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 Betreff des Beitrags: SENNENTUNTSCHI - Michael Steiner
BeitragVerfasst: 26.03.2012 16:31 
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Sennentuntschi
Schweiz 2010 - Directed by Michael Steiner
Starring: Roxane Mesquida, Nicholas Ofczarek, Andrea Zogg, Carlos Leal, Joel Basman...

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1975, Schweizer Alpen: In einem abgelegenen Bergdorf taucht scheinbar aus dem Nichts eine Frau von wilder Schönheit auf. Nur der Dorfpolizist Reusch nimmt sich der Fremden vorbehaltlos an und versucht herauszufinden, wer die stumme Frau ist. Es verdichten sich Hinweise, dass die Frau von der Höhenalp kommt, wo Sennen in ihrer Einsamkeit vieles und Unvorstellbares tun, um weibliche Gesellschaft zu bekommen. Dabei tritt ans Licht, was besser im Verborgenen geblieben wäre. Quelle: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Michael Steiners Umsetzung der berühmten Sage, auf der bereits Georg Tresslers Sukkubus - den Teufel im Leib von 1989 basiert, kann sich sehen lassen. Stimmungsvoll und spannend, vielleicht einen Tick zu verwirrend erzählt, aber stark gespielt und mitreißend inszeniert. Das Sounddesign ist großartig, und "Sennentuntschi" Roxane Mesquida perfekt in der Titelrolle. Die schwierige Produktionsgeschichte merkt man diesem Alpenhorrormärchen für Erwachsene glücklicherweise nicht an. Dicke Empfehlung, und zwar nicht anstelle von Sukkubus, sondern zusammen mit ihm. Die beiden Verfilmungen unterscheiden sich gewaltig.

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 Betreff des Beitrags: Re: SENNENTUNTSCHI - Michael Steiner
BeitragVerfasst: 26.03.2012 22:48 
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Wenn man bedenkt, dass der Film beinahe nicht rausgekommen wäre, aufgrund der ganzen Geldproblemen und -streitigkeiten... Puh. Das wäre echt ein Verlust gewesen! Ich hab den Film damals im Kino gesehen (als Schweizer natürlich schweizerdeutsch) und er hat mir super gefallen. Roxane Mesquida ist sowieso fantastisch (siehe auch "Kaboom").


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 Betreff des Beitrags: Re: SENNENTUNTSCHI - Michael Steiner
BeitragVerfasst: 28.03.2012 19:56 
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Da grab' ich mal meine Besprechung von SB.com aus, vom 23. Dez. 2011:


"Wer die Seelen tötet, weckt die Dämonen!"

SENNENTUNTSCHI (Schweiz, Österreich, Frankreich 2010, Regie: Michael Steiner)

Als eines Tages in einem abgelegenen Bergdorf eine stumme Frau (faszinierend: Roxane Mesquida, aus "Rubber") aus dem Nichts auftaucht, herrscht ein großes Staunen unter den Bewohnern. Einzig der Dorfpolizist Reusch (Nicholas Ofczarek) beginnt Nachforschungen anzustellen und versucht, die Wahrheit über das plötzliche Auftauchen der wilden Schönheit aufzudecken. Er findet heraus, dass die Frau von der Höhenalp zu kommen scheint. Plötzlich findet sich Reusch mitten in dunklen Geheimnissen wieder, deren Existenz besser geheim geblieben wäre...
(MovieMaze.de)

Wow! Das ist der Horrorfilm, wie ich ihn lange nicht mehr erlebt habe. Eine Spirale aus Sex und Gewalt und eine wunderbare Schauermär über Schuld und Sühne.
Mehr als einmal bin ich zusammengezuckt und am Ende hat's mir -buchstäblich- die Kinnlade runtergeklappt. Ganz großes Kino, was Michael Steiner hier abgeliefert hat. Subtil, grausam und zugleich wunderschön.
Bin emotional immer noch aufgewühlt und möchte auch gar nicht mehr schreiben, außer: Leute, seht euch diesen geilen Film an -es lohnt sich!

10/10 -Ich liebe diesen Film!

