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 Betreff des Beitrags: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 24.12.2009 00:22 
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Ein weiterer Kannibalenfilm, diesmal inszeniert von Giallo-Altmeister Sergio Martino. Das Besondere an dem Film ist mit Sicherheit die Besetzung, die wirklich namenhafte Schauspieler aufweisen kann (Stacey Keech, Ursula Andress....). Die ersten 70 Minuten sind eigentlich eher ein Abenteuerfilm mit einigen blutigen Einlagen und etwas Tiersnuff (den ich persönlich zum Kotzen finde, Martino hat in einigen Interviews zugegeben dass er diese, aufgrund dem Druck der Produzenten, in den Film integrieren musste), danach geht aber schön zur Sache. Exploitation in Reinkultur, inkl. Fress-, Kastrations-, HC- und Sodomie Szenen :shock: . Der ganze Film ist aber routiniert inszeniert und kurzweilig. Für den abgehärteten und abgebrühten Fan mit Sicherheit eine Empfehlung, für absolute Tierfreunde (zu denen zähle ich mich, Kannibalenfilme gucke ich trotzdem gerne, ist wohl ein Widerspruch in sich...) und schwache Mägen ist der Film definitiv nichts. Die deutsche DVD von XT ist empfehlenswert, leider besitzt diese keinen O-Ton, dafür ist der Film aber komplett unzensiert!

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 24.12.2009 03:35 
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IMHO ein brauchbarer Einstieg in die Welt des Kannibalenfilms, denn hier geht es noch nicht so wüst zur Sache.

***

Die weisse Göttin der Kannibalen

Susan Stevenson (Ursula Andress) ist auf der Suche nach ihrem Gatten. Dieser ist während einer Forschungsreise irgendwo im Dschungel von Neu-Guinea verschwunden. Die örtlichen Behörden machen der verzweifelten Gattin keine Hoffnung, doch Professor Edward Foster (Stacy Keach) will bei der Suche helfen. Schliesslich machen sich Susan, ihr Bruder, der Professor und ein paar Helferlein auf den Weg in den nahezu undurchdringlichen Dschungel. Das Ziel soll ein Berg inmitten der grünen Hölle sein, man hört von einem dort angeblich lebenden Kannibalenstamm. Während ihrer Expedition stösst die Gruppe auf eine christliche Mission, dort finden sie den ortskundigen Manolo (Claudio Cassinelli), der sich dazu entscheidet Susan bei der Suche nach ihrem Mann zu unterstüzten. Immer wieder kommt es zu kleineren Übergriffen fremder Gestalten, die Träger geben nach und nach den Löffel ab oder flüchten. Manolo berichtet von seinen Erfahrungen mit den Kannibalen, doch damit stösst er bei den anderen eher auf Skepsis. Eine fatale Fehleinschätzung, denn bald könnte es den Ungläubigen ans Fleisch und Gedärm gehen...

Sergio Martino hat einen Platz auf meinem Altar sicher, er schenkte Filmfreuden den wundervollen Giallo "Der Killer von Wien" (1970). Gialli wie "Die Farben der Nacht", "Der Schwanz des Skorpions" oder "Torso", sind ebenfalls unverzichtbare Perlen in jeder Italosammlung. Auch im Bereich des Italowestern gelang Martino mit "Mannaja - Das Beil des Todes" (1977) ein recht grosser Wurf. "Die weisse Göttin der Kannibalen" (1978) schlägt ganz andere Töne an, darf aber ohne Zweifel zu den besseren Vertretern des Kannibalenfilmes gezählt werden. Ursula Andress spielt natürlich -wie immer- sehr limitiert, doch ich mag die Dame einfach gern. Erfreulicherweise macht sie sich auch hier nackig, wird aber leider von den Kannibalen mit Schleim beschmiert. Stacy Keach und Claudio Cassinelli passen gut ins Gesamtbild, liefern solide Vorstellung ab.

