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 Betreff des Beitrags: XX UNBEKANNT - Leslie Norman, Joseph Losey
BeitragVerfasst: 03.02.2014 14:20 
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Alternativer Titel: X the Unknown
Produktionsland: Großbritannien
Produktion: Anthony Hinds
Erscheinungsjahr: 1956
Regie: Leslie Norman, Joseph Losey
Drehbuch: Jimmy Sangster
Kamera: Gerald Gibbs
Schnitt: James Needs
Spezialeffekte: Jack Curtis, Les Bowie, Vic Margutti
Musik: James Bernard
Länge: ca. 77 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Dean Jagger, Edward Chapman, Leo McKern, Anthony Newley, Jameson Clark, William Lucas, Peter Hammond, Marianne Brauns, Ian MacNaughton, Michael Ripper



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In der Nähe einer Militärbasis in Schottland kommt es auf dem Übungsgelände zu einem Erdriss. Aus dem Erdinneren entflieht eine Kreatur, die radioaktivem Material dessen Strahlung entzieht und dadurch unaufhaltsam wächst. Die Bevölkerung ist in großer Gefahr und Dr. Adam Royston scheinbar der einzige der die Gefahr aufhalten, doch sind seine Theorien nicht unumstritten…

Bevor Jimmy Sangster die Drehbücher zu den Hammer-Klassiker „The Curse of Frankenstein“, „The Revenge of Frankenstein“ und „Horror of Dracula“ verfasste und mit Terence Fisher zusammen arbeitete, schuf er mit „X the Unknown“ ein eher schwaches Skript für den gleichnamigen Film und dessen Regisseur Leslie Norman. Der Stoff orientiert sich natürlich am Vorbild „The Quatermass Xperiment“ welcher letztendlich wieder als Vorlage zur britischen Doctor Who Reihe fungierte. „X the Unknown“ entstand in der Phase zwischen „The Quatermass Xperiment“ und dessen Nachfolger „Quatermass 2“, konnte/ kann jedoch in keiner Weise mit den genannten mithalten. Hammer Films produzierte somit einen äußerst behäbigen und langatmigen SciFi/ Horror-Verschnitt der wie auch z.B. „The Abominable Snowman“ zu den schwachen Werken der britischen Schmiede zählt.

Der Start ist recht gelungen und man fühlt sich im naiv billigen britischen Look der 50er recht heimisch. Allerdings verebbt der Film nach und nach und wird zu einem zähflüssigen Unterfangen. Die wenigen spannenden und leicht atmosphärischen Momente wurden mit der Hammer-typischen Musik unterlegt und präsentieren sich als kleine Highlights innerhalb einer trostlosen Vorgangsweise. Die Story kann als Vorbild für den US Klassiker „The Blob“ (1958) gesehen werden, nur mit dem kleinen Unterschied, dass „The Blob“ ein sehr unterhaltsamer Film ist.

Fazit: Für Komplettesten der Hammer-Produktionen zumindest empfehlenswert um eine Lücke in deren Hammer-Sammlung zu schließen, verlassen wird die DVD den Platz allerdings nur um dem Staubwedel Platz zu machen.

5/10



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 Betreff des Beitrags: Re: XX UNBEKANNT - Leslie Norman, Joseph Losey
BeitragVerfasst: 12.03.2016 13:32 
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X the Unknown
(XX - Unbekannt / XX unbekannt / XX... Unbekannt / X: The Unknown)
Großbritannien 1956 - Directed by Leslie Norman
Starring: Dean Jagger, Edward Chapman, Leo McKern, Anthony Newley, Jameson Clark, William Lucas...


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Da staunt der junge, engagierte Soldat Sapper Lansing (Kenneth Cope) nicht schlecht. Eben denkt er noch stolz, bei einer Militärübung im schottischen Hochland mit seinem Geigerzähler das vergrabene Testobjekt aufgespürt zu haben, da klafft die Erde neben ihm plötzlich weit auf, und aus der entstandenen Spalte gischt heißer Dampf. Das wäre ja noch nicht so schlimm. Leider gesellt sich auch eine ungesunde Dosis Radioaktivität dazu, was dem hoffnungsfrohen Jungspund gar nicht wohl bekommt. Verursacher der gefährlichen Strahlung ist, wie sich schließlich herausstellt, ein uraltes, amorphes Wesen, das sich von Energie ernährt. Wenn gerade nichts Besseres zur Hand ist, wie z. B. elektrische Stromleitungen oder ein Atomkraftwerk, tut es zur Not auch ein Mensch. Während das bizarre Wesen wächst und wächst, suchen der amerikanische Atomwissenschaftler Dr. Royston (Dean Jagger) sowie Inspektor McGill (Leo McKern), Mitarbeiter der hiesigen Atombehörde, verzweifelt nach einer Möglichkeit, um das Unwesen zu stoppen.

