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 Betreff des Beitrags: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 24.10.2011 21:46 
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THE DEAD
England 2010
Regie: The Ford Brothers

Inhalt:
Nach dem Absturz seines Rettungsflugzeug muss sich der Militäringeniuer Lt. Brian Murphy (Rob Freeman) durch das von Zombies besetzte West-Afrika schlagen. Auf seinem Weg nach Norden, zu einem noch sicheren Militärstützpunkt begegnet er Sgt. Daniel Dembele (Prince David Oseia), der sich in dem Chaos auf der Suche nach seinem Sohn befindet. Sie setzen ihre Reise gemeinsam fort, stets umgeben von den gierigen Kreaturen, immer auf der Suche nach frischem Wasser und Munition.


THE DEAD ist eine Low Budget Produktion von 2010 und ragt enorm über ähnlich geartete Filme der letzten Zeit hinaus.

Endlich mal wieder langsame Zombies!
Sehr viel realistischer als die superschnellen Flitzer der meisten aktuellen Produktionen.
So stelle ich mir lebende Tote vor.
Das Setting und die Art der Zombies erinnert stark an die Italo Zombie Filme vergangener Tage.
Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, eine durchgängig unheimliche und stetig bedrohliche Atmosphäre.

Als Zuschauer hat man genau so wenig Information wie der Hauptdarsteller.
Man weiß nicht, wie weit die Epedemie verbreitet ist und woher sie kommt.
Das erhöht die Spannung und was meiner Meinung nach besonders furchteinflößend rüberkommt,
sind die "stummen" Zombies.
In diesem Film gibt es keinen Humor und die Bedrohung hört nie auf.
Geradezu genial finde ich, dass auch langsame Zombies extrem gefährlich wirken, weil schließlich jeder lebende Mensch einmal ruhen muss und die Zombies überall sind.
Die 104 Minuten vergingen wie im Flug, vollkommen ohne Durchhänger.

Ein Zombie Film für die Fans der alten Filme!


Ein User auf Cinefacts schieb sehr treffend: "The Dead ist ein echter No-bullshit-Zombiefilm. Nimmt sich ernst und kaspert nicht rum. An Handlung wird zwar nicht viel geboten, aber die Atmosphäre mit dem Afrika-Setting ist wirklich sehr gelungen."

Das heutige Mainstram Publikum braucht größtenteils schnelle Schnitte und eine Mördergeschwindigkeit um Spannung zu emfinden. Ich will diesen Film sicherlich nicht als absolutes Zombiemeisterwerk hochloben aber der Regisseur kriegt schon meinen Respekt dafür, in heutiger Zeit einen solch atmosphärischen und durchgängig nervenaufreibenden Film abgeliefert zu haben. Manche heutige Regisseure wüssten gar nicht, wie sie langsame (viel realistischere) Zombies in Szene setzen sollten und auch noch derartige Spannung erzeugen.

Es gibt natürlich auch kritische Stimmen, die die Story bemängeln und auch an der Spannung etwas auszusetzen haben.
Klar hätte man noch eine Frau einbauen können, deren Kind dringend eine Spenderniere braucht und mit denen man sich durch das zombieverseuchte Afrika kämpfen muss um das nächste Krankenhaus zu erreichen, aber wer braucht dass denn??
Genau hier liegt für mich der Punkt warum ich THE DEAD so genial finde!
THE DEAD geht einen einfachen effektiven Weg und wirft den Protagonisten einfach in eine landesweite Epedemie, in der er nur noch um sein Leben kämpfen muss und die Bedrohung im ganzen Film nicht einmal nachlässt, bzw. immer präsent ist.
Den Film kann man gut in einem Satz beschreiben: Ruh Dich niemals aus, sonst wirst Du gefressen!

Nach zweimaliger Sichtung des Films, würde ich THE DEAD ganz vorsichtig (weil ich auch nicht alles kenne) als den einzigen "echten" Zombiefilm der 2000er bezeichnen. Hier wurde einfach alles richtig gemacht.


Bei der extrem günstigen DVD und Blu-ray dürfen Fans des 70er und 80er Zombie Films beruhigt zugreifen! THE DEAD ist übrigens mehr Fulci als Romero. ;)

8 von 10

Es gibt, aufgrund des geringen Budgets, ein paar kleine inszenatorische Schwächen über die man aber locker hinwegsehen kann.
Ansonsten wäre ich geneigt die Bestnote zu vergeben.


Zuletzt geändert von italo am 24.10.2011 22:08, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers / Echter Oldschool Tipp!
BeitragVerfasst: 24.10.2011 21:50 
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Das liest sich sehr interessant. Danke für den Hinweis, Scheibe wird demnächst bestellt.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers / Echter Oldschool Tipp!
BeitragVerfasst: 24.10.2011 21:52 
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Auch ich danke, das hört sich alles wirklich nicht schlecht an.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers / Echter Oldschool Tipp!
BeitragVerfasst: 24.10.2011 21:57 
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Blap hat geschrieben:
Das liest sich sehr interessant. Danke für den Hinweis, Scheibe wird demnächst bestellt.

:)



An Dich habe ich übrigens als erstes gedacht, als ich den Thread eröffnet habe.
Die alten Hasen werden den Film schätzen und die ZOMBIELAND Kids von heute werden ihn wohl langweilig finden.


