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 Betreff des Beitrags: THE BLOOD BEAST TERROR - Vernon Sewell
BeitragVerfasst: 23.01.2013 00:20 
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Blu-ray von Redemption (USA)



The Blood Beast Terror (Großbritannien 1968, Originaltitel: The Blood Beast Terror)

Vor Nexa Lotte ® war das Grauen

Detective Inspector Quennell (Peter Cushing) beschäftigt sich mit rätselhaften Mordfällen, die Opfer wurden auf grausame Art attackiert und verstümmelt. Ergo sucht der Kriminalist den angesehenen Professor Mallinger (Robert Flemyng) auf, welcher auf dem Gebiet der Entomologie als Kapazität gilt. In seinem Haus hält der Biologe regelmäßig Vorträge, er bewohnt das Anwesen mit seiner Tochter Clare (Wanda Ventham) und Diener Granger (Kevin Stoney). Clare flirtet gern mit jungen Männern, Frederick Britewell (William Wilde) ist sehr von den Reizen der attraktiven Dame angetan, wenig später ist Britewell tot. Für Mallinger und sein Umfeld wird die Luft zunehmend dünner, rasch verschwindet man in eine ländliche Gegend. Quennell bleibt dem Wissenschaftler auf den Fersen, zwecks Tarnung begleitet ihn seine jugendliche Tochter Meg (Vanessa Howard). Wird der Detective Inspector den Fall lösen? ... oder hat er die Gefährlichkeit des verdächtigen Gelehrten unterschätzt?

Nach Platzhirsch Hammer und Hauptmitbewerber Amicus, war Tigon seit 1966 die dritte Kraft im britischen Horror-Kosmos. Für einige Produktionen konnten Stars des Genres gewonnen werden, legendär vor allem "Witchfinder General" (Der Hexenjäger, 1968), in dem Vincent Price brillant vom Leder zog. Gleichzeitig war "Der Hexenjäger" leider die letzte Arbeit des jungen Regietalentes Michael Reeves, der bereits im Alter von nur 25 Jahren verstarb (11.02.1969). Vernon Sewell zeichnet für die Regie des hier kurz vorgestellten "The Blood Beast Terror" verantwortlich, in Deutschland unter den Titeln "Das Blutbiest" und "Blutbiest des Dr. Frankenstein" vermarktet. Als grosser Verehrer des englischen Horrorkinos der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre, fühle ich mich sofort in den stilvollen Kulissen wohl. Mit Begeisterung blicke ich in fein eingerichtete Häuser, einen einladenden Landgasthof, die hübsche Wald- und Wiesenlandschaft Englands, selbstverständlich dürfen gruftige Gewölbe und Laboratorien nicht fehlen. Unverblümt bedient sich das Drehbuch bekannter Handlungszutaten, eine Kelle Dr. Frankenstein, eine Prise Vampirismus, obendrauf ein Monster.

Im Zentrum Peter Cushing, bekanntlich einer meiner ganz, ganz grossen Helden! Ich huldige vielen Schauspielern, eine halbwegs vollständige Liste würde den hiesigen Rahmen deutlich sprengen, aber Peter Cushing gehört zum innersten Kreis, zu meinen Göttern der Götter! Mit seiner ganz eigenen seriösen Lässigkeit und unantastbaren Souveränität, ich knie nieder, führt uns Herr Cushing durch den Streifen. Hier und da mit unaufdringlichem Humor garniert, zielstrebig auf der Suche nach des Rätsels Lösung. Bei Bedarf erweist sich Cushing als äusserst wehrhafter Gegenspieler, Graf Dracula verflucht ihn in alle Ewigkeit, diesmal muss er nur kurzzeitig beherzt eingreifen. Nun könnte ich umgehend zur Bewertung schreiten, Peter Cushing in seinem Revier, da bleiben keine Wünsche offen! Doch die übrige Belegschaft soll nicht ungewürdigt bleiben, Ehrensache. Robert Flemyng gefällt mir als zunehmend grantiger Wissenschaftler gut, hinter der kühlen Fassade muss Mallinger einen unfassbar schweren Kampf mit seinem Gewissen austragen (diesen Aspekt hätte man gern ein wenig detailreicher anlegen dürfen). Kevin Stoney sorgt als entstellter Hausdiener für kleine Gruselschauer, nebenbei gibt er gern seinem Wunsch Tiere zu quälen nach (keine Angst, es bleibt bei Andeutungen). Glynn Edwards taucht als Sergeant im Polizeidienst auf, macht sich als Helferlein des Helden nützlich. Edwards füllt das Klischee des pflichtbewussten Zuarbeiters sympathisch aus, mehr ist nötig. Roy Hudd sorgt als verschrobener Bediensteter des Leichenhauses für Lacher, stopft sich diverse Speisen zwischen den Bahren rein, guten Appetit. Wanda Ventham und Vanessa Howard halten die Flagge der Damenriege empor, Howard darf schlicht hübsch, nett und ein bißchen kokett sein, harmlose Schmetterlinge und Motten vor der Nadel eines Sammlers (David Griffin) retten. Ventham macht auf kühl und (im Bedarfsfall) verführerisch. Weitere Nebendarsteller fügen sich gut ins Gesamtbild ein, z. B. Russell Napier in der Rolle des freundlichen Gastwirts.

"Das Blutbiest" bietet typisch britischen Grusel der späten sechziger Jahre, baut auf die Strahlkraft des unvergessenen Peter Cushing. Auftakt und Finale sind in flottem Tempo inszeniert, im Mittelteil lässt sich Erzählung mehr Zeit. Wohl kein Fall für ungedulgige Zuschauer, ich tauche glücklich in das knuffige Treiben ein und geniesse jede Sekunde. Knuffig ist eine gute Vorlage, besser kann man das Monster nicht beschreiben. Ja, es gibt durchaus bedrohlichere Erscheinungen im Universum des Schreckens, mit gefällt die flatterhafte Teufelsbrut. Die Zielgruppe könnte nicht eindeutiger sein, für Peter Cushing Jünger Pflicht, für Fans britscher Gruselsausen Pflicht, für Das Blap™ doppeltes Pflicht- und Feinschmecker-Programm.

Leider ist bisher keine deutsche Auswertung verfügbar. In meiner Sammlung steht die BD aus den USA, Redemption hat den Film in sehr angenehmer Verfassung konserviert, der Bonusbereich besteht hauptsächlich aus diversen Trailern. Achtung: Die BD wurde mit Regionalcode A "ausgestattet"! Alternativ ist eine BD in Großbritannien erschienen, falls ihr kein geeignetes Abspielgerät für die US-Scheibe zur Hand habt.

Kein Fall für das Oberhaus des britischen Horrorfilms, fraglos schöne Unterhaltung für Liebhaber = Dicke 7/10 (gut)


Lieblingszitat:

"Watch your clothes, there's blood everywhere!"

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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