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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 12.03.2011 13:59 
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3 junge Damen, Carla, Nora und Nancy, greifen sich eine Yacht, die Noras Vater gehört, für einen Ausflug von Italien an die kroatische Küste. Ein Zwischenstopp wird vor einem Campingplatz gemacht, wo man Marco aufliest, und ihn an Bord "verschleppt". Wir sind schließlich im Umbruchjahr 1968 und da brauchen die 3 gutaussehenden Ladys einen "Fickspatz" (Begriff von mir geklaut aus der deutschen Synchro von "Naked came the stranger", in Liberatores Film kommt der Begriff NICHT vor) an Bord.

Marco macht sich dann auch gleich daran, Carla zu verwöhnen. Doch das eigentliche Ziel des Trips ist ein anderer Trip, nämlich LSD! In einer abgelegenen Bucht wird das Schiff gestoppt, der Raum verschlossen, das Gewehr (zum Möwenschießen!!) weggesperrt, ein Tonbandgerät mit Mikrofon in Betrieb genommen, um die Drogenerfahrungen aufzunehmen (Max Goldt hat in einer seiner Kolumnen mal erwähnt, dies mit Kokain mal so gemacht zu haben. Als er sich das Band nüchtern angehört habe, sei ihm dies sehr peinlich gewesen, was für einen sinnlosen Scheiß er da gelabert habe) und der Würfelzucker geschluckt. Am nächsten Morgen erwacht Marco mit einer Schußwunde im Bauch, doch niemand kann sich erinnern, was in der Nacht geschah. Als Medizinstudent ist Marco klar, dass die Wunde umgehend fachmännisch versorgt werden muss. Das würde allerdings bedeuten, dass die Mädchen aufklären müssen, was auf dem Boot geschah, und daran scheinen sie kein Interesse zu haben...


Die späten 60ger scheinen ja so einige interessanten Yachtfilme hervorgebracht zu haben. Herbert Fux machte aus einer Kreuzfahrt das Grauen, und "Sklaven ihrer Triebe" mit Edwige und Rosalba gehört ja bekanntlich in jeden Videoschrank. Mit jener Granate kann das "Geschlecht der Engel" dann doch nicht mithalten, auch wenn wir hier bereits im berüchtigten Milieu der reichen Töchter aus gutem Hause bewegen, die Drogen und Männer ausprobieren wollen und auf dem offenen Meer auch schon mal aus arglos herumfliegende Möwen ballern. Die Drogenthematik hätte sich sicherlich weiter ausbauen lassen können, hier werden die Würfel geschluckt und in der nächsten Szene ist dann bereits Morgen.

Sex spielt als Thema schon eher eine Rolle. Nancy ist noch Jungfrau, da sie sich für einen Neger aufsparen möchte (das ist provokativer!), opfert sich dann allerdings für einen dubiosen Apotheker mit Dreitagebart und Sonnenbrille, um ihn so dazu zu bringen, Morphium herauszurücken.

Auf deutscher Seite war Franz Seitz als Koproduzent beteiligt, der wohl auch dafür gesorgt, die Rolle der Nora mit Doris Kunstmann zu besetzen, die (wie alle der Mädels) mal in einer kurzen Sonnenszene ihre Titten zeigen darf. Allerdings steuert sie das Schiff auf dem Weg nach Jugoslawien mit einem Kopftuch. Ein visionärer Beitrag Liberatores zur Integrationsdebatte?


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 12.03.2011 17:14 
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ugo-piazza hat geschrieben:
(Max Goldt hat in einer seiner Kolumnen mal erwähnt, dies mit Kokain mal so gemacht zu haben. Als er sich das Band nüchtern angehört habe, sei ihm dies sehr peinlich gewesen, was für einen sinnlosen Scheiß er da gelabert habe)

Was für ein blödsinniges Unterfangen war das denn bitte? Was soll einem denn auf Kokain schon aussergewöhnliches einfallen? Aber scheinbar gab es bei ihm eine starke, für ihn nicht oder kaum nachvollziehbare, Diskrepanz zwischen Nüchternheit und High - das sollte ihm zu denken geben.


Anyway, GESCHLECHT DER ENGEL fand ich ganz großartig und obwohl Yacht-Sexploiter (please trademark it as a cool sub-genre) nicht so wirklich vergleichbar mit dem ausgeFUXten oder gar mit dem triebversklavten Vertreter seiner Zunft. Da LSD (check out da kinky German AT!) sich doch ein wenig ernster nimmt und somit eher in die Nähe des Hochsee-Suspensers SHEILA zu rücken wäre, imho.

Auf jeden Fall ein klasse Streifen, den kaum jemand kennt. Meine Empfehlung !!

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 12.03.2011 17:22 
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Oha hinter diesem titel hätte ich jetzt nicht so einen Film vermutet. Kenn ich gar nicht, danke für den Tip :)

Vl. sollte man mal ne liste aller Yacht - Ex/Sexploiter anfertigen?

Sklaven ihrer Triebe
Kreuzfahrt des Grauens
Geschlecht der Engel
Waves of Lust

Kenne ich jetzt, was gibt es denn noch auf dem Sector??