Erwartungsgemäss kommt der Film nicht ohne Mettgut aus, besonders das Finale bietet einige Leckereien auf. Martino ist ein Regisseur der sein Fach beherrscht, daher kommt der Film als durchaus interessanter Abenteuerstreifen daher, die letzte halbe Stunde bietet dann "Kannibalenaction" und gleitet in Gewalt mit trashiger Schlagseite ab. Wenn ein Kannibale durch das Entfernen seines Pillemannes bestraft wird bleibt kein Auge trocken, denn die Effekte sind teils ein wenig mau ausgefallen. Die "Erweiterte Version" bietet -im wahrsten Sinne des Wortes- ein paar kleine Schweinereien . Irgendwie blöd, zwar sorgen solche Szenen für Lacher -oder bei zarten Mägen für Brechreiz- hier passen sie nicht so ganz ins Bild, da die Inszenierung -wie erwähnt- vor dem Finale durchaus Niveau hat und die Story sogar eine interessante Wendung nimmt. Insgesamt gefällt mir der Film gut, ist für die Sammlung unverzichtbar.

Die deutschen DVD Ausgaben kann man allesamt in die Tonne treten. Erneut lohnt der Blick ins "Ösiland", die DVD von XT-Video zeigt den Film ungekürzt -wie bereits erwähnt sogar in einer leicht erweiterten Variante- und bietet eine erstaunlich gute Bildqualität für eine Produktion dieser Art. Die Scheibe kommt in einer kleinen Hartbox.

Guter Film, mit kleinen "Merkwürdigkeiten" garniert = 7/10

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Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 24.12.2009 16:35 
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...habe den in Rom vor ein paar Jahren bilnd gekauft.
Muss dazu sagen, dass ich generell kein Freund des Kanibalen-Films bin, ihn aber aufgrund des Regisseurs angetestet habe.
Die Tiersnuff-Szene mit dem Affen und der Schlange hat mir den ganzen Film verdorben. Für sowas habe ich kein Verständnis. Habe den Film direkt nach der Szene aus dem Player genommen und entsorgt.
War auch als Einstieg in das Genre gedacht, bzw. um ihm eine Chance zu geben. Aber das ist definitiv nichts für mich. Der Regisseur hat damit einige Pluspunkte bei mir verspielt...


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 24.12.2009 17:51 
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Marco hat geschrieben:
...habe den in Rom vor ein paar Jahren bilnd gekauft.
Muss dazu sagen, dass ich generell kein Freund des Kanibalen-Films bin, ihn aber aufgrund des Regisseurs angetestet habe.
Die Tiersnuff-Szene mit dem Affen und der Schlange hat mir den ganzen Film verdorben. Für sowas habe ich kein Verständnis. Habe den Film direkt nach der Szene aus dem Player genommen und entsorgt.
War auch als Einstieg in das Genre gedacht, bzw. um ihm eine Chance zu geben. Aber das ist definitiv nichts für mich. Der Regisseur hat damit einige Pluspunkte bei mir verspielt...



Ich sehe es nicht unähnlich aber sage mir dann immer, daß die Filme aus einer Zeit sind die sehr sehr lange vorbei ist.
In meiner Sammlung befinden sich lediglich 3 Kannibalenfilme und viel mehr werden es vermutlich auch nicht werden.
Ich habe CANNIBAL HOLOCAUST von Deodato, WEISSE GÖTTIN von Martino und LEBENDIG GEFRESSEN von Lenzi.
Es ist schon ein ziemlich menschenverachtendes Genre, da kann man schönreden was man will.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 24.12.2009 18:50 
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italostrikesback hat geschrieben:
Marco hat geschrieben:
...habe den in Rom vor ein paar Jahren bilnd gekauft.
Muss dazu sagen, dass ich generell kein Freund des Kanibalen-Films bin, ihn aber aufgrund des Regisseurs angetestet habe.
Die Tiersnuff-Szene mit dem Affen und der Schlange hat mir den ganzen Film verdorben. Für sowas habe ich kein Verständnis. Habe den Film direkt nach der Szene aus dem Player genommen und entsorgt.
War auch als Einstieg in das Genre gedacht, bzw. um ihm eine Chance zu geben. Aber das ist definitiv nichts für mich. Der Regisseur hat damit einige Pluspunkte bei mir verspielt...



Ich sehe es nicht unähnlich aber sage mir dann immer, daß die Filme aus einer Zeit sind die sehr sehr lange vorbei ist.
In meiner Sammlung befinden sich lediglich 3 Kannibalenfilme und viel mehr werden es vermutlich auch nicht werden.
Ich habe CANNIBAL HOLOCAUST von Deodato, WEISSE GÖTTIN von Martino und LEBENDIG GEFRESSEN von Lenzi.
Es ist schon ein ziemlich menschenverachtendes Genre, da kann man schönreden was man will.