Einfach nur auferstandene Tote, die nicht denken können, sondern nur fressen wollen.
Es gibt keine Stelle im Film, an denen man vor diesen Dingern sicher zu sein scheint.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers / Echter Oldschool Tipp!
BeitragVerfasst: 24.10.2011 22:00 
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Adalmar hat geschrieben:
Auch ich danke, das hört sich alles wirklich nicht schlecht an.



Der Film ist aufgrund des Budgets nicht perfekt aber seine Machart ist für heutige Verhältnisse außergewöhnlich.
Das Setting in Afrika ist in diesem Rahmen einzigartig neu und erinnert in vielen Szenen an Lucio Fulcis WOODOO.
Übrigens wurde so wenig wie möglich CGI verwendet. Ich habe es nur 3 mal bemerkt, ansonsten gute alte Handarbeit und der Film ist schon hart.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers / Echter Oldschool Tipp!
BeitragVerfasst: 24.10.2011 22:25 
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Habe den Film auch vor ein paar Tagen angeschaut - absolute Empfehlung, kann italo nur beipflichten!

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 01:01 
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Auch ich kann ich Italos Ausführungen 100%ig zustimmen.
Ich hab mich im letzten Jahrzehnt durch die ganze Zombie-Grütze gewühlt, so sehr, dass ich mittlerweile schon allergisch drauf reagiere. Für mich war das ein übler Overkill des Genres, eines Genres das ich sehr mochte.

THE DEAD ist seit Langem mal wieder ein absolut sehenswerter Beitrag.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 01:22 
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Ich habe im letzten Jahrzehnt schon ein paar "Zombiefilm" Favouriten gefunden.
Zum Beispiel:
28 DAYS LATER
28 WEEKS LATER
DIE HORDE
RAMMBOCK
DAWN OF THE DEAD (Remake)
LAND OF THE DEAD
SURVIVAL OF THE DEAD
DIARY OF THE DEAD
aber das wars dann auch schon. Ansonsten gab es fast nur Müll.


THE DEAD hat mich unglaublich überrascht, deswegen fand ich die Bezeichnung "THE DEAD ist ein richtiger No Bullshit Zombiefilm" so treffend formuliert.
Die Atmosphäre, das einzigartige Afrika Setting und die langsamen hohlen Zombies, die nicht denken.
Wer braucht da eine tiefgreifende Story, denn die Darsteller haben genug damit zu tun nicht gefressen zu werden.
Das "Nicht Ruhen dürfen" in diesem Film finde ich extrem spannend.
Genau so sollte ein Zombiefilm meiner Meinung nach sein.


Manche Hohlköpfe bemängeln an dem Film, dass es hauptsächlich farbige Zombies gibt.
Wie dämlich muss man sein, wenn die Handlung weit draußen in den afrikanischen Dörfern spielt.
Manche Leute schreiben, der Film wäre spannungsarm und hätte mehr Actionszenen gebraucht.
Solche Menschen nehmen eine unheimliche Atmosphäre und eine subtile ständige Bedrohung gar nicht mehr war, weil sie nur noch mit Hollywood Massenware klarkommen. Die wissen einfach nicht mehr was gut ist!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 08:29 
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Wer dieses sehr feine Filmchen antesten möchte, dem sei es leicht gemacht.
Die Preise sind wirklich sehr sehr günstig.

Mein Tipp: Man sollte schon die Doppel Disc kaufen. Es befindet sich ein einstündiges Making of auf der DVD welches einen sehr guten EIndruck von den Dreharbeiten gibt und wesentlich mehr Spaß macht als man in den ersten Minuten glaubt, weil die Bildqualität nicht so gut ist. Der Regisseur gibt ab ca. der 20. Minute sehr interessante Eindrücke von den nervenaufreibenden Dreharbeiten in Afrika zum Besten. Hochinteressant. Nach Sichtung des Making ofs schätzt man den Film noch mehr.
Die Einzel Interviews sind kurz aber interessant.
Das beste Interview (ca. 10 Minuten) gibt einer der Hauptdarsteller (Prince), der als afrikanischer Schauspieler einen höchst symphatischen Eindruck vom Dreh wiedergibt. Das Besondere ist seine symphatisch naive "afrikanische" Sichtweise auf das Filmbusiness.

Amazon Preise:
Blu-ray Einzel Disc: 11,61
Blu-ray Doppel Disc: 13,99
DVD Einzel Disc: 7,99
DVD Doppel Disc: 10,99


Einfach blind zugreifen!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 08:43 
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Ich hab den Streifen mal geordert, bin jedoch trotzdem verdammt skeptisch nach fast einer runden Dekade wieselflink daherpreschender, vollkommen verrotzter und stiltechnisch verwässerter Entzombiefizierung im Filmbusiness und hoffe nun mal wieder tatsächlich so etwas wie Atmo darin vorzufinden.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 11:34 
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G. Rossi Stuart hat geschrieben:
Ich hab den Streifen mal geordert, bin jedoch trotzdem verdammt skeptisch nach fast einer runden Dekade wieselflink daherpreschender, vollkommen verrotzter und stiltechnisch verwässerter Entzombiefizierung im Filmbusiness und hoffe nun mal wieder tatsächlich so etwas wie Atmo darin vorzufinden.

Gruß, G.


Wenn Du nicht den Look einer 50 Millionen Dollar Produktion erwartest, kannst Du nichts falsch machen.
Auch nicht vergessen sollte man, dass das Drehbuch bei einem Zombie Film keine Innovationspreise gewinnen muss um richtig gut zu funktionieren. Im Falle von THE DEAD ist weniger sogar mehr. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 13:55 
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50 Million Dollar...WTF - Ich kann gemeinhin mit dem allerletzten Müll was anfangen, nur erlesen sollte er schon sein ;).