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 13.03.2011 20:05 
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reggie hat geschrieben:
Oha hinter diesem titel hätte ich jetzt nicht so einen Film vermutet. Kenn ich gar nicht, danke für den Tip :)

Vl. sollte man mal ne liste aller Yacht - Ex/Sexploiter anfertigen?

Sklaven ihrer Triebe
Kreuzfahrt des Grauens
Geschlecht der Engel
Waves of Lust

Kenne ich jetzt, was gibt es denn noch auf dem Sector??

INTERRABANG scheint auch in diese Richtung zu gehen. Hat den jemand hier mal gesehen?

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 14.03.2011 22:31 
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Chet hat geschrieben:
reggie hat geschrieben:
Oha hinter diesem titel hätte ich jetzt nicht so einen Film vermutet. Kenn ich gar nicht, danke für den Tip :)

Vl. sollte man mal ne liste aller Yacht - Ex/Sexploiter anfertigen?

Sklaven ihrer Triebe
Kreuzfahrt des Grauens
Geschlecht der Engel
Waves of Lust

Kenne ich jetzt, was gibt es denn noch auf dem Sector??

INTERRABANG scheint auch in diese Richtung zu gehen. Hat den jemand hier mal gesehen?


Ich hab nen Rip aber noch nicht gesichtet...also kein Kommentar! 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 15.03.2011 00:11 
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DAS GESCHLECHT DER ENGEL


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IL SESSO DEGLI ANGELI

(Italien/Deutschland, 1967)


Regie: Ugo Liberatore
Darsteller: Doris Kunstmann, Bernard De Vries, Rosemarie Dexter, Laura Troschel,...
Genre: Thriller, Drama, Sleaze

Inhalt:
Nora (Kunstmann), Nancy (Dexter) und Carla (Troschel), drei hübsche Mädchen aus gutem Haus, planen einen Yachttörn nach Jugoslawien um es einmal richtig krachen zu lassen. Natürlich wollen die drei nicht alleine schippern und suchen deshalb noch männliche Begleitung als Lustsklaven. Nachdem sie einige Herren angesleazed haben, locken sie Marco mit versprochenen Sex auf die Yacht und entführen ihn kurzerhand. Marco (De Vries) macht das Beste aus der Situation und geniesst die Zeit mit den Damen. Es wird mit einem Gewehr auf Möwen geballert, unter Wasserfällen geduscht oder Liebe gemacht. Als das alles zu langweilig wird, beschliesst man gemeinschaftlich, die Wirkung von LSD zu erproben. Nach durchdrogter Nacht stellt Marco fest, das er eine Pistolenkugel im Leib stecken hat. Wer hat im Drogenrausch auf ihn geschossen? Die Lage spitzt sich zu, als es Marco wegen der Verletzung immer schlechter geht und die Schmerzmittel immer knapper werden. Was ist zu tun? Soll man Marco in ein Krankenhaus schippern und den Drogenmissbrauch auffliegen zu lassen, oder gibt es noch eine andere Lösung?

Meine Meinung:
Wahnsinn, was es nicht alles für "Perlen" zu entdecken gibt! Na, was soll ich mir heute anschauen? Kurz ins Regal gegriffen und eine alte VMP VHS rausgezogen, die ich schon ewig nicht mehr angeschaut hab. Glückstreffer! Im Ernst, DAS GESCHLECHT DER ENGEL kann man durchaus als kleinen Bruder von SKLAVEN IHRER TRIEBE bezeichenen, bzw. ENGEL als Inspiritation für den zwei Jahre später gedrehten SKLAVEN ansehen. Beide Filme haben gewisse Überschneidungen in Bezug auf die Handlung (drei Frauen, Entführung eines Unbeteiligten, Segeltörn,...) und bei beiden ist auch der Sleaze-Gehalt nicht zu verachten. Wobei ENGEL noch ein klein wenig "braver" erscheint und noch nicht so extrem auf die Kacke haut wie SKLAVEN. Aber auch bei den Engeln gibt es unglaubliche Szenen und Dialoge: etwa als die Jungfrau Carla ganz trocken feststellt "der erste Mann mit dem ich schlafe, der muss ein Neger sein" oder als sie auf einer Insel mit einem Apotheker (der aussieht wie ein Zuhälter :shock: ) schläft, um an Morphium für Marco zu kommen. Unvergessen ist auch die Szene, in der der nackte Marco sich mit einem schwarzen Samthandschuh streichelt, während ihm Nancy die Haare föhnt, wolgemerkt oben und unten :o
Dabei wirkt der Film insgesamt recht edel und stylisch dekoriert. Die drei Damen, vor allem Doris Kunstmann, wirken sehr lecker und sind schön anzuschauen. In Sachen Erotik hat aber der Sklaven-Film doch die Nase vorn, mehr als nackte Busen gibt es hier nicht zu erhaschen. Die Darstellung der drei verzogenen Gören ist solide und zweckmäßig überzeugend. De Vries agiert ähnlich gut. Man kann sagen dass die vier Darsteller den Film tragen können, auch wenn sie nicht sonderlich gefordert werden. Die ersten zwei Drittel der Handlung fühlt man sich gut unterhalten, es kommt keine Langeweile auf. Dazu tragen die schönen Locations und der superbe Soundtrack von Giovanni Fusco (der Score muss unbedingt noch veröffentlicht werden!) bei. Das alles lässt den Film teuerer erscheinen, als er wirklich ist. Leider schleichen sich im letzten Drittel doch einige Längen und überflüssige Szenen ein. Insgesamt hat der Regiesseur Ugo Liberatore (DIE WIEGE DES TEUFELS) aber gute Arbeit geleistet.

