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 Betreff des Beitrags: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 07.05.2010 13:55 
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HIGH TENSION („Haute Tension“, Frankreich 2003) R: Alexandre Aja


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Die Studentinnen Alex (Maïwenn Le Besco) und Marnie (Cécile De France) fahren zum Haus von Alex’ Eltern in der französischen Provinz, um für bevorstehende Prüfungen zu büffeln. Doch bereits in der ersten Nacht dringt ein mysteriöser Fremder (Philippe Nahon) in die Behausung ein, tötet die gesamte Familie und nimmt Alex in seinem alten Lieferwagen gefangen. Marnie heftet sich an die Fersen des Fieslings, um ihre Freundin zu retten…

An dieser Stelle sollte eigentlich mit der Besprechung Feierabend sein, wenn man nicht zuviel verraten möchte. Was man noch erwähnen darf, ohne zu spoilern:
HAUTE TENSION ist ein nervenzerfetzend spannender, an die Substanz greifender, unerträglich intensiver, konsequent inszenierter, extrem fieser und blutrünstiger, klasse gespielter, hervorragend gefilmter und geschickt montierter Slasherfilm mit aufwühlendem Elektro-Score – und einem, nun ja… überraschenden Ende.

Da es im Folgenden um eben jenes Ende bzw. die Auflösung des Films gehen wird, werde ich aus Rücksicht auf alle, die den Film noch nicht gesehen haben, das fahle Tarnkleid des Spoilerschutzes darüber ausbreiten. ;-)

Alle, die den Film kennen, wissen: Am Ende stellt sich heraus, daß Marnie die Taten selber begangen hat und offenbar an so etwas wie „Persönlichkeitsspaltung“ leidet. Bei der ersten Sichtung hat dieser Plottwist mich zunächst überrascht, danach zum lachen gebracht und schließlich maßlos verärgert – fand ich ihn doch arg bemüht und an den Haaren herbeigezogen. Fachleute (sprich: Slasher-Experten) rieten mir, dem Film eine zweite Chance zu geben, dann werde sich Ajas Geschick offenbaren und die scheinbaren Löcher im Skript sich mit staunendem Wohlgefallen schließen. Gesagt, getan.
Das Problem ist nur: Nach der zweiten Sichtung klafften die Löcher noch viel größer.

Doch zunächst zu den Situationen, wo das Drehbuch (immer in Hinblick auf das Ende) funktioniert: Bereits in der Expositionsszene sehen wir Marnie, wie sie verletzt durch den Wald rennt und von jemand/etwas Unsichtbarem verfolgt wird. Sie erwacht im Auto auf der Rückbank, während Alex am Steuer sitzt – alles nur ein Traum. „Wer hat dich denn verfolgt?“, will ihre Freundin wissen. „Niemand“, erwidert Marnie. „Ich habe mich selbst verfolgt.“
Im Verlauf häufen sich solche, mehr oder weniger subtile, Andeutungen. Man versteht nun, warum Marnie mit solch seltsamen, raubtierhaften Blicken das Interieur des Hauses von Alex’ Familie taxiert. Man begreift plötzlich, warum die hingeschlachtete Mutter im Sterben sie fragt: „Warum?“ Man kann das Entsetzen nachvollziehen, das die gefesselte und geknebelte Alex empfindet, als Marnie sie aus dem Lastwagen befreien will. Das sind die Momente, die Aja wirklich rundum gelungen sind. Sehr schön finde ich auch die psychosexuelle Komponente, daß Marnie lesbisch ist und der bullige, stinkende, schwitzende Killer ein Symbol ihrer verdrängten Schuldkomplexe und ihres offensichtlichen Männerhasses ist.

Aber nach wie vor hat Aja zwei eklatante Fehler begangen, zwei Plotpoints eingebracht, die schlichtweg nicht funktionieren.

Punkt 1: Zu Beginn sehen wir den Täter während der berüchtigten Fellatio-Szene in seinem Lastwagen sitzen, in der Nähe des Hauses (neben dem Maisfeld).
Hat diese Szene nie stattgefunden? Sitzt tatsächlich Marnie in dem Wagen? Wie kann sie dann gleichzeitig mit Alex im Auto sitzen und sich erst auf der Fahrt zu diesem Ort befinden? Ist alles nur ein Produkt ihrer Einbildungskraft, ein fiebriger Wahntraum? Müsste dann nicht alles Folgende auch nur ein Traum sein? (GROSSANGRIFF DER ZOMBIES lässt grüßen…)

Punkt 2: Der Killer fährt nach dem Massaker an der Tankstelle mit seinem Lieferwagen davon. Marnie verfolgt ihn mit dem Auto des ermordeten Tankwarts. Plötzlich befindet sich der Laster hinter Marnie (ein sehr gelungener Schockmoment) und rammt sie. Sie überschlägt sich und kriecht schwerverletzt aus dem Wrack.
Wie soll das funktionieren? Hat es tatsächlich nur einen Wagen gegeben (logischerweise den Laster)? Wodurch wurde sie dann verletzt? Und überhaupt: Wenn Marnie die ganze Zeit über den Lieferwagen gefahren hat, woher hat sie diese Karre? Parkte er schon die ganze Zeit in der Nähe, hat sie den Mord an Alex’ Familie bereits im Vorfeld geplant? Wiederum: Alles nur ein Traum??