Naja, soviel mehr gibt es auch eigentlich nicht. Es gibt jedenfalls lange nicht soviel Kannibalenfilme wie zum Bsp. Italowestern oder Giallos....


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 25.12.2009 11:53 
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ZOSO hat geschrieben:



oder Giallos....


gialli

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 25.12.2009 18:50 
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Cobra hat geschrieben:
ZOSO hat geschrieben:



oder Giallos....


gialli


Ups, sorry :oops: . Hatte wohl schon Christbaumaugen als ich das geschrieben habe.... :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 24.02.2010 10:41 
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Der Film ist stellenweise ziemlich eklig! Allein schon die Szene, wo der Wilde das Schwein poppt! Abgesehen davon gehört er für mich zu den besten Kannibalenfilmen aus Italien! Schade nur, dass es keine deutsche Uncut gibt und man wieder mal auf das Ösiland zurückgreifen musste!

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.08.2010 21:37 
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DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN („La montagna del dio cannibale“, Italien 1978) R: Sergio Martino

Die gut betuchte Susan Stevenson (Ursula Andress) begibt sich zusammen mit ihrem egoistischen Bruder Arthur (Antonio Marsina) auf die Suche nach ihrem Ehemann, dem Anthropologen Henry Stevenson, der im Urwald von Neu Guinea verschollen ist. Sie ziehen den Dschungelexperten Professor Edward Foster (Stacey Keach) hinzu und gemeinsam begibt man sich auf die gefährliche Expedition in die grüne Hölle. Foster vermutet den Vermissten auf dem „heiligen Berg“ eines Inselmassivs, das in den Legenden der Einheimischen als verflucht gilt. Der Weg zum Reiseziel ist mit Giftspinnen, Würgeschlangen und Mörderkrokodilen gepflastert, die hastig zusammengestellte Truppe von menschlichen Packeseln wird zunehmend dezimiert. Auf halber Strecke treffen sie auf den Arzt Manolo (Claudio Cassinelli), der Susan das Leben rettet und sich der kleinen Gruppe anschließt. Je näher sie dem Berg Ra Ra Me kommen, desto mehr häufen sich die drohenden Vorzeichen: Die ersten blutigen Morde werden verübt, unheimliche maskierte Wilde scheinen die Gruppe auf Schritt und Tritt zu verfolgen und zu beobachten. Laut einer Legende handelt es sich dabei um einen barbarischen Kannibalenstamm, der als längst ausgestorben gilt. Bald soll unser Team die grausige Wahrheit am eigenen Leib erfahren…


Es gibt nur wenige Beiträge zum Kosmos des Kannibalenfilms, die mir wirklich zusagen. Dazu gehören die beiden MONDO CANNIBALE-Teile von Umberto Lenzi und natürlich Ruggero Deodatos berüchtigtes Meisterwerk NACKT UND ZERFLEISCHT. Trotzdem übt dieses verrufene Subgenre des Italo-Exploitationfilms seit jeher eine prickelnde Faszination aus, die stets von Schuldgefühlen und Gewissensbissen begleitet wird. Sergio Martinos Ausflug ins Reich der Menschenfresser ist vielleicht kein Glanzstück, da der Film jedoch zu den handwerklich besseren Vertretern der unrühmlichen Kannibalenwelle gezählt werden kann, weiß er in einigen Momenten durchaus zu überzeugen.

Der Film beginnt mit der üblichen, pseudo-dokumentarischen Einleitungsstimme aus dem Off: Die Ursprünglichkeit der ungebändigten Wildnis, grüne Schlünde, die nie zuvor ein Menschenfuß betreten hat und so weiter und so fort. Dazu bekommen wir wenig romantische Einblicke in das Fressverhalten der Fauna Neu Guineas – die Natur, reduziert auf sie Summe ihrer Teile, ein einziges Mampfen und Gemampft werden.
In diesem Stil geht es munter weiter; was man Martino zugute halten muss, ist das konstant unbehagliche und beklemmende Stimmungsbild des Films – nie war der Urwald bedrohlicher als hier. Hinter jedem Farnkraut lauert eine vier- oder achtbeinige Gefahr, und manchmal hat das kreuchende und fleuchende Kroppzeugs gar keine Beine, sondern schlängelt sich im Astwerk, immer auf der Suche nach einem schnellen Snack. Die angeheuerten Lastenträger sind natürlich primitive Wüstlinge, barbarische Rituale sind an der Tagesordnung – da wird auch schon mal ein Leguan bei lebendigem Leib ausgeweidet, um die Dämonen des Waldes zu besänftigen. Der eigentliche Kannibalenterror vollzieht sich erst in den letzten 20 Minuten des Streifens, wenn die Expeditionstruppe das Heimatdorf der Knochenknusperer erreicht hat. Erst dann wandelt sich der leidlich spannende (aber von Kameramann Giancarlo Ferrando erstklassig fotografierte) Abenteuerfilm zu einem Horrorschocker, der an wüsten Szenen nicht spart.