Fazit:
Der Film eignet sich wunderbar als Double-Feature mit SKLAVEN IHRER TRIEBE (das wär doch was, eine Yacht-Sleaze-Box, hallo Camera Obscura ;) ), man fühlt sich gut unterhalten und es gibt wie gesagt auch einige Szenen, die einen staunend zurücklassen. Gute Erwachsenenunterhaltung. Toll, das damals solche Filme gedreht wurden. Da wusste man noch, was das Publikum sehen will. Thrill, Gewalt und etwas Sleaze, ach was waren das für Zeiten, seuftz...

"Was ist Glück? - Glück ist, dass ich einen kleinen, festen Busen habe!"

Zur Besseren Einschätzung:
Spannung: 4/10
Action: 2/10
Gewalt: 2/10
Anspruch: 3/10
Erotik: 6/10
Humor: 5/10

Gesamt: 7/10

Trailer:
Leider keinen gefunden

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 15.03.2011 12:36 
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Malastrana hat geschrieben:
Insgesamt hat der Regiesseur Ugo Liberatore (DIE WIEGE DES TEUFELS) aber gute Arbeit geleistet.



Kein Wunder, bei dem Namen... :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 10.09.2011 15:50 
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Grandios!

Gestern nun endlich mal angesehen und ich wurde nicht endtäuscht, auch wenn es weit weniger nackte Haut zu sehen gab als erwartet. Nämlich nix nur Mädchen in Bikinis, ne Sex szene gab es auch weit und breit nicht zu sehen, auch wenn viel darüber geredet wurde. Gut es braucht nicht unbedingt Titten, aber eine erotische liebeszene kann man auch ohne tatsachen zu zeigen abdrehen ;) Das hätte dem Film sehr gut getan.
Ansonsten war die Story mehr als unterhaltsam, die Mädels mehr als hübsch!
Der Score mehr als gelungen! Jawohl der Score ist phänomenal, der hatte mich gleich geflascht und trägt dazu bei das mir der Film so gut gefällt!
Zwei Emanzen und ein Küken , das noch Jungfrau ist, die unschuld aber auch an einen Apotheker verliert um Morphium für den Verletzten Marco zu bekommen. Zusehen bekommt man den Akt natürlich nicht...
Coole Bilder der Jugoslavischen Küste und dazu dieser Score, ja immer wieder dieser Score :P
Was sie in ihrem Trip erlebt haben erfährt man leider nie, aber mann kann sich denken welches Mädchen auf den Mann geschossen hat ;)

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9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 10.09.2011 16:42 
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Sag ich doch, dass der super ist :jc_doubleup:

Nur das etwas aprubte Ende ist störend.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 10.09.2011 19:42 
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Nochmals vielen dank für diesen Tip an euch!

Hat jemand schon irgend einen anderen Film von Herrn Liberatore gesehen?
Hat ne kleine sehr interessante Filmografie, zudem fast alle Deutsch co produziert, scheinbar aber nimmer bei uns gelaufen?

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 10.09.2011 20:27 
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Ich kenne nur noch DIE WIEGE DES TEUFELS von ihm. Den finde ich auch ziemlich super! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 10.09.2011 20:35 
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Ich habe neben "Nero Veneziano" ("Die Wiege des Teufels") noch "May Morning" gesehen. Ganz interessante Milieustudie über die Studentenbräuche in Oxford vor dem Hintergrund der ausklingenden 60er mit einigen bekannten Darstellern (John Steiner, Jane Birkin, Rossella Falk z. B.), aber nicht gerade Anschaupflicht m. E. Ansonsten hat er ja noch am Drehbuch für "Die Mühle der versteinerten Frauen" mitgearbeitet, ein sehenswertes Gruseldrama.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 23.04.2014 18:09 
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Das Geschlecht der Engel (D)
Il sesso degli angeli (IT)
Le sexe des anges (B)
The Sex of Angels (USA)


IT / D 1968


R: Ugo Liberatore
D: Bernard De Vries ,Rosemary Dexter, Doris Kunstmann, Laura Troschel, Giovanni Petrucci, Efisio Cabras, Brizio Montinaro, Hans Jürgen Neumann, Silvana Broc


dt. Kinopremiere: 09. Oktober 1970

Score: Giovanni Fusco

OFDb



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"So, es kann losgehen. Der Knabe gehört jetzt uns!"


