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 Betreff des Beitrags: DREAM DEMON - TRAUMDÄMON - Harley Cokeliss
BeitragVerfasst: 13.09.2014 11:32 
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Dream Demon
(Dream Demon - Traumdämon)
Großbritannien 1988 - Directed by Harley Cokeliss
Starring: Jemma Redgrave, Kathleen Wilhoite, Timothy Spall, Jimmy Nail, Mark Greenstreet, Susan Fleetwood, Annabelle Lanyon...


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Jenny: "Du mußt zuerst aufwachen. Na los, wach schon auf! Wach endlich auf!"
Diana: "Ich kann nicht. Erkennst du denn nicht, daß das alles wirklich ist?"


Es wurde viel geträumt in den 1980er-Jahren. Und es waren keine angenehmen Träume, oh nein. Meist handelte es sich um richtig fiese Alpträume, die noch dazu gefährliche Auswirkungen in der Realität nach sich zogen. Hauptschuld an dieser kleinen "Traum"-Welle trägt zweifellos Wes Craven, der mit der beliebten Nightmare on Elm Street-Saga einen höchst erfolgreichen Franchise ins Leben rief. Etwa drei Monate vor dem originalen A Nightmare on Elm Street (Nightmare - Mörderische Träume, 1984) erblickte bereits Joseph Rubens Dreamscape das Licht der Leinwände; angeblich wußte keiner vom Projekt des anderen. Mit etwas zeitlicher Verzögerung entstanden dann unter anderem Dreamaniac (1986, David DeCoteau), Bad Dreams (Vision der Dunkelheit, 1988, Andrew Fleming) sowie der britische Beitrag Dream Demon von Harley Cokeliss. Cokeliss drehte bereits 1970 mit Chicago Blues seinen ersten Spielfilm. Erfolge feierte er dann in den Achtzigern mit Filmen wie Warlords of the 21st Century (Der Kampfkoloß), Black Moon Rising (Black Moon) und Malone. Mit Dream Demon fand die Regiekarriere des gebürtigen Kaliforniers ein abruptes Ende. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber die nächsten fünf, sechs Jahre herrschte Sendepause, und danach drehte Cokeliss fast nur noch fürs Fernsehen (u. a. für die TV-Serien Hercules: The Legendary Journeys und Xena: Warrior Princess).

An der Qualität von Dream Demon kann es nicht liegen, daß Cokeliss auf dem Abstellgleis landete. Der Streifen ist zwar bei weitem kein vergessener Klassiker und hat zudem mit einigen gravierenden Schwächen zu kämpfen, aber er erfreut den Fan mit ein paar netten Ideen, einer Handvoll effektiver Schockmomente und einigen gekonnt inszenierten Horrorsequenzen. Die Geschichte dreht sich um die jung(fräulich)e Diana (Jemma Redgrave), die in Kürze den bekannten Falkland-Kriegshelden Oliver (Mark Greenstreet) ehelichen soll. Der arrogante Schnösel läßt sie jedoch mit den Hochzeitsvorbereitungen allein, da er anscheinend immer an wichtigen Militäreinsätzen teilnimmt, und die gehen nun mal vor, sagt er. Als ob der Streß und die Nervosität noch nicht genug wären, wird Diana auch noch von gräßlichen Alpträumen geplagt. Vor allem, seit sie das von ihrem Vater gekaufte alte Haus bezogen hat. Eines Tages taucht vor dem Anwesen die Amerikanerin Jenny (Kathleen Wilhoite, Murphy's Law) auf, die auf der Suche nach ihrer Identität ist. Sie kann sich an ihre Kindheit nicht mehr erinnern und weiß nur, daß ihre Eltern früher dieses Haus bewohnt haben. Diana freundet sich mit Jenny an, nachdem die ihr geholfen hat, den aufdringlichen Klatschreporter Paul (Jimmy Nail, Howling II: Stirba - Werewolf Bitch) und dessen Kameramann Peck (Timothy Spall, Lemony Snicket's A Series of Unfortunate Events) abzuwimmeln. Doch die Zeitungsfritzen wittern eine heiße Story und lassen nicht locker. Währenddessen entwickeln Dianas Träume ein unheimliches Eigenleben, und sämtliche Personen in ihrer unmittelbaren Umgebung werden in diese hineingezogen.