Mich beschlich auch mitunter das mulmige Gefühl, als habe Aja sich erst zu dem Kniff am Ende entschieden, als er bereits zwei Drittel des Filmmaterials runtergekurbelt hatte. Vielleicht hatte er in der Zwischenzeit FIGHT CLUB gesehen und wollte seinem eigenen Film posthum eine originelle Note verleihen? Reine Spekulation, aber es kommt einem beinahe so vor…

Aber vielleicht stelle ich mir auch nur zu viele unnötige Fragen. Vielleicht sollte ich das Hirn ausschalten und einfach nur die Spannung und den Nervenkitzel genießen. Allerdings fällt mir das schwer, denn was ich einem Trashfilm (erneut gemahne ich an GROSSANGRIFF) verzeihe, das lasse ich einem durchgestylten, auf Hyper-Realismus getrimmten Werk wie HAUTE TENSION noch lange nicht durchgehen. Ich verlange ja auch gar nichts Unmögliches: Ein paar kleine Sorgfältigkeiten im Drehbuch hätten den Fauxpas geschickt ausbügeln können. Aber warum soll ich mir meinen Kopf zerbrechen, damit Aja den seinen schonen kann? (Damit er später dann das völlig überflüssige Remake von THE HILLS HAVE EYES in Hollywood drehen konnte, deshalb.)


Fazit: Der Stil ist großartig, die Substanz schwächelt. Unterm Strich bleibt dennoch ein lupenreiner und absolut kompromissloser Terrorfilm (siehe oben), der, zumindest in seiner ungeschnittenen Fassung, knappe 90 Minuten blendend unterhält und schwer an die Nerven geht – was manchmal dasselbe sein kann.
Das bedeutet in Zahlen immer noch dicke 7 von 10 Punkten.

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 09.05.2010 23:05 
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Habe den Film hier auch als DVD stehen und für gut befunden.
Mir ist aufgefallen, dass sich Herr Aja z.T. von Torso inspirieren ließ.
Hat das noch jemand so gesehen?
Meine jetzt die Szenen zum Ende von Torso...


Grüße

Marco


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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 30.01.2012 17:38 
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Zitat:
Mich beschlich auch mitunter das mulmige Gefühl, als habe Aja sich erst zu dem Kniff am Ende entschieden, als er bereits zwei Drittel des Filmmaterials runtergekurbelt hatte. Vielleicht hatte er in der Zwischenzeit FIGHT CLUB gesehen und wollte seinem eigenen Film posthum eine originelle Note verleihen? Reine Spekulation, aber es kommt einem beinahe so vor…


Ich habe eher das Gefühl, daß er den Roman Intensity von Dean Koontz verfilmen wollte und dieser nicht zugestimmt hat. Die ersten zwei Drittel des Films sind praktisch identisch mit dem Roman. Erst nach der Tankstellenszene weicht die Filmhandlung von dem Roman ab.
Ich war ziemlich erstaunt über die Ähnlichkeit zwischen High Tension und Intensity als ich den Film das erste mal gesehen hatte, auch verwundert hat mich, daß dieses Thema so gut wie gar nicht in Reviews und im Internet thematisiert wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 30.01.2012 21:24 
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Echt, danke für die Info! Das Buch müsste ich haben (liegt noch irgendwo ungelesen rumliegen). Da bin ich schon gespannt!

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 30.01.2012 21:56 
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Aha! Interesant, kenne das Buch nicht.

(Übrigens musste ich eben über meine eigene Rezension ganz schön lachen. Was habe ich mir da eigentlich für eine Grütze rausgeschwurbelt? Hatte wohl zuviel Zeit & Geld... :lol: )

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 31.01.2012 00:03 
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...und nur 7/10? So geht das aber nicht! :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 24.05.2013 10:49 
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Den fand ich klasse bis auf die banale Auflösung... Die Atmosphäre ist wirklich sehr dicht, bedrückend und düster. Der Spannungsaufbau ist hervorragend, man fühlt sich regelrecht in den Film hineingesogen!