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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 Betreff des Beitrags: Re: SENNENTUNTSCHI - Michael Steiner
BeitragVerfasst: 04.04.2012 02:50 
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Hört sich in der Tat sehr vielversprechend an! Scheint genau nach meinem Geschmack zu sein.

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: SENNENTUNTSCHI - Michael Steiner
BeitragVerfasst: 27.10.2013 16:18 
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SENNENTUNTSCHI

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Schweiz / Österreich / Frankreich 2010


Regie: Michael Steiner

Kamera: Pascal Walder

Darsteller: Roxane Mesquida, Nicholas Ofczarek, Andrea Zogg, Carlos Leal, Joel Basman, ...


INHALT

Die Schweiz in der heutigen Zeit: Ein kleines Mädchen findet beim Pilzesuchen das Skelett einer Leiche. Sprung ins Jahr 1975: Der Messdiener eines schweizer Dörfchens wird erhängt in der Dorfkirche aufgefunden. Während der Begräbnisprozession taucht eine verwilderte, nur in Laken gehüllte junge Frau (R. Mesquida) auf, die nicht sprechen kann oder will. Der Dorfpolizist Sebastian (N. Ofczarek) nimmt sich ihrer trotz des Widerstandes der Dorfbewohner an. Schnell macht die attraktive Stumme dem tumben Dorfpolizisten eindeutige Avancen, dieser ist nicht abgeneigt, möchte jedoch vorher die Identität des Mädchens klären. Dabei stößt er im Vermisstenarchiv auf ein Bild, dass der jungen Frau gleicht. Das Bild ist jedoch schon 25 Jahre alt und zeigt eine vermisste Frau, die in Verdacht steht, drei Bergbauern umgebracht, gehäutet und anschließend den Hof in Brand gesetzt zu haben. Ein Franzose (C. Leal) kommt mit einem Autobus in den kleinen Ort und wird dort von einem Bergbauern Erwin (A. Zogg) mit auf seinen Berghof genommen. Dort lebt dieser mit dem seit einem Lawinenunglück stummen Jungen Albert (J. Baseman). Die drei zechen Absinth bis zum Abwinken, und weil keine Mädels dort oben in der Einöde leben und der Absinth die Lust enorm steigert, bauen sie aus einem alten Besen, Heu und ein paar Tüchern eine Sennentuntschi. Was das ist? Nun ja, auf der Alm, da gibt's kei Mad, aber die drei haben ja einen Nagel in der Hose, und "wenn du einen Nagel hast, must du ihn einschlagen!" Dazu brauchen sie die Sennentuntschi. Ein paar Worte an den Teufel, der Absinth erledigt den Rest, und fertig ist ein strammes Mädel. Doch oh Schreck - am nächsten Morgen ist dort tatsächlich eine junge Frau in der Kammer! Dem Alten wird Angst und Bange, denn er erinnert sich an die alte Geschichte aus dem Jahre 1950. Und auch der Dorfpfarrer scheint etwas zu wissen, denn er versucht, das junge Ding zu töten. Doch die Stumme ist nicht mehr im Dorf.


KOMMENTAR

Der Film hat sicher seine Stärken. Da wären zum einen die herrlichen Bilder des Kameramanns Pascal Walder, der die tristen, finsteren Berge toll ablichtet. Die Ausstattung des Films, die Kostüme der Darsteller, dafür hat sich das Team große Mühe gegeben. Roxana Mesquida ist sowieso eine Augenweide, aber auch die anderen Darsteller spielen ihre Rollen wirklich gut, vielleicht neigt Andrea Zogg ein wenig zum übertriebenen Spiel, wodurch seine Rolle schon unfreiwillig komisch wirkt, aber die anderen Darsteller überzeugen umso mehr. Und am Ende wird der Film sogar noch spannend. Das wars dann aber auch schon.

