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 Betreff des Beitrags: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 10:38 
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Originaltitel: Twins of Evil

Großbritannien 1971
Regie: John Hough
DarstellerInnen: Peter Cushing, Dennis Price, Mary und Madeleine Collinson, David Warbeck, Kathleen Byron u.a.

Inhalt

Der selbsternannte Hexenjäger und religiöse Fanatiker Gustav Weil bekommt Besuch seiner Nichten Frieda und Maria aus Venedig. Nach dem Tod der Eltern der jungen Zwillingsschwestern sollen diese nun im Haushalt Weil dauerhaft unterkommen.
Während Weil mit seiner „Bruderschaft“ die Lande durchkreuzt und hübsche junge Frauen verbrennt, langweilt sich Graf von Karnstein in seinem Schloss, das auf einem Hügel über dem Dörfchen thront.
Eines Tages jedoch gelingt es dem exzentrischen Grafen endlich, einen Bund mit dem Teufel einzugehen und er wird von seiner Urahnin zuerst verführt und dann zum Vampir gebissen.
Und da geht die Geschichte erst richtig los...


Kommentar

Meiner Meinung nach gibt es einige schöne und sehenswerte Filme aus den britischen Hammerstudios, aber auch viele einschläfernde und extrem klamaukhafte Gruselstreifen aus Great Britain.
Besonders die Filme mit Peter Cushing hatten es mir bisher nicht gerade angetan.

Dieser hier ist jedoch anders.
Die Sets sind bis ins Detail liebevoll gestaltet und viele Szenen sind dermaßen schön ausgeleuchtet, dass man unweigerlich an Mario Bava denken muss.

Der abgemagerte und verhärmt wirkende Peter Cushing (der im Produktionsjahr leider den Tod seiner Frau zu verkraften hatte) in der Rolle des getriebenen Hexenjägers Gustav Weil ist wirklich eine Klasse für sich.
Allein schon seine Erscheinung, sein Auftreten, erreicht in "Draculas Hexenjagd" eine von mir bislang so noch nicht wahrgenommene Präsenz, der man sich kaum entziehen kann.
David Warbeck, der für Fulci-Fans natürlich kein Unbekannter ist, spielt einen belesenen und überlegten (Frauen-)held.
Damien Thomas, der den Grafen von Karnstein mimt, erinnert mit seiner etwas eigenen Physiognomie, den recht weit auseinanderliegenden Augen und den ansonsten eher zarten Gesichtszügen ein wenig an den jungen Udo Kier.

Die Story, die sich in erster Linie um das Schicksal der äußerlich gleichen und doch vom Temperament her sehr unähnlichen Zwillingsschwestern dreht, nimmt einige Kurven und Wendungen, bevor sie ihre finale Klimax erreicht.

Es gibt diesmal auch keinen nervtötenden Soundtrack, der aus dumpfen Tönen, Trompeten oder Klaviertönen besteht, sondern richtige Musik, die zwar etwas dramatisch, aber alles in allem passend tönt.

Der durchwegs unterhaltsame Film ist für eine Produktion aus dem Hause Hammer bemerkenswert temporeich und am Ende wird sogar noch ein bisschen gesaubeutelt und gesplattert.
Die obligatorischen Dörfler, die mit ihren Fackeln ausziehen, um den Bösewicht zu meucheln, dürfen natürlich ebenso nicht fehlen wie dunkle Grüfte und ein unheimliches Schloss.

Man nehme die üblichen Gotikhorror-Zutaten, ergänze sie durch einen passenden Soundtrack, künstlerisch ausgeleuchtete Kulissen, füge einen abgemagerten, bedrohlich wirkenden Peter Cushing hinzu und würze das Ganze nach Belieben mit ein bisschen Nacktheit, Blut und einer Prise Rassismus (Joachim?!?) und fertig ist der kurzweilige „Twins of Evil“.
Man rufe kurz folgenden Satz aus: "Seekout the devil worshippers - by burning them!" - und fertig ist das Gericht.
Guten Appetit!