8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 24.05.2013 12:10 
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Ich hatte mal ne interessante Interpretaion zu den ganzen Geschehnissen und eventuellen Logiklöchern im Film gefunden. Wer Zeit und Lust hat, darf sich gerne den Spoiler angucken :mrgreen:

Ok, let's put this whole debate about the ending to rest. I'll provide you with all of my theories I've come up with in the movie and try to make it easier for some of you to understand. Here we go...


THE MAGIC WORDS: I believe that the most important line in the film will have to be at the very beginning when Marie is seen in the mental hospital, repeating that chilling phrase, "I won't let anyone come between us anymore". But when the camera pans up to the back of her head, you can see a blurry image of a video CAMERA in front of her. Then she says those magic words, "Are they recording?", and it instantly goes to her dream sequence.

"Are they recording?" like I said, has to be the most important line in the film in order for you to understand the ending, because someone is obviously interogating her, asking her what happened from what she saw. So that would mean that the entire movie, from her dream sequence all the way to the end of the film, is being told from HER point of view, and how she herself saw everything. This is going to be a major importance to the film, because it's going to show the difference between the reality of the film and the non-reality.



TWO VEHICLES, BUT ONE KILLER?: It's time for the theory on Marie being chased by a killer while she's driving the yellow car and the killer is on her tail. Once again, this is going to reffer back to the "MAGIC WORDS" section of this thread. The killer is a split personality of Marie, but she's forming a view of herself being chased by the killer. In reality, she's in the killer's vehicle, and she isn't chasing anybody. She's only assuming that she's being chased, because that's how she saw everything. There was no yellow car flipping over. Marie only put herself in that position, making her think that she was inside the car, and that she was in the wreck. All the burns she got was only in her mind.




THE JIMMY THEORY: Once again, this is going to reffer to the "MAGIC WORDS" section. Marie SAW Jimmy getting killed by the killer, but it was obviously her. She SAW Jimmy panicking after she told him to call the cops, and she saw Jimmy winking at her, hinting that he'll call the police. But in reality, that's only a vision in her head. She could've done everything the killer did in the scenerio from wearing the sunglasses to getting Jimmy tense. Although, since Jimmy and Marie were the only ones in the store, there was no one distracting Jimmy. He was only trying to focus on saving himself. He didn't see any female come into the store in panic, asking him to call the cops. That only existed in Marie's mind.



WHERE DID THE TRUCK COME FROM?: Once again, the truck is only an image in Marie's head. The truck didn't exist. Marie thought it did, but in reality, there was no truck. One theory would be that the "truck" is actually the car that Marie and Alex drove in. Marie only visioned it as a truck, because her split personality was taking control of her. OR...before the killing started, maybe the truck was real? MAYBE, she found an abandoned truck when she went to smoke outside, hotwired it, and used it. I know it sounds too far fetched, but you never know. Because remember, Alex's family lives out in the country. It wouldn't surprise me if there was an abandoned truck out there.

But back to the car being the "truck". Marie could've stuffed Alex in the trunk of the car, and since her split personality was getting the best of her, she saw the trunk to be as a rusted old inside of a truck. When we see her and Alex riding in the back of the "truck", that could just be another vision in Marie's mind. She's THINKING that she's really back there with Alex, but she's actually driving the "truck".



WAS MARIE'S MASTURBATION SCENE REALLY NECESSARY?: Yes, that scene was absolutely necessary for the plot. It gives an explanation on the exact time when the killer becomes Marie's split personality. This will also lead to a hint that Marie is a lesbian. Think of Marie masturbating just moments after watching Alex naked in the shower. At the beginning, we see that Marie has drawn an interest towards Alex, but it's not official if it's on a love or friendship level yet. Then, when the movie rolls on, we get into conversations between Alex and Marie about Alex seeing men who aren't single, thus upsetting Marie (Implying that she worries about Alex that she might get into some wrong habits. So ok, there's nothing wrong with caring for your friend). But when Marie sees Alex in the shower and doesn't look away, NOW it's obvious that she has some obsession for her friend, also if she masturbates right after that.

Now, this is where the killer becomes apart of Marie. Notice that Marie's obsession for Alex sort of gives her a violent side, such as she wants her, but she knows she can't have her. Now, when she masturbates in the bed, notice that the killer is coming closer to the house in the truck. The more Marie masturbates to her obsession with Alex, the closer the killer is getting to the house. It's like Marie's violent side and rage for her love for Alex is building up inside of her. So when the killer is getting closer to the house, that's meaning that the killer inside Marie is getting closer and closer to becoming apart of her. Then when she climaxes, the killer is officially apart of Marie, and that's why he's outside the front door at that exact moment.