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 14:21 
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G. Rossi Stuart hat geschrieben:
50 Million Dollar...WTF - Ich kann gemeinhin mit dem allerletzten Müll was anfangen, nur erlesen sollte er schon sein ;).

Gruß, G.



Freue mich echt auf Deine Meinung! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 25.10.2011 19:27 
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Diese Review trifft ins Schwarze und wer bisher gezögert hat, wird wohl spätestens nach dem Lesen der kompletten Review überzeugt sein.

Hier ein Auszug aus einer Kritik von filmtipps.at

Zombies halten Blutgericht in der afrikanischen Steppe...- Dies tun sie ohne ironische Entschärfung, ohne Stakkato-Schnitt, ohne lässige Oneliner und ohne olympiareifen Sprinterqualitäten. Aber dafür mit Zombies, die mit allerlei fiesen Versehrungen aufwarten, einer bedrohlichen, alptraumhaften Endzeitstimmung und mit handgemachten Splattereffekten der Marke "Kurz und heftig". Über allem thront eine finstere Ausweglosigkeit und eine Atmosphäre, die Erinnerungen an die unheimlichsten Momente aus Lucio Fulcis WOODOO weckt. So und nicht anders stelle ich mir einen Zombiefilm ganz im Geiste der alten Meister Romero und Fulci vor!

Ganze Review:
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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 26.10.2011 18:29 
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So, nach den vielen guten Meinungen hab ich mir das Ding mal ausgliehen und Gott sei Dank keinen Blindkauf getätigt - zu groß war auch meine (berechtigte) Skepsis, aber ich lasse mich gerne positiv überraschen. Bei diesem Film war das leider nicht der Fall!

Schon bei italo's "Zombiefilm-Favoriten" der letzten 10 Jahre beschlich mich ein unangenehmees Gefühl, denn keiner der Streifen könnte in meiner Zombie-Bestenliste auftauchen - für mich war nach Savini's gutem NOTLD-Remake Schluß mit den Untoten und das wird sicher noch eine Weile so bleiben.


So, nun zum Film:

Schlecht startet er ja nicht, die Eröffnung-Sequenz mit dem "gehbehinderten" Untoten fand ich gut gemacht und ließ mich hoffen, doch spätestens nach dem Flugzeug-Unglück und der Hatz durch die Steppe kam die Ernüchterung. Die hier so allseits gelobte Bedrohung finde ich übertrieben, in jedem ruhigen Moment und fast vor jedem Szenenwechsel muß ein langsamer Untoter durch's Bild traben, schön zum Sonnenuntergang - huaaa, wie bedrohlich! Anfangs noch ein nettes Stilmittel, aber mit der Zeit nervt es!!

Zum Thema handwerkliche Effekte:

Wo gibts hier gute handwerkliche Effekte?? Vom Einschuß bis zum Machete schwingen ist alles aus'm Computer effektiert. Zwar nicht unrealistich dargestellt, aber durch die schnelle, drastische Schnittfolge harmoniert das nicht mit meinen Sehgewohnheiten. Auch anderseits ging mir der hastige Schnitt und die verwackelte Kamera (größtenteils bei Zombie-Attacken) auf den Sack, da kommt auch kein Romero - oder Fulcifeeling auf, oder ist das nur dadurch begründet, das die Protagonisten durch die Steppe cruisen und die Untoten hinter Büschen und Palmen lauern??

Zu Gute halte ich dem Film, das keine Langeweile aufkam - die 100 Minuten verliefen ziemlich stringent und die Darsteller machen ihre Sache auch anständig, jedenfalls fing keiner an zu nerven. Musikalisch werden die Action-Szenen immer treibend untermalt, bedrohliche Szenen in denen man den Zuschauer ködern will, wurden aber auch angenehm vertont, da kann man dem Streifen keinen Strick draus drehen!

Zum Thema Sprinterzombies vs. Schnarchnasen-Untote:

Damit habe ich eigentlich kein Problem, obwohl mir der ruhige Stil besser gefällt, das muß ich dem Film auch zu Gute halten, das er keine schnelle Zombiehatz zu bieten hat. Das es anders aber genauso gut geht, hat Onkel Umberto mit seinem "Großangriff" auch bewiesen.


Naja, bleibt für mich ein leicht unterdurschnittlicher Zombiefilm den die Welt nicht gebraucht hätte, der aber sicher zu den besseren Vetretern der heutigen Untotenwelle dazu gezählt werden darf - für mich reicht das dennoch nicht, deshalb 4 von 10 Punkten.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 26.10.2011 19:45 
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Giulio Sacchi hat geschrieben:
So, nach den vielen guten Meinungen hab ich mir das Ding mal ausgliehen und Gott sei Dank keinen Blindkauf getätigt - zu groß war auch meine (berechtigte) Skepsis, aber ich lasse mich gerne positiv überraschen. Bei diesem Film war das leider nicht der Fall!

Schon bei italo's "Zombiefilm-Favoriten" der letzten 10 Jahre beschlich mich ein unangenehmees Gefühl, denn keiner der Streifen könnte in meiner Zombie-Bestenliste auftauchen - für mich war nach Savini's gutem NOTLD-Remake Schluß mit den Untoten und das wird sicher noch eine Weile so bleiben.


