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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: UNDERWORLD - George Pavlou
BeitragVerfasst: 13.06.2016 14:08 
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Es gibt Filme, die man damals zu Videothekenzeiten schon (zurecht) mies fand, die einen aber trotzdem nicht ganz losgelassen haben, da sie irgendwie doch was spezielles, ja besonderes hatten.


Clive Barker's Underworld (GB 1985, Regie: George Pavlou)

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Eine Horde vermummter und deformierter Gestalten stürmt das Luxusbordell der Madame Pepperdine (Ingrid Pitt) und entführt die Prostituierte Nicole (Nicola Cowper). Daraufhin setzt der Gangsterboss Motherskille (Steven Berkoff) seinen besten Mann, den Ex-Mobster Roy Bain (Lary Lamb) auf die Fährte, der mit Nicole mal eine Affäre hatte. Bain hat nicht viele Hinweise, doch einer führt ihn zu dem Wissenschaftlicher Dr. Savary (Denholm Elliot), der mit einer experimentellen Droge arbeitet, die leider die Angewohnheit hat, die Konsumenten physisch zu verändern und sie mutieren zu lassen, von einer starken Abhängigkeit mal abgesehen. Derweil kommt Nicole in der Gesellschaft der Mutierten wieder zu sich - sie ist nämlich die Einzige, die gegen die deformierenden Nebenwirkungen der Droge resistent ist. Bain kommt hinter die wahren Machenschaften seines Auftraggebers und verbündet sich mit den Mutanten. Doch der skrupellose Motherskille ist bereits unterwegs zum Versteck der Mutanten, um ihnen mit Giftgas den Rest zu geben. (OFDb, geändert)

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Mitte der 80er - Nach seinen Kurzfilm-Experimenten, nahm Clive Barkers Idee für einen richtigen Spielfilm endlich Gestalt an. Unter der Regie des jungen und unerfahrenen Debütanten George Pavlou entstanden gleich zwei Filme nach Clive Barkers Drehbuch - und beide kann man wohl als ziemliche Enttäuschung bezeichnen. Clive Barker war ebenfalls nicht sehr angetan von den Ergebnissen und übernahm die Regie für sein nächstes Projekt "Hellraiser" gleich selbst - der Rest ist Geschichte.

Doch zurück zu "Underworld". Anders als bei "Rawhead Rex" (-der auf einer Kurzgeschichte basierte-) handelt es sich hier nicht um eine Buchverfilmung. Inhaltlich nimmt der Film schon ein wenig "Nightbreed" vorweg, so sind auch in "Underworld" machtgierige und gewissenlose Menschen die Aggressoren und nicht die Mutanten, die sich vor der "normalen" Welt in der Dunkelheit verstecken. Das Element der Detektivgeschichte, taucht wiederum in "Lord Of Illusions" erneut auf (-inklusive der leicht angedeuteten Homoerotik).

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Wenn ich gucke, bist du tot!

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Ob das Sperma noch aktiv ist?

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Und ihr meint, der kriegt unsere Visagen wieder hin?

Abgesehen von Denholm Elliot ("Indiana Jones 1 und 3"), Steven Berkoff ("Octopussy") und HAMMER-Veteranin Ingrid Pitt (in einer kurzen Nebenrolle) kann "Underworld" nicht gerade mit erfahrenen Mimen auftrumpfen. Die lahme und z. T. stümperhafte Regie von George Pavlou macht den Film letztlich nur für hartgesottene Trash-Liebhaber interessant. In der ersten Hälfte muss man sich vor allem durch schwülstige Dialoge quälen, welche die Handlung nur schleppend vorantreiben. Wenn es dann im letzten Drittel zum entscheidenden Kampf kommt, kann man sich über das dilletantische Vorgehen der Schurken so richtig die Haare raufen.
Einer von Motherskilles Handlangern erkennt seinen Boss noch nicht einmal, wenn er direkt vor ihm steht und sprüht ihm erstmal eine Ladung Giftgas in die Fresse. :ohjeh: Kein Wunder, dass sein Boss daraufhin etwas ungehalten ist und ihm dafür eine Ladung Blei verpasst. :lol:
Wie in "Rambo 2 - Der Auftrag", liefert Steven Berkoff hier amüsantes Schurken-Overacting ab.

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"Der Gasmann ist da!" ... "Und Du, Rico, nimm' endlich diese bescheuerte Sonnenbrille ab!"

Wirklich gelungen sind allerdings die Make Up-Effekte und natürlich der Wave-Soundtrack von FREUR, die sich noch im selben Jahr auflösten - und zwar noch bevor sie ihre Arbeit an dem Soundtrack beendet hatten. Nun ja, für den Film hat's dann aber noch gereicht. Gleich darauf gründeten die drei verbliebenen Mitglieder die Band UNDERWORLD(!!!), jedoch mit mäßigem Erfolg. Erst 1993 feierte die Band ihren Durchbruch. Maßgeblich beteiligt an ihrem Erfolg war der Londoner DJ Darren Emerson, der Karl Hyde und Rick Smith in die Welt des Techno einführte.