But now think about this, what if Marie never did go back inside after having a smoke outside? Because now this theory would draw some confusion as saying, "Well how can she be in the bed and outside of the house at the same time?" It's possible that the moment Marie saw Alex in the shower, she could've masturbated right there on the spot. Since her split personality was devoloping, she was only THINKING that she was upstairs masturbation, but she was really outside, leading up to the killings. Because we know the killer was outside of the front door when he slashes Alex's fathers face. Marie could've just stayed outside, and only think that she was upstairs. Also when she's outside, she could use this time to put the brick saw into the vehicle (refer to "WHERE DID THE BRICK SAW COME FROM?" section), and THEN start the brutality to the family.



THE SHOTGUN: We see the killer grab a shotgun from the back of the "truck", and used it to hunt down Alex's brother. Though the "truck" wasn't real, the shotgun was. Remember, a shotgun hanging on a wall in the house is clearly visible when Marie goes outside to have a smoke. She looks through the window just before the father goes to bed.

While her split personality is getting the best of her, she never did comfort Alex in the upstairs bedroom and watch the brother get shot in the cornfield. Because she was the one who shot him. She only thought that she was upstairs with Alex, but she was the one who shot the brother, and her comforting Alex never took place.



DID MARIE KNOW JIMMY FROM BEFORE? Question: "How did the killer (Marie) know Jimmy's name? She just starts calling him by his name as if she knows him from before. What's with that?"

Answer: Jimmy has a nametag on the right side of his shirt. NEXT QUESTION!



WHAT'S WITH MARIE FIGHTING THE KILLER?: The only thing I can say about this, is that it's Marie trying to fight off her alter ego. The killer in fact did exist. He existed inside Marie. The whole sequence with Marie fighting the killer is implying that she's desperate to get rid of her alter ego, the monster that's inside of her, the killer. We see that she DID succeed in killing her alter ego, but not for long, as the killer in her came back after Alex stabbed her with a knife. She turned violent again, and that was showing the audience that the killer inside of Marie isn't dead yet. And that's what leads up to the chainsaw chase scene.



WHERE DID THE CUTS COME FROM?: This is a big theory right here. We see Marie at the end of the movie in the mental hospital with cuts and bruises all over here. It's making people think, "If Marie and the killer are the same person, then how did she have those cuts at the end?"...

This goes back to the "WHAT'S WITH MARIE FIGHTING THE KILLER?" section. Once again, the killer only exists inside Marie. And since the killer is only her alter ego, she obviously gave those cuts and bruises to herself, because like I said, the killer existed inside HER. It's showing us how crazy she is, giving herself those cuts. As she fights the killer, she's fighting herself, thus, injuring herself.



WHAT'S THE DEAL WITH THE SURVIELLENCE CAMERA? When the police arrive at the gas station, we see Marie is the one killing Jimmy. But, people are complaining on how this is apart of Marie's mind, because she's telling the story. Marie obviously didn't see the video, and this is the point where we find out the truth between reality and Marie's mind.

Think of it this way...Marie is finishing up her story, such as "I beat the killer's head in with a pole wrapped up in barbed wire. I thought he was dead, but he tried to choke me, so I suffocated him with plastic. Then I screamed. (etc.etc.)" Now, after that, think about this...while Marie is finishing up with that portion of her story, think of the cop who saw the tape is outside of the room, and KNOWS that she's lying, because he's the one whose seen the tape. He could be showing the interrogator the tape while Marie is finishing up her story, kind of like this, "She's lying. The only killer that massacred that poor girl's family and the gas station clerk is her. Here, take a look at this tape from the gas station if you don't believe me." That's what the whole scene could POSSIBLY represent (I'm not saying that it is, it's just a theory). It's showing the audience the outside of Marie's mind, which is reality. It's showing us that things are not as they may seem, and that Marie's story is not coming together with what REALLY happened.

I believe that the filmakers chose to put that scene in there before the chainsaw chase scene, because it's the perfect place for it to all come together. The movie relied on it being there. Because it would draw total confusion when Marie suddenly disappears, and the killer is back (Remember, it goes back and forth between "The Killer" and Marie during the chase scene). So we needed that part of the movie there so we could understand that it was all her, and that she acted alone. The video footage was showing US reality.



WHERE DID THE BRICK SAW COME FROM?: This is only a theory, but there's a big possibility that Marie found the brick saw around the house, maybe even a basement, and stuffed it into the "truck" before the killing stared. Because remember, Alex tells Marie that the house her family lives in used to be an old farm house that her father RENOVATED. It's possible he could use a brick saw for renovation.


THE INFAMOUS SEVERED HEAD-LOVE SCENE: Finally, we're down to our last theory...*Dun Dun Dun*...the head love scene. Though, this has NOTHING to do with the plot whatsoever, it's only showing us, the audience, how sick and demented Marie's head really is. This is where the killer in her is born. She created him, inside her, and even gave him and occupation, which would be murdering young females. Though the head love scene never HAPPENED in reality, the only significance for that scene would show us how violent Marie's character is, and that there's something we don't know about her until the movie gets to the twist. Like I said, it's only there so that we know that Marie is CRAZED with F up images in her head!