So, nun zum Film:

Schlecht startet er ja nicht, die Eröffnung-Sequenz mit dem "gehbehinderten" Untoten fand ich gut gemacht und ließ mich hoffen, doch spätestens nach dem Flugzeug-Unglück und der Hatz durch die Steppe kam die Ernüchterung. Die hier so allseits gelobte Bedrohung finde ich übertrieben, in jedem ruhigen Moment und fast vor jedem Szenenwechsel muß ein langsamer Untoter durch's Bild traben, schön zum Sonnenuntergang - huaaa, wie bedrohlich! Anfangs noch ein nettes Stilmittel, aber mit der Zeit nervt es!!

Zum Thema handwerkliche Effekte:

Wo gibts hier gute handwerkliche Effekte?? Vom Einschuß bis zum Machete schwingen ist alles aus'm Computer effektiert. Zwar nicht unrealistich dargestellt, aber durch die schnelle, drastische Schnittfolge harmoniert das nicht mit meinen Sehgewohnheiten. Auch anderseits ging mir der hastige Schnitt und die verwackelte Kamera (größtenteils bei Zombie-Attacken) auf den Sack, da kommt auch kein Romero - oder Fulcifeeling auf, oder ist das nur dadurch begründet, das die Protagonisten durch die Steppe cruisen und die Untoten hinter Büschen und Palmen lauern??

Zu Gute halte ich dem Film, das keine Langeweile aufkam - die 100 Minuten verliefen ziemlich stringent und die Darsteller machen ihre Sache auch anständig, jedenfalls fing keiner an zu nerven. Musikalisch werden die Action-Szenen immer treibend untermalt, bedrohliche Szenen in denen man den Zuschauer ködern will, wurden aber auch angenehm vertont, da kann man dem Streifen keinen Strick draus drehen!

Zum Thema Sprinterzombies vs. Schnarchnasen-Untote:

Damit habe ich eigentlich kein Problem, obwohl mir der ruhige Stil besser gefällt, das muß ich dem Film auch zu Gute halten, das er keine schnelle Zombiehatz zu bieten hat. Das es anders aber genauso gut geht, hat Onkel Umberto mit seinem "Großangriff" auch bewiesen.


Naja, bleibt für mich ein leicht unterdurschnittlicher Zombiefilm den die Welt nicht gebraucht hätte, der aber sicher zu den besseren Vetretern der heutigen Untotenwelle dazu gezählt werden darf - für mich reicht das dennoch nicht, deshalb 4 von 10 Punkten.



Wenn der Film nur nicht Deinem Geschmack entspricht verstehe ich Dich natürlich.
Das ist ja auch was anderes.
Nur Deine Kritikpunkte finde ich an den Haaren herbeigezogen.
Du bemängelst Sachen, die Du in "jedem" Klassiker Zombie Film bemängeln könntest.
Deine Beanstandungen sind in diesem Bezug vollkommen widersprüchlich.

Die Toten sind überall, haben keine gedanklichen Fähigkeiten mehr und irren nur noch durch das Land und wollen nur fressen. Realistischer geht es in diesem Bereich nicht mehr, es sei denn, es ist kein Zombiefilm.
Das man vor den Toten nirgendwo mehr sicher, sie überall auftauchen ist sogar ziemlich logisch, wenn ein ganzes Land verseucht ist.

Dem Film sieht man übrigens an, das weitgehendst auf Computertricks verzichtet wurde, mit Ausnahme von ein paar wenigen Szenen.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 26.10.2011 19:49 
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@Giulio Sacchi

Dir wird es wohl in Zukunft keiner mehr recht machen können. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 26.10.2011 20:00 
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Ich wußte, das ich an einer Diskussion mit Dir nicht vorbeikommen würde ;)

italo hat geschrieben:
Wenn der Film nur nicht Deinem Geschmack entspricht verstehe ich Dich natürlich.
Das ist ja auch was anderes.
Nur Deine Kritikpunkte finde ich an den Haaren herbeigezogen.
Du bemängelst Sachen, die Du in "jedem" Klassiker Zombie Film bemängeln könntest.
Deine Beanstandungen sind in diesem Bezug vollkommen widersprüchlich.


Das finde ich nicht...

italo hat geschrieben:
Die Toten sind überall, haben keine gedanklichen Fähigkeiten mehr und irren nur noch durch das Land und wollen nur fressen. Realistischer geht es in diesem Bereich nicht mehr, es sei denn, es ist kein Zombiefilm.
Das man vor den Toten nirgendwo mehr sicher, sie überall auftauchen ist sogar ziemlich logisch, wenn ein ganzes Land verseucht ist.


Da hast Du mich falsch verstanden, natürlich sollte es so sein, ich beanstande nicht das die Zombies hier Rabatz machen - aber irgendwie kommt es mir so vor, als müßten die Ford-Gebrüder die großen Klassiker ständig plakativ huldigen, obwohl dafür keine Notwendigkeit besteht. Damit meinte ich nicht das die Kamera auf die Untoten draufhält, nur Subtilität stelle ich mir anders vor - hier wird man ständig mit dieser ach so bedrohlichen Unruhe konfrontiert, sodaß diese dann verroht und irgendwie nicht mehr vorhanden ist. Der Ansatz war ja nicht schlecht, doch für mich wird das zu sehr ausgereizt (Stichwort: Zombie vor'm Szenenwechsel), damit verliert die Bedrohung an Wirkung für mich.

italo hat geschrieben:
Dem Film sieht man übrigens an, das weitgehendst auf Computertricks verzichtet wurde, mit Ausnahme von ein paar wenigen Szenen.