Mein Lieblingslabel Anolis hat ein wunderbares Mediabook in Lederoptik herausgebracht, das jedes SammlerInnenherz höher schlagen lässt. Ich bin begeistert.


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(Ich habe gesehen, es gibt bereits einen Sammelthread, in dem der Film vorkommt. Finde aber, er hat einen eigenen Thread verdient.)

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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Zuletzt geändert von Asa Vajda am 16.03.2014 12:11, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 11:51 
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Dazu gabe es noch keinen Thread? Unfassbar!

Der Streifen ist Satan! 10/10! ... der Trailer -im Originalton- ist für mich der beste Trailer aller Zeiten!

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 11:58 
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Hammer Klassiker! Unfassbar gut!
Von den Darstellern, über das Dekor bis zur Kameraführung - alles 1A perfekt!
Der Film wird auch nach wiederholtem Anschauen nie langweilig, was für seine Qualität spricht!

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:10 
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Blap hat geschrieben:
Dazu gabe es noch keinen Thread? Unfassbar!

Der Streifen ist Satan! 10/10! ... der Trailer -im Originalton- ist für mich der beste Trailer aller Zeiten!


Ja, darüber hab ich mich auch mehr als gewundert ;) so hab ich geschaut: :shock:

Finde den Trailer auch genialst und hab dadurch heute zum ersten Mal gecheckt, dass eine meiner Lieblingsbands ein Sample ("Seek out the devil worshippers...") aus dem Film verwendet...

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:19 
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Asa Vajda hat geschrieben:
... ein Sample ("Seek out the devil worshippers...") aus dem Film verwendet...


Dann ist dir vermutlich auch bekannt, dass die Krawallmacher Sacred Steel sich bei Mario Bava bedient haben. Dort musste die englische Fassung von "Die Stunde, wenn Dracula kommt" herhalten, Frau Vajda spricht gewissermaßen das Intro.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:26 
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Nö. Ich höre keinen Metal :geek: :mrgreen: Aber ich weiß, dass Samples in diesem Bereich sehr üblich sind.
Madre del Vizio (die Band, die ich meinte) verwenden auch öfters Samples aus Filmklassikern.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:29 
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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:34 
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Asa Vajda hat geschrieben:
Madre del Vizio (die Band, die ich meinte) verwenden auch öfters Samples aus Filmklassikern.


Wo genau, habe eine Scheibe der Band im Regal.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:36 
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Welche? Eigentlich sind auf allen Alben Filmsamples, soweit ich mich erinnern kann...

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:44 
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:o Lustig, dass ihr die Band kennt. Hab alles von denen. Eine Zeit lang hießen sie aufgrund rechtlicher Probleme wegen des Bandnamens nur "Madre" - das Album heißt "Mesmerismo", der Titel des Songs "Grande E Scura Eclisse".

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:46 
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Muss man doch kennen - deutsch/italienisches Goth-Kulturgut 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:46 
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Titel: "All around". Auf dem Cover ein Teufelskopp, deswegen habe ich das Teil damals gekauft. Steht im Regal zwischen Madness (belanglos) und Magenta (grandios). :D

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:48 
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Ah, das Album hab ich natürlich auch (wie alle anderen).

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 16.03.2014 12:48 
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Malastrana hat geschrieben:
Ah, das Album hab ich natürlich auch (wie alle anderen).


Schade, wollte es gegen das Krokodil tauschen ... :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 19.03.2014 18:38 
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DRACULAS HEXENJAGD

(GB 1971)
(Ot: TWINS OF EVIL / US-Titel = TWINS OF DRACULA)

Peter Cushing - GUSTAV WEIL
Madeleine Collinson - FRIEDA /// Mary Collinson - MARIA
Damien Thomas - GRAF KARNSTEIN /// David Warbeck - ANTON HOFFER
Kathleen Byron - KATY WEIL

Regie : JOHN HOUGH

Laufzeit ca. 83 min

FSK ab 16 Jahren

deutsche EA am 14.4.1972

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Schwarz geskleidete Gestalten sind mit ihren Pferden nachts unterwegs, sehen eine Frau auf dem Waldweg, die sogleich von ihnen eingefangen wird, nur um sie kurz darauf auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Sie nennen sich DIE BRUDERSCHAFT und ihr Anführer ist Gustav Weil. Dieser ist ein extrem fanatischer religiöser Eiferer, der Unzucht und Unmoral in seiner Umgebung gnadenlos ausrotten will. Diesem Hexenjäger reicht schon eine geringe Vermutung bei diversen Leuten aus, um sie zum Tode auf dem Scheiterhaufen zu verurteilen.