Nach dem großen Erfolg des Science-Fiction-Schockers The Quatermass Xperiment (Schock, 1955) legte die britische Produktionsfirma Hammer Films im Jahr darauf mit X the Unknown gleich einen ähnlich gelagerten Streifen nach. Der ursprünglich als Sequel des ersten Quatermass-Abenteuers angedachte Film mußte abgeändert werden, als Autor Nigel Kneale seine Zustimmung für eine nicht von ihm geschriebene Fortsetzung verweigerte. Das Skript stammte von Jimmy Sangster (1927 – 2011), dessen Stern mit X the Unknown aufging, war es doch sein erstes Drehbuch für einen Spielfilm. Der Rest ist Geschichte, wie es so schön heißt. Geschichte war auch bald der Amerikaner Joseph Losey (The Damned), der als Regisseur vorgesehen war. Offiziell verabschiedete er sich nach einigen Drehtagen aufgrund einer Erkrankung, aber hinter vorgehaltener Hand erzählte man sich, daß Hauptdarsteller Dean Jagger nicht mit einem Mann zusammenarbeiten wollte, der mit den Kommunisten sympathisierte und deshalb auf der schwarzen Liste Hollywoods gelandet war.

So kam Leslie Norman (The Long and the Short and the Tall) zum Zug, der sich am Set jedoch als kleiner Tyrann entpuppte und sich damit naturgemäß keine Freunde machte. Für die Kamera war Gerald Gibbs verantwortlich, den (tollen) Score steuerte James Bernard (Dracula) bei, und die Kreatur und deren Opfer trickste Philip Leakey. So angestaubt die Effekte heutzutage auch sein mögen, für die damalige Zeit leistete er durchaus beachtliches. Die (leider sehr spärlich gesäten) Aufnahmen, als die Kreatur aus dem Riß kriecht, sich ihren Weg durch eine Landschaft bahnt oder über eine hohe Mauer schwappt, sind sehr ansehnlich geraten. Mit der Sequenz, in der einem Unglücklichen, welcher dem Wesen begegnet, das Gesicht wegschmilzt, setzte er noch einen drauf. So kurz dieser grausige Moment auch ist, das Auflösen des Fleisches, das langsam vom Schädelknochen fließt, hinterläßt Eindruck und dürfte für die Kinobesucher anno 1956/57 wohl rather shocking gewesen sein, zumal der Grundton des Schwarzweiß-Streifens - das Comic Relief in Form zweier Soldaten ausgenommen - sehr düster und bedrohlich ist.

Darüber hinaus sorgen einige gelungene Set-Pieces, unterstützt von Bernards gekonnter Musikuntermalung, für gruselige Spannungsmomente. Das Abseilen eines Mannes in die bodenlos scheinende Erdspalte, die Szene mit dem kleinen Mädchen vor der Kirche sowie der Showdown mit dem hängen gebliebenen Wagen sind allesamt tadellos inszeniert. Das tröstet auch über zahlreiche eher langweiligere Sequenzen hinweg, wo die Verantwortlichen mit ernster Miene über die Bedrohung aus dem Inneren der Erde debattieren, Theorien aufstellen und Pläne schmieden. Das ganze Szenario wird kühl und dramatisch durchgespielt, wobei sich kein wirklicher Sympathieträger herauskristallisieren will. Das Ende ist, wie es damals üblich war, erstaunlich abrupt, und so manche Tätigkeiten sorgen heute für ungläubiges Kopfschütteln und/oder verhaltenes Schmunzeln. Nichtsdestotrotz ist X the Unknown ein recht gelungener Mix aus Science-Fiction, Horror und Katastrophenszenario, mit einem originellen Monster (*), einigen schönen Suspense-Szenen und einer ernsten, düsteren Atmosphäre.

(*) Anmerkung am Rande: Zwei respektive drei Jahre später ließen die Amerikaner mit The Blob (Blob - Schrecken ohne Namen, 1958) und die Italiener mit Caltiki - il mostro immortale (Caltiki - Rätsel des Grauens, 1959) ähnlich geartete Monster auf die Menschheit los.

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