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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 02.06.2010 21:39 
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OT: La plus longue nuit du diable (1971)

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Ist so ein Film, den ich schon öfter mal anvisiert habe, aber dann doch immer wieder vergessen habe.

Die Story handelt von einem Nazi-Offizier, der zurückgezogen in einem Schloss lebt, in das sich durch einen Zufall eine Gruppe von Touristen verirrt. Und die sieben Todsünden und der Teufel sollen wohl auch noch irgendwie eine Rolle spielen... :?

Da man es hier mit einer belgisch/italienischen Koproduktion zu tun hat, kann man Erika Blanc in der Hauptrolle sehen und die Musik stammt von Alessandro Alessandroni.

Also ich finde, das klingt alles sehr vielversprechend. Die meisten DVD-VÖs davon scheinen sich qualitativ nicht viel zu nehmen, aber da die Redemption-Scheibe schon etwas seltener geworden ist, werde ich wohl zur Raro greifen.

Falls jemand zu den einzelnen VÖs oder zum Film allgemein noch was sagen kann, dann nur raus damit. ;)

Hier mal noch das schöne Main Theme:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Und der Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 02.06.2010 21:48 
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Der Film kann was, auf jeden Fall kaufen! Hab den letztes Jahr mal nachts um 3 geguckt...da sorgte er spielend für eine dichte Gruselatmosphäre!

Und gleich kommt der Operazione um die Ecke und schwärmt von seiner japanischen VHS, wetten? :lol:

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"Ihr Name ist Luzifer. Ihr vertraue ich mehr als meinem besten Freund. Sie spricht nicht, sie hört nicht, betrügt nicht. Sie ist taub, ist blind, ist stumm. Sie tötet nur!"


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 02.06.2010 22:14 
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Canisius hat geschrieben:
Der Film kann was, auf jeden Fall kaufen! Hab den letztes Jahr mal nachts um 3 geguckt...da sorgte er spielend für eine dichte Gruselatmosphäre!
...

Klingt gut! Und nachts um 3 ist natürlich die perfekte Zeit für solche Filme. 8-)

Dieses Review war es übrigens, was mir wieder richtig Lust gemacht hat auf den Film.

Ich glaube, das wird mal wieder eine Bestellung bei Kultvideo werden. Ich sehe gerade, dort gibt's die Scheibe für schlappe 6,90€ (Titel: La terrificante notte del demonio)

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 03.06.2010 01:06 
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Hehe , da erfülle ich doch gern Canisius` Erwartungen ... das JPN Tape kickt die Redemption DVD in Sachen Bildschärfe locker in die Tonne ;)


Aber um auf das Wesentliche einzugehen , der Film ist einfach EINER DER BESTEN EURO-HORRORFILME !!! Allein die Eingangs-Szene vermag es , das Gehirn zu erschüttern und das Knochenmark zu zerstören !!!

Allen Freunden von "Devil`s wedding night" & co sei dieser Film schwerstens empfohlen ;)

EIN MUSS FÜR ALLE EURO-HORROR FANATIKER !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 03.06.2010 18:59 
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Großartiger und sehr stimmungsvoller Film. Schade, dass sich Brismée nicht an mehr Genrefilmen versucht hat. Einer der schönsten Zufälle meines Eurokultdaseins: Unmittelbar nachdem ich mir einmal THE DEVIL'S NIGHTMARE angesehen habe und gerade das Tape stoppt und zurückspult, lacht mich doch tatsächlich der knorrige Charakterkopf Daniel Emilfork aus dem laufenden Fernsehprogramm an. Er stand im Mittelpunkt einer arte-Dokumentation über sein Leben.

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:| Liebesgott der Kannibalen |:


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 26.07.2010 13:10 
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Nochmals vielen Dank, Chet, für die tolle Empfehlung!


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THE DEVIL’S NIGHTMARE («Plus longe nuit du diable», Belgien/Italien 1971) R: Jean Brismée

