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 Betreff des Beitrags: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 26.10.2013 18:46 
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INSEL DES SCHRECKENS - TODESMONSTER GREIFEN AN (island of terror)

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GB 1966


Regie: Terence Fisher

Darsteller: Peter Cushing, Edward Judd, Carole Gray, Eddie Byrne, Sam Kydd, ...


INHALT

Auf einer kleinen Insel vor der irischen Küste wird eine Leiche gefunden, der sämtliche Knochen abhanden gekommen scheinen. Der völlig ahnungslose Inselarzt Dr. Landers (Eddie Byrne) sucht auf dem Festland Hilfe bei dem bekannten Pathologen Dr. Stanley (Peter Cushing), doch auch diesem ist ein solcher Fall noch nicht begegnet. Stanley sucht Dr. West auf, einen Spezialisten für Knochenkrankheiten. Zusammen mit dessen Freundin Toni Merrill begeben sich die vier zu der Insel, um das Rätsel der verschwundenen Knochen zu lösen. Sie entdecken an der Haut der Toten merkwüdige Blutungen, die sie im Labor des auf der Insel arbeitenden Krebsforschers Phillips näher untersuchen wollen. Doch Phillips öffnet ihnen nicht die Tür. Kann er auch gar nicht, denn er und alle seine Mitarbeiter liegen tot und ebenfalls knochenlos auf dem Boden des Labors. Kurzerhand nimmt man Phillips Aufzeichnungen mit und kommt so den Tentakelmonsterchen, den Silikaten (!), auf die Spur. Doch diese scheinen unverwundbar zu sein. Unter den Inselbewohnern bricht eine Panik aus. Erst ein radioaktiv verseuchter Hund scheint die vier auf die Fährte zur Vernichtung der Monster zu bringen.


KOMMENTAR

Ein schönes B-Filmchen von Terence Fisher, der einige der bekanntesten Hammer-Filme inszeniert hat. Mit dabei ist sein Star Peter Cushing. Die übrigen Darsteller spielen ihre Rollen glaubhaft, Carole Gray darf etwas Bein zeigen und ist sonst für den Kreisch-Faktor des Films zuständig. Das Handeln ist ausnahmslos den männlichen Wesen vorbehalten. So emanzipiert waren die Drehbuchautoren 1966 in England noch nicht, Frauen suchten Schutz bei ihren männlichen Helden, oder sie waren Werkzeuge des Bösen, so waren in den meisten DRACULA-Verfilmungen die Herren der Schöpfung die Vampirjäger, den Frauen blieb die Opferrolle. Eine Freizügigkeit hatte immer einen etwas diabolischen Beigeschmack (THE VAMPIRE LOVERS, TWINS OF EVIL, LUST FOR A VAMPIRE). Auch in diesem Sci-Fi-Film schmiegt sich die recht hübsch anzuschauende Carole Gray an ihren Helden, den jugen Wissenschaftler Dr. David West. Auf der Monsterhatz muss sie jedoch im Auto oder in dem Haus bleiben, eine Monsterjagd ist ja auch für ein Mädel zu gefährlich. Von ihrem ersten Filmauftritt, bei dem sie noch recht frivol nur mit einem Männerhemd bekleidet das Zimmer betritt, gibt sie sich von Auftritt zu Auftritt nicht nur in ihrer Kleiderwahl zugeknöpfter und akzeptiert die Befehle der Männerwelt zunehmend widerspruchsloser. Setzt sie am Anfang noch durch, dass sie mit auf die Insel darf, so führt sie gegen Ende des Films nur noch Befehle aus und sucht Schutz bei den starken Männern. Leider war dieser Film auch der letzte größerer Leinwandauftritt von Carole Gray. (Die Herren der Schöpfung dagegen durfte der geneigte Zuschauer noch in vielen anderen Filmen bewundern!)

Der zweite etwas fade Beigeschmack liefert der Film in seiner Sicht auf die Radioaktivität und den Umgang damit. Die Folgen der radioaktiven Verseuchung sind Mitte der 60er Jahre längst bekannt und wurden in zahlreichen Monsterfilmen thematisiert, indem durch nukleare Verseuchung Monster entstehen, die die Welt und speziell die Menschheit zu vernichten drohen. Hier entstehen die Monster durch Züchten von lebenden Zellen, die Krebszellen auffressen sollen. Leider entstehen dabei diese Mutationen, die Silikate, die zum Leben Calcium benötigen, welches bekanntlich in den Knochen der Lebewesen vorkommt. Als einzige Möglichkeit, diese gegen Kugeln, Feuer und Dynamit, also den herkömmlichen Waffen, immunen Viecher zu besiegen, scheint Strontium 90 zu sein, ein radioaktives Element! Da wird dann ein hochgradig verseuchtes Tier ohne Schutzanzug seziert, die Tiere auf der Insel werden einfach mal eben mit eben diesem Strontium 90 kontaminiert, und die Bauern stehen dabei und halten ihre Tiere noch fest, damit der Wissenschaftler - übrigens eben dieser Dr. West, die poitive Identifikationsfigur des Streifens - den Tieren die radioaktive Injektion verabreichen kann. Und am Ende des Films sagt genau dieser Dr. West, nachdem der Bürgermeister der Insel meint, sie hätten den für die Entstehung der Kreaturen verantwortlichen Wissenschaftler Dr. Phillips nie auf die Insel lassen sollen: "Vergessen sie nicht, dass er (Phillips) versucht hat, der Menschheit zu helfen. Er musste das Risiko eingehen. Die Wissenschaft lebt von Erfolgen und Misserfolgen!"

