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 Betreff des Beitrags: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 03.07.2013 21:42 
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Spanien/Frankreich/Portugal 1972

Darsteller: Anne Libert, Britt Nichols, Doris Thomas, Karin Field, Cihangir Gaffari, Luis Barboo

Zu beginn wird eine alte Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt, ihre letzten Worte sind das ihre beiden Töchter Rache üben werden und alle anwesenden verflucht seien.
Lady De Winter, sehr aktiv in der Hexenverfolgung bekommt es mit der Angst zu tun und befiehlt, die beiden Töchter mit aller Macht zu Finden.
Jahre Später werden zwei Weißen im Kloster von Clichy ausfindig gemacht, über deren Eltern ist nichts bekannt...
Da eine der zwei nicht mehr Jungfrau ist fällt der Hexen verdacht auf sie und sie wird fortgebracht, sie soll als Hexe verurteilt werden obwohl sie keine ist.
Im Folterkeller soll ihr ein Geständniss erzwungen werden...
Währenddessen bekommt ihre Schwester besuch vom Teufel der im Auftrag ihrer Verstorbenen Mutter kommt und gibt sich diesem hin um dann als Hexe ihrer Schwester helfen zu können.
Fortan verwandelt sich jeder der sich der Frau hingibt in ein Skelet ...
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Wilde Mischung aus Drama, Erotik und Horror, der perfekt im Explotation bereich aufgehoben wäre, würde Italien an der Produktion beteiligt gewesen sein, dem ist aber nicht so.
Gegen ende ist der Film schon sehr Horrorlastig, wenn die Hexe die Leuts in Skelete verwandelt.
In Sachen Folter ist nicht gerade viel geboten, paar blutige striemen am Körper der Nackten mädels. Algemein dienen die Folterszenen nur um Nackte haut zu zeigen.
Mann muss auch gestehen das die Story mehr oder weniger ein Aufhänger ist um von einer Erotikszene zur nächsten zu gelangen.
Die Handlungsszenen wurden aber auch recht ordentlich eingefangen und die Ausstattung keinesfalls billig. Wenige Massenszenen und bei einer Schwertkämpferei gegen ende wurde gut übertüncht das hier niemand so recht Kämpfen konnte, es werden nur kurz die Anfänge des Kampfes gezeigt.
Der Score war teilweise gelungen, dann wieder nur gedudel.
So richtig Tiefe kann der Film nicht gewinnen, ob anfänglich im Kloster oder Später, irgendwie bringen einen die wilden erotischen Zuckungen immer wieder raus.
Teilweise zu lang geraten und zu hibbelig gestalltet. Im grossen und Ganzen aber gut gelungen die Szenen.
Man muss auch sagen das viel OMU ist, da hier eine Langfassung vorliegt und der bei uns erheblich kürzer war...
Die Frauen waren hübsch und konnten auch Schauspielern. Bei den Männlichen Franco Knallern war nicht viel los, einzig Louis Barboo aber der hatte auch nicht viel zu tun als dumm dazustehen....
Für Franco Freunde die schon auf seine Filme mit weniger Substanz abfahren, werden hier bestens unterhalten werden!
5/10
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Deutscher Trailer:
www.dailymotion.com Video From : www.dailymotion.com

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 03.07.2013 23:05 
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Der wurde hier noch nicht gepostet... wundert mich, der Film sollte Blap gut gefallen.

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 Betreff des Beitrags: Re: AW: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 03.07.2013 23:10 
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Neben der portugiesischen Nonne, ist dies mein Lieblings-Nun-Ploiter bis jetzt. Echt verwunderlich das der hier noch nicht erwähnt wurde.

Bekommt bei mir gute 7/10. Allein schon wegen Brit Nichols.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 04.07.2013 10:03 
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sid.vicious hat geschrieben:
Der wurde hier noch nicht gepostet... wundert mich, der Film sollte Blap gut gefallen.