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Berlin 1945 : Der Prolog ist in sepiafarbene Bilder getaucht, hineinmontiert sehen wir Originalaufnahmen von Luftangriffen. Der Wehrmachtoffizier Baron von Rhoneberg wartet auf die Entbindung seines Kindes, während der Bombenhagel auf die Hauptstadt niedergeht und der Putz schon von der Decke rieselt. Die Ehefrau stirbt bei der Geburt. Ist es ein Junge? – Das ist alles, was Von Rhoneberg interessiert. Als die Hebamme verneint, schickt er sie hinaus und tauft das Mädchen, ohne ihr einen Namen zu geben. Dann zieht er seinen SS-Dolch und tut, was getan werden muss…
25 Jahre später: Eine bunt gewürfelte Reisegruppe befindet sich auf einer Busreise durch eine abgelegene Gegend Deutschlands. Man ist bereits spät dran, obendrein ist die Straße blockiert. Ein mysteriöser Einheimischer (Daniel Emilfork) an einem Torffeuer rät dem Fahrer, im nahegelegenen Schloss Rhoneberg um Quartier für die Nacht zu ersuchen. Gesagt, getan – im Schloss werden die sieben Touristen bereits von dem kauzigen Diener Hans erwartet. Der weist einem jeden sein individuelles Zimmer zu, nicht ohne vorher eine dazugehörige Schauergeschichte aus dem Ärmel zu schütteln – hier geschah ein tragischer Unfall, dort fand ein blutiger Exorzismus statt, hier wurde vor langer Zeit der alten Baronin die Kehle durchschnitten… Als sich alle an der Abendbrottafel eingefunden haben und vom Baron (bei dem es sich natürlich um den Nazi-Offizier aus dem Prolog handelt) begrüßt werden, läutet es plötzlich an der Pforte und ein achter Gast erscheint – eine wunderschöne, rothaarige Frau (Erika Blanc), die auf den Namen Lita hört und umgehend für Verwirrung sorgt, was nicht nur an ihrem freizügig ausgeschnittenen schwarzen Kleid liegt. Steht sie vielleicht in einem Zusammenhang mit dem Familienfluch der Von Rhonebergs? Denn eben hat der Baron seinen Gästen gestanden, daß eine Vorfahrin von ihm einen Pakt mit Satan einging, woraufhin jedes weibliche Erstgeborene der Familie dazu verdammt ist, zu einem Sukkubus zu werden – einem Dämon, der Männer verführt und ins Verderben lockt. Eine Nacht des Grauens nimmt ihren Lauf, während derer jeder der sieben Anwesenden an seinen persönlichen Begierden und Gelüsten scheitern wird…


Nicht umsonst präsentiert das Skript uns sieben Reisende, denn jeder einzelne findet seine Entsprechung in einer der sieben Todsünden: Völlerei, Neid, Habgier, Wollust, Hochmut, Trägheit und Zorn. Noch während er am Lenkrad sitzt, sehen wir den wohlgenährten Busfahrer Doucard (Christian Maillet), wie er sich einen fettigen Hähnchenschlegel durch die Zähne zieht. Das Ehepaar Howard und Nancy Foster (Lorenzo Terzon und Colette Emmanuelle) hat seine beste Zeit hinter sich – er ist nur noch scharf auf ihren Besitz und begehrt heimlich andere Frauen, sie besteht nur noch aus Geiz, Eifersucht und Geldgier. Die schöne und laszive Corinne (Ivana Novak) ist ein geiles Luder, das nicht nur „Männer sammelt“, wie sie freizügig eingesteht, sondern auch hübsche Mädchen nicht von der Bettkante schubst – weswegen sie sogleich einwilligt, mit ihrer blonden Reisegefährtin Regine (Shirley Corrigan) ein Zimmer zu teilen. Die ist jedoch selbst für die Liebe zu faul und zieht es vor, vor sich hin zu dösen. Der cholerische alte Mann Mason (Lucien Raimbourg) beschwert sich ständig über alles und jeden, während der junge Priesterseminarist Sorel (Jacques Monseau) sich seinem Amt und dessen Verantwortung überlegen fühlt. Angesichts solcher Sündhaftigkeit werden den satanischen Mächten, die auf Schloss Rhoneberg Hof halten, natürlich Tor und Tür aufgestoßen…

THE DEVIL’S NIGHTMARE ist ganz wundervoller Euro-Horrorfilm, der eine ausgewogene Mischung aus wohligem Gothic-Grusel und Sleaze darreicht und einen herrlich naiven Charme versprüht. Allein die tollen Kulissen sind eine Wucht, das atmosphärische Schloss Rhoneberg könnte direkt aus einem Hammer-Film stammen. Hackepeter und Sexploitation in allzu hohen Dosen sollte man nicht erwarten, obwohl natürlich auch die ein oder andere Lesbelei eingestreut wird. Einige hübsch pittoreske und einfallsreiche Mordszenen gibt es obendrein zu bestaunen, samt Burggraben mit spitzen Pflöcken, Guillotine und eiserner Jungfrau auf dem Dachboden. Und natürlich befindet sich im Keller des Hauses das obligatorische Mad Scientist-Labor, in dem der Baron sich alchimistischen Experimenten hingibt. Herrlich!
Zeitweise wähnt man sich in einem Werk, bei dem Jess Franco und Mario Bava gemeinsame Sache gemacht haben. Die Bildkompositionen und die Ausleuchtung sind rundum gelungen, wenngleich die Kameraführung von André Goeffers angenehm unspektakulär ausgefallen ist. Alesandro Alesandronis Score glänzt mit einem eingängigen, leicht psycheldelischen Titelsong, der mir noch lange im Gehörgang kleben blieb.