Wie gesagt, ist die Entstehungsgeschichte und der Werdegang beteiligter Künstler interessanter, als der Film selbst. Nach nochmaliger Sichtung muss ich allerdings sagen, dass ich dem Film zumindest gewisse Trash-Qualitäten nicht absprechen kann - vom Retro-Feeling ganz zu schweigen, denn solch eine schwülstige 80er-Atmo gibt es nur einer 80er-Videogurke, wie dieser hier. Und der in knalliger Neonschrift eingeblendete Titel, stimmt den Zuschauer gleich richtig ein. Unter diesem Gesichtspunkt kann man mit "Underworld" sogar seinen Spaß haben. Mehr als lauen 80er-Videotheken-Trash sollte man aber keinesfalls erwarten! Aber ab und zu ist genau sowas mal eine nette Abwechslung zu den heutigen Produktionen. Und das macht ihn mittlerweile schon wieder sehenswert. Eigentlich müsste ich mir diesen Film als VHS in die Sammlung stellen, denn dann wäre der Retro-Spaß perfekt. In diesem Fall bin ich mit der DVD von Marketing aber ganz zufrieden. Diese enthält nämlich noch die (unmaskierte) Vollbild-Fassung des Films - eben so, wie er auch auf Video erschienen ist. Als Bonus gibt es noch die US-Extended-Version, in mäßiger Qualität. Diese enthält einige Handlungsszenen mehr, auf die man aber getrost verzichten kann.

"Underworld" ist also einer dieser Filme, deren Videocover viel versprochen haben, was der Film letztendlich nicht einlösen konnte. Die VHS von LIGHTNING VIDEO prangte auf der Rückseite sogar mit einem saftigen Szenenfoto, allerdings kam diese Einstellung im Film nicht vor.

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"Und wer flickt mich jetzt wieder zusammen?"

4/10

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 Betreff des Beitrags: Re: UNDERWORLD - George Pavlou
BeitragVerfasst: 13.06.2016 16:43 
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Hatte ich auch mal geschaut und fand ihn mies.
Der Name Clive Barker hatte mich dazu getrieben......

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 Betreff des Beitrags: Re: UNDERWORLD - George Pavlou
BeitragVerfasst: 14.06.2016 13:29 
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Habe den Streifen auch vor kurzem nochmals (als Veröffentlichung aus der cmv- Trash- Collection) gesehen.
4/10 Zählern sind da schon sehr wohlwollend. ;)


Guilala hat geschrieben:
...der Wave-Soundtrack von FREUR, die sich noch im selben Jahr auflösten - und zwar noch bevor sie ihre Arbeit an dem Soundtrack beendet hatten. Nun ja, für den Film hat's dann aber noch gereicht. Gleich darauf gründeten die drei verbliebenen Mitglieder die Band UNDERWORLD(!!!), jedoch mit mäßigem Erfolg.

Tatsächlich? :o
Höchstinteressant!! Unter diesem Aspekt guck ich den Film dann doch glatt ein weiteres Mal.
Ich mochte Underworld (also die Band) in den 90ern sehr gerne.
Deren "dubnobasswithmyhead" und "second toughest in the infants" habe ich rauf und runter gehört...


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 Betreff des Beitrags: Re: UNDERWORLD - George Pavlou
BeitragVerfasst: 14.06.2016 15:24 
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Bizarro Sto hat geschrieben:
Ich mochte Underworld (also die Band) in den 90ern sehr gerne.
Deren "dubnobasswithmyhead" und "second toughest in the infants" habe ich rauf und runter gehört...

Die höre ich auch jetzt noch immer mal wieder. UNDERWORLD gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbands. Das ist wohl auch der Hauptgrund, warum ich auf diesen Direct To Video-Stinker nicht verzichten will. 4/10 sind wirklich sehr wohlwollend, muss ich zugeben. ;)

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** :tanzen4:

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 Betreff des Beitrags: Re: UNDERWORLD - George Pavlou
BeitragVerfasst: 14.06.2016 16:00 
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Guilala hat geschrieben:
Bizarro Sto hat geschrieben:
Ich mochte Underworld (also die Band) in den 90ern sehr gerne.
Deren "dubnobasswithmyhead" und "second toughest in the infants" habe ich rauf und runter gehört...

Die höre ich auch jetzt noch immer mal wieder. UNDERWORLD gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbands.


Sowohl "Dubnobasswithmyhead", als auch "Second toughest..." gehören bei mir gleichfalls zu absoluten Meilensteine meiner musikalischen Sozialisation (insbesondere im elektronischen Musikbereich) :dh:


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