Schönes Teil, keine Frage. Komme allerdings kaum noch zum schreiben, da ich ständig Filme schaue. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 07.02.2014 07:06 
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Der Film erscheint im April von Redemption Films im 118 minütigen Director's Cut auf Blu-ray. Wie alle Franco Scheiben von Redemption, wird auch diese Region free sein.
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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 07.02.2014 23:56 
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DIE NONNEN VON CLICHY / LES DÉMONS (1972)

mit Karin Field, Britt Nichols, Anne Libert, Alberto Dalbés, Howard Vernon und Doris Thomas sowie John Foster
eine Produktion der CFFP | Interfilme | im Verleih der CS
ein Film von Jess Franco


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»Ein Dämon hat das Bett mit mir geteilt«


Lady de Winter (Karin Field) ist berüchtigt für ihre sexuellen Ausschweifungen jeglicher Art, und gefürchtet wegen ihres unerbittlichen und sadistischen Vorgehens. In ihrem Auftrag, und durch das Zusammenbringen zweifelhafter Beweise, richtet der Großinquisitor Jeffries (John Foster) eine angebliche Hexe auf dem Scheiterhaufen hin. Kurz vor ihrem Tod spricht die vermeintliche Hexe jedoch einen Fluch gegen alle Beteiligten aus. Ihre zwei Töchter werden somit in ein Kloster gesteckt, da Lady de Winter befürchtet, sie könnten ihr gefährlich werden, indem sie den Fluch vollstrecken. Doch sind die beiden tatsächlich Hexen? Einiges spricht dafür, denn hinter den Klostermauern machen sich nach ihrer Ankunft schnellstens sündige Gedanken und unkeusche Aktivitäten breit, denen selbst die Oberin (Doris Thomas) nicht widerstehen kann, und schließlich schamlos verfällt. Schon wenig später kommt es zur Katastrophe. Eine der Schwestern (Anne Libert) wird nach peinlicher Überprüfung von Lady de Winter als Hexe deklariert und tagelang gefoltert, während ihre Schwester Margaret (Britt Nichols) aus dem Kloster fliehen kann. Werden Lady de Winters Präventivmaßnahmen den Fluch verhindern können..?

In "Die Nonnen von Clichy" drückte Jess Franco hinsichtlich des Entstehungsjahres mächtig auf die Tube, und präsentiert in mehreren Sequenzen eine nahezu pornografische Gratwanderung. »Diese Szenen sind im Allgemeinen simuliert, aber das ist Sache der Schauspieler(innen): Wenn sie Lust haben, sich richtig zu lieben, habe ich nichts dagegen. Meist sind die Mädchen, die ich beschäftige, ziemlich nett und ziemlich erotoman veranlagt...« Für einen Film aus seiner Schmiede war das gewiss nichts Ungewöhnliches, aber es entsteht eben das Problem, dass man versuchte, den Film unter dem Nonnen- beziehungsweise Hexensiegel zu vermarkten. Ob da jeder Zuschauer das bekam, was er erwartete? Das Interesse der Regie an diesen Inhalten hielt sich nämlich weitgehend in Grenzen. Persönlich mag ich ja Nonnen-Exploiter sher gerne, doch hier muss man bei einer Laufzeit von mehr als 110 Minuten eine ziemlich gute Ausdauer haben, denn was hier in Francos Hexenküche zusammengebraut wurde, ist angesichts der handwerklichen Verarbeitung nicht immer gut verträglich. Außerdem trifft der Film nicht im Geringsten eine Entscheidung, was er letztlich tatsächlich darstellen möchte, so dass er unter beinahe hysterischen Anwandlungen von Genre zu Genre springt. Die Verknüpfung - so viel sei gesagt - ist dabei vollkommen missraten.

