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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 21.11.2010 18:39 
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Terry Jones (Valentine Demy) hat eine große Leidenschaft - das Tanzen. Deshalb geht sie in die Großstadt, um dort an einer Akademie ihr Glück zu versuchen. Doch dies gestaltet sich schwieriger als angenommen, zudem gerät sie an einen schäbigen Typen, der ihr ebenfalls keine große Hilfe ist...

Oha, D'Amato versucht sich im Fahrwasser von DIRTY DANCING an einem Tanzfilm - was soll man da erwarten?
Nun bin ich ja von seiner 80er-Periode jedoch eh gerade recht angetan und in dieser Hinsicht bildet auch dieser Streifen keine Ausnahme! Ich wurde kurzweilig und angenehm unterhalten und wieder muss ich den Kopf schütteln, dass diese Filme meist so niedergemacht werden. Wobei ich mich doch immer noch frage, warum das alles so gut funktioniert bzw. worin die Faszination liegt. Ich versuche, auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, es mal so zu erklären: D'Amato kopiert hier vordergründig erstmal (recht clever) das amerikanische Kino der 80er, aber der Reiz liegt gerade darin, dass er einerseits jedes noch so ausgelutschte Klischee mit sympatischer Naivität zelebriert, jedoch andererseits dann gelegentlich doch wieder mit eigenen Wegen überrascht. Auch in diesem Fall mag das Gesamtwerk vielleicht zu Wünschen übrig lassen, aber wenn ich mir das Zusammenspiel von Bildern und Musik, oder selbst die Charakterzeichnung, ansehe, dann hab ich das Gefühl, da versteht jemand was von den klassischen Kino-Mechanismen. So albern oder rührselig es auch klingen mag, aber da wünscht man sich dann wirklich, dass die süße Provinzmaus (Valentine Demy habe ich jetzt mit diesem Film irgendwie liebgewonnen) es auf die große Bühne schafft, oder leidet mit, wenn ihre Freundin in die Drogenabhängigkeit rutscht. Bevor man jedoch vergisst, wer hier auf dem Regie-Stuhl saß, gibt's dann doch noch ein paar leichte Anflüge von Schmierigkeit. Die Tanzszenen sind übrigens gar nicht mal so schlecht umgesetzt und der Soundtrack, die Klamotten und der allgemeine Look sind natürlich wieder die ultimative Zeitreise in die 80er.

Gute Unterhaltung auf der Schwelle zwischen tatsächlichem Können und liebenswürdigem Schund. Hiermit hoffe ich, einen kleinen Beitrag zur längst überfälligen Wiederentdeckung von Aristide Massaccesis Spätwerk geleistet zu haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 27.11.2010 01:24 
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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 27.11.2010 21:44 
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Sieht echt lecker aus, vor allem: ich steh ja eh auf Tanzfilme, von daher ist so ne ver-soft-erotisierte DIRTY DANCING - Version von Papa Joe genau up my alley, denke ich...

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 28.11.2010 21:17 
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TRAXX hat geschrieben:
Sieht echt lecker aus, vor allem: ich steh ja eh auf Tanzfilme, von daher ist so ne ver-soft-erotisierte DIRTY DANCING - Version von Papa Joe genau up my alley, denke ich...

Auf jeden Fall! Wer sich zudem noch für die typische 80er-Ästhetik begeistern kann, müsste diesen Film eigentlich lieben. :D

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Also, worauf wartest du noch? :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 28.11.2010 22:29 
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Chet hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Sieht echt lecker aus, vor allem: ich steh ja eh auf Tanzfilme, von daher ist so ne ver-soft-erotisierte DIRTY DANCING - Version von Papa Joe genau up my alley, denke ich...

Auf jeden Fall! Wer sich zudem noch für die typische 80er-Ästhetik begeistern kann, müsste diesen Film eigentlich lieben. :D

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Also, worauf wartest du noch? :mrgreen:

Det is scho verlockend, nur schaue ich gerade solche Filme unheimlich gerne auf deutsch... :?

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 30.11.2010 21:22 
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Immer diese deutschtümeligen Synchro-Fanatiker... ;) Die Zeit der großen Synchro-Kunst (so 60er und 70er) war doch hier eh schon vorbei und außerdem hat der Streifen (so wie viele der späten D'Amatos) sowieso einen eher amerikanischen Anstrich, von daher passt das schon auf englisch.

Überzeugt? :lol: Wenn nicht, dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als dich auf die Suche nach dem deutschen Tape zu machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 30.11.2010 23:51 
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Chet hat geschrieben:
Immer diese deutschtümeligen Synchro-Fanatiker... ;) Die Zeit der großen Synchro-Kunst (so 60er und 70er) war doch hier eh schon vorbei und außerdem hat der Streifen (so wie viele der späten D'Amatos) sowieso einen eher amerikanischen Anstrich, von daher passt das schon auf englisch.

Da haste eigentlich Recht. :)

Zitat:
Überzeugt? :lol: Wenn nicht, dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als dich auf die Suche nach dem deutschen Tape zu machen.