Auch das Ensemble bietet keinen Grund zur Beschwerde. Jeder der Darsteller macht seine Sache sehr gut und stellt seine individuellen Lasterhaftigkeiten überzeugend dar. Besonders gefallen hat mir Christian Maillet (DIE PORNO-BESTIE) als fresssüchtiger Busfahrer Doucard, der von Erika standesgemäß mit einem üppigen Bankett verführt wird, wo er sich voll stopft, bis der Pansen platzt. Herzhaft gelacht habe ich bei der Szene, als Corinne und Regine sich zwischen den Laken wälzen und es einen Schnitt auf Doucard gibt: Den Mann interessiert so’n Schweinkram nicht, denn er hat einen Koffer voller gepökelter Würste! Ein Kracher ist natürlich auch der markante Charaktermime Daniel Emilfork, der später im Film noch eine gewichtige Rolle besetzt. Aber alles aus und vorbei ist beim ersten Auftauchen der göttlichen Erika Blanc – da beschlugen mir fast die Augäpfel. Die Dame ist wahrhaftig die personifizierte Sünde und unterstreicht diese Tatsache mit einem Outfit, das ganz klar unter den Jugendschutz fällt. Lobenswert ist auch die Leistung der Maskenbildner, die mit einfachsten Mitteln eine große Wirkung erzielen: Wann immer die dämonische Lita sich eine Seele einverleibt, sieht sie plötzlich aus wie ein weibliches Mitglied der Band GORGOROTH.

Die DVD von Redemption, die mir zur Sichtung vorlag, hat leider keine berauschende Bildqualität – da musste offenbar ein Master herhalten, das bereits durch zig Bahnhofskinos geschleift wurde. Auch der Ton stammt leider aus dem Hause Knister & Knarz.

Vielleicht kein Meisterwerk, aber ein sehr sympathischer Film mit enorm hohem Wohlfühlfaktor, der mich blendend unterhalten hat.


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Mit Sicherheit wird dieser Film auch dem Herrn Blap vorzüglich gefallen, ich spreche hiermit keine Empfehlung sondern einen Kaufbefehl aus!

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 26.07.2010 16:19 
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Der Soundtrack ist cool, ich seh schon den muss ich mir auch holen :o

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 26.07.2010 18:13 
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Diabolik! hat geschrieben:
Mit Sicherheit wird dieser Film auch dem Herrn Blap vorzüglich gefallen, ich spreche hiermit keine Empfehlung sondern einen Kaufbefehl aus!


Sir, jawohl, Sir! :mrgreen:

Die DVD von Raro wäre vielleicht die bessere Wahl? Gibt es bei Kultvideo für wenig Geld, englischer Ton ist an Bord.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 26.07.2010 18:27 
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Blap hat geschrieben:
Die DVD von Raro wäre vielleicht die bessere Wahl? Gibt es bei Kultvideo für wenig Geld, englischer Ton ist an Bord.

Verdammich, diese Fassung ist mir ja ganz entgangen! Sogar günstiger als die Redemption-Scheibe, und laut OFDb hat sie ein besseres Bild... Teste mal an und lass hören demnächst.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 26.07.2010 21:16 
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Hab den schon lange den kann man schich immer mal wieder ansehen !!!!!
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Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 17.01.2011 17:45 
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Diabolik! hat geschrieben:
Teste mal an und lass hören demnächst.


Ich habe eben endlich die Raro-DVD bestellt, eine gute Gelegenheit den italienischen Ableger von Amazon zu testen.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 27.01.2011 19:11 
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Der Kaufbefehl war auch mir zur Pflicht gediehen. Meine Raro ist letzte Woche eingetrudelt, habe den Film dann in Ruhe gestern am späten Abend angeschaut und kann nur schwärmen: Feisten Dank an Chet und alle, die mir in diesem Thread den Mund für diese wunderbare Euro-Perle wässrig geredet haben!
Der Film ist eine Bombe mit einer prächtigen Stimmung, sehr eindringlich, unterhaltend und kurzweilig - ein kleines feines Juwel, das wirklich in keiner Sammlung fehlen sollte.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 27.01.2011 19:55 
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Freut mich, daß dieser schöne Film neue Freunde gewinnt.
Kannst du mal was zu Bild und Ton der Raro-DVD sagen?