Mein altes Credo: Ein Karin Field Film ist auch ein guter Film, sollte die Allgemeinheit nicht wirklich für bare Münze nehmen. Natürlich stand auch dieser Film wegen der in den 80er Jahren längst verschollenen Schauspielerin ganz oben auf meiner Liste, außerdem spielte sie obendrein noch eine ihrer seltenen Hauptrollen. Im alten deutschen Vorspann steht sie an prominentester Stelle und füllt diesen Film tatsächlich lückenlos aus. Warum ich sie eigentlich so gerne mag? Es ist mir fast ein Rätsel, da sie hauptsächlich nur in irrelevanten Produktionen kleinere, bis mittlere Beteiligungen vorzuweisen hat. Dennoch halte ich sie für eine sehr ordentliche Darstellerin, außerdem faszinieren mich vermutlich diejenigen aus der Filmwelt besonders, deren Spur sich irgendwann abrupt verloren hat. Field jedenfalls entpuppt sich hier als eine der bislang willigsten Dienerinnen der Regie, und es wundert mich, dass zwischen ihr und Franco nicht weitere Kollaborationen zu Stande gekommen sind. Die Rolle der Lady de Winter hätte vermutlich noch nicht einmal Maria Rohm angenommen. Karin Field zieht sämtliche Register, diese Lady ist quasi die Schwester der Verdorbenheit. Ihre gefürchteten Jungfrauen-Tests lassen alsbald die Ketten rasseln und die Schüreisen zischen, ihr unstillbarer Sexhunger wird ganz ungeniert ausgelebt und dargestellt, denn nicht nur die Kamera, sondern auch Hände und andere Körperteile finden ihren Weg vorzugsweise schenkelwärts. Sadomasistische Aktivitäten finden außerdem ihr Gefallen, in einer Szene lässt sie sich genüsslich mit einem Rosenkranz auspeitschen, oder sich bis zur Ekstase von Britt Nichols bedienen. Jess Franco dürfte zufrieden gewesen sein.

Mit den weiteren Schauspielern bekommt man die Stammbesetzung von Jess Franco nach Art des Hauses aufgetischt. Britt Nichols, Anne Libert, Alberto Dalbés und Howard Vernon hatten ja mehr oder weniger beinahe Karrieren unter ihm. Die schöne Britt Nichols (bei deren Anblick ich gleich immer an Angelina Jolie denken muss) wirkt hier wie üblich. Gewöhnlich, zu allem bereit, verdorben aber überaus anziehend. Ihre Séparées mit Karin Field und Doris Thomas sind der deftigeren Sorte und ihre Figur der Margaret ist für das Gesamtgeschehen, trotz dutzender Erotiksequenzen, gar nicht so unwichtig. Ihre Schwester wird dargestellt von Anne Libert, die ebenfalls viele Nackt- aber auch Folterszenen interpretieren musste. Gerade sie wirkt im gesamten Film unheimlich ausdrucksschwach und beliebig austauschbar. Doris Thomas als Oberin des Klosters zeigt, welche Konstitution eine Nonne unter ihrer Kutte haben kann und fällt ansonsten lediglich als demütige Bittstellerin auf, die nach Vergebung sucht und immerzu fleht, dass sie der Fleischeslust nicht weiter verfällt. Howard Vernon (hier abwechslungsweise mal nicht als Folterknecht) wirkt den Umständen entsprechend solide wie immer, und für den Zuschauer ist der Mann mit den unzähligen Gesichtern quasi schon unabdingbar geworden. Alberto Dalbés hat man auch schon oft beim Spanier agieren gesehen, und er liefert genau wie Vernon eine annehmbare Leistung ab, auch wenn er hier einige Folterszenen auferlegt bekam, und zwar nicht als Peiniger, sondern als Opfer, und es in den Schlafgemächern mit dem unbändigen Appetit der wilden Karin Field aufnehmen musste. John Foster als Lordrichter Jeffries überzeugt durch seine emotionslose Erscheinung und glänzt in unerbittlicher Härte gegenüber allen angeblichen Hexen und deren Jüngern. Cihangir Gaffari, wie der Herr eigentlich heißt, ist tatsächlich einer der wenigen Darsteller, der seiner Figur die nötige Überzeugungskraft verleihen, und wieder auf die ursprüngliche Thematik zurückführen konnte. Insgesamt ist die Franco-Stammbesetzung mit ihren Erweiterungen ein Siegel der Verlässlichkeit, wie immer man das auch deuten will.