WAS THE TWIST REALLY NECESSARY? Yes, absolutely. Aja's main focus on the film was to have as much tension as it could. And the last 10 minutes, the twist, had the most tenseful stuff in the entire film. People just don't see it. They watch it ONE time and be like, "Oh, that was gay. Too many plot holes." Even though they never watch it a second time and pick up on stuff they didn't notice before. Seriously folks, I felt the exact same way you all felt. I loved the movie, but the twist didn't work for me. It left some questions unexplained, and I thought it was overused. But you know what I did? *DUN DUN DUN* I watched it a second time! Simple isn't it? Then on, I picked up on things I didn't notice at first from each viewing. It all came together, making me say to myself, "Oh, now I get it!" Now I love the twist, because it fits the film very well with it's last tenseful minutes. Would it end better if Marie killed the killer and then went home? Nope. Lame. It needed something for an extra touch, and that's what the twist did. Alot of you just don't see it. As for it being "cliched", I do recall this movie originally coming out in 2003. Even though two other movies (starring an actor who had SCISSORHANDS in the past, and an actor whose a legend in crime movies) came out after that (2004 and 2005) that had the same twist. And yet, a lot of you rag on this for making it sound like THIS movie is responsible for making that kind of twist a trend. If you want to blame a movie about this kind of twist and holding it responsible, then blame those two other movies that came out after it in 2004 and 2005, NOT this one. Although, even if it was overused, the twist in this movie actually worked. This one got it right. This multiple personality twist had the biggest impact on me since "Fight Club". There you go.



THE OTHER LOGICAL TWIST: Aside from this theory, there is another theory going around, that maybe Marie didn't know Alex at all. I can see that this could be true, cause it could explain where everything came from. It could mean that maybe Marie only met Alex for a moment some time in the past, and then immediately formed an obsession for her in her psychotic mind. Then, she only thinks that she was friends with Alex, visting her parents with her on a weekend. But it's possible that Marie never came on the trip with Alex. She would've followed her with the truck. In her mind, she's developing that she does know her, and that they're friends. This could also work when it comes to the twist. But, however, you need to know the reactions involved between different characters in the film. Remember the reaction of the mother when she first sees the killer? She never screams, just backs away in fear. This is the only downpart of this theory that I don't really agree on, because of the mother's reaction. Her reaction is some sort of a confused reaction, like why is Alex's friend killing anybody? Because if she never met Marie, then her reaction would be different. But a moment in time, after Marie arrived with Alex, they could've been introduced, even though it was never shown. So now, we get the mother's reaction of, "This girl I met just killed my husband, oh my God!". But the rest, I can see it to be very logical.





CLUES LEADING TO THE TWIST:
*When Marie awakes from her dream, she tells Alex that she was alone, but it was herself running from herself.

*The back of Marie's shirt reads "Audaces Solum", which is a Latin phrase roughly translated as "Boldy Alone", which alludes how Marie committed the murders.

*When Marie first meets Alex's father, you hear the dog, Hendrix, growl at Marie. Hinting that there's something up with her that the dog doesn't like.

*When Marie tries to calm down Alex several times, Alex backs away in fear and cries out loud (Though these never happened in reality, it's only hinting to the audience about Marie's true identity).

*When Alex's mother is murdered, we see Marie go up to her body. Though she isn't dead YET, she says something to Marie. Although, it's not a survival phrase such as "Help Alex" or "Save yourself", but instead, she says "Why me?". Viewers ambiguously mistake the mother to say this out loud to no one in particular, but most likely she asks this question directly to Marie before she dies, because Marie was the one who really killed her.

*When Marie is descending the stairs from her room we see a shot of her bare feet as she is climbing down the stairs. The soles of her feet are bloody just like the killer's boots.

*During the chase scene, we get a shot of Marie stepping on the pedals in the yellow car. The pedals are bloody. (Though the chase scene didn't happen in reality, it's only a clue to the audience)

*Both Marie and the killer are smokers.

*When Marie goes outside for a smoke, she puts on her hoodie and sits on the swing. When she's sitting on the swing, we see her hoodie fold over her eyes, just barely showing us her entire face. This is similar to the killer, who is always seen with his baseball cap covering half of his face when he's doing the killing to the family. Just when you think his entire face is going to be shown, it's either covered by a shadow or by his hat.

*After realizing there's no phone outlet, Marie stares at a doll with a crack down its face, a symbol that a change of personalities or split has occured.