Wie in jedem Kannibalenschinken, der etwas auf sich hält, wird der unvermeidliche Tiersnuff dargereicht, allerdings halten sich die unnötigen Grausamkeiten hier eher in Grenzen. Die unangenehmste Szene ist der minutenlang ausgewalzte Verzehr eines kleinen Äffchens durch eine Boa Constrictor – aber, jo mei, so was kommt halt vor im Dschungel, und nur, weil Professor Grzimek seinen jugendlichen Zuschauern die unschöne Wahrheit vorenthielt, lässt sie sich dennoch nicht totschweigen. (Zum leidigen Thema „Tiertötungen in Kannibalenfilmen“ habe ich mich an anderer Stelle bereits hinlänglich geäußert, ich spare mir daher weitere Ausführungen.) Bedenklicher ist da schon der unterschwellige Rassismus und die menschenverachtende Arroganz, mit der sich der weiße Mann über die „Primitiven“ erhebt – hier hätte man sich von dem eigentlich recht kritischen Regisseur Martino eine deutlichere Stellungnahme gewünscht.
Auch die genreüblichen Eingeweidewühlereien werden eher sparsam serviert, obwohl die eine oder andere Schlachtplatte aufgefahren wird (wozu auch eine äußerst drastische Entmannung zählt). Was sich viel stärker in die Erinnerung gräbt, sind die geradezu orgiastischen Szenen am Ende des Films, wenn Martino das exzessive Treiben im Eingeborenendorf mit bizarren Einsprengseln parallel montiert: Ein Kannibalenmädel masturbiert hemmungslos, während Ursula Andress mit dem herausgerupften Herz ihres getöteten Bruders gefüttert wird – oder die unvergessliche Begattung eines riesigen Schweins durch einen Wilden, die in den deutschen Fassungen des Films der Zensurschere zum Opfer fiel.

Das Skript verdient natürlich keine Auszeichnungen für Glaubwürdigkeit, vieles ist unnachvollziehbar, die Figuren bleiben holzschnittartig – dennoch präsentiert sich das Dschungelgarn mitunter recht wendungsfreudig und bietet einige nicht vorhersehbare Plottwists. Hier bewährt sich offensichtlich Martinos Erfahrung im Giallo-Metier. Die Dialoge sind in weiten Teilen herrlich naiv und stereotyp. Das Mannsvolk geizt nicht mit sozialdarwinistischer Philosophie ("Tiere folgen einzig und allein ihrem Instinkt, so wie letztlich alle Lebewesen. Sie töten und fressen. Der Mensch hat denselben Instinkt, er benutzt nur raffiniertere Methoden um ihn zu befriedigen: Lügen und Tricks.", schwafelt Manolo altklug daher), während Ursula Andress in erster Instanz viel Gekreisch absondert. Schön fand ich auch, dass sie sehr modebewusst mit hochhackigen Stiefeln den Busch bereist – und sich dann noch darüber echauffiert, wenn sie mal wieder auf die Schnauze fällt, einer Vogelspinne direkt vor die triefenden Beißzangen.