Gustav, fanatisch in seinem Element

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Hier ist mal wieder eine Frau auf dem Scheiterhaufen gelandet

Eines Tages tauchen zwei Zwillingsschwestern, die zu Vollwaisen wurden bei ihm auf. Es sind seine Nichten, Maria und Frieda. Onkel Gustav nimmt sie bei sich auf. Dabei ist die erste Begegnung zwischen ihnen nicht gerade freundlich, denn er tadelt sie schroff, aufgrund ihrer Kleidung, die seiner Meinung nach viel zu freizügig ausfällt.

Hoch oben, das schöne Schloß Karnstein

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Eines Nachts kommt es zur Konfrontation mit Gustav und Graf Karnstein, denn beide hassen sich. Gustav kann aber gegen den Adeligen nichts unternehmen, weil der unter dem Schutz des Kaisers steht. Aus Frust muß daraufhin gleich eine harmlose Frau im Feuer sterben. Graf Karnstein läßt auf seinem Schloss eine schwarze Messe abhalten, wo eine Frau auf dem Altar geopfert wird, aber der Teufel will sich ihm nicht zeigen. Stattdessen fließt unbemerkt das Blut der Frau in eine darunter liegende Ruhestätte und kurz darauf erscheint MIRCALLA, die den Grafen zum Vampir macht.

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Frieda, die eher angewidert von dem ist, was Onkel Gustav treibt, fühlt sich zum Schloss Karnstein hingezogen und so schleicht sie nächtens aus dem Haus, um beim Grafen zu sein. Dieser macht Frieda zum Vampir, die kurz darauf sich über eine angekettete Frau hermacht und sie in die Brust beißt.

Graf Karnstein und Frieda

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Frieda hat ihren Blutdurst an der Dorfmaid gestillt

Als Gustav es mal wieder zu arg treibt und er auch keine Einsicht zeigt, das er einen Haufen Unschuldiger auf dem Gewissen hat, kommt es zum Konflikt mit dem Gelehrten und Lehrer Anton. Er verurteilt seine übertriebenen Hexenjagten und will es dem Kaiser melden. Daraufhin eskaliert das ganze und man bekommt es nun zusätzlich mit Vampiren zu tun...!


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Dies ist der dritte und letzte Film von Hammers sogenannter KARNSTEIN-TRILOGIE und es ist auch der, der sich am weitesten von der Romanvorlage SHERIDAN LE FANU'S entfernt hat. Diese Verfilmung hat nur noch den Namen Karnstein und die Vampirin Mircalla mit dem Roman gemein. Der deutsche Titel ist mal wieder total irreführend, denn Dracula kommt nicht vor und schon gar nicht bläst dieser zur Hexenjagd. Allerdings wollte Hammer damals wohl zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn sie verbanden die Vampirthematik mit dem damals aktuellen Hexenjägermotiv, was durch den Film DER HEXENJÄGER (1968) von Michael Reeves ausgelöst worden war.

Frieda, angezogen vom Landsitz Karnstein und dem Schloßherren

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Bei Nacht geht Frieda hinaus zum Schloß

Herausgekommen ist ein Film, wo die Grenzen zwischen Gut und Böse im gegenseitigen Fanatismus untergehen. Da hätten wir einen gewissen Gustav Weil, der immer das Böse dort vermutet, wo seiner Ansicht nach Unmoral herrscht. Dabei reicht es ihm schon aus, wenn nur eine Frau nachts unterwegs ist, aus welchen Gründen auch immer, um in ihr etwas zu sehen, was nicht in sein religiöses Weltbild passt und schon landet die auf dem nächsten Scheiterhaufen.