An dem Drehbuch haben drei Personen geschrieben: Michael Sauter, Stephanie Japp und der Regisseur Michael Steiner. Und genau so zerfällt der Film in drei Teile: Da ist die ungewollte Liebesbeziehung zwischen dem Dorfpolizisten und dem jungen Mädchen, das eine Vergangenheit hat, aber darüber schweigt. Der Polizist versucht nun, das Mädchen vor den übrigen Dorfbewohnern zu schützen und gleichzeitig ihre Vergangenheit zu finden. Dann ist da der nicht aufgeklärte Kriminalfall, welchen die vom Teufel besessene Sennentuntschi - ein Dämon - begangen haben soll. Der Pfarrer predigt Hassreden von der Kanzel, an die Häuser der Dorfbewohner werden Symbole gezeichnet, die den Teufel fern halten sollen, die Sennentuntschi bewegt sich ruckartig, man kennt die Bilder aus den asiatischen Horrorfilmen wie RINGU. Der Betrachter denkt zuweilen an Damien aus dem Film DAS OMEN. Tja, und dann gibt es da noch die schweizer Sage um das Sennentuntschi und die drei durstigen Bauern auf der Alm und ihre selbstgebaute Befriedigungsmaschine. Aber die Handlungen kommen nicht überein - sie laufen immer parallel ab. Da der Omnibus ein uraltes Vehikel ist, dachte ich zunächst, die Sünd auf der Alm wäre die Entstehungsgeschichte der Sennentuntschi, man kennt das Schicksal der drei und will wissen, wie sie zu Tode kommen. Das wäre hundertmal interessanter als das Gebotene. Wahrscheinlich war es ursprünglich auch so gedacht (der alte Bus, die Sennentuntschi ist mal auf der Alm, dann wieder im Dorf, dann wieder auf der Alm).
Die Charaktere sind vom Drehbuch nicht gut entwickelt: So ist der Franzose Martin mal Beschützer der Tuntschi, dann wieder ein Frauenmörder, der die Tuntschi brutal vergewaltigt, nur um ihr wieder im nächsten Moment das Leben zu retten. Erwin ist ein gemeiner Senn, der sein Vieh mehr liebt als die Menschen und die Tuntschi als erstes vergewaltigt. Als er später darüber klagt, dass seine Jugendliebe seinen Bruder geheiratet hat und sie seinen Sprössling groß zogen, ist die Figur zu diesem Zeitpunkt schon so unsympathisch, dass man ihm seine Reue gar icht abkaufen will. Kurz darauf zwingt er seinen Sohn, mit der Tuntschi Geschlechtsverkehr zu haben, aber dieser ist ja leider ein Frühzünder. Der Junge rennt anschließend in den Stall, während die beiden über die Tuntschi herfallen. Am nächsten Morgen ist die Tuntschi verschwunden, die Viecher gehäutet. Es wäre schön gewesen, wenn der Film wenigstens die Möglichkeit gegeben hätte, dass Albert die Tat seines Vaters rächen wollte, indem er dessen Lieblinge tötete, denn dieser hat das Liebste, was Albert auf der Alm hat, nämlich die Tuntschi, brtutal vergewaltigt. Aber der Film legt keine anderen Fährten.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Musik erschlägt den Betrachter. Jede Szene ist mit lauter Musik unterlegt, manchmal denkt man an einen Videoclip zu einem Songtitel. Und wenn die Musik Spannung erzeugen könnte, so wird diese Möglichkeit in der Lärmwand ertränkt. Bergman genügten genau fünf einzelne Töne an den richtigen Stellen, um eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Hier verschwindet jegliche Spannung im Getöse. Und wenn der Bergjunge Albert wild zu Rockmusik aus dem Radio tanzt, dann fragt man sich. woher dieser das kennt, hat er doch seine Jugend auf der Alm verbracht. Und nur, weil ein Franzose in das Dörfchen kommt, spielt man Gainsbourgs Ford Mustang. Dabei hat eben dieser Martin so gar nichts mit dem Bubblegum-Pop, dem Jet Set, der Avantgarde zu tun. Hier geht es einzig und alleine darum: Es kümmt ein Franzos, also unterleg ich das mal mit französischem Gesangle, und damit auch der Schweizer es rallt, der nit Franzmännisch kann, sag ichs gleich nochemol.

Das Ende versöhnt ein wenig, es wird die letzten zehn Minuten nochmal spannend. Aus alledem hätte man mehr machen können - nein, müssen! 4/10 Punkten für die Mesquida, die Kamera, die Ausstattung, und noch einen für die Mesquida.


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