Überhaupt, die Andress: Eine gute Schauspielerin ist dieses Bondgirl („Honey Ryder“ – brüll!) weiß Gott nicht. Es reicht bei dem hier besprochenen Produkt aber völlig aus, blond zu sein und Brüste zu haben, die ihr im späteren Verlauf der Handlung auch fachgerecht freigelegt werden. Ansonsten guckt sie durchgehend starrgesichtig aus der Wäsche und macht Claudio Cassinelli scharf. Ohne hier allzu viel ausplaudern zu wollen, finde ich ihre Wandlung von der besorgten Ehegattin zur durchtriebenen Opportunistin sehr gelungen, vor allem, die Abscheu, die sie dadurch beim rechtschaffenen Manolo auslöst. Im Finale ist das aber alles wieder vergessen und vergeben, Brüste und Blondheit triumphieren halt doch! Claudio Cassinelli (INSEL DER NEUEN MONSTER) und Stacey Keach (AMERICAN HISTORY X) leisten beide nichts Überragendes, sie spielen halt diese typischen unrasierten und hemdsärmeligen Naturburschen, die immer genau wissen, was zu tun ist – exakt die Sorte Mann, die ich verachte und die es in Wirklichkeit nur in der Camel Trophy-Reklame gibt. Keach (dem – ähnlich wie Burt Reynolds in DELIVERANCE – in der Mitte des Films das Bein kaputtgehackt wird, was ihn zum fünften Rad am Wagen degradiert) war wohl zum Zeitpunkt des Drehs dem Suff noch nicht so arg zugeneigt, wie bei späteren Filmproduktionen. Er sieht hier frischer und unverbrauchter aus, was seinem Spiel zugute kommt. Sehr überzeugend fand ich Antonio Marsina (einer der fiesen Brüder aus KEOMA) als skrupellosen Egomanen Arthur, dem die Ekligkeit aus jedem Knopfloch starrt. Als Konsequenz für sein unkollegiales Verhalten landet er zum Schluss auch auf der Speisekarte.

Die Musik des bewährten Duos Guido und Maurizio de Angelis ist eine durchwachsene Sache: teilweise fahren sie extrem bedrohlich wirkendes, mit Tierlauten und höllischem Geschepper durchwobenes Synthie-Gewaber auf, an anderen Stellen dudelt schrecklich belanglose und deplazierte Südamerika-Folklore. Kein Vergleich zum genialen Score von Riz Ortolani zu NACKT UND ZERFLEISCHT – aber dieser Film scheut eh sämtliche Vergleiche.

Alles in allem hat mir Sergio Martinos Ausflug in die Hölle am Amazonas 100 Minuten schuldigen Spaß bereitet. Der (unfreiwillige) Trash-Gehalt hält sich in Grenzen, die Machart ist solide, die Atmosphäre beeindruckend. Um Welten besser als Lenzis unsägliche Grabgesänge LEBENDIG GEFRESSEN oder DIE RACHE DER KANNIBALEN ist Martinos Werk allemal.

In Zahlen hieße dies: 7/10


P.S.: Dieser Besprechung lag die DVD von XT aus Ösiland zugrunde, die erfreulicherweise ungekürzt ist und mit schöner Bildqualität glänzt.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.08.2010 22:01 
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Diabolik! hat geschrieben:
oder die unvergessliche Begattung eines riesigen Schweins durch einen Wilden, die in den deutschen Fassungen des Films der Zensurschere zum Opfer fiel.



Da ich den Film nur einmal sah, und zwar in einem Hamburger Kino, ist mir diese Szene nicht geläufig. Dürfte wohl auch keinen Verlust darstellen...


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.08.2010 22:40 
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Schönes Review, Diabolik! :)

Werde mir den demnächst auch mal zu Gemüte führen. Ansonsten hab ich mich, abgesehen von Black Emanuelles Ausflug zu den Kannibalen, noch nicht weiter mit dem Genre beschäftigt und plane auch nicht, das besonders zu vertiefen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 18.08.2010 13:01 
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Chet hat geschrieben:
Schönes Review, Diabolik! :)

Werde mir den demnächst auch mal zu Gemüte führen. Ansonsten hab ich mich, abgesehen von Black Emanuelles Ausflug zu den Kannibalen, noch nicht weiter mit dem Genre beschäftigt und plane auch nicht, das besonders zu vertiefen. ;)


Geh nicht vorbei an ZuK!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 18.08.2010 19:31 
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Hab die Astro und da ist die Schweineszene glaub ich nicht drauf, kann mich jedenfalls nicht erinnern!

Sehr unterhaltsammer streifen und zuuuu arg (im gegensatz zu sachen wie eaten Alive) ist er auch nicht, funktioniert als gutes Abenteuerfilmchen... erst gegen ende gibts etwas ärgere kannibalen action...

