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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 20.12.2010 15:15 
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Originaltitel: Blastfighter
Jahr: 1984
Darsteller: Michael Sopkiw, Valentina Forte, George Eastman, Stefano Mingardo, Ottaviano Dell'Acqua, Elizabeth Forbes, Michele Soavi u.v.m.

Inhalt:
Der ehemalige Cop Jake Sharp, der mehrere Jahre unschuldig im Zuchthaus einsitzen musste, will sich nach seiner Gefängnisentlassung in die vermeindlich ruhige Wildnis zurückziehen. Unglücklicherweise gerät er mit einer Bande skrupelloser Wilderern zusammen. Schon bald muss Sharp erkennen, dass diese auch vor Gewalt an Menschen nicht zurückschrecken. Ein gnadenloser Kleinkrieg beginnt. (OFDb.de)

Lamberto Bava und ich, dass ist ja schon fast eine gewisse Hassliebe. Mit den wenigsten seiner Filme werde ich warm. Meistens versanden diese in der Bedeutungslosigkeit des Durchschnitts, auch wenn hier und da Potenzial aufblitzt und dieses gute Szenen zu Stande bringt. Die DÄMONEN-Reihe, sein Giallo DAS UNSICHTBARE AUGE sowie sein Debüt MACABRO gehören zu den Streifen, von denen ich bisher sagen konnte, dass es wirklich sehenswerte Beiträge des Sohnes vom großen Mario sind. Mit geringsten Erwartungen bin ich an den BLASTFIGHTER herangegangen und war hinterher doch recht überrascht, dass mir der Film wirklich getaugt hat. Es ist jetzt nicht der größte Actionreißer vor dem Herrn und es gibt bei weitem auch spannendere Werke, aber irgendwie hat das Ding einen gewissen Charme, dem man sich nicht verwehren kann.

Vor allem fällt auf, dass Lamberto hier die Locations gut in Szene setzen kann, obwohl eine für die 80er typische Unterkühltheit in den Bildern mitschwingt. Trotzdem schafft man so eine angenehm dichte Atmosphäre und läßt uns den von Rache zerfressenen "Tiger" Sharp beim Kampf gegen fiese Wilderer begleiten. Sharp wird von Michael Sopkiw dargestellt, welcher hier mit Pornobalken par excellence durch den Forst hüpft und anfangs noch recht friedfertig agiert, durch die von den Autoren eingebauten Verstrickungen allerdings natürlich tun muss, was ein Mann in einem 80er Jahre b-Actionwerk eben so tun muss. Wenn Sopkiw grimmig in die Kamera schielt, geht das noch in Ordnung. Sind mehr Emotionen gefragt, wie in einer Schlüsselszene von BLASTFIGHTER die die gesamte Situationen zwischen den Wilderern und ihm erst zur Eskalation bringt, wird es... sagen wir mal... unbeholfen. Neben ihm gibt es mit George Eastman noch einen etwas bekannteren Namen vor der Kamera zu bewundern. Doch dieser hier ist erstens nicht so oft zu sehen und zweitens gibt er die Rolle des alten Kumpels von "Tiger" zwar recht solide, doch von einer richtigen Meisterleistung ist auch er recht weit entfernt.

Der Rest der Darsteller kam wenigstens mir nicht so bekannt vor. Gut, Michele Soavi hat mal wieder eine Nebenrolle und - wie so üblich - schafft es nicht bis zum Ende des Films und muss ins Laub oder auch Gras beißen. Wenigstens machen die Akteure ihre Sache ganz gut. Allerdings wartet man natürlich bei solchen Filmen ohnehin auf das große Feuerwerk. Hier muss man sich aber wirklich gedulden, immerhin kommt der BLASTFIGHTER sehr gemächlich um die Ecke und so nur langsam in Fahrt. Der Konflikt zwischen "Tiger" und den Wilderern hat zwar auch in der ersten Hälfte schon einige kleine ruppige Szenen zu bieten, doch ist das ganze doch arg verhalten. Man konzentriert sich da vielleicht etwas zu sehr auf den Zwiespalt den wohl der Protagonist so mit sich herumträgt, doch richtig tiefgründig wird das nicht und fängt an, sich zu wiederholen. Wenigstens wird es dann schön zünftig, wenn es dann endlich mal kracht. Da wird es hier mit einer Low Budget-Produktion zu tun haben, sind die Actionszenen zwar auch eher klein angelegt und lassen einen in manchen Momenten auch schmunzeln, doch unterhalten können sie dennoch recht ordentlich.

