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 Betreff des Beitrags: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 21.03.2015 13:39 
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The Medusa Touch
(Die Schrecken der Medusa / Der Schrecken der Medusa)
Großbritannien/Frankreich 1978 - Directed by Jack Gold
Starring: Lino Ventura, Richard Burton, Lee Remick, Harry Andrews, Michael Byrne...


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Dem Schriftsteller John Morlar (Richard Burton) wird von einem unbekannten Besucher in seiner Wohnung der Schädel zertrümmert. Trotz massiver Hirnschäden lebt der Mann noch und wird ins Krankenhaus verfrachtet, wo er mittels Maschinen am Leben erhalten wird. Der französische Polizist Brunel (Lino Ventura), aufgrund eines Austauschprogramms in London tätig, wird auf den Fall angesetzt. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf unerklärliche Katastrophen, die Morlars Leben von klein auf pflastern.

Gegen Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre gab es eine Handvoll Horrorfilme, die sich mit der faszinierenden Thematik der Gedankenkraft beschäftigen. Carrie, The Fury, Scanners und Patrick fallen einem da wohl als erstes ein. Jack Golds The Medusa Touch nimmt innerhalb dieses Reigens eine kleine Sonderstellung ein. Nicht nur handelt es sich dabei um einen europäischen Film, es tummeln sich mit Richard Burton, Lino Ventura und Lee Remick auch noch einige Stars vor der Kamera. Der Film ist ein sehr gelungener Genremix, der trotz der sprunghaften Struktur (es gibt zahlreiche Rückblenden) einen schönen Fluß gewinnt und schließlich in ein packendes Finale gipfelt. Zum Teil ist The Medusa Touch ein (Whodonit-)Krimi, zum Teil ein Katastrophenfilm und zum Teil ein Horrorschocker. Die Mischung funktioniert gut und ist originell, wie ich finde. An der Seite von Brunel erfaßt man langsam die ganzen monströsen Zusammenhänge, die Tricks sind spektakulär wenn auch von der Zeit überholt, und es ist eine echte Freude, den Charakterdarstellern, allen voran Burton und Ventura, bei der Arbeit zuzusehen. Das Ende mag einige unbefriedigt zurücklassen, aber ich fand es recht stark und nachhallend. The Medusa Touch basiert auf dem Roman von Peter Van Greenaway, den ich jedoch nicht kenne.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 21.03.2015 14:31 
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Der ist mit im TV nachhaltig im Gedächtnis geblieben.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 21.03.2015 14:46 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Der ist mit im TV nachhaltig im Gedächtnis geblieben.

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Ja, mir auch - wenn mich mein Gedächtnis nicht trübt, zeigte die ARD den erstmals in einer Jack-Gold-Reihe, in der auch "Schlacht in den Wolken" lief, der gerade auf BD erschienen ist.

"Medusa" fand ich ziemlich verstörend - und Ventura zu sehen, ist ja immer gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 21.03.2015 15:35 
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Finde den auch sehr gelungen. Im Ausland ist ja bereits eine Blu-ray erhältlich, wobei die Concorde-DVD auch recht brauchbar ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 21.03.2015 19:30 
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Sehr starker Streifen. Hier ein älterer Kurzkommentar:


Der Schrecken der Medusa (Großbritannien, Frankreich 1978, Originaltitel: The Medusa Touch)