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 19.08.2010 00:08 
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Wenn ich mich richtig erinnere ist die Schweinerei ;) eine Art deleted scene die Martino erstmals für die AB DVD aus dem Schrank geholt hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 20.08.2010 13:03 
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Für mich gehört diese Szene eindeutig in den Bereich verzichtbaren "Extended Bullshit". Brauche ich nicht wirklich, bei diesem ansonsten sehr schönen Abenteuerfilmchen.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 15.09.2010 23:17 
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Hat einer von euch die kleine HB von XT und kann mir mal ein Foto der DVD (nicht des Covers :-) ) machen, oder auch die DVD beschreiben.... Steht XT drauf? Welches Motiv?


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 15.09.2010 23:35 
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Hier ein Bild von der kleinen HB Auflage von XT:
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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 15.09.2010 23:46 
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Ich bin baff.. Kann mir nicht erklären warum ich eine andere drin habe...


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 15.09.2010 23:51 
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Was ist bei deiner anders?

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 16.09.2010 18:07 
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Bei denen ist alles möglich :lol: Wer weiss was sie dir für ne scheibe reingepackt haben, am besten mal den XT Peter fragen.....

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 16.09.2010 19:03 
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Würde mich aber auch mal interessieren welche Disc lenny drin hat.
Beim Glockenseil war ja auch mal ne Disk drin ohne Name usw sondern nur ein Bild.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 03.02.2012 20:11 
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Also ich fand den Film wirklich sehr ansprechend, die ersten 70 Minuten, war es zwar eher ein Abenteuer Film, aber am Ende ging dann das Große Fressen los :D

Gut zum Tiersnuff, ich möchte ja jetzt nicht sagen, dass es mir egal ist, aber es stört mich nicht.

Alle Menschen, die für Tier Snuff eine Begründung suchen, versuchen dieses Thema "Moralisch korrekt " zu vertreten...

Meine Meinung dazu einfach ansehen und gut is...gehört eben dazu.
Man denke nur daran, was Chinesen alles Essen, Spinnen, Hunde, etc......dass wäre dann auch Tierquälerei oder der Walfang der Japaner, da sind die paar Tier im Kannibalen Film doch ein Witz gegen oder ???

Zudem sehen die Effekte dadurch sehr echt aus !!!! :D (Ich weiß Makaber, aber ich mag es nun mal gerne Makaber....)

Also noch mal zum Film, der Film hatte einen guten Twist, den ich nicht erwartet hatte, die Natur ist super eingefangen und die Kamera Fahrten im Dschungel sind auch gut gemacht.

Die Musik war für de Angelis eher schlecht, vor allem an Anfang hätte man sich doch ein schönes Thema gewünscht, was im Ohr bleibt.

Also ich gebe 9/10

(Was sagt ihr zu Ursula Andress, vom aussehen her ? Ich fand sie in diesem Film nicht mehr so attraktiv :roll: )

Gruß,

Der New York Janek


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 03.02.2012 22:26 
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Auch wenn es sich bei dem Streifen nur um Stückwerk handelt, mag ich den Film recht gern. Aber mir gefällt eh beinah alles was im Dschungel spielt, kann mich da also auch mit Abenteuerfilmen anfreunden, und dieser hier verschwimmt da sicherlich mit dem Kannibalenfilmgenre.

Ich muss mir endlich mal die XT DVD ansehen, in der die Sodomie Szene enthalten ist, kenne bisher nur die BE und die Astro, vermute aber das dies den Film nicht besser macht. An die Mukke kann ich mich nicht erinnern, fand ich wohl nicht sooo überragend.

Meine Punktewertung wäre 7/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 03.02.2012 22:37 
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Ich finde den hier auch als eine der besseren Kannibalenfilme.Obwohl ich den eher als Abenteuergenre einordnen würde.
Die besagte Szene passt nicht zum Film und macht den Film nicht besser.
Ich gebe dem Film 8/10 und kann ihn nur jedem empfehlen der auf so Dschungel-Abenteuer Filme steht.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.02.2012 16:21 
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Blap hat geschrieben:
IMHO ein brauchbarer Einstieg in die Welt des Kannibalenfilms, denn hier geht es noch nicht so wüst zur Sache.


Würde ich gar nicht sagen, da "Die weisse Göttin der Kannibalen" ziemlicher lahm ist und genau zwischen dem Genre-Begründer "Mondo Cannibale" von Umberto Lenzi und dem Klassenprimus "Cannibal Holocaust" steht. Einer dieser beiden Titel wäre als Einstieg sicherlich deutlich besser als diese lustlose Ausschlachtung des Genres von Sergio Martino.