Das sehe ich auch anders, nur weil ein paar abgtrennte Gliedmaßen rumliegen, würde ich nicht von klasse Handarbeit sprechen - bei fast allen Shoot-Outs, sowie Metzelszenen sieht man das die per CGI hergestellt worden, ich sag ja nicht das es "unreal" rüberkommt, aber als solche erkennen, kann man diese trotzdem!!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 26.10.2011 20:39 
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Giulio Sacchi hat geschrieben:
Ich wußte, das ich an einer Diskussion mit Dir nicht vorbeikommen würde ;)!!


Natürlich nicht! :nea:

Giulio Sacchi hat geschrieben:
Da hast Du mich falsch verstanden, natürlich sollte es so sein, ich beanstande nicht das die Zombies hier Rabatz machen - aber irgendwie kommt es mir so vor, als müßten die Ford-Gebrüder die großen Klassiker ständig plakativ huldigen !!


Das finde ich besonders schön! :)



Giulio Sacchi hat geschrieben:
bei fast allen Shoot-Outs, sowie Metzelszenen sieht man das die per CGI hergestellt worden, ich sag ja nicht das es "unreal" rüberkommt, aber als solche erkennen, kann man diese trotzdem!!



Nein.
CGI ist mir persönlich nur bei ca. 3 Szenen aufgefallen.






Ach noch was, vermiese mit Deiner Meinung bloß nicht Blaps und G. Rossi Stuart bevorstehende Sichtung! :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 26.10.2011 21:04 
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italo hat geschrieben:
Ach noch was, vermiese mit Deiner Meinung bloß nicht Blaps und G. Rossi Stuart bevorstehende Sichtung! :mrgreen:


Nichts liegt mir ferner, dafür hast Du auch viel zu gut die Werbetrommel gerührt :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 21.12.2011 01:30 
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The Dead (Großbritannien 2010, Originaltitel: The Dead)

Zombies in Afrika! ...nur in Afrika?

US-Lieutenant Brian Murphy (Rob Freeman) ist in Afrika stationiert, zu den Aufgaben des Ingenieurs zählt die Instandsetzung technischer Gerätschaften. Momentan sitzt er gemeinman mit vielen anderen Menschlein in einem von ihm notdürftig zusammengeflickten Flugzeug, nahe der westafrikanischen Küste stürzt die Maschine in die Fluten, der Lieutenant überlebt den Absturz und wird an Land gespült. Die panische Flucht war nicht grundlos, der Landstrich wurde von Zombies überschwemmt, die Lage entpuppt sich auch am Ort des Absturzes als völlig unübersichtlich, chaotisch. Ruhe wird Murphy nicht gegönnt, an Land muss er sich sofort gegen nahende Untote zur Wehr setzen. Halbwegs brauchbar bewaffnet gibt er Fersengeld, wenig später findet er einen PKW, macht die alte Karre flott, schleicht mit seinem Gefährt durch die Landschaft. Als er sich im unwegsamen Gelände festfährt, gerät er abermals in eine lebensgefährliche Situation, glücklicherweise wird Murphy in letzter Sekunde vom einem afrikanischen Soldaten gerettet. Sergeant Daniel Dembele (Prince David Oseia) ist desertiert, nachdem er in seinem Heimatdorf die grausam verstümmelte Leiche seiner Frau vorfand, er will seinen verschwundenen Sohn um jeden Preis suchen und retten. Um in dieser unüberschaubaren Hölle zu überleben, müssen die Männer ihr gegenseitiges Mißtrauen überwinden...

Längst wurde der Markt regelrecht mit Zombiefilmen geflutet, was meiner Vorliebe für diese Gangart freilich sehr zuträglich ist. Zugegeben, längst nicht jeder Beitrag erreicht zumindest ein unterhaltsames "Mittelklasse-Niveau", jedoch ragen immer wieder besonders gut gelungene Beiträge aus der Untotensuppe mit Fleischeinlage hervor. "The Dead" zählt zu den bemerkenswertesten Streifen der letzten Jahre, die Brüder Howard und Jonathan Ford haben tolle Arbeit geleistet. Die Zombies hat man ganz bewusst "klassisch" gehalten, hier sind keine Flitzer mit nahezu übermenschlichen Kräften am Start. Die Damen und Herren schlurfen mit trauriger Miene durch den Staub, ihr Erscheinungsbild entspricht den üblichen Gammelfratzen. So entsteht eine gewisse "Balance", denn gegen moderne "Superzombies" könnten sich die noch lebenden Akteure in diesem weitläufigen, offenen und nahezu gebäudefreien Areal nicht behaupten. Obwohl der Hauptcharakter ein talentierter Schrauber ist, soll sich das wiederbelebte Fahrzeug nicht als ultimativer Hoffungsträger erweisen, da es an halbwegs entspannt befahbaren Pisten mangelt, das "Helden-Duo" eiert im Schleichgang durch die Landschaft. Den Ford Brüdern gelingt es ganz vortrefflich, mit recht einfachen Mitteln eine stetige Bedrohung und Spannung köcheln zu lassen. Nirgendwo tut sich ein sicheres Schlupfloch auf, die finsteren Nächte legen sich wie ein verschlingender Albtraum über das Szenario. Sehr geschickt die Dosierung der Zombies, meist tauchen zwar nur wenige untote Lappen auf, die dann aber immer für Angst und Schrecken sorgen.