BLASTFIGHTER kann man am ehesten mit dem Wort Grundsolide beschreiben. Es gibt wenig Ausreißer nach unten, allerdings genauso nach oben. Aber: wenn ich hier mal den guten Blap zitieren darf: der gute Bava-Junior schafft in diesem Streifen einen gewissen Knuffelfaktor, weswegen man den Streifen dann doch gut Herzen kann nach der Sichtung. So manchem dürfte das Geschehen auf dem Bildschirm etwas zu fade sein, wenn man aber für einen trägen Sonntag Nachmittag nach träger Action im DVD-Regal fahndet, so ist man hier gut bedient. Spaßig ist das ganze ja dann doch irgendwo, auch wenn das finale Duell ein klein wenig mau daherkommt. So richtig zum Meckern finde wenigstens ich nichts. Ach ja: der Soundtrack ist übrigens auch recht ohrig.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 21.12.2010 11:13 
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Ich finde, das der BLASTFIGHTER ein netter Actionfetzer irgendwo zwischen DELIVERANCE und RAMBO ist.

Wär's 'ne US-Produktion (der Eindruck sollte wohl erweckt werden) würden in der Hauptrolle wohl Jungs wie Chuck Norris, Ken Wahl oder Rutger Hauer glänzen.

Maximal unterhaltsam

9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 21.12.2010 11:43 
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In der Tat, ein sehr knuffiger Film. Den kleinen Bava mag ich gern, Michael Sopkiw regiert sowieso. Selbst den reichlich bekackten "Monster-Hai", kann man den Herren nicht wirklich übel nehmen. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 21.12.2010 18:04 
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Es gibt kaum einen italienischen Actionfilm, der mehr Spaß macht - gefällt mir sehr sehr gut!


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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 21.12.2010 21:55 
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Ja hab den auch ist ganz unterhaltsamm gewesen....
Der George hat da schon ganz schön gealtert ausgesehen....

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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 03.01.2014 19:02 
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Blastfighter - Der Exekutor (1984)
Der Film lässt sich in zwei Kernelemente aufspalten:
Zum einen in die fraglos astreinen Actionsequenzen,
zum Anderen in die unzähligen, unfreiwillig komischen Momente.
Die "tiefsinnigen" Unterhaltungen sind wirklich ganz besonderer Tobak.
Gerade die Unterredungen zwischen dem Hauptheld und seiner Tochter sind purer Fremdscham.
Und wenn man sich bei dem Tod der Tochter des Hauptprotagonisten schlappmachen muss, ist das sicherlich auch kein allzu gutes Zeichen.

Wo mein Herz, das für grandioses Anspruchskino der Marke Der Gott des Gemetzels (2011) schlägt, anhand solcher Szenen den sofortigen Selbstmord begeht;
fängt mein Herz, das Mad Foxes - Feuer auf Räder (Stingray 2) (1981) grandios findet, hier erst zu schlagen an.
Von dem her, wenn man auf geile, komplett handgemachte Action steht und über super peinliche Szenen hinwegsehen kann bzw. auf soetwas eventuell sogar steht, ist man hier goldrichtig.

Darauf auf ein ganz lautes: CCCCCCCCCOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOONNNNNNNNNNYYYYYYYYYYY! :mrgreen:

Paar schöne Zitate:
"Was willst du denn mit der Babyflasche?"
"Ich trink´ gerne draus."

"Jetzt hör mir mal gut zu, ich bin kein Wichser!"

"Ich bin voll von Hass- und Rachegefühlen.
Mit meinen Problemen bin ich am liebsten allein."
"Glaubst du, weil du unglücklich bist, müssten es Andere auch sein?"
"Von wem sprichst du überhaupt? Von dir oder deiner Mutter?"
"Von uns Beiden! Wo warst du als wir dich gebraucht hätten?"