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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 27.01.2011 20:55 
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Mir fehlen da natürlich die Vergleichsmöglichkeiten zu anderen VÖ's, aber alles in allem fällt die Raro durchschnittlich aber ansehbar aus. Die Quali (1,66:1 in 4:3/nicht anamorph) ähnelt in etwa so wie bei diesem Vergleich zwischen der Redemption UK und der Sodemented Cinema NL. Ich denke, die Italo-Ausgabe ist minimal dunkler und schärfer; das lässt sich manchmal bei Screenshotvergleichen hier über meinen PC-Monitor nicht genau einschätzen. Die ital. Tonspur (englische noch nicht gehört) ist etwas dünn und manchmal kratzig, ist aber kein wirkliches Drama.
Insgesamt bin ich zufrieden; gewünscht hätte ich mir einen anamorphen Transfer mit mehr Zeichnung und Detailtreue.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE DEVIL'S NIGHTMARE - Jean Brismee
BeitragVerfasst: 28.01.2011 23:05 
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Der Kommentar von Diabolik! bringt es auf den Punkt, meine Zeilen können dies nur erneut unterstreichen:


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Cover der italienischen DVD von Raro Video


La terrificante notte del demonio (Belgien, Italien 1971, Originaltitel: La plus longue nuit du diable)

Erika macht uns die Sukkubiene

Berlin in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Während die Bomben der Alliierten die Überreste der geschundenen Stadt umpflügen, wartet Baron von Rhoneberg (Jean Servais) ungeduldig auf die Geburt seines Kindes. Die Mutter des Neugeborenen verstirbt nach der Entbindung, doch der ranghohe Offizier interessiert sich in erster Linie für das Geschlecht seiner Brut. Mit eiskalter Präzision tötet er den weiblichen Säugling. Inzwischen sind viele Jahre ins Land gezogen, der Adelige bewohnt das herrschaftliche Anwesen seiner Familie. Eine kleine Reisegruppe strandet auf seinem Anwesen, man möchte die kommende Nacht notgedrungen in dem alten Gemäuer verbringen. Der verschrobene Hausdiener zehrt mit schaurigen Geschichten an den Nerven der Gäste, doch auch der Baron berichtet von einem alten Fluch, der seit vielen Generationen auf seiner Familie lasten soll. Stets wird die erstgeborere Tochter aus jeder Generation der von Rhonebergs, in Gestalt eines Sukkubus Unheil und Verderben über die Menschheit bringen. Freilich klingt diese Geschicht zu grotesk um wahr zu sein, doch sie hinterlässt Spuren bei den Anwesenden. Wenig später taucht eine rätselhafte Schönheit (Erika Blanc) auf, eine Nacht des Grauens nimmt unaufhaltsam ihren Lauf...

Der leider wenig bekannte Regisseur Jean Brismée, tischt uns mit "La plus longue nuit du diable" eine vorzügliche Horrorspeise auf. In Deutschland blieb dieser schöne Streifen leider unberücksichtigt, im englischsprachigen Raum ist er unter dem griffigen Titel "The Devil's Nightmare" geläufig. Wer ein Herz für Euro-Horror aus den siebziger Jahren hat, bekommt hier die Vollbedienung serviert, kann sich voller Wonne und Lust in den liebenswerten Klischees suhlen. Als zentrale Kulisse dient ein altes Schloss, für wohlige Gruselschauer ist in diesem hübschen Gothic-Ambiente bestens gesorgt. Kerzenlicht und dunkle Ecken, selbst ein kleines Labor im Keller fehlt nicht, schliesslich will der liebe Baron ein wenig experimentieren. Wüste Gemetzel sollte man nicht erwarten, jedoch lässt sich Brismée nicht lumpen, bringt eine Eiserne Jungfrau zum Einsatz, lässt ein wenig Blut fliessen, hackt ein Köpfchen ab. Klar, ausufernde Gewaltexzesse werden nicht zelebriert, diese wird allerdings auch kein Freund des Genres ernsthaft erwarten. Im Gegenteil, egal ob die Briten von Hammer und Amicus mit Stars wie Peter Cushing und Christopher Lee am Werk waren, egal ob Paul Naschy oder Amando de Ossorio den Spaniern eine Gänsehaut verpassten, oder ob in Italien Mario Bava für Gruselschauer sorgte: Die Atmosphäre stand im Vordergrund, wer Mettgut in hoher Dosierung braucht, sollte sich lieber in anderen Bereichen des Horrorkinos umsehen. Man merkt "The Devil's Nightmare" an, dass der Film nach 1965/66 produziert wurde, denn seit den späten sechziger Jahren wurde man immer freizügiger. Die Damen gewährten tiefere Einblicke, Sex war schon immer ein hervorragendes Verkaufsargument. In dieser Hinsicht stürmt Brismée erstaunlich offensiv auf den Zuschauer los, die Hüllen fallen mehrfach, inklusive sehr erotischer Lesbenszenen. Satan, was bekommen wir in diesem Flick für anmutige Schönheiten zu sehen!