Der fanatische Gustav Weil

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Graf Karnstein freut sich diabolisch, denn nun ist er selbst unsterblich

Und da wäre Graf Karnstein (nein, diesmal nicht ich :mrgreen: ), der auf seinem Schloss residiert. Er glaubt unantastbar zu sein und somit alles machen zu können. Er hält schwarze Messen ab, ist dem Satan dienlich, wurde selbst zum Vampir und hat treue Gefolgsleute um sich, wie z.B. seinen schwarzen Diener JOACHIM, der bedingungslos gehorcht.

Das Drehbuch von TUDOR GATES weist hier leider ein paar Lücken auf, wie z.B. als nächtens die Bruderschaft einen Toten findet, der offensichtlich anhand der Merkmale am Hals von einen Vampir gebissen wurde. Die Vampire kommen aber erst später in dieser Geschichte zum tragen und vorher war davon weder die Rede, noch weit und breit von ihnen etwas zu sehen und zu hören. Auch verschwindet MIRCALLA leider einfach so spurlos aus dieser Geschichte und ward nicht mehr gesehen. Möglicherweise wollte sich Hammer aber noch ein Türchen offenhalten für einen möglichen 4. "Karnstein-Film",...wer weiß. Interessant ist allerdings, das hier einer der Hauptfiguren Graf Karnstein ist, der ja in den vorigen Filmen meist nur nebenbei erschien. Mit Le Fanu's Geschichte ansich hat das zwar auch nicht viel zu tun, aber ich hätte mir gewünscht, das Graf und Comtessa Karnstein hier viel mehr zusammen präsent gewesen wären.

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PETER CUSHING ist hier ziemlich unsympathisch und unangenehm zu sehen. Als Gustav und Anführer einer Hexenjäger-Bruderschaft liefert er aber mal wieder eine beachtliche Leistung ab und bewies, das er auch ganz anders kann. Seine Vielseitigkeit als Schauspieler unterstreicht dies nur allzugut. Allerdings konnte sich Mr. Cushing in der Rolle auch nicht weiter entfalten, da das Drehbuch dies nicht vorsah und somit sein Gustav Weil einfach nur ein sturer Fanatiker ist.

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MADELEINE & MARY COLLINSON als gegensätzliche hübsche Zwillingsschwestern bereichern diesen Film in der Hinsicht, das eine dem Bösen verfällt und die andere auf dem Pfad der Tugend bleibt. Darstellerisch bleiben diese beiden hinter den anderen ein wenig zurück, aber es reicht.

DAMIEN THOMAS als Graf Karnstein glaubt nun die Unsterblichkeit erlangt zu haben und wie alle Karnstein's kann auch er sich am Tage irgendwo aufhalten ohne das ihm das Sonnenlicht etwas anhaben kann. Mit ihm und Gustav Weil treffen hier zwei böse Kontrahenten aufeinander.

Zwei, die sich gefunden haben. Graf und Frieda

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Nachts, auf dem Landsitz der Karnstein's

Regisseur JOHN HOUGH inszenierte einen guten Film, der auch wieder die klassische Gothic Horror-Atmosphäre verbreitet, wozu auch auch wieder die Musik von HARRY ROBINSON genial dazu beigetragen hat, der ja schon die vorigen Karnstein-Filme mit seiner Musik unterstützte. Ferner wieder diese alten schönen Inneneinrichtungen und Ausstattungen, besonders im Schloß, kommen hier voll zur Geltung und schafft Atmosphäre. Hammer setzte hier auch zunehmend mehr auf Sex und Gewalt. Das kommt besonders beim Finale sehr deutlich zum tragen, denn das hat es in sich, auch aus heutigen Gesichtspunkten. Aber auch schon vorher, wo Frieda einer gefesselten Dorfmaid in die Brust beißt oder wenn Gustav zwischendurch mal wieder eine Frau brennen sehen will. Die Effekte können sich sehen lassen und der Blutgehalt ist für damalige Verhältnisse nicht zu verachten, aber alles mit einem Gewissen Hammer-Niveau dargestellt.