John Morlar (Richard Burton) empfängt in seiner Wohnung einen Besucher. Kein guter Abend für Morlar, denn der Besucher schlägt ihm dem Schädel ein. Kommissar Brunel (Lino Ventura), ein französischer Ermittler, verrichtet momentan im Rahmen eines Austauschprogramms seinen Dienst in London, wird mit Ermittlungen beauftragt. Am Tatort gibt die vermeintliche Leiche plötzlich noch ein Lebenszeichen von sich, sofort schafft man das Opfer ins Krankenhaus. Zwar ist Morlar klinisch tot, sein EEG belegt allerdings rege Gehirntätigkeit. Erste Nachforschungen ergeben, offenbar war Morlar ein verschrobener Einzelgänger, pflegte keinerlei Freundschaften und hatte keine Familie. Weitere Ermittlungen führen Brunel in die Praxis von Doctor Zonfeld (Lee Remick), Morlar war seit einiger Zeit bei der Psychologin in Behandlung. Zonfeld schildert dem Kommissar das Krankheitsbild ihres Patienten. John Morlar war fest davon überzeugt, dass er Kraft seiner Gedanken bestimmte Ereignisse auslösen könne. So will er für den Tod seiner Eltern verantwortlich gewesen sein, wenige Jahre später ein Feuer an einer Schule verursacht haben, bei dem mehrere Todesopfer zu beklagen waren. Was zunächst nach den wirren Gedanken eines psychisch gestörten Menschen klingt, wird für den Kriminalisten nach und nach erschreckend greifbar. In der Klinik liegt Morlar noch immer regunglos im Bett, seine Hirnaktivität erreicht derweil ungeahnte Ausmaße. Weitere Erkenntnisse deuten auf die grauenvolle Wahrheit hin, eine Katastrophe grösserer Dimension bahnt sich an! Wie soll der Kriminalist seine Vorgestzten davon überzeugen, dass von einem klinisch Toten unfassbare Gefahren ausgehen ...???

Was für ein Pfund! "The Medusa Touch" präsentiert sich als explosiver Mix aus Thriller und Horror, streift dabei gar den Katastrophenfilm. Dies mag sich zunächst ein wenig grotesk anfühlen, doch der Cocktail erweist sich als äussert schmackhaft, fasziniert bis zur letzten Sekunde des bitterbösen Finales. Während Kommissar Brunel ermittelt, erhält der Zuschauer in Form von Rückblenden tiefere Einblicke, wird Zeuge der Vorgeschichte um den rätselhaften John Morlar. Betrachtet man den Film primär als Kriminalfilm, wird man die -vielleicht ein wenig- zu frühe Enttarnung des Angreifers erahnen, der Morlar das Leben aus dem Schädel klopfen wollte. Tatsächlich ist dieser Aspekt kein Schwachpunkt, sondern passt perfekt in das Gesamtbild, die Frage nach dem Täter rückt letztlich sowieso in den Hintergrund. Wer den Denkkasten einschlug bleibt zweitrangig, viel wichtiger bleibt die Frage nach dem Motiv für die Tat. "Der Schrecken der Medusa" hat mich sofort gepackt, der Streifen sorgt für einige Horrorschauer, kommt fast völlig ohne Gewaltschauwerte aus. Daher wird auch der "Anschlag" auf Morlar nicht sonderlich grafisch dargestellt, fraglos funktioniert der Film auf einer anderen Ebene. Heimtückisch schleicht sich das Grauen an den gebannten Zuschauer heran, der sich plötzlich im Griff des eiskalten Terros befindet, Gnade wird nicht ansatzweise gewährt. Dass "The Medusa Touch" so stimmig und rund läuft, verdankt der Film nicht nur dem guten Drehbuch, vor allem sind es die drei sehr gut aufgelegten Hauptdarsteller, welche sich in absoluter Topform zeigen. Lino Ventura wurde die Rolle des kantigen Kriminalisten freilich auf den Leib geschneidert, hier nutzt er jedoch seinen Kopf als Arbeitsgerät, Faust und Knarre bleiben in der Tasche. Lee Remick wirkte in einem weiteren Horrorklassiker mit, im ersten Teil der Omen Reihe, war sie als Ehefrau von Gregory Peck zu sehen, holte sich zusammen mit ihrem (Film)Gatten den Sohn des Leibhaftigen ins luxuriöse Gemäuer. Wahrer Star ist und bleibt aus meiner Sicht Richard Burton. Obwohl nicht besonders häufig zu sehen, dazu noch nahezu ausschliesslich in Rückblenden aktiv, seine Präsenz wirkt nahezu erdrückend. Wenn Burton mit eindringlichem Blick hypnotisch und abgründig durch das Szenario streift ... werde ich unweigerlich vom blanken Entsetzen gepackt! Erst vor kurzer Zeit begeisterte mich Burton mit seiner Darstellung des fiesen "Blaubart". Hier gerät seine Darbietung nicht minder kraftvoll, sogar noch erschreckender, da "Blaubart" durchaus humorige Momente aufbot und sich weniger "real" anfühlte. Am Rande sei noch erwähnt, dass sich Freunde der Fernsehserie "Die Profis" auf ein Wiedersehen mit Gordon Jackson freuen dürfen.