Nora (Doris Kunstmann), Nancy (Rosemary Dexter) und Carla (Laura Troschel) sind 3 verwöhnte Gören aus gutem Haus, die zumindest mal für 3 Tage mit einen Yacht-Trip nach Jugoslawien der Einöde des Alltags entfliehen wollen. Damit auf der mehrtägigen Bootsfahrt auch bloß keine Langeweile aufkommt, wird am Vorabend der geplanten Reise noch schleunigst der junge und attraktive Marco (Bernard De Vries) in einem nahegelegenen Strandclub als Objekt der Begierde erkoren und unter Vortäuschung eines unwiderstehlichen Angebots für den nächsten Tag auf die Yacht eingeladen. Dass es sich bei dieser verführerischen Einladung aber letztendlich um eine mehrtägige Yacht-Reise auf der Adria handelt, wird dem unwissenden Marco "bewußt" vorenthalten, da seine Mitnahme einem recht speziellen Zweck dienen soll.

In der Annahme, lediglich ein paar nette und unverbindliche Stunden mit den 3 adriatischen Sirenen verbringen zu dürfen, paddelt Marco am nächsten Tag erwartungsvoll mit einem Schlauchboot zur Yacht heraus und wird sogleich nach seiner Ankunft an Bord von der verlockenden Nancy in Beschlag genommen. Nach ein paar lustvollen Stunden im väterlichen Schlafzimmer der Yacht eröffnet Nancy dem völlig erstaunten Marco dann aus heiterem Himmel die Tatsache, dass man sich mittlerweile bereits im Hafen von Rovinj (Kroatien) eingefunden hätte, die Reise zudem mehrere Tage andauern und noch einen ganz speziellen Programmpunkt bereithalten würde: Ein bewußtseinserweiternder Selbsterfahrungstrip im Rahmen einer gemeinschaftlichen LSD-Orgie.

Um unnötigen Risiken vorzubeugen werden vor Antritt der halluzinogenen Drogen-Reise ins Ungewisse jegliche gefährliche Gegenstände (u.a. eine Schrotflinte) andernorts sicherheitsverwahrt und im Anschluss die vorbereiteten Zuckerwürfel mit einer ordentlichen Menge an reinstem Lysergsäurediethylamid beträufelt. Daraufhin folgt dann auch schon der Startschuss zur halluzinogenen Reise ins farbenprächtige Wunderland des menschlichen Unterbewußtseins.

Doch schon am nächsten Morgen kommt es bei den LSD-Reisenden zum bösen Erwachen, da es während des nächtlichen Trips zu einem tragischen Unglücksfall gekommen war, woraufhin die 3 schuldgeplagten Acid-Ladys eine folgenschwere Entscheidung teffen. Doch die Folgen ihres Handlens lassen nicht mehr lange auf sich warten und wirken sich im Weiteren erheblich auf die jeweiligen Lebensverläufe der 3 Yacht-Queens aus.


"Was haben wir bloß heute Nacht getan? Ich kann mich an kaum etwas erinnern..."


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Regisseur Ugo Liberatore ("Bora, Bora" 1968, "Nero Veneziano - Die Wiege des Teufels" 1977) ist mit diesem bezaubernden Prachtexemplar an Film eine wahrhaft faszinierende Inszenierung gelungen, die neben dem phänomenalen "Sklaven ihrer Triebe", "Interbarrang" und im weitesten Sinne auch "Kreuzfahrt des Gauens" dem Genre der Yacht-Exploitern zugeordnet werden kann (den aktuelleren "Donkey Punch" aus England vernachlässigen wir hier mal).

Während des Filmvelaufs kommt einem unweigerlich immer wieder "Top Sensation" in den Sinn, was aber wiederum aufgrund des gleichgelagerten Rahmens auch nicht gerade verwunderlich scheint: Die Handlungskulisse beider Filme stellt nun mal eine Yacht dar, die sich logischerweise überwiegend auf dem blauen Meer befindet. Bei beiden kammerfilmähnlichen Inszenierungen liegt ein geplantes, aber jeweils ungewöhnliches Experiment mit einem zunächst unvorhersehbaren, aber in beiden Fällen letztendlich verheerenden Ausgang zugrunde und es sind in beiden Filmen leichtbekleidete Damen mit angelegten Schrotflinten vorzufinden.

Ansonsten ist das vorliegende Filmexemplar im Vergleich zu seiner großen Schwester zwar etwas harmloser ausgefallen, kann den Zuschauer aber nichtsdestotrotz aufgrund des Charmes der naiven Geschichte, der 3 äußerst verzückenden Drug-Queens und fantastischer Kamerabilder in einem recht ordentlichen Maß verzaubern.

Etwas verstörend wirkte auf mich die Menge an LSD, die hier ganz unbedarft auf die Zuckerwürfel geträufelt wird und somit eine entsprechend unkontollierbare Eskalation während der berauschten Reise vorprogrammiert ist. Hier zeigen sich dann auch die wahren Gesichter der naiven High-Society-Girls, aber zugleich werden auch deren Grundängste und eigentliche Lebenswünsche enhüllt. Leider ist es dann aber auch schon zu spät und die Beteiligten müssen ihre Missetat mit einem sehr hohen Preis bezahlen.