Das größte Ärgernis des ambitionierten Streifens stellen zweifellos Paul und Peck, die zwei Vertreter der Regenbogenpresse, dar. Dieses Paar wird unglaublich widerwärtig gezeichnet, ohne daß auch nur im Mindesten angedeutet wird, weshalb es so agiert. Gut, sie mögen im Sternbild "Arschloch" geboren worden sein, aber das erklärt noch lange nicht, weshalb sie Diana so dermaßen ungestüm, rüpelhaft und penetrant auf die Pelle rücken. Das sind einfach eindimensionale, übersteigert dargestellte, furchtbar nervende Pappnasen, die nur existieren, um unseren Heldinnen das Leben schwer zu machen. Und das tun sie auch, ohne Sinn und Verstand, wobei noch erschwerend hinzukommt, daß ihr Schicksal äußerst unbefriedigend ausfällt. Wenn man schon solche Widerlinge ins Geschehen integriert, sollte man wenigsten darauf achten, daß sie das bekommen, worum sie mehr als eine Stunde lang betteln. Ein völlig unverständlicher Fauxpas der Drehbuchautoren. Überhaupt ist das Skript recht plumpes Stückwerk. Die nicht unsympathischen Protagonisten Diana und Jenny taumeln durch diverse, oft großartig gestaltete Set-Pieces, aber es entsteht daraus leider nie ein homogenes Ganzes, weshalb einen die Geschichte auch nicht wirklich packt. Es ist zwar alles schön anzusehen, aber echte Spannung kommt nie auf. Die Auflösung am Ende läßt ebenfalls einige Wünsche offen. In Anbetracht dessen, was da vorher alles passiert, ist die Auflösung ziemlich banal und hinterläßt einen faden Beigeschmack. Nach all dem Horror hätte man sich doch etwas Originelleres erwartet.

Sehr gelungen sind hingegen die verschiedenen Traumszenarien, die Dream Demon absolut sehenswert machen. Diese folgen der Logik eines Alptraumes, haben oft einen surrealen Anstrich, sind ungemein dynamisch in Szene gesetzt (Ian Wilsons Kameraarbeit ist erste Sahne) und hin und wieder sogar richtig unheimlich. Man sehe sich nur mal die grandiose Eröffnungssequenz in der Kirche an, in welcher Diana von ihrer Hochzeit träumt. Zu Beginn scheint noch alles im Lot zu sein, doch dann driftet der Traum langsam in unangenehmere Gefilde ab, es passiert etwas - realistisch betrachtet - Unmögliches, und die weißgekleidete Braut steht plötzlich da wie ein begossener Pudel. Visuell sind die Träume sehr imposant und einfallsreich umgesetzt, wobei manches wenig überraschend an A Nightmare on Elm Street, anderes wiederum an Hellraiser erinnert. Sehr schön eingewoben sind auch die paar deftigen Splattermomente, die ohne Vorwarnung über den Zuschauer hereinbrechen. Das Tempo des Filmes ist ungemein hoch, so daß die Zeit wie im Flug zu vergehen scheint und es kaum Verschnaufpausen gibt. Die Idee mit dem Spiegelraum gefällt ebenso wie das Verwischen der Grenzen zwischen Traum und Realität, die Geräuschkulisse ist effektiv, wenn auch etwas überzogen, und die Alptraumatmosphäre (nicht enden wollende Korridore, seltsames Licht, etc.) ist dicht und bisweilen unheimlich. Ja, da sind dem Herrn Cokeliss wirklich einige feine Sachen geglückt. Umso ärgerlicher ist es daher, daß man am Ende etwas unbefriedigt und enttäuscht zurückbleibt.