Und wenn man am Ende des Films sieht, wie in einem fernen Land sich die Ereignisse wiederholen und dabei bedenkt, dass die Wissenschaftler sich glücklich schätzen, dass die Katastrophe nur auf einer kleinen Insel stattfand (gab's da nicht mal eine kleine Milzbrandinsel vor der englischen Küste???) und die Tierchen sich auf dem Festland unkontrolliert ausbreiten würden und ja nur eine radioaktive Verseuchung das Problem aus der Welt schaffen würde (sprich: die Atombombe!), so sagt dies doch einiges über das geistige Vermächtnis der Drehbuchautoren des Films aus!

Ein reaktionärer Film, der aber durchaus spannend und durch die routinierte Regie Fishers sehr kurzweilig ist und die Tentakelmonsterchen sind doch allzu putzig. Deshalb 6/10 Punkten.

PS: Der Film ist übrigens keinesfalls eine Hammer-Produktion, wie ich inzwischen oft gelesen habe. Als Produktionsfirma ist im Film die Firma Planet Film angegeben. Die Veröffentlichung von Cult Cinema International (auch die DVD von Laser Paradise in der Midnight Movies Reihe Nr. 13 ist identisch mit der CCI-Veröffentlichung, sie hat nur eine andere Verpackung) hat ein gutes Bild, der Ton ist nicht zu stark gefiltert, dadurch rauscht er zwar gelegentlich, doch versteht man die Sprecher und die leisen Hintergrundgeräusche sehr gut. Die bei diversen Veröffentlichungen oft geschnittene Szene, in der Peter Cushing sich von einem Körperteil trennen muss, ist mitsamt dem daraus spritzenden Blut enthalten. Als Bonus gibt es den Originalton, den Originaltrailer, sowie die deutschen Aushangfotos und diverse Setfotos und den Werberatschlag in S/W.


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 Betreff des Beitrags: Re: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 26.10.2013 20:15 
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Am 3.10.08, hab ich den auch mal gesehen, ich Schrieb:



"Das Stronzium 90 scheint zu wirken!"

Horror der älteren art wo es etwas gemächlicher zu geht! Kaum blutige effekte nur peter Cushing´s hand wird abgeschlagen..... Für Cushing ist der film eh eine Paraderolle!
Ein wissenschaftler wollte lebende zellen schaffen um Krebs zu besiegen, hat aber aus versehen eine gefährlich tierart erschaffen die Mensch und tier die Knochen aussaugt. Mann tauft sie "Silikate" weil Silizium bei ihrer erschaffung verwendet wurde. Nur ein mittel kann sie stoppen... radioaktives "stronzium 90". Nun beginnt ein Kampf auf leben und tot! Kann das stronzium 90 sie stoppen ?
Tja schaut ihn euch an dann wisst ihr es Unterhaltsam ist der film allemal....

7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 26.10.2013 20:26 
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Habe den Film auch in guter Erinnerung. Bei der Konstellation Fisher/ Cushing kann eigentlich auch Nichts schief gehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 27.10.2013 09:32 
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sid.vicious hat geschrieben:
Habe den Film auch in guter Erinnerung. Bei der Konstellation Fisher/ Cushing kann eigentlich auch Nichts schief gehen.



Unterschreibe ich voll und ganz.
Wobei ich bei der Konstellation Fisher/Cushing/Inselhorror "Night of the big heat" noch um ein gutes Stück besser finde, was den Unterhaltungswert der Tentakelschildkröten aber nicht mindern soll.


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 Betreff des Beitrags: Re: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 27.10.2013 11:05 
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Peter Cushing in einer Hauptrolle, Terence Fisher zeichnet für die Regie verantwortlich. Weckt Erinnerungen an Hammer, kommt mir bei dieser Konstellation doch sofort die legendäre Horror-Schmiede in den Sinn. Stammt zwar aus anderem Hause, dürfte aber fast jeden Hammer-Maniac ansprechen. Kurzweiliger Stoff, bekloppte Monster inklusive. Sehr angenehm auch die deutschen Titel des Films: "Insel des Schreckens" und "Todesmonster greifen an".