Die 3 halluzinogenen Darstellerinnen erledigen ihren Job hierbei recht solide und machen durchwegs eine sehr gute Figur. Doris Kunstmann ("Bora Bora" 1968, "7 Tote in den Augen der Katze" 1977, "Heißes Pflaster, Köln" 1967) spielt die Tochter des reichen Yachtinhabers und hat somit zugleich die Rolle des Kapitäns inne. Der außer Kontrolle geratene LSD-Trip setzt der Guten dann am nächsten Morgen von allen Beteiligten am heftigsten zu und schiebt daher während ihrer "Coming Down" Phase ein ordentliches Maß an Paranoia. Diese Szene wird von Frau Kunstmann besonders unterhaltsam umgesetzt, die aber auch ansonsten über die restliche Laufzeit des Films eine recht ordentiche Leistung darbietet.

Rosemary Dexter ("In den dern heißes Blut" 1968, "Sieben Stunden der Gewalt" 1973) kann in ihrer freizügigen Rolle der etwas undurchschaubaren "Nancy" gleichfalls überzeugen und Laura Troschel ("Vier Fliegen auf grauem Samt" 1971, "Django - Der Tag der Abrechnung" 1971) mimt zuguterletzt die jungfräuliche "Carla", die zwar ihre Unschuld während der eskalierten Reise im Tausch gegen ein wenig Morphium lassen wird, aber halt leider nicht auf die zuvor erhoffte Art und Weise.

Zudem wurde die Story der 3 verwöhnten Gören aus reichem Haus in der deutschen Sprachfassung mit einer exzellenten Synchronisation versehen, die den Filmspass um ein Weiteres ansteigen lässt und herrliche Dialoge zu Tage trägt.

Die traumhafte Filmmusik von Giovanni Fusco klingt exzellent und passt bestens zu dem Film.

Fazit: Ein yachtmäßiger LSD-Trip mit 3 sehr verzückenden, aber zugleich auch goldlosen Rauschengeln an Bord.


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Zuletzt geändert von Richie Pistilli am 21.06.2015 15:18, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 11.06.2014 14:44 
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Ich bin begeistert, im Gegensatz zu SKLAVEN IHRER TRIEBE hat dieser hier sofort bei mir gezündet. Wegen solcher Filme liebe ich das italienische Kino.
War sogar kurz davor hier die Höchstnote zu ziehen, dafür hätte
Carla allerdings die beiden anderen Schlangen mit dem Gewehr niederstrecken müssen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 20.06.2014 16:29 
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Alternativer Titel: Il Sesso degli angeli
Produktionsland: Deutschland, Italien
Produktion: Franz Seitz, Giorgio Venturini
Erscheinungsjahr: 1967
Regie: Ugo Liberatore
Drehbuch: Franz Seitz
Kamera: Leonida Barboni
Schnitt: Franco Fraticelli
Musik: Giovanni Fusco
Länge: ca. 91 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Silvana Broc, Efisio Cabras, Bernard De Vries, Rosemary Dexter, Doris Kunstmann, Brizio Montinaro



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Carla, Nora und Nancy wollen auf der Yacht von Noras Vater ein verlängertes Wochenende verbringen. Um einen Mann an Bord zu haben „entführt“ man einen Studenten namens Marco. Der Segeltörn verläuft recht prickelnd, aber man möchte mit dem Konsum von LSD etwas mehr in die Wahrheit eintauchen. Der „Blick in die Wahrheit“ entpuppt sich jedoch als ein fataler Fehler…

Ugo Liberatore drehte 1977 mit „Die Wiege des Schreckens“ ein depressives und ansprechendes Werk welches seine bekannteste Regiearbeit ist. Eher weniger bekannt ist der 10 Jahre zuvor entstandene „Das Geschlecht der Engel“ und dieses kann man als sehr schade bezeichnen, da „Das Geschlecht der Engel“ ein sehr gelungener Film ist. Ein Beispiel dafür wie man mit Minimalismus, Maximales rausholen kann und dass obwohl nicht mit dessen Lösung vertraut gemacht wird.

„Das Geschlecht der Engel“ startet mit einer gemütlichen Atmosphäre, die Darstellerinnen sind allesamt sympathisch und man fühlt sich einfach gut aufgehoben. Das Kuriose an der Sache ist, dass im Prinzip nichts Spektakuläres passiert. Allerdings sind die Kamerabilder und der Score einfach vorzüglich ausgewählt. Die Musik lässt sich zwischen Beat, Easy Listening und auch klassischen Klängen nieder. Eine großartige akustische Verpackung für die ohnehin sehr angenehmen Bilder. Neben diesen Eindrücken setzt der Film auch darauf, die Stille des Tages zu nutzen. Ein einfaches Dahintreiben, welches zwar etwas erahnen- allerdings nicht auf eine Ankündigung des Bösen schließen lässt.

Die Besetzung ist sehr gut ausgewählt worden. Die Hauptdarstellerinnen Rosemary Dexter, Doris Kunstmann, Laura Troschel sollten dem Freund des europäischen Kinos bekannt sein. Den Hauptdarsteller Bernard De Vries traf man hingegen nur noch einmal in einer kleinen Rolle („Fräulein Doktor“) wieder.