Regisseur Jack Gold gelang mit diesem Werk ein packendes Stück Kino. Wer mit Nachdruck nach einem Schwachpunkt sucht, mag man diesen in den (wenigen) Katastrophenszenen finden. Der Absturz eines Flugzeugs wirkt ein wenig unpassend, tricktechnisch glaubt man eher einen zweitklassigen Desasterfilm zu sehen. Ich hege eine grosse Vorliebe für derartige Special Effects, denen man sofort ansieht, dass sie mit Modellen realisiert wurden. Was an anderer Stelle für Freude sorgt, wirkt hier ein wenig deplaziert, vermutlich hätte man besser auf solche Momente verzichtet. Die subtile Bedrohung und Boshaftigkeit, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht, hat solche wilden Ausritte überhaupt nicht nötig. Das erstklassige Gesamtbild wird dadurch aber nicht nachhaltig beschädigt, dazu sind die Stärken des Werkes zu ausgrägt und sattelfest. "Der Schrecken der Medusa" bleibt durchweg spannend und faszinierend, versetzt dem Zuschauer Schläge in den Nacken, beeindruckt mit sehr guten Darstellern und einem fantastischen Richard Burton! Kino feinster Machart, ich verneige mich vor dieser Perle und bedanke mich für die schöne Nacht!

Beim Kauf der DVD sollte man die ältere Ausgabe von VCL meiden. Die neuere Auflage von Concorde überzeugt mit ansprechender Bildqualität, als Boni gibt es lediglich ein paar Trailer, was aber bei dem wundervollen Hauptprogramm locker zu verschmerzen ist! Ganz klarer Kaufzwang!

Dicke 8/10 (sehr gut)

Lieblingszitat:

"Das Ganze ist wirklich eine bemerkenswerte Kette ... ... von Zufällen."
[/quote]

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 21.03.2015 20:15 
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Einer dieser Filme, der von vielen gelobt und von einigen geliebt wird, bei mir aber nur gähnende Langeweile ausgelöst hat... :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 21.03.2015 20:52 
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Asa Vajda hat geschrieben:
Einer dieser Filme, der von vielen gelobt und von einigen geliebt wird, bei mir aber nur gähnende Langeweile ausgelöst hat... :shock:


Geht mir ähnlich war in Ordnung aber nichts was mich sonderlich begeistert hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 22.03.2015 13:50 
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Blap hat geschrieben:
Ich hege eine grosse Vorliebe für derartige Special Effects, denen man sofort ansieht, dass sie mit Modellen realisiert wurden. Was an anderer Stelle für Freude sorgt, wirkt hier ein wenig deplaziert, vermutlich hätte man besser auf solche Momente verzichtet. Die subtile Bedrohung und Boshaftigkeit, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht, hat solche wilden Ausritte überhaupt nicht nötig.


Ich finde solche Tricks ebenfalls herzerwärmend, und daß man sich entschied, sie hier auch zu zeigen, liegt wohl daran, daß Katastrophenfilme damals halt ziemlich "in" waren.

Hier ist ein schönes Bild vom Flugzeug kurz vorm Einschlag.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 22.03.2015 16:44 
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Randolph Carter hat geschrieben:
Hier ist ein schönes Bild vom Flugzeug kurz vorm Einschlag.


