommt man zu sehen - das hätte es bei HAMMER in den 60ern noch nicht gegeben!


Hammer langweilig? Sollte mich jemals diese Empfindung überfallen, lasse ich mich auf der Stelle in Spiritus einlegen! Ja, Hammer hat im Horrorbereich einen eigenen Stil gepflegt, diesen aber nicht erst in den Siebzigern dezent erweitert, die Werke wurden beständig freizügiger und teils sadistischer. Freilich ist man später dem Trend gefolgt, während man zunächst neue Trends setzte. ... und wer hat in den Sechzigern Brüste im Horrorgenre gezeigt? Zumindest bei Filmen für den breiten Markt, also dem von Hammer beackerten Feld, sind solche Einblicke selten zu finden. Erotik bedeutet nicht unbedingt Nacktheit, bei so mancher "Hammer-Dame" reicht bereits ein einziger Blick aus ...

Irgendwann funktionierte der "Hammer-Kosmos" auf kommerzieller Ebene nicht mehr. Doch vermutlich würden heute viele Schreihälse ihre Beschwerden ins Feld führen, wenn Hammer sich nicht mehr treu geblieben wäre. Andererseits gebe ich zu, der Untergang dieser wundervollen Filmschmiede liegt mir noch immer schwer und schmerzhaft im Pansen.

Aber was solls, immerhin besteht bezüglich der 7 Blutsauger Einigkeit. Naja, nicht ganz, für mich ist der Film nicht gut oder sehr gut, es ist einer meiner hundert Inselfilme.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 30.01.2015 21:41 
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Ich bin ein ganz großer Fan von der Hammer-Filme aus den 60ern. Die Filme haben etwas wunderschönes, fast märchenhaft. Ich habe BLUT FÜR DRACULA mit 8 Jahren im TV gesehen und der Film hat mich damals nicht einschlafen lassen. Diese frühen Hammer-Filme haben Atmosphäre satt. Ich ziehe diese auch den 70er Hammer-Streifen (die ich auch mag) vor.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 30.01.2015 22:56 
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sid.vicious hat geschrieben:
Ich ziehe diese auch den 70er Hammer-Streifen (die ich auch mag) vor.


Mein erster Hammer war der erste Dracula mit Lee & Cushing, es war irgendwann in den späten Siebzigern (TV). Nach und nach kamen weitere Streifen hinzu, ich liebe sie allesamt. Doch gerade die Werke aus den Siebzigern haben es mir ganz besonders angetan, vielleicht wegen der Dosis mehr Wüstheit. Aber irgendwie kann ich mich nicht entscheiden! Wozu auch, alles unverzichtbar, egal ob fünfziger, sechziger oder siebziger Jahre. Ungewöhnlich, denn ansonsten machen es mir Filme aus den Fünfzigern ein wenig schwer.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 31.01.2015 02:57 
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Blap hat geschrieben:
Ungewöhnlich, denn ansonsten machen es mir Filme aus den Fünfzigern ein wenig schwer.

Weil Du ein Western-Banause bist !


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 31.01.2015 12:12 
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Mailman hat geschrieben:
Weil Du ein Western-Banause bist !


Wie meinen? Stimmt, Western aus den Fünfzigern gehen wirklich gar nicht. Aus dieser recht biederen Dekade sind mir kleine Invasionen aus dem All und Monstersausen am liebsten. Freilich kann auch der Muff der Fünfziger reizvoll sein, nur macht mich das seltener an als der schöne Schein der Sechziger oder der hemmungslose Schund der Siebziger.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 31.01.2015 12:42 
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Der Film ist eine gelunge Trashgranate, ein cooler Mix zwischen Hammer und Shaw Brothers Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 31.01.2015 15:29 
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Blap hat geschrieben:
Erotik bedeutet nicht unbedingt Nacktheit, bei so mancher "Hammer-Dame" reicht bereits ein einziger Blick aus ...

Aber was solls, immerhin besteht bezüglich der 7 Blutsauger Einigkeit. Naja, nicht ganz, für mich ist der Film nicht gut oder sehr gut, es ist einer meiner hundert Inselfilme.


Stimmt. Kate O'Maras Dekolleté in Frankensteins Schrecken trägt den halben Film. ;)

Im Gegensatz zu den meisten hier mag ich die 7 Vampire ehrlich gesagt nicht besonders. Und das sage ich als Hammer-Fan. Zweifellos ist er streckenweise ganz spaßig, aber die diversen Elemente sind doch sehr gegensätzlich. Horror+Kung-Fu+Abenteuer, das will nicht so richtig zueinanderpassen.

Die letzten Hammer-Filme wirken auf mich wie Anachronismen, die mit ihrem Umfeld im Streit liegen. Captain Kronos ist clever, konzeptmäßig vielleicht sogar seiner Zeit voraus, aber ich kann verstehen, dass er damals nicht besonders erfolgreich war, und Braut des Satans ist vollends entgleist. es ist schade, dass es Hammer nicht geschafft hat, sich erfolgreich neu zu erfinden.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE 7 GOLDENEN VAMPIRE - Roy Ward Baker
BeitragVerfasst: 31.01.2015 19:06 
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Wentworth hat geschrieben:
1. Im Gegensatz zu den meisten hier mag ich die 7 Vampire ehrlich gesagt nicht besonders. Und das sage ich als Hammer-Fan. Zweifellos ist er streckenweise ganz spaßig, aber die diversen Elemente sind doch sehr gegensätzlich. Horror+Kung-Fu+Abenteuer, das will nicht so richtig zueinanderpassen.
2. Die letzten Hammer-Filme wirken auf mich wie Anachronismen, die mit ihrem Umfeld im Streit liegen.
3. Captain Kronos ist clever, konzeptmäßig vielleicht sogar seiner Zeit voraus, aber ich kann verstehen, dass er damals nicht besonders erfolgreich war, und Braut des Satans ist vollends entgleist. es ist schade, dass es Hammer nicht geschafft hat, sich erfolgreich neu zu erfinden.


1. Ich finde diese Kombination überhaupt nicht unpassend. Oft wird vergessen, die Shaw Brothers waren auch im Horror-Genre aktiv, überdies wurde gern Fantasy mit athletischem Geprügel gemischt. Klar, es bleiben gewisse Gegensätze, aber diese machen den Film für mich umso reizvoller. Schon beim Gedanken an die Besetzung geht mir das Herz auf, Peter Cushing, einer meiner absoluten Lieblinge, an der Seite von David Chiang, einem meiner liebsten Eastern-Helden. Pure Glückseligkeit!

2. Ja, durchaus. Macht die Filme nur noch liebenswerter!

3. "To the Devil a Daughter" ist in der Tat ein verzweifelt anmutender Versuch einer letzten Rettung. Funktioniert nicht, bietet aber dennoch einen gewissen Unterhaltungswert.

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