Hier geht es nämlich zu wie in einem alten Abenteuer-Streifen, nur, dass dabei etwas Splatter und nackte Haut auf den Zuschauer losgelassen wird. Das "Best Of" der kannibalischen Höhlenaktivitäten hatt Lenzi in seiner dreisten Clip-Show "Lebendig gefressen" wieder verwurstet, der überhaupt noch Metzel- und Tiersnuff-Szenen aus einigen weiteren Menschenfresser-Epen wie "Mondo Cannibale 1 & 2" enthält.

"Die weisse Göttin der Kannibalen" ist eher für Allesseher des Horrorkinos und Leute, die mal alle etwas populäreren Kannibalenstreifen gesehen haben wollen. Und populär ist dieses Ding hier nur geworden, weil Ursula Andress eben die Titelrolle spielt.

Fazit: Lahm!


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.02.2012 17:27 
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executor hat geschrieben:
Würde ich gar nicht sagen, da "Die weisse Göttin der Kannibalen" ziemlicher lahm ist und genau zwischen dem Genre-Begründer "Mondo Cannibale" von Umberto Lenzi und dem Klassenprimus "Cannibal Holocaust" steht.


Nö, lahm ist die Usch-Sause keinesfalls. Ohne Zweifel stark in Richtung "gewöhnlicher Abenteuerfilm" (was auch immer das sein mag) tendierend, daher für Einsteiger erträglicher als der Platzhirsch von Deodato.

Vielleicht ist Lenzis erster Beitrag zum Thema der bessere Einstieg, meine Sympathie ist Martinos Filmchen nach wie vor sicher.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.02.2012 17:38 
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Im Rahmen eines Universitätsvortrags habe ich mich damals mit den gesamten Kannibalen-Streifen beschäftigt und von dem Streifen, abgesehen von den nachher wiederverwendeten Cut'n Paste-Szenen, einzig in Erinnerung, dass ich ihn am langweiligsten von allen Beteiligten empfand.

Um das mit dem "normalen Abenteuerfilm" weiter auszuführen: Die meisten Italo-Kannibalenfilme sind eine übertrieben sleazige und zynische Variante des Abenteuerfilms, die sich oft durch ihre aufgezwungen wirkendende Sozialkritik in Verbindung mit dem hemmungslosen Ausschlachten eben der Elemente, die dabei kritisiert werden sollen, ein Beinchen stellt, was zu einigen unterhaltsamen Filmunfällen führt. Beispielhaft sind da "Lebendig gefressen" oder auch "Make Them Die Slowly".

"Die weisse Göttin" aber ist was dies angeht sehr zurückhaltend, will aber gleichzeitig auch die Freunde etwas härterer Filmunterhaltung nicht im Regen stehen lassen. Im Endeffekt ergibt sich so schlicht ein Film, der irgendwo auf halbem Weg ist (womit natürlich manch ein Unkundiger sicherlich mehr anfangen kann als mit der packenden Radikalität eines "Cannibal Holocaust"), weder Fisch noch Fun. Abenteuerfans wirds zu hart sein und Splatterfans zu seicht. Ganz abgesehen davon, dass eben die Einführung in dieses Subgenre bereits deutlich behutsamer in

"Mondo Cannibale" von statten gegangen ist, der seinerseits eben auch wunderschön den Übergang zwischen den Mondo-Filmen und den Splatterstreifen der Nachfolgezeit illustriert, die sich einen Dreck um Ausreden für ihr Gemetzel scheren.


Natürlich kann man durchaus seinen Spaß mit der "weissen Göttin" haben, aber so ziemlich alle verwendeten Elemente gibt es entweder lustiger (Zombies unter Kannibalen z.B. mit ähnlichem "Göttin"-Motiv) oder ernster (Cannibal Holocaust 2 - The Cathrine Miles Story) auch in anderen Werken, die sich eben für eine spezielle Filmrichtung entschieden haben, ohne gleich verschiedenste Zutate zu nehmen, um mehr Geschmäcker anzusprechen, als ein einziges Gericht eigentlich vermag. :ugeek:


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.02.2012 19:16 
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executor hat geschrieben:
Im Endeffekt ergibt sich so schlicht ein Film, der irgendwo auf halbem Weg ist (womit natürlich manch ein Unkundiger sicherlich mehr anfangen kann als mit der packenden Radikalität eines "Cannibal Holocaust"), weder Fisch noch Fun. Abenteuerfans wirds zu hart sein und Splatterfans zu seicht.