»Das kommerzielle Interesse spielt nicht allein eine Rolle, denn ich filme oft sehr lange Szenen mit großer Sorgfalt, obwohl ich weiß, dass nichts davon im Kino zu sehen sein wird.« Diese Aussage von Jess Franco bezieht sich wohl eher darauf, wenn er mal wieder ordentlich in die Sex-Trickkiste zu greifen pflegte, erklärt aber auch gleichzeitig den Aspekt der starken Kürzungen seiner Filme, die immer wieder in sehr unterschiedlichen, länderspezifischen Schnittfassungen auftauchen. Fünfzehn Minuten entfernte Szenen stellten bei "Die Nonnen von Clichy" keineswegs einen unterbrochenen Handlungsverlauf dar, von einem Logikverlust zu sprechen wäre zu weit ausgeholt. Der Film an sich ist insgesamt eigentlich kaum zu empfehlen. Zu gestreckt wirkt die Fassung, zu penetrant die Inhalte, die Dialoge sind (genau wie die unglaublich deplatziert wirkende Musik) absolut grauenhaft. Auch die Ausstattung wirkt kaum pompös, mit dem übersichtlichen Feuer des Scheiterhaufens hätte man wohl Probleme gehabt eine Kerze anzuzünden, geschweige denn eine Hexe zu verbrennen, die Folterszenen wirken in ihrer unbeholfen wirkenden Mechanik unfreiwillig komisch, und so weiter... Schlussendlich hat der Regisseur, beziehungsweise der Dirigent, (unter dem Pseudonym Clifford Brown) beinahe ausschließlich seinen Willen durchgesetzt, einen weiteren Sexfilm der strapaziöseren Sorte zu drehen, der hier und da mal sporadisch eine Hexe oder eine Nonne auftauchen lässt. Einfallslos und ungenau hergestellt, plätschert das ganze einfach zu lange vor sich hin. Die Eigenwerbung »Als Roman verboten - als Film verbannt« möchte offenbar einen geschichtlichen Zusammenhang herstellen, den es hier aber nicht gibt. Die Verbannung bezüglich des Films klingt da schon plausibler, wenn auch aus anderen Gründen. Insgesamt hat Jess Franco jedenfalls wieder ein erstaunliches Ding gedreht!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 26.12.2014 01:41 
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Originaltitel: Les Démons
Produktionsland: Spanien, Portugal, Frankreich
Produktion: Victor de Costa
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Jess Franco
Kamera: Raúl Artigot
Musik: Jean-Bernard Raiteux
Länge: ca. 101 min.
Freigabe: juristisch geprüft
Darsteller: Anne Libert, Britt Nichols, Doris Thomas, Karin Field, Cihangir Gaffari, Luis Barboo, Howard Vernon u.a.





Der Großinquisitor Lord Justice Jeffries hat eine Frau der Hexerei bezichtigt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Während des Verbrennens spricht die Hexe einen Fluch aus, der von ihren Töchtern vollzogen werden soll.

Jess Franco drehte nach seiner Atze Brauner Phase: „Die Nonnen von Clichy“. Wenn man „Die Nonnen von Clichy“ einem Vergleich unterziehen will, so kann man dieses am ehesten mit „Der Hexentöter von Blackmoor“. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass Franco nicht das Budget zur Verfügung stand, wie es innerhalb seiner Harry Alan Towers-Phase der Fall war. Somit konnte „Die Nonnen von Clichy“ natürlich nicht mit einem Starensemble ausgestattet werden, wie es beim „Der Hexentöter von Blackmoor“ der Fall war. Trotzdem konnte Franco mit Anne Libert, Britt Nichols, Karin Field, Cihangir Gaffari und Alberto Dalbés ein starkes Darstellerteam auf die Beine stellen. Dazu kam mit Howard Vernon einer von Francos Stammkunden, sprich Dauerdarstellern.

Die Einleitung des Films zeigt uns (leichte) Folter in Nahaufnahme, lässt die Hexenverbrennung folgen und kommt anschließend in einem Kloster etwas zur Ruhe. Es zeichnet sich schnell ab, dass hier ein Verschmelzen zweiter Genres (Nunploitation, Hexenfilm) im Gange ist. Entscheidend dabei ist: dass die beiden Genres miteinander harmonieren. Das Mischen von Genres und die ausgefallene musikalische Untermalung lassen den Film zwar zum Potpourri werden. Allerdings muss man dabei beachten, dass der Film trotzdem (oder gerade deshalb) autark wirkt.

Was bei „Nonnen von Clichy“ weiterhin auffällt ist, dass der Film eine musikalische Untermalung bietet, die als Genreuntypisch gilt. Weit entfernt von bombastischen und orchestralen Klängen, setzt Franco auf die Musik von Jean-Bernard Raiteux, welche sich als Progressive-Rock zu erkennen gibt. Die Musik ist hervorragend.