Unter dem Strich gesehen ist „Das Geschlecht der Engel“ ein Film der zwar Nichts von seiner Wahrheit preisgibt, dieses allerdings ungemein gut zu verpacken weiß. Die eigentliche Lösung liegt im Ermessen des Zuschauers ob dieser nun den offensichtlichen Weg sucht oder sich von der Phantasie leiten lässt, dass bleibt ihm selbst überlassen.

Fazit: Ein herrlicher und stiller Trip in die späten 60er Jahre, welcher bild- und klangtechnisch bestens eskortiert wird. Geheimtipp für Freunde des europäischen Kinos.


Thanx to andeh

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 02.10.2014 10:54 
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hat mir gestern bei der Sichtung im Kölner Filmhaus auch sehr gut gefallen. Schade nur, daß aus Trashologen Perspektive der Film in Hälfte 2
den Rückwärtsgang einlegt. Bis dahin, ist es allerdings eine höchst vergnügliche Fahrt, die Dicht im Fahrwasser von Sklaven Ihrer Triebe schiffert.

Wer auf ähnliche Schmierdichte der Neri-Fenech-Bootstour hofft, wird leider enttäuscht werden. Die Synchro ist allerdings in Hälfte 1 eine
echte "Top Sensation" :)

Die Kopie befand sich in einem guten bis sehr guten Zustand. Ich hoffe ein Label beglückt uns eines Tages mit diesem Film.
Ich würde sofort zugreifen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 02.10.2014 15:10 
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Der Film mit den 3 verwöhnten, naiven und mehr als nett anzuschauenden LSD-Girls hat auf der großen Leinwand natürlich noch um so einiges mehr begeistern können :good:
In dieser Atmosphäre kam dann auch die großartige dt. Synchro und die zweigeteilte Grundstimmung des Films viel besser zur Geltung und somit wurde gestern Abend höchster Filmgenuß geboten.

Nach kurzer Netzrecherche ist wohl sicher, dass die dt. Kinofassung um so einige Minuten an Handlungssequenzen geschnitten war (und somit wohl auch die VHS-Fassung). Nach den Laufzeitangaben der üblich verdächtigen, aber auch meist unsicheren Netzquellen, scheinen wohl zumindest 2 Schnittfassungen zu existieren:

IMDB gibt als Laufzeit der Originalfassung 110 min an
OFDb gibt als Laufzeit der dt. Kinofassung 89 min an
Die mir vorliegende engl. sprachige VOD Version gibt eine Laufzeit von 95 min an (könnte somit der Originalfassung entsprechen). Werde mir diese aber i.d.n. Woche zu Gemüte führen und im Anschluss über die fehlenden Szenen Bericht erstatten ;)

Sehr ärgerlich verstimmt aber die Tatsache, dass die Rechteinhaber scheinbar kein Interesse hinsichtlich einer Lizensvergabe zeigen :evil: , wobei gerade in diesem Fall eine weitere Premium-VÖ mit evt. mehren Schnitt- und Sprachfassungen und dem üblichen (sehr üppigen) Umfang an Extras grundsätzlich wohl möglich wäre.... :unknown: ;)
Somit bleibt nur mal wieder auf ein weiteres, kleines Filmwunder zu hoffen :pray:

ps. Der Score von Giovanni Fusco hängt mir seit gestern weiterhin im Ohr fest...... :tanzen4: (YT Links sind mittlerweile gelöscht)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 02.10.2014 15:16 
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Bzgl. der Rechte dürfte sich bald was tun. Eine (aber nicht allzu) baldige VÖ von einem Label ist nicht unwahrscheinlich.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 03.10.2014 17:00 
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Camera Obscura hat geschrieben:
Bzgl. der Rechte dürfte sich bald was tun. Eine (aber nicht allzu) baldige VÖ von einem Label ist nicht unwahrscheinlich.


..... oh wundervolle Hoffnung, die du nun wieder aufkeimst :P :P :P

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Psychotronikfilmfreak


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 03.10.2014 19:37 
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Camera Obscura hat geschrieben:
Bzgl. der Rechte dürfte sich bald was tun. Eine (aber nicht allzu) baldige VÖ von einem Label ist nicht unwahrscheinlich.


Vielen Dank für die Information :jc_hmmm:



Da meine aktuelle Begeisterungswelle weiterhin nicht abebbt und mir die Unterschiede der beiden Schnittfassungen keine Ruhe gaben, wurde heute zum Vergleich eine englischsprachige VOD Fassung angeschaut und siehe da, 2 prägnante Unterschiede mit kleinen Überraschungen sind ans Tageslicht getreten.
Der zunächst vermutete Schnitt bei der Ankunftszene in Jugoslawien (Zoll- bzw. Polizeikontrolle) konnte sich aber bei diesem Fassungsvergleich zumindest nicht bewahrheiten :unknown:



Habe hierzu mal versucht, einen kleinen (amateurhaften) Schnittbericht anzufertigen:


Laufzeiten:

dt. VHS: 86 min (dürfte somit der dt. Kinofassung mit 89 min entsprechen)
engl. VOD: 94 min.