Schon erledigt. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 11.12.2010 22:02 
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So, nun endlich auch gesichtet und ich kann dir, Chet, nur zustimmen: der Film funktioniert auf wundersame Weise tatsächlich! Man fiebert mit und wird gut unterhalten.
Die Tanzchoreographie ist teilweise allerdings nicht ganz so perfekt, aber auch das hat Charme. Am besten fand ich die Tanzeinlagen mit ihrem black buddy zu abgefahrener Beat Street Mucke. :P

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 26.03.2011 15:01 
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Chet hat geschrieben:
Immer diese deutschtümeligen Synchro-Fanatiker... ;) Die Zeit der großen Synchro-Kunst (so 60er und 70er) war doch hier eh schon vorbei und außerdem hat der Streifen (so wie viele der späten D'Amatos) sowieso einen eher amerikanischen Anstrich, von daher passt das schon auf englisch.


Tsss. Was erzählst du denn da für Sachen, Chet? Die deutsche Synchro ist bei solchen Filmen doch das Sahnehäubchen auf der Etagen-Torte! Gerade diese späten 80iger-Synchros veredeln solche Softsex-Schäbigkeiten ungemein. Zumal es sich bei DIRTY LOVE ja sogar um eine Kinosynchro handelt. Und ich hätte weder die trashige Synchro mit großartig billigem Seifenopern-Flair, noch die durchaus angenehmen Kürzungen der deutschen Fassung (die VHS läuft knackige 76 Minuten und das ist m. E. auch gut so - lieber keine abschlaffenden D'Amato-Sexszenen :twisted:) missen wollen - der Film ist vom Fleck weg mein Lieblings-D'Amato neben DIE MÖRDERBESTIEN geworden, natürlich nur aus Sleaze- und Trash-Gründen und nicht wegen der ungeschönten, bitteren Wahrheit hinter den Kulissen der Tanzbühne, die Joe D'Amato schonungslos aufdeckt. :mrgreen: Aber da trumpft er ganz groß auf. Der totale 80iger-Schlock! 9/10. :P

Um einen Einblick in die Synchro- und Tanzkünste, diesen suchtgefährdenden Film allgemein und D'Amatos Vision von "Trashy Dancing" zu geben, habe ich mal einige wunderschöne Szenen aus der ersten Hälfte des Films bei YouTube eingestellt, for your enjoyment:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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- Tim Lucas (im Zusammenhang mit diesem Artikel)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 26.03.2011 22:44 
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@McKenzie:

Auch in der 88-Minuten-Fassung sind kaum Sexszenen und schon gar keine abschlaffenden (!) :lol:, aber auf die prickelnde (und seeeehr ausgedehnte) Menstrip-Sequenz musstest du nun vielleicht verzichten :mrgreen: (oder ist die in der dt. Fassung tatsächlich enthalten?).

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 27.03.2011 18:36 
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Chet hat geschrieben:
:lol:, aber auf die prickelnde (und seeeehr ausgedehnte) Menstrip-Sequenz musstest du nun vielleicht verzichten :mrgreen: (oder ist die in der dt. Fassung tatsächlich enthalten?).

In meiner afaik schon. :P

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 28.03.2011 01:23 
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Chet hat geschrieben:
@McKenzie:
aber auf die prickelnde (und seeeehr ausgedehnte) Menstrip-Sequenz musstest du nun vielleicht verzichten :mrgreen: (oder ist die in der dt. Fassung tatsächlich enthalten?).


Ich gehe nicht davon aus, dass du mit "ausgedehnt" nur ein kurzes Einsprengsel in der Disco-Szene meinst, in der sich ein Typ das Hemd auszieht, daher:

NEEEIIIIIIIIIIIIIIIIN!!! :dash1: *Einmal* gibt es bei D'Amato auch mal ein bischen nacktes Männerfleisch zu sehen und dann schneiden die Deutschen es raus und bringen mich um den mir zustehenden Genuss! Skandalös! :sauerlilac: Jetzt brauche ich wohl doch die britische DVD, denn das MUSS ich sehen. :wiegeil:

Die Sexszenen bei D'Amato sind natürlich nicht immer abschlaffend (gestern habe ich z. B. AFTERNOON gesehen, der durchaus seine erotischen Momente hat, auch wenn Valentine Demy dort bemerkenswert schlimm aussieht - wie frisch von der Drogenmeile), aber eigentlich schon fast immer ähnlich plump und unansehnlich wie in den meisten Franco-Filmen. Was aber natürlich einen gewissen schäbigen Reiz besitzt. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DIRTY LOVE - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 13.01.2017 16:53 
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Dirty Love – Joe D´Amato

6.1.2017 (Zweitsichtung; Erstsichtung irgendwann Ende der 90er, TV)
Kino (Kommkino; DF; 35mm; 1,66:1)



Inhalt:

Terry Jones macht sich auf in die große Stadt, um dort ihre Fähigkeiten als Tänzerin zu verbessern. Obwohl ihr Freund sie anfleht, ihn nicht zu betrügen, wehrt sie sich nur auf der Fahrt in die Stadt als Anhalterin gegen die verführerische Männermacht: Nachdem sie nachts auf dunkler Straße beinahe von zwei Männern vergewaltigt und von Robert gerettet wird, der sie beruhigt: „Die wollten nur ein bisschen Spaß“, zeigt sie sich zwar zuerst noch spröde und auch Robert meint, dass er nicht mit ihr schlafen wolle, schließlich würde er sich dann in sie verlieben und das könne er im Moment gar nicht brauchen, doch dann trifft sie ihn zufällig auf der Bowlingbahn wieder und beginnt nun doch eine Beziehung mit ihm, wodurch sie nach und nach in den Dschungel der Prostitution gerät. Gleichzeitig freundet sie sich mit einem schwarzen Tänzer an, mit dem sie vorzugsweise im Hausflur zu Musik aus dem Kassettenrekorder tanzt und der ihr, weil das so super ist, zum Dank sein Fahrrad schenkt, lernt ihre Mitbewohnerin näher kennen, die „ganz verträglich“ ist, sich aber bald auch prostituiert; von Terry darauf und auf ihren Amphetaminkonsum hingewiesen keilt sie zurück: „Im Gegensatz zu dir werde ich wenigstens bezahlt!“, Terry findet ihre gemeinsame Wohnung daraufhin als zu klein für sie beide. Während sie Tanzstunden bei Roseannes Zwillingsschwester nimmt, deren lesbischen Avancen sie sich erwehrt, wird sie von Robert in Erpressungsversuche gegen Politiker verwickelt, der sexuelle Missbrauch, der damit verbunden ist, hat Terry aber nach Roberts Meinung sicher gefallen, womit ein Bogen zum Bowlingbahnschmier zu Beginn des Films geschlossen wird, wo sie von einem Unbekannten Hilfestellung erhält, der sie aber aus der Hilfestellung heraus am Po begrapscht und mit Terrys schmerzhafter Verteidigung zurechtkommen muss: Sie wirft die Bowlingkugel nicht auf die Bahn, sondern gegen sein Gemächt. Nun aber hat sich Terry weiterentwickelt, und als Robert meint, dass sexueller Missbrauch ja gar nicht so schlimm ist, wehrt sie sich nicht mehr, sondern schläft weiter mit ihm. Irgendwann, ohne dass sich aber etwas geändert hätte, hat sie dann doch genug und wendet sich an ihre Mutter mit der Bitte um Geld, um von Robert nicht erpresst werden zu können, gewinnt beim Vortanzen und könnte nun eine Karriere als Tänzerin starten, will das dann aber doch nicht und gibt dem freundlichen schwarzen Tänzer das Fahrrad zurück. Gemeinsam tanzen sie ein letztes Mal vor der Villa Kunterbunt.


Review:

Wie aus der Inhaltsangabe hervorgeht, Schmier over-the-Top und als solcher unbedingt sehenswert, stößt der Film wie meistens bei D´Amatos in den späten 80ern gedrehten Erotikdramen mit zu sprunghafter Erzählweise und unmotivierten Charakteränderungen vor den Kopf bzw. ab. Wie ein Jahr später bei „Blue Angel Cafe“ (1989) erzählt der Regisseur ein melodramatisches Charakterdrama, ohne die Figuren nachvollziehbar zu zeichnen, stattdessen handeln sie stets realitätsfern, angepasst an ein schlechtgeschriebenes, aber überaus dominantes Drehbuch. Entschädigt wird mancher Zuschauer jedoch von überaus bizarren Szenen, z. B. wenn sie zu Beginn mit dem schwarzen Tänzer im Flur tanzt und ein Hoteldiener im Hintergrund mit Tablett und einem Eisbecher begeistert mittanzt und der kurz darauffolgenden Dankesgeste mit dem Fahrrad als Geschenk. Was die Kameraführung angeht (D´Amato höchstpersönlich) ist sie ähnlich typisch wie das Drehbuch: Elegante stimmungsvolle Bilder wechseln sich mit Sleaze und extremen Unterperspektiven zwischen die Beine z. B. der Tänzerinnen ab, seit den Anfangsjahren in D´Amatos Filmschaffen also nichts Neues, aber auch nichts, das man ihm zum Nachteil auslegen müsste… Und Valentine Demy sieht in „Dirty Love“ noch wirklich schnucklig aus, bevor sie nur 2 Jahre später („Valentine – Ihr letzter Einsatz“, 1990), für mich nur durch starken Drogenmissbrauch erklärlich, um Jahrzehnte gealtert wirkte.

Der Film wurde auf dem 16. außerordentlichen Filmkongress des Hofbauerkommandos gezeigt und wurde vom Publikum überwiegend positiv aufgenommen.


Fazit:

Bizarrer Spaß, Sleaze und Schmier der vom Herzen kommt, wechseln sich mit über weite Strecken drehbuchbedingter großer Langeweile ab.

Wertung:

4,5 / 10


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