„Nonnen von Clichy“ beschäftigt sich mit der Frage: ob das Böse die Macht hat, über Allem zu thronen. Die Stärke des Bösen wird ausgelotet und lässt die Protagonisten auf einer Ebene stehen. Der Großinquisitor wird somit dem Satan gleichgestellt und fungiert oberflächlich gesehen, als Zentrale der Macht. Diese anscheinende Stärke wird jedoch von einer Übersinnlichkeit entkräftet. Der Film endet im Prinzip da, wo er begann. Gefragt ist nun die Kognition des Zuschauers.

Fazit: Ein starker Vertreter des Franco-Gesamtwerks.

8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 26.12.2014 12:25 
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Ganz interessante Gegendarstellung, die mir allerdings ein Rätsel ist. :lol:

sid.vicious hat geschrieben:
Die Musik ist hervorragend.

Betrachtest du die Musik isoliert oder im Gesamtgeschehen?
Für meine Begriffe ist sie vollkommen deplatziert und das nicht, weil ich eher klassische Klänge vermisst habe, sondern weil die Begleitung absolut nicht in den zeitlichen Kontext passt, den man hier ja schließlich anzubahnen versuchte. Sie passt noch nicht einmal zum franco'schen Sex-Gerangel und das will was heißen.

sid.vicious hat geschrieben:
Gefragt ist nun die Kognition des Zuschauers.

Auch das kann ich bei diesem Film nicht nachvollziehen. Gefragt sind für meine Begriffe eher die höheren kognitiven Fähigkeiten des Zuschauers, wie etwa Ausdauer, Durchhaltevermögen und Konzentration. Schön wenn sie vorhanden sind, doch die Regel dürfte eher sein, dass diese Fähigkeiten im Verlauf rapide schwinden. Der Film mit all seinen unwirschen Fragmenten arbeitet doch zielstrebig dagegen und will eben kein ernstzunehmender Beitrag sein, weil er nicht gegen Windmühlen kämpft. Die Nonnen- und Hexen-Elemente wurden lediglich beigemischt, um den Film in sicherem Fahrwasser vermarkten zu können. Sicher, einen tieferen Sinn kann man überall herausfiltern, auch hier. Intention ist es jedoch nicht - ich würde sogar sagen nie gewesen - und wenn man eine klassische Abhandlung möchte, sollte man eher zu anderen Alternativen greifen. Letztlich macht gerade das übersinnliche Element diesen kompletten Verlauf zur Farce.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 26.12.2014 12:40 
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Prisma hat geschrieben:
Ganz interessante Gegendarstellung, die mir allerdings ein Rätsel ist. :lol:

sid.vicious hat geschrieben:
Die Musik ist hervorragend.

Betrachtest du die Musik isoliert oder im Gesamtgeschehen?
Für meine Begriffe ist sie vollkommen deplatziert und das nicht, weil ich eher klassische Klänge vermisst habe, sondern weil die Begleitung absolut nicht in den zeitlichen Kontext passt, den man hier ja schließlich anzubahnen versuchte. Sie passt noch nicht einmal zum franco'schen Sex-Gerangel und das will was heißen.



Beide Betrachtungsweisen.

Ich mag die Musik und finde, dass sie gerade innerhalb des Films zu einem derben Kontrast führt. (Ähnliche Klangschemen gibt es auch in Rollins Vampir-Filmen. Welche auch nicht unbedingt dem Geschehen angepasst sind.) Die Art der Musik macht (für mich) einen ungemeinen Reiz aus und lässt den Film in einem vollkommen anderen Licht erscheinen. Die Musik richtet sich gegen eigentliche Normen etc., das Ganze wirkt einfach nur genial auf mich.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 26.12.2014 18:42 
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Also ich finde Prismas Review toll, allgemein sind seine Reviews gut! Er schreibt so wie er es empfindet und das ist klar nachzuvollziehen und verständlich. Erst am ende schreibt er dann sein Fazit, wenn er einem schlechten Film dennoch was abgewinnen konnte.
Deshalb denke ich mir oft, was Prisma schreibt danach kann man gehen!