Genau das macht doch einen Teil des Reizes der Sause auf, der Flick entzieht sich einer klaren Schubladenzuordnung. So ist er für den aufgeschlossenen Genreglotzer interessant, schockiert Einsteiger jedoch nicht durch übermäßige Auswüchse. Dies kann man negativ bewerten, ich komme jedoch zu einem anderen Ergebnis. Eine Aussage wie "Abenteuerfans wirds zu hart sein und Splatterfans zu seicht" ist mir zu pauschal, ich traue echten Filmfreunden, Herzglotzern und Irren (wer oder was auch immer das sein soll) mehr zu. ;)

Davon abgesehen geht/ging es nicht darum DEN Einsteigerfilm des Genres zu empfehlen, sondern EINEN geeigneten Start zu nennen. Gewissermaßen ein sanfter Schubser in die richtige (falsche?) Richtung.

...und: Es geht nicht um "lustiger" und/oder "ernster", der "Wohlfühlfaktor" und die "Knuffigkeit" sind entscheidend. Zugegeben, diese lassen sich manchmal aus den "oberflächlichen Werten" ableiten.

Nun gut, es wird Zeit für meine Medikation. Ich bedanke mich für das interessante Gespräch, aber mein Körbchen ist angerichet. Schönen Abend. :hutheben:

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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.02.2012 19:47 
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Blap hat geschrieben:
Nun gut, es wird Zeit für meine Medikation. Ich bedanke mich für das interessante Gespräch, aber mein Körbchen ist angerichet. Schönen Abend. :hutheben:

Wieso habe ich bei Blaps Beiträgen mittlerweile die Stimme von Lutz Riedel (Kartaan der Schlächter von Marlath, Dracula) und seinen süffisanten Tonfall im Ohr! Warum nur?? ;) :D Vielleicht sollte ich auch mal einen Arzt aufsuchen?!

Ok, zum Film kann ich nur sagen: Die göttliche Ursula "Honey Rider" Andress spielt mit :!:, sie ist nackt, wird gegen Ende an einen Pfahl gebunden und von Kannibalen mit einer roten Soße beschmiert. WOW!! Dazu ein paar nette Urwald-Bilder, Urwald-Kannibalen, ein paar Splatter-Effekte, und (je nach Fassung) ein Kannibale, der es einem Schwein von hinten besorgt. Gab es noch etwas? Hm, ach ja, hatte ich schon die Brüste von der Andress (manche sagen auch "Undress") erwähnt??


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN - Sergio Martino
BeitragVerfasst: 17.02.2012 20:12 
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Blap hat geschrieben:
Davon abgesehen geht/ging es nicht darum DEN Einsteigerfilm des Genres zu empfehlen, sondern EINEN geeigneten Start zu nennen. Gewissermaßen ein sanfter Schubser in die richtige (falsche?) Richtung.

...und: Es geht nicht um "lustiger" und/oder "ernster", der "Wohlfühlfaktor" und die "Knuffigkeit" sind entscheidend. Zugegeben, diese lassen sich manchmal aus den "oberflächlichen Werten" ableiten.


Gut, die Aspekte im Sinne von "ernster" und "lustiger" waren darauf bezogen, dass "die weisse Göttin" ein guter Hauch Lustlosigkeit frei nach dem Motto: "Wir haben die Uschi, der Rest ist wurscht, einmal wie immer bitte!" umweht. Natürlich gehört der Streifen für italophile Filmfans zum Kannibalen-Allerlei, aber wie KualaLumpur schon schrieb hat der Streifen zwei Teile die für ihn sprechen und beide heißen Ursula. :mrgreen:

Und war auch nicht bös gemeint im Bezug auf den Einsteigerfilm, sondern schlicht, dass die "weisse Göttin" eben schon eine Weiterentwicklung des ursprünglich "Der mit den Kannibalen tanzt"-Urtypus ist, der dann in Form der "Mondo Kannibalen" vorher gereicht werden sollte, da filmästhetisch die Rolle rückwärts dann schon vorab die Pustet etwas aus den älteren Streifen nehmen könnte. Ganz zu schweigen davon, dass Lenzis Fleischfresser-Film-ohne-Film-Fleischfresser der besser strukturierte Film ist und trotz allem ähnlich "harmlos" ist wie Uschi in Neuguinea. ;)


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