"The Dead" kommt mit einer kleinen Besetzung aus (bezogen auf die Überlebenden), die Hauptlast ruht auf den Schultern des talentierten Rob Freeman. Lieutenant Brian Murphy ist kein in strahlender Superheld, ebenso wenig ist er ein schmuddeliger Antiheld oder verkappter Bösewicht. Nein, der von Freeman zum Leben erweckte Murphy ist ein durchschnittlicher Typ mit Stärken und Schwächen, gewissermaßen ein "echter" Charakter, dessen Kampf ums nackte Überleben den Zuschauer berührt. "Normalos" haben ab und an damit zu ringen, dass sie als langweilig und flach empfunden werden. Davon ist Lieutenant Murphy angenehmerweise nie betroffen, Rob Freeman bringt seine Figur überzeugend und sympathisch rüber. Übrigens erinnert mich Freeman deutlich an Peter Kremer, der vielen TV-Krimifans als ZDF-Ermittler "Siska" ein Begriff ist. Ein gewissser Prince David Oseia füllt die zweite Hauptrolle aus, er begleitet Rob Freeman über einen längeren Zeitraum. Oseia mag nicht die Präsenz seines Mitstreiters besitzen, macht seinen Job aber insgesamt sehr ordentlich. Auf die übrigen Darsteller gehe ich nicht ein, dazu sind ihre Rollen schlicht zu klein, lediglich David Dontoh taucht kurzzeitig als nennenswerte Ergänzung auf. Rob Freeman war bisher überwiegend in TV-Produktionen zu sehen, den Werdegang des Schauspielers sollte man im Auge behalten, vielen Dank für diese starke Darbietung!

Bewährte Zutaten erfreuen das Herz des Zombiefanatikers. Langsam und trotzdem tödlich taumeln die Untoten durchs Bild, den Zuschauer wirft das Drehbuch ohne vorheriges Geplänkel mitten ins Geschehen, auf irgendwelche Erklärungsversuche wird verzichtet, das Finale passt wie der berühmte Arsch auf den Eimer. Was macht "The Dead" dann zu einem ganz besonderen Beitrag zum Zombietum, welches von mir seit Jahrzehnten verehrt und geliebt wird? Die sehr gut ausgeprägte Fähigkeit der Herren Ford, mit einfachen Mitteln einen sehr ansprechenden Streifen auf die Beine zu stellen? Die herrlich "altmodischen" Untoten? Der bestechend stark aufspielende Rob Freeman? Vielleicht auch die treffsicher und stilsicher eingestreute Portion Mettgut? Die mehr und mehr um sich greifende Hoffnungslosigkeit? Ja, diese Elemente leisten allesamt ihren Beitrag, die ganz grosse Zierde und Stärke des Films ist jedoch die (für eine Zombiesause) ungewöhnliche Kulisse! Die Dreharbeiten fanden grösstenteils in Burkina Faso und Ghana statt, die weite und anmutige Landschaft erweist sich als echter Glücksgriff, malerische An- und Ausblicke, die einen Konstrast zum Horror bieten. Flucht scheint in alle Richtungen möglich, aber wohin rennen ohne Schutz und Verpflegung, wenn hinter jedem Busch ein Untoter auf dich wartet? Ausgerechnet die Gluthitze Westafrikas verpasst dem Genre eine erstaunliche Frischzellenkur! Dem Film sehr zuträglich: im Busch gibt es kein Internet, keine Mobiltelefone, vielleicht darf zaghaft darauf gehofft werden, irgendwo ein intaktes Funkgerät vorzufinden. "The Dead" fühlt ebenso bewährt (Story) wie erfrischend (Umgebung) an, ein großartiger Film!

Savoy/Intergroove hat hat "The Dead" als DVD und BD veröffentlicht, im Handel findet der geneigte Interessent Ausgaben mit und ohne Bonus-Disc. Mir liegt die "2 Disc Edition" vor, die den Film auf BD anbietet, Zusatzmaterial wurde auf eine DVD gepackt, das BD-Case steckt in einem Schuber. Der Film liegt ungekürzt und in ansprechender Qualität vor, die deutsche Synchronisation geht in Ordnung, der englische Originalton gefällt mir vom Zungenschlag her etwas besser.

7,5/10 (gut bis sehr gut / in Gedanken addiere ich einen weiteren Punkt für die grandiosen Locations, obendrauf einen Bonuspunkt für "100%-Wohlfühlsuhlenatmosphäre")!

Lieblingszitat:

"Ich möchte doch nur überleben."

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 21.12.2011 17:51 
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The Dead (Großbritannien 2010, Originaltitel: The Dead)

Zombies in Afrika! ...nur in Afrika?