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Obwohl der Film auf DVD als Amaray und in verschiedenen Hartboxen erschien, so gibt es seit kurzem eine sehr schöne Blu-ray Mediabook Ausgabe von Anolis. Da ist nur die Blu-ray drin mit Heftchen und natürlich jeder Menge Extras, die es vorher nicht gab. Das MB gibt es sogar in zwei Covervarianten. Ich persönlich entschied mich für Cover B, was das damalige USA-Motiv ist. Das Cover A ist das damalige Motiv aus Frankreich, was aber eher die abstrakte Filmplakatkunst made in Polen darstellt. :mrgreen:

Viele Hammerfans mögen auch diesen Film und ich natürlich ebenso.
:)

9/10 Vampiren und Hexenjägern :jc_doubleup:

Graf von Karnstein :laie_69:

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 Betreff des Beitrags: Re: AW: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 19.03.2014 20:38 
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Das an anderer Stelle schon geäußerte Lob zu deinen Filmvorstellungen möchte ich noch mal wiederholen. Die bunten Schriftfarben sind allerdings teilweise etwas hinderlich, so kann ich z.B. den gelben Text mobil quasi gar nicht lesen. Nur mal als Hinweis. ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: AW: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 20.03.2014 18:36 
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ephedrino hat geschrieben:
Das an anderer Stelle schon geäußerte Lob zu deinen Filmvorstellungen möchte ich noch mal wiederholen. Die bunten Schriftfarben sind allerdings teilweise etwas hinderlich, so kann ich z.B. den gelben Text mobil quasi gar nicht lesen. Nur mal als Hinweis. ;-)


Danke. :)

Mit den Farben ist das so eine Sache. Du scheinst einen anderen/helleren Style zu bevorzugen. Ich weiß nicht in welcher Prozentzahl die Mitglieder hier gewisse Styles nutzen. Habe die Vermutung, das der Style allgemein bevorzugt wird, der das Forum nach außen eh präsentiert. Letztens meinte jemand, das widerum die rote Farbe nicht gut sichtbar ist. Ich versuch mich da ein wenig einzupegeln. Ist aber ein wenig schwierig Farben zu verwenden, die allen Styles gerecht wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 20.03.2014 20:47 
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Ich nutze den Holz Style, kann aber alles lesen, gut etwas schwierig sind manche Farben schon, aber wer gut sieht kann alles perfekt lesen!

Dem Lob schließe ich mich auch an, deine Reviews sind echt toll ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: AW: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 21.03.2014 10:24 
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Wie ich schrieb, meine ich meinen mobilen Zugang, sprich Tapatalk, heller style. Am PC lese ich das Forum fast überhaupt nicht mehr...


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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 26.03.2014 15:47 
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Ein paar Anmerkungen zur Anolis-BD:

"Twins of Evil" liegt in ansprechender Qualität vor, die BD stellt eine klare Verbesserung zu den soliden DVDs dar. Zusätzlich macht der üppige Bonusbereich diese Veröffentlichung zum Pflichtkauf! Im Angebot haben wir die sehr kurzweilige Dokumentation "The flesh and the fury: Exposing Twins of Evil", die uns in knapp 85 Minuten viel über die Produktion und Hammer allgemein verrät. Weiterhin gibt es ein nicht minder interessantes Interview mit Regisseur John Hough, obendrauf über eine dreiviertel Stunde mit Damien Thomas. Hinzu kommen nette Kleinigkeiten (Trailer, Comic etc.).

Mit Booklet und Audiokommentar werde ich mich bald befassen. In den Kommentar habe ich mehrfach kurz reingehört, daher kann ich mir noch kein Urteil erlauben.

Fazit: Hier wird dem Fan eine pralle Wundertüte ins Nest gestellt, besser kann man rund 25€ nicht investieren!