*The shot of the killers hands dispensing the bullets out the window are female hands (Even though this never happened in reality, it's just a clue to the audience. REFFER TO "TWO VEHICLES BUT ONE KILLER?" SECTION)

*When Marie is in the bathroom at the gas station, we see her go to a sink and run her face under cold water after the killer leaves. The camera follows her to the sink, and back up to her looking into the mirror. If you listen to the music when she looks into the mirror after washing her face, you here a creepy tune suddenly pop up. Alot of times in slasher films, when a person looks into a mirror, the killer is usually standing behind him/her, ready to attack. But since Marie is in fact the killer, she's seen looking at herself in the mirror, the killer.

*Marie strikes the killer in the exact same place she received her head injury in the car. (Even though the car wreck didn't exist. She gave the bruise to herself. REFFER TO "WHERE DID THE CUTS COME FROM?" SECTION)

*The killer is aware of Alex's name, as he asks Marie "Why do you care so much about Alex?"

*When Marie goes up to her room after watching Alex in the shower, she lays down and listens to the reggae artist, U-Roy. Listen to the lyrics of the song. They are saying, "Just another girl, that's what you are."

*The UNRATED DVD cover gives a clue, the one with Marie holding the chainsaw. Notice the slash across Marie's face, how it implies to her multiple personalities. Also, notice that one half of her body is clean, and the other half is bloody.




I hope this clears up any of the confusion with the plot.

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"That's when you know you've found somebody special. When you can just shut the fuck up for a minute and comfortably enjoy the silence."


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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 24.05.2013 16:20 
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Ich muss zugeben, dass ich die Anfangsszene mit der Videokamera, dem Geständnis und der (Schlüssel-)Frage: "Are they recording?" beislang immer irgendwie übersehen, bzw. nicht folgerichtig in den Gesamtzusammenhang eingeordnet habe. Das lässt wirklich alles in einem anderen, neuen Licht erscheinen.
Man braucht dann gar keine so ausufernden Theorien - es könnte auch sein, daß Marie einfach nur lügt und den Killer erfindet, bis zu dem Punkt, wo ihre Erzählung/Maske zusammenbricht und sie als der echte, einzige Killer entlarvt wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 24.05.2013 19:32 
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Ich mag Haute Tension zwar auch sehr, aber ...

Die Kopf-Fellatio-Szene funktioniert so gut wie gar nicht vor dem Hintergrund des Twists. Davor geht der zitierte Interpret auch mehr oder weniger in die Knie, wenn er nur schreibt, dass das nie stattgefunden hat und einfach zeigt, wie "krank" Marie sei. Für mich wirkt das aber eher so, als hätte man auf diese kranke Szene nicht verzichten wollen, obwohl sie nicht zum Twist passt. Die meisten Szenen lassen sich "übersetzen" in "sie ist die Mörderin" statt "er ist der Mörder", aber z. B. der Mord mit der Kommode wirkt mit der schmächtigen Marie als Ausführender natürlich noch grotesker als mit dem bulligen Mörder.

Die ganze Interpretation funktioniert so, dass alles, was nicht zum Plot-Twist passt, abgetan wird mit "das ist nur in ihrem Kopf". Das ist ja gut und schön, aber nicht gerade eine überwältigende Erleuchtung.

Was es im Rahmen des Twists soll, dass sie den "Mörder" tötet, ist auch nicht klar. Das könnte vom Twist her gesehen heißen, dass sie die mörderische Seite ihrer Persönlichkeit "getötet" hat, aber das hat sie ja eben nicht. Sie macht einfach weiter wie vorher.

Der als Hinweis angeführte und mit "Boldy (??) Alone" übersetzte Lateinspruch "Audaces solum" bedeutet "Nur die Mutigen". Das passt nun nicht mehr wirklich zum Plot-Twist.


Ich persönlich finde nicht, dass die ganze Handlung komplett auf den Twist hin durchdacht ist. Für mich wirkt das eher so, dass ein konventioneller Slasher geschrieben wurde und man erst am Ende gedacht hat: "Mist, wir brauchen irgendwie noch was Besonderes".

Edit: Sehe gerade, dass Diabolik! das oben auch schon geschrieben hat.

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Higurashi no Naku Koro ni


Zuletzt geändert von Adalmar am 24.05.2013 19:43, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 24.05.2013 19:35 
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POshy hat geschrieben:
Ich hatte mal ne interessante Interpretaion zu den ganzen Geschehnissen und eventuellen Logiklöchern im Film gefunden....


Ein ellenlanger Stinkefinger an die Logiklochfraktion unter uns! Eat this!

Das ist ja genau das, was ich immer sage: "Denkt einfach mal kurz nach, ob es nicht doch eine (ich nenn es jetzt mal extra nicht "logische", sondern) plausible Erklärung geben könnte, die euer ach so überlegen in die Welt posauntes "Logikloch" mit Leichtigkeit stopfen könnte."