Aufgrund der Laufzeitunterschiede sind wohl noch weitere kleine Schnittveränderungen in den entsprechenden Filmverläufen vorhanden, aber habe hier nur die 2 auffälligsten Unterschiede aufgeführt:


1. prägnanter Unterschied: Nachdem Carla in der Wohnung des schmierigen Morphiumpushers verschwunden ist, schlendern Nora und Nancy (leicht geschockt) zum Hafen. Dann kommt bei beiden Fassungen ein Schnitt, aber es im Folgenden treten zwei unterschiedliche Handlungsstränge an den Tag:

Ausgangspunkt: Nancys Blick in die Kamera bevor bei beiden Fassungen der entsprechende Schnitt einsetzt:


Bild


VHS: Carla und Nancy befinden sich bereits wieder auf der Yacht und versetzen Marco eine Morphiumspritze. Dieser versucht an Deck zu kommen, wird aber von den beiden LSD-Furien wieder brav ins Bettchen verbannt. Danach kommt wieder ein Schnitt auf Nora bei einer Durchsage am Steuer der Yacht.

Das Ganze in Bildern sieht dann folgendermaßen aus:

Beginn der VHS-Szene: 65:17 min

BildBildBildBild

Ende der VHS Szene: 65:59 min


VOD: Hier sieht man nach dem Schnitt wie alle drei zunächst mit betretenen Gesichtern das Boot betreten und wortlos mit erstarrter Mimik die Rückfahrt zur Yacht antreten. Dort angekommen gibt Nora erstmal tel. Info, dass sie wie geplant in ein paar Tagen zurück sein werden. Carla reagiert darauf sehr geschockt, da es für Marco wohl bis dahin zu spät sein kann:

Beginn der VOD Szene: 66:04 min

BildBildBildBild

Ende der VOD Szene: 67:09 min


Und danach folgt auch hier wieder der Schnitt auf Nancy bei der Durchsage am Steuer der Yacht und beide Fassungen laufen wieder einigermaßen konform weiter (für weitere kleine Schnittabweichungen wird wiederum kein Gewähr übernommen - aber aufgrund der weiteren Laufzeitunterschiede scheinen noch welche zu existieren) ;)

Bild


2. prägnante Abweichung: Das Ende

Sowohl die dt. VHS-, wie auch die dt. Kinofassung enden abrupt inmitten einer Szene und ein Abspann fehlt gänzlich. Das Ganze wirkt auch schon wie ein verheerender Filmriss und die VOD Fassung zeigte dann auf, dass hier doch noch ein ganzes Stück Film und ein viel intensiveres Ende verloren gingen:

Ausgangspunkt: finale Bildeinstellung der VHS Fassung vor dem abrupten (Filmabriss-)Ende

VHS: 85:33 min
Bild

VOD: 89:51 min
Bild

Bei der VOD Fassung sieht man zunächst die 3 LSD-Gören mit geschockten und versteinerten Gesichtern von der Yacht ins offene Meer blicken. Nach dem nächsten Schnitt befinden sich die 3 wieder in der (verlassenen) Strandbar (Tanzschuppen), in der sie zu Beginn des Films Marco kennen gelernt hatten. Während des ganzen fehlenden Endes fällt kein einziges Wort mehr unter den schuldbeladenen Damen, die alle 3 unter den Konsequenzen zu leiden haben. Das einzelne Leid als Konsequenz ihres naiven und verwerflichen Handelns zollt bei allen 3 seinen Tribut, nur jeder geht mit seinen Schuldgefühlen und der emotionalen Belastung auf unterschiedliche Art und Weise um:
Nora versucht ihre Qual durch teilnahmsloses tanzen zu betäuben, Nancy stiert mit paralysierten und vorwurfsvollen Blick aus der Hängematte (in der sie einst Marco kennen lernte) auf ihre beiden Mitschuldigen und Carla zerbricht an der Last ihres schlechten Gewissens und entscheidet sich für eine endgültige Lösung ihres Problems......

BildBildBildBildBildBildBildBildBildBildBildBildBildBild

Ende VOD (mit Abspann): 92:52 min (94:04 min)

Die fehlende Schlusszene ist dann auch noch mit einem weiteren grandiosen Beat-Track aus dem Fusco Score unterlegt :tanzen4:


Englische und deutsche Synchronisation stimmen inhaltlich im Großen und Ganzen überein, lediglich die dt. Synchro enthält mal wieder vermehrt Formulierungsspitzen :D


Zum Abschluss gibt es dann noch den Text der Filmbeschreibung vom VHS Coverrücken:

Bild


Schlagzeilen:

"Drei Freundinnen und ein Mann auf der Kreuzfahrt der Sünde – der Fünfte im Spiel ist der Engel des Todes! … danach weinen sie die schwarzen Tränen der Sünde
Ihren Begierden ausgeliefert, treiben sie auf der Todesyacht dahin...
Ein Spiel mit dem Tod – gefühlskalt und hemmungslos
Sie suchen den Rausch – und finden den Tod"


Quelle: Filmproduktionsfirma Seitz

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 03.10.2014 21:37 
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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 04.10.2014 07:15 
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Sehr geil, besten Dank für die Infos. Das steigert die Vorfreude auf eine mögliche VÖ umso mehr!

