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 Betreff des Beitrags: THE BODY BENEATH - Andy Milligan
BeitragVerfasst: 13.05.2015 11:05 
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The Body Beneath
GB 1970
Regie: Andy Milligan
Darsteller: Gavin Reed, Jacqueline Skarvellis, Berwick Kaler, Susan Heard, Judit Heard, Richmond Ross, Colin Gordon


SEXUALLY RAMPANT GHOULS, DEPRAVED SOULS ... AND BLOOD-RED ROSES!

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Die Adern des Bösen in London weiten sich und beginnen stärker und stärker zu pochen. Reverend Alexander Algernon Ford ist ein mieser kleiner Vampir. Hochgebildet vermutlich. Zitiert Oscar Wild. Aber trotzdem ein Kerl, der Schwangere prügelt und Buckligen Nägel durch die Hände treiben lässt. Er ist Klanchef einer Inzestvampirgesellschaft, auf der Suche nach frischem Blut. Er will abhauen, nach Amerika, weg von diesem erbärmlichen Polizeistaat. Doch noch ist er hier, in London, in seinem viktorianischen Anwesen. Er sucht eine Seitenlinie seiner Familienbande und findet sie. Es ist die hübsche Susan Ford. Sie wird durch eine Minutenlange Sexszene mit ihrem Freund eingeführt. Der Beischläferer in dieser orangenen Hölle ist Maler und er schwängerte sie. Also: Heirat! Die Schwangere fährt vor zum Reverend, ohne den Lover. Um die Formalien zu klären. Leider ist der Reverend der Vampir, der das Baby will und sie als Geisel hält. Susans Lover wird misstrauisch, weil sie nicht zurückkehrt. Er reist hinterher und wird prompt gefesselt und in einem Zimmer entsorgt.
Ein Kampf um Leben und Tod entspinnt sich! Während er sich versucht wie eine Robbe aus den Seilen zu winden, sticht der Reverend seiner ihn verratenden Mitwisserin mit Stricknadeln die Augen aus. Er ist kaltblütig! Die Lage ist ernst! Doch die Flucht könnte klappen. Während er sich befreit zieht die schwangere Susan den Buckligen Gehilfen des Reverends auf ihre Seite. Spoon heißt er und er mag sie. Leider ist er aber schüchtern. Er schaut ihr nicht in die Augen als er ihr erzählt, dass seine Stiefmutter ihn hasste. Dass der Stiefbruder ihn vor den Bus stieß, er sich vier Mal den Rücken dabei brach und seine Familie den nun Buckligen deswegen verstieß. Der Reverend nahm ihn auf. Doch nun ist die Zeit der Abnabelung gekommen. Er will den Reverend verraten, für Sie! Leider fliegt er sofort auf. Ein wenig zurückgeblieben ist er ja schon. Der Lover findet seine Liebschaft trotzdem wieder. Sie wollen fliehen. Sie müssen fliehen. Es ist dringlich. Doch...sie...sie...sehen sich und sie beginnen zu ficken. Was stimmt mit denen nicht, es geht um Leben und Tod!
Was für Nymphomanen! Sexmaniacs! Kaninchen!
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Doch es stellt sich heraus, das die beiden Zeit haben. Im Inneren des Anwesen kommt es zu einem psychedelischen Walpurgisnachtdelirium. Die Hexen und Wesen der Nacht versammeln sich um den Reverend. Er ist einer der Art Schurken, der sich gerne selbst reden hört. Einer, der all seine Schritte ausführlich erklärt. Und das in dieser orgiastischen Feier, die Stephen Thrower sogar an Kenneth Angers Inauguration of the Pleasure dome erinnert. Die Flucht ist hinten angestellt. Eine der Orgiastenfeierteilnehmerinnen widerspricht dem Reverend. Über Minuten entspinnt sich eine Art politischer Diskussion mit Für- und Widerargumenten, während um sie herum vermutlich kopuliert wird.

[..."working for him was like a bloody concentration camp"]

Ein Fest von einem Film ist das. Es wird viel erzählt. Doch die Kostüme sind unfassbar. Der Reverend als Prediger. Dazu Drei ...Hexen. Jimmy McDonough schrieb zu den Drei farbenfrohen Vampirnixen: "Best of all are a trio of mute, green-faced harpies swathed in neon-dresses who creepy-crawl in and out of shots like creatures from a Murnau film accidently shot in comic.book color". Der Reverend ist eine tuntige Version von Kevin Spacey. Sie sehen sich ähnlich, doch der eine spricht wie Jorge Gonzales. Milligan hatte ein Händchen für das Gebäude. Ein wunderbares Anwesen. Im Hempstead Heath Estate hatten die Rolling Stones in den späten Sechzigern ein Fotoshooting und Liz Taylor drehte dort auch mit Mia Farrow wenige Monate vor Milligan den Film: The Secret Ceremony. In unmittelbarer Nähe passierte vor Drehbeginn auch ein Mord: Diesen übernahm er als eine kleinere Kreuzigungsszene für den Film. 1968 nagelten drei Männer den religiösen Fanatiker Joseph de Havilland an ein Holzkreuz. Beim Gerichtsprozess kam heraus, dass das Opfer das so wollte. Jedenfalls ließ auch Milligan Berwick Kaler, den den Buckligen Spoon spielt, Nägel durch die Hände treiben. [Guy nailed to a tree, bled to death all night. In leather S&M. Bled to Death!] Meine Lieblingsdarstellerin war die, deren Augen mit Stricknadeln entfernt wurden: Sie umgibt eine Aura dumpfer Gleichmütigkeit. Dass ihr Vorgesetzter ein satanischer Vampir ist, nimmt sie mit ihrem breiten Mund mit den hängenden Mundwinkeln sachlich zur Kenntnis. Dass BFI den Film zusammen mit Nightbirds veröffentlichte ist eine tolle Sache. Leider war das Material nicht mehr so gut. Stellenweise erinnert der Film an einen Experimentalfilm von Stan Brakhage. Bemerkenswert ist der Soundtrack.Der Film ist in beiden Versionen abspielbar, mit und ohne Musik und der Unterschied ist eklatant. Ich habe irgendwann gewechselt, weil diese treibende Glücklichkeitsmusik kaum zu den Bildern passte. Als es nur noch diese minutenlangen Dialoge gab ohne Hintergrundgeräusche, wurde der Film richtiggehend düster, monoton und dramatisch.

Im August 1968 verschlug es Andy Milligan für 18 Monate nach London, in der Zeit drehte er fünf Filme: Nightbirds, Body Beneath, Bloodthirsty Butchers, The rats are coming! The werevolves are here! und The Man with twho heads. Berwick Kaler, der hier den retardierten Buckligen spielt, bekam seine Rolle in jedem der Filme. Das er es zum Schauspieler bei Milligan brachte, war eher Zufall. Seine ursprüngliche Besetzung für Nightbirds verließ am ersten Tag das Set, weil er mit Milligans ...eher rüdem Umgangston nicht zurechtkam. Da Milligan aber drehen musste, fuhr er zurück ins West End und schnappte sich den erstbesten. Das war der 19 Jährige Berwick Kaler, der gerade Tickets im Kino verkaufte.


Jedenfalls: Ein anschaubarer Film. Ich habe richtiggehend mitgefiebert, ob das Pärchen es aus den Klauen des Bösen schafft. Leider stand der Teil der Story dann später etwas hintena.

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"I can cope with alienation technique as long as the girls get their tits out."


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