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 24.05.2013 19:40 
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Den Stinkefinger kann ich hier leider nur erwidern :mrgreen: Es kommt nämlich immer drauf an, wie sich ein Film zum Thema Logik positioniert. Dieser Film hier macht seine eigene Handlungslogik doch gerade zum Thema, wenn er so einen Twist präsentiert. Man kann nicht so tun, als hätte man den Zuschauer schlau überlistet, während in Wirklichkeit vieles danach gar nicht mehr funktioniert.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 24.05.2013 19:48 
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Adalmar hat geschrieben:
Den Stinkefinger kann ich hier leider nur erwidern :mrgreen: Es kommt nämlich immer drauf an, wie sich ein Film zum Thema Logik positioniert. Dieser Film hier macht seine eigene Handlungslogik doch gerade zum Thema, wenn er so einen Twist präsentiert. Man kann nicht so tun, als hätte man den Zuschauer schlau überlistet, während in Wirklichkeit vieles danach gar nicht mehr funktioniert.

Ich hab nicht behauptet, dass der Erklärbär hier besonders clever ist, sondern lediglich, das man oft mit Leichtigkeit so manch Logiklöcher eleminieren kann. Ob dadurch der Film besser oder schlechter wird liegt immer noch im Auge des Betrachters, denn klar kann ich konkret hier bei HIGH TENSION noch sagen, dass ich den Erklärbär
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Kackomat finde, ich kann allerdings nicht behaupten, der Film wär voller "Logiklöcher" - that's the point!

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 01.06.2013 10:30 
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Markus, der gerne jammen würde mit dir, sagt folgendes davon:

Der Film fängt wieder mal fad an, wird dann zwischendruch zum Klischee, und man fragt sich gegen Ende, ob der Regiesseur nicht mitten im Film auf die glorreiche Idee kam, eine Art "Fight Club" urplötzlich daraus zu machen?
Dann beim Ende frage ich mich dann, ob der Film dann doch nicht ein Wiederspruch in sich selber ist?! Egal, es kommt immer mal wieder kurzzeitig was von so ner Art Terrorfilm rauf, aber irgendwie bis aufs 0815 Ende vorhershebar gewesen.

4/10

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 01.04.2014 22:29 
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Gerade im Horrorgenre stößt man doch andauernd auf Filme, die ihre Logik der Atmosphäre und Spannung opfern. Nun wird in High Tension nun wahrlich nicht viel geredet, sondern mit wenigen Mitteln eine enorme Spannung erzeugt und "nur" weil der Film im Endeffekt inhaltlich vielleicht nicht (ganz) klappt, hagelt es Kritik.
Hier muss ich ganz klar sagen: Und?
Differenziert man die logische Ebene von der reinen filmischen Leistung, so profitiert Ajas Geniestreich hier m.M.n. ganz gewaltig, für mich ist "Haute Tension" nämlich einer der härtesten, schonungslosesten, düstersten und spannendsten Slasher der letzten Jahre! :!:

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 09.04.2014 18:45 
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Ich bekenne: ich habe kein Problem mit Logiklöchern! :mrgreen: :mrgreen:
Überhaupt nicht!
Wer überall nach Logik sucht, sollte sich dem Horrorgenre eher fern halten und kann sich ja dem Arthaus Film oder einem anderen Genre widmen.

Wenn die Optik und die Atmosphäre passen und die SchauspielerInnen gut gecastet sind, kann ich sogar sehr gut über Ungereimtheiten in der Handlung hinwegsehen.
Allerdings hat "High Tension" bei mir überhaupt nicht gezündet.

Den in diesem Thread auch schon erwähnten "Frontier(e)s" finde ich wesentlich besser.

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 22.04.2014 08:59 
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Frontier(s) finde ich deutlich schwächer als High Tension. Martyrs hingegen besser als Frontier(s) und High Tension zusammen. Packe ich noch Them hinzu, dann sehe ich ein Quartett dass das seit Mitte der 80er schwächelnde Horror-Kino mit dem Vorschlaghammer aus dem Tiefschlaf holte.

High Tension verschenkt seine Chance so außergewöhnlich zu enden wie es dem Film zu 90% gelingt- außergewöhnlich zu sein. Habe den Film zweimal gesichtet, beim ersten mal habe ich die Lösung gehasst, beim zweiten mal fand ich sie zumindest durchschnittlich. Die Einbindung und das Vorgehen des Films lässt -wie bereits angerissen- zu 90% der Laufzeit ein hervorragendes Terrorkino resultieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 13.03.2016 15:10 
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High Tension ("Haute Tension" F 2003, Regie: Alexandre Aja)