Super! :231:

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 08.07.2015 07:11 
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Toller film mit einer unheimlchen Atmo.
Fand ich als kind unglaublich gruselig. Jetzt finde ich den immer noch klasse.
Spannend, unterhaltsam, gruselig und hervorragend besetzt. Burton und vor allem Lino Ventura. Das waren noch klasse schauspieler!
Was ich diese 70er thriller mag! :D

9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 15.10.2015 11:56 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Der ist mit im TV nachhaltig im Gedächtnis geblieben.

Windscale... :o

Oh ja, mir auch! :o

Einer meiner All Time Favorites. Bild Gänsehaut-Kino vom Feinsten. Müsste ich mir mal wieder anschauen.

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 22.10.2015 10:32 
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Schließe mich an: für mich sogar einer meiner liebsten Filme überhaupt, sozusagen einer für die einsame Insel. 10/10. Alles richtig gemacht, Mr. Gold (meiner Meinung nach).

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 22.10.2015 11:41 
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Der Film hat mich als Kiddie auch stark beeindruckt. Das lag sicher zum grossen Teil an den beiden Hauptprotagonisten, die sowohl 'Körper' -, als auch 'Gesichtsschauspieler' waren und die haarsträubende Story vollkommen ernsthaft transportiert haben.

Ich halte ihn auch heute noch für einen der besten Okkult - Thriller.

8,5/10

Bild Brrrr . . . :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 22.10.2015 21:23 
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Den positiven Eindrücken zu diesem Film schließe auch ich mich an.

Die erste Sichtung im TV blieb unvergesslich und ein Wiedersehen nach etlichen Jahren hob den Streifen dann in meinen persönlichen Film-Olymp.

Die Besetzung ist erstklassig und originell, auch in den Nebenrollen mit z.B. Harry Andrews und Gordon Jackson.

Regisseur Jack Gold hat in den 70er Jahren eine ganze Reihe starker Filme inszeniert und ist doch relativ unbekannt geblieben.

Filmkritiker-Guru Leonard Maltin bezeichnete den Streifen übrigens als "uninteressant" und vergab als Bewertung nur ein "ausreichend".


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 23.10.2015 10:14 
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Frank hat geschrieben:
Filmkritiker-Guru Leonard Maltin bezeichnete den Streifen übrigens als "uninteressant" und vergab als Bewertung nur ein "ausreichend".


:mua:
Hmm... soviel zum Thema Kritiker. Naja, man kann sie ja auch einfach ignorieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 23.10.2015 15:20 
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DER SCHRECKEN DER MEDUSA
(Grossbritannien/Frankreich 1978)

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Richard Burton - JOHN MORLAR
Lino Ventura - Inspektor BRUNEL
Lee Remick - Dr. ZONFELD

Regie: JACK GOLD

Laufzeit ca. 105 min


Der Schriftsteller J.Morlar wird in seiner Wohnung mit einer Statue ziemlich krass niedergeschlagen. Seltsamerweise überlebt er schwerverletzt und wird ins Krankenhaus gebracht. Brunel, ein französischer Austausch-Kommissar soll diese Tat aufklären, aber je mehr er nachforscht, um so mehr mysteriöser, seltsamer und unheimlicher wird diese Geschichte. Je mehr Brunel in der Vergangenheit des Autors vordringt um so mehr versteht er, das Morlar ein zutiefst zerissener Charakter ist, der seit seiner Jugend unter der Vorstellung leidet, er könne mittels Gedanken Unfälle & Katastrophen auslösen. Eine wichtige Quelle für Informationen ist die Psychiaterin Zonfeld, die Morlar regelmäßig aufsuchte.

Regisseur Jack Gold gelang hier ganz hervorragend eine geniale Mischung aus Thriller- Horror- Katastrophen- und Science Fiction Film. Überdies inszenierte er einen bösen Anti-Bürgerlichen Streifen, der zusätzlich mit massiver Gesellschaftskritik aufwartet. Gelungen ist diesmal auch der Einsatz zahlreicher Rückblenden, die das Puzzle um die Person Moarlar langsam zusammensetzen. Normalerweise bin ich kein Freund von ewigen Rückblenden in diversen Filmen, aber hier passen sie wunderbar zum Gesamtbild des Films.