Nichts gegen Sid, dessen Review ich eben gelesen hab und mich auch etwas erstaunen lies, kenne den Film ja auch. Aber das was Sid Sah konnte ich überhaupt nicht sehen. :lol: Aber jeder sieht es halt anders ;)

Oft kommt es mir so vor das Sympatien für jemanden gehegt werden und deshalb nur die guten dinge gesehen werden und sich selbst die schlechten gut gemacht werden :lol: So eine art "Italo-Argento" Phänomen ! :mrgreen:

Sehe das auch so Erstaunt wie der Prisma! Ich selber konnte dem Film ja auch ein paar gute Sachen abgewinnen, aber 8/10 und das ernst gemeint ohne nem Zwinkern?

Da tun einem ja die Leute leid die sich den Film dann besorgen und schon etwas endtäuscht sind ;) :shock:

Leider beschäftigt sich der Film nicht so recht mit einer Frage, wenn nur in Ansätzen... ;) Nunja Prismas Review trifft es haargenau ;)

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BeitragVerfasst: 26.12.2014 21:32 
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Muss nicht gerade Jess Franco sein, ist ja ähnlich mit den Filmen von Jean Rollin. Auch dort wird z.B. Musik verwendet, die eher speziellen Charakter hat. Siehe "Sexual-Terror der entfesselten Vampire". Das ist brillant, grandios, fast einem Rausch gleichzusetzen. Auch dort kommt häufig der Einwurf: Was hat diese Musik in einem Vampirfilm zu suchen oder was hat das noch mit Horrorfilm zu tun? So what- es ist brillant.

Denke ich 15 Jahre zurück, so stelle ich fest, dass mich solche Filme einst auch nicht packen konnten. Aber mittlerweile weiß ich eben solche Werke zu schätzen und kann aus ihnen gewisse Botschaften ableiten (auch ohne Drogenkonsum). Ob ich dieses falsch oder richtig deute, ist mir ziemlich egal, deshalb verweise ich sehr oft auf das subjektive Empfinden. ;)

Ich bleibe bei der Aussage, dass DIE NONNEN VON CLICHY ein hervorragender Film ist, der eine Menge zu bieten hat und in die Tiefe geht.

Franco-, Rollin- und D`Amato-Werke sind bekannt dafür, dass diese polarisieren.

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BeitragVerfasst: 27.12.2014 11:58 
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reggie hat geschrieben:
Oft kommt es mir so vor das Sympatien für jemanden gehegt werden und deshalb nur die guten dinge gesehen werden und sich selbst die schlechten gut gemacht werden


Durchaus, durchaus. Ein vor allem im Genre "Western" anzutreffendes Phänomen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 27.12.2014 12:10 
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Blapo, dann wird das aber meist auch so geschrieben. Da wird nichts beschönigt! ;) Nene das Franco Phänomen ist im western nicht anzutreffen! :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 27.12.2014 12:31 
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Western? Das ist doch das Genre, in dem es nur Meisterwerke gibt, oder?

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BeitragVerfasst: 27.12.2014 12:47 
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reggie hat geschrieben:
Blapo, dann wird das aber meist auch so geschrieben. Da wird nichts beschönigt! ;) Nene das Franco Phänomen ist im western nicht anzutreffen! :mrgreen:


Doch, doch. :o "Seine Kugeln pfeifen das Todeslied" wird in den höchsten Tönen gelobt. Ein Baldi-Schnarcher erster Güte. Kann mich den Lobeshymnen niemals anschließen. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 27.12.2014 12:58 
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Na und wenn ist todeslied zumindest solide und versiert gedreht ohne irgendwelche Unzulänglichkeiten. Technisch sehr gut. Wenn er dann nicht gefällt, ok was will man machen. Die Geschmäcker eben...

Aber bei dem Film hier passt oft einiges nicht so recht zusammen und ist technisch nicht sooo gut umgesetzt. Das ist schon ein unterschied ;) Wird aber unter den Tisch gekehrt...
Prisma erklärt es ja oben in seinem Review;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE NONNEN VON CLICHY - Jess Franco
BeitragVerfasst: 27.12.2014 13:17 
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Ich werde mir dieses Konglomerat aus Gedankensprüngen und mangelnder Präzision nochmal anschauen.
Das habe ich ja eigentlich immer vermieden, denn Karin Field konnte für das strapaziöse Drumherum nicht genügend entschädigen. :mrgreen:
Ob es da einen Fluch-der-schwarzen-Schwestern-Effekt geben wird? Ich denke eher nicht! :lol:


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