Marie (Cécile de France) und Alex (Maïwenn Le Besco) sind dicke Freundinnen. Sie fahren zu Alex Eltern aufs Land, um mal auszuspannen. Doch des Nachts geschieht das Grauenvolle. Ein geheimnisvoller Mann (Philippe Nahon) mit einem Lieferwagen verschafft sich Zutritt zum Haus, schlachtet Eltern, Kind und Hund ab und entführt Alex. Marie schafft es, dem Lieferwagen zu folgen und entdeckt nach einem wahren Horrortrip das dunkle Geheimnis des Schlächters.
(OFDb, gekürzt)

Donnerschlag - das war jetzt mal eine echt ernüchternde Neusichtung. :|

ACHTUNG - es werden zwar keine Szenen explizit gespoilert, dennoch empfehle ich jedem, der den Film noch nicht kennt, sich selber ein Urteil zu bilden, bevor er meine Besprechung liest.
Einige Vergleiche und Erwähnungen könnten nämlich durchaus manche Überraschung erahnen lassen!


Positiv ist zunächst mal, dass es Aja gelungen ist, eine wirklich intensive Atmosphäre des Terrors und der Angst aufzubauen, die er bis zum Ende auch hält.

"High Tension" war 2003 einer der ersten Filme, die den ernsthaften und harten Horrorfilm zurückbrachten. Mit Gianetto De Rossi hatte Alexandre Aja einen begnadeten Make Up-Künstler der alten Garde am Start, der hier ganze Arbeit leistete. Und ich finde immer noch, dass handgemachte Splattereffekte einfach nicht durch CGI zu ersetzen sind. Sie mögen vielleicht nicht so perfekt aussehen, aber dafür sehen sie schmutziger und plastischer aus. Die Köpfung mit der Kommode fand ich zwar etwas Over The Top, aber insgesamt ist die Szene sehr eindringlich und verstörend.

Leider schießt das Drehbuch im letzten Drittel weit über sein Ziel hinaus. Am Ende hält der Film nämlich noch eine Überraschung bereit. Doch genau hier stürzt das Kartenhaus mit einem Knall in sich zusammen, denn bei genauer Betrachtung entpuppt sich das Ganze als ziemlicher Mumpitz. Alexandre Aja bedient sich hier eines Kniffs, der in ähnlicher Weise zuvor schon von Filmemachern, wie Alan Parker, David Fincher oder Nicolas Roeg aufgegriffen wurde.

Und hier muss ich nochmal den (m. E. total unterschätzten) "Blair Witch 2: Book Of Shadows" hervorheben. Der bedient sich nämlich nicht nur desselben Kniffs, sondern weist auch einige erstaunliche Ähnlichkeiten in der Inszenierung auf (-z. B. die Tankstellenszene). Entstanden ist "Blair Witch 2" aber schon drei Jahre vor "High Tension". Ein Schelm, wer böses dabei denkt - vielleicht aber wirklich nur Zufall. Doch wo mich "Blair Witch 2" auch bei zweiter Sichtung noch überzeugen konnte, habe ich bei "High Tension" entsetzt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Denn wo "Blair Witch 2" mit psychologischer Raffinesse und durchdachter Inszenierung punkten kann, holt Aja am Ende einfach unvermittelt die Plot Twist-Keule aus dem Sack, um den Zuschauer mit einem Schluss-Schock zu "erschlagen", der in dieser Form nicht gerade plausibel wirkt.

Das wirkt mMn nicht nur wenig durchdacht, sondern entlarvt im Endeffekt das ganze Geschehen als Fake, um den Zuschauer an der Nase herumzuführen. Zugegeben, war ich damals recht geplättet von dem Finale. Bei zweiter Sichtung fiel mir dagegen umso ärgerlicher auf, wie wenig Substanz und Tiefe dahinter steckt. So wirkt "High Tension" auf mich am Ende eher wie eine schlechte Kopie von "Blair Witch 2". Denn bei "High Tension" entpuppt sich der Plot Twist spätestens bei zweiter Sichtung nur als billige Masche, mMn.

Die letzte (kurze) Szene von "High Tension" ist jedoch sehr wirkungsvoll inszeniert. Cécile de France spielt fantastisch, wodurch diese Szene ihre verstörende Wirkung nicht verfehlt. Schade, dass der Film insgesamt nicht überzeugen kann, denn er hat so viele gelungene Momente.


Fazit: Atmosphärisch dicht und konsequent brutal, am Ende aber leider völlig an den Haaren herbeigezogen und unglaubwürdig. Ziemlich überbewertet, mMn.

5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 22.03.2016 12:25 
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Mir hat der auch gut gefallen. Er ist meiner Meinung nach der zweitbeste Film von Aja, nach "The hills have eyes". Meine Wertung: 8/0


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 Betreff des Beitrags: Re: HIGH TENSION - Alexandre Aja
BeitragVerfasst: 22.03.2016 19:16 
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Für mich neben Inside der beste Franz :)


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