US-Lieutenant Brian Murphy (Rob Freeman) ist in Afrika stationiert, zu den Aufgaben des Ingenieurs zählt die Instandsetzung technischer Gerätschaften. Momentan sitzt er gemeinman mit vielen anderen Menschlein in einem von ihm notdürftig zusammengeflickten Flugzeug, nahe der westafrikanischen Küste stürzt die Maschine in die Fluten, der Lieutenant überlebt den Absturz und wird an Land gespült. Die panische Flucht war nicht grundlos, der Landstrich wurde von Zombies überschwemmt, die Lage entpuppt sich auch am Ort des Absturzes als völlig unübersichtlich, chaotisch. Ruhe wird Murphy nicht gegönnt, an Land muss er sich sofort gegen nahende Untote zur Wehr setzen. Halbwegs brauchbar bewaffnet gibt er Fersengeld, wenig später findet er einen PKW, macht die alte Karre flott, schleicht mit seinem Gefährt durch die Landschaft. Als er sich im unwegsamen Gelände festfährt, gerät er abermals in eine lebensgefährliche Situation, glücklicherweise wird Murphy in letzter Sekunde vom einem afrikanischen Soldaten gerettet. Sergeant Daniel Dembele (Prince David Oseia) ist desertiert, nachdem er in seinem Heimatdorf die grausam verstümmelte Leiche seiner Frau vorfand, er will seinen verschwundenen Sohn um jeden Preis suchen und retten. Um in dieser unüberschaubaren Hölle zu überleben, müssen die Männer ihr gegenseitiges Mißtrauen überwinden...

Längst wurde der Markt regelrecht mit Zombiefilmen geflutet, was meiner Vorliebe für diese Gangart freilich sehr zuträglich ist. Zugegeben, längst nicht jeder Beitrag erreicht zumindest ein unterhaltsames "Mittelklasse-Niveau", jedoch ragen immer wieder besonders gut gelungene Beiträge aus der Untotensuppe mit Fleischeinlage hervor. "The Dead" zählt zu den bemerkenswertesten Streifen der letzten Jahre, die Brüder Howard und Jonathan Ford haben tolle Arbeit geleistet. Die Zombies hat man ganz bewusst "klassisch" gehalten, hier sind keine Flitzer mit nahezu übermenschlichen Kräften am Start. Die Damen und Herren schlurfen mit trauriger Miene durch den Staub, ihr Erscheinungsbild entspricht den üblichen Gammelfratzen. So entsteht eine gewisse "Balance", denn gegen moderne "Superzombies" könnten sich die noch lebenden Akteure in diesem weitläufigen, offenen und nahezu gebäudefreien Areal nicht behaupten. Obwohl der Hauptcharakter ein talentierter Schrauber ist, soll sich das wiederbelebte Fahrzeug nicht als ultimativer Hoffungsträger erweisen, da es an halbwegs entspannt befahbaren Pisten mangelt, das "Helden-Duo" eiert im Schleichgang durch die Landschaft. Den Ford Brüdern gelingt es ganz vortrefflich, mit recht einfachen Mitteln eine stetige Bedrohung und Spannung köcheln zu lassen. Nirgendwo tut sich ein sicheres Schlupfloch auf, die finsteren Nächte legen sich wie ein verschlingender Albtraum über das Szenario. Sehr geschickt die Dosierung der Zombies, meist tauchen zwar nur wenige untote Lappen auf, die dann aber immer für Angst und Schrecken sorgen.

"The Dead" kommt mit einer kleinen Besetzung aus (bezogen auf die Überlebenden), die Hauptlast ruht auf den Schultern des talentierten Rob Freeman. Lieutenant Brian Murphy ist kein in strahlender Superheld, ebenso wenig ist er ein schmuddeliger Antiheld oder verkappter Bösewicht. Nein, der von Freeman zum Leben erweckte Murphy ist ein durchschnittlicher Typ mit Stärken und Schwächen, gewissermaßen ein "echter" Charakter, dessen Kampf ums nackte Überleben den Zuschauer berührt. "Normalos" haben ab und an damit zu ringen, dass sie als langweilig und flach empfunden werden. Davon ist Lieutenant Murphy angenehmerweise nie betroffen, Rob Freeman bringt seine Figur überzeugend und sympathisch rüber. Übrigens erinnert mich Freeman deutlich an Peter Kremer, der vielen TV-Krimifans als ZDF-Ermittler "Siska" ein Begriff ist. Ein gewissser Prince David Oseia füllt die zweite Hauptrolle aus, er begleitet Rob Freeman über einen längeren Zeitraum. Oseia mag nicht die Präsenz seines Mitstreiters besitzen, macht seinen Job aber insgesamt sehr ordentlich. Auf die übrigen Darsteller gehe ich nicht ein, dazu sind ihre Rollen schlicht zu klein, lediglich David Dontoh taucht kurzzeitig als nennenswerte Ergänzung auf. Rob Freeman war bisher überwiegend in TV-Produktionen zu sehen, den Werdegang des Schauspielers sollte man im Auge behalten, vielen Dank für diese starke Darbietung!

Bewährte Zutaten erfreuen das Herz des Zombiefanatikers. Langsam und trotzdem tödlich taumeln die Untoten durchs Bild, den Zuschauer wirft das Drehbuch ohne vorheriges Geplänkel mitten ins Geschehen, auf irgendwelche Erklärungsversuche wird verzichtet, das Finale passt wie der berühmte Arsch auf den Eimer. Was macht "The Dead" dann zu einem ganz besonderen Beitrag zum Zombietum, welches von mir seit Jahrzehnten verehrt und geliebt wird? Die sehr gut ausgeprägte Fähigkeit der Herren Ford, mit einfachen Mitteln einen sehr ansprechenden Streifen auf die Beine zu stellen? Die herrlich "altmodischen" Untoten? Der bestechend stark aufspielende Rob Freeman? Vielleicht auch die treffsicher und stilsicher eingestreute Portion Mettgut? Die mehr und mehr um sich greifende Hoffnungslosigkeit? Ja, diese Elemente leisten allesamt ihren Beitrag, die ganz grosse Zierde und Stärke des Films ist jedoch die (für eine Zombiesause) ungewöhnliche Kulisse! Die Dreharbeiten fanden grösstenteils in Burkina Faso und Ghana statt, die weite und anmutige Landschaft erweist sich als echter Glücksgriff, malerische An- und Ausblicke, die einen Konstrast zum Horror bieten. Flucht scheint in alle Richtungen möglich, aber wohin rennen ohne Schutz und Verpflegung, wenn hinter jedem Busch ein Untoter auf dich wartet? Ausgerechnet die Gluthitze Westafrikas verpasst dem Genre eine erstaunliche Frischzellenkur! Dem Film sehr zuträglich: im Busch gibt es kein Internet, keine Mobiltelefone, vielleicht darf zaghaft darauf gehofft werden, irgendwo ein intaktes Funkgerät vorzufinden. "The Dead" fühlt ebenso bewährt (Story) wie erfrischend (Umgebung) an, ein großartiger Film!