7/10 (gut)


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B-Movie Rat hat geschrieben:
Wobei ich bei der Konstellation Fisher/Cushing/Inselhorror "Night of the big heat" noch um ein gutes Stück besser finde, was den Unterhaltungswert der Tentakelschildkröten aber nicht mindern soll.


Wäre ein mehr als knuffiges Double Feature ...

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 Betreff des Beitrags: Re: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 14.03.2016 13:21 
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INSEL DES SCHRECKENS

Alternativer Titel: Todesmonster greifen an
Produktionsland: Großbritannien
Produktion: Tom Blakeley
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: Terence Fisher
Drehbuch: Edward Andrew Mann, Allan Ramsen
Kamera: Reginald Wyer
Schnitt: Thelma Connell
Musik: Malcolm Lockyer
Länge: ca. 87 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Peter Cushing, Edward Judd, Carole Gray, Eddie Byrne, Sam Kydd, Niall MacGinnis, James Caffrey, Liam Gaffney, Roger Heathcote, Keith Bell, Shay Gorman, Peter Forbes-Robertson


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Auf Petries Island wird die Leiche eines Mannes gefunden. Das Seltsame: dem Körper fehlen jegliche Knochen. Der auf der Insel praktizierende Arzt, Dr. Landers, bittet Dr. West und Dr. Stanley um Hilfe. Gemeinsam kommt man den Experimenten des Dr. Phillips auf die Spur. Phillips hat scheinbar einen Organismus geschaffen der nun die gesamte Insel bedroht.

Trotz des Zusammenwirken der Hammer-Legenden: Cushing/ Fisher handelt es sich bei INSEL DES SCHRECKENS um keine Hammer-Produktion. Gedreht wurde im Nordosten von Wales, dem Black Park Country Park, und in den Pinewood Studios. Trotzdem kann man dem Film nicht absprechen das er im Stil der Hammer-Filme vorgeht - und damit zu gefallen weiß. Die gemütlichen – typisch britischen – Räumlichkeiten, sowie vom Nebel durchzogene Außenaufnahmen, vermitteln das geliebte Flair des englischen Horror-Kinos. Dazu kommt ein starker Einfluss aus dem SciFi-Bereich. Ein Bestandteil der sich auch bei Hammer (Quatermass) einer großen Beliebtheit erfreut(e).

INSEL DES SCHRECKENS lässt Organismen zur Bedrohung für die Menschheit werden. Glibberige Viecher die sich durch Spaltung vermehren. Diese Wesen sehen ziemlich seltsam aus. Man kann sie als eine Art Schildkröte mit einem Polypenfangarm bezeichnen. Eine Optik die ein wenig an spezielle Schleimmonster aus der britischen Serie Doctor Who erinnern. So wie man sie in den Doctor Who-Phasen von Tom Baker und Jon Pertwee kennen lernt.

„Ich mach das schon.“ (Dr. Stanley)

Peter Cushing ist - im Vergleich zu seinen Van Helsing Einsätzen – diesmal nicht der alleinige Koordinator im Kampf gegen das Böse. Dr. Landers und Dr. West unterstützen „seine“ Arbeit. Somit kommt geballtes Wissen zum Einsatz – was auch bitter nötig ist. Wie in vielen Horror- und Sifi-Filmen ist der Ort des Geschehens eine kleine Insel. Wir Alle wissen dass ein solcher Schauplatz das letzte Schlachtfeld - auf dem Weg zur totalen Invasion des Bösen - sein kann. Somit sind Alle gefordert dem Schrecken Einhalt zu bieten.

„Noch eine Transfusion und ich bin ein Vollblut-Ire.“ (Dr. Stanley)

Gelobt sei der englische Humor, welcher leider nur wenige Einsätze hat. Vorrangig konzentriert sich INSEL DES SCHRECKENS darauf als spannender SciFi-Monster-Film zu fungieren. Mission erfüllt, denn mich konnte die mittlerweile dritte Sichtung (erneut) bestens unterhalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 14.03.2016 19:52 
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Ein Kleinod. Schon x-mal gesehen und immer wieder toll. Fisher hatte es einfach drauf. Nur sein "Brennender Tod" wollte bei mir nicht zünden.


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 Betreff des Beitrags: Re: INSEL DES SCHRECKENS - Terence Fisher
BeitragVerfasst: 14.03.2016 22:06 
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Mailman hat geschrieben:
Ein Kleinod. Schon x-mal gesehen und immer wieder toll. Fisher hatte es einfach drauf. Nur sein "Brennender Tod" wollte bei mir nicht zünden.


"Brennender Tod" müsste ich mal wieder einlegen. Bisher fand ich den auch eher durchwachsen.

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