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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 06.09.2014 11:45 
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- Das Gerangel zweier Platzhirsche -

Hatte den Film mal vor ein paar Jahren im Rahmen meiner Orientierungsphase (bzgl. Genrefilm) gesehen und als eher mittelprächtig in Erinnerung. Nach dem gestrigen Refresh ist er zwar weiterhin von einem kl. Meisterwerk weit entfernt, konnte aber in puncto Unterhaltungsfaktor so einiges zulegen :)

Das überarbeitete Re-Release von X-Rated kann sich sehen lassen und eine enorme Qualitätssteigerung hinsichtlich dem EC-Release vorweisen. :good:

Netter und unterhaltsamer Action-Unfug aus der it. Filmproduktionschmiede

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Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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Zusammenschnitt jeglicher Kills:

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Score: Fabio Frizzi

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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 15.01.2016 20:47 
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BLASTFIGHTER

Produktionsland: Frankreich, Italien
Produktion: Luciano Martino
Erscheinungsjahr: 1984
Regie: Lamberto Bava
Drehbuch: Lamberto Bava / Luca De Rita / Massimo De Rita / Morando Morandini Jr. / Dardano Sacchetti
Schnitt: Bob Wheeler
Musik: Guido De Angelis / Maurizio De Angelis
Länge: ca. 88 Minuten
Freigabe: Ungeprüft - Indiziert
Darsteller: Michael Sopkiw, Valentina Forte, George Eastman, Stefano Mingardo, Ottaviano Dell'Acqua, Michele Soavi, Elizabeth Forbes, Carl Savage, George Williams, Giancarlo Prati, Massimo Vanni


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Der ehemalige Polizist Jake Sharp – genannt Tiger – saß 10 Jahre wegen Mordes im Gefängnis. Nun will er sich vom Großstadt- und Knastleben zurückziehen und versucht einen Neuanfang in der Wildnis. Es dauert jedoch nicht lang bis Tiger mit einigen Wilderern aneinander gerät. Als diese seine Freunde und seine Tochter töten ist es an der Zeit zurückzuschlagen. Gehetzt vom Hillbilly-Mob besinnt sich Tiger auf seine Einzelkämpferfähigkeiten. Die Wildnis ist für ihn ein Heimvorteil und die Schlachtplatte kann angerichtet werden.

Lamberto Bava hat mit BLASTFIGHTER ein - kostengünstiges und enorm unterhaltsames -Rambo-Ripp-Off inszeniert. Bis es zum ultimativen Showdown im Kotcheff-Style kommt, vergehen erst einmal ca. 65 Minuten. Diese Zeit wird dazu genutzt die Charaktere näher zubringen. Dabei eskaliert die Situation und mutiert unausweichlich zum Worst Case. Der Film kommt schnell auf den Punkt. In Rückblenden wird Jake Sharps Vergangenheit erläutert und zu einem wichtigen Bestandteil der charakterlichen Explosivität des Tiger Sharp.

Das von Fabio Frizzi komponierte Maintheme zeigt sich als üblicher Synthesizer-Score der späten Italo-80er-, sowie der 90er Jahre. Keine Melodie die im Kopf abgespeichert bleibt, aber durchaus hörenswert. Wesentlich einprägsamer ist der, von Tommie Baby interpretierte, Song „Evening Star“. Eine Komposition die, in erster Linie, den Bee Gees und Kenny Rogers zugeordnet wird. Hier zeigt sich ein herrlicher Zynismus. Denn die gutlaunigen Country-Klänge erweisen sich als ein sarkastischer Begleiter auf der Reise durch eine Wildnis in der sich die Leichen förmlich stapeln. Lamberto gibt in den letzten 20 Minuten derart Stoff, dass man sich (übertrieben formuliert) an Çetin Inançs türkische „Rambo-Variante“ RAMPAGE erinnert fühlt. Tiger springt aus allen möglichen Schlupfwinkeln und massakriert einen Hillbilly nach dem anderen. Es kommt einer Persiflage nahe was hier in den letzten 20 Minuten abgeht. Herrlich.

Das einzige was mich traurig stimmt ist: dass George Eastman viel zu wenig Spielzeit hat. Zum Trost bekommt man allerdings einmal - in der Halbtotalen - (s)einen irren Blick geboten. Ich werfe mich ehrfürchtig auf den Boden! Danke, dass es dich gibt!

Fazit: Überzogen, kurzweilig, unlogisch und konsequent. Freunde von billigen Survival-Plagiaten sollten unbedingt mal reinschauen.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLASTFIGHTER - DER EXEKUTOR - Lamberto Bava
BeitragVerfasst: 15.01.2016 21:22 
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Was mir an diesem recht unterhaltsamen Film nicht gefällt, ist die Abwesenheit 'italienischen Wahnsinns'. Die Story wird recht knackig präsentiert, aber zu "standard - amerikanisch" abgefahren. Der Eastman George 'on the crutch', ist das absolute Highlight, nur m. E. leider zu unterrepräsentiert. Die Dialoge sind oft 'hirnfällig', was aber auch nicht schlimm ist - wenn denn nur mehr "Wahnsinn" durchscheinen würde. :roll:


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