---

Nachtrag: Huldigt den großartigen Collinson Zwillingen! Die jungen Damen bestehen neben Peter Cushing -in einer seiner besten Rollen- souverän!

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 29.10.2014 23:50 
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Ich habe den Film gestern seit langem mal wieder angesehen und mir wurde mal wieder bewusst, dass das einer der besten Hammer Filme ist.
10/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 00:08 
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Auf jeden Fall, ganz deiner Meinung :!:

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 14:40 
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italo hat geschrieben:
Ich habe den Film gestern seit langem mal wieder angesehen und mir wurde mal wieder bewusst, dass das einer der besten Hammer Filme ist.
10/10


:laie_60a:

Und für mich dazu der Beste der Karnstein Trilogie.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 14:45 
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Dafinitiv, für mich auch...die beiden anderen Karnstein Filme zählen für mich auch eher zu den schwächeren Hammer Horror Filmen...

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 16:07 
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de dexter hat geschrieben:
...die beiden anderen Karnstein Filme zählen für mich auch eher zu den schwächeren Hammer Horror Filmen...


Dein Ende ist beschlossene Sache.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 16:17 
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Blap hat geschrieben:
de dexter hat geschrieben:
...die beiden anderen Karnstein Filme zählen für mich auch eher zu den schwächeren Hammer Horror Filmen...


Dein Ende ist beschlossene Sache.

Das war ich nicht, da muss jemand meinen Account gehackt haben :o :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 17:28 
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de dexter hat geschrieben:
Dafinitiv, für mich auch...die beiden anderen Karnstein Filme zählen für mich auch eher zu den schwächeren Hammer Horror Filmen...


:o

Für "Nur Vampire küssen blutig" geht das okay, aber "Gruft der Vampire" ist für mich ganz sicher in Hammers Top 10.


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BeitragVerfasst: 30.10.2014 19:14 
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Nun ja...ich konnte der Carmilla Novelle im Allgemeinen noch nie sonderlich viel abgewinnen, was sich natürlich auch auf diese Verfilmung niederschlägt.
Ich sage nicht das Gruft der Vampire ein schlechter Film ist (geht ja auch gar nicht, schließlich spielt Peter Cushing mit ;) ) aber er ist für mich persönlich halt einer der schwächeren Hammer Filme.
Nur Vampire küssen blutig ist natürlich noch mal ein ganz anderes Kaliber, dem kann ich noch weitaus weniger abgewinnen.
Hmmmm, irgendwie bin ich jetzt heiß auf die beiden Filme, werde sie am Wochenende wohl mal wieder in den Player legen! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 19:45 
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Es fällt mir sehr schwer zwischen Gruft und Twins einen Favoriten auszuwählen. Ich denke Twins gewinnt mit leichtem Vorsprung und zwar wegen den durch und durch überzeugenden Darstellern, allen voran Peter Cushing, den man den schmerzlichen Verlust seiner Frau deutlich in Mimik und Gestik anmerkt. Hinter dieser Glanzleistung muss Ingrid Pitt und Lesbeleien zurück stecken.

Der NVKB ist für mich der schlechteste Teil. Insofern man das sagen so darf. Er ist dennoch gut, hat den typischen Hammer-Charme, aber irgendwie ist die Besetzung nicht stimmig. Das Blondchen als Carmilla mag mir nicht so gefallen. Da hätte ich mir eine ihrer Opfer in dieser Rolle gewünscht. Knuffig finde ich in diesem Film die Rolle und die Darstellung von Ralph Wiggum ääh Bates.

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 Betreff des Beitrags: Re: DRACULAS HEXENJAGD - John Hough
BeitragVerfasst: 30.10.2014 20:38 
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Für mich nicht nur einer der besten Hammer-Filme, sondern auch der erste Hammerfilm, den ich gesehen habe - damals war ich noch 16 Jahre jung...

Die beiden Vorgänger habe ich erst viel später gesehen und fand sie gut, aber nicht so ansprechend wie "Draculas Hexenjagd" :)


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