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Was am Anfang des Films vielleicht noch als psychopathische Wahnvorstellung eines am Schicksal verzweifelnden Morlar präsentiert wird, entwickelt sich im weiteren Verlauf des Geschehens immer mehr zu einer real existierenden Fähigkeit, die ohne Ironie oder Häme vorgestellt wird.

"Viele Menschen glauben das die Welt zuviel für sie sei, Morlar glaubt das er zuviel für diese Welt sei!"
(Zitat von Zonfeld)

"Ich habe eine Möglichkeit gefunden, Gott die Drecksarbeit abzunehmen!"
(Zitat von Morlar)

"Wenn man das alles hier gesammelt beieinander sieht, wird einem klar mit wie vielen Katastrophen wir leben!"
(Zitat von Brunel, als er sich ältere Zeitungsberichte über Katastrophen ansieht)

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Die ganze Geschichte hätte auch in den üblichen Hokuspokus-Plot abgleiten können, ist aber durch den Inszenierungsstil und den hervorragenden aufspielenden Darstellern komplett abgewehrt worden, da sie total glaubwürdig agieren.

Richard Burton spielt mit beklemmender Intensität Morlar. Für mich auch einer der besten Schauspieler seiner Zeit.

Lino Ventura ist Brunel und war ein brillianter Darsteller und einfach Top.
Er war ein darstellerisches As, gerade im französischen Film, einfach genial und ich will ihn auch nicht gegen R. Burton aufwiegen. Das geht nicht, weil beide wirklich exzellent sind.

Lee Remick als Zonfeld ist toll besetzt, als ziemlich verzweifelte Ärztin. Sie passt exakt in diesen Part und ich bin sogar der Meinung, das sie eine bessere Wahl nicht hätten treffen können. Gefällt mir ausgezeichnet.

Die ganzen Tricks bzw. Effekte sind sparsam aber sehr wirkungsvoll eingesetzt worden und verstärken die apokalyptische, bedrohliche und unheimliche Atmosphäre ungemein. Die Filmmusik von MICHAEL J.LEWIS unterstüzt zusätzlich positiv das Geschehen und verstärkt es. Dies dürfte ein weniger bekannter Filmmusiker sein, zumal es nicht so viel auf CD gibt. Allerdings ist einiges erschienen, wie z.B. auch diese Soundtrack Promo-CD zu diesem Film.

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Ein zeitloser genialer starker Filmklassiker, den man in Abständen immer wieder schaut.
Und einer meiner Filmfavoriten :)

Die DVD-Erstauflage von VCL/Cineplus ist übrigens Mist, da keine gute Bildqualität :dr:
Die DVD Zweitauflage von Concorde ist empfehlenswert, da viel besseres Bild, diesmal mit OmDU, obwohl die deutsche Synchronfassung als sehr gelungen betrachtet werden muß :dh:


10/10 atmosphärisch beklemmenden Filmen :jc_doubleup:
Graf von Karnstein :laie_69:

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE SCHRECKEN DER MEDUSA - Jack Gold
BeitragVerfasst: 23.10.2015 19:10 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:


Lee Remick als Zonfeld ist toll besetzt, als ziemlich verzweifelte Ärztin. Sie passt exakt in diesen Part und ich bin sogar der Meinung, das sie eine bessere Wahl nicht hätten treffen können. Gefällt mir ausgezeichnet.


Die Remick ist natürlich auch richtig Klasse! Ich habe den Film zwar schon lange nicht mehr gesehen - Asche auf meinen Frisurenhalter -, habe sie aber als starken Bestandteil des Thrillers in Erinnerung. Und sehr erotisch wirkte sie als Frau Dr. auch! :sarcast:


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