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 04.10.2014 08:33 
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... auch Dank meinerseits. Da gibt`s ja für den neuen Rechteinhaber mit VÖ-Absicht noch einiges zu tun, um hier eine finale , oder ggf. 2 separate Fassungen, abzuliefern :geek:

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 04.10.2014 10:02 
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Wobei ich mich immer noch frage, ob in diesem Fall hier ggf. sogar noch eine dritte, eine it. Langfassung existieren könnte :unknown: ;)

Der IMDB Eintrag spricht zumindest von einer 110 min. Originalfassung..... (aber IMDB halt - Gewissheit bringt dieser Eintrag natürlich nicht, aber schürt weiterhin etwas Hoffnung hinsichtlich einer noch längeren Schnittfassung) ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 04.10.2014 10:55 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Wobei ich mich immer noch frage, ob in diesem Fall hier ggf. sogar noch eine dritte, eine it. Langfassung existieren könnte :unknown: ;)

Es kursiert auch eine italienische Fassung, die mit fast exakt 100 Minuten durchs Ziel geht. Die genauen Unterschiede habe ich nicht mehr parat bzw. nicht im Detail überprüft, aber der Schluss z.B. ist auch hier deutlich länger als in der deutschen Fassung, wodurch der Film noch erheblich an Substanz gewinnt. In der DF endet das Ganze doch sehr plötzlich, was schade ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 04.10.2014 12:07 
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Vielen Dank für den Hinweis :good: Auf die einfachste Idee bin ich natürlich nicht gekommen, aber Dank Deines Denkanstoßes und "YT" konnte auch noch der verbliebene Rest des Fassungsmysteriums gelüftet werden ;) :


1. Ausgangspunkt:

Bild

Bei der it. Langfassung kommt es hier nach dem Schnitt zunächst zu einer ganz neuen Szene, die in den vorherigen Fassungen nicht enthalten war: Man sieht wie Carla das Haus des schmierigen Morphiumdealers wieder verlässt und mit erstarrter Mine vor dem Haus verstört durch das Geschehene zusammensackt. Dadurch wird der Preis ihres Handelns viel intensiver herausgestellt:


BildBildBild


Im Anschluss folgen die jeweils 2 alternativen Szenen der vorherigen Fassungen in folgender Reihenfolge:

Mit dem Boot vom Hafen zurück zur Yacht; tel. Info; Verabreichung der Morphiumspritze und Verhinderung der Flucht von Marco (Bilderfolgen siehe oben). So macht das Ganze auch Sinn und ich kann hier nicht nachvollziehen, warum man zwei unterschiedliche Handlungsstränge der Originalfassung bei anderen Fassungen unterschiedlich verteilt (gemäß dem Motto: Du Land bekommst aber nur diese und Du anderes Land bekommst jetzt nur mal diese andere...?) :unknown:



2. Abweichung: Beim fehlenden Ende der dt. Fassung gibt es bei der it. Fassung im Vergleich zur VOD Fassung auch noch eine weitere kurze Szene:

Nachdem man die 3 betrübten Gesichter (Bilder siehe oben) hintereinander in einer Kamerafahrt sieht, kommt es anstatt des direkten Schnitts auf die Jukebox mit Nora davor stehend, zunächst auf eine fehlende Zwischenszene, an deren Ende sich Nora ihres sehr auffallenden Mantels entledigt und erst dann zur Jukebox schreitet, um ihren Verdrängungstanz zu beginnen:


BildBildBildBildBild


Das wären dann somit die prägnantesten Unterschiede der jeweiligen Fassungen. Aber wie bereits geschrieben, müssten aufgrund der Laufzeitunterschiede auch noch weitere kleine Fassungsunterschiede vorherrschen und vlt. fällt dem ein oder anderen ja noch etwas bei einer der kommenden Sichtungen auf ;)


Zum Abschluss gibt es noch die "Kennenlernszene" mit Marco im Strandclub. Das ganze ist dann mit dem großartigen Score von Giovanni Fusco unterlegt :tanzen4:


www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Zuletzt geändert von Richie Pistilli am 31.05.2016 17:09, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 04.10.2014 12:09 
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Super gemacht richi!!!

Einer meiner Lieblinge der muss unbedingt baldigst auf DVD erscheinen, am Liebsten wär mir tatsächlich von CO ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESCHLECHT DER ENGEL - Ugo Liberatore
BeitragVerfasst: 04.10.2014 14:21 
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reggie hat geschrieben:
Super gemacht richi!!!

Einer meiner Lieblinge der muss unbedingt baldigst auf DVD erscheinen, am Liebsten wär mir tatsächlich von CO ;)

.... aber bitte auch auf blu ray.... ich hoffe doch so ?!

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BeitragVerfasst: 04.09.2015 16:20 
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Oh der klingt wirklich gut, hoffentlich kommt da bald was auf dvd möcht ihn sehrn.


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