Erika Blanc taucht erst nach der Vorstellung ihrer Speisekarte auf, doch dafür ist ihr Auftritt umso eindrucksvoller geraten. Wo Frau Blanc zu sehen ist brennt die Luft, füllen sich die Lungen des Betrachters mit einem Gasgemisch aus Begierde und Lust! Die "Verwandlung" sorgt für die immer wieder beschworenen Gruselschauer, mir jagt noch jetzt eine Erpeltapete nach der anderen über den Rücken. Die erotische Overpower knallen uns allerdings zwei andere Damen vor den Latz. Ivana Novak ist als brünette Corinne auf der Jagd nach heissen Erlebnissen, sie geht mit der blonden Schönheit Regine (Shirley Corrigan) in den züngelnden Nahkampf. Gegen die erotische Ausstrahlung und Anziehungskraft dieser Vollblutfrauen, wirkt die heutige Damenmannschaft wie eine Tüte vergammelter Rosinen, die man selbst mit verbundenen Augen am Botoxgeruch erkennt. Während Regine nach dem kleinen Räppelchen bereit zur Nachtruhe ist, gelüstet es Corinne nach weiteren Erlebnissen, gern auch mit dem Gatten einer anderen Mitreisenden. Jean Servais spielt den Baron von Rhoneberg mit entspannt-angespannter Routine, Charakterschädel Daniel Emilfork glänzt mit denkwürdigen Kurzauftritten. Christian Maillet überzeugt als ständig fressender Busfahrer (bei seinen Essgewohntheiten scheint mit das Wort "Fressen" in der Tat angemessenen), Lucien Raimbourg verlegt sich auf unaufhörlich fluchender Zeitgenosse. Jacques Monseau rundet das Ensemble als angehender Priester ab, der auf einen übermächtigen Gegner trifft. Den übrigen Mitwirkenden kann man getrost ein kaum minder gutes Zeugnis ausstellen, es wäre jedoch müßig alle Darsteller runterzuleiern.

Knapp 90 Minuten knuffige Unterhaltung für den Genrefan. Die sieben Todsünden, angerichtet als schmackhaftes Gothic-Grusel-Menü. Gewürzt mit ein paar Spritzern Lebenssaft, einem kräftigen Schuss Erotik, einer kleinen Prise Sleaze, gekonnt abgeschmeckt und stilvoll angerichtet. Zum Gelingen des Gesamtpaketes trägt die schöne Kameraarbeit bei, der Score untermalt das liebenswerte Treiben sehr angenehm.

Nein, ein Meisterwerk ist "La plus longue nuit du diable" wohl nicht, aber ein unglaublich charmanter, entzückender und sympathischer Film! Ein wohlige Wonne, vergleichbar mit dem warmen Vollbad am frühen Nachmittag, das den neuen Tag nach einer langen Nacht einläutet. Ich möchte darin versinken, mich dem Genuss hingeben. Die DVD aus dem Hause Raro Video reisst zwar keine Bäume aus, man kann aber gut mit der Scheibe leben. Leider gibt es nur einen sehr kurzen Trailer als Bonus, immerhin ist ein kleines Booklet an Bord. Der Ton liegt in italienischer und englischer Sprache vor, auf Untertitel muss man verzichten.

7,5/10 (Gut bis sehr gut). Ihr ahnt es bereits: Der Wohlfühlfaktor und die Knuffigkeit sprengen locker jede Skala! Solche Schätzchen halten meine Leidenschaft zum Film unter Volldampf!

Lieblingszitat:

"Yes, people do die from fear."
"Fear
?"

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