Savoy/Intergroove hat hat "The Dead" als DVD und BD veröffentlicht, im Handel findet der geneigte Interessent Ausgaben mit und ohne Bonus-Disc. Mir liegt die "2 Disc Edition" vor, die den Film auf BD anbietet, Zusatzmaterial wurde auf eine DVD gepackt, das BD-Case steckt in einem Schuber. Der Film liegt ungekürzt und in ansprechender Qualität vor, die deutsche Synchronisation geht in Ordnung, der englische Originalton gefällt mir vom Zungenschlag her etwas besser.

7,5/10 (gut bis sehr gut / in Gedanken addiere ich einen weiteren Punkt für die grandiosen Locations, obendrauf einen Bonuspunkt für "100%-Wohlfühlsuhlenatmosphäre")!

Lieblingszitat:

"Ich möchte doch nur überleben."



Habe ich doch gesagt! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 17:13 
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Also nem Kollegen hat der Film nicht so gefallen...

Ich fand ihm am ende doch recht gut! Wobei ich am Anfang schon schlimmes befürchtete!

Noch bevor der Vorspann beginnt, sieht man einen vermummten durch die Wüste Stapfen, der Wüstensand überstrahlt etwas zu arg und es wirkt billig. Dann bleibt er stehen, man sieht einen Zombie mit kaputtem Bein daherwanken, das bein verdreht sich beim laufen dauernd, oh man sah das billig aus und ich wähnte mich schon in einem Amateurfilm 8-)

Aber danach kommt alles Professioneller daher, die Locations sind toll und die beiden Hauptdarstelller die da mit dem alten Pritschenwagen umherfahren haben mir gefallen.

Ja ein ordentlicher Idependentstreifen 7/10

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 17:31 
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reggie hat geschrieben:

Noch bevor der Vorspann beginnt, sieht man einen vermummten durch die Wüste Stapfen, der Wüstensand überstrahlt etwas zu arg und es wirkt billig. Dann bleibt er stehen, man sieht einen Zombie mit kaputtem Bein daherwanken, das bein verdreht sich beim laufen dauernd, oh man sah das billig aus und ich wähnte mich schon in einem Amateurfilm



Gerade den Anfang mit diesem Zombie finde ich unglaublich gut, extrem furchteinflößend und sehr sehr gut gemacht.
Die daraufolgenden Szenen am Strand sind auch der Hammer. Diese Szenen wirken in gar keinem Sinne billig.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 17:35 
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Einer der ganz wenigen "neuen" Filme, die mir so gut gefallen haben, dass ich die DVD nicht verkauft, sondern ins Regal gestellt habe.
Bewerten würd ich ihn mit 7/10
Pluspunkt: Kulissen, düstere Stimmung, kein "netter Popcorn-Film", langsame Untote, wie sie im Bcuhe stehen :D
Negativ: recht schlechte Dialoge, besonders während der Autofahrten :(


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 17:37 
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Edition Tonfilm hat geschrieben:
Einer der ganz wenigen "neuen" Filme, die mir so gut gefallen haben, dass ich die DVD nicht verkauft, sondern ins Regal gestellt habe.
Bewerten würd ich ihn mit 7/10
Pluspunkt: Kulissen, düstere Stimmung, kein "netter Popcorn-Film", langsame Untote, wie sie im Bcuhe stehen :D
Negativ: recht schlechte Dialoge, besonders während der Autofahrten :(



Einer der besten Zombie Filme der letzten Zeit.

Ob mans glaubt oder nicht aber die TV Serie THE WALKING DEAD ist ein Hammer! Falls Du sie noch nicht kennst ansehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 17:41 
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Jau Walking dead ist echt der Hammer!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 19:43 
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reggie hat geschrieben:
Jau Walking dead ist echt der Hammer!!!


Jein, denn die zweite Staffel baut leider deutlich ab. Dennoch werde ich selbstverständlich am Ball bleiben.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 20:18 
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mhhh - das klingt alles interessant. Sind bei THE DEAD alle deutschen 18er (also egal ob DVD, BR, Singledisc etc.) ungeschnitten?

Und weil gerade THE WALKING DEAD erwähnt wurde: welche Fassung sollte es denn davon sein?

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEAD - The Ford Brothers
BeitragVerfasst: 31.01.2012 20:45 
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creepy-images hat geschrieben:
Und weil gerade THE WALKING DEAD erwähnt wurde: welche Fassung sollte es denn davon sein?

Am besten die Comicvariante. Die ist am besten ;)


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