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 Betreff des Beitrags: Re: DREAM DEMON - TRAUMDÄMON - Harley Cokeliss
BeitragVerfasst: 18.10.2014 12:11 
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Kommt Ende des Monats von 84 Entertainment, natürlich streng limitiert in vier verschiedenen Cover-Varianten.

Den O-Ton scheint man sich gespart zu haben!? :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: DREAM DEMON - TRAUMDÄMON - Harley Cokeliss
BeitragVerfasst: 18.10.2014 13:00 
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Randolph Carter hat geschrieben:
Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Kommt Ende des Monats von 84 Entertainment, natürlich streng limitiert in vier verschiedenen Cover-Varianten.

Den O-Ton scheint man sich gespart zu haben!? :shock:


Das richtige Bildformat anscheinend auch. :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: DREAM DEMON - TRAUMDÄMON - Harley Cokeliss
BeitragVerfasst: 27.10.2014 23:10 
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Aber Hauptsache "streng"(!) limitiert......


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 Betreff des Beitrags: Re: DREAM DEMON - TRAUMDÄMON - Harley Cokeliss
BeitragVerfasst: 14.12.2014 08:15 
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Hab "Dream Demon" gestern zum ersten Mal gesehen. Schönes informatives Review übrigens. @Randolph.

Stimme nicht in allen Punkten zu. Die Rolle der Reporter war mir auch zu übersteigert und eindimensional. Aber ich hatte schlussendlich ein Problem mit dem ganzen Film. Fand sämtliche SchauspielerInnen total mies, die Charaktere viel zu oberflächlich und platt und die Handlung zu verworren und relativ bald schon langweilig.
Von einer Sekunde auf die andere wechseln die Szenen von Tag zu Nacht und die Hauptdarstellerin schläft ständig völlig unmotiviert ein.
Ja, sie hat ein Schlafdefizit wegen ihren Alpträumen, aber es trotzdem wirkt es etwas übertrieben. Wie alles andere auch.

Die Effekte wirken rein um der Show willen gemacht (wie die Reporter) und nicht, um eine Geschichte zu erzählen.
Der Anblick der Inneneinrichtung des Hauses, in dem die Hauptdarstellerin wohnt, ihre Kleidung und das Outfit ihrer Besucherin Jenny lassen mir beinahe die Augen tränen, so hässlich und stillos sieht das alles aus. Von dem Kerl, den Diana (angeblich noch Jungfrau, kein Wunder...) heiraten wird, fang ich erst gar nicht mal an.
Nein, nein. Der Traumdämon und ich werden keine Freunde.

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 Betreff des Beitrags: Re: DREAM DEMON - TRAUMDÄMON - Harley Cokeliss
BeitragVerfasst: 15.12.2014 18:30 
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Asa Vajda hat geschrieben:
Von dem Kerl, den Diana (angeblich noch Jungfrau, kein Wunder...) heiraten wird, fang ich erst gar nicht mal an.


Ein absoluter "Traumtyp", nicht wahr? :kozy:

Ich kann dir da eigentlich nicht widersprechen. Geschichte, Figurenzeichnung, Ausstattung, wirres Traumszenario... kann verstehen, daß man da Probleme mit hat. Im Gegensatz zu den nervigen Reportern fand ich die beiden Protagonistinnen aber noch im Rahmen, zumindest sind die mir nicht auf den Sack gegangen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DREAM DEMON - TRAUMDÄMON - Harley Cokeliss
BeitragVerfasst: 15.12.2014 21:02 
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Randolph Carter hat geschrieben:
Ein absoluter "Traumtyp", nicht wahr? :kozy:


Ja, den würde ich auch ohne mit der Wimper zu